Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im August 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

Lesen Sie auch
Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Yakima – unverhofft kommt oft

Yakima

Manchmal ist es schon seltsam: wochenlang gibt es für einen Hund keine Anfragen und dann plötzlich schwappt eine wahre Welle über die Vermittler herein und mehrere Interessenten bemühen sich um das gleiche Tier.Yakima

Auch Yakima war solch eine Kandidatin. Auf der Homepage hatten wir sie zunächst als Notfall vorgestellt, weil sie wegen einer schweren Erkrankung ihres Herrchens bereits zum zweiten Mal ein gutes Zuhause verlieren würde und man ihr einen Zwischenaufenthalt in der Station gerne erspart hätte. Aber nur eine einzige ernstgemeinte Anfrage ging ein, bei der sich schon im ersten Telefonat herausstellte, dass dieser Platz für Yakima absolut ungeeignet gewesen wäre.

Also mussten wir alle in den sauren Apfel beißen und Yakima zog doch in der Station ein, als die Situation eine weitere Versorgung daheim nicht mehr gewährleistete. Für die hübsche Hündin war das ein gehöriger Schock. Im Welpenalter bei ihrem ersten Besitzer war sie nicht nur vernachlässigt, sondern sogar misshandelt worden, wodurch ihr Grundvertrauen in die Menschen nachhaltig erschüttert wurde.

Durch die Umplatzierung in die Station stiegen in Yakima alte Ängste wieder empor. Rund drei Wochen brauchte es, bis sie sich überhaupt anfassen ließ. Dann jedoch taute sie schnell auf und wurde immer zutraulicher. Hätten die vorigen Besitzer nicht so exzellente Vorarbeit geleistet, dann hätte es mit Sicherheit noch viel länger gedauert, bis Yakima sich hätte anfassen lassen. In der Folgezeit bekam sie von mehreren Interessenten Besuch, doch persönliche Umstände ließen eine Vermittlung zum aktuellen Zeitpunkt scheitern.

YakimaSchließlich meldete sich eine kompetente Hundebesitzerin, die bereits zwei Schützlinge der NfP zu sich genommen hat. Yakima sollte die Dritte im Bunde werden. Der erste Termin musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt werden. Eine ganze Weile hörte die Vermittlerin daraufhin nichts mehr. Dann plötzlich, eines schönen Montagmorgens, klingelte das Telefon und die Interessentin bat um ein Kennenlernen am Nachmittag. Unsere Helferin konnte das zeitlich einrichten und so kam es einige Stunden später zur langersehnten Begegnung mit Yakima.

Von Scheu war keine Spur mehr, Yakima schmuste umgehend mit der Fremden. Also ging es los zum gemeinsamen Spaziergang mit den draußen wartenden Privathunden Simi und Shiro. Deren erstes Zusammentreffen mit Yakima war weniger harmonisch, da unsere Große dem schüchternen Shiro gleich mal zeigen musste, dass SIE hier die Hosen anhat. Doch im Laufe der Gassirunde beruhigten sich die Gemüter und es gab keinen weiteren Zank.

Die Entscheidung für Yakima war schnell gefallen. Wohlwissend, dass ihre vollständige Integration auch noch eine Menge Arbeit bedeuten würde, zog die frischgebackene dreifache Hundebesitzerin von dannen. Und ja, die ersten Rückmeldungen beweisen, dass Yakima ihre neue Familie ganz schön auf Trab hält. Aber noch eindrücklicher sind die Freude und der Spaß mit ihr. Auch ein Bandscheibenvorfall der Besitzerin konnte das Glück nicht nachhaltig trüben.Yakima

Das Frauchen schreibt: „Vor uns liegt viel Arbeit, aber auch Spaß. In der Hundeschule wurde Yakima herzlich aufgenommen und zum Schluss hat Yakima gelacht. Sie ist intelligent und entwickelt großen Charme bei jedermann. Die geben wir nicht mehr her.“ Und weiter: „Bisher läuft es von Tag zu Tag ein bisserl besser. Yakima ist eine große Schmusedame. Streicheleinheiten fordert sie hartnäckig und lautstark ein.“

Yakima

Wir freuen uns, dass Yakima nach schweren Schicksalsschlägen nun zum dritten Mal ein liebevolles Zuhause gefunden hat und wünschen ihr und der ganzen „Meute“, dass das gemeinsame Glück noch viele Jahre dauern möge.

 


 

Schwarz und Weiß sind nun vorbei- White`s Leben ist endlich bunt!

White

Acht Jahre musste der interessante Husky-Collie Mix mit seiner Schwester Sevin in einer dunklen Scheune leben. Oder eher vor sich hinvegetieren, denn tiermedizinische Versorgung gab es nicht und es herrschten grausige hygienische Bedingungen.
Erst nach dieser langen Zeit gelang es tierlieben Menschen diese Umstände zu beenden und die Beiden kamen in die Nordlicht-Station.
Hier wurden Sie natürlich erstmal gründlich durchgecheckt und White musste sich einer recht langwierigen Ohrenbehandlung unterziehen. Der Befall von Krankheitserregern hatte zu einer regelrechten Durchlöcherung des Trommelfells geführt, die nur sehr langsam abheilte.

In der Zwischenzeit wurde natürlich langsam Kontaktarbeit aufgenommen. Denn auch wenn man am Anfang meinen konnte, White konnte und wollte einfach nicht hören: Nein, er fühlte sich einfach nicht angesprochen.
In seinem bisherigen Leben kannte er nur die Anwesenheit seiner Schwester die Geräusche außerhalb seiner Behausung waren zwar zu hören, aber nicht für ihn bestimmt. Die Beiden erfuhren keinerlei direkte Aufmerksamkeit.

Man hat diese typische Geste im Kopf, wenn jemand angesprochen wird und gar nicht damit rechnet, dass ER gemeint ist. Und sich erstmal umdreht, um zu schauen, wer denn der Glückliche ist.. Und dann ganz erstaunt mit fragendem Blick auf sich selber zeigt.

Aber nachdem unser vierbeiniger Freund verstanden hat, dass sich Rufen und Zureden tatsächlich auf IHN beziehen, hat sich seine Welt schlagartig verändert. Die Außenwelt steht mit ihm persönlich in Kontakt! „Hey, und das macht Spaß!“
Auf einmal schien er wie verwandelt und buhlte mit seinen gerade erlernten Kommandos um die Aufmerksamkeit der Besucher und des Teams, und schien von seinen Demonstrationen selbst gar nicht genug zu bekommen.
Nicht ohne Erfolg: Es gingen zunehmends Anrufe für White ein und auch der ein oder andere Interessent kam vorbei, um zu schauen ob die Chemie stimmt.

Eine Familie zeigte ebenfalls großes Interesse, konnte aufgrund des langen Anreisewegs aber nicht einfach mal vorbeischauen. Deswegen wurde geplant, vor dem anstehenden Norwegen-Urlaub die Station anzufahren.
Und sofern der Funke überspringt, wollte man White gleich mit in diesen Urlaub nehmen. Das war aber zu dem damaligen Zeitpunkt noch 3 Monate hin.
Da es eine ganze Reihe von ernsthaften Interessenten gab, malten wir der Familie nicht besonders große Chancen aus.

Mit der Zeit beeindruckte uns die Ausdauer dieser Interessenten aber immer mehr.
Denn obwohl Familie B. natürlich verstand, dass wir White die bestmögliche Chance einräumen wollten, schnellstmöglich in ein liebevolles zu Hause umziehen zu können, ließ sie nicht locker.
Pünktlich zu den Entscheidungsterminen rief sie an und erkundigte sich nach dem Ausgang.

Und als sei der Wurm drin, scheiterten diese Vermittlungen. Oftmals aus äußeren und unverschuldeten Umständen, wie einem Vermieter, der es sich in letzter in letzter Minute anders überlegte.

Inzwischen rückte der Termin mit der geplanten Anreise der Familie immer näher. Und damit auch mehr in unser Bewusstsein, sodass wir vorab einen Hausbesuch organisierten, um uns einen Eindruck von den Lebensbedingungen zu machen, die unseren Schützling dort erwarten.

Der Kommentar war sinngemäß:
In dieser Familie herrscht soviel Liebe, dass White hier wirklich eine gute Chance hat, für die grausame Zeit seines Lebens entschädigt zu werden.

White im RudelNa, besser kann so eine Beurteilung doch gar nicht ausfallen.
Einzige Hürde: Das tatsächliche Kennenlernen und vor allem die Verträglichkeit der drei Hunde untereinander. Denn White bekommt mit der Aussicht auf einen Platz in dieser Familie gleich zwei vierbeinige Kollegen.
Da Sie den Bericht in unser Spate „Glücksfelle“ lesen, können Sie sich denken, wie die Begegnung ausgefallen ist.
Mit Schirm, Stock und Hut, oder besser mit einem Wohnwagen und jeder Menge Zeit im Gepäck, kam Familie B. angerauscht und lernte ihren Favoriten kennen.
Und nach schon einem Tag mit gemeinsamen Spaziergängen, Rumtoben und Kuscheln war klar: Das ist er!

Überglücklich zog die nun erweiterte Familie erst mal in einen nahegelegenen Ort weiter, um ihre erste Nacht gemeinsam im Wohnwagen zu verbringen. Am nächsten Tag folgte noch einmal eine große Verabschiedung und dann ging es ab in den Urlaub.
Nicht nach Norwegen. Denn da keine erforderliche Tollwut-Titerbestimmung von White vorlag, hatte die Familie kurzfristig ihren Urlaub umgeplant.
Um sicherzugehen, dass White gleich mitkommen könne, falls alles passt.
Gesagt getan, und so brach Familie B. freudestrahlend nach Dänemark auf.
Mit White. Das dieser Urlaub ein hervorragender Start für alle Beteiligten war, drücken die Bilder aus und bestätigt auch White:White

Hallo Freunde!
Ich wollte mich nur mal kurz aus meinem Dänemarkurlaub melden.
Zuerst einmal möchte ich mich bei all meinen Freunden und Spendern die mich in den letzten Monaten gerettet, begleitet und gesund gepflegt haben bedanken.

Aber jetzt zu meinem neuen Leben. Vor einigen Tagen tauchte bei mir ein gemischtes Rudel auf um mich zu einem Spaziergang abzuholen. Da sowohl die Zwei- als auch die Vierbeiner ganz akzeptabel waren, dachte ich mir dass ich ihnen eigentlich eine Chance geben könnte. So stimmte ich nach der Besichtigung des Wohnmobiles einer Umsiedlung in das neue Rudel zu. Nach einer von mir heroisch erduldeten Dusche ging es los. Mit meinem neuen Rudel, bestehend aus Herrchen, Frauchen, deren Sohn, einer kniehohen Spanierin namens Ayla und einem weißen Spanier namens Scooby-Doo ging es am nächsten Morgen gleich in den Urlaub nach Dänemark.

Sonne, frische Meeresbrise und lange Spaziergänge am Sandstrand. Das Leben kann richtig schön sein! Tagsüber teile ich mir ein Bett mit „Balkon“ mit meinem neuen Kumpel Scooby-Doo, aber nachts bestehe ich auf meinem eigenen „Bett“, schließlich bin ich ja nicht irgendein dahergelaufener Streuner. Es hat zwar zwei Nächte gedauert aber jetzt bekomme ich von Frauchen abends die Dinette zum Bett umgebaut.Scooby Doo und White

Bei den Spaziergängen hat sich mein Frauchen allerdings als sehr Standhaft erwiesen, all meine Versuche Sie aus ihren Schuhen zu ziehen waren bisher erfolglos. Wie es aussieht muss ich meinem neuen Rudel noch einige Sachen beibringen aber im Großen und Ganzen scheinen sie doch ganz akzeptabel, zumindest bekomme ich genug Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten, Fressen und Schlaf. Aber sehen wir erst einmal wie es weitergeht, denn Morgen geht es auf den Rückweg und dann lerne ich mein neues Zuhause kennen. Wenn ich mich dann eingelebt habe werde ich mich mal wieder melden.
Also dann macht`s mal alle gut und bis zum nächsten Mal.

Viele Grüße aus Dänemark sendet Euch
White mit Barbara, Carlo, B.J., Ayla und Sooby-Doo

Relaxen mit Herrchen

Wir freuen uns herzlich und riesig, über diese erfolgreiche und schöne Vermittlung und wünschen der großen und erweiterten Familiy von Herzen alles Gute und viele glückliche Stunden!

White in der See

 

Sevin hat ein neues zu Hause
oder
Ende gut- alles gut

Sevin kam im dunklen und grauen November des letzten Jahres zu uns und ihr bisheriges Leben war ebenso dunkel und grau wie dieser triste Monat.
Zusammen mit ihrem Bruder White musste sie in einer Scheune leben, außer der Versorgung mit Futter gab es für die Beiden keinerlei menschliche Aufmerksamkeit oder gar Zuwendung.
Eine Tierschützerin setzte sich intensiv für die Beiden ein, so dass sie letztlich, zusammen mit einer Vielzahl von ungebetenen und unwillkommenen kleinen Fellmitbewohnern, in unserer Nordlichtstation gelandet sind.
Dort sind wir natürlich erst einmal die lange vernachlässigte medizinische Versorgung angegangen, gerade eine schlimme Ohrenentzündung hat unsere kleine, liebebedürftige vierbeinige Freundin gequält.
Aber die Behandlung war für sie alles andere als eine Qual, bekam sie doch ungeteilte Aufmerksamkeit. Dabei war es egal, ob ein eigentlich unbeliebter Besuch beim Tierarzt anstand oder man einfach selbst die Cremes in die Ohren massiert hat: Die Aufmerksamkeit gehörte Sevin und das allein macht sie schon sehr glücklich.

Obgleich der Winter ihren Öhrchen natürlich in diesem Zustand ganz schön zusetzte, eine Person hat es doch vermocht Sevin in eine kleine Schneekönigin zu verwandeln: Alice.
Alice hat sich Sevin angenommen und ist ihr in täglichen Spaziergängen eine gute Freundin und Bezugsperson geworden. Unsere liebe Helferin berichtete auch stolz von den Erfolgen, die sie mit ihrem Schützling vorzuweisen hatte.
War doch Sevin am Anfang regelrecht elektrisiert von der Vielzahl an Eindrücken und Gerüchen, der „großen-weiten-Welt“, hat sie doch mit der Zeit gelernt, sich ein wenig anständiger an der Leine zu verhalten.

Doch trotz all der Besserungen bezüglich der Lebensumstände hatte Sevin viel mit Durchfällen zu kämpfen.
Und da die liebe Alice ihre neue Freundin nicht leiden sehen wollte, hat sie für Sevin gekocht.
Was wären wir bloß ohne diese hingebungsvolle Unterstützung?

Aber trotz dieser tollen Zuwendung wünschten wir uns natürlich intensiv einen festen und vor allem liebevollen Platz für diese absolute Kuschelmaus, denn in dem Stationsalltag bleibt leider keine Zeit für die stundenlangen Streicheleinheiten, nach der es dieser Hündin so verlangte.

Und wie das manchmal so spielt: Da kam sie auch schon, Sevins neue Traum- Famile!

SevinDabei kam Familie H gar nicht unbedingt, um Sevin kennenzulernen. Aber nach dem Verlust ihres geliebten Vierbeiners waren sie fest entschlossen ihre Liebe für Hunde weiter auszuleben und Freude zu schenken und auch zu empfangen. Und wer könnte passender dafür sein, als die kleine liebebedürftige Sevin?
Das erkannte sowohl das Ehepaar als auch Sevin recht schnell und auf einmal ging alles relativ flott.
Was uns in diesem Fall ganz besonders freut, da Sevins Bruder White zwei Wochen vorher ein tolles Heim gefunden hatte und wir inständig gehofft haben, dass Sevin nicht allzu lange ohne ihn bei uns verweilen muss.

Und es scheint als wenn unsere Wünsche nicht nur erhört sondern tausendfach übertroffen worden sind: Sevin hat nun den „Himmel auf Erden“.

Doch alle Beschreibungen können nicht annähernd das vermitteln, was ein Bericht aus erster Hand vermag.
Lesen Sie selbst:

Bereits nach 2 Tagen können wir behaupten, Traumstart, wir kriegen das hin. Und ich spreche hier auch in Sevin's Namen.

Nach anfänglicher und verständlicher Nervosität auf der Reise ins Unbekannte ist unsere kleine Lady bereits im Auto merklich zur Ruhe gekommen. Ich habe während der Fahrt neben ihr gesessen und sie mit reichlich Streicheleinheiten verwöhnt. Strafend angesehen wurde ich nur, wenn ich mich erdreistete, den Ermüdungserscheinungen meines Handgelenkes nachzugeben und die Massagetätigkeiten auch nur kurzfristigst einzustellen.Sevin

Nach dem Eintreffen in ihrem neuen Zuhause und einer grundlegenden Inspektion aller Räume hatte das neue Herrchen dann gänzlich verloren. Wir sind durch sämtliche Räume gewandert, gewuselt trifft es eigentlich besser, und Madam hat alles zu ihrer Zufriedenheit beurteilt. Als dann unsere Betten an der Reihe waren, entpuppte sich Frauchen's Bett als nicht wirklich interessant. Der Blick auf das meine sagte förmlich: "Aha, hier pennt also der Masseur." Und dann wurde gewälzt, getobt, gesprungen und gewedelt. Ich habe mich im Geiste bereits im Garten nächtigen sehen, die Schleppleine, die wir unterwegs noch schnell gekauft hatten, wollte ich schon an meiner Jeans befestigen. Mein Bett war ich also schon mal los.

Danach ging es auf einen ausgedehnten Spaziergang in der neuen Umgebung. Die kleine Maus war richtig lauffreudig und neugierig, hat aber trotz aller Begeisterung für Wald, Wiese und Feld beim Rufen sofort kehrt gemacht und kam und uns freudig entgegen. Die 8 Meter der Leine hat Sevin den gesamten Weg vollends ausgenutzt.

Anschließend musste Herrchen die zweite Niederlage des Abends einstecken. Frauchen hatte ihre Trumpfkarte ausgespielt. Es gab frisch gekochtes Hähnchen mit Reis und Möhren. Der Blick unseres kleinen Wonneproppens sagte unmissverständlich: "Du kriegst das Bett und ich das Futter." Somit war zumindest meine Nacht gesichert. Und auch da hat sich Sevin traumhaft verhalten. Sie hat ihr "Bettchen" mit der ihr eigenen Souveränität angenommen, es war einfach köstlich zuzusehen, wie sie sich genüsslich auf die weiche Decke plumpsen ließ und uns mit ihrem Blick bedeutete: "Hier bin ich, verwöhnt mich!!!!"Sevin

Der Samstag startete mit einem ausgedehnten Morgenspaziergang, nachdem Sevin um 06.30 Uhr entschieden hatte, ich geh mal in die Betten und mach die beiden munter. Wir haben unterwegs viele bekannte Hundbesitzer getroffen und sehr schnell feststellen können, dass Sevin problemlos alle Hunde begrüßte und zum Spielen ermunterte. Bis auf einen Labrador-Herren, der wohl etwas forsch bei der Vorstellung war und sich daraufhin von Sevin zur Ordnung gerufen sah. Sie hat ihm kurz gesagt, wie man sich einer Dame gegenüber zu verhalten hat und ihm blieb nichts anderes übrig, als klein beizugeben. Woher kommt mir das nur so bekannt vor? Aber selbst Schuld, ich habe ja sehenden Auges der weiblichen Verstärkung für meine Frau zugestimmt.

Dann sind wir mit unserer kleinen Maus schoppen gegangen. Ein flottes Halsband, ein passendes Geschirr und die lecker gefüllten Wannen im Laden inspizieren. Aber auch hier vorbildlich, schnuppern ja, naschen nein. Und nun konnte Herrchen endlich punkten. Getrocknete Straussensehnen - guckt ihr den Krimi, ich habe zu tun.

Der Rest des Wochenendes war Spielen, Laufen und Schmusen. Im Garten wurde ebenfalls alles einer genauesten Prüfung unterzogen, danach aber die 15 Meter der Schleppleine kaum ausgenutzt. Sevin lag genüsslich im Gras, blieb aber immer in unserer Nähe. Ab und an ging sie ins Haus auf ihr Bettchen, um dann nach einiger Zeit wieder im Garten aufzutauchen, wohlwollend festzustellen, dass die beiden Menschen noch artig auf der Terrasse sitzen.Sevin

Auch den "Umzug" nach Braunschweig hat die Lütte mit Bravour gemeistert und im Betrieb meiner Frau die Angestellten im Handstreich für sich eingenommen. Ich konnte den Beschreibungen meiner Frau entnehmen, dass sie bestenfalls noch Prokura hat, der "Chefposten" ist jetzt wohl neu besetzt. Außerdem fährt unser Wonneproppen - für mich nicht ganz nachvollziehbar - gern mit meiner Frau im Auto.

Ich hätte mich kürzer fassen können, alle 3 glücklich und zufrieden, das beschreibt es exakt. Ich hoffe, ich konnte mit meinem kleinen Bericht ein wenig von unserer Freude über dieses liebenswerte Wesen wiedergeben. Ein paar Fotos schicke ich Ihnen mit. Es sind noch nicht so viele, ich musste ja wählen zwischen Schmusen und fotografieren. Wofür ich mich entschieden habe dürfte klar sein.

Die nächste Reportage folgt unaufgefordert - wenn ich ausgeschmust habe.

Ihnen und Ihren Helfern ganz liebe Grüße und nochmals unsere Hochachtung für Ihre Bemühungen um diese wundervollen Geschöpfe.

Und wir danken der lieben Familie H für ihre Bemühungen und ihre Zuwendung für Sevin, es ist wirklich schön, sie so gut aufgehoben zu wissen!
Ihr Nordlicht-Team

 


 

Fynn
Aus der Station in die Nachbarschaft, eine kurze aber sehr schöne Vermittlungsgeschichte

Fynn

Dass der bezaubernde Fynn nicht allzu lange bei uns bleiben muss, haben wir natürlich sehr gehofft. Das die Vermittlung dann aber so schnell geht, ist doch etwas ungewöhnlich.Fynn

Als die Familie, oder zumindest ein kleiner Teil davon, das erste Mal in die Station gekommen ist, haben wir kaum Zeit gehabt: Wir waren gerade mitten in der morgendlichen Arbeit vertieft.

Es brauchte aber auch nicht viel Zeit.
Egal was man persönlich von Liebe auf den ersten Blick meinen möchte- es gibt sie!
Man kann sie anders beschreiben und von Seelenverwandtschaft reden oder einfach nur sagen: Die haben sich gesucht und gefunden.

So war es auch schon bei der ersten Begegnung mit Fynn und seinem neuen Rudelchef.

Am nächsten Tag kam die ganze Familie und schon in dem Gehege mochte man meinen, wir sind keine Vermittlungsstation sondern eine Pflegestelle, die den Hund nur während einer kurzen Abwesenheit dieser Familie versorgt hat.

So hat man diese Zweibeiner mit ihrem neuen vierbeinigen Freund schon ungläubig lächelnd auf ihren Probe-Spaziergang ziehen lassen.

Und für all diejenigen, die noch einen Funke Zweifel in sich hatten: Als sie wieder anrückten, war es EINE Familie. Fynn gehörte so sicher dazu, wie das Amen in der Kirche.Fynn

Und sie kamen dementsprechend auch gar nicht auf den Gedanken, ihren Fynn wieder in dem Gehege zurückzulassen.

So sind haben wir die gewachsene und höchst glückliche Familie nach Hause begleitet, um uns das neue Heim von Fynn anzuschauen und in Ruhe alles Organisatorische abzuklären.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an unsere lieben Helfer Dirk und Andrea, die diese Spontaneität durch ihren Einsatz möglich gemacht haben.

Und so plötzlich diese erfreuliche Vermittlung abgelaufen ist: Wir können uns freuen, Fynn immer mal wieder über den Weg zu laufen: er ist nämlich in die direkte Nachbarschaft gezogen.
Wunderbar!
Wir freuen uns über diese glückliche Zusammenführung und wünschen der gewachsenen Familie von Herzen alles Gute und viele schöne Stunden zusammen.

Das freudig überrumpelte Nordlicht-Team

Fynn


 

Aykon – das Warten hat sich gelohnt

Aykon

Rund zwei Jahre musste Aykon, der hünenhafte Malamute-Collie-Mix, in unserer Schwarzwälder Auffangstation warten, bis er endlich das große Los zog. Im Vorfeld hatten pessimistische Stimmen schon gemutmaßt, dass er bis ans Lebensende hinter Gittern hocken würde, doch seine Gassigänger waren sicher, dass ein so liebenswerter Hund nicht ewig „unentdeckt“ bleiben würde. – Blieb er auch nicht.Aykon

Bereits im Januar 2010 nahmen Aykons spätere Besitzer Kontakt mit der NfP auf und besuchten ihren Favoriten in der Schwarzwälder Auffangstation. Am liebsten hätten sie ihn direkt eingepackt und mitgenommen, aber die damalige Wohnsituation und natürlich unsere Formalitäten ließen das nicht zu. Fortan begaben die Interessenten sich intensiv, aber lange Zeit erfolglos auf Wohnungssuche. Nebenher machten sie sich regelmäßig auf zur rund 1-stündigen Fahrt in die Station, um dort mit Aykon Gassi zu gehen.

Bald schon erkannte Aykon das Auto bereits beim Herfahren und sprang vor lauter Vorfreude wie ein Wilder im Gehege herum. Er genoss es absolut, Abwechslung zu bekommen und im Mittelpunkt zu stehen – von den Spaziergängen samt Wildspuren mal ganz zu schweigen.

Nach deprimierenden Monaten der Wohnungssuche kam dann endlich die Erlösung: Ein Haus mit Gartenanteil, wo der 11-jährige Aykon mit seinen rund 40 kg Körpergewicht einen ebenerdigen Ausgang hat. Bis zum Umzug dauerte es aber noch eine Weile und nicht nur die Interessenten fieberten dem Termin entgegen, sondern auch alle anderen, denen Aykon ans Herz gewachsen war und die ihm aufrichtig gönnten, endlich ein liebevolles Zuhause zu bekommen.

Mitte August war es dann so weit und die Vermittlerin konnte Aykon direkt in sein neues Heim bringen, wo Vier- und Zweibeiner herzlich empfangen wurden. Man verstand sich gut und hatte viel Spaß an diesem Nachmittag. Hier würde es dem riesigen Rüden mit Sicherheit an nichts fehlen! Durch die Auflösung mehrerer Wohnungen war sogar noch einiges „übrig“, das jetzt speziell für Aykon benutzt wird – die eigene Waschmaschine dürfte Aykon wohl eher egal sein, aber sein Kühlschrank ist natürlich eine Wucht.Aykon

Die allerersten Eindrücke im neuen Heim sind hier zusammengefasst.

Nach wenigen Tagen folgte dann eine vom frischgebackenen Herrchen so begeisterte Rückmeldung, dass wir sie Ihnen nicht vorenthalten wollen. Vorauszuschicken ist, dass sich nur ein Mensch mit über 1,90 m Körpergröße erlauben kann, von Aykon als „dem Kleinen“ zu sprechen...:

Hallo,

sorry das ich mich erst so spät melde. Liegt aber nicht an Aykon, sondern an der Telekom – unser Internet funktioniert noch nicht.

Also mal vorab ein kurzer Lagebericht.
Der Kleine ist ein absoluter Traum.
Nachdem am Freitag ein bisschen Ruhe eingekehrt ist und ich mit ihm alleine war, hat er sich auch langsam beruhigt und sich auf seinen Platz gelegt.

Abends bin ich mit der Nachbarin und den beiden Hunden noch eine Runde gegangen, damit sie sich aneinander gewöhnen, hat ihn aber auch nicht sonderlich interessiert.

AykonMit der Stuhlbesetzung hat er abends dann auch angefangen, einen alleine aber für zu unbequem befunden. Abends sind wir dann beide eingeschlafen und wurden erst wieder durch Frauchen geweckt.

Nach der letzten Gassirunde und dem Schlafengehen dann die spannende Frage: was macht er die Nacht über? – Die Antwort: Er schläft und ist der Meinung, dass man um 6.30 Uhr noch nicht aufsteht.

Ein Bellen seit Freitag war alles, was man von ihm gehört hat, die anderen Hunde rundherum straft er mit Missachtung.

Samstag haben wir ihn dann auch mal alleine gelassen, was er aber auch ohne Blödsinn zu machen akzeptiert hat.

Sonntag habe ich dann die Teppiche auf die Stufen geklebt. Nach anfänglichem Zögern ist er dann auch in den Keller, hat alles inspiziert und das Reisebett für sehr gut zum Hinlegen und Schmusen befunden.
Alleine bleiben will er aber unten nicht.

Und seit gestern Abend hat er beschlossen, mit uns im Schlafzimmer zu schlafen. Von ganz alleine ist er hoch gekommen, hat sich alles angeschaut und – nachdem er mit den Vorderpfoten auf dem Bett war – auch eingesehen, dass das Bett für 3 zu klein ist und hat sich dann vor das Bett gelegt und ich hab ihm dann auch sein "Bett" hoch geholt.Aykon

Er ist aber der gleiche Morgenmuffel wie ich: Frauchen rennt durch die Gegend und wir bleiben liegen und müssen rausgeholt werden.

Auch wenn er mich beim Gassi gehen mit einer Schmuseeinlage blamiert hat, als er sich ins Gras geworfen hat und alle Viere von sich gestreckt hat und die anderen sich köstlich darüber amüsiert haben und er mir meinen Joghurt streitig macht (zum Glück hat er ja einen eigenen Kühlschrank) – ich kann mich nur wiederholen...

Aykon ist ein absoluter Traum und scheint sich gut eingelebt zu haben und wohl zu fühlen.

Den bekommt ihr nicht mehr zurück, basta.

Na, da sind wir uns ja absolut einig: Aykon soll gar nicht mehr zurück. Er hat sein Glück gefunden und wir wünschen ihm und seinen Menschen, dass sie noch viele schöne gemeinsame Jahre miteinander erleben. Schließlich haben alle lange genug darauf gewartet. – Danke für das uneingeschränkte JA zu unserem Großen/Kleinen, er könnte es nirgendwo besser haben!

Aykon


 

Lise, das Glückskind

LiseDen besten Start ins Leben hatte die mutmaßliche Husky-Mix-Hündin Lise nicht erwischt, aber einige glückliche Umstände haben dazu geführt, dass ihr Schicksal trotzdem in gute Bahnen gelenkt wurde. Gefunden wurde Lise gemeinsam mit ihrer Schwester Lotte in Spanien. Damals waren die beiden etwa drei Wochen alt und es gab keine Mutter mehr, die sich um die Welpen hätte kümmern können. In einer privaten Pflegestelle wurden die Geschwister dann von Hand aufgezogen und verbrachten unbeschwerte Wochen dort. Weil sie aber nicht auf Dauer bleiben konnten, wandte sich die Pflegemama hilfesuchend an uns, da eine Vermittlung in Spanien meist wenig aussichtsreich ist.

Lise

LiseAls Lise und Lotte ausreisefertig waren, durften sie nach Deutschland kommen, wo sie bei einem Mitglied abermals zur Betreuung im häuslichen Bereich einziehen konnten. Wieder vergingen etliche Wochen und die niedlichen Hundebabys wurden zusehends größer und agiler. Besonders Lise forderte viel Aufmerksamkeit und brachte in das bereits vorhandene Hunderudel eine gewisse Unruhe hinein.

Langsam, aber sicher wurde es Zeit, dass Lise ein richtiges Zuhause fand – bei Menschen, die genug Zeit für ihre Erziehung haben. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Auffangstation, den Lise wohl als Abenteuerurlaub empfand, weil sie die anderen Hunde dort so wunderbar um ihre Ruhe bringen konnte, war Lise das Glück abermals hold. Eine nette Familie hatte wenige Wochen zuvor den Verlust der geliebten Familienhündin verkraften müssen und war nun bereit für eine neue Gefährtin. Auf den Fotos hatte Lise spontan ihr Herz erobert.

Ein Besuch in der Station einschließlich gemeinsamem Spaziergang machte das Gefühl dann zur Gewissheit: Lise sollte es sein! Doch zuvor musste noch das Reiseprofil erstellt werden. Voller Ungeduld warteten alle Beteiligten auf das Ergebnis und da Lise ja ein Glückskind ist, lag der Befund schon wenige Tage später vor und wies keinerlei absonderliche Werte auf. Juhu, die halbjährige Lise durfte als gesunder Hund die Station verlassen.Lise

Im neuen Zuhause war bereits alles vorbereitet: Futter, Körbchen, Spielzeug und Kauknochen. Da ließ sich die junge, inzwischen in „Lisa“ umbenannte Hündin natürlich nicht lange bitten. Erst mal wurde der Napf geleert und während die Zweibeiner sich mit dem langweiligen Papierkram beschäftigen mussten, machte sich Lisa begeistert über ihren großen Kauknochen her. Das weiche Hundebett wurde auch gleich ausprobiert und gemeinsam mit Herrchen lag Lisa Probe und genoss die Streicheleinheiten.

Als Spielzeug lag ein Plüsch-Wildschwein bereit. Lisa schnappte es sich und kaute etwas daran herum, ging dann aber rasch dazu über, das Stofftier mit den Pfoten zu bearbeiten und den eher von Katzen bekannten Milchtritt zu demonstrieren. - Ja, hier fühlte Lisa sich wohl und die Vermittlerin konnte sie ganz beruhigt der Obhut der neuen Besitzer überlassen.

Die ersten Rückmeldungen sind begeistert. Lisa erweist sich als äußerst intelligente Hündin, die auf Anhieb ihre Zweibeiner nicht nur akzeptiert hat, sondern sehr an ihnen hängt. Sie bemüht sich, alles richtig zu machen und es sieht ganz so aus, als würde ihr das auch gelingen.

LiseWir sind sehr froh, dass Lisa solch ein super Zuhause gefunden hat und dass sie trotz ihrer verschiedenrassigen Vorfahren nicht lange darauf warten musste. Leider tun sich ja Mischlinge häufig schwer in der Vermittlung. Trotzdem haben wir uns gescheut, einen Welpen ins Netz zu stellen und waren froh, auf diesem Wege ein neues Zuhause gefunden zu haben. Lisa ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass die Vorbehalte vieler Interessenten total unbegründet sind, denn schließlich geht es um den Charakter des künftigen Familienmitgliedes und nicht um irgendwelche Ahnentafeln. Lisas neue Besitzer haben das erkannt und so hat die Hündin zwar keine Abstammungsurkunde zu bieten, aber dafür ein ganzes Herz voll Liebe. Und diese bekommt sie genauso zurück. So kann die Zukunft ja nur noch rosig werden – wie es sich eben für ein Glückskind gehört.