Erkrankungen der
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Organ, das lebenswichtige
Funktionen im Stoffwechsel und in der Verdauung hat. Das Pankreas liegt
zwischen Magen und Zwölffingerdarm, die Form erinnert ein wenig an eine
Pfeife. Der breite Teil (Pankreaskopf) mündet in den Zwölffingerdarm, den
obersten Abschnitt des Dünndarms.
Das Pankreas ist eine sekretorische Drüse, die exokrine (nach außen
absondernde) und endokrine (in das Blut absondernde) Funktionen hat.
Der kleinere Teil des Pankreas (etwa 5 %) ist für die endokrine Funktion
zuständig, die Zellen, die diesen Teil des Pankreas bilden, werden
Langerhans´sche Inseln genannt. Hier werden u.a. die Hormone Insulin und
Glucagon produziert, die für die Regulierung des Blutzuckerspiegels
(siehe Diabetes) verantwortlich sind.
Im exokrinen Teil des Pankreas wird der so genannte Pankreassaft
produziert und über einen Ausführungsgang direkt in den Zwölffingerdarm
abgegeben. Im Pankreassaft sind lebensnotwendige Enzyme (Proteine, die als
Biokatalysatoren fungieren) enthalten. Mit Hilfe dieser Enzyme können
Proteine, Fette und Kohlenhydrate aus der Nahrung gespalten werden und für
den Organismus verwertbar gemacht werden.
Eine Erkrankung im Bereich der Bauchspeicheldrüse kann über lange Zeit
unerkannt bleiben da manifeste klinische Symptome manchmal erst auftreten,
wenn etwa 90 % der Pankreasfunktion verloren gegangen ist.
Der entzündliche Prozess des Pankreas wird Pankreatitis genannt, er kann
akut oder chronisch sein. Eine akute Pankreatitis kann nach Entfernung der
Ursache ausheilen. Die chronische Pankreatitis hingegen stellt einen
fortdauernden entzündlichen Prozess dar, der durch nicht rückgängig zu
machende (irreversible) Veränderungen des Pankreas, vor allem Fibrose
(Vermehrung des Bindegewebes) und Atrophie (Rückbildung), gekennzeichnet
ist. Sowohl bei der akuten wie bei der chronischen Pankreatitis gibt es
milde und schwere Verlaufsformen, beim milden Verlauf kommt es nur zu
minimalen Organstörungen und meist steht am Ende die Genesung. Bei
schweren Verläufen können die systemischen Organstörungen sehr weit
reichend sein. Kommt es dazu noch zu so genannten pankreatischen
Komplikationen wie akute Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des Pankreas,
infizierte Nekrosen, Pseudozysten (steriler Pankreassaft, der von einer
Kapsel aus Granulationsgewebe umschlossen ist) oder Abszessen
(umschriebene Ansammlung von Eiter) des Pankreas, sind die Prognosen
ungünstig.
Beim Deutschen Schäferhund und auch bei einigen Collie-Arten kann die
Veranlagung zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) vererbt werden
kann. Die exokrine Panreasinsuffizienz ist ein Syndrom, ausgelöst durch
die unzureichende Synthese und Sekretion von pankreatischen
Verdauungsenzymen. Die meisten Fälle von EPI beim Hund werden durch
pankreatische Azinusatrophie (PAA) ausgelöst. Auch bei anderen Rassen kann
die Azinusatrophie vereinzelt auftreten, meist allerdings ist eine
chronische Pankreatitis ursächlich für die EPI. Selten kommt es zur
exokrinen Pankreasinsuffizienz durch ein Adenokarzinom oder nach einer
Resektion des oberen Dünndarms.
Im Bereich des exokrinen Pankreas gibt es auch neoplastische (Neubildung
von Körpergewebe) Erkrankungen, Pankreasadenokarzinome. Die Tumore der
Bauchspeicheldrüse, vor allem die bösartigen, sind selten. Meist werden
sie erst diagnostiziert, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben oder
die Gallengänge bzw. den Drüsengang der Bauchspeicheldrüse verschließen.
Das exokrine Pankreas verfügt über eine Reihe von Mechanismen zum Schutz
vor Selbstverdauung. Nur wenn alle Schutzmechanismen gleichzeitig
versagen, kann der Bauchspeicheldrüsensaft das Organ selbst angreifen (selbstverdauen)
und dadurch eine Pankreatitis hervorrufen.
Zu Beginn der Erkrankung kommt es zur Freisetzung von Trypsin, das
wiederum andere Verdauungsenzyme aktiviert und mit diesen zusammen zu
lokalen Veränderungen wie Ödematisierung, Blutung, Infiltration (meist
örtlich begrenztes Eindringen in das Gewebe) mit Entzündungszellen und
Nekrosen von Azinuszellen führt. Danach kommt es zur Ausbildung eines
Entzündungsgeschehens, mit Bildung von Entzündungszellen und Ausschüttung
von Zytokinen (zuckerhaltige Proteine, die eine wichtige Rolle für
immunologische Reaktionen haben), die zu systemischen Organstörungen
führen können. Diese können von Dehydratation, Säure-Base-Verschiebungen,
Störungen des Elektrolythaushaltes bis hin zu akutem Nierenversagen,
akutem Lungenversagen und sogar Multiorganversagen reichen.
Die genaue Ursache für das Entstehen einer Pankreatitis bleibt beim Hund
oft ungeklärt. Als Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung
erhöhen, werden Übergewicht in Zusammenhang mit fettreicher Nahrung,
Trauma als Folge von Verkehrsunfällen, schweren Raufereien oder auch
chirurgischen Eingriffen, lokale Durchblutungsstörungen (z.B. während
einer Narkose) oder die Einnahme von Medikamenten genannt. Beim Hund sind
Fälle einer Pankreatitis nach Einnahme von Kaliumbromid, Glukokortikoiden,
L-Asparaginase, Azathioprine und Zink beschrieben. Aus der Humanmedizin
ist bekannt, dass beim Menschen eine Vielzahl von Medikamenten
Pankreatitiden auslösen können, daher sollte davon ausgegangen werden,
dass jedes Medikament potentiell Pankreatitis auslösen kann.
Ohne äußere Einwirkung kann eine Pankreatitis durch eine Verstopfung des
Ausführungsganges zum Zwölffingerdarm entstehen, beispielsweise durch
Steinchen oder Eiter. Es kommt zu einem Rückstau des Pankreassekrets im
Bindegewebe des Organs, das Gewebe schwillt an (darstellbar mittels
Ultraschall). Diese erste leichte Form der Pankreatitis ist eine akute
Entzündung, ein Pankreasödem.
Eine akut entzündliche Pankreatitis kann ferner entstehen, wenn Bakterien
oder Viren über den Ausführungsgang vom Zwölffingerdarm in die
Bauchspeicheldrüse eindringen, möglich ist auch, dass Keime über die
Blutbahn in das Drüsengewebe gelangen. Manchmal funktioniert auch die
Barriere zwischen Darm und Bauchspeicheldrüse nicht einwandfrei und
Darminhalt gelangt über den Ausführungsgang in die Bauchspeicheldrüse. Die
im Darminhalt enthaltenen Gallensalze führen zu einer extremen Reizung des
Gewebes, das Bakterien dann schutzlos ausgeliefert ist.
Wird eine schwere, akute Entzündung der Bauschspeicheldrüse nicht
behandelt, kann es zu schweren Gewebeschäden kommen. Die im Pankreas
produzierten Verdauungssäfte beginnen das Gewebe zu verdauen, Gefäßwände
werden geschädigt, Einblutungen ins Gewebe können die Folge sein (hämorrhagisch-nekrotisierende
Pankreatitis). Mit fortschreitender Zerstörung des Drüsengewebes kommt die
Durchblutung zum Erliegen, das Organ stirbt ab. Dadurch werden Giftstoffe
freigesetzt, die schwere Herzprobleme auslösen. Das Versagen der
Bauchspeicheldrüse und die Ansammlung von Giftstoffen führen zu einem
multiplen Organversagen und damit zum Tod.
In den meisten Fällen geht der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung
eine akute voraus. Einige Tiere zeigen dabei zunächst keinerlei akute
Symptome (stumme persistierende Form), erst mit fortschreitender Atrophie
(Rückbildung) des Pankreas kommt es zu Gewichtsverlust. Bei anderen Tieren
kommt es in nicht vorher bestimmbaren Abständen zu akuten Schüben,
entweder mit Erbrechen und Durchfall oder als schwere, akute Pankreatitis.
Die Symptome der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind sehr vielfältig, da
viele Stoffwechselvorgänge gestört werden können. Beobachtet wurden
Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfälle, allgemeine Schwäche,
Dehydratation, Abdominalschmerz (gespannte Bauchdecke mit Schmerzen im
vorderen Bauchraum), Fieber. Eine Diagnosestellung ist daher unter
Umständen schwierig und erfordert eine Vielzahl von einzelnen
Untersuchungen. Wichtigste Hilfsmittel sind hierbei Laboruntersuchungen
von Blut und Serum, aber auch Ultraschalluntersuchung, Laparotomie
(Bauchhöhleneröffnung) oder Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung), unter
Umständen kann auch die Beurteilung von Gewebeproben hilfreich sein (das
Entzündungsgeschehen kann jedoch sehr stark lokalisiert sein, so dass ein
negativer Befund kein definitiver Ausschluss einer Pankreatitis sein
kann).
Die Befunde der Routine-Labordiagnostik sind unspezifisch bei einer
Pankreatitis, das Blutbild zeigt oft eine verminderte Anzahl von
Thrombozyten (Thrombozytoponie) sowie eine Erhöhung der neutrophilen
Granulozyten mit vermehrt jüngeren Vorstufen im Blutbild (Neutrophilie mit
Linksverschiebung). In wenigen Fällen findet sich auch eine Anämie, ein
Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder an rotem Blutfarbstoff
(Hämoglobin). Bei der Serumchemie finden sich möglicherweise Hypochlorämie,
Erhöhung der Alkalischen Phosphatase (AP), Hypophosphatämie, Erhöhung der
Alaninaminotransferase (ALT) und andere.
Lipasen- und Amylasenaktivität im Serum, die seit langem zur
Pankreatitis-Diagnose beim Hund herangezogen werden, sind nicht immer
aussagefähig. Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass etwa die Hälfte
der Hunde, die eine Lipasen- und/oder Amylasenaktivität oberhalb des
Normbereiches aufweisen, nicht an Pankreatitis sondern an einer anderen
Erkrankung leiden. Zusätzlich erreicht etwa die Hälfte der Hunde mit einer
tatsächlich bestehenden Pankreatitis die obere Grenze des Normbereiches
für die Lipasen- und/ oder Amylasenaktivität nicht.
Messbar ist auch die Trypsin like Immunreactivity (TLI) im Serum, also die
Konzentration des in den Azinuszellen des Pankreas gebildeten Trypsinogen
(inaktive Vorstufe des Trypsin). Der gewonnene Wert ist hochspezifisch für
die exokrine Pankreasfunktion, die Literaturangaben bezüglich der
Sensitivität schwanken zwischen 50 und 98 %.
Noch relativ neu ist die Möglichkeit, die Konzentration der
pankreasspezifischen Lipase im Blut zu messen. Im Gegensatz zur
Lipasenaktivität im Serum wird hier nur Lipase gemessen, die von
Azinuszellen des exokrinen Pankreas synthetisiert wurde. Serum-PLI ist
hochspezifisch für die exokrine Pankreasfunktion und hat den Vorteil, dass
es bei Vorliegen von Nierenversagen, Gastritis oder dem gleichzeitigen
Verabreichen von Prednison (künstlicher Abkömmling des körpereigenen
Hormons Kortison) nicht verändert wird. Unter der Bezeichnung Spez cPL®
steht ein nutzbarer Test zur Verfügung, es wird von einer Sensitivität von
mehr als 90 % ausgegangen.
Die meisten Hunde mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) werden
wegen Gewichtsverlust, Durchfall (meist volumenreiche, ungeformte, aber
selten wässrige Stühle von eher grauer Farbe), gesteigertem Appetit (Polyphagie)
und/oder fettigen Stühlen (Steatorrhöe) dem Tierarzt vorgestellt. Auch bei
einer EPI sind die Routineuntersuchungen des Blutbildes und die
Serumchemie meist unauffällig. Bei gleichzeitig auftretendem Diabetes
mellitus kann eine Hyperglykämie vorliegen.
Meist wird die Diagnose EPI durch die Bestimmung der Trypsin like
Immunreactivity (TLI) im Serum gestellt. Zusätzlich können bei der
Untersuchung des Kots ebenfalls verschiedene Werte gewonnen werden.
Messbar ist das Chymotrypsin, ein Pankreasenzym, das in geringen Mengen in
aktiver Enzymform mit dem Kot ausgeschieden wird. Beim Vorliegen einer
Pankreasinsuffizienz ist diese Ausscheidung deutlich eingeschränkt.
Wichtig ist, dass der Hund nicht mit Pankreasfermenten vorbehandelt ist.
Um aussagefähige Ergebnisse zu erhalten, sollte der Kot von drei
verschiedenen Tagen untersucht werden, zwischen den einzelnen
Probeentnahmen sollten zusätzlich ein oder zwei Tage liegen. Gefüttert
werden sollte in dieser Zeit mit hochverdaulichen Proteinen und
Kohlenhydraten, um die Bauchspeicheldrüse möglichst optimal zu
stimulieren. Verfälscht werden kann der gewonnene Wert durch akute
Durchfälle (zu schnelle Dünndarmpassage führt zu normal erscheinendem
Ergebnis) und durch bakteriellen Abbau durch proteolytische Bakterien wie
beispielsweise Proteus spp. (Wert wird erniedrigt).
Weit weniger aufwändig in der Vorbereitung ist die Bestimmung der
Pankreatischen Elastase E1 im Kot. Dies ist ein Pankreas spezifisches
Eiweiß, das darmstabil ist und auch durch die Gabe von Pankreasfermenten
nicht beeinflusst wird. Die Literaturangaben zur Aussagefähigkeit des
Testergebnisses schwanken von etwas über 50% bis zu über 90 %. Bestimmt
werden können auch die Gesamtfettsäuren im Kot. Dieser Wert alleine ist
jedoch nicht aussagefähig, da es auch bei einer chronischen Enteritis oder
einer Gallensäuredefizienz zu einer Ausscheidung von nicht aus der Nahrung
aufgenommen Fetten mit dem Kot kommt (Steatorrhöe). Zusätzlich sollte bei
Hunden mit EPI die Konzentration von Cobalamin (Vitamin B12) und Folsäure
im Blut bestimmt werden, da etwa die Hälfte der Hunde mit EPI einen
VitaminB12-Mangel haben. Die Konzentration von Folsäure kann auf eine
häufiger vorkommende, sekundäre, bakterielle Überwucherung des Dünndarms
hinweisen.
Eine akute, mild verlaufende Pankreatitis gelangt nur selten zur Diagnose.
Häufiger werden milde Verläufe einer chronischen Pankreatitis beim
Tierarzt vorgestellt. Da sich diese milden chronischen Verlaufsformen zu
exokriner Pankreasinsuffizienz oder Diabetes mellitus und auch zu
schwergradigen Verlaufsformen ausweiten können, sollte versucht werden,
die Ursache der Erkrankung zu finden und zu behandeln. Bei den
Mini-Schnauzern besteht oft eine Hypertriglyzeridämie, andere Patienten
leiden oft gleichzeitig unter einer entzündlichen Darmerkrankung (inflammatory
bowel disease, IBD), die häufig mit Kortikosteroiden behandelbar ist.
Bei der schweren, akuten Pankreatitis ist die klassische Behandlung eine
aggressive intravenöse Flüssigkeitstherapie bei oralem Futter- und
Wasserentzug, in der Regel stationär in einer Tierklinik, da die
Elektrolytwerte im Blutserum regelmäßig kontrolliert werden müssen..
Häufig werden auch Analgetika gegen die Abdominalschmerzen
(Oberbauchschmerzen) verabreicht. Als nächster Schritt wird mehrfach
täglich Wasser in geringen Mengen angeboten, danach eine
kohlenhydratreiche, fett- und proteinarme Diät in kleinen Mengen gegeben.
Uneinigkeit herrscht bezüglich der weiteren, noch möglichen Maßnahmen.
Manche befürworten eine Antibiose, allerdings liegen keine Studien vor,
die einen günstigen Einfluss auf die Pankreatitis beim Hund erkennen
lassen, darüber hinaus kann es durch die Antibiose zu einer Verschiebung
der Keimflora zugunsten multiresistenter Keime kommen. Ebenso wenig belegt
ist bisher die positive Wirkung von entzündungshemmenden Substanzen. Eine
Studie bei Hunden mit experimentell induzierten Pankreatitiden hat
gezeigt, dass diese nach Aufbrauchen des α2-Makroglobulins (körpereigenes,
spezifisches Protein) schnell sterben, die Gabe von Plasma oder frischem
Blut kann sich bei schweren Verlaufsformen günstig auswirken. Neuere
Studien berichten über einen günstigen Einfluss von Antioxidantien,
besonders Selen, bei akuten Pankreatitiden, diese Ergebnisse sind
allerdings ebenfalls umstritten.
Die Prognose der Hunde mit Pankreatitis hängt vor allem vom Verlauf der
Erkrankung, insbesondere vom Auftreten und der Schwere von systemischen
Komplikationen ab.
Hunde mit diagnostizierter EPI können durch die Fütterung von
Pankreasextrakt behandelt werden. Es stehen dafür getrocknete Extrakte aus
Schweine- oder Rinderpankreas zur Verfügung und auch rohes Pankreas vom
Rind, Schwein oder Wild. Bei manchen Hunden kommt es durch die Fütterung
von Pankreasfermenten zu Blutungen oder gutartigen Geschwüren (Ulzera) der
Maulschleimhaut, in den meisten Fällen verschwinden diese Symptome durch
eine Dosis-Verringerung. Es stehen auch chemisch definierte Präparate zur
Verfügung, die von der Pharmaindustrie künstlich hergestellt werden.
Hergestellt werden magensäureresistente Enzyme, die mit der Nahrung
vermischt sofort verfüttert werden können und andere, nicht
magensäureresistente, die einige Zeit vor der Fütterung (20 Minuten bis
zwei Stunden) dem Futter zugesetzt werden müssen und dieses andauen.
Die meisten Hunde sprechen auf Enzym- und VitaminB12-Gaben an. Bei
unzureichendem Therapieerfolg kann zusätzlich für SIBO (small intestinal
bacterial overgrowth) behandelt werden. Hunde, die dann immer noch nicht
auf die Therapie ansprechen, sollten nochmals auf eine Darmerkrankung hin
untersucht werden. Bei einigen Hunden wurden auch erfolgreich Antacida,
H2-Blockern oder Protonenpumpeninhibitoren eingesetzt, die ein Zuviel an
Säure im Magen unterbinden, den pH-Wert des Magens also anheben.
Gut therapierte Hunde mit einer EPI können bei uneingeschränkter oder nur
wenig eingeschränkter Lebensqualität ebenso alt werden wie ihre
Artgenossen.
Bei Hunden mit einer chronischen Pankreatitis und auch einer bestehenden
EPI ist meist eine Ernährungsumstellung notwendig, die Hunde können sowohl
mit Fertigfutter als auch mit selbst zubereitetem Futter ernährt werden.
Zur Ernährung finden sich in der Literatur widersprüchliche Aussagen. So
vertreten die einen die Meinung, bei Hunden mit EPI sei nur in
Ausnahmefällen eine fettarme Diät notwendig, ansonsten führe eine
Verminderung des Fettgehalts im Futter nur zu einer weiteren Fehlernährung
des Hundes. Zudem würde sich eine Verringerung des Rohfaseranteils im
Futter günstig auswirken, da Rohfaser die Aktivität der pankreatischen
Enzyme herabsetzt. Eine andere Meinung ist, dass der Fettanteil im Futter
verringert werden solle, da die Fettverdauung an sich gestört ist und der
Blutfettspiegel gesenkt werden müsse. Faserreiches Futter würde dies
unterstützen und zusätzlich die Darmtätigkeit auf Trab halten.
Was auch immer Sie tun: lassen Sie sich von anfänglichen Misserfolgen
nicht entmutigen. Haben Sie Geduld und suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Hund
und Ihrem Tierarzt nach der für Sie und Ihren Hund optimalen Lösung, was
die Futtersorte und -menge, die Art und Dosierung der Enzyme und die
Anzahl der Mahlzeiten angeht.
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