
Niko wurde bei einem so genannten Hobbyzüchter geboren. Dessen Hobby
war es wohl, lediglich Geld mit den Welpen zu verdienen.
Niko hatte ein verkrüppeltes Füßchen, da wusste man nicht, was so was
wohl kosten mag. Statt ihn zumindest untersuchen zu lassen, erklärte
man sich bereit, diesen Hund zu verschenken. Die Person, die den
kleinen Kerl aufnahm, tat es nur, weil sie ihm helfen wollte. Sie
selbst hatte aber keine finanziellen Mittel und kannte die Homepage
einer netten Familie aus NRW, in deren Haushalt auch ein
Shiba-Inu-Rüde lebt. Dort wurde Niko zuerst einmal aufgenommen. Gerne
hätte man ihn auch behalten, doch da hatte man die Rechnung ohne die
vorhandenen Hunde gemacht. Also wuselte man durch’s Internet und ist
schließlich auf die NfP in Freudenstadt gestoßen. Hier bot man spontan
Hilfe an. So machte sich die Familie noch einen Tag vor hlg. Abend
2010 auf den weiten Weg und brachte Niko in den Süden.
Während der langen Fahrt benahm sich Niko äußerst vorbildlich. Niko
wurde also dann vernünftigerweise in eine kompetente Pflegestelle der
Polarhunde Nothilfe e. V. gebracht – man wusste ja auch, dass Niko
schnellstens in der Tierklinik vorgestellt werden musste. Das geschah
dann auch am 05.01.2011. Doch ohne Narkose schien eine Diagnose nicht
möglich und innerhalb ein paar Tagen zweimal narkotisieren, das ist
ein Unding und überhaupt bei einem Welpen nicht von Vorteil. Also
besprach man alles, was notwendig war, um so schnell als möglich
Gewissheit zu haben, ob man das Beinchen von Niko wohl retten kann.
Auf Verdacht bekam man die Auskunft vom Tier-Doc, dass es sich evtl.
um ein ausgekugeltes Ellenbogengelenk handelt, was sich dann auch
bestätigt hat.
Hier ließen wir uns auch erklären, was das alles bedeutet und zur
Folge hat. Unter normalen Umständen, wenn man den Zeitpunkt des
Unfalls weiß, ist es kein Problem, innerhalb einer Stunde das Gelenk
wieder in die richtige Position zu bringen. Wie lange Niko jedoch
schon mit diesem Zustand lebte, das war niemandem bekannt und an den
damaligen Retter von Niko kam man einfach nicht mehr ran.
Guter Dinge und mit dem Wissen, in den besten tierärztlichen Händen zu
sein, machten sich die Betreuer von Niko wieder auf den Heimweg, einen
neuen Vorstellungstermin für die OP in der Tasche.
So machte man sich am 12.01.2011 wieder auf den Weg in die Tierklinik,
um den kleinen Hundemann zur bevorstehenden OP zu bringen. Erstaunlich
mit welchem Charme und welcher Freude er nicht nur die Ärzte, sondern
auch die Helferinnen becircte. Es war auch klar, dass Niko sicher ein
oder 2 Tage in der Klinik unter Kontrolle bleiben musste.
Bei der Abholung am 14.01.2011 kam ein kleiner Hundemann voller
Tatendrang auf uns zu, sein operiertes Bein mit dem dicken Verband
störte ihn da keineswegs. Fröhlich und voller Lebensfreude begrüßte er
alle, die um ihn herumstanden und fand es klasse, so viele zweibeinige
Freunde zu haben.
Mächtig gespannt auf das Ergebnis der OP waren wir dann hocherfreut,
dass diese bis dahin wenigstens, als „gelungen“ galt. Da hat der Doc
wohl ein kleines Wunder vollbracht.
Leider weiß nun keiner, ob es sich um einen Unfall gehandelt hat, oder
ob Niko schon so auf die Welt kam. Fakt ist, man konnte doch noch was
retten. Und hier geben wir die Hoffnung nicht auf, dass auch die
Sehnen und Bänder sich so vorsichtig dehnen, dass das eingerenkte
Gelenk sich nicht wieder verabschiedet.
Zum besseren Verständnis haben wir ein bisschen nachgeforscht:
Entnommen und © 2011 Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Deutschland.
Häufige Skelettentwicklungsstörungen beim Junghund.
Wachstumsstörungen des Skelettes kommen beim Junghund leider relativ
häufig vor. Besonders problematisch sind sie, wenn Knochen betroffen
sind, deren Form und Funktion von einem ausgewogenen Längenwachstum
abhängig ist. Beim Hund ist die Längenzunahme der Knochen zwischen dem
4.-6. Lebensmonat am größten. Aus diesem Grund treten
Skelettentwicklungsstörungen in diesem Zeitraum auch gehäuft auf. Mit
sieben Monaten haben die meisten Hunde 90% ihrer endgültigen
Körpergröße erreicht. Mit dem 9.-10. Monat ist das Längenwachstum dann
beendet. Hunde kleinwüchsiger Rassen sind zeitiger ausgewachsen als
Hunde großwüchsiger Rassen. Als Ursache solcher Entwicklungsstörungen
kommt eine Vielzahl von Möglichkeiten in Betracht. So unterscheidet
man genetisch bedingte Entwicklungsstörungen, stoffwechselbedingte und
multifaktorielle Ursachen (z.B. hormonelle Inbalanzen,
ernährungsbedingte Fehlsteuerungen, Störungen in der
Vitaminversorgung, Haltungsfehler) und erworbene, traumatisch bedingte
Wachstumsstörungen.
Isolierter Processus anconaeus
Die Wachstumsfuge des Proc. anconaeus (= bestimmter Knochenbereich am
Unterarmknochen Elle) sollte im Alter von 16-20 Wochen geschlossen
sein. Ist dies nicht der Fall, liegt das Krankheitsbild des isolierten
Proc. anconaeus vor. Ursache hierfür ist ein verzögertes
Längenwachstum der Ulna (=Elle), das die Wachstumsfuge des Proc.
anconaeus derart irritiert, daß ein Fugenschluß verhindert wird. Man
spricht vom sogenannten Short-Ulna-Syndrom. Betroffen sind
schnellwachsende Hunde der großwüchsigen Rassen, insbesondere der
Deutsche Schäferhund. Nicht selten besteht die Erkrankung beidseits.
Die Symptome der Erkrankung zeigen sich in Lahmheit, Schwellung des
Ellenbogengelenks und charakteristischer Gliedmaßenstellung (das
Ellenbogengelenk wird einwärtsgedreht, Pfote und Unterarm nach außen
gestellt). Zur Sicherung bei Verdachtsdiagnose dient die
Röntgenuntersuchung. Bestätigt sich der Befund, sollte das Tier
möglichst bald (vor dem 7. Lebensmonat) operiert werden, um die
Funktion des Gelenks zu erhalten und Arthrosen zu vermeiden bzw.
wenigstens ihr Fortschreiten zu stoppen.
Der Ellbogen mit Oberarm, Elle (Ulna) (mit Proc. anconaeus und Proc.
coronoideus) und Speiche (Radius)
Bis zu seinem ersten OP-Termin wohnte Niko bereits in einer
Pflegestelle,
und wir erfahren stets, dass er sich wie ein ganz normaler Hund
verhält. Mit seinem kranken Fuß buddelt er sogar im Schnee und saust
durch die Gegend – er weiß natürlich nicht, dass er, mit ganz viel
Pech dieses Beinchen doch noch verlieren könnte.
Doch bei der fast 24-Stunden Betreuung in der Pflegestelle hat Niko
alle Chancen eines normalen Hundelebens auf seiner Seite. Die
Nachkontrolle am 25.01.2011 fiel gut aus und das Beinchen wurde neu
bandagiert.
Hätten wir nicht dieses Ergebnis erhalten, so hätte eine erneute OP
stattfinden und Schrauben gesetzt werden müssen.
Nun darf die zuständige niedergelassene Tierärztin den laufenden
Verbandswechsel vornehmen und wir haben ca. 6-8 Wochen des Wartens vor
uns.
Erst dann kann man „vielleicht“ sagen, dass alles soweit stabilisiert
ist, dass Niko „über den Berg“ ist.
Das alles jedoch hindert den kleinen Kerl nicht daran, mit beiden
Pfötchen im Schnee zu buddeln, alle 4 Beinchen zu belasten und sich zu
bewegen, als „sei doch alles gar nicht so schlimm“.
Was wir jedoch jetzt schon wissen, das ist, dass sich die Pflegestelle
die Option der Festübernahme vorbehalten möchte. Zu sehr hat sich der
kleine charmante Kerl schon in das Herz der Pflegemama geschlichen,
als noch einen Gedanken an eine Abgabe zu verschwenden. Gerne ist sie
bereit, nach der Stabilisierung die erforderliche Physiotherapie mit
Niko in Angriff zu nehmen.
Was Niko nicht fehlt, ist das Mitleid vieler Menschen. Aber Mitleid
alleine hilft nicht, denn die Kosten für die vorgenommene OP und die
weitere medizinische Versorgung (Physiotherapie usw.) müssen bezahlt
werden. Vielleicht auch nochmalige Operationskosten, die aufgebracht
werden müssen.
Wer also statt Mitleid, etwas Geld spenden kann und möchte, würde Niko
und ungemein helfen, denn die Mittel der Nothilfe sind sehr begrenzt,
da hier fast täglich ein Hunde- oder auch Katzennotfall gemeldet wird.
Wir bitten daher alle für Niko zu spenden und es auch nicht zu
scheuen, einfach nur 5,00 EUR zu überweisen – jeder Cent hilft. Wir
denken, wer sich das nachstehende Foto anschaut, der weiß, dass seine
Spende gut aufgehoben ist………

Bankverbindung: Volksbank Dornstetten eG
Konto-Nr.: 523 760 01; BLZ: 642 624 08
Verwendungszweck: OP Shiba-Inu-Welpe Niko
Hallo ihr netten Menschen,
hier liege ich neben dem Behandlungstisch in der Klinik und überlege
gerade, ob man wohl genug Geld für meine Behandlung zusammen bekommen
wird, damit ich endlich mein junges Hundeleben so richtig in vollen
Zügen genießen kann. Ich möchte nämlich nicht, dass sich meine neuen
„Zieheltern“ und auch die Polarhunde Nothilfe e. V. immer noch einen
Kopf über die Kosten machen müssen, die meine Behandlung schon
gekostet hat und das ist ja leider noch nicht das Ende. Ich denke
aber, dass nicht alle Menschen so denken, wie der, der mich produziert
und wieder entsorgt hat, da ich ihm keine finanziellen Vorteile
gebracht habe.
Ich habe in der Tierklinik mal den Mann in dem weißen Kittel
belauscht. Er meinte, dass mein rechtes Ellbogengelenk ausgerenkt ist.
Ich kann dem ja nicht sagen, wann das passiert ist, normalerweise
bringen das Tiere mit sich, die in ein Auto gedüst sind. Dafür bin ich
aber noch zu klein, um alleine auf der Straße herumzuflitzen.
Und der Mensch, der mich gerettet hat, der hüllt sich in Schweigen,
nein noch besser, den erreichen die netten Menschen aus NRW nicht
mehr. Oh, bei denen wär' es auch schön gewesen, aber die anderen Hunde
mochten mich leider nicht.
Also geht der Mann im weißen Kittel davon aus, dass es sich bei mir um
eine Fehlstellung aufgrund eines alten Bruches handelt. Das klingt ja
schon merkwürdig bei so einem kleinen Kerl, der ich nun mal noch bin.
Also hat er bei der OP vorgefunden, dass im oberen Bereich der Elle
ein zum Gelenk gehörender Fortsatz (proc.ancouaeus), der teilweise
entfernt werden musste, quer stand. Dann war das Gelenk einrenkbar. Ob
die ganze, bis jetzt gelungene OP auch hält, das verrate ich jetzt
noch nicht. Ich weiß nur, dass man nacharbeiten muss, wenn ich zu
viele Faxen, Hoppser und Sprünge mache und man nicht genügend auf mich
kleinen Irrwisch aufpasst. Und weil dann natürlich nix mehr in
richtiger Form war, sind meine Sehnen an dem kaputten Beinchen einfach
zusammengeschnurrt. Jetzt müssen die nach einem gewissen Zeitpunkt
auch noch physiotherapeutisch gedehnt werden, vorsichtig, mit viel
feeling, na, das gibt vielleicht einen Spaß, ich höre mich jetzt schon
fürchterlich schreien. Ihr wisst, wie ein Shiba schreien kann? Das
muss einem ja aber auch weh tun.
Wenn ich mich also weiterhin so vorbildlich verhalte, dann sind die
Nachuntersuchungen immer positiv. Ihr drückt mir doch alle die Daumen
und begleitet mich auf diesem Weg? Ok, dann werde ich meine Zweibeiner
bitten, dass sie euch in gewissen Abständen auf dem Laufenden halten,
so, wie sie halt was vom Doc herauskriegen.
Soeben erfahre ich, dass schon ein wenig Geld geschickt wurde, bzw.
Menschen es in der nächsten Woche machen werden und das finde ich supi
und sage auch allen anderen schon einmal:
„Danke, denn mehr kann ich nicht zurückgeben. Danke, für euer
Interesse an einem glücklichen Hundeleben.
Kommt doch bald wieder diese Seite besuchen. Man möchte euch laufend
mit neuen Bildern den Werdegang meines weiteren Weges schildern. Mut
und Kraft nenne ich mein Eigen und ihr werdet sehen, dass meine
Beschwerden bald schon Besserung zeigen. Den Willen dazu habe ich und
die Hilfe meiner Pflegestelle ebenso.“
Bis bald dann, euer Niko