Zusammen mit drei Husky-Rüden lebte Torok mehr als zwei Jahre in einem
Zwinger, die Hunde kannten so gut wie nichts, weder Treppen, noch Wohnungen,
keine Dörfer oder Städte. Der Vorbesitzer, ein Schlittenhundführer, hatte ein
Bandscheibenleiden und bewegte seine Hunde die letzten 18 Monate nicht mehr.
Dementsprechend unterentwickelt waren Toroks Muskeln. Im Juni 2001 kam Torok
als etwa dreieinhalbjähriger zur NfP und konnte umgehend in einer Pflegestelle
untergebracht werden.
Das war damals der erste Eindruck seines Pflegefrauchens:“ Da stand er vor mir
und sah wie ein zu groß geratener Frosch aus. Der Brustkorb wirkte kräftig und
breit, aber der hintere Beckenbereich war schmal und schrecklich
unterentwickelt. Ich dachte nur: „Was für ein Häuflein Elend“. Man konnte ihn
gar nicht richtig ansehen, so hilflos blickten seine Augen. Es war eindeutig,
dass für Torok die Welt aus den Fugen geraten war.“

Gemeinsam begannen die beiden, sich im Alltag einzurichten, Torok neues zu
erschließen und ihn muskulär wieder aufzubauen. Seinem Pflegefrauchen wich der
Rüde nicht von der Seite, massive Trennungsängste beherrschten ihn, sobald er
sie nicht begleiten konnte, Hundesitter konnten diese kaum mildern. Relativ
rasch zeigte sich auch, dass der Rüde selbst bei geringer Belastung lahmte und
die erste große Untersuchung beim Tierarzt brachte zutage, dass er an HD (Hüftgelenksdysplasie)
leidet. Mit diesem Wissen und entsprechendem, darauf abgestimmtem Training
gelang es, Torok soweit aufzubauen, dass sein Zustand als gut bezeichnet
werden konnte, seine Trennungsangst aber blieb.
Nur kurze Zeit später fiel auf, dass der Rüde sehr viel kotete und immer
dünner wurde. Dabei fraß er gut und reichlich. Er wurde schnell müde und die
Untersuchung beim Tierarzt ergab: Bauchspeicheldrüsenentzündung. Er hatte wohl
schon bei Übernahme eine leichte chronische, doch nun war die Entzündung akut.
Torok hatte Bauchschmerzen, reagierte auf Berührung mit Knurren. Er lag
apathisch und ohne Lebensmut auf seinem Lieblingsplatz. Er bekam Cortison und
Enzyme und seine Ernährung wurde auf spezielles Diätfutter umgestellt. Sein
Zustand verschlimmerte sich. Er fraß kaum noch und die Medikamente schlugen
nicht an. So beschlossen der Tierarzt, Pflegestelle und Verein, diesem Leiden
müsse ein Ende gesetzt werden. Am 11. September 2001 sollte er eingeschläfert
werden.
Und so beschreibt seine Pflegestelle, was dann geschah:
„Der Tag kam. Ein
warmer Altweibersommertag: Die Sonne lachte vom blauen Himmel. Ein laues
Lüftchen kühlte und ich fuhr mit Torok in die Heide. Dort tobte und stürmte
Torok auf der Heide umher, wie ich ihn überhaupt noch nicht erlebt hatte. Es
war, als wollte er sagen: „Ich will noch nicht sterben.“
Ja, und dann haben wir es noch einmal versucht. Täglich wurde Torok munterer.
Er nahm zu, seine Ängste wurden weniger. Und alle Menschen um ihn herum
staunten über seinen Charme und seine Lebendigkeit.
Er muss drei Mal täglich eine Spezialdiät fressen und seine Enzyme nehmen. Er
wird ganzheitlich behandelt. Ich habe zusätzlich eine Tierheilpraktikerin
aufgesucht, die jetzt seine Psyche und ergänzend zum Tierarzt seine HD und
seine Bauchspeicheldrüsenentzündung behandelt.
Allein sein kann er immer noch nicht.“
Und so ist auch Torok in der Pflegestelle geblieben, denn Plätze für Malamuten
mit HD und Bauchspeicheldrüsenentzündung sind selten, vor allem, wenn sie
nicht alleine bleiben wollen.
Paten, die helfen, die durch ihn entstehenden
Kosten zu tragen, sind auch für ihn unverzichtbar.