Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden

Sie sind nicht unbedingt der Schreiber von Mehrzeilern fürs Journal für Nordische Hunde? Würden aber dennoch gerne mal ein paar Worte über den an Sie vermittelten Hund verlieren und ein, zwei Fotos seiner Entwicklung zeigen? Oder Sie haben DEN Schnappschuss gemacht?
Hier haben Sie Platz dafür! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an gluecksfell@polarhunde-nothilfe.com

 

 

Naro – ein langer Weg zum Glücklichsein...Vom Wildling zum Traumhund

Naro stammt aus dem im Februar 2008 von bayerischen Tierschützern übernommenen scheuen Eurasier-Rudel. Als die NfP 18 dieser Hunde in der Station Süd einquartiert hatte, wurde schnell klar, dass die Tiere so nicht händelbar sind. Ständig waren sie auf der Flucht vor allem und jedem, ständig hingen sie wie eine Traube in einer Ecke. Normalerweise ist hier schnelles Handeln angesagt, was einzig und alleine durch Trennung bewerkstelligt werden könnte. Es war jedoch davon auszugehen, dass wir keine 18 Pflegestellen auftreiben könnten, weshalb entschieden wurde, erst einmal die Hälfte ins „Nordlicht“ zu verfrachten. Hier bestand die Aussicht, wenigstens für die älteste Hündin (anfangs ging man davon aus, dass Naro eine Nari hätte sein sollen) eine Pflegestelle zu haben, was sich jedoch aufgrund des „falschen“ Geschlechts zerschlagen hat.
Letztendlich konnten jedoch alle Eurasier vermittelt werden, nur für Naro war es aufgrund seines besonders starken Charakters sehr schwer, die geeignete Stelle zu finden. So ging anfangs seine Pflegestelle davon aus, dass er wohl länger in Pension bleibt. Aber erfreulicherweise geschehen immer noch Wunder.
Lesen Sie hier – Naro hat uns Post geschickt:Naro

Gestatten – Naro

Wer meine Geschichte kennt, wundert sich womöglich über meine gepflegten Manieren. Es ist doch aber so, dass alle meine felligen Kollegen Manieren haben. Nur, ob wir die zeigen, liegt immer an euch Menschen. Wenn ihr uns richtig behandelt, haben wir welche, wenn nicht, dann eben nicht.
Ich hatte, ich muss es leider gestehen, keine. Überhaupt keine. Ganz im Gegenteil, ich wollte von euch Zweibeinern absolut nichts wissen. Denn ihr hattet euch in meinem bisherigen kurzen Leben nicht so verhalten, dass ihr euch Manieren, gar Respekt, von meiner Seite aus verdient hättet. Obwohl der größte Teil meiner Hundefamilie, mit dem ich bei euch ankam, schon extrem scheu war, legte ich noch eine Schippe obendrauf und spezialisierte mich darauf, euch gänzlich zu ignorieren. Denn mehr hattet ihr „Menschen“ nicht verdient, fand ich.
Dass ich euch durch meine linientreue Verweigerungshaltung besonders auffiel, hatte ich jedoch nicht bedacht. Ich schoss quasi ein klassisches Eigentor. Das hab ich aber damals nicht so ganz kapiert.
Wir, d.h. ein Teil der Hunde, bezogen also Quartier in der Station „Nordlicht“, wo man sich daran machte, die einzelnen Charaktere unserer Gruppe erst mal zu sondieren. Erkannt habe ich das damals durchaus – aber euch irgendwie entgegenzukommen, das fiel mir im Traum nicht ein. Scheu waren wir alle, ängstlich, nicht sozialisiert, auf ein Leben mit euch Menschen nicht eingestellt. Und ich persönlich hatte auch überhaupt keinen Bock, das zu ändern. Meine Ruhe wollte ich, sonst nichts. Aber wieder zeigte es sich, Menschen sind nicht dazu in der Lage, auf meine Wünsche einzugehen. Ganz im Gegenteil. Je deutlicher ich euch mein Hinterteil präsentierte, das ist doch eine Sprache, die auch ihr Menschen verstehen müsstet, desto bemühter wart ihr, mich anzunerven. Mit Leckerli habt ihr es probiert, mit Futterpaste, mit allem Möglichen. Ha, als ob ich, Naro, meine Überzeugung für solchen Firlefanz aufgeben würde. Ich fühlte mich unverstanden, meinen stolzen unabhängigen Charakter mit Füßen getreten.Naro
Ganz still und leise dachte ich bei mir: macht nur weiter so. Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat. Wenn es nach mir geht, hockt ihr noch in 2 Jahren mit euren Lockhappen vor mir, völlig umsonst.
Irgendwie müssen die das dann auch spitzgekriegt haben, dass man auf diese Weise bei mir keinen Blumenpott gewinnen kann. Und so kam es, dass ich auf eine Pflegestelle wechselte.
Die aber verstanden mich auch nicht. Weil ich beim Training immer die Leine zerbiss, zogen sie mir einen Maulkorb auf. Igitt-igitt.
Sie verstanden auch nicht, dass meine geistige Abwehr nicht das Geringste damit zu tun hat, dass hinter meinem scheinbar umfassenden Rückzug trotzdem ein wacher Geist steckte, der jede Möglichkeit zur Flucht, zur Freiheit, nutzen würde. Und genau das geschah. Sie waren unachtsam, und ich nutzte meine Chance. Raus. Weg. Keine Menschen mehr. Ich fand es gut, wenn auch später meine neuen Eltern darüber redeten, dass ich doch ein dummer kleiner Hund bin, der wohl glaubte, da draußen alleine überleben zu können. Ja, das glaubte ich tatsächlich. Dass Glauben und Können 2 Paar Stiefel sind, wurde mir bewusst, als der Hunger an mir zu nagen begann. Und er nagte gehörig. Wie ich später mitbekam, haben die Leute aus der Station Süd Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, auch eine ganze Ämterodyssee auf sich genommen, Genehmigung zur Betäubung per Gewehr etc., und es wurde begonnen, mich anzufüttern, um mir mein Leben zu retten.
Wenn ich auch zuvor prinzipiell Leckerli verweigerte – jetzt hatte ich echten Kohldampf. Und so kam ich jeden Abend pünktlich zur Anfütterung – wo man mich schlussendlich nach 15 Wochen dingfest machte. Beherzt hatte das damalige Pflegefrauchen mitgeholfen.Ronja und Naro

Die Menschen mochten nun kein Risiko mehr mit mir eingehen, und ich zog wieder in Süd ein. Großer Gott, dachte ich, schon wieder Menschen. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Station Süd wurde ich auch noch umquartiert in irgendwelche privaten Räumlichkeiten. Auch dort gab es Hunde, die den Menschen hinterher hecheln. Nein, das wollte ich nicht. Nicht ich, nicht Naro. Geht doch weg, alle.
Und wieder versuchte ich es auf die altbewährte Weise. Alle waren Luft für mich, wenn mir einer zu nahe kam, wurde ich pampig. Gefressen habe ich nur nachts, das Verdaute hinterlassen, wo ich ging oder stand, auch wenn es mir manchmal selbst fast zu viel wurde. Hier aber haben die mich einfach ignoriert. Statt um meine Gunst zu buhlen, wurde ich angesprochen, aus dem Schlafzimmer geholt, das mein Rückzugsgebiet war, um den übrigen Hunden einen angemessenen Freiraum zu lassen, angeleint, zur Haustür gezogen, und raus. Fertig. Ich hab zwar anfangs alle Pfoten in den Boden gestemmt – aber es half nichts.
Die gaben mir gar keine Chance mehr, mein Repertoire abzuspulen. Anleinen, raus, laufen. In den ersten Tagen hatte ich dazu noch diesen blöden Plastikkragen auf, weil die mich zu allem Überfluss kastriert hatten, so dass ich nicht mal schnappen konnte, weil ich die Anlein-Hand gar nicht kommen sah.
Laufen wollte ich ja, nur eben, wann, wie und wo ICH wollte. Nicht, wie es denen einfiel.
Aber, wie gesagt, die haben mich einfach überfahren. Zu meiner Ehrenrettung muss gesagt sein, ich war nicht NUR stur. Ich hatte auch Angst. Einige Male hat sich das beim Verlassen des Hauses in Gestalt von „unsauber sein“ gezeigt, man konnte meine Spur von der Wohnung oben bis unten vors Haus verfolgen. Davon wurde aber in meiner Gegenwart keinerlei Notiz genommen, sie waren auch gar nicht grob zu mir, nur eben „konsequent“, was immer das auch ist. Nach wenigen Tagen fand ich es gar nicht mehr so schlimm. Es war auch immer der gleiche Ablauf, mir geschah nichts, und ich gewöhnte mich langsam dran.
Wollten die nach links, ich nicht, haben sie es ausgesessen. Die. Dabei war das doch bisher mein Part. Verkehrte Welt. Es hat die auch gar nicht gejuckt, wenn der Mann hinter meiner Leine ne halbe Stunde an einer Kreuzung hockte. Der andere Mensch ist samt Hunden einfach weitergegangen, das hat mich sowieso nicht interessiert – und irgendwann fand ich das blöde Rumsitzen mit dem Mann ziemlich öde. Ich fing sogar an mich zu freuen, wenn endlich das Auto in Sicht kam, der Rest der Gruppe hatte sich dann schon ins Innere verkrümelt. Irgendwann fing ich sogar an, fast schämte ich mich dafür, begeistert ins Auto zu hopsen. Denn eigentlich fand ich rausgehen und laufen ganz gut, und die Menschen ganz nett irgendwie.Sheela und Naro
So hätte es für mich bleiben können, ich hatte meine Sicherheit – aber es blieb nicht so. Wieder zog ich um. Ich „wäre jetzt soweit“ auf ging’s, zu neuen Menschen, und zu Sheela.

Tja, Sheela. Die war auch aus meinem Rudel. Aber sie war anders. Weniger bockig, zugänglicher, sagten die Menschen. Und ja auch schon länger da. Ich fand ja, Stolz ist das einzige, was einem bleibt. Doch Sheela zeigte mir, dass das Unsinn ist, sofern einem der Stolz im Wege steht.
Ein paar Tage habe ich darüber nachgedacht und die neuen Leute und ihren Umgang mit Sheela beobachtet. Und dann, eines Tages, sagte ich mir, Naro, Junge, was hast du davon, hier in der Ecke zu hocken und alles zu verpassen? Darum habe ich versucht, Schritt für Schritt nach vorn zu gehen. Alle ließen mir genug Raum, und Sheela überließ mir sogar ihr Bett. Okay, okay, ich hab mich einfach reingelegt, ich geb’s ja zu. Aber sie hat mich nicht rausgeworfen, nur mal versucht, ob sie auch noch mit rein passt.

Die neuen Menschen sprachen viel von Sheelas Entwicklung bei ihnen, auch viel von einer Zeit mit einem dickköpfigen, auch wenig sozialisierten, weiblichen Chow-Chow, der sie vieles gelehrt hat.
Ich hörte still zu, linste zu Sheela rüber, die lustig zurückblinzelte, und beschloss endlich, mein wahres Ich zu zeigen. Meine Manieren. Weil man mich hier verstand. Keinem von uns wurden Extrawürste gebraten, keinem begegnete man mit „ach der arme verstörte Hund“. Im Gegenteil. Wir wurden ganz einfach, so wie nebenbei, in den Alltag integriert (der natürlich schon auf uns abgestimmt war, aber das wussten wir ja nicht) und die behandelten vor allem mich nicht wie einen verhaltensauffällig Zurückgebliebenen, sondern eben einfach wie einen Hund. Denn das war ich. Naro. Ein Hund. Stolz, unbeugsam, mit einem starken Willen.
Manieren hieß, mit Sheela spielen. In ihrem Schlepptau mich den Menschen nähern. Kontakt zulassen, auf sie achten, zurückweichen statt schnappen. All so was eben.

NaroIch hatte aber auch Rückfälle. Mir war eben danach, noch mal den alten Naro rauszukehren. Einmal verbot ich einem der neuen Menschen tatsächlich, einen Raum zu verlassen. Fast schockiert war ich, als der dann eine große Tasche als Puffer hernahm und mich beherzt beiseite drückte. Schockiert, aber auch ein wenig stolz. Denn die stellten sich tatsächlich gar nicht ungeschickt an, diese Menschen. Und sie waren immer fair, immer einschätzbar, was ich ihnen hoch anrechne.
Etwa 6 Monate später besuchten wir gemeinsam die Pflegestelle von Süd, die ich sofort wieder erkannte, aber mit gemischten Gefühlen. Bei Menschen weiß man ja nie. Nicht, dass ich jetzt wieder dableiben sollte. Auf keine Fall. Die haben sich zwar gut um mich gekümmert, damals, aber jetzt habe ich eine eigene Familie, die ich nicht mehr aufgebe. Und so schlich ich mit hängender Rute durch die Wohnung, scharf darauf achtend, dass keiner meiner Leute ohne mich das Weite suchte.

Die Menschen redeten über die Eurasiertreffen, und wie wir Hunde uns so machten. Mich beobachteten sie sehr genau aus dem Augenwinkel, glaubt nicht, ich hätte das nicht bemerkt, und so hielt ich mich immer hinter Sheela und versuchte, möglichst nicht vorhanden zu sein. Als schwarzer Hund ist das gerade in dunklen Ecken recht einfach, und ich griff auch in der ersten Zeit zuhause gerne darauf zurück.

Als ich gar nicht mehr so recht wusste, wie ich mich in Rauch auflösen konnte, schlich ich sogar ins Schlafzimmer auf meinen ehemaligen Platz, den ich früher schon immer aufgesucht hatte, wenn ich mich vor der Welt verstecken wollte. Daran könnt ihr erkennen, wie wenig sicher ich mir noch war.Naro
All das aber war längst vergessen, als ich mit meiner Familie dieses Frühjahr, im April, den 2. Besuch in der Pflegestelle Süd machte. Deutlich hörte und roch ich die Freude darüber, wie ich mich nun verhielt. Nichts mehr mit Schlafzimmerecke, nichts mehr mit hinter Sheela verstecken. Ich, Naro, stand meinen Mann ganz alleine. Meine prächtige schwarze Statur stolz präsentierend inspizierte ich die Wohnung, die Terrasse – wo ich auch gleich selbstbewusst meine Visitenkarte hinterließ. Und ich ließ es mir auch nicht nehmen, den Rundgang bis in den Keller zu vervollständigen. Alles mit frei über dem Rücken drapierter Rute.
Wenn Sheela gestreichelt wurde, war ich als schwarzer Schatten zwar dicht bei ihr, aber nicht mehr, um mich unsichtbar zu machen. Allerdings, wenn eine Hand mich berührte statt Sheela, dann war das keine Absicht von mir, sondern reiner Zufall aufgrund der Nähe. Damit das klar ist.
Beim gemeinsamen Gassigehen dann zeigte ich den Südlern, wie prima auch das inzwischen geht, wie harmonisch und liebevoll wir alle miteinander umgehen. Wie wir Hunde entspannt als Team durchs Gras flitzen, toben, gemeinsam unsere Nasen in interessante Löcher stecken. Und auch, wie wir an diesen Seilen, die scheinbar „Schleppleinen“ heißen, zwar ordentlich vorauslaufen, aber auf den Ruf unserer Menschen anhalten und auf sie warten. Denn, das ist doch klar, beide wissen wir, dass wir diese Menschen nicht mehr verlieren wollen. Bei ihnen durften und dürfen wir Hund sein. Bei ihnen fühlen wir uns sicher und verstanden. Nicht jedem Hund ist das vergönnt, ich weiß das wohl, und schätze es darum umso mehr.Naro
Ich fand, die Menschen, die sich so intensiv um mich gekümmert hatten, haben das verdient nach all der Mühe, die sie mit mir hatten. Und ehrlich, warum soll man nicht freudig zeigen, was man sich erarbeitet hat  – das hab ich nämlich von Sheela gelernt.

Nun aber sage ich für heute Adieu und habe die Ehre. Manierlich und formvollendet. Denn, ich wiederhole es gerne, wir alle haben Manieren, die wir den Menschen, die uns verstehen, auch zeigen, die uns mit Liebe, Geduld und Fairness begegnen. Denn das ist es, was wir Scheuen gebraucht haben, um in ein neues und anderes, behütetes Leben, einzutauchen.
All die anderen Menschen haben es schlicht nicht verdient. Denkt daran, wenn auch euch mal ein Hund begegnet, der scheinbar keine Manieren hat.

Gehabt euch wohl
Euer Naro

 

 

 


 

Björn – auch ein steiniger Weg führt ans Ziel

BjörnVielleicht erinnert sich jemand an Björn, den ängstlichen und zurückhaltenden Sib.Husky, der im Juli 2007 bei uns in der Auffangstation Süd, zusammen mit einer Hündin Einzug hielt. Immer wieder wurde er übersehen, weil er kein Drängler war, er hielt sich meist im Hintergrund auf. Er hatte wenig Chancen, die richtigen Menschen zu finden und musste bis Anfang November 2007 warten, bis er eigentlich unfreiwillig „entdeckt“ und in ein neues Zuhause nach NRW mitgenommen wurde. Doch auch in der neuen Heimat machten ihm viele Dinge Angst und so richtig konnte er sich nie fallen lassen.
Nun kam, nach 2 Jahren harter Arbeit mit dem hübschen Rüden eine Mitteilung, die uns sehr berührt und auch gefreut hat. Und wie lange es dauern kann, bis mancher Vierbeiner nicht mehr die Flügel hängen lässt, das sagen die nachstehenden Zeilen aus.

Das Leben aus der Sicht einer ehemals geschundenen Hundeseele mit Namen „Björn“

Ich bin meines Zeichens ein Siberian Husky. Mein Name ist Björn und ich bin heute fast 12 Jahre alt.
Seit meinem 8ten Lebensjahr änderte sich für mich alles, was ich bisher kannte. Das war bis dahin nicht viel und vor allem es war nicht schön.
Mein heutiges Frauchen Marion und Herrchen Freddy tauchten am 9.11. 2007 in der Nothilfe für Polarhunde auf. Dort hatte ich schon seit geraumer Zeit meine Zelte aufgeschlagen. Die beiden hatten mich eigentlich gar nicht im Sinn, denn sie waren wegen einem ganz anderen Hund gekommen.
Nachdem sie überredet wurden, mir ein wenig Zeit zu schenken, wurden sie mit mir ins Gehege gepackt. Es war kein gelungener Start für uns,
denn ich bin immer vor den beiden geflüchtet, obwohl ich doch auch versucht habe, Kontakt zu bekommen. Die beiden waren wegen der ganzen Situation nicht sehr amüsiert. Wir konnten miteinander nicht wirklich was anfangen und waren doch dicht beieinander.
Mein damaliger Pfleger Peter sagte den beiden dann, dass ich nur etwas scheu wäre, was sich aber schnell legen würde.
Also: lange Rede kurzer Sinn, sie haben sich dann trotzdem dazu entschlossen mich mitzunehmen.

Ab jetzt begann ein neues Leben, aber es sollte für keinen von uns einfach werden.

Björns Hobby - buddelnWie sich herausstellte war ich nicht scheu, sondern regelrecht panisch. Ja, ich habe mich selbst in die Situationen reingesteigert. Alles war schlimm, die Menschen, der Verkehr, die anderen Fellnasen, die Dunkelheit ......... Die Liste war endlos.
Marion und Freddy haben an mir fast 1 Jahr mit Geduld und Spucke, mit Liebe und Leckerchen gearbeitet. Aber es ging immer meist nur 1 Schritt vor und 3 wieder zurück.
Meine beiden Zweibeiner waren mit ihrem Latein und den Nerven fast am Ende. Sie waren soweit, mich wieder zurückzugeben. Auch haben sie dann erfahren, dass mir das dann zum X-ten Male passieren würde.

Während eines weiteren TA-Besuches erfuhren meine beiden Zweibeiner, dass ich keinesfalls wieder ins Tierheim zurückgehen könne, da ich damit das letzte bisschen Vertrauen, was noch vorhanden war, verlieren würde.
Es bliebe nur noch die letzte Reise über die Regenbogenbrücke. Schlimm, da ich ja ansonsten kerngesund war.

Also haben meine Menschen sich wieder den Kopf zermartert und dann, wie sie sagten, der allerletzte Versuch BACHBLÜTEN. Ist zwar Humbug, aber einen Versuch wert.

Zuerst Notfalltropfen, dann eine Mischung gegen verschiedene Ängste und siehe da, es zeigte Wirkung. Dann habe sie eine Bachblütentherapeutin dazugeholt. Sie sagte direkt, dass es Monate dauern könnte, bis alle Baustellen beseitigt wären. Ich bekam also alle 6 Wochen immer neue Mischungen. So nach und nach lösten sich meine Ängste in Wohlgefallen auf. In den letzten 3 Monaten bekam ich noch ein Pheromonband dazu - D.A.P. = Dog Appeasing Pheromone . Das setzt Glückshormone frei. Wie bei einem Welpen der gesäugt wird.Büroschlaf

Wir haben auch noch eine Tiertrainerin gehabt, denn als Angsthase braucht man glasklare Ansagen und einen klar strukturierten Tagesablauf. Alles in allem war es ein langer, schwieriger und auch Kosten intensiver Weg.

Und wieder war 1 Jahr um.

Heute, nach einem weiteren Jahr, bin ich ein ganz normaler Hund und brauch’ keine Medizin, keinen Trainer und auch keinen Therapeuten mehr. Ich bin „über den Berg“, wie man so sagt.

Es hat sich für uns alle gelohnt, nicht aufzugeben.

Meine Bitte an alle Zweibeiner: gebt auch schwierigen oder ängstlichen Tieren eine Chance. Gebt uns nicht so schnell auf. Es lohnt sich.

Wir möchten uns bei Marion und Freddy ganz herzlich bedanken, dass sie diesen langen Weg gegangen sind und nicht aufgegeben haben. Nur zu gut wissen wir, dass sich Tiere in jedem neuen Zuhause – jeder neuen Situation anders verhalten, als zuvor. Aber es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es da noch Menschen gibt, die sicher eine Erwartungshaltung hatten, aber ihren neuen vierbeinigen Kameraden mit all seinen Problemen und Ängsten nicht auf- und vor allem abgegeben haben. Marion und Freddy – ganz herzlichen Dank an euch und auch an Björn.

 


 

"Von der Mäusejägerin Laika zur Vegetarierin!"

Laika

LaikaHallo Leute, wollte euch nur schöne Ostern wünschen und mich mal wieder kurz melden.

Ihr wisst ja, ich bin die, die schon mal FÜNF Mäuse an einem einzigen Tag vertilgt hat. In diesem Frühjahr habe ich es gerade mal auf eine einzige Maus gebracht. Ich hab mich nämlich jetzt auf etwas anderes spezialisiert: "Rapskraut" - Ihr wisst doch, die Felder mit den schönen gelben Blüten. Ich schlage mir dann jedes Mal den Bauch voll damit - erst die knackigen Blättchen an der Seite, die werden ganz gründlich gekaut, dann am Schluss packe ich immer noch einen dicken Stängel, breche ihn ab und esse davon auch noch einiges. Und während einer Tour muss so manche Pflanze daran glauben! Ich befürchte aber, dass sie bald nicht mehr zart genug für mich sein werden und ich dann womöglich wieder Jagd auf Mäuse machen muss. Eva ist es schon ganz peinlich, wie viele Pflanzen ich jedes Mal vertilge. Wenn das der Bauer sieht - ich meine die halben Stängel am Rand des Feldes.... Na ja, sie tröstet sich, es könnten ja vielleicht auch Hasen gewesen sein....

Laika

Im übrigen geht es mir blendend - ich wohne ja jetzt seit September 2010 bei Alfred und Eva, und ich bin SEHR zufrieden mit meiner neuen Heimat, und auch von den beiden weiß ich, dass sie mit mir das große Los gezogen haben


 

Prinzessin Shari auf der Erbse

Shari

Shari war immer Teil eines Rudels. Ihre Vorbesitzerin hatte sage und schreibe 14 Hunde. Dieses Rudel aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlages auflösen zu müssen, hat die ehemalige Besitzerin am Boden zerstört. Die Nothilfe ist eingesprungen und konnte 4 Hunde übernehmen. Shari war eine davon. Und ehrlich gesagt hat die hübsche Husky-Hündin den Wechsel vom Heim zu uns in die Station nicht sonderlich gut weggesteckt.Shari
Auch der vertraute Nero, mit dem sie zusammen mit Sky und Keanu lebte, schien ihre Laune durch ständiges „Moppen“ drastisch zu verschlechtern. Shari fühlte sich einfach nicht richtig wohl. Und das machte sie auch deutlich, indem sie sich den Besuchern förmlich an den Hals schmiss. Was natürlich dazu beigetragen hat, dass diese schnell dem Charme dieser bezaubernden Hündin verfielen. Aber wie immer lassen wir besondere Vorsicht walten, wenn es um die Vermittlung eines Hundes geht. Vor allen Dingen bei einem „Vollprofi“ wie Shari, die Zweibeiner locker um den Finger wickeln kann.
Als uns Familie S. dann kontaktierte, waren wir aber schon guter Dinge, denn sie sind uns durch drei erfolgreiche Vermittlungen schon gut bekannt und weisen eine dementsprechend hohe Erfahrung auf. Doch dass auch diese Erfahrung manchmal nicht vor dem verzaubernden Wesen eines neuen Familienmitgliedes schützt, können Sie schon durch die von der Familie ausgesuchten Überschrift erkennen und es wird auch wundervoll in dem folgenden Bericht geschildert. Viel Spaß beim Lesen!

Shari ist mittlerweile unser 4. Hund von der NfP. Aber die Privilegien, die sich dieser Hund nahezu „ohne Gegenwehr“ erschleicht, hatte bisher keiner. Hund auf die Couch? Wurde bei Ina (damals 11) nur gestattet, weil sie bei ihrem ersten Silvester bei uns völlig verängstigt war. Vorher hatte ich mich monatelang dagegen ausgesprochen. Na gut, diese Duldung genoss sie dann auch bis zum Schluss. Aber bei Samson und Raixa – Fehlanzeige. Wir hatten die Couch zurück erobert.Shari

Und dann kam Shari...

Es muss ihr unwahrscheinlich sanftes Wesen sein, das bei uns einen ausgeprägten Beschützerinstinkt auslöst. Allerdings warnte uns Corinna Harders schon am Tag der Abholung aus dem Nordlicht vor Sharis Fähigkeiten der Dosenöffnermanipulation. Ihre ersten eigenmächtigen Sprünge auf die Couch ließen wir anfangs also nicht zu. Als sie es dann begriffen hatte, begannen wir, sie rauf zu locken. Aber plötzlich wollte sie nicht mehr. Frei nach dem Motto: wenn ich allein entscheiden darf, ist das ok, aber auf Verlangen – keine Chance. Sie bleibt vor uns stehen und starrt uns ohne Regung an, bis wir unsere Bemühungen aufgeben oder den Naschijoker ziehen. Dann erweist sie uns die Ehre und erwartet Huldigung.

Tja, wie das dann angefangen hat, dass sie mit ins Bett kommt, kann ich gar nicht mehr sagen. Und das ist ein absolutes Novum. Keiner unserer anderen Hunde durfte bei uns schlafen. Nicht mal vor dem Bett. Diese rote „Hexe“ setzt schamlos ihren sensiblen Kleinmädchencharme ein und nicht mal ich komme dagegen an. Sie ist wahnsinnig anschmiegsam und hat uns völlig im Griff.

ShariWir sind uns auch nicht ganz einig ob ihrer Intelligenz. Ich sage: der Hund ist intelligenzfrei. Befehle, die Raixa spätestens beim zweiten Mal erfasst hatte, greifen bei Shari manchmal erst nach Wochen. Peter und Oli sagen: das ist ihre Intelligenz, am einfachsten ist es halt, die ganze Sache auszusitzen! Mal sehen, wie konsequent die wirklich sind. Und dieser Hund ist so stur, wie ich noch keinen erlebt habe. Im Zweifelsfall bleibt sie stocksteif stehen oder legt sich sofort auf den Rücken. Dann heißt es tief durchatmen und mindestens bis 3 zählen. Denn will man überhaupt etwas bei Shari erreichen, braucht man absolut ruhiges, bestimmtes Verhalten. Bei erhobener Stimme oder frontalem auf sie Zugehen macht sie sofort dicht.

Besonders schwierig ist es, ihre Pfoten anzufassen. Sie hat dann eine beispiellose Gesichtsmimik. Sie zieht die Lefzen hinten hoch, so dass es fast wie ein Lächeln aussieht. Dann legt sie die Ohren an, öffnet ganz leicht das Maul, beginnt zu wimmern und steigert sich bis zum Schrei. Da man über ihre Zeit in Spanien keine Infos hat, außer dass sie aus der Tötungsstation gerettet wurde, wissen wir natürlich nicht, was sie alles erlebt hat. Eine ihrer Zehen ist fachmännisch amputiert worden. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer. Mit viel Geduld ist es uns gelungen, ihre Pfoten nach dem Spaziergang ohne Panik abzutrocknen. Während unseres Dänemarkurlaubs hatte sie sich vorne zwischen den Krallen verletzt. Für den ersten Akt mit Wunde säubern und Verband anlegen haben wir ganz in Ruhe bestimmt eine halbe Stunde gebraucht. Sind wir nach dem Verbandswechsel nicht gleich los gegangen, war unsere Mühe innerhalb kürzester Zeit erledigt.

Wäre es in Hollywood nur nicht so warm, Shari könnte dort Karriere machen. Der erste Besuch beim Tierarzt sollte nur ein kleiner Gesundheits-Check sein. Dass sie sich immer am Ohr kratzte, schrieben wir der Heilung ihrer noch ziemlich frischen Verletzung aus dem Zusammensein mit Nero zu. Aber tief unten hatte sich das Ohr entzündet. Bevor der Tierarzt sie auch nur berührte, führte sie einen Affentanz mit regelrechtem Geschrei auf. Er bot mir an, für die Ohrentropfen täglich vorbei zu kommen, da er es sich recht schwierig vorstellte, das bei ihrem Theater allein zu bewerkstelligen. Aber wenn auch mehrere ml daneben gingen, nach zwei Tagen kehrte ein wenig Routine ein.Shari

Wirklich anstrengend ist das Spazierengehen. Sie geht perfekt an der Leine und auch am Fahrrad läuft sie wie ein Uhrwerk. Aber wehe, es liegen Taschentücher oder Plastikmüll usw. am Wegesrand. Ohne Vorwarnung hat sie diese „Leckereien“ mit einem Haps im Maul und schluckt sie möglichst sofort runter, bevor wir auch nur die Möglichkeit haben „aus“ zu rufen. Aber auch das interessiert sie herzlich wenig. Bisher ging es immer gut, d.h. sie hatte mal ein paar Stunden Durchfall. Aber die Angst, dass das auch mal schief gehen kann, sitzt schon tief. Also muss man den Weg und den Hund immer gut im Blick haben und trotzdem andere Fußgänger/Radfahrer und Verkehr meistern. Für mich, die ich nach meiner Sprunggelenk-OP im letzten Herbst sowieso sehr auf möglichst planen und rutschfreien Untergrund achten muss, echt schwierig. Aber diesem Problem müssen wir uns unbedingt widmen. Da Shari in diesem Fall ihre Intelligenzfreiheit deutlich unter Beweis stellt und bisher jedem Erziehungsversuch widersteht, müssen wir uns wohl an einen Profi wenden.

Ansonsten ist unsere Prinzessin eine superliebe Maus. Ihrem alten Leben im großen Hunderudel hat sie für alle Zeit abgeschworen. Sie liebt ihr neues Hundebett, ihren störungsfreien Vormittagsschlaf während der Woche und vor allem das Leben im Haus. Für nichts in der Welt würde sie das wieder eintauschen.

Wir sind sehr bemüht, ihr die unbequemen Erbsen aus dem Weg zu räumen und die kleine Hexe zaubert uns dafür regelmäßig ein verklärtes Lächeln ins Gesicht.

Anja, Peter und Oli

Shari

 

 

 

 

Wir freuen uns riesig, dass die Aufnahme von Shari so gut funktioniert und dass es die nicht ganz einfache süße Versuchung von Hündin so gut getroffen hat. Wir wünschen der ganzen Familie viel Spaß zusammen und dass Ihnen das Lächeln über kleinere Meinungsverschiedenheiten nie vergeht.

 

 

 

 

 

 


 

Toya und Nanook – Sportskanonen mit Leib und Seele

Oha, aufgepasst. Wir dachten, wir hätten im August 2009 einfach zwei nette Huskys in die Schweiz vermittelt. Aber weit gefehlt – es waren Terroristen. Um genauer zu sein: Küchenterroristen. Doch kein Grund zur Sorge, denn die zwei sind äußerst liebenswert und haben mit Gewalttätigkeit nichts im Sinn.

Hündin Toya und Rüde Nanook haben sich als Viert- und Fünfthund super ins vorhandene Rudel eingefügt. Und zeigen dort ihr ganzes Potential als talentierte Sportler. Das hätte man ihnen zu Stations-Zeiten noch gar nicht so zugetraut. Toya war eine verschüchterte Husky-Dame, bei der es geraume Zeit dauerte, bis sie zu jemandem Vertrauen gefasst hatte und halbwegs zugänglich wurde. Dass sie eines Tages mit Begeisterung einen Schlitten ziehen würde, schien damals geradezu utopisch. Und Nanook, nun, der war ein Sorgenkind mit ständigem Durchfall, der in der Station merklich unter seelischem Stress litt. Seine Vermittlungs-Chancen waren eher gering, denn ein gesundheitlich angeschlagener Vierbeiner ist den meisten Interessenten dann doch zu riskant, weil sie hohe Folgekosten fürchten.

Dass beide gemeinsam in ein neues Zuhause umziehen durften, war eigentlich eher ein Zufall. Gekommen waren die Interessenten nämlich nur für Toya, doch Nanook gewann die Herzen schnell für sich und durfte seine Gehege-Freundin in die neue Heimat Schweiz begleiten. Dort sind unsere beiden Pelzgesichter förmlich aufgeblüht, wie folgende Mail beweist.

News von den „Küchenterroristen“

Endlich, endlich kommen wir dazu, einmal von unseren lieben „Küchenterroristen“, Toya und Nanook, zu berichten. Leider können wir (noch) nicht mit großen und spektakulären Abenteuerurlauben im hohen Norden aufwarten ... Oftmals gibt es einfach Umstände, die lassen solches nicht zu. Da war „Zini“, welcher man eine allzu lange Reise mit ihren über 15 Jahren nicht mehr zumuten wollte. Dann machte eine nicht erkannte, alte Verletzung durch einen früheren Sportunfall des Frauchens, den Ersatz eines künstlichen Hüftgelenks notwendig und so war auch nicht mehr viel mit Abenteuer, denn trotz Spitzenchirurg und körperlicher Fitness braucht es eine große Portion Geduld und seine Zeit, um nach einer solchen OP alles gut und stabil verheilen zu lassen, damit oben beschriebene Abenteuer später ohne Reue in Angriff genommen werden können.

Wozu braucht es lange Reisen? Hier ist es ja schon fast wie Urlaub. Wir haben schöne Wiesen, Wälder, Flüsse und hohe Berge und SCHNEEEEEEE!!!

Schönheit hat einen Namen: Toya!

Schönheit hat einen Namen: Toya!

Aber nun zu unseren Pelzgesichtern ...

Freude am Laufen im Winterwald

Freude am Laufen im Winterwald

Toya – ein „Powerriegel“ der Extraklasse!

Nachdem „Zeno“ und „Moira“ kurz nacheinander verstarben und die größte Trauer verarbeitet war, wurde die Seite der NfP nach einem neuen Rudelmitglied durchforstet. Schon vorher sind uns die 4 Mädels, zu denen Toya gehörte, angenehm aufgefallen, nur war es leider nicht die Zeit und alle Mädels waren dann vermittelt. Und dann ... plötzlich war Toya wieder in der Vermittlung!!! Eine auf den Bildern etwas verschüchtert schauende, kupferfarbenen Schönheit, mit großen ins Ungewisse schauenden Augen ...

Wohl hatte es nicht wie angedacht geklappt auf dem Platz, wo sie war und als da stand, der Grund sei, Toya hätte geschnappt, dieses Verhalten aber auf der Station nie beobachtet wurde, da schlug mein Herz schneller. Grade auch darum wollten wir Toya anschauen. Hunde, denen man so etwas attestiert, tun sich danach immer schwer in der Vermittlung ... Und irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl (auf das ich mich in der Regel ziemlich gut verlassen kann) genauso wie die ganze Beschreibung ihres Verhaltens in der Station: dieser Hund hat NICHT geschnappt ... was mir auch egal gewesen wäre, wäre es denn wirklich so.

Also machten wir uns auf, Toya zu besuchen und gingen durch alle Zwinger ... vorbei an all diesen lieben und schönen Hunden, von denen jeder sein eigenes Schicksal hatte. Und da war sie! Toya ... etwas unsicher und sich selber unscheinbar machend in der Ecke liegend, mit genau diesem Blick wie auf den Fotos ... beobachtend, immer bereit und auf dem Sprung.

Toya ist nun wie gesagt schon 1,5 Jahre bei uns und sie hat nie auch nur irgendein Anzeichen gezeigt zu schnappen. Weder beim Tierarzt noch sonst in einer Situation. Sie war auch nie aus Ängstlichkeit „undicht“, was man erst befürchtet hatte. Das einzige Verhalten, was auf die etwas isolierte Haltung hindeutete, war, dass sie, wenn Besuch kam, den sie nicht oft gesehen hat, wie warnend „losbrüllte“ und etwas auf Distanz ging ... aber nichts extrem Beunruhigendes. Dies gibt sich immer mehr und Toya sucht mittlerweile schon sehr den Kontakt.

Was für eine schöne und liebe Hündin ... es ist auch ganz erstaunlich, welches Potential in ihr steckt! Sie besitzt ein Klangrepertoire, das vom sonoren Gurren eine Taube über das Flöten wie das von Gremlin Gizmo (Film „Gremlins“) bis hin zur Intensität und Lautstärke eines Brüllaffen reicht. Welch Resonanz doch so ein kleiner Körper zustande bringt! Und so stimmen alle im Rudel mit ein und singen täglich ihre gar „schaurig“ schönen Lieder.

Toyas Zug- und Laufpotential ließ sich schon beim ersten Spaziergang beim Besuch auf der Station erahnen. Und in der Tat, sie ist ein Powerriegel. Diese zähe, kleine Nordländerin ist ein Kraftpaket und eine ausdauernde Arbeiterin. Wenn sie sich in die Wanten legt, erinnert ihre Silhouette an die Kühlerhaubenfigur einer renommierten Autoedelmarke. Ich würde diese kleine, liebe und wunderschöne Hochleistungssportlerin nie wieder hergeben. Sie kommt mit allen im Rudel super klar. Manchmal schlafen sie zusammen dicht an dicht.

Nanook – ein „Kunstwerk“!

Nanook – ein „Kunstwerk“!

Und „ihn“ darf man nicht vergessen:

Und „ihn“ darf man nicht vergessen:

Relaxen im Frühling

Nanook – ein vermeintlich „Handycapierter“ entpuppt sich als Leistungssportler mit Leaderpotential!

Eigentlich kamen wir ja wegen Toya in die Station ... aber da war noch „ER“ im Gehege: Nanook, ein lieber, großer, etwas dürrer Rüde mit der typischen, hochbeinigen Sprinter-Anatomie und unendlich melancholischem Blick. Nanook wurde als handycapiert gehandelt, weil ihm während der Zeit bei seinen Vorbesitzern infolge einer Vergiftung ein Teil des Magens entfernt wurde. Nanook litt wohl sehr unter Durchfall.

Wir brachten es nicht übers Herz, Toya zum Spaziergang mitzunehmen und ihn einfach zurückzulassen .. so kam „ER“ mit ... und gewann! Denn auch er zeigte sich so gut und kam mit dem ganzen Rudel zurecht, dass wir nicht umhin konnten, dieses schöne, aber wie man uns sagte, „handicapierte“ Tier, zu adoptieren.

Unser ganzes Augenmerk galt nach der Übernahme speziell diesem „Handicap“, welches aber seltsamerweise bei uns nie in Erscheinung trat. Natürlich war er ziemlich mager und er wäre mir auf der Vermittlungsseite kaum aufgefallen ... ein kleines Foto, welches durch seine Darstellung unter all den vielen anderen Fotos fast unscheinbar unterging, ein Hund mit traurig melancholischem Blick ... tja ... erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nanook hat hier keinen Durchfall, es fällt aber auf, dass er schwerverdauliche Sachen besser nicht essen sollte. Die bekommen ihm definitiv nicht.

Mit der Zeit entwickelten sich seine Muskeln, denn die Hunde „spazieren ziehen“ jeden Tag so um die 20 km in zügigem Tempo. Aus dem einst dürren, schlaksigen Hund entwickelte sich ein durchtrainierter schöner Rüde und wenn man ihn streichelt, so fühlt man die Anatomie wie durch einen Schokoladeguss, aber es „stechen“ keine Rückenwirbel und Hüftknochen durch das jetzt dichte und glänzende Fell ...

Und dann war es soweit: der Herbst kam und damit angenehme Temperaturen, bei welchen man ein vorsichtiges Antrainieren wagen konnte. Und siehe da! Auch Nanook zeigte, dass er gerne und freudig laufen kann. Indes, obwohl ich wirklich vorsichtig trainierte und Nanook auch Freude zeigte beim Laufen, hatte ich das Gefühl, er lief etwas verhalten, mit einer solchen urtypischen Lauffreude und dieser Anatomie sollte ein Hund eigentlich anders laufen als Nanook eben lief.

Eines Tages, als er aus dem Liegen aufstand, winselte er plötzlich und streckte ein Bein in die Höhe und belastete dieses für einige Sekunde nicht. Ich touchte das Bein und dann war es auch wieder gut und vorbei. So dachte ich, dass er sich wohl „verlegen“ haben musste und ihm das Bein eingeschlafen war. Dies passierte noch ein paar Mal, bis er plötzlich nach einem leichten Training im Ziel diese Symptome ganz heftig zeigte und auch winselnd torkelte und sich auf den Boden legte. Als ich mich von meinem ersten Schrecken erholt hatte, suchte ich den Fehler bei mir. Aber ich hatte die Hunde immer gebremst laufen lassen, ich habe sie gewässert und die nötigen ergänzenden Präparate verabreicht, ich konnte es mir nicht erklären.

So etwas lässt man nicht auf sich beruhen und ich brachte Nanook zwecks General-Check zum Tierarzt meines Vertrauens. Es wurden einige Bluttests gemacht, unter anderem schickten wir das Blut in ein Speziallabor nach England, da es im ganzen EU-Raum offenbar kein anderes gab, welches diesen Test mittels Dialyse machen konnte. Zwei Wochen bangen und dann war das Resultat da: die Schilddrüse war zwar voll intakt, aber bekam die nötigen Impulse zur Produktion eines ganz gewissen Hormons nicht. Man konnte sagen, Nanook hatte eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion). Das war des Pudels Kern! Nanook bekommt nun das fehlende Hormon mittels Tablette täglich verabreicht und wooooow! Es ging noch einmal einen Riesenschub vorwärts! Jetzt konnte sein Körper alles, was ihm zugeführt wurde, voll verwerten und dies auch u. a. den Muskeln zuführen – was für ein Unterschied zu vorher! Und ich bin sicher, alle früheren Symptome, die er zeigte, sind zum größten Teil darauf zurückzuführen und nicht, weil ihm ein bisschen vom Magen fehlt.

Ich bin aber überzeugt, dass der Durchfall psychischer Natur war ... gerade zu Anfang schaute uns Nanook immer wieder fragend und etwas unsicher an, grad so, als wollte er fragen: „Was, ich darf jetzt wirklich immer hierbleiben? Und ihr schmeißt mich nicht wieder raus?“ Nanook hat sehr gelitten, aus seinem familiären Verband entfernt worden zu sein, er ist zwar sehr souverän, braucht aber seine Streicheleinheiten und das Dasein in einem Rudel, welches ihn nie wieder enttäuschen soll. Nanook läuft jetzt noch freudiger, schneller und es ist erstaunlich, wie ruhig und sicher er alle Kommandos ausführt und kennt... wie gesagt: ein Leader! Er ist stabil im Training und so habe ich die Bestätigung, dass alles stimmt! Wer hätte das gedacht? Übrigens: auch Nanooks Abgabegründe haben sich hier nicht bewahrheitet ... da bin ich ganz anderes gewohnt, was Houdinis und andere Ausbrecherkönige betrifft.

Spaziergang mit Freunden

 

Spaziergang mit Freunden

Beide sind förmlich aufgeblüht und wir sind alle so glücklich mit ihnen! Täglich viele Kilometer spazieren und 3 Mal die Wochen dürfen sie das tun, was sie am liebsten tun und wofür sie ja eigentlich geschaffen sind: Laufen! Immer das Wohl des Tieres berücksichtigend und nicht ehrgeiz-zerfressen und ohne Plan. Allerdings muss ich gestehen, mich oftmals mit einem breiten Grinsen auf den Stockzähnen zu ertappen, peripher die konsternierten Blicke der Mitstreiter erhaschend, wenn meine „Tierschutz-Rennsemmeln“ das Feld von hinten aufrollen.

Küchenterroristen

Küchenterrorismus in seiner "reinsten Form"

Wir, Hunde und Menschen, würden die beiden um nichts in der Welt jemals wieder hergeben und wir sind glücklich, dass wir einen Teil unseres Weges mit ihnen zusammen gehen dürfen...Beim Rennen

 

 

Wir wünschen weiterhin alles Gute und bedanken uns dafür, dass aus vermeintlichen Pechvögeln doch noch richtige Glückspelze wurden.

 

 

 

 

 

 


 

Kishos Karriere als Superstar oder warum Sport doch kein Mord ist

Wir haben im Oktober des vergangenen Jahres froh über Kishos Vermittlung berichtet.
In seiner vorherigen Familie war durch neue Beziehungskonstellationen leider kein angemessener Platz mehr für ihn vorhanden, die dort verbrachten zwei Jahre haben diesem bildhübschen Husky aber durchaus gut getan. Im Vergleich zu seinem ersten Aufenthalt in der Station kam er gut sozialisiert an, nur sein Jagdtrieb war überdurchschnittlich stark vorhanden. Diese Herausforderung nahm Familie Z. mit ihrem schon vorhandenen Husky-Rudel aber ohne zu zögern an und da können wir einfach nur von Glück sprechen. Inzwischen sind die Flausen nämlich vollends verschwunden, Kishos ganze Aufmerksamkeit gilt nun den wirklich wichtigen Dingen in seinen neuem Leben: Dem Sport. Schon bei seinem ersten Bikerennen qualifizierte er sich durch außerordentliches Talent für das folgende Scooter-Rennen, das er allein mit seinem Herrchen bestritt und mit ihm prompt den 4. Platz belegte! Eine hervorragende Leistung! Doch das paradiesische Hundeleben in der neuen Heimat Schweiz geht weiter und gipfelt im wahrsten Sinne des Wortes nun bald in der Teilnahme beim Alpen-Trail-Schlittenhunderennen!

Wir wünschen dem gesamten Team der Familie Z. eine „Mordsgaudi“ und drücken kräftig die Daumen! Zudem möchten wir uns herzlich bedanken: Es gibt kein schöneres Gefühl, als unsere ehemaligen Schützlinge in so liebevollen Händen zu wissen, die den Hunden einfach einen Himmel auf Erden bescheren.
Was es für Kisho zur Bescherung gab und weitere Bilder seines neuen Lebensglücks können Sie nachfolgend selber bestaunen.

Bun di bun an

Liebe Freunde in der Nothilfe
Liebe Frau Harders

Ich weiß, ich bin etwas spät mit meinen guten Wünschen. Aber mir geht es wie den Menschen, es ist einfach immer etwas los.

Bevor ich aber die Katze aus dem Sack lasse, gebe ich euch einige Eindrücke von unseren Weihnachten.Kishos Weihnachtsgeschenk

 

Ist es nicht schön mein Weihnachtsgeschenk? Habe ich mir selbst im Geschäft ausgesucht und bin probegelegen.

 

Unterwegs mit dem Schlitten, na ja der Weihnachtsspeck muss weg.

Unterwegs mit dem Schlitten

 

 

 

Ausspannen mit meiner Freundin Zafira

Ausspannen mit meiner Freundin Zafira

 

 

 

 

 

Alle im Auto Unterwegs mit meinen Kolleginnen zu einer mit unbekannten Traumwelt !!

Dem Morteratsch-Gletscher in Pontresina

 

Im Gletscher Ist das nicht wunderschön, leben wo andere Ferien machen?

Ist das nicht wunderschön, leben wo andere Ferien machen?

 

Und nun zum Wichtigsten:

Kisho

Wie ihr alle wisst, ich Kisho-Bubi bin gut, aber nun bin ich SUPER!

Am 15. Januar starte ich mit Aisha und Zafira in der Kategorie Skijöring beim schönsten Schlittenhunderennen dem

ALPENTRAIL 15. – 22.01.2011
300 km in 7 Etappen (ca. 8000 Höhenmeter)

Mein erstes Fotoshooting habe ich bereits hinter mir und zusammen mit meinen Kolleginnen erscheinen wir in der Beilage der Engadiner-Post.

Mann, bin ich Stolz. Selbstverständlich halte ich euch während des Rennens auf dem laufenden.

Herzlichst euer Kisho-Bubi
 

 

 

 

 

Das gesamte Nothilfe-Team sendet der Familie Z. liebe Grüße in die Schweiz und freut sich schon auf neue Glücksfell-Berichte!

 


 

Hallo Menschen hier spricht mal wieder Kelly,

ich hoffe ihr habt mich noch nicht vergessen, da ich mich so lang nicht gemeldet hatte. Ich hab ja gesagt, ich melde mich, wenn es wieder etwas zu erzählen gibt.

Also an einem Sonntag zerrte meine Eva mal wieder den großen Hundekasten hinten vor und schaffte ihn ins Auto und murmelte etwas von komme gleich wieder muss zum Flugplatz. Dort war sie ja noch nie, denk ich so und zieh mich auf meine Decke zurück. Als sie später wieder kam, half ihr die nette Nachbarin die Kiste ins Haus zu tragen. Die Kiste roch schon komisch, als sie noch nicht auf dem Boden stand.Kelly
Also ich erst langsam rund um die Kiste und gut geschnüffelt und Eva hat das Türchen auf gemacht. Da kam ein ganz komisches Wesen mit dickem queren Kopf raus, das eindeutig nach Hund roch. Eva machte die Tür in den Garten auf und der Kerl torkelte in den Garten und lief fast aus. Dann wieder rein, saufen wie ein Loch auf meine Decke und pennen. So was hat man gern. Aber Eva hat gesagt, der saß lang in der Kiste und hat was zum Schlafen Medizin bekommen. Na ja am nächsten Tag war er dann wach, aber er verstand uns offensichtlich nicht. Eva wollte eigentlich nie eine Fellnase aus Spanien, da sie meint wenn wir denen immer die Tiere abnehmen, müssen die den Tierschutz nie lernen. Aber zurück zu unserem Kerl. Der passte mit seinem komischen Körperbau in kein Geschirr, entweder zu groß oder zu klein. Also erst mal mein zweites ausleihen, damit wir Gassi gehen können. Wir alle drei froh den Neuen Weg entlang, plötzlich stand da ein Baum (der steht immer da) aber Joschi war ruck zuck aus dem Geschirr raus und weg. Wir zwei standen dann mit der Leine und Geschirr dumm rum. Irgendwann gingen wir nach Hause und wer sitzt da ganz fröhlich vor der Tür ?? und grinst auch noch?? Ja der Neue. Das ging mehrmals so, bis Eva ein endlich ein Geschirr so gebastelt hatte, dass das klappte. Aber das war nicht alles.
Der Kerl hat jedes Loch im Zaun gefunden, durch das ich nie kriechen würde und war in null Komma nix mal wieder alleine unterwegs und das wo wir so einen doofen Jäger haben, der auf alles schießt, was rennt. Also Eva bastelt Löcher zu. Aber das störte den Joschi nicht, der kletterte auch über den Zaun in den Nachbargarten und von da nix wie weg. Na ja, jetzt ist alles so dicht, aber dafür ist der Garten etwas kleiner und wir können nicht mehr den Weg kontrollieren und Joschi muss den netten Lando nicht mehr anmeckern.Joshi und die Katzen
Das wäre jetzt alles so schön im Garten gewesen im Sommer, aber da wurde unsere Eva krank und musste ins Krankenhaus.

Wir zu den netten Mädels von Ulli´s Hundeservice, die uns so mir nichts dir nichts sofort und ohne lange fragen nahmen. Nach vier Tagen wieder heim und drei Wochen alles im grünen Bereich, doch dann wieder das gleiche Spiel wir Fellnasen in die Hundepension und Eva ins Krankenhaus. Nach einer Woche wieder heim, aber nur um von Moni und Reiner und deren Rudel abgeholt zu werden. Ich geh wo anders hin, wegen der Katzen bei Moni. Joshi geht mit und muss lernen dass Katzen nicht schmecken. Das hat er auch ganz locker und schnell geschafft.

Ich war erst mal bei einer Dame, aber nach kurzer Zeit zog ich auf die schwäbische Alb zu Ramsi und seinen Leuten. Das war der Volltreffer schlechthin. Der Ramsi ist einfach Klasse, so einen Kerl kann man sich nur wünschen, aber sie sind leider ziemlich rar gesät, sagt Eva. Der Eva haben sie im Bauch rum operiert, fast wie sterilisieren, nur viel schlimmer, denn es dauerte ziemlich lange, bis Eva wieder fit wurde. Den ganzen heißen Sommer war ich auf der Alb, wo es wesentlich kühler war als daheim.Kelly und Ramsi

Irgendwann holte uns Eva dann wieder ab und wir fanden den eigenen Garten auch wieder schön, obwohl ich ziemlich Heimweh nach Ramsi hatte. Aber es dauerte nicht lang und ich durfte wieder auf die Alb, da Eva wieder ins Krankenhaus musste, ich glaub die passt da so gut zu den Möbeln. Joschi ging zu Freunden nach Mönchengladbach, was er ganz toll fand, wegen dem Tim und der Einzelbehandlung und Nachbars Katze.

Ramsi und Kelly

Jetzt hatte ich gehört, der Joschi war am letzten Samstag wieder daheim, aber Eva darf noch nicht so weite Wege fahren, wie zu mir. Ich hab ganz schnell wieder weg gehört, denn Ramsi und Matthias riefen zum Spaziergang. War auch gut so denn Joschi durfte schon nach einer Woche wieder zu Tim und Eva wieder ins Krankenhaus. Ich glaub ich bleib hier auf der Alb, denn hier gibt es außer dem Matthias, noch die Bine, die macht Futter, Sarah, die macht Quatsch und den Opa, der immer die Fleischwurst bringt. Aber meine Eva muss jetzt ganz schnell gesund werden, denn so geht es ja auch nicht.


 

Gus oder was nicht passt, wird passend gemacht

Es gibt einige allgemeine Dinge, die auf alle Beziehungen zutreffen: Zum einen muss die Chemie stimmen. Wenn diese banal klingende Grundvoraussetzung nicht erfüllt ist, dann wird das auch nichts.
Eine zweite Verallgemeinerung betriff das Umfeld: Wer nur Stress erlebt, der trägt diesen sicherlich auch in seine Beziehung ein.
Bei Gus führten diese beiden Faktoren zu seiner Abgabe und waren letztlich auch die Ursache dafür, warum er auf dem besten Weg war, sich zum „Dauersitzer“ zu entwickeln.
Seine vorherige Familie konnte ihn nicht vor Übergriffen von Kindern bewahren, die sich einen Spaß daraus gemacht haben, ihn mit Dreck zu bewerfen und ihn anderweitig zu ärgern.
Diese Erlebnisse haben dazu geführt, dass Gus erst mal auf Distanz geht und sich nicht gerne anfassen lässt, vor allem nicht von Fremden. Die meisten schätzen aber kuschelige Eigenschaften bei ihren vierbeinigen Begleitern und das konnte Gus einfach nicht bieten.

Es gab aber jemanden, der sofort eine Bindung zu diesem faszinierend wölfisch aussehenden Hund gefühlt hat. Davon haben wir aber zunächst nichts mitbekommen, weil diese Verbindung still über das Internet erfolgt ist. Frau S. hat Gus‘ Fall über unsere Webseite verfolgt und es nach einem Jahr schließlich nicht mehr ausgehalten und Kontakt mit uns aufgenommen. Der fehlende Vermittlungserfolg war ihr schleierhaft und wenn doch niemand erkennen wollte, was für ein grandioser Hund da zum Greifen nah auf eine Bezugsperson hoffte, musste sie es halt selber probieren. Schauen, ob ihr Bauchgefühl stimmt und auch Gus diese Verbindung fühlt.
Doch wie das häufig bei Interessenten läuft, “ mal eben vorbeischauen“ ist für viele nicht ganz einfach. Bei einer längeren Fahrt muss meist Urlaub genommen werden, ein Auto muss zur Verfügung stehen und optimaler Weise hat man auch noch eine Begleitung dabei, die einem unterstützend zur Seite steht. Vor allem wenn man, wie in diesem Fall, auch noch zwei weitere Hunde im Gepäck hat.

Genau diese Hindernisse hatte auch Frau S. zu überwinden, bevor das erste Kennenlernen zwischen den Beiden stattfinden konnte. Doch dann war es soweit!
Aber nur die Einstellung macht aus einem unnahbaren noch keinen einfach zugänglichen Hund und die Tage verliefen dann doch in einer gespannten Respekthaltung gegenüber Gus und seinen Verhaltensweisen. Daran konnte zunächst auch ein Besuch bei unserer hochgeschätzten Hundetrainerin Silvia Klüppelberg nichts ändern.

Bis zur letzten Minute war unklar, ob Gus nun eine neue Familie gefunden hatte oder nicht. Am letzten Abend zog sich Frau S. mit Gus in ein ruhiges Zimmer zurück und die Beiden haben wohl so eine Art Abkommen getroffen, es miteinander zu probieren. Denn als sie wieder aus dem Raum getreten sind, war unserer Besucherin deutlich anzusehen: Ja, wir machen es!
Dutzende Nachfragen konnten an dieser Einstellung nichts mehr drehen und wenden. Sehr zu unserer Freude. Denn eine solche Entscheidung will gut überlegt sein und es ist gerade bei Gus wichtig, dass er die Sicherheit seiner neuen Rudelführerin deutlich spürt. Denn hinter seinem eigenwilligen und recht selbstbewussten Charakter blitzte auch immer eine deutliche Spur von Unsicherheit und großem Drang nach einer verlässlichen Bezugsperson durch.
Doch Frau S. überzeugte auf der ganzen Linie und wie Sie nun lesen können, hat Gus sich prima eingelebt und überrascht sogar mit bis dahin nicht vermuteten Möglichkeiten, ihn ins Alltagsleben zu integrieren.

Hallo Frau Harders,

wollte mich mal wieder melden...!
Hier ist alles bestens, es läuft alles sehr, sehr gut! Für mich ist Gus der einfachste Hund, den ich mir vorstellen kann - er ist ein sehr ehrlicher, gradliniger Hund. Man weiß, woran man ist, keine Mätzchen, keine Zickereien. Extrem angenehm! Er ist ein Super-Schatz!!!

Nun habe ich ja bereits 2 Wochen Arbeit hinter mir, mein ursprünglicher Plan ging nicht auf. Petsy machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich wollte ja morgens mit Dulci und Gus gemeinsam Strecke machen, in der Zeit Petsy daheim lassen und sie dafür mit zur Arbeit nehmen. Aber Petsy quittierte mir das frühmorgendliche Alleinsein (für nur 1 Stunde wohlgemerkt!) jedes Mal mit einem Protest-Haufen in der Wohnung. Also sieht das ganze jetzt folgendermaßen aus:Gus bei der Arbeit
Frühmorgens eine kleinere Mädels-Runde, danach Strecke mit Gus. Am Vormittag bleiben alle 3 Hunde zu Hause. Klappt wunderbar! In der Mittagspause dann wieder Laufen im Wald und danach - Sie werden es mir nicht glauben?! - gehen alle 3 Hunde mit zur Arbeit. Und das Beste: Gus gefällt es! Ich mache ihn an einer längeren Leine hinter der Theke fest, so hat er Distanz zu den Kunden. Er kann alles beobachten, beim Kassieren legt er den Kopf auf die Theke und verfolgt genau, was eingekauft wird. Natürlich stellen die Kunden fest, dass ich einen neuen Hund habe, fragen woher und pi, pa, poh. Alle bewundern ihn und ich habe das Gefühl, dass er sich sogar ein bisschen darin sonnt! Würde ihm die Arbeit nicht gefallen, würde ich ihn mit Dulci nach der Mittagspause zuhause lassen. Aber nachdem sich Gus nun so ganz anders entwickelt (im positiven Sinne), als zuerst gedacht, konnte ich dem Versuch nicht widerstehen, das zu testen.
Nach der Arbeit gehe ich mit Gus dann nochmals in den Wald und die Gute-Nacht-Runde drehe ich mit allen 3 zusammen.
Ja, so sehen unsere Tage aus und alle sind glücklich und zufrieden!
Im Anhang ein Handy-Foto von Gus bei der Arbeit. Ich stelle fest, dass der Background nicht aufgeräumt ist. Das sieht natürlich nicht so hübsch aus, aber es geht ja auch um Gus und nicht um das Drumherum, nicht wahr?

Bis zum nächsten Mal,
herzliche Grüsse an alle, natürlich besonders an Gus' Ziehvater Andreas,
Penny S. mit Familie

Frau S. ist ihrem Gefühl gefolgt und hat sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Mit einem gelüfteten Hut bedanken wir uns herzlich und freuen uns, dass Gus nun einen Platz gefunden hat, der genau richtig für ihn zu sein scheint.
Allen Zweibeinern und Vierbeinern dieser Familie ein glückliches und erfülltes Zusammensein!

 

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