| Unterkühlung und
Erfrierungen
Bei Unterkühlung ist der Körper nicht mehr in der Lage, die
Körpertemperatur durch Steigerung des Stoffwechsels auf den erforderlichen
Wert zu regulieren. Dies kann bei Kreislaufversagen auftreten oder
beispielsweise bei Hunden, die bei niedrigen Außentemperaturen und
feuchtem, sehr windigem Wetter nach Unfällen weglaufen. Kleine und
kurzhaarige Tiere sind gefährdeter.
Bei der Unterkühlung wird zunächst weniger Blut in die oberflächlichen
Gefäße gepumpt, das sich dort befindliche Gewebe wird weniger stark
durchblutet, lokaler Sauerstoffmangel entsteht. Verlangsamen sich die
Körperfunktionen weiter, tritt ein allgemeiner Sauerstoffmangel im
gesamten Organismus ein. Die Muskeln werden steif, häufig sind die
Pupillen starr und erweitert, das Tier zittert. Die Puls- und Atemfrequenz
sind erniedrigt.
Bringen Sie ein unterkühltes Tier an einen mäßig warmen Ort, falls es
feucht ist, so gut als möglich abtrocknen und in eine Decke wickeln. Wenn
Sie eine Wärmflasche zur Hand haben, können Sie diese verwenden, aber
niemals direkt auf das Tier legen, sondern immer eine Decke dazwischen.
Auf den Einsatz des Heizkissens sollten Sie verzichten, da dieses die
Erwärmung (oberflächlicher Bereiche) meist zu schnell vorantreibt, was zur
Störung der Durchblutung wichtiger, inner Organe führen kann. Die
Raumtemperatur langsam auf Zimmertemperatur steigern, die Körpertemperatur
überwachen Sie mit einem Fieberthermometer (rektal messen), den Tierarzt
sollten Sie auf jeden Fall anrufen und sich mit ihm besprechen.
Erfrierung ist eine Schädigung des Gewebes durch Kälte. Bei Kälte, die mit
Feuchtigkeit und Wind einhergeht sind besonders Nase, Ohren,
Schwanzspitze, die Zehenbereiche der Pfoten und die männlichen
Geschlechtsorgane (Hoden) gefährdet. Die betroffenen Bezirke fühlen sich
kalt, evt. ledrig an, erscheinen blass und unempfindlich. Die Erfrierung
geht meist einher mit starker Unterkühlung des gesamten Körpers, die
entsprechenden Anzeichen wie erniedrigte Puls- und Atemfrequenz können
vorhanden sein.
Das Vorgehen ist dasselbe wie bei der Unterkühlung, zusätzlich werden die
von Erfrierungen betroffenen Körperstellen mit Wasser oder Umschlägen
langsam und schonend erwärmt. Steigern Sie die Temperatur des Wassers oder
der Umschläge langsam, die Endtemperatur sollten 40° C nicht übersteigen.
Trocknen Sie die betroffenen Körperstellen nach dem Erwärmen ohne Reiben
oder Massieren, das Tier sollte auch nicht daran herumlecken.
Erfrierungen werden wie Verbrennungen in Schweregrade eingeteilt. Bei
einer Erfrierung ersten Grades kommt es nach der Wiedererwärmung zu
Rötung, Schwellung und Juckreiz der betroffenen Hautgebiete. Bei
Erfrierungen zweiten Grades bilden sich umgehend oder nach einigen Stunden
Blasen, die meist ohne Narbenbildung abheilen. Zum Absterben der Haut mit
blauroter Blasenbildung und anschließender Ablösung der Hautareale kommt
es bei Erfrierungen dritten Grades.
Bei Erfrierungen sollten Sie nach der Erstversorgung den Tierarzt
aufsuchen.
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