Unser mutiger Bär Mato wartet auf Sie! |
|
Es bekümmert uns eigentlich sehr, dass wir erneut ein Update von diesem Sonnenschein veröffentlichen müssen, anstatt unseren „Bären“ bei den Glücksfellen unterbringen zu können. Aber wir freuen uns darüber, dass es reichlich Positives zu berichten gibt.
Wir tun seit Matos Ankunft alles in unserer
Macht stehende, um diese körperlichen Beeinträchtigungen soweit
wie möglich einzugrenzen oder besser gesagt, soweit wie möglich
zu verbessern. Deswegen gehen wir seit Ankunft dieses
Schützlings jede Woche in die Hundeschule und vertrauen Silvia
Knüppelberg unseren Charmeur an. Die Mobilitätsübungen, die Mato
dort ausführt, zielen sowohl auf ein verbessertes
Körperempfinden als auch auf den Muskelaufbau ab. So stehen
beispielsweise Kisten voreinander, durch die man Tatze um Tatze
hindurch steigen muss. Oder der Gymnastikball wird hervorgeholt
und Mato trainiert gezielt seine Hinterhand. Das erfordert
Konzentration und Muskelarbeit. Das ist auch gut so, denn die
Muskeln sollen letztlich den Körper so stützen, dass das (Hüft-)Gelenk
entlastet wird. Es ist schlichtweg unglaublich, was für einen
bewundernswert ausgeglichenen, lebensfrohen und neugierigen
Charakter dieser Hund sich bewahrt hat. Seine Vorbesitzer haben
dazu jedoch keinen allzu großen Teil beigetragen. Ganz im
Gegenteil, wurde doch dieser bewegungsfordernde und
wissbegierige Hund oft als Fußabtreter und Ventil für
Aggressionen verwendet.
Mit vereinten Kräften bemühen wir uns um Matos
Wohlergehen und haben dabei zum Glück etliche Unterstützer. Doch
dieser fröhliche Vierbeiner mit seiner sprühenden Lebensfreude
gibt so wahnsinnig viel zurück, dass es einem wirklich nicht
schwer fällt, sich mit vollem Herzblut zu engagieren. Denn
genauso lebt Mato jede Sekunde: Voller Gegenwärtigkeit und
Intensität. Davon könnte sich manch anderer eine Scheibe
abschneiden.
Update –
08.02.2012 Hallo Leute, ich bin’s, euer Mato. Stellt euch vor, ich bin umgezogen. Dachte ja schon bei der Auffangstation, dass die klasse sei, aber jetzt hat mich ein Mann von der NfP an einen noch viel besseren Platz gebracht: in eine private Pflegefamilie! Ich bin immer noch am Entdecken und Staunen, was es hier alles gibt. Die ganze Sache ist spannend und aufregend. Deshalb habe ich im Moment auch gar nicht viel Zeit zum Schreiben. Die Leute hier sind schon ziemlich verliebt in mich und zwischendurch habe ich mal ein paar Wortfetzen gehört von wegen „der bleibt hier“. Ich hoffe, dass die mich gemeint haben, denn mir gefällt es hier so gut, dass ich gar nicht wieder weg möchte.
Wenn es was Neues gibt, erfahrt ihr es an dieser Stelle! Werde das mit der Schreiberei dann den Zweibeinern auftragen, damit ihr auch wisst, wie es mit mir weiter geht. Bis dahin
fröhliche Grüße
Update 25.04.2012 Das Wichtigste erst mal vorweg: Mato fühlt sich bei seinen neuen Menschen rundherum wohl! Und seine Zweibeiner sind absolut fasziniert von ihm und sehr glücklich, dass sie so einen tollen Gefährten erhalten haben.
Die große Verbundenheit zwischen Herr B. und Mato und das Bestreben des Malamute-Rüden, alles richtig zu machen, haben dann auch die Gewöhnung an die anderen Familienmitglieder erleichtert. Vierbeinige Familienmitglieder. Solche, die miauen. Und davon gleich mehrere! Ja, Sie lesen richtig: Mato lebt mittlerweile mit Katzen zusammen. Ungewöhnlich für einen Nordischen, der bisher nicht mit Samtpfoten konfrontiert war (oder wenn doch, dann diese eher als Jagdobjekt betrachtet hat). Aber wir kannten Familie B. schon aus früheren Vermittlungen und wussten um ihr besonderes Fingerspitzengefühl bei derartigen Vergesellschaftungen. Natürlich funktioniert so etwas nicht von heute auf morgen und auch Mato musste sich erst umstellen und die Stubentiger akzeptieren lernen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein und inzwischen kann man ihn mit Fug und Recht als „katzensicher“ bezeichnen.
Auch unser ehemaliger Stationsbewohner selbst meldet sich noch mal zu Wort. Er wurde übrigens zwischenzeitlich vom „Bären“ zum „Mammut“ umgetauft – ebenfalls eine imposante Gestalt und von daher durchaus vergleichbar mit Mato. Also, Mato spricht:
Also ich bin mir mittlerweile ganz
sicher, endlich bei den richtigen Leuten angekommen zu sein. Mann, was bin
ich immer unterwegs. Überall darf ich mit. Ich glaube, ich habe in wenigen
Wochen schon ganz Oberbayern und Südschwaben gesehen. Manchmal bin ich
echt froh, wenn ich auch mal einen Tag ausruhen darf.
Bei diesen neuen Menschen, da habe ich ein ganzes Stockwerk
für mich! Zwar halten sich die beiden Zweibeiner auch viel in diesem
Stockwerk auf, aber wenigstens zum Schlafen habe ich meine Ruhe. Ach ja
schlafen: Ich habe ein Bett bekommen. Auf der Decke lag ich nicht so gut,
wegen meiner Hüfte. Aber das Bett ist so weich und kuschelig. Fand ich
cool, endlich einen Platz nur für mich zu haben. Leider darf ich nicht
mehr mit aufs Sofa. Verstehe ich nicht, warum. Immer mal wieder lehne ich
mich dagegen auch auf. Wenn der Mann da ist, muss ich immer wieder runter.
Bei der Frau nicht immer...
In dem Haus, das ich großzügigerweise mit meinen Menschen
teile, habe ich mittlerweile alle Stockwerke erkundet. Zwar kann ich das
nur selten, denn meistens sind die Türen in den Flur zu, aber gelegentlich
kann ich den beiden entwischen und renn dann ganz schnell hoch oder
runter. Wie die beiden mir dann hinterher laufen, das ist schon lustig.
Einen Garten habe ich auch. Leider muss ich da immer an der
Leine bleiben. Versteh ich nicht. Aber die Menschen sprachen von einem
Zaun, den es in ein paar Wochen geben soll. Angeblich darf ich dann
machen, was ich möchte in dem Garten. Apropos Garten: den von meiner Oma
habe ich schon gründlich umgegraben. Da muss zwar vorher ein anderer
eifriger Gräber auch schon unterwegs gewesen sein, aber ich kann tiefer
und größer graben.
Also wenn’s nach mir geht, geh ich hier nicht mehr weg! Und die Menschen,
die wollen mich auch nicht mehr hergeben. Ich liebe es hier! So wie ich
gehört habe, geht es in den nächsten drei Wochen in die Berge, Richtung
Garmisch oder so. Da wollen wir uns einen See ansehen, ich glaub den
Eibsee. Und vielleicht geht’s im Herbst sogar nach Italien. Mein
Mann-Mensch hat mir versprochen, dass es dann nicht mehr so warm ist und
ich auch genügend Platz zum Baden haben werde, im Meer oder in sowas. Das
kenne ich ja noch gar nicht. Ja, mal schauen was die nächsten Tage
bringen. Langweilig wird’s mir jedenfalls nicht.
Aber jetzt muss ich etwas schlafen. Heute ist es etwas ruhiger, weil mein
Mann-Mensch rotzt die ganze Zeit in so weiße Papierfetzen – komisch. Aber
morgen fahren wir wieder an den Ammersee und da darf ich dann wieder viel
schnuppern. Wie sagt man hier: Servus und bis boid
- aus Bayern.
Leider sind die Untersuchungsergebnisse nicht gerade positiv. Er hat durch die OP an der zertrümmerten linken Hüfte einen Beckenschiefstand zurück behalten, der ihm wohl in einigen Jahren ernsthafte Schwierigkeiten bereiten wird. Laut derzeitiger Prognose sind Mato voraussichtlich noch drei bis vier Jahre ohne größere Schmerzen vergönnt. Wie es danach weitergehen wird, wissen wir nicht. Seine Lebenserwartung dürfte nicht allzu hoch sein, aber auch das hält Familie B. nicht davon ab, ihn auf seinem weiteren Weg zu begleiten. Auch der Verein will Mato nicht im Stich lassen und da noch unklar ist, was an Behandlungen auf ihn und uns zukommen wird, hoffen wir, dass auch seine Paten ihm weiterhin die Treue halten und seine Zukunft finanziell mit absichern.
|
|
Diese Seite einem Freund mailen
|
|
Auffangstationen der NfP |
letzte Bearbeitung am 25. Apr 12