Regenbogenbrücke
An einer Stelle der Ewigkeit
gibt es einen Platz,
den man die Regenbogenbrücke nennt.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen,
Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde,
damit sie laufen und zusammen spielen können.
Es gibt immer zu fressen und zu trinken,
es ist warmes schönes Frühlingswetter,
und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden.
Alle Tiere, die einmal alt und krank waren,
sind wieder gesund und stark,
so, wie wir uns an sie in unseren Träumen erinnern,
wenn die Zeit vergeht.
Die Tiere sind glücklich und haben alles,
außer einem kleinen Bißchen;
sie vermissen jemanden Bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages eines sein Spiel plötzlich unterbricht und in die Ferne schaut.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf,
die hellen Augen sind aufmerksam, der Körper ist unruhig.
Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe, fliegt förmlich über das grüne Gras,
seine Beine tragen es schneller und schneller.
Es hat Dich gesehen.
Noch bist Du wie ein Punkt in der Unendlichkeit,
doch wenn Du und Dein Freund sich dann endlich treffen,
gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will.
Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder,
Deine Hände streicheln über den geliebten Kopf
und Du siehst einmal mehr in die treuen Augen Deines Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.
Dann geht Ihr zusammen über die Regenbogenbrücke
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...
( Aus dem Englischen, Verfasser: Paul C. Dahm )
Wenn Du jemals ein Tier liebst, dann gibt es drei Tage in Deinem Leben, an die Du Dich immer erinnern wirst...
Der erste Tag ist ein Tag, gesegnet mit Glück, wenn Du Deinen jungen neuen Freund nach Hause bringst. Wenn Du Dein erwähltes Haustier nach Hause gebracht hast und Du siehst es die Wohnung erforschen und seinen speziellen Platz in Deinem Flur oder Vorraum für sich in Anspruch nehmen - und wenn Du das erste mal fühlst, wie es Dir um die Beine streift - dann durchdringt dich ein Gefühl purer Liebe, das Du durch die vielen Jahre, die da kommen werden, mit Dir tragen wirst.
Der zweite Tag wird sich neun oder zehn Jahre später ereignen. Es wird ein Tag wie jeder andere sein. Alltäglich und nicht aussergewöhnlich. Aber, für einen überraschenden Moment wirst Du auf Deinen langjährigen Freund schauen - und Alter sehen, wo Du einst Jugend sahst. Du wirst langsame überlegte Schritte sehen, wo Du einst Energie erblicktest. Und Du wirst Schlaf sehen, wo Du einst Aktivität sahst. So wirst Du anfangen, die Ernährung Deines Freundes umzustellen - und womöglich wirst Du ein oder zwei Pillen zu seinem Futter geben. Und Du wirst tief in Dir eine wachsende Angst spüren, die Dich die kommende Leere erahnen lässt. Und Du wirst dieses unbehagliche Gefühl kommen und gehen spüren, bis schliesslich der dritte Tag kommt.
Und an diesem Tag - wenn Dein Freund gehen muss, wirst Du Dich einer Entscheidung gegenüber sehen, die Du ganz allein treffen musst - zugunsten Deines lebenslangen Freundes und mit Unterstützung Deiner eigenen tiefsten Seele. Aber auf welchem Wege auch immer Dein Freund Dich vielleicht verlassen wird - Du wirst Dich einsam fühlen, wie ein einzelner Stern in dunkler Nacht. Aber wenn Du ehrlich zu der Liebe für dein Haustier stehst, für das Du die vielen, von Freude erfüllten Jahre gesorgt hast, wirst Du vielleicht bemerken, dass eine Seele - nur ein wenig kleiner als Deine eigene - anscheinend mit Dir geht, durch die einsamen Tage, die kommen werden. Und in manchen Momenten, wenn Dir dein Herz schwer wird, wirst Du vielleicht etwas an Deinen Beinen entlang streichen spüren. Nur ganz ganz leicht. Und wenn Du auf den Platz schaust, an dem Dein lieber - vielleicht liebster Freund - gewöhnlich lag, wirst Du Dich an die drei bedeutsamen Tage erinnern. Die Erinnerung wird voraussichtlich schmerzhaft sein und einen Schmerz in Deinem Herzen hinterlassen. Wahrend die Zeit vergeht, kommt und geht dieser Schmerz als hätte er sein eigenes Leben. Du wirst ihn entweder zurückweisen oder annehmen, und er kann Dich sehr verwirren. Wenn Du ihn zurückweist, wird er Dich deprimieren. Wenn Du ihn annimmst, wird er Dich vertiefen. Auf die eine oder andere Art, es wird stets ein Schmerz bleiben.
Aber da wird es, das versichere ich Dir, einen vierten Tag geben - verbunden mit der Erinnerung an Dein geliebtes Tier. Und durch die Schwere in Deinem Herzen wird eine Erkenntnis kommen, die nur Dir gehört. Sie wird einzigartig und stark sein, wie unsere Partnerschaft zu jedem Tier, das wir geliebt - und verloren haben. Diese Erkenntnis nimmt die Form lebendiger Liebe an - wie der himmlische Geruch einer Rose, der übrigbleibt, nachdem die Blätter verwelkt sind. Diese Liebe wird bleiben und wachsen - und da sein für unsere Erinnerung. Es ist eine Liebe, die wir uns verdient haben. Es ist ein Erbe, das unsere Haustiere uns vermachen, wenn sie gehen. Und es ist ein Geschenk, das wir mit uns tragen werden solange wir leben. Es ist eine Liebe, die nur uns allein gehört. Und bis unsere Zeit selbst zu gehen gekommen ist, um uns vielleicht unseren geliebten Tieren wieder anzuschliessen - ist es eine Liebe, die wir immer besitzen werden.
Freie Uebersetzung (vermutlich von Lutz Schneider) aus dem Englischen.
Autor des Originals: Martin Scot Kosins, Autor von "Maya's First Rose"
Abschied von einem Hund
Es ist soweit - deine Zeit ist gekommen
du musst gehen
auch ich hör die Engel nach dir rufen
doch ich bitte dich: "Bleib stehen"
Du schaust mich an
ich blick zurück
ich lauf zu dir
ich halte dich noch einen Augenblick.
Ein letztes Mal leckst du meine Hand
ich halt dich fest, lass dich nicht gehen
ich renn dir nach und rufe:
"Bitte bleib doch stehen"
Du wedelst noch einmal
dann gehst du fort
doch auf einmal weiß ich:
irgenwann folge ich dir an diesen Ort.
Ich setze mich an unsern Lieblingsplatz
und denk an dich
ich weiß genau
du denkst auch an mich!
Leb wohl, mein Freund
dir danke ich
du warst immer da
dafür lieb ich dich!
Verfasser unbekannt
Wenn es soweit ist
Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
und quälende Pein hält ständig mich wach -
was Du dann tun musst- tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Dass du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehn -
muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.
Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.
Begleite mich dahin, wohin ich gehn muss.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluss.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, dass Dein Herz um mich weint.
Aus dem Englischen übertragen von Werner Schuster
Testament
Wenn Menschen sterben,
machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles,
was sie haben denen zu hinterlassen,
die sie lieben.
Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme, den Platz,
den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen
und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm. Wenn ich einmal sterbe,
dann sag´ bitte nicht: Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib´ ihr meinen Platz
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse,
ist alles, was ich geben kann.
Margaret Trowton
Was bleibt..
Immer, wenn wir von dir erzählen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen.
Unsere Herzen halten dich gefangen,
so, als wärst du nie gegangen.
Was bleibt sind Liebe und Erinnerung.
Und wir fragen noch immer:
Warum?
Und wenn Du Dich getröstet hast,
wirst Du froh sein,
mich gekannt zu haben.
(Antoine de Saint-Exupéry)
Es hängt ein Hundehalsband an der Wand
Eines Tages, o großes Glück,
kam Herrchen mit dir unter`m Arm zurück.
Ein Bündel, so schwarz und so klein.
Ich glaub's kaum, du bist wirklich mein?
In der ersten Nacht weintest du bitterlich.
Du fandest deine Mutter nicht.
Neben dem Bett lagst du winzig klein
Und tröstetest dich mit meinem Bein.
Die Treppen, sie waren zu hoch für dich.
Auf den Armen trugen wir dich.
Kriegen spielten wir um Tische und Bänke.
Dein Hinterteil flog gegen die Schränke.
Mit der Zeit lerntest du bellen.
Jeden Besucher musstest du stellen.
Auch allein sein wolltest du nicht.
Hattest Angst, wir ließen dich im Stich.
Nun wurdest du älter, man merkte es schon.
Dich bracht schon vieles nicht mehr aus der Facon.
Dein langsamer Gang war der beste Beweis.
Wir wünschten dich lange noch in unserem Kreis.
Aber leider, nun war es so weit.
Viel zu schnell verging die Zeit.
Es fiel dir schon schwer länger zu steh'n.
Auch konntest du nicht mehr so gut geh' n.
Eines Tages knicktest du ein.
Nun kann der Abschied, es musste wohl sein.
Das war unser letzter, und mein schwerster Gang.
Dreizehn Jahre gabst du mir Glück.
Mit Dankbarkeit denk' ich an dich zurück.
Und nun hängt ein Hundehalsband an der Wand.
Katharina Zilles
Abschied von deinem Menschen
Du hebst den Kopf so unausweichlich schwer,
blickst nur noch trübe in das Lächeln deines Menschen.
Die vielen Jahre Seit an Seit scheinen unendlich her,
dass sich die Schmerzen legen, das wirst du dir wünschen.
Was du stets wedelnd vor Begeisterung
am liebsten von dem Tische deines Menschen fraßt,
bleibt nun verdorben Opfer der Bekümmerung,
weil dich die Zeit mitnahm, die stetig weiter rast.
Geschwächt, das Licht, dass nichts so grell dich blendet,
in seinem Schimmer bist du ich, unfähig aller Tränen,
die ich schon damals oft geweint, nicht eine war verschwendet,
als du ganz winzig noch und viel zu oft nie die Gefahr konntst wähnen.
Vielleicht schon morgen wird das Kissen schmerzvoll leere sein,
wird sich kein aufgewühltes weißes Haar mehr treiben lassen
im sanften Zug, der jeden Raum mit dir erfüllte, dieses Heim,
das nur noch Stille dann umschließt, ich werde es ganz sicher hassen.
Du hebst noch einmal deinen Kopf, schenkst mir ein Lächeln tief,
die Hand, die dich oft führte, manchmal zu hart die Leine zog,
schleckst du wie in den Tagen, als deines Menschen Salz dich rief
und mich die Wärme deines Atems still durch kalte Nächte wog.
Nun werde ich noch etwas bleiben, wenn du auch gehst,
mich darum kümmern, dass stets Futter in den Näpfen liegt,
falls du einmal noch hungrig spät durch `s offne Fenster wehst,
damit du weißt, dass deine Liebe jeden Schmerz in Glück aufwiegt.
Herbert Gerke 2004
Mein Hund ist gestorben
Ich begrub ihn im Garten neben einer alten verrosteten Maschine.
Dort, nicht weiter unten, nicht weiter oben,
wird er sich einmal mit mir vereinen.
Jetzt ist er weg, mit seiner Haarfarbe,
seiner üblen Erziehung, seiner kühlen Nase.
Und ich, Materialist, der nicht daran glaubt,
dass es den verheißenen himmlischen Himmel für irgendeinen Menschen gibt,
glaube für diesen Hund oder für jeden Hund an den Himmel,
ja, ich glaube an einen Himmel, in den ich nicht komme,
doch wo er mich erwartet, seinen Fächerschwanz schwenkend,
damit es mir bei der Ankunft nicht an Freundschaft fehle.
Ach, ich will nicht von der Traurigkeit reden,
dass ich ihn hier auf Erden nicht mehr als Gefährten habe,
ihn, der mir niemals ein Diener gewesen ist, er hegte für mich Igelfreundschaft,
die seine Unabhängigkeit wahrte, die Freundschaft eines selbständigen Sterns,
ohne überflüssige Vertraulichkeit, ohne übertreibungen:
Er sprang nicht an meiner Kleidung empor, bedeckte mich nicht mit Haaren und Schorf,
er rieb sich nicht an meinem Knie, wie es andere, geschlechtsbesessene Hunde tun.
Nein, mein Hund schaute mich an, schenkte mir die Aufmerksamkeit,
die ich brauchte, soviel Aufmerksamkeit wie nötig ist,
um einen Eitlen begreifen zu lassen, dass er, als Hund mit diesen Augen,
reiner als die meinen, die Zeit verlor,
doch er schaute mich an mit dem Blick,
der sein ganzes zotteliges Leben für mich bereithielt, sein verschwiegenes Leben
dicht bei mir, ohne mich je zu belästigen und ohne irgendwas von mir zu verlangen.
Ach, wie oft wünschte ich mir einen Schwanz,
wenn ich neben ihm ging über die Ufer der See, im Winter von Isla Negra, in der großen Einsamkeit:
Droben die Luft durchschossen von eisigen Vögeln,
und hüpfend mein Hund, struppig,
erfüllt von der wellenwerfenden Kraft elektrischer Meeresspannung,
mein streunender, schnupperseliger Hund,
hissend den goldenen Schweif im Anblick des Oceans und seiner Gischt.
Fröhlich, fröhlich, fröhlich wie Hunde glücklich sein können,
einfach so, mit der Unumschränktheit unverschämter Natur.
Kein Adieu für meinen Hund, der gestorben ist.
Zwischen uns gibt es und gab es keine Lüge.
Er ist weg und ich begrub ihn, und das war alles.
Pablo Neruda, Letzte Gedichte, 1975
Abschied
Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.
Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!
Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.
Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
- es bleibt so bestehen, immer -
ohne Unterbrechung.
Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
- irgendwo, ganz in der Nähe -
nur ein paar Straßen weiter.
Henry Scott-Holland