

Aykon ist ein etwa 9 oder 10 Jahre alter nordischer Rüde,
von dem wir weder das genaue Alter noch die genaue
Rassezusammensetzung kennen – es könnte eine gute Dosis
Malamute mit drin sein, denn irgendwoher müssen ja 40 kg und
70 cm Schulterhöhe stammen. Der Hüne ist mit dem für die
Nordischen üblichen Jagdtrieb ausgestattet und wirft auch
schon mal sein „Kampfgewicht“ in die Waagschale, wenn es
darum geht, die Diskussion „den Weg weiter oder der
Wildspur hinterher“ zu entscheiden.
Gesundheitlich ist er noch „voll fit“, das einzig
erwähnenswerte wäre ein ziemlicher Überbiss, dem aber nur
die Bedeutung eines „Schönheitsfehlers“ beikommt und dem
Rüden seinen ganz eigenen Charme verleiht.
Aus Aykons ersten Jahren wissen wir nichts zu erzählen,
schon ausgewachsen fanden ihn seine letzten Besitzer in
einem deutschen Tierheim, wo er sich mit seiner Zugkraft bis
dahin als richtiger Interessentenschreck erwiesen hatte.
Seine Eingewöhnung war etwas anstrengend, denn er ist durch
veränderte äußere Faktoren vergleichsweise leicht aus dem
Gleichgewicht zu bringen und braucht seine Zeit, bis er die
neuen
Gegebenheiten als „normal“ einstuft. Dann aber lebte
er fünf Jahre lang glücklich, die meisten davon an der Seite
einer Hündin, die dann verstarb. Aykon wählte als Haupt- und
Lieblingsaufenthaltsort den Garten, als seine Menschen dann
vom Haus in eine Wohnung zogen, gelangte er erneut in den
Tierschutz.
Möglicherweise ist das Interesse an Aykon bislang so gering,
weil manch einer nicht sicher ist, ob sich der Aufwand einer
Eingewöhnung lohnen würde und wirklich der liebenswerte und
im Alltag unkomplizierte Weggefährte in "XXL“ zu finden wäre.
Vielleicht trägt ja der Bericht seines festen Gassigängers
dazu bei, dem freundlichen Aykon den Weg in ein richtiges
und eigenes Zuhause zu bereiten:
Mittlerweile geht das Spazierengehen
mit Aykon schon relativ stressfrei. Er zieht zwar anfangs
immer noch, das liegt jedoch meiner Meinung nach daran, dass
er sich freut, aus dem Tierheim raus zu kommen. Sobald er
weiß, dass wir etwas zusammen unternehmen, läuft er recht
gut und ist an allem interessiert. Er bleibt allerdings ein
Jäger, d.h. wenn er Geräusche im Wald hört, will er hin und
setzt dann auch sein Kampfgewicht ein.

Er lässt sich von mir jedoch gut abrufen, womit wir gleich
bei der ersten wichtigen Regel beim Umgang mit Aykon sind:
Er sondiert sehr genau, wer am anderen Ende der Leine hängt
und testet seine Grenzen aus. Bei mir läuft alles bestens,
hier ist jedoch am Anfang Konsequenz gefragt. Die Interessen
des Hundehalters müssen vor allem in der Anfangsphase klar
dargelegt werden, dann kommt er auch nicht auf dumme
Gedanken. Von seiner Größe und seiner Kraft darf man sich
nicht abschrecken lassen. Sobald er Vertrauen gefasst hat
und weiß, wo sein Platz ist, also welche Stelle er in der
betreffenden Familie einnimmt, ist dieses Sondieren vorbei.
Ähnlich verhält Aykon sich im Umgang mit anderen Hunden.
Er ist prinzipiell mit allen Hunden, sei es Rüde oder Mädel,
verträglich, allerdings testet er auch hier die Grenzen aus.
Ich habe das mit meinem Rudel praktiziert. Anfangs war Aykon
natürlich sehr aufgeregt aufgrund der vielen Hunde, Toben
und spielen war erst einmal angesagt. Meine jüngeren
Rudelmitglieder verhielten sich auch relativ respektlos,
sodass es bald zu den ersten Machtspielchen (Hinten
aufsteigen, beißen in den Hals etc.) kam.

Nach kurzer Zeit hatte Aykon herausbekommen, mit welchem
Hund er wie umgehen kann. D.h. bei souveränen Hunden
unterwirft sich freiwillig, ohne darunter zu leiden. Bei
denjenigen, die sich mehr gefallen lassen, neigt er zum
Dominieren, jedoch ohne Beißereien. Durch ein gezieltes
Einschreiten meinerseits ließ er sich sofort davon abbringen
- auch langfristig gesehen. Verträglich ist er allemal, es
kam zu keiner einzigen Drohgebärde seinerseits geschweige
denn zu einer Beißerei.
Auch bei Stresssituationen legt er sich auf meinen Wunsch ab
und lässt sich beruhigen.
Im Haus verhielt er sich problemlos, er trank gleich von
verschiedenen Näpfen meiner Hunde und untersuchte alles sehr
interessiert, ohne zu markieren. Aykon ist sehr gelehrig,
folgt mittlerweile (mit rassespezifischen Abstrichen) sehr
gut, kann Sitz, Platz, komm her, warten etc. und ist
Menschen und Kindern gegenüber ausschließlich positiv
eingestellt, Katzen oder Kleintier sollten jedoch nicht im
Haushalt sein.

Aykon ist ein begeisterter Autofahrer, verhält sich hier
vorbildlich und ein sehr ruhiger Vertreter seiner Rasse, was
meine Hunde als sehr angenehm empfunden haben. (Ruhig
bezieht sich hier auf das Mitteilungsbedürfnis).
Er kommt gerne zum Schmusen, gräbt mit Leidenschaft Löcher
und akzeptiert auch mittelhohe Zäune als Grenze, ein Schutz
gegen Untergraben wäre nicht verkehrt.
Würde er als Zweithund vermittelt werden, müsste anfangs ein
Auge auf die Hunde geworfen werden. Sobald sich das
Zusammenleben eingespielt hat, ist das Sondieren zu Ende und
ein gemeinsames Nebeneinander völlig problemlos möglich.