| Das Baden des Hundes –
wissenswertes über Haut und Fell
über vieles im Zusammenhang mit Hunden, ihrer artgerechten Haltung, ihrer
Erziehung und selbst ihrer Pflege lässt sich kontrovers diskutieren und
sogar streiten. Gut eignet sich dafür auch das Thema „Baden“ des Hundes.
Die einen behaupten, es sei generell schädlich, andere vertreten die
Bedarfsregelung „wer sich in Mist wälzt, wird hinter geschrubbt“ und
andere setzen sich für den wöchentlichen Badetag ein.
Damit jeder sich selbst eine Meinung bilden kann, zum Thema Fell und Haut
des Hundes die Fakten.
Das Fell des Hundes besteht aus vielen Millionen Haaren, die durch die
oberste Hautschicht (Epidermis) wachsen. In Gruppen wachsen die Haare aus
Follikeln (wie eine Art enge Spalten), deren Tiefe je nach Haarstärke und
Körperstelle variiert. Das Haar selbst besteht überwiegend aus Proteinen
(Keratin) und einem geringen Mineralstoffanteil. Die Farbe wird durch ein
Pigment namens Melanin bestimmt.
Haut und Fell haben als gemeinsames System viele wichtige Aufgaben. Sie
schützen den Körper vor Schaden, die Haut trägt durch die Steuerung der
Wärmeabgabe zu einer konstanten Körpertemperatur bei. Das Fell bildet eine
Isolierschicht gegen Temperaturschwankungen und andere Einflüsse wie
Nässe. In der Haut sind Flüssigkeiten, Fett und Elektrolyte gespeichert,
ausgeschieden werden durch die Haut ebenfalls Flüssigkeiten, einige
Mineralstoffe, Stickstoffsubstanzen und Zellmaterial durch die Schweiß-
und Talgdrüsen. Gleichzeitig ist das System Haut und Fell auch
Sinnesorgan, fungiert als Tastorgan, nimmt Veränderungen der Temperatur
und des Luftdrucks wahr. Auch im Sozialleben der Tiere spielt die Haut
eine wichtige Rolle, denn sie gibt Gerüche ab, die das Sexualverhalten
steuern und die es den Tieren ermöglichen, sich nicht nur gegenseitig
sondern auch die jeweiligen Territorien zu erkennen.
Durch kleine Talgdrüsen sondert die Haut des Hundes Fett ab. Haut und
Haare erhalten dadurch einen schützenden Fettmantel, der auch
Säureschutzmantel genannt wird. Dieser wirkt abweisend auf Feuchtigkeit
und Schmutz und sorgt für den natürlichen Glanz des Haares.
Beim Baden löst das Shampoo (nicht das Wasser!) den schützenden Fettmantel
ab, die Haut bildet, um den natürlichen Schutz wieder herzustellen, sofort
und verstärkt Fett nach und binnen weniger Tage ist das natürliche
Gleichgewicht im Regelfall erreicht.
Wird wiederholt in kürzeren Abständen gebadet, wird dieses natürliche
Gleichgewicht gestört. Da die Haut frisch gebadeter Hunde vermehrt Fett
absondert, bleibt Schmutz besser am Fell haften, ebenso Gerüche. Der Hund
wird also schneller schmutzig und wenn der Hund nass wird, riecht er statt
weniger nun noch intensiver, ein Kreislauf ist in Gang gesetzt, der Baden
immer öfter „notwendig“ erscheinen lässt.
Wie auch immer Sie für sich und Ihren Hund das Thema „Baden“ entscheiden,
noch ein paar Tipps zum „richtigen“ Baden. Diese Hinweise gelten immer, ob
Sie nun nur im äußersten Notfall baden oder häufiger. Erwähnt werden soll
hier auch noch, dass es Hautkrankheiten bei Hunden gibt, bei denen
häufigeres Baden mit ganz speziellen, auf die Krankheit abgestimmten
Shampoos tierärztlich angeordnet wird und dies dem Hund dann auch hilft
(beispielsweise bei der Eindämmung des oft mit Hauterkrankungen
einhergehenden quälenden Juckreizes).
Wenn Sie den Hund in der Wanne abduschen, legen Sie eine Gummimatte oder
ähnliches hinein, damit der Vierbeiner nicht ausrutscht. Größere Hunde
sollten von zwei Personen hinein gehoben werden. Abgeduscht wird mit
handwarmem Wasser, es sollte kein Wasser in den Gehörgang laufen und
selbstverständlich keins in Augen und Nase. Wenn Sie Shampoo verwenden,
dann eines spezielles für Hunde, ph-neutral und rückfettend, es sollte
gründlich abgespült werden. Danach den Hund trocken reiben, aber nicht zu
stark rubbeln, sonst schädigen Sie die Haare. Ihr Hund wird sich, wenn Sie
ihn aus der Wanne gehoben haben, ausgiebig schütteln. Im Sommer bei
entsprechender Wetterlage kann der Hund sich im Garten oder auf dem Balkon
trocknen, im Winter sollten Sie ihn im Warmen behalten, bis er ganz
durchgetrocknet ist. Bei langhaarigen Hunden bleiben in Hautfalten gerne
lang feuchte Stellen zurück, bitte darauf achten, dass es dort nicht zu
Juckreiz und Hautveränderungen kommt. Wenn der Hund es zulässt, können Sie
auch mit dem Föhn arbeiten, auf niedriger Stufe mit ausreichend Abstand
von der Haut. Bürsten nachdem der Hund komplett trocken ist, stimuliert
die Talgdrüsen und trägt zur Regeneration des Fettfilms bei.
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