Nothilfe fuer Polarhunde e.V. - Freudenstadt
 

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[Der Second-Hand-SAM]


Von Eva Felizitas Nietiedt

 

Grundsätzliches

 

Geben Sie nie einen Befehl, den Sie nicht unmittelbar durchsetzen können, falls Ihr Hund ihn nicht befolgt. Geben Sie jeden Befehl nur einmal. Wenn Sie Ihren Hund fünfmal rufen, lernt er nur, dass er beim ersten Mal noch nicht kommen muss. Geben Sie keinen Befehl, wenn Sie wissen, dass Ihr Hund ihn nicht befolgen wird, es sei denn, Sie können ihn durchsetzen. 

Beobachten Sie, ob Ihr Hund Sie versteht. Mein Wundertier z.B. hört wirklich nicht gut. Er konnte "Platz" und "Sitz" akustisch einfach nicht unterscheiden, also heißt "Platz" jetzt eben "Leg Dich". Manche Hunde können auch optische Signale besser verstehen, es ist daher ratsam, akustische Befehle mit einer passenden Geste zu kombinieren. Gebe ich meinem Hund ein Hörkommando und vollführe dazu ein falsches Sichtzeichen, sage ich also beispielsweise "Sitz" und zeige ihm das Handzeichen für "Laut", bellt er, obwohl ich "Sitz" gesagt habe. Dummer Hund? Keineswegs. Er kann nur besser sehen als hören. Es liegt auf der Hand, dass es für einen Menschen leichter sein muss, sich auf die Sprache des Hundes einzustellen, als umgekehrt. Also lernen Sie seine Sprache - Sie verfügen schließlich über die höhere Intelligenz. 

Körperliche Züchtigung? Vergessen Sie das. Geben Sie Ihrem Malamute mal einen Kalbsfuß zum Knabbern. Schauen Sie ihm zu und überlegen Sie sich, ob Sie sich wirklich eine körperliche Auseinandersetzung mit ihm erlauben können. Sie sollten sich deshalb auf physische Behandlungen beschränken, die er versteht. Die Hand über den Fang legen kann er verstehen. Wenn Sie mögen, können Sie ihm auch kurz in die Ohrläppchen beißen. Wenn er im Weg steht und Sie ihn zur Seite schieben, wird er Sie verstehen, ebenso wenn er vorwärts will und Sie ihn an der Leine zurückhalten. Alles andere kann er nicht verstehen. Versuchen Sie besser erst gar nicht, ihn zu schlagen. 

Zum Einsatz von Erziehungshilfen folgendes: Hier gilt der Vergleich mit den Medikamenten in allerhöchstem Maße. Der Nutzen muss in angemessenem Verhältnis zur Beeinträchtigung stehen und sie dürfen nicht zur Gewohnheit werden. Wenn ein Hund kaum vor die Tür kommt, weil ihn keiner halten kann, mag es angemessen sein, vorübergehend mit einem Kettenhalsband zu üben. Es ist Ehrensache, keine Gerätschaften zu verwenden, die man nicht vorher an sich selbst ausprobiert hat. Teletaktgeräte und ähnliches gehören überhaupt nicht hierher.

 

Quelle: Journal für Nordische Hunde, Ausgabe 12, Dezember 1999, S. 28 -33