Besonderer Notfall - Navajo - ihm läuft die Zeit mit Riesenschritten davon |
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Navajo hat sein Herrchen verloren, bei dem er sein ganzes Leben verbrachte. Zwei lange Tage saß er neben dem Verstorbenen und wartete auf ein Zeichen seines Menschen – das nicht kam. Erst dann wurde man auf dieses tragische Ereignis aufmerksam. Testamentarisch wurde er der Ex-Frau vermacht – doch die
hat selbst einen Rüden. Und so sehr Navajo sich draußen sozial zeigt, so
wenig begeistert ist er leider über heimische Konkurrenz. Zu sehr war er
immer verwöhnter Einzelprinz. Er kennt das Leben im Mix aus Wohnung und Garten, kennt
Kinder und bleibt auch nach wie vor ein paar Stunden alleine. Er ist
kastriert und Krankheiten sind keine bekannt. Wir können nur hoffen, dass ihm gerade diese Tugend nicht zum Verhängnis wird, vor allem, da ihm jetzt ganz enorm die Zeit davonläuft. Denn die Feiertage, D-Day sozusagen, stehen vor der Tür. Sollten Sie, lieber Leser, einen mittelgewichtigen,
verschmusten Schelm suchen, der fast schon den Boden anbetet, über den Sie
gehen, und der Ihre Liebe weder mit einem weiteren Hund in Ihren vier
Wänden, noch mit Katzen teilen muss – dann ist unser Navajo ganz genau der
Richtige.
Update 04.01.2012 – Navajo Licht und
Schatten haben die letzten Tage des Jahres 2011 auf Navajos
Schicksal geworfen. Kurz vor Weihnachten konnten wir noch voller
Freude vermelden, dass er in Kürze umziehen darf und eigentlich
hätte dies auch sein Happy-End sein sollen. Umgezogen ist er,
doch aus dem Happy-End wurde leider nichts. Navajo wird abermals schuldlos sein Zuhause verlieren, denn völlig überraschend reagiert nun das Frauchen allergisch auf ihn. Dies war im Vorfeld überhaupt nicht absehbar, denn beim verstorbenen Vorgänger-Rüden gab es nie ähnliche Reaktionen. Nun muss sie den Kontakt mit Navajo meiden, was natürlich kein Dauerzustand sein kann. Wir hoffen deshalb inständig, dass unser gebeuteltes Sorgenkind in Kürze eine neue Chance erhält und dann wirklich ein endgültiges Heim findet. Der imposante Malamute-Samojeden-Mix zeigt sich auch im derzeitigen Umfeld wie erwartet als verschmuster Geselle, der gut zu händeln ist und für ein Leckerli so gut wie alles tut. Beim Gassigehen versteht er sich mit nahezu sämtlichen Artgenossen, nur ein direktes Zusammenleben ist wegen seines ausgeprägten Futterneides weniger ratsam. Wir suchen für ihn deshalb idealerweise einen Einzelplatz.
Der im März 2004 geborene Navajo ist kein
ausgeprägter Sportler, ihm sind ausgiebige Spaziergänge mit
vielen Schnüffelerlebnissen lieber als ein flottes Tempo am
Fahrrad oder beim Joggen. Meistens ist er recht entspannt
unterwegs, doch sollte man seine Kraft und sein Gewicht von rund
30 kg nicht unterschätzen, wenn er dann doch mal eine aufregende
Spur in die Nase bekommt und dieser nachsetzen will. Worauf Navajo gut und gerne verzichten kann, ist Autofahren. Auf geraden Strecken erträgt er es zwar noch einigermaßen klaglos, aber wenn es dann kurvig wird, fängt er an zu jammern, wird unruhig und kämpft sichtbar (und nicht immer erfolgreich) gegen die Übelkeit. Im neuen Zuhause wäre es daher vorteilhaft, ihn wieder äußerst behutsam ans Autofahren zu gewöhnen. Wir denken, dass er im Laufe der Zeit seinen Stress in dieser Situation abbauen wird, denn vor seiner Abgabe in den Tierschutz hatte er damit keine Probleme. Aber es wird dauern. Sicherlich Wochen, vielleicht sogar Monate. Abgesehen von dem Autofahr-Manko können wir über Navajo nichts Negatives berichten. Er wäre einfach nur glücklich, wenn das Hin und Her in seinem Leben ein Ende hätte, er wieder Geborgenheit erfahren dürfte und das Gefühl hätte, fest zu seinen Menschen zu gehören. Dann nämlich haben auch die Zweibeiner einen treuen Begleiter, der sie nie im Stich lassen wird.
Unsere Suche nach einer neuen Bleibe für Navajo hatte Erfolg, er durfte im Januar auf eine private Pflegestelle ziehen, wo bereits langjährige Erfahrung mit Nordischen vorhanden ist. Die Reise dorthin war für Navajo noch mal etwas stressig, da er mitten in der Nacht von unserer Helferin abgeholt wurde und dann eine mehrstündige Autofahrt überstehen musste, aber er kam wohlbehalten an. Navajo wurde bereits freudig erwartet. Nach einer kurzen Inspektion der Wohnung legte er sich seinem neuen Pflegefrauchen zu Füßen und genoss deren Streicheleinheiten. Dass er dennoch etwas irritiert war, kann man ihm wohl nicht verdenken angesichts der Platzwechsel, die er nun schon hinter sich hatte. Doch mittlerweile hat er sich gut eingelebt und bereitet den Zweibeinern viel Freude. So viel Freude, dass schon erste Überlegungen im Raum stehen, ihn gar nicht mehr gehen zu lassen. Seinem Pflegefrauchen ist Navajo bereits eng verbunden und achtet sorgsam darauf, was sie von ihm will. Dabei genügen leise Worte und er steht „Gewehr bei Fuß“. Doch auch ausgelassenen Tobereien ist er nicht abgeneigt und fordert regelrecht zum Spielen auf. Ein toller Kamerad! Ob Navajo endgültig seinen Lebensplatz gefunden hat, wird sich wohl in Kürze herausstellen. Wir drücken die Daumen, dass er sich vollends in die Herzen seiner Gastgeber schleichen wird!
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letzte Bearbeitung am 25. Mrz 12