Liberty – ein Beispiel falsch verstandener Tierliebe

Liberty in ihrer Pflegestelle  

LibertyManche werden sich nach dem Lesen dieser Zeilen vielleicht fragen, ob es sein musste, dass die NfP sich um diese alte Husky-Hündin aus dem Elsass kümmert. Wirtschaftlich gesehen ganz sicher nicht, da hätte es eigentlich nicht sein dürfen, aber dennoch ließ sich dieser Hund nicht einfach mit dem Schließen der um Hilfe ersuchenden Mail vergessen.

Abgegeben wurde die am 28. 01. 1995 geborene Liberty, da ihr Frauchen sich getrennt hatte und das Haus gegen eine Wohnung getauscht, die nur über Treppen zu erreichen ist, nur einen ihrer drei Hunde konnte sie behalten.
Mit Liberty landete eine entsetzlich fett gefütterte, unbewegliche und erkennbar an Arthrose leidende Hündin mit überlangen Krallen im SPA Colmar, ein sehr altes und ärmliches Tierheim, gegen das manch vergleichbare Einrichtung wie eine Luxusherberge wirkt. Französische und deutsche Tierschützer vor Ort begannen umgehend damit, nach einer Lösung für die Hündin zu suchen, da eine Vermittlung fraglich und ein längerer Aufenthalt bei den dortigen Bedingungen der angegriffenen Gesundheit der Hündin weiteren Schaden zugefügt hätte. Auch wir haben Aktive aus dem Südbadischen gebeten, sich der Sache anzunehmen, vorLiberty bei Erdarbeiten Ort mehr Informationen zu besorgen und zu berichten.

Diese fuhren einige Tage später hin und beim Ausführen von Liberty in der Nähe des Tierheims stürzte sich überraschend plötzlich eine Dame auf die Hündin, drückte ihren Kopf gegen den der Hündin und weinte in deren Fell – die vom schlechten Gewissen geplagte ehemalige Besitzerin, wie sich herausstellte. Immerhin konnte so einiges über das bisherige Leben der Hündin erfragt werden und es war gut, dass die Unterhaltung nur in gebrochenem Französisch möglich war, denn der Zustand der Hündin war einfach nur katastrophal, es hätte viel zu sagen gegeben. Auf die zwangläufig folgende erneute Trennung von der Dame reagierte Liberty mit Unverständnis – mit wollte sie, hinterher …..
Eigentlich hätte es keinen Bericht gebraucht von diesem Besuch, die Fotos sprachen für sich: das total versch…ene Hinterteil, ein einziger nasser, filziger Fellklumpen, die Krallen an sich schon zur Seite biegenden Zehen, dazu dieses wirklich riesige Übergewicht – wie konnte ein Mensch einen Hund nur so mästen und auch so gleichgültig der Pflege Liberty im Gartengegenüber werden? Und die Verhältnisse vor Ort, der kleine Zwinger, der zwar mit Körbchen ausgestattet worden war, aber dem arthrotischen Hund, der sich in seiner Fülle nicht einrollen kann, nur die Möglichkeit ließ, sich davor auf den betonierten Boden zu legen – auf die Fläche, die auch für die „Geschäfte“ zur Verfügung steht. Die Bilder zeigten aber auch ein silbergraues Fellgesicht mit klaren, wachen braunen Augen, die aufmerksam die Dinge betrachteten, zeigten eine schnüffelnde, an ihrer Umwelt interessierte Hündin, verträglich mit Artgenossen und sehr menschenbezogen.

Nein, man kann nicht jeden Hund retten – aber man kann es versuchen und so taten wir unser Bestes. Dank einer sehr rasch gegebenen Zusage der Pflegestelle von Yukon, konnte Liberty am Ende derselben Woche noch das Tierheim verlassen, vier Tage Dauerregen waren vorausgegangen, ihrer Arthrose war es anzumerken.Liberty mit Hausgenossen Lobo
Gleich im Badischen wurde ein Zwischenstopp beim Tierarzt eingelegt, die Waage erbrachte unglaubliche 34,5 kg bei rund 50 cm Schulterhöhe – das sind mehr als 10 Kilogramm zu viel. Die Blutwerte sind entsprechend – es wird ein langer und mühsamer Weg zurück zur „Normalität“ werden. Mit gestutzten Krallen, was die Lauferei bereits verbesserte, und deutlich geruchsneutralisiert durch das Abscheren des Fells am Hinterteil (zu retten war es leider nicht mehr) ging es dann ins weit entfernte Bayern. Dort wurde das dicke Mädel von den beiden Rüden Lobo und Yukon sowie den zugehörigen Menschen herzlich aufgenommen.

Anfänglich super freundlich, zeigte sich rasch, dass die Augen der Hündin schon die Wahrheit sprechen, geistig ist sie noch sehr rege und fit, derzeit darauf bedacht, jede vermeintliche Chance zur Stellungsverbesserung innerhalb des Rudels für sich zu nutzen.Liberty
Auch in Sachen Futter ist man sich über die „Marsch-Richtung“ noch nicht ganz einig: Madame findet Hundefutter einfach nur ungenießbar, selbst Hühnchen mit Reis findet nicht ihre Billigung – aber wehe, es gibt zum Kaffee ein süßes Teilchen oder gar Kuchen, dann wird gebettelt, was der Husky hergibt… , vergebens natürlich.
Klar ist zwischenzeitlich, dass es wohl auch Probleme mit der Hüfte gibt, die noch abgeklärt werden müssen, Zahnstein ist ebenfalls reichlich vorhanden – eine Narkose zum jetzigen Zeitpunkt allerdings ein ziemliches Risiko wegen des Alters und vor allem des Übergewichts.
Liberty
Wirklich traurig wird man aber erst, wenn man den immerhin schon 1992 geborenen Yukon im direkten Vergleich zur Liberty sieht: der läuft ihr nämlich beim Spazieren gehen trotz seiner Polyarthritis und seiner sonstigen Zipperlein nicht nur locker davon, sondern kommt auch viel weiter als sie ….

 

Liberty Liberty

Liberty und Yukon

Liberty, Yukon und Lobo

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         Liberty - wie es begann

         update vom 28.03.2007
         update vom 25.04.2007
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         update vom 28.06.2007
         update vom 29.07.2007
         update vom 24.08.2007
         update vom 09.01.2008

 

 

 

 

 

 

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