Unser mutiger Bär Mato wartet auf Sie!

Mato

Es bekümmert uns eigentlich sehr, dass wir erneut ein Update von diesem Sonnenschein veröffentlichen müssen, anstatt unseren „Bären“ bei den Glücksfellen unterbringen zu können. Aber wir freuen uns darüber, dass es reichlich Positives zu berichten gibt.

Mato beim TrainingÜber Matos Vergangenheit liegt nach wie vor ein dunkler Schatten, der zwar vom Wesen dieses lebensfrohen Malamuten überstrahlt wird, aber die körperlichen Misshandlungen und deren Auswirkungen leider nicht in Luft auflöst. Eine zu spät ausgeführte Operation der Hüfte hat zu Ausgleichshaltungen geführt, die wiederum Schaden an seinem Bewegungsapparat bewirkt haben. Davon betroffen sind speziell das linke Knie und sein rechter Ellenbogen. Wenn dieser Wirbelwind durch das Gehege fegt, scheint es nicht so, als wenn er überhaupt irgendwelche Behinderungen mitbringt, weder körperlich noch seelisch. Doch wenn man genau hinschaut, sieht man das „Unrunde“ in seinem überschwänglichen Lauf.

Wir tun seit Matos Ankunft alles in unserer Macht stehende, um diese körperlichen Beeinträchtigungen soweit wie möglich einzugrenzen oder besser gesagt, soweit wie möglich zu verbessern. Deswegen gehen wir seit Ankunft dieses Schützlings jede Woche in die Hundeschule und vertrauen Silvia Knüppelberg unseren Charmeur an. Die Mobilitätsübungen, die Mato dort ausführt, zielen sowohl auf ein verbessertes Körperempfinden als auch auf den Muskelaufbau ab. So stehen beispielsweise Kisten voreinander, durch die man Tatze um Tatze hindurch steigen muss. Oder der Gymnastikball wird hervorgeholt und Mato trainiert gezielt seine Hinterhand. Das erfordert Konzentration und Muskelarbeit. Das ist auch gut so, denn die Muskeln sollen letztlich den Körper so stützen, dass das (Hüft-)Gelenk entlastet wird.Mato
Und als Beigabe obendrauf gibt es noch eine Extra-Portion Selbstbewusstsein. Es ist schön zu beobachten, wie Mato freudig aufgeregt bei Übungen einsteigt, die er schon kennt. Nach dem Motto: „Hey, Platz da! Ich weiß, wie das hier funktioniert!“

Es ist schlichtweg unglaublich, was für einen bewundernswert ausgeglichenen, lebensfrohen und neugierigen Charakter dieser Hund sich bewahrt hat. Seine Vorbesitzer haben dazu jedoch keinen allzu großen Teil beigetragen. Ganz im Gegenteil, wurde doch dieser bewegungsfordernde und wissbegierige Hund oft als Fußabtreter und Ventil für Aggressionen verwendet.
Mato scheint diesen Teil seines Lebens erfolgreich auszublenden und dafür verdient er täglich unseren Respekt. Gerade deswegen hoffen wir auch umso mehr auf eine Familie, die bestrebt ist, Matos Zukunft in das Gegenteil seiner Vergangenheit zu verwandeln. Das bedeutet: Viel Liebe, viel Geborgenheit, viel Auslauf und viel Beschäftigung. Letztere ist ebenfalls ein positiver Nebeneffekt der Übungen in der Hundeschule. Denn das Köpfchen wird bei diesen Übungen natürlich auch gefordert. Ein Umstand, der Mato zum einen sehr zu freuen scheint und auf den er zum anderen auch super anspringt.

MatoDieser Hund ist in seiner Gesamtheit einfach etwas ganz Besonderes! Das würden auch all seine Spaziergänger blind unterschreiben. Und davon gibt es, dank Matos bezauberndem Wesen, zum Glück viele. Diese lieben Helfer haben durch ihre ausgedehnten Spaziergänge grandios zu Matos Fitness und Ausgeglichenheit beigetragen. Und ihm die Menge Auslauf verschafft, die ein Nordischer im Blut hat, aber nicht immer ausleben kann. Ein herzliches Dankeschön an alle für dieses tierische Engagement.
Ein großes Dankeschön gilt auch Jocelyne Biercher, die eine ehrenamtliche Sitzung der von ihr entwickelten SMT Tierheiltherapie© durchgeführt hat, die nach dem bewährten Prinzip der Sanften Manuellen Therapie entstanden ist (www.smt-vet.de). Bei dieser Methode werden zumeist in nur einer Sitzung Gelenk- und Wirbelprobleme wirkungsvoll therapiert. In einigen Wochen dürfen wir (oder natürlich Matos neue Familie) noch mal zur Nachuntersuchung kommen. Vielen Dank für diese ergänzende Heiloption!

Mit vereinten Kräften bemühen wir uns um Matos Wohlergehen und haben dabei zum Glück etliche Unterstützer. Doch dieser fröhliche Vierbeiner mit seiner sprühenden Lebensfreude gibt so wahnsinnig viel zurück, dass es einem wirklich nicht schwer fällt, sich mit vollem Herzblut zu engagieren. Denn genauso lebt Mato jede Sekunde: Voller Gegenwärtigkeit und Intensität. Davon könnte sich manch anderer eine Scheibe abschneiden.
Zögern Sie nicht und holen sich dieses Bündel Lebensenergie ins Haus und in Ihr Leben. Wir freuen uns zusammen mit Mato auf Ihren Anruf!

 

 

 

Update – 08.02.2012Mato in der Pflegestelle

Hallo Leute,

ich bin’s, euer Mato. Stellt euch vor, ich bin umgezogen. Dachte ja schon bei der Auffangstation, dass die klasse sei, aber jetzt hat mich ein Mann von der NfP an einen noch viel besseren Platz gebracht: in eine private Pflegefamilie! Ich bin immer noch am Entdecken und Staunen, was es hier alles gibt. Die ganze Sache ist spannend und aufregend. Deshalb habe ich im Moment auch gar nicht viel Zeit zum Schreiben.

Die Leute hier sind schon ziemlich verliebt in mich und zwischendurch habe ich mal ein paar Wortfetzen gehört von wegen „der bleibt hier“. Ich hoffe, dass die mich gemeint haben, denn mir gefällt es hier so gut, dass ich gar nicht wieder weg möchte.

Mato hat Spass

Wenn es was Neues gibt, erfahrt ihr es an dieser Stelle! Werde das mit der Schreiberei dann den Zweibeinern auftragen, damit ihr auch wisst, wie es mit mir weiter geht.

Bis dahin fröhliche Grüße
vom Malamute-„Bären“ Mato

 

Update 25.04.2012

Das Wichtigste erst mal vorweg: Mato fühlt sich bei seinen neuen Menschen rundherum wohl! Und seine Zweibeiner sind absolut fasziniert von ihm und sehr glücklich, dass sie so einen tollen Gefährten erhalten haben.

MatoMato darf sein Herrchen zur Arbeit begleiten und hat ihn so unumstößlich als Rudelführer akzeptiert, dass er ihm bedingungslos folgt. Auch das Frauchen steht hoch im Kurs, aber Herrchen ist eben immer da und deshalb „greifbarer“.

Die große Verbundenheit zwischen Herr B. und Mato und das Bestreben des Malamute-Rüden, alles richtig zu machen, haben dann auch die Gewöhnung an die anderen Familienmitglieder erleichtert. Vierbeinige Familienmitglieder. Solche, die miauen. Und davon gleich mehrere!

Ja, Sie lesen richtig: Mato lebt mittlerweile mit Katzen zusammen. Ungewöhnlich für einen Nordischen, der bisher nicht mit Samtpfoten konfrontiert war (oder wenn doch, dann diese eher als Jagdobjekt betrachtet hat). Aber wir kannten Familie B. schon aus früheren Vermittlungen und wussten um ihr besonderes Fingerspitzengefühl bei derartigen Vergesellschaftungen. Natürlich funktioniert so etwas nicht von heute auf morgen und auch Mato musste sich erst umstellen und die Stubentiger akzeptieren lernen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein und inzwischen kann man ihn mit Fug und Recht als „katzensicher“ bezeichnen.

MatoDoch die Miezen sind nur ein Aspekt seines neuen Lebens – und für Mato sicherlich nicht der wichtigste. Viel bedeutender ist es für ihn, dass er voll und ganz in die Aktivitäten seiner Menschen einbezogen ist, dass es eine Menge Neues für ihn zu entdecken gibt und dass er so viel unternimmt, dass Langeweile gar nicht erst aufkommen kann. Enger Familienanschluss mit entsprechenden Streicheleinheiten sind selbstverständlich inklusive. So etwas konnten wir ihm natürlich unter Tierschutz-Bedingungen nicht bieten und umso mehr freut es uns, dass Mato nun all das bekommt, was ein selbstbewusster junger Hund zum Glücklichsein braucht.

Auch unser ehemaliger Stationsbewohner selbst meldet sich noch mal zu Wort. Er wurde übrigens zwischenzeitlich vom „Bären“ zum „Mammut“ umgetauft – ebenfalls eine imposante Gestalt und von daher durchaus vergleichbar mit Mato. Also, Mato spricht:

Also ich bin mir mittlerweile ganz sicher, endlich bei den richtigen Leuten angekommen zu sein. Mann, was bin ich immer unterwegs. Überall darf ich mit. Ich glaube, ich habe in wenigen Wochen schon ganz Oberbayern und Südschwaben gesehen. Manchmal bin ich echt froh, wenn ich auch mal einen Tag ausruhen darf.

Bei diesen neuen Menschen, da habe ich ein ganzes Stockwerk für mich! Zwar halten sich die beiden Zweibeiner auch viel in diesem Stockwerk auf, aber wenigstens zum Schlafen habe ich meine Ruhe. Ach ja schlafen: Ich habe ein Bett bekommen. Auf der Decke lag ich nicht so gut, wegen meiner Hüfte. Aber das Bett ist so weich und kuschelig. Fand ich cool, endlich einen Platz nur für mich zu haben. Leider darf ich nicht mehr mit aufs Sofa. Verstehe ich nicht, warum. Immer mal wieder lehne ich mich dagegen auch auf. Wenn der Mann da ist, muss ich immer wieder runter. Bei der Frau nicht immer...

MatoIch habe auch "Großeltern" bekommen. Ich war auch schon zwei Mal bei den Eltern meines Frauchens über Nacht. Meine Oma und Opa also. Die Oma rennt dann mit mir immer durch Wälder und über Stock und Stein. Und eine Freundin, ein Labrador-Mädel, habe ich dort in der Nachbarschaft auch gefunden. Mit der macht Spielen und Rennen so richtig Spaß!

In dem Haus, das ich großzügigerweise mit meinen Menschen teile, habe ich mittlerweile alle Stockwerke erkundet. Zwar kann ich das nur selten, denn meistens sind die Türen in den Flur zu, aber gelegentlich kann ich den beiden entwischen und renn dann ganz schnell hoch oder runter. Wie die beiden mir dann hinterher laufen, das ist schon lustig.

Einen Garten habe ich auch. Leider muss ich da immer an der Leine bleiben. Versteh ich nicht. Aber die Menschen sprachen von einem Zaun, den es in ein paar Wochen geben soll. Angeblich darf ich dann machen, was ich möchte in dem Garten. Apropos Garten: den von meiner Oma habe ich schon gründlich umgegraben. Da muss zwar vorher ein anderer eifriger Gräber auch schon unterwegs gewesen sein, aber ich kann tiefer und größer graben.

MatoÜbrigens hat es in der Nähe meines Hauses zwei Seen. Drei- oder viermal die Woche schaffe ich es bis dahin. Wahnsinn, oder!? Vom Rand vollen Anlauf nehmen und zack – rein ins Wasser. 20 Minuten baden soll ja noch keinem geschadet haben. Und wenn’s im Sommer recht warm ist, bin ich mir sicher, gehen wir da auch öfter hin, damit ich mich abkühlen kann.

Also wenn’s nach mir geht, geh ich hier nicht mehr weg! Und die Menschen, die wollen mich auch nicht mehr hergeben. Ich liebe es hier! So wie ich gehört habe, geht es in den nächsten drei Wochen in die Berge, Richtung Garmisch oder so. Da wollen wir uns einen See ansehen, ich glaub den Eibsee. Und vielleicht geht’s im Herbst sogar nach Italien. Mein Mann-Mensch hat mir versprochen, dass es dann nicht mehr so warm ist und ich auch genügend Platz zum Baden haben werde, im Meer oder in sowas. Das kenne ich ja noch gar nicht. Ja, mal schauen was die nächsten Tage bringen. Langweilig wird’s mir jedenfalls nicht.

Aber jetzt muss ich etwas schlafen. Heute ist es etwas ruhiger, weil mein Mann-Mensch rotzt die ganze Zeit in so weiße Papierfetzen – komisch. Aber morgen fahren wir wieder an den Ammersee und da darf ich dann wieder viel schnuppern.

Wie sagt man hier: Servus und bis boid - aus Bayern.

MatoDie Entscheidung ist also gefallen: Mato hat seine Endstelle gefunden. Warum er dann noch nicht unter den „Glücksfellen“ veröffentlicht ist? Nun, in gesundheitlicher Hinsicht gibt es leider ernüchternde Nachrichten. Mato wurde noch mal von Grund auf durchgecheckt, um besser beurteilen zu können, was mit seiner lädierten Hüfte geschehen soll bzw. muss.

Leider sind die Untersuchungsergebnisse nicht gerade positiv. Er hat durch die OP an der zertrümmerten linken Hüfte einen Beckenschiefstand zurück behalten, der ihm wohl in einigen Jahren ernsthafte Schwierigkeiten bereiten wird. Laut derzeitiger Prognose sind Mato voraussichtlich noch drei bis vier Jahre ohne größere Schmerzen vergönnt. Wie es danach weitergehen wird, wissen wir nicht. Seine Lebenserwartung dürfte nicht allzu hoch sein, aber auch das hält Familie B. nicht davon ab, ihn auf seinem weiteren Weg zu begleiten.

Auch der Verein will Mato nicht im Stich lassen und da noch unklar ist, was an Behandlungen auf ihn und uns zukommen wird, hoffen wir, dass auch seine Paten ihm weiterhin die Treue halten und seine Zukunft finanziell mit absichern.

 

 

 

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letzte Bearbeitung am 25. Apr 12