| Der Schock beim Hund
Den meisten Hundebesitzern ist bekannt, dass Welpen und Junghunde nach
Möglichkeit vor Situationen, die bedrohlich oder angstauslösend sind,
bewahrt werden sollten, da dies oft zu Verhaltensänderungen führt, die nur
schwer oder gar nicht wieder abzutrainieren sind.
Wie ist das aber nun beim erwachsenen Hund?
Prinzipiell kann auch ein erwachsener Hund einen Schock erleiden, z.B.
wenn er von einem Auto angefahren wird. Ein psychisch gesunder, robuster
Hund kann grö฿ere Belastungen ertragen als ein sensibler oder ein Hund mit
"Vergangenheit".
Die Art und Weise, wie Hunde mit einem Schock umgehen, kann im
wesentlichen in drei Kategorien eingeteilt werden. Die erste ist der
akute, traumatische Zustand, der unmittelbar nach einem schockierenden
Erlebnis eintritt, der Hund ist zunächst stark beeindruckt, unempfänglich
für Ansprache, flieht vielleicht sogar - Folge der plötzlichen
überbelastung seines Nervensystems. Die zweite Kategorie ist diejenige,
bei der der Hund nicht zum Normalzustand findet, Schock und Nachwirkungen
scheinen nicht aufzuhören. Situationen, die vorher völlig problemlos
bewältigt wurden, verursachen nun Panik (oder Aggression) - der Schock ist
chronisch. Die letzte Kategorie ist der latente Schock, der Hund findet
scheinbar wieder zum alltäglichen Verhalten zurück, bis er an das
schockierende Erlebnis erinnert wird. Um bei dem Beispiel Autounfall zu
bleiben: der Hund muss nicht zwangsläufig Angst vor fahrenden Autos
bekommen, er kann die Angst auch vor der Wegstrecke, an der der Unfall
passierte, zeigen.
Die langfristigen Veränderungen im Verhalten des Hundes können gravierend
sein. Es kann in der Folge eines Schocks zu unkontrollierten Angst- oder
Aggressionsausbrüchen, zu Unruhe und Unsicherheit bis hin zu Depression
oder Apathie kommen. Manche Hunde zeigen Schlafstörungen, können sich
schlecht entspannen und schlafen unruhig, häufig mit vermehrten Träumen.
Oft werden Schlafplätze an besonders "sichere" Stellen verlegt. Betroffen
sein können auch andere Verhaltensbereiche wie das soziale Verhalten des
Hundes.
Auch bei erwachsenen Hunden ist es möglich, dass sie sich von einem Schock
nie mehr erholen.
Die Schäden eines Schocks können begrenzt werden, wenn der Hund
entsprechend tierärztlich behandelt wird. Je früher diese Behandlung
beginnt, desto effektiver ist sie.
über eine Verhaltenstherapie sollte nachgedacht werden, wenn der Hund sich
nach etwa 14 Tagen nach dem Ereignis noch nicht beruhigt hat.
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