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Er stach schon bei seiner Ankunft in der Station Süd im November 2009 heraus. Gordon war Teil einer 7-köpfigen Husky-Familie, die wegen finanzieller Probleme des Besitzers ihr Zuhause verloren hatte und das Auffälligste an Gordon war erst mal seine Farbe, denn alle anderen Rudelmitglieder waren weiß. In den ersten Tagen herrschte ein wahnsinniges Gewusel und wir brauchten eine Weile, bis wir die hüpfenden, tobenden und rennenden Hunde voneinander unterscheiden konnten – außer Gordon natürlich.
Es kam dann aber anders: Gordon fand im April 2010 eine Pflegestelle und durfte die Station verlassen. Wir hofften, dass es seiner Pfote gut täte, wenn er nicht mehr ständig auf dem geschotterten Stationsgelände leben würde. Doch durch den regelmäßigen Auslauf, den er ab da bekam (und auch genoss), verstärkte sich das Humpeln noch. Also wurde er abermals bei der Tierärztin vorstellig.
Unser Sorgenkind erhält nun Medikamente wegen der Schilddrüse und der Nieren. Beide Erkrankungen können so in Schach gehalten werden. Aber zum Aufatmen ist es zu früh, denn es ist leider so, dass Gordon auch noch weitere „Baustellen“ hat...
Seine Augen zum Beispiel. Wie bereits erwähnt, leidet Gordon beidseitig
unter einem Katarakt, der womöglich zur völligen Erblindung führt. Wir
hatten allerdings keine Ahnung, wie lange ihn diese Sehbehinderung schon
plagt. Nachdem er sich nämlich zusätzlich noch eine Augenentzündung
zugezogen hatte, wurde bei eingehenden Untersuchungen festgestellt, dass
er am rechten Auge bereits eine künstliche Linse hat. Im Nachhinein
konnten wir durch das frühere Frauchen in Erfahrung bringen, dass Gordon
bereits im Alter von gut einem Jahr diese Linse verpasst bekam – so früh
also war er schon beeinträchtigt. Der Eingriff wurde damals tadellos
durchgeführt und das Auge einige Wochen mit Tropfen nachbehandelt. Die
gesamte Prozedur war bestimmt nicht billig, doch nach Auskunft des
aktuellen Tierarztes leider umsonst, denn die Nachbehandlung hätte sich
seiner Meinung nach mindestens über ein ganzes Jahr erstrecken müssen. Bedauerlicherweise ist es nun so, dass Gordon auf dem rechten Auge keinen Deut besser sieht als er es ohne künstliche Linse täte. Eine erneute Operation ist jedoch nicht möglich, stattdessen steht dem Rüden wohl eine Langzeitbehandlung bevor, die aber die Sehkraft trotzdem nicht verbessern kann. Gordon und seine Pflegeeltern müssen nun eben das Beste aus der Situation machen – und das tun sie auch. Alles ist aufeinander eingespielt und abgestimmt und unser Patient fühlt sich in seiner Pflegestelle richtig wohl. Nachdem seine bisherige Gefährtin (eine etwas eigenwillige Husky-Dame) mittlerweile zur ursprünglichen Besitzerin zurückgezogen ist, hat Gordon eine neue Freundin bekommen, an der er sich auch beim Spazierengehen orientieren kann.
A propos Spazierengehen: Das Humpeln war zwischendurch nahezu verschwunden
und trat nur noch sporadisch bei steinigem Untergrund auf. Wir waren
zuversichtlich, unserem Großen zumindest diese Operation ersparen zu
können. Doch Anfang 2011 verstärkten sich seine Probleme wieder. Aber es
liegt nicht nur an der Pfote selber. Vielmehr ist auch seine
Oberschenkelmuskulatur unterentwickelt –vermutlich durch eine
Fehlbelastung in den vergangenen Jahren. Dies könnte auch der Grund für
diverse Verspannungen und Knoten im Rückenbereich sein. Um Gordon
Linderung zu verschaffen, bekommt er nun Physiotherapie. Wir hoffen, dass
er damit die Verspannungen abbauen kann, Muskeln aufbaut und wieder
„runder“ läuft. Ob dann trotzdem noch die Pfoten-OP geboten ist oder ob
man hier mit Medikamenten helfen kann, wird die Zukunft zeigen. Gordon wird von seinen Pflegeeltern jedenfalls liebevoll umsorgt und ist dort in besten Händen. Er hat die Zweibeiner innerhalb kürzester Zeit um die Pfote gewickelt und genießt die Schmuse- und Krauleinheiten ohne Ende. Wir wollen Gordon auf seiner Pflegestelle belassen, denn es wäre für ihn ein großer Schock, dort herausgerissen zu werden und das wäre nicht in unserem Sinne. Außerdem sind wir sehr froh, dass er durch seine verantwortungsvolle, ehrliche und souveräne Dauerpflegestelle trotz aller Handicaps die Chance hat, ein gutes und wohlversorgtes Dasein in häuslicher Umgebung zu führen. Eine Pflegestelle wird sein Zuhause allerdings auch bleiben, denn es ist abzusehen, dass Gordon auch weiterhin größere Kosten verursachen wird und eine feste Übernahme würde einfach den finanziellen Rahmen „seiner“ Zweibeiner sprengen. Wir würden uns daher sehr über nette Paten für Gordon freuen. Wer sich nicht über längere Zeit binden will, kann natürlich auch gerne mit einer Einzelspende zu Gordons Versorgung beitragen – bitte in diesem Fall bei der Überweisung die vollständige Anschrift angeben, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung ausstellen können. Herzlichen Dank an alle, die unseren charmanten „Mehrfach-Handicapler“ unterstützen!
Da ja Gordon sowieso schon in Narkose lag und auch schon eine Kanüle für eine eventuelle Kontrastmitteluntersuchung gelegt war, wurde gleich noch eine Gehirnwasseruntersuchung gemacht, die Aufschluss über kleinste Entzündungen gegeben hätte. Doch auch diese blieb zum Glück für unseren tapferen Gordon ohne Befund.
Erst am späten Abend hatte Gordon dann seinen Rausch ausgeschlafen und konnte von seinen überglücklichen Zweibeinern ins Auto gebracht werden, um die Heimreise anzutreten. Auch die Nachsorge hat Gordon ganz brav über sich ergehen lassen. Die Medikamente waren sowieso kein Problem, nur die anstehenden Verbandswechsel fand Gordon nicht so prickelnd. Dass Gordon auch von „schonen“ nichts wissen wollte, versteht sich fast von selbst, hier musste er von seinen Pflegemenschen immer etwas ausgebremst werden. Doch mittlerweile hat sich Gordon von den Strapazen erholt und genießt sein Leben als geliebtes Familienmitglied. So sehr wir es unserem Gordon auch wünschen würden, überhaupt von Tierärzten verschont bleiben kann er trotzdem nicht, denn demnächst steht wieder eine Untersuchung seiner Augen an und auch ein Bluttest wegen seiner Schilddrüse ist wieder fällig. Gordon freut sich daher sehr über liebe Paten, die dabei helfen, seine medizinische Versorgung und sein Leben in der Pflegestelle abzusichern. |
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letzte Bearbeitung am 23. Jul 11