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Verbrennungen/Verbrühungen
Verbrühungen entstehen durch Kontakt mit heißen Flüssigkeiten oder Gasen,
Verbrennungen beim Kontakt mit Feuer, heißen Gegenständen, bei
Elektrounfällen oder durch Chemikalien (die Haut wird durch Laugen meist
weiß verfärbt, durch Säuren braun). Heiße Gase (auch Wasserdampf)
gefährden zusätzlich die Augen und die Atemwege.
Verbrennungen werden, wie beim Menschen, nach Größe und Tiefe in Grade
eingeteilt, wobei für einen nicht Fachmann die Einteilung schwer
vorzunehmen ist. Durch das Fell und durch die oft pigmentierte Haut ist
bei Tieren die entstandene Verletzung häufig nicht auf den ersten Blick zu
sehen. Lösen sich die Haare leicht aus der Haut, wenn man an ihnen zieht,
dann liegt eine Verbrennung mit Beteiligung der tieferen Hautschichten
vor.
Eine Verbrennung ersten Grades ist relativ ungefährlich, wenn nicht mehr
als 5 % der Hautoberfläche betroffen sind. Die Haut ist gerötet, oft
geschwollen, der Bereich ist berührungsempfindlich, heilt meist aber nach
einigen Tagen von selbst ab.
Eine Verbrennung zweiten Grades geht mit Brandblasen einher, die Haut ist
ebenfalls gerötet, angeschwollen und der Bereich berührungsempfindlich.
Das Fell fehlt häufig. Kreislaufprobleme und Schock können auftreten. Der
Heilungsprozess dauert hier länger, da neue Hautschichten gebildet werden
müssen.
Eine Verbrennung dritten Grades geht einher mit einer Totalzerstörung der
Haut. Die betroffenen Gewebestrukturen sterben ab, die Wunden sind
teilweise offen und nass, dass Fell fehlt, Hautfetzen lösen sich ab. Es
bildet sich der so genannte Brandschorf. Kreislaufprobleme, die mit Schock
oder Bewusstlosigkeit einhergehen, treten auf. Der Heilungsprozess ist
langwierig und es bilden sich Narben.
Einige Quellen geben noch einen vierten Verbrennungsgrad an, der sich vom
dritten Grad nur in der Tiefe der Gewebeschädigung unterscheidet.
Bei großflächigen Verbrennungen zweiten und dritten Grades bilden sich in
den ersten Folgetagen giftige Stoffe, die zu einer Verschlechterung des
Zustands führen können. Sind mehr als 50 % der Haut geschädigt, sind die
Genesungschancen gering.
Bevor Sie Erste Hilfe leisten, denken Sie bitte daran, dass der Hund
Schmerzen hat und daher vielleicht beißen könnte. Legen Sie im Zweifel
erst eine Maulschlinge oder einen Maulkorb an.
Als Erstmaßnahme kühlen Sie die betroffenen Körperstellen. Am besten geht
das mit fließendem, kaltem Wasser (10 – 15 Minuten). Lässt sich der Hund
das nicht gefallen, können Sie mit einem feuchten Tuch oder einem Coldpack
kühlen. Durch das Kühlen verhindern Sie ein Ausbreiten der schädigenden
Hitze (Nachbrenn-Effekt) und lindern die Schmerzen, das Kühlen sollte
daher zeitnah erfolgen.
Sind Sie sicher, dass es sich lediglich um eine nicht besonders
großflächige Verbrennung ersten Grades handelt, können Sie eine Brandsalbe
auftragen und falls in den Folgetagen keine Entzündung auftritt, auf den
Tierarztbesuch verzichten.
Alle anderen Wunden bitte nicht weiterbehandeln, sondern mit einem
feuchten Tuch abdecken (im Idealfall haben Sie die sterile 0,9 %
Kochsalzlösung und sterile Kompressen zur Hand) und den Tierarzt
aufsuchen.
Zu Großmutters Hausmittelchen: egal was Ihnen einfällt – vergessen Sie
alles sofort, nichts davon wäre sinnvoll.
Die einzig vermeidbare Art der Verbrennung sind die im Sommer beim Laufen
am Fahrrad auf geteerten Wegen schnell auftretenden Brandblasen an den
Pfoten.
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