
Es ist immer ungünstig, einen
Vermittlungstext damit zu beginnen, dass man ausgerechnet
die Schwachstellen eines Hundes erwähnt. Im Fall des im Mai
2004 geborenen Rüden Pascha liegen die Ursachen aber
möglicherweise in seiner Herkunft und werden so erklärlich,
sogar in gewisser Weise verständlich.
Als junger Hund kam Pascha rappeldürr und sehr krank aus der
Türkei, möglicherweise hat er dort eine Art
„Überlebenskampf“ geführt. Denn obwohl er seither nie mehr
Not litt, gibt er Fressen oder Gegenstände, die er in Besitz
genommen hat, nur unwillig ab, in seiner jetzigen Familie
kann einzig der Mann ihn zur Herausgabe bewegen.
Neben der mangelhaften Versorgung scheint es Pascha auch
sonst nicht besonders gut gehabt zu haben in den ersten fünf
Lebensmonaten, denn ihm ist auch eine Abneigung gegen
dunkelhaarige Mädchen geblieben.
Im
Laufe der Zeit wuchs Pascha zu einem stattlichen und
sportlichen Rüden heran, der wie man auch auf den Fotos
sieht, so richtig typisch Nordisch ist. Er ist sehr
interessiert an allem um sich rum, Neuem gegenüber
aufgeschlossen und hat ein gesundes Selbstbewusstsein, seine
Hundekumpel im Auslaufgebiet lässt er schon mal stehen, um
seinen Interessen nachzugehen. Zu diesen gehört natürlich
auch alles was so kreucht und fleucht, der ganz normale
Jagdtrieb der Nordischen eben, der dazu führt, dass auch
Pascha außerhalb gut eingezäunter Gelände an der Leine
bleiben sollte. An dieser läuft er übrigens super, bei
Bedarf auch an der kurzen Leine äußerst manierlich, bei
Begegnungen mit Artgenossen zeigt er sich verträglich,
Spaziergänge mit ihm sind also wirklich ein Vergnügen.
Seit seiner Ankunft in Deutschland lebte Pascha als
Familienhund, war überall mit dabei und einbezogen, er ist
also sehr gut sozialisiert und weiß sich in eigentlich allen
Situationen zu benehmen. Ihn nun abzugeben fällt vor allem
seinem Frauchen schwer, die ihn damals nach seiner Ankunft
so liebevoll aufpäppelte und jeden Tag sehr viel Zeit mit
ihm
verbringt.
In die Familie wurde nach Paschas Aufnahme ein Kind geboren,
eine Situation die solange unproblematisch war, wie der
Nachwuchs noch nicht mobil war – Pascha guckt heute noch
interessiert in jeden Kinderwagen, vor allem wenn aus diesem
Weinen tönt.
Mittlerweile ist der Sohn zwei Jahre alt und die häusliche
Situation nicht mehr so entspannt, denn Pascha nimmt, jung
und verspielt wie er ist, auch mal ein Kinderspielzeug an
sich. Dieses will der Junior dann wiederhaben, was mit
wachsender Selbständigkeit des kleinen Zweibeiners mehr und
mehr zum Problem wird, denn wer schon einmal versucht hat,
ständig Kind und Hund im Auge zu behalten, der weiß um die
Tücken des Alltags wie das klingelnde Telefon, das
anbrennende Essen …
Versuche, die Gesamtsituation vor Ort zu lösen sind
gescheitert und so bleibt nur die Abgabe von Pascha. Der
fast vierjährige Rüde sollte ein Zuhause bei erfahrenen
Haltern Nordischer Hunde bekommen, die mit ihm an seinen
Schwachpunkten (zu denen übrigens auch ein wenig Kontrolle
über Besucher im häuslichen Bereich gehört) arbeiten bzw.
diese gar nicht erst zum Tragen kommen lassen. Wer Pascha
ein solches Heim bieten kann, wird einen liebenswerten, gut
erzogen Begleiter an seiner Seite haben, der für alle
Unternehmungen offen ist.