Alaska

Alaska

„Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht.“ und das gilt besonders dort, wo Verantwortung für das Leben anderer übernommen wird – auch wenn es "nur" der Hund im Auslandstierschutz ist.

AlaskaDeutsche Tierschützer hatten Alaska nach Deutschland geholt, schon Jahre hatte die 2001 geborene Hündin erst in einer spanischen Perrera, dann in einem dortigen Tierheim gesessen. Ihre lange Aufenthaltsdauer im spanischen Tierschutz hatte ihren Ursprung in einem Gerichtsverfahren, sie war ihrem ersten Besitzer weggenommen worden bei einer Räumung oder Beschlagnahmung, er aber wollte seine Tiere zurück. So verging Alaskas Jugend mit Warten und wie viele große Hunde machten sich durch die fehlende Bewegung gewisse körperliche „Mängel“ bei ihr deshalb schon recht früh bemerkbar – nicht umsonst wird der Muskelapparat als Stütze des Körpers bezeichnet.

Alaskas gesundheitliche Probleme kommen hauptsächlich von der Hüfte (Hüftgelenksdysplasie), wo laut Röntgenbefund eigentlich nichts so ist, wie es sein sollte, zwischenzeitlich haben sich auch schon schmerzhafte Arthrosen gebildet. Seit dem Jahr 2007 hatte die Husky-Mix-Hündin zusätzlich mit Tumoren an den Milchleisten zu kämpfen, die mittlerweile entfernt wurden. Leider war nur ein Teil der Tumoren gutartig, der Pathologiebefund wies ein bösartiges Karzinom auf.Alaska

Doch nun im Herbst 2007 sollte sich alles ändern, ein vorkontrollierter Platz mit hundeerfahrenen Menschen, zwei kleinen Artgenossen und einigen Samtpfoten wartete auf Alaska. Diese kam und befand das angebotene Heim für ausgezeichnet – einzig von Katzenverträglichkeit wollte sie nun nie was gehört haben und die kleinen Artgenossen befand sie für überflüssig und störend. Denn am liebsten hätte sie, die solange die menschliche Nähe missen musste, die Zweibeiner für sich gehabt. Die Menschen boten zwar alles auf, was es an Möglichkeiten der Gegensteuerung gab, doch Alaska bewies, dass sie in der Beziehung eindeutig den Sturschädel der Nordischen geerbt hat – sie wollte sich nicht arrangieren und damit Punkt.

Was dann geschah ist eine im Tierschutz leider häufiger vorkommende unschöne Angelegenheit. Mit Vorwürfen in Richtung der Menschen, die Alaska aufgenommen hatten und teilweise sogar unwahren Behauptungen „Katzen wären bei der VK verschwiegen worden“ wurde die Geschichte von Alaska als dringend unterzubringender Notfall durch den Tierschutzverteiler gegeben.
AlaskaDie Nothilfe wurde insofern involviert, als dass ein Mitglied sich sehr für Alaska ins Zeug legte um eine Aufnahme zu erreichen. Ob dieses Mitglied selbst falsche Informationen erhalten hatte – wir wissen es nicht, wir mussten nur hinterher feststellen, dass vieles, was dem Fall Dramatik verliehen hatte, so nicht stimmig war (Anmerkung: nach Aufnahme von Alaska kam auch von nirgendwoher eine Nachfrage, wie es der Hündin denn geht.).

Obwohl sich diese Unstimmigkeiten schon während der Suche nach Hilfsmöglichkeiten für Alaska abzeichneten (einen solch kranken und eben erst operierten Hund einfach in eine Station zu setzen ist ja keine wirkliche Hilfe), sogar noch per mail Verunglimpfungen von seitens der verantwortlichen Tierschützer, denen es nicht schnell genug ging mit der Übernahme, eingingen – es ging hier in aller erster Linie um einen kranken Hund, dessen bisheriges Leben nicht das beste gewesen war und dessen Zukunft es besser zu gestalten hieß.

Und daher wurde genau das getan, was zu effektiver Hilfe führt, nämlich Suche nach einer geeigneten Pflegestelle, dieAlaska auch mental dem vermutlich während des gesamten weiteren Hundelebens instabilen Gesundheitszustand mit seinen Höhen und Tiefen gewachsen ist und natürlich Schaffung einer gewissen finanziellen Grundabsicherung der zu erwartenden Tierarztkosten. Denn ein kranker Hund muss dem Tierarzt vorgestellt werden können, wann immer es nötig ist und nicht, wann es wirtschaftlich möglich wäre. Alaska hatte das riesige Glück umgehend eine Gönnerin zu finden, die sich hier ganz erheblich eingebracht hat – die Aufnahme wäre sonst nicht möglich gewesen.

Doch ein Einzelner ist nur selten in der Lage, einen Hund mit diesen Grunderkrankungen, ein Röntgen im Februar 2008 ergab noch zusätzlich eine Spondylose der kaudalen Wirbelsäule, der häufige Tierarztbesuche und regelmäßige Schmerz- und Medikamentengaben benötigt, in ganzem Umfang aufzufangen. Und so sucht auch Alaska, die sich hervorragend in der Pflegestelle eingelebt hat und jeden ihrer Spaziergänge von Anfang bis Ende genießt, noch weitere Menschen, die sich hier unterstützend einbringen.

 

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