Anori vom „Bahnhof Nagold“

Anori

AnoriNein, das ist keine besondere Zuchtstätten-Bezeichnung, sondern der Ort, an dem der schokoladenfarbene Husky-Mischling Mitte März aufgefunden wurde. Ob er ganz von selber dorthin gekommen war oder ein seiner überdrüssiger Besitzer ihn dort stehen lassen hat, ist vollkommen unbekannt – er war halt einfach da und blieb da, denn trotz Verteiler-Meldung und Fundanzeige bei der Polizei wollte ihn niemand in der Auffangstation abholen. Auch sonst ging kein Hinweis ein, der in irgendeiner Weise zu Infos über das Vorleben des etwa 2 – 3 jährigen Rüden geführt hätte – vielleicht kam er ja auch mit einem Zug in Nagold an, wer weiß das schon?

Die vorgeschriebene Aufbewahrungszeit ist vorbei und so stellt sich der junge Rüde, der längst den Namen Anori erhielt (schließlich kann man nicht wochenlang „Hund“ rufen), zur Vermittlung vor.

Manches, was wir Ihnen gerne sagen würden, können wir aufgrund der Vorgeschichte nicht, wir wissen weder ob er das Leben im Haus kennt noch wie er sich im Umgang mit Kindern oder gar Katzen bzw. Kleintieren verhält. Da Anori aber eindeutig ein Husky-Mischling ist, gehen wir einfach davon aus, dass er den Jagdtrieb der Nordischen nicht nur auf Spaziergängen zeigt, sondern auch in einem Zuhause der Verlockung nicht widerstehen könnte.Anori

Anori ist ein sehr offener, menschenbezogener Rüde, nichts deutet irgendwie darauf hin, dass er es einmal schlecht gehabt hätte oder gar misshandelt wurde. Seinem Alter entsprechend ist er mitunter noch etwas ungestüm, ab und an die Pfoten schneller als der Kopf, nichts ungewöhnliches also und auch sonst zeigt er sich unauffällig. Einzig Verlassensängste scheinen ihn zu quälen, ob die schon vor dem Bahnhofs-Erlebnis vorhanden waren oder erst dadurch ausgelöst wurden, darüber kann man nur spekulieren. Für seine Vermittlung ist es auch nicht wirklich von Belang, denn er braucht auf jeden Fall erst einmal Menschen, die mit ihm das Alleine-Bleiben geduldig üben können – Anori ist übrigens das Modell „ich schreie mir die Seele aus dem Leib“ und glauben Sie uns, schreien kann er, dass einem ganz weh ums Herz wird.
AnoriAnori
Mit seinen Artgenossen ist Anori verträglich, er könnte also an die Seite einer bereits vorhandenen Hündin vermittelt werden. Ja, es ist ein wenig ein „Sprung ins kalte Wasser“ bei einem Fundhund, aber ist es nicht oft so, dass Hunde sich nach einer Vermittlung als wahre „Überraschungspakete“ erweisen? Denn die Vierbeiner agieren und reagieren ja in Beziehung zu ihren Bezugspersonen und sind dadurch erstaunlich anpassungsfähig. Vielleicht trauen Sie sich ja – wir jedenfalls würden uns freuen, wenn der liebenswerte Anori keinen allzu langen Aufenthalt in der Station Süd hätte und sich bald ganz eigenen Menschen anschließen könnte.


 

 

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letzte Bearbeitung am 06. Jul 08