Neuigkeiten von BolleDANKE - Bolle hat es geschafft!

Bolle

Die Festtage verliefen auch auf der Pflegstelle für Chows in Not ruhig und friedlich. Einzig der nahende Termin für Bolles Zahnsanierung nagte wie ein Wurm im Hinterkopf. Denn am 29.12. sollte nicht nur Zahnstein entfernt werden, nein, soweit man sehen konnte, war mindestens ein Zahn stark vereitert und der musste nun mal raus.Bolle

Per Antibiotika konnte die Entzündung über die Weihnachtstage zwar gemildert werden, aber um eine Operation kam unser Bärchen leider nicht herum. Da wir ja sein genaues Alter nur schätzen können und jede Narkose ein Risiko bedeutet, fuhren wir denn auch mit einem mulmigen Gefühl zum Tierarzt. Und Bolle zeigte sich hier ebenso wieder als friedlicher Chow. Auch wenn er vor Angst stark zitterte, lag er doch ohne Gegenwehr in meinen Armen und ließ mit sich machen, was gemacht werden musste.

Unruhig verbrachten wir die zwei Stunden Wartezeit und als dann endlich das Telefon klingelte, die Nachricht kam, alles ist ok, Bolle wieder auf den Beinen, war die Erleichterung groß. Als wir ihn abholten kam er uns schon mit seinem typisch tapsigen Gang entgegen. Wir konnten uns dann noch das Ergebnis der Operation anschauen: Zwei Zähne mussten gezogen werden, weil völlig marode. Wie lange Bolle schon Schmerzen hatte, wie lange er schon unter dieser Vereiterung gelitten hat, kann man nur ahnen.

BolleSchon am gleichen Abend fraß Bolle dann wieder seine normale Ration Futter. Kurz, Bolle hat es geschafft, Bolle steckte die Narkose weg wie ein junger Hund und wir können nur hoffen, dass wir ihm mit dieser Operation ein Stück mehr Lebensqualität verschafft haben. Dass seine Augen nach wie vor regelmäßig behandelt werden müssen, da er an einem starken Entropium leidet, ist traurig. Denn hätte da der Besitzer rechtzeitig eingegriffen, man hätte Bolle nicht nur starke Schmerzen, sondern auch wahrscheinlich die Blindheit erspart.

Aber wer den „ach so ruhigen Hund“ erleben darf, der sieht einen Chow, der trotz seiner Behinderung fröhlich über die Wiese schnuppert, der sich mit Wonne im momentan nassen Gras wälzt und sich einfach wohl fühlt. Dieses Wohlgefühl verdankt Bolle vor allem den Chowfreunden, die uns und ihm mit Spenden geholfen haben. So weit geholfen haben, dass wir in der Lage waren den größten Batzen an Tierarztkosten zu begleichen. Noch ist Bolle mehr als pflegebedürftig. Denn ob man ihm in den kommenden Monaten auf Dauer mit Augensalbe helfen kann oder er doch noch eine Entropium-Operation ertragen muss, wird sich zeigen. Aber mit Freunden, die sich immer wieder für unsere Chows einbringen, die oft das Unmögliche möglich machen, muss uns nicht bange werden.

Wir danken den Chowfreuden für Ihre Spende und auch dem Vorstand der Nothilfe f. Polarhunde Freudenstadt für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung und hoffen, auch im neuen Jahr auf Sie zählen zu können.Bolle

Ihre
Rotraut Ueding
- Chow-in-Not-

 

 

 

 

 

Update 31.01.2012 - Bolles Besitzer hat sich gemeldet!

Liebe Chowfreunde,

die Aufregung um den Fundhund Bolle war mehr als groß. Denn niemand konnte verstehen, dass man einen alten und nahezu blinden Chow auf die Straße setzen konnte, ohne sein Verschwinden bei den zuständigen Behörden anzuzeigen.

Wir hatten ihn ja schnell entschlossen aufgenommen. Hatten ihn dem Tierarzt vorgestellt, seine entzündeten Augen versorgt und vor allem dann per Operation zwei vereiterte Zähne gezogen und den Rest saniert. All dies wurde nur möglich, weil wir wieder einmal Hilfe von Seiten vieler Chowfreunde bekamen, die für Bolle gespendet haben. Dafür an dieser Stelle noch einmal ein von Herzen kommendes DANKE.

BolleAlles lief wie es sollte, Bolle lebte sich gut ein machte keinerlei Probleme. Bis sich dann eines Tages eine junge Frau meldete, die mir mitteilte: Ich kenne diesen Hund (Bolle), das ist der Chow meines Onkels. Als ich nachfrage, höre ich wieder einmal eine Geschichte, die nachdenklich macht.

Die junge Frau hatte unseren Aufruf samt Foto auf der Internetseite gesehen, hatte sofort diesen Fundhund erkannt und den Besitzer, ihren Onkel, angerufen. Aber es ging niemand ans Telefon. Nach einem Anruf bei einer Cousine hörte sie, der Onkel liege schwer erkrankt auf der Intensivstation des Krankenhauses. Der Hund sei so lange bei Freunden untergekommen. Nun rief man diese Freunde an und bekam zu hören: Nein, der Hund ist nicht mehr hier, der ist vor zwei Tagen entlaufen.

Diese Aussage aber konnte so nicht stimmen, denn Bolle saß ja nicht erst seit zwei Tagen, sondern schon seit drei Wochen bei uns auf der Pflegestelle. Aber diese Freunde blieben bei ihrer Aussage und stur bei ihrer Behauptung. Warum man nicht nach ihm gesucht hat, warum man nicht die Polizei oder das Tierheim benachrichtigt habe, darüber wollten sie keine Auskunft geben.

Wieder kann man nur resignierend den Spruch eines klugen Mannes zitieren: „Ich fürchte nichts und niemanden, außer der Dummheit meiner Mitmenschen!“

Leider aber stellte sich im weiteren Gespräch mit der jungen Frau heraus, dass der Besitzer aufgrund seiner Erkrankung wohl nie wieder für seinen Hund wird sorgen können. Ist er doch selbst auf Hilfe angewiesen. Wir wurden auch gleich gebeten, uns weiter um den Hund zu kümmern.

Interessant aber ist die Vorgeschichte, die man über Bolle zu berichten hatte.

Denn Bolle wurde als Welpe, geboren in den Niederlanden, an einen deutschen Herrn verkauft. Dieser wanderte nach einigen Jahren samt seinen Chows nach Spanien aus. Als er verstarb erbte der Sohn unseren Bolle und brachte den Chow nach Deutschland zurück. Dieser Sohn aber konnte ihn nicht behalten und vermittelte ihn an den uns bekannten Onkel.
Aber wieder hatte Bolle Pech und musste weiter, nachdem dieser Besitzer nun schwer erkrankt ist. Wieder hatte Bolle sein Zuhause verloren.

Seit dem Wochenende haben wir nun eine Tierübereignung in Händen. Die Rechtslage ist geklärt und Bolle ganz offiziell Eigentum der Nothilfe für Polarhunde e.V.. Denn zurück kann unser alter Chow nicht und ihn ins Tierheim abgeben, wäre in Anbetracht seines hohen Alters sein Tod.

Denn Bolle ist am 24. September 1999 geboren. Bolle ist in seinem 13. Lebensjahr!

Da er sich gut eingelebt hat, sich im Haus und auf den ihm bekannten Wegen gut zurecht findet, er sogar gelernt hat die Hundeluke zu benutzen und so selbständig seinen Weg in den Garten findet, werden wir den alten Chow in Dauerpflege nehmen. Hier soll seine letzte Station sein, hier darf er bleiben und seine Tage beschließen.

Wir aber danken allen, die Bolle zu seinem Altersruhesitz verholfen haben und auch weiterhin für ihn da sind, danken allen Chowfreunden und Spendern, die mit ihm gehofft und gebangt haben.

Ihre
Rotraut Ueding
von Chow in Not

 

 

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letzte Bearbeitung am 31. Jan 12