Anfang Oktober war es für den Rüden Shan Tan aus dem Wormser Tierheim endlich soweit - ein nettes Ehepaar holte ihn zu sich und gab ihm nach vielen Monaten im Tierschutz das lang ersehnte Zuhause. Schade, dass seine langjährige Weggefährtin Holly, dies nicht mehr erleben konnte, ein sehr aggressiver Tumor hatte sie innerhalb einiger Wochen am Ende des Sommers dem Tode näher gebracht als dem Leben. Sie wurde, ohne gelitten zu haben, von den Wormser Tierschützern auf ihrem letzen Weg über die Regenbogenbrücke begleitet. Zurück blieb der trauernde Shan Tan, für den die Tierschützer dann mit allen verfügbaren Möglichkeiten nach einem neuen Heim suchten.

Doch wie eigentlich immer im Tierschutz gibt es schon den nächsten, hilfsbedürftigen "Notfall", ein junger Rüde, der mit der Tierheimsituation von seinem Wesen her so gar nicht zu Recht kommen kann und will. Vom mageren Hund durch den Dauerstress zum "Hungerhaken" geworden, ist hier jede Hilfe willkommen und sei es nur der Platz in einem anderen Tierheim, das weniger überfüllt, mit mehr Gassigängern und Ausläufen ausgestattet ist und einem hibbeligen Jungspund ein wenig Rückzugsmöglichkeit trotz der äußeren ungünstigen Situation bietet. Ein Pflege- oder Endplatz wäre natürlich deutlich besser, das wäre zwar fast ein kleines Wunder, aber vielleicht passt er ja zu Ihnen?

Chaddock

Chaddock ist am 24. Okotober in die Schweiz umgesiedelt, wo ihm ein sehr nettes Paar die Möglichkeit bietet, sie bei einer Vielzahl von sportlichen Aktivitäten wie joggen, berg- und schneewandern zu begleiten.

ChaddockWären Chaddocks Ohren nicht, könnte man fast fachsimpeln, ob reinrassig oder Mix, so aber ist es eindeutig, der junge Rüde mit den strahlend weißen Zähnen ist ein Husky-Mischling. Als Fundhund ist er vor einigen Wochen in ein befreundetes Tierheim gebracht worden, schon damals war er sehr mager, leider hat sich sein Zustand nicht verbessert. Mittlerweile ist Chaddock derart rappeldürr, dass sein Kopf schon überdimensional groß wirkt und sämtliche Rippen und die Beckenknochen herausragen. Der auf zwei bis drei Jahre geschätzte Rüde steht im Tierheim sehr unter Streß und kommt mit der mangelnden Bewegung und der Enge der Box gar nicht zu Recht. Ob dies die alleinige Ursache für seinen mittlerweile besorgniserregenden Zustand ist, kann nicht definitiv gesagt werden, dem kleinen, ländlich gelegenen und überfüllten Tierheim fehlen die finanziellen Mittel um Hunde wie Chaddock wegen eines bloßen Verdachtes genauer untersuchen zu lassen. Den Gassigängern ist ein heller, weicher und nicht durchgeformter Stuhlgang aufgefallen sowie vermehrtes Trinken, beides könnte auf eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse hindeuten, was bei Nordischen mitunter vorkommt und mit Enzym-Tabletten in der Regel gut behandelbar ist.

ChaddockKäme Chaddock regelmäßig aus seiner Box, dann wäre er wohl stubenrein, denn wenn er rauskommt, dann läuft er erst einmal aus allen Körperöffnungen aus. Ist das erledigt, dann will das temperamentvolle Energiebündel nur eins: sich bewegen, etwas erleben, Hund sein. Und hier merkt man deutlich, dass Chaddock mit sehr viel Bezug zu Menschen aufgewachsen sein muss, selbst so energiegeladen befolgt er die ihm bekannten Kommandos, manchmal zwar erst auf die etwas lautere Wiederholung, aber für einen Nordischen recht zuverlässig und schnell. Seine Gassigängerin wirft ihm Leckerchen, die er dann im hohen Gras suchen muss – ein Spiel, das er offensichtlich schon lange kennt, kein Wurf ist so weit, dass Chaddock das Lecker nicht aufstöbern würde. Und ist es tatsächlich einmal schwerer, weil zwei oder drei Lecker auf einmal flogen und an verschiedenen Punkten landeten, dann sucht er ausdauernd und ohne motiviert werden zu müssen. Fliegen keine Lecker mehr, dann sucht er nach Mäuschen oder schnappt spielerisch nach langen Grashalmen – ein Powerhund, der vermutlich auch mit Spielzeug etwas anzufangen wüsste.
Chaddock
Chaddock ist mit Hündinnen verträglich, sogar weniger ungestüm als man vermuten möchte, sein Verhalten gegenüber Rüden ist nicht wirklich bekannt. Mit seinem direkten, etwas größeren Boxen-Nachbarn ist er jedoch einmal „ ordentlich zusammengerückt“ als sich die Chance ergab. Als Nordischer sollte er besser nicht zu Katzen oder Kleintieren vermittelt werden, wie er im Umgang mit Kindern wäre, ist leider auch unbekannt. Da Chaddock allerdings sehr auf äußeren Stress reagiert, hektisch wird, in die Leine steigt, bellt, Menschen anspringt und in diesen Stress-Situationen (Zurückbringen in die Box vor allem) auch schon um sich geschnappt hat, ist eine Vermittlung zu Kindern unterhalb des Teenageralters nicht ratsam.

Chaddock braucht dringend einen Ort, an dem er zur Ruhe kommen kann, wo er Bezugspersonen findet, die in unklaren Situationen nicht mit ihm nervös werden und aufdrehen, sondern ruhig und bestimmt ansagen, wo es lang geht. Wobei diese Menschen eine gewisse Sportlichkeit und Kraft mitbringen sollten, denn Chaddock ist trotz seiner Magerkeit ein kräftiges Kerlchen, dem es manchmal nicht schnell genug gehen kann.Chaddock Chaddock ist übrigens auch ein großer Schmuser, so zwischendrin oder danach, Bewegung hat natürlich (noch) Vorrang.



Wenn Sie Chaddock irgendwie helfen können, dann wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle, per mail erreichbar unter nothilfe@polarhunde.de und natürlich auch telefonisch 074 41 - 95 19 95 (falls der AB läuft, bitte Nachricht mit Telefon-Nummer hinterlassen).


Chaddock

 

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22.02.08