*Ich bin vorvermittelt*

Besonderer Notfall - Navajo - ihm läuft die Zeit mit Riesenschritten davon

Navajo

NavajoGeboren ist der eindrucksvolle Malamute-Samojeden-Mischling 2004. Das Samojedenerbe beschert ihm eine wunderschön behaarte Rute, die er wie eine Standarte mit sich führt, und einen kleinen Anteil vom scheinbar immer lächelnden Sammy-Ausdruck im Gesicht. Dies und die im Sommer erfolgte Schur bewirken, dass man Navajo einfach nur knuddeln möchte, so schnuffig wie er gerade daherkommt. Da er ein extrem großer Schmuser ist, würde er sicherlich auch sofort sein Einverständnis geben. Bauchkraulen ist sein Höchstes – im Handumdrehen liegen da die gut 32 kg Hund auf dem Rücken und bitten mit charmant angewinkelten Pfötchen um Zuwendung.

Navajo hat sein Herrchen verloren, bei dem er sein ganzes Leben verbrachte. Zwei lange Tage saß er neben dem Verstorbenen und wartete auf ein Zeichen seines Menschen – das nicht kam. Erst dann wurde man auf dieses tragische Ereignis aufmerksam.

Testamentarisch wurde er der Ex-Frau vermacht – doch die hat selbst einen Rüden. Und so sehr Navajo sich draußen sozial zeigt, so wenig begeistert ist er leider über heimische Konkurrenz. Zu sehr war er immer verwöhnter Einzelprinz.
Man versuchte, für ihn ein Plätzchen in Tierheimen zu finden, jedoch ohne Erfolg. Zumindest nicht umgehend. Als man die NfP einschaltete, konnten wir zumindest eine Pflegestelle für Navajo organisieren. Aber – auch dort gibt es einen Hund. Zwar eine Dame und auch schon älter, doch für Navajo, der sich seiner selbst durch all das Mitgemachte derzeit gar nicht mehr so sicher ist, ist auch das zu viel. Verzweifelt sucht er nach einem eigenen Menschen ganz für sich und agiert futter- als auch wasserneidisch. Heißt, er zeigt bei jeder Form von Ressource herzzerreißend auf, dass ER der EINZIGE Hund sein will.
Navajo hatte bei Herrchen nur gute Eigenschaften. Fuhr problemlos Auto, mochte Kinder, achtete immer auf seinen Menschen, zeigte sich gutmütig und gut führbar. Durch das folgende Gefühlschaos bescheinigt ihm die Pflegestelle nur eine eingeschränkte Fahrzeugliebe und eben das Problem mit jedwedem Zweithund an der Seite. Seit über 3 Monaten versucht die Pflegestelle zwischen den beiden Tieren zu vermitteln – doch Navajo hat trotz seines liebevollen Wesens auch die unbeugsame Konsequenzhaltung des Malamuten und verweigert sich den Bemühungen klar.Navajo
Da nun in der Pflegestelle der Urlaub ansteht über die Feiertage, brennt nun die Luft um den vom Schicksal Gebeutelten. Denn ohne ein akzeptables Arrangement zwischen den beiden Hunden kann Najavo nicht mit in die Ferienunterkunft.

Er kennt das Leben im Mix aus Wohnung und Garten, kennt Kinder und bleibt auch nach wie vor ein paar Stunden alleine. Er ist kastriert und Krankheiten sind keine bekannt.
Er ist, eben nur ohne weiteren Hund in der Familie, ein Ausbund an Bravheit, an liebenswerter Zugewandtheit und ein wirklich prima, prima Gefährte. Keiner, der täglich stundenlang die Welt umdrehen möchte, sondern der auf ruhige gemeinsame Spaziergänge steht und vor allem auf die intensive Nähe zu seinen Menschen, die sein Ein und Alles sind und für die ER das Ein und Alles sein möchte.

Wir können nur hoffen, dass ihm gerade diese Tugend nicht zum Verhängnis wird, vor allem, da ihm jetzt ganz enorm die Zeit davonläuft. Denn die Feiertage, D-Day sozusagen, stehen vor der Tür.

Sollten Sie, lieber Leser, einen mittelgewichtigen, verschmusten Schelm suchen, der fast schon den Boden anbetet, über den Sie gehen, und der Ihre Liebe weder mit einem weiteren Hund in Ihren vier Wänden, noch mit Katzen teilen muss – dann ist unser Navajo ganz genau der Richtige.
Er, der so sensibel und treu neben seinem Herrchen wartete und doch enttäuscht wurde, braucht dringend – und schnell – sensible und treue Menschen, die ihm sein großartiges Selbst wieder ermöglichen.

 

Update 04.01.2012 – Navajo

Licht und Schatten haben die letzten Tage des Jahres 2011 auf Navajos Schicksal geworfen. Kurz vor Weihnachten konnten wir noch voller Freude vermelden, dass er in Kürze umziehen darf und eigentlich hätte dies auch sein Happy-End sein sollen. Umgezogen ist er, doch aus dem Happy-End wurde leider nichts.Navajo

Navajo wird abermals schuldlos sein Zuhause verlieren, denn völlig überraschend reagiert nun das Frauchen allergisch auf ihn. Dies war im Vorfeld überhaupt nicht absehbar, denn beim verstorbenen Vorgänger-Rüden gab es nie ähnliche Reaktionen. Nun muss sie den Kontakt mit Navajo meiden, was natürlich kein Dauerzustand sein kann. Wir hoffen deshalb inständig, dass unser gebeuteltes Sorgenkind in Kürze eine neue Chance erhält und dann wirklich ein endgültiges Heim findet.

Der imposante Malamute-Samojeden-Mix zeigt sich auch im derzeitigen Umfeld wie erwartet als verschmuster Geselle, der gut zu händeln ist und für ein Leckerli so gut wie alles tut. Beim Gassigehen versteht er sich mit nahezu sämtlichen Artgenossen, nur ein direktes Zusammenleben ist wegen seines ausgeprägten Futterneides weniger ratsam. Wir suchen für ihn deshalb idealerweise einen Einzelplatz.

Der im März 2004 geborene Navajo ist kein ausgeprägter Sportler, ihm sind ausgiebige Spaziergänge mit vielen Schnüffelerlebnissen lieber als ein flottes Tempo am Fahrrad oder beim Joggen. Meistens ist er recht entspannt unterwegs, doch sollte man seine Kraft und sein Gewicht von rund 30 kg nicht unterschätzen, wenn er dann doch mal eine aufregende Spur in die Nase bekommt und dieser nachsetzen will.Navajo

Worauf Navajo gut und gerne verzichten kann, ist Autofahren. Auf geraden Strecken erträgt er es zwar noch einigermaßen klaglos, aber wenn es dann kurvig wird, fängt er an zu jammern, wird unruhig und kämpft sichtbar (und nicht immer erfolgreich) gegen die Übelkeit. Im neuen Zuhause wäre es daher vorteilhaft, ihn wieder äußerst behutsam ans Autofahren zu gewöhnen. Wir denken, dass er im Laufe der Zeit seinen Stress in dieser Situation abbauen wird, denn vor seiner Abgabe in den Tierschutz hatte er damit keine Probleme. Aber es wird dauern. Sicherlich Wochen, vielleicht sogar Monate.

Abgesehen von dem Autofahr-Manko können wir über Navajo nichts Negatives berichten. Er wäre einfach nur glücklich, wenn das Hin und Her in seinem Leben ein Ende hätte, er wieder Geborgenheit erfahren dürfte und das Gefühl hätte, fest zu seinen Menschen zu gehören. Dann nämlich haben auch die Zweibeiner einen treuen Begleiter, der sie nie im Stich lassen wird.

 

 

 

 

 

NavajoUpdate 14.02.2012

Unsere Suche nach einer neuen Bleibe für Navajo hatte Erfolg, er durfte im Januar auf eine private Pflegestelle ziehen, wo bereits langjährige Erfahrung mit Nordischen vorhanden ist. Die Reise dorthin war für Navajo noch mal etwas stressig, da er mitten in der Nacht von unserer Helferin abgeholt wurde und dann eine mehrstündige Autofahrt überstehen musste, aber er kam wohlbehalten an.

Navajo wurde bereits freudig erwartet. Nach einer kurzen Inspektion der Wohnung legte er sich seinem neuen Pflegefrauchen zu Füßen und genoss deren Streicheleinheiten. Dass er dennoch etwas irritiert war, kann man ihm wohl nicht verdenken angesichts der Platzwechsel, die er nun schon hinter sich hatte. Doch mittlerweile hat er sich gut eingelebt und bereitet den Zweibeinern viel Freude. So viel Freude, dass schon erste Überlegungen im Raum stehen, ihn gar nicht mehr gehen zu lassen.

Seinem Pflegefrauchen ist Navajo bereits eng verbunden und achtet sorgsam darauf, was sie von ihm will. Dabei genügen leise Worte und er steht „Gewehr bei Fuß“. Doch auch ausgelassenen Tobereien ist er nicht abgeneigt und fordert regelrecht zum Spielen auf. Ein toller Kamerad!

Ob Navajo endgültig seinen Lebensplatz gefunden hat, wird sich wohl in Kürze herausstellen. Wir drücken die Daumen, dass er sich vollends in die Herzen seiner Gastgeber schleichen wird!

 

 

 

 

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letzte Bearbeitung am 25. Mrz 12