|
Neues von SAM - dem
Schlimmsten Anzunehmenden Malamute
Von Eva Felizitas Nietiedt
SAM sucht einen Job - Wie
beschäftigt man das Energiebündel ausreichend?
Mal ganz ehrlich - haben Sie
nicht immer schon von einem Job in der Unterhaltungsbranche
geträumt? Herzlichen Glückwunsch, es ist soweit. Sie sind jetzt
Entertainer. Na gut, Ihr Publikum haben Sie sich vielleicht ein
bisschen anders vorgestellt, aber auch die größten Stars müssen
mal klein anfangen. Wieso Sie einen Job haben, wenn
SAM einen sucht? Das liegt daran, dass
SAMs Qualifikationen (Schlitten ziehen,
Wild erlegen, Welpen aufziehen usw.) im mitteleuropäischen
Normal-Leben einfach nicht mehr gefragt sind. Auch die
Umschulungsangebote für Schlittenhunde sind recht dünn...
Deswegen ist es nun Ihre Aufgabe, SAM
angemessen zu unterhalten. Wir wollen hier die zahlreichen
bekannten Möglichkeiten, einen Hund körperlich zu ermüden, nicht
näher betrachten, denn dass ein Hund, der stundenlang getobt
hat, irgendwann müde ist, wissen Sie sicher schon und
wahrscheinlich auch, ob SAM lieber mit
Ihnen joggt oder am Fahrrad läuft.
Darüber hinaus hat SAM aber auch ein
Gehirn, das beschäftigt werden möchte. Wäre körperliche
Anstrengung allein ausreichend, um SAM
auszulasten, würde das Aufstellen eines Laufbandes aus dem
Fitness-Studio im Wohnzimmer völlig genügen, aber so einfach ist
das leider nicht. Auch wenn die Verhaltensforschung gerade den
Malamuten das attestiert, was sie "geringe Arbeitsintelligenz"
nennt, bedeutet das nicht, dass SAM dumm
ist und nicht geistig gefordert werden soll. Er denkt (und
handelt!) nur anders als ein "arbeitsintelligenter" Hund.
Geht man davon aus, dass es SAMs normalem
Rhythmus entspricht, ungefähr 2/3 des Tages zu verdösen und zu
verschlafen, sind immerhin noch acht Stunden übrig, in denen er
irgendeine Betätigung braucht. Selbst wenn Sie etwa dreimal
täglich je eine Stunde mit ihm spazieren gehen, bleiben noch
weitere fünf Stunden, in denen SAM nach
Unterhaltung und Beschäftigung lechzt. Stellen Sie sich
SAMs Erlebniswelt einmal ernsthaft im
Vergleich zu Ihrer vor: SAM hat keinen
stressigen Job, von dem er sich entspannen muss. Wenn Sie bei
der Arbeit sind, langweilt er sich ohnehin. Unterhaltungen, die
Ihnen Vergnügen bereiten, sind für ihn unverständlich. Er kann
nicht lesen, fernsehen, ins Theater oder Kino gehen usw. Die
Behauptung, manch ein Hund sei imstande, Musik wirklich zu
genießen, müsste vielleicht noch näher untersucht werden.
SAM hat keine Aufgaben, die ihn ausfüllen
(Beruf, Familie, Hobbies etc). Ohne Sie erlebt er einfach
nichts. Sie sind sein Schlüssel zur Welt. Wollen Sie wirklich
wissen, wie das ist? Setzen Sie sich mal eine Viertelstunde ganz
allein daheim auf Ihr Sofa und tun Sie einfach nichts, ohne so
müde zu sein, dass Sie ausruhen oder schlafen müssten. Kein
Buch, kein Telefonat, kein Fernsehen, kein Radio, keine Musik,
kein Kreuzworträtsel - wie finden Sie das? Nervtötend,
langweilig, beunruhigend, es macht jedenfalls keinen Spaß? Genau
das ist es, was SAM vermutlich den größten
Teil seines Lebens erlebt - nichts.
Hier sind Sie nun gefordert. Um einen ausgeglichenen Hund aus
SAM zu machen, müssen Sie ihm auch
"geistige Nahrung" anbieten. Dazu gehört zum einen, ihn einfach
zu beschäftigen, zum anderen aber, ihm ständig neues
beizubringen. Er muss sowohl lernen und entdecken als auch das
Erlernte verwenden können. Egal, ob Sie ihm ein Kunststückchen
beibringen oder mit ihm einen neuen Wald erkunden,
SAM muss auch Denksport betreiben.
"Pfote", "Laut"
und "Toter Hund"
Jetzt höre ich schon die Puristen unter den Tierschützern
schreien: Kunststückchen, alberne Mätzchen, das ist unwürdig,
auch ein Tier verdient Respekt und Männchenmachen gehört nicht
zu einer artgerechten Haltung...
Von mir aus - bitteschön. Aber ein Hund, der fröhlich grinsend
und stolz seine Belohnung erwartet, nachdem er sein
möglicherweise tatsächlich albernes Kunststückchen vorgeführt
hat, erscheint mir nicht so erniedrigt wie ein Hund, der vor
lauter Langeweile seinen Schwanz frisst oder seine Pfoten blutig
knabbert. über die so genannte artgerechte Haltung lässt sich
außerdem ohnehin trefflich streiten. Also bringen Sie
SAM ruhig jedes Kunststück bei, dass Ihnen
beiden ein- und gefällt. Besser Blödsinn lehren, als gar nichts.
SAMs "Arbeitsintelligenz" wird vermutlich
für das Hereinholen der Morgenzeitung nicht ausreichen, aber
wenigstens Pfötchen geben, Toter-Hund, auf Kommando bellen und
eine Rolle über den Rücken sollten drin sein. Wenn Sie
SAM ein paar solcher Kunststücke gelehrt
haben, müssten Sie eigentlich schon wissen, wie
SAM lernt. Vermutlich fällt es ihm leichter, ganze Folgen
von bekannten Befehlen zu "speichern" und gleich einer
Stapelverarbeitungsdatei ablaufen zu lassen, als einzelne neue
zu lernen. Diese Fähigkeit sollten Sie unterstützen und
ausbauen. Lassen Sie ihn ruhig eine ganze "Zirkusvorstellung"
einüben, Hauptsache sein Geist wird dabei benutzt.
Wie man SAM überhaupt etwas beibringt?
Genauso, wie SAM sich selbst etwas
beibringt. Oder haben Sie SAM gelehrt,
wann immer die Klingel ertönt, zur Tür zu stürzen? Das
Grundmuster besteht also aus dem Auslöser (Türklingel) und
SAMs Handlung (zur Tür rennen) sowie der
anschließenden Belohnung (Besuch, der neugierig begutachtet
wird). Als Auslöser kommt natürlich auch ein von Ihnen gegebenes
Kommando (aber auch jedes andere Zeichen) in betracht, dann
bringen Sie SAM dazu, die gewünschte
Handlung auszuführen (bei "Sitz" z. B. drücken Sie sein
Hinterteil auf den Boden) und belohnen ihn anschließend. So
einfach ist das.
üben Sie jeden neuen Befehl nur solange, bis SAM
es einmal richtig gemacht hat. Nur so weiß er, dass er Sie
richtig verstanden hat. Wiederholen können Sie dann bei der
nächsten Übungsstunde. Wie oft und wie lange SAM
sich ausreichend konzentrieren kann, müssen Sie selbst
herausfinden. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit erkennen Sie
schnell, ob SAM in der richtigen Stimmung
zum Lernen ist, oder lieber herumalbern möchte.
Rätselraten
Eine weitere schöne Methode, SAMs Geist zu
beschäftigen, sind Rätselaufgaben. Ein Rätsel kann schon darin
bestehen, dass Sie unbeobachtet ein Möbelstück in ein anderes
Zimmer räumen (oder etwas ausrangiertes auf den Dachboden) und
SAM danach suchen lassen. Er wird wie
gewohnt ins Zimmer trotten und aufmerksam werden, wenn er die
Veränderung bemerkt. Jetzt müssen Sie die Suche starten. Tun
Sie, als wären Sie über das verschwundene Möbelstück genauso
erstaunt wie er. Spielen Sie mit großen Gesten Theater.
Animieren Sie ihn, hinter Ihnen herzulaufen und führen Sie ihn
langsam in die richtige Richtung. Wenn das Möbelstück gefunden
ist, loben Sie ihn überschwänglich. Vielleicht liegt zufällig ja
auch noch ein Futterbröckchen auf dem alten Sessel? Nach diesem
Prinzip können sie SAM eigentlich alles
und jeden suchen lassen. SAM hat zwar
nicht all zuviel Talent zum Suchhund, aber vermutlich macht er
trotzdem gern mit.
Andere Rätselaufgaben können Sie sich natürlich auch ausdenken.
Sind Sie Bastler, bauen Sie ihm vielleicht einen Irrgarten,
liegen Sie lieber beim Fernsehen auf dem Sofa, schalten Sie mal
ein Programm ein, in dem Wölfe oder Hunde vorkommen. Wenn
SAM aufmerksam horcht, tun Sie, als würden
Sie auch nach den Hunden Ausschau halten. Sie wären nicht der
erste Mensch, der schnüffelnd mit seinem SAM
hinter dem Fernseher sitzt. Allerdings kapiert
SAM bald, dass er die Hunde zwar hören, aber nicht sehen
oder riechen kann. Macht nichts, jetzt denken Sie sich eben
etwas Neues aus.
Vielleicht besorgen Sie sich auch ein Hundebuch, in dem ein
Intelligenztest enthalten ist. Wie ernst Sie und
SAM so einen Test und sein Ergebnis nehmen, bleibt Ihnen
überlassen, aber es ist eine recht unterhaltsame Beschäftigung
für Mensch und SAM. Außerdem bekommen Sie
dabei interessante Einblicke in SAMs Art
zu denken.
Neues entdecken
SAM ist neugierig. Im wörtlichsten Sinne.
Also seien Sie nett, und gehen Sie nicht dreimal am Tag dieselbe
Runde. Das ist ihm einfach zu langweilig. Wann immer es Ihnen
möglich ist, sollten Sie Ihre Spaziergänge in unbekannte oder
lange nicht besuchte Gebiete verlegen, am besten fahren Sie ein
Stück mit dem Auto. SAM liebt es, neue
Wege zu entdecken und unbekannte Gerüche zu erschnüffeln.
Wenn etwas Ungewöhnliches am Wegesrand erscheint, machen Sie
SAM darauf aufmerksam. Das kann ein
Holzstoß am Waldesrand, ein umgestürzter Baum oder ein neu
aufgestelltes Verkehrsschild sein. Erkunden und beschnüffeln Sie
das seltsame Ding gemeinsam. überprüfen Sie, ob der Holzstoß
stabil und fest ist. Dann können Sie SAM
dazu bringen, darauf zu klettern. Damit haben Sie eine
Denk-Aufgabe mit einer Geschicklichkeitsübung verbunden. Es ist
für SAM nämlich gar nicht so einfach,
auszubalancieren, wo die Pfoten Halt finden. VORSICHT: Wenn Sie
SAM das Klettern lernen lassen, kann er
das auch zuhause am Gartenzaun! Auch die Kletterübung können Sie
wieder mit einer kleinen Belohnung garnieren, ebenso den
umgestürzten Baum: Lassen Sie z. B. unbemerkt ein Leckerchen in
das Wurzelloch des umgestürzten Baumes fallen. Scharren Sie mit
dem Fuß ein bisschen Erde darüber. SAM
wird sofort herbeigestürzt kommen, um Sie beim Graben zu
unterstützen. Das Ausbuddeln der Belohnung ist zum einen eine
vernünftige Beschäftigung für ihn und darüber hinaus wird er Sie
dafür anbeten, dass Sie diese tolle Stelle "erschnüffelt" haben.
Damit vermitteln Sie ihm noch ganz nebenbei, dass es sich für
ihn lohnt, auf Sie zu hören. Vorsicht: Nebenwirkung! Wenn Sie
Ihren SAM grundsätzlich dazu erziehen,
draußen gar nichts zu fressen, dann kommt dieser Spaß natürlich
nicht infrage.
Grundsätzlich sollten Sie SAM an alle
unbekannten Dinge heranführen, an solche, die ihn erschrecken,
aber sehr vorsichtig. Zwingen sollten Sie ihn nicht. Ein
selbstbewusster, ausgeglichener SAM, der
noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, wird selbst einen
dröhnend rotierenden Betonmischer interessant finden. Achten Sie
aber stets darauf, ihn nicht an Dinge zu gewöhnen, die ihm
gefährlich werden könnten. Baugruben z. B. sind, auch wenn Sie
noch so spannend riechen, absolut tabu.
SAM
als Haushaltshilfe
In der alltäglichen Arbeit im Haushalt verbergen sich unzählige
Möglichkeiten, SAM zu beschäftigen. Je
nach Talent können Sie ihn den Spülschwamm suchen oder den
Putzeimer holen lassen, oder Sie erlauben ihm, ein bisschen am
Handfeger zu zerren..., spätestens beim Ertönen des Staubsaugers
wird SAM ausgesprochen munter. Lassen Sie
ihn ruhig ein bisschen gegen die wilde Bestie ankämpfen, aber
VORSICHT: Wenn Sie SAM ein Kämpfchen mit
dem Staubsauger erlauben, achten Sie darauf, dass
SAM nicht an das Gerät herankommt, wenn er allein ist...
Die Kunststoffdüsen eignen sich nämlich hervorragend zum
Zernagen.
Während Sie das tägliche Einerlei erledigen, können Sie mit
SAM nebenbei noch ein bisschen Hundeschule
spielen: während Sie aufräumen, üben Sie "Bei-Fuß", wenn Sie am
Spülbecken stehen, kann SAM daneben liegen
und "Platz-Bleib" üben. Dazu können Sie ihm noch sinnvolle
Kommandos beibringen, wie beispielsweise "Geh-weg", wenn die
Backofentür geöffnet wird. Während Sie schnell den Müll
hinaustragen, übt SAM dann noch allein
zubleiben, so müssen Sie nicht viel zusätzliche Zeit für
SAMs Erziehung und Beschäftigung
aufbringen und der Haushaltskram ist nicht gar so langweilig.
SAM
als Gärtner
Abgesehen davon hilft SAM natürlich am
liebsten im Garten. Das haben Sie nicht so gern? Weil
SAM übereifrig frisch angelegte Beete
umgräbt? Da zeigt sich der Unterschied zwischen einer
Beschäftigung, die Sie ihm zuweisen, und einer, die er sich
selbst sucht. Es liegt bei Ihnen, ihn in ausreichendem Maße zu
unterhalten, damit er das nicht selbst in die Pfote nimmt. Jagen
Sie ihn z. B. so lange mit dem Rasensprenger durch den Garten,
bis er zu müde ist, um sich über die Blumenbeete herzumachen und
die Erdbeeren zu zertrampeln. VORSICHT! Wenn SAM
wirklich Angst vor dem Rasensprenger hat, ist das keine gute
Idee. Ein typischer SAM wird aber eher
vergnügt nach dem Wasserstrahl schnappen, wenn Sie ihn nicht zu
hart einstellen. Anschließend können Sie ihm dann erlauben, die
neuen Pflanzen zu beschnüffeln. Und während Sie ihm danach
klarmachen, dass die Pflanzen nicht gefressen werden und auch
nicht dazu da sind, das Bein daran zu heben, beschäftigen Sie
ihn bereits wieder. Nach so einem Haushaltstag daheim mit Ihnen
sollte SAM eigentlich froh sein, wenn Sie
ihn endlich in Ruhe lassen, damit er ein Nickerchen machen kann.
Ein Spielchen in
Ehren...
Natürlich sollte auch SAMs Spieltrieb
nicht zu kurz kommen. Sie können SAM mit
allen üblichen Hunde-Spielen unterhalten, aber wahrscheinlich
findet Ihr SAM das, was andere Hunde heiß
und innig lieben, eher langweilig. Wenn Bälle zu fangen,
Stöckchen zu apportieren etc. nicht zu seinen
Lieblingsvergnügungen zählen, müssen Sie sich wieder einmal
etwas einfallen lassen. Dafür zerrt SAM
gern an diesem und jenem, mit Ihnen um ein Seil zu rangeln,
findet er schon ziemlich gut und am allerliebsten mag er ein
Ringkämpfchen mit Ihnen. Hier sind sowohl Kraft als auch
Fingerspitzengefühl nötig. Wenn Sie Ihren SAM
gut im Griff haben und in der Lage sind, ein Kampf-Spiel
jederzeit zu beenden, ist es eine tolle Sache, denn
SAM tobt sich müde und erfährt
gleichzeitig, dass Sie viel größer und stärker sind als er. Wenn
Sie ein Kämpfchen mit SAM nicht austragen
wollen oder können, dann dürfen Sie sich gar nicht darauf
einlassen. Außerdem können Sie sich natürlich neue Spiele für
SAM ausdenken. Wer außer Ihnen könnte
wissen, was SAM gern hat? Hängen Sie zur
Abwechslung mal ein Würstchen an die Wäscheleine im Garten ...
Wer keine Arbeit
hat, der macht sich welche...
Solange SAM nicht ausgelastet ist, werden
Sie nicht viel Freude an ihm haben. Prinzipiell kommt es nicht
so sehr darauf an, was Sie mit SAM machen,
sondern DASS Sie etwas mit ihm machen - natürlich sollte es
immer etwas sein, das Ihnen beiden Spaß macht oder wenigstens
nützlich ist. Wenn SAM nicht genügend
Beschäftigung hat, wird er sich eine suchen. Das kann harmlos
dazu führen, dass er Gegenstände zerkaut, kann aber auch
schlimme Formen annehmen, wenn er sich z. B. selbst verstümmelt.
Außerdem ist für einen SAM, der nicht
genug erlebt, schon das kleinste Ereignis - wenn Sie so wollen,
die Fliege an der Wand - eine riesige Sensation. Ein solcher
SAM wird nie gelassen neben Ihnen durch
die Stadt spazieren und würdevoll jeden anderen ignorieren.
Haben Sie also zum Beispiel Schwierigkeiten mit
SAM, weil er auf äußere Ereignisse, die keine
Angstauslöser sind, übertrieben oder sogar hysterisch reagiert,
dann ist vermehrte Beschäftigung fast immer der Schlüssel.
Was Sie noch tun
können

Vernachlässigen sollte man auf keinen Fall den Umgang mit
anderen Hunden, aber gerade für SAM, der
nicht gut mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen auskommt,
stellt das leider häufig ein Problem dar. Weil man ihn abgesehen
davon auch kaum von der Leine lassen kann, ist es einfach nicht
möglich, ihn unbefangen mit den anderen auf der Hundewiese im
Stadtpark toben zu lassen. Wenn Sie einen Garten haben, laden
Sie ausgesuchte Spielkameraden ein, wenn nicht, laden Sie sich
und SAM bei Spielkameraden mit Garten ein.
Auch ein Zweit-SAM ist keine erschöpfende
Lösung, denn auch zwei Hunde können sich miteinander langweilen.
Außerdem könnte ein hyperaktiver SAM
entweder dem anderen Hund auf die Nerven fallen, so dass sich
zwischen den beiden Zankereien ergeben, oder zwei
unterbeschäftigte SAMs stiften sich
möglicherweise gegenseitig zu immer neuen Untaten an.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass SAM
umso umgänglicher und ausgeglichener sein wird, je mehr Sie mit
ihm unternehmen. Damit sind nicht nur Spaziergänge, Spielen etc.
gemeint, sondern auch dass Sie ihn mitnehmen, wenn Sie das Haus
verlassen. Gut, zum Arzt, zur Arbeit oder in den Supermarkt darf
er nicht mit, aber könnten Sie ihn nicht mitnehmen, wenn Sie
einen Besuch machen oder essen gehen? Unser SAM
z. B. versetzt bei jedem "Auftritt" das ganze Personal der
Schalterhalle unserer Bank in helles Entzücken. Der eitle Kerl
lässt sich nur zu gern von allen bewundern und kraulen.
Voraussetzung dafür ist natürlich eine konsequente Erziehung. Je
besser SAM erzogen ist, um so öfter können
Sie ihn mitnehmen, z. B. ins Restaurant, zu Besuchen usw. Gute
Manieren bewahren SAM und Sie davor, in
den Teufelskreis zu geraten: SAM ist zu
unruhig, deswegen darf SAM nicht mit zu
Oma (in die Kneipe, zu den Nachbarn, was auch immer),
SAM muss daher allein zu Hause bleiben,
SAM langweilt sich allein zu Hause und
wird deshalb noch unruhiger und unausgeglichener... Könnte
SAM aber mit zu Oma, wäre das eine
wunderbare Abwechslung und anschließend müsste
SAM ruhen, um sich von der Aufregung zu erholen. Also
scheuen Sie sich nicht davor, SAM
mitzunehmen, auch wenn seine Manieren noch nicht perfekt sind.
Ohne ausreichende Übung werden sie es nämlich auch nicht. Für
SAM ist jede Situation, die nicht
alltäglich ist, aufregend. Also müssen Sie Situationen, in denen
SAM sich ruhig verhalten soll, so oft wie
möglich aufsuchen - auch wenn es schwer fällt. Sie müssen ja
nicht gleich mit einer Party mit 50 Gästen im
Ein-Zimmer-Appartement beginnen.
Quelle:Journal für
Nordische Hunde, Nr. 14, Juni 2000, S. 17 -21
Alle Texte von
S.A.M. zum Download (211Kb)
|