| Atherome
Unter einem Atherom versteht man einen durch eine Kapsel abgeschlossenen,
sackartigen Hohlraum, der mit einem dünn- oder dickflüssigen Inhalt
gefüllt ist, also eine Zyste. Lokalisiert sind Atherome im Bereich der
Haut oder subkutan (unter der Haut), sind daher gut tastbar und bei
kurzfelligen Hunden auch gut sichtbar. Atherome können eine Größe von
mehreren Zentimetern erreichen.
Unterschieden wird zwischen echten und falschen Atheromen, im Volksmund
auch Grützbeutel oder Schweinsblasen genannt.
Das echte Atherom (Epidermoidzyste) geht aus bereits vor der Geburt
abgeschnürten Hautteilen hervor und tritt oftmals schon in der Jugend auf.
Es ist angefüllt mit Zellen aus Haut- oder Drüsengewebe, ein
autosomal-dominanter Erbgang gilt als sicher (d. h. tritt
geschlechtsunabhängig auf, kann auftreten, wenn die Möglichkeit von einem
Elternteil vererbt wurde (dominant)). Epidermiszysten können auch als
Folge eines Traumas (sekundär) entstehen, also beispielsweise durch einen
Zeckenkopf oder einen Dorn verursacht werden.
Vorwiegend bei älteren Hunden (über 7 Jahre) und seltener auch bei Katzen
kommen häufig falsche Atherome vor, Zysten, die mit gestautem Drüsensekret
der Haartalgdrüsen gefüllt sind. Viele dieser auch Talgretentionszysten
genannten Hautwölbungen besitzen eine zentrale Öffnung, eine Art
punktförmige Follikelmündung. Diese Zysten können sehr groß werden, ihr
Inhalt ist schmierig-breiig und cholesterinreich. Entzünden sie sich
(Belecken oder Aufkratzen der Hautstelle durch den Hund) können sie zu
tiefen Läsionen und / oder Umgebungsentzündungen führen. Auf seitlichen
Druck ist der breiige bis eitrige Inhalt entleerbar, allerdings füllen
sich viele dieser Zysten erneut. Große (falsche) Atherome können meist nur
chirurgisch durch Ausschneiden (Exzension) behandelt werden, kleinere
lassen sich mitunter nach dem Leeren veröden (Jod- oder 1%
Silbernitratlösung). Ist die Umgebung der Talgdrüsenfollikel stark
entzündet, ist meist eine Antibiotika-Gabe nötig.
Da es sehr viele Hautveränderungen gibt, die sich nicht immer eindeutig
voneinander unterscheiden lassen, kann im Einzelfall eine Feinnadelbiopsie
hilfreich sein. Bei dieser recht einfach durchzuführenden Untersuchung,
die das Tier auch wenig belastet, werden mittels einer Spritze und einer
Kanüle aus dem betreffenden Gewebe einige Zellen entnommen und diese nach
entsprechender Aufbereitung unter dem Mikroskopuntersucht.
Gerade bei Tieren, die wegen Alter, Krankheit oder Übergewicht ein
erhöhtes Narkoserisiko haben, kann so möglicherweise ein chirurgischer
Eingriff vermieden werden. Atherome, die nicht entzündlich verändert sind,
müssen nicht chirurgisch entfernt werden, sondern können, solange sie
klein sind, belassen werden.
Die Feinnadelbiopsie ersetzt nicht die pathologische Beurteilung einer
„Neubildung“, da hier nur einzelne Zellen isoliert dargestellt werden.
Diese interessante Seite einem Freund senden
zurück
|