Ginger – vom Pech förmlich verfolgt

 

Ginger


Die 1995 geborene Siberian Husky Hündin hatte in ihrem Leben schon so einige Höhen und Tiefen. Einer offensichtlich schönen Welpenzeit schloss sich eine kurze Zeit als aktive Hobby-Schlittenhündin in einem 8er Rudel an, die mit der Trennung ihrer Menschen abrupt in einem Tierheim endete.Ginger
Wie lange Ginger in diesem Tierheim war, lässt sich nicht genau feststellen, der Impfausweis sagt jedoch, dass sie von 1999 bis 2002 vom selben Veterinär geimpft wurde. 2002 wurde sie dann, mit einem Lebendgewicht von mehr als 30 Kilo, von einem jungen Paar übernommen. Ihnen wurde gesagt, die Hündin lasse sich nicht hochheben, sie schreie dann, eine tierärztliche Untersuchung wäre ohne Ergebnis geblieben. Wegen berufsbedingter Veränderungen kam Ginger im November 2004 das erste Mal zur Nothilfe für Polarhunde e.V., eine dicke, bewegungsunfreudige Hündin, deren Gesichtsausdruck und Gang deutlich abzulesen war, dass Schmerz ein ständiger Begleiter ist.
Der Tierarzt stellte im Bereich der Lendenwirbelsäule eine entzündete Bandscheibe und einen leicht veränderten Wirbelkörper (der aber kaum Beschwerden machen dürfte) fest, zusätzlich massive Muskelverspannungen. Durch das jahrelange Übergewicht sind die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen, eine Arthrose-Vorstufe besteht, ebenso eine leichte Altersinkontinenz.

GingerDie abgespeckte Ginger konnte im Mai 2005 wunderbar vermittelt werden, als Begleiterin eines Rollstuhlfahrers genoss sie zehn Monate lang ein ziemlich verwöhntes Hundeleben. 24 Stunden am Tag war sie mit ihrem Herrchen zusammen, die beiden hatten eine sehr innige Beziehung zueinander. Dann erlitt ihr Herrchen einen Schlaganfall und kam ins Krankenhaus. Ginger wurde bei einer Nachbarin untergebracht. Den Verein Nothilfe für Polarhunde e.V. verständigte niemand.
Erst zwei Monate später wandte sich die Nachbarin wegen der umgehenden Aufnahme von Ginger an uns, da sie im Umgang mit der Hündin zunehmend Schwierigkeiten hatte. Sie berichtete von Schnappverhalten der Hündin bei Berührung und davon, dass die Hündin nicht mehr alleine blieb.
Eine kurzer Blick in Gingers Unterlagen und ein erneutes Gespräch mit der Nachbarin brachten umgehend Klärung, was das Schnappverhalten anging: Ginger, die so gut auf ihre schmerzstillenden Medikamente (Arthrosen) eingestellt gewesen, hatte seit dem Schlaganfall ihres Herrn genau diese für sie so wichtigen Medikamente nicht mehr erhalten. Eine Situation, die mit einem einzigen Anruf bei der NfP vermieden worden wäre.
Betroffenheit herrschte in der Station, als Ginger Einzug hielt, nur zu deutlich sah man ihrem resignierten Blick an, wieHusky-Hündin Ginger unglücklich sie war. Die Untersuchung in der Tierklinik sicherte die Vermutung ab, dass Ginger wieder unter Schmerzen litt, umgehend wurde begonnen, sie erneut auf entsprechende Medikamente einzustellen, der Verdacht auf einen schmerzhaften Nervenbahn- bzw. Nervenkanal-Verschluss bei Lendenwirbel 7/6 steht im Raum, dies muss noch abschließend geklärt werden. Wenige Tage nach dem Einzug in die Station, ihrer nunmehr dritten Abgabe im Tierschutz, wurde Ginger 11 Jahre alt. Mittlerweile konnte eine private Pflegestelle für sie gefunden werden, wo sie sich sehr gut eingelebt hat und sich nun zu Hause fühlt.
Nachdem Gingers Rückenprobleme genauer untersucht waren, wurde eine Vermittlung der Hündin nicht mehr in Erwägung gezogen. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse haben vieles an Ursachen definitiv ausgeschlossen, aber es besteht der Verdacht auf Cauda Equina Syndrom. Im Idealfall könnte dies durch einen CT- oder MRT-Befund geklärt werden, möglicherweise aber auch erst durch eine OP im Bereich Lendenwirbelsäule / Kreuzbein.
Eine abgesicherte Diagnose nützt Ginger zum jetzigen Zeitpunkt der Erkrankung nicht, bei ihren momentanen Symptomen (also immer wieder einmal auftretende akute Schmerzzustände, die sich gut medikamentös und mit Ruhe in überschaubarer Zeit beheben lassen), wird diese konventionelle Behandlung auch in Anbetracht ihres Alters das erste Mittel der Wahl sein. Dem Verein würde eine absicherte Diagnose zwar Klarheit bringen, aber ebenfalls keinen Vorteil. Für die Chancen einen Interessenten zu finden, ist es nicht ausschlaggebend, ob es nun heißt: Verdacht auf Cauda Equina, gesicherte Cauda Equina oder ungeklärte Schmerzsymptomatik im Bereich der Lendenwirbelsäule, es ist eines so aussichtslos wie das andere.
Ginger wurde daher aus der Vermittlung genommen und wird als Dauerpflege-Hund dort belassen, wo sie ein Heim gefunden hat.
Wir freuen uns, wenn der eine oder andere von Ihnen diese Entscheidung mit uns mit trägt und eine Patenschaft für Ginger übernimmt.


Ginger mit dem kompletten Rudel
Ginger im Kreise ihres neuen Rudels, aufgenommen im April 2007 anlässlich eines Schwarzwald-Urlaubes
hinter Ginger die Seniorin Quentja (Jg 92), links neben Ginger der stattliche Akimo und rechts von ihr die zierliche Shaira
 

 

Eine Patenschaft für Ginger übernehmen?

 

 

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