Neues von Max |
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Anfang April begann Max sein neues Leben, das mit der
mail einer Hundetrainerin begonnen hatte, die Hilfe für einen uralten
Kettenhund mit nordischen Anteilen aus Thüringen suchte, den kein Tierheim
in der Umgebung wollte. Viel mehr bekam man trotz aller Bemühungen nicht
heraus über Max, dessen Besitzer schwer erkrankt war und als
Ansprechpartner nicht mehr zur Verfügung stand. Über eine Rundmail im Internet fand sich ein Gnadenbrotplatz für Max und rasch gelang auch die Organisation einer entsprechenden Fahrkette – den Ausgang dieses Tages kann man dann als Unglück oder Glück ansehen, je nachdem, von welcher Warte aus man es betrachtet. Denn der vermeintliche Senior entpuppte sich als sprunggewaltiger, umtriebiger Rüde am Ende seiner besten Jahre, ein Tierarzt schätzte ihn später auf etwa 8 – 10 Jahre. Max wird also aller Wahrscheinlichkeit nach noch einige Jahre Zeit haben, sein neues Leben jenseits von Innenhof und Kette zu genießen, aber für den angebotenen Gnadenbrotplatz war er natürlich nicht geeignet (übersprang umgehend den 1,50 m hohen Zaun des Anwesens) und somit erstmal obdachlos.
Zuflucht hat er über seinen Fahrer im
Alternativer Bärenpark®
Worbis gefunden, der zwar normalerweise mit
Hunden gar nichts zu tun hat, aber dennoch über eine ausbruchssichere
Unterbringung für einen wie Max verfügt. Die ersten Tage dort war Max
fröhlich und begeistert dabei, die von allen Seiten auf ihn einstürzenden
Eindrücke in sich aufzusaugen, was ungewöhnlich erschien für einen, dessen
Leben bis dato fast ausschließlich aus dem Kontakt mit seinem Besitzer,
dem Hof von dessen Anwesen und vielleicht einmal einem Spaziergang in die
nahen Felder bestand. Vielleicht war es eine Art innerer Schockzustand,
denn auf einmal waren sie da, die Momente, in denen Max vor Übererregung
nicht mehr ansprechbar war – so unendlich viel wollte verarbeitet werden,
dass manchmal einfach gar nichts mehr ging, Gedanken- und Gefühlswelt
wegen Überlastung geschlossen sozusagen. Solche Momente der Unansprechbarkeit gab es nun schon länger nicht mehr bei Max, der sich in den abwechslungsreichen Alltag des Bärenparks eingefunden und eingegliedert hat, geholfen hat ihm dabei vielleicht auch, das er obwohl jahrelang nie gefördert oder gar gefordert ein intelligenter und lernfähiger Hund geblieben ist. Sogar seinen Spieltrieb hat er sich bewahrt, in so einem Bällchen kann zumindest vorübergehend das ganze Glück der Welt liegen – was er aber noch nicht so recht verstanden hat ist das gemeinsame Spielen mit dem Zweibeiner. Denn dass Menschen Bälle werfen können ist klasse, dass aber vor einem erneuten Wurf der Hund den Ball erst einmal hergeben muss, das ist so ein Punkt, an dem sich die Geister derzeit noch scheiden und es nur mit Tricks aus der „Erziehungskiste“ weitergeht. Ansonsten aber hat
„gemeinsam“ für Max einen unendlich hohen Stellenwert, er wäre am liebsten
immer und überall mit dabei, wo auch seine Bezugspersonen sind. Das geht
in der derzeitigen Situation natürlich nicht und so hört man Max im
Bärenpark recht häufig bellen, denn von seiner Unterbringung aus teilt er
jeder bekannten Person, die in sein Blickfeld gerät, umgehend mit, dass er
auch noch da ist und man sich gerne auch mit ihm beschäftigen darf. Am
allerliebsten natürlich in Form von Spaziergängen, Max hat da eindeutig
das Potential seiner Nordischen Vorfahren und sehr viel Bewegungsbedarf.
Leider hat er auch den Jagdtrieb abbekommen und wenn ihm unterwegs etwas
in die Nase kommt, ist zunächst alles vergessen, als erstes natürlich, wie
man ordentlich an der Leine geht und als zweites dann, das Ohren zum Hören
und nicht zum Lauschen da sind….. Im Umgang mit seinen Artgenossen hat Max weiterhin Nachholbedarf, ist nicht generell unverträglich, aber alles andere als souverän oder weltgewandt. Wer Hundeerfahrung hat, weiß, dass die einen bei Begegnungen vor lauter Ängstlichkeit dann keinen Schritt mehr gehen und die anderen sich ins Leinenpöblen flüchten, Max zeigt letzteres, an der Gesamtthematik muss also noch einiges gearbeitet werden. Zwei erste vorsichtige Hundefreundschaften hat Max im Bärenpark jedoch schon geschlossen, zu einem gemischten Hundepaar und mit denen klappt es schon recht gut – in vier Monaten lässt sich ja kaum nachholen, was in mindestens acht Jahren verpasst wurde. Und so fasst die Tierpflegerin, die sich hauptsächlich um Max kümmert, das alles schön mit diesen Worten zusammen: „er ist einfach ungeschliffen, hat aber einen goldigen Kern“. Damit dieser Kern aber seine Wirkung so recht entfalten kann, möglichst immer und in jeder Situation, braucht Max noch eine Menge Anleitung und auch Führung. Eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Hunden wäre (der noch offenen Baustellen wegen) daher wünschenswert, aber keine Katzen oder Kleintiere, selbige hat Max nämlich zum Fressen gern. Kinder sollten, damit der Alltag nicht zu hektisch wird und auch des mitunter noch ungezügelten Temperaments von Max wegen, schon etwas größer sein und vor allem standfest. Ideal wäre eine eher ländliche Gesamtumgebung, mit der Vielfältigkeit einer Stadt wäre Max derzeit wohl noch überfordert. Ach ja, falls Sie bei den Fotos jetzt etwas gestutzt haben – das ist schon Max, derzeit gerade dabei sich wieder „anzuziehen“, denn Fellwechsel hat er wie ein ganzer Nordischer betrieben und den gesamten Bärenpark verfusselt …..
Bei Interesse an Max wenden Sie sich bitte an das Nordlicht für Notfelle oder an die Geschäftsstelle.
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letzte Bearbeitung am 17. Aug 09