Kaum zu glauben, aber von Fall
zu Fall kann die erfolgreiche Therapie eines verhaltensgestörten Hundes
auch zum Problem werden. So geschehen bei einem der Rüden, der mit einem
Rudel von insgesamt 14 Chows aus schlechtester Haltung (die Hunde konnten
nur mit Hilfe von Blasrohren betäubt und eingefangen werden) übernommen
wurde.
Der Chowrüde Chang, der sich jahrelang jedem Versuch mit ihm Kontakt aufzunehmen widersetzt hat, ist nach monatelangem Training zum Schmusebär geworden. Chang, der mit Schnappen und Flucht vor streichelnden Händen, vor Kamm und Bürste Reißaus nahm, für den Geschirr und Leine, Spaziergänge und Autofahren ein Grund zur Panik waren, für ihn ist heute Gassigehen ein 'Juhu-Erlebnis', von dem er nicht genug kriegen kann.
Dennoch scheiterte ein Vermittlungsversuch, nach 10 Tagen musste Chang wieder auf die Pflegestelle. An den Menschen im neuen Zuhause lag es nicht, denn diese hatten in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie einem Chow mit einer solchen Vorgeschichte gerecht werden können. Es war der sonst so ruhige und sanfte Rüde, der im neuen Zuhause wirklich alles tat, um sich unbeliebt zu machen und da er das Futter verweigerte, keine Ruhe gab sowie die Wohnung demolierte, holten wir ihn schließlich notgedrungen wieder zurück.
Der Rüde ist vollkommen fixiert auf seine Pflegemutter, ist im Rudel mit My Tho und Mutter Arcani glücklich und zufrieden und macht einen ausgeglichenen Eindruck. Er soll nun dort bleiben, wo er Vertrauen fand und nicht noch einmal „umgetopft“ werden, denn wir haben dank My Tho bereits gelernt, dass ein Chow, der beim ersten Mal „selbst“ seine Vermittlung rückgängig macht, dies bereitwillig auch mehrfach tut……..
So benötigt auch Chang Paten, die seinen Aufenthalt auf der Pflegestelle finanziell absichern.