| Der Hund ist immer der Dumme….
Das Ausführen eines Schlittenhundes kann wunderbar erholsam sein, vor
allem in den frühen Morgenstunden oder bei schlechtem Wetter, wenn Mensch
und Hund die Natur für sich alleine haben. Mitunter können diese
Spaziergänge aber auch ganz schön anstrengend werden, vor allem, wenn ein
jeder Mitmensch sich ebenfalls draußen aufzuhalten scheint.
Ausgezogene Flexi-Leinen werden zur Lebensgefahr für mit
Höchstgeschwindigkeit um die Ecken pfeifende Radfahrer, die sich
schlimmstenfalls mit wüsten Beschimpfungen revanchieren. Das Interesse der
neugierigen Nordischen an den lustig in den verschiedensten Tönen
klackernden Stöcken der Nordic Walker stößt nicht immer auf Begeisterung.
Besonders einfallsreiche Mitmenschen jonglieren mit Bällen während des
Laufens oder nehmen die merkwürdigsten Körperhaltungen ein und wundern
sich, dass sie damit in den Focus des Interesses eines Hundes rücken.
Und dann sind da auch noch die Mitmenschen, häufig andere Hundehalter, die
Leinenführung als zwanghaft und mitunter tierquälerisch ansehen, ohne
einen Gedanken an die Folgen eines freilaufenden Hundes mit einem so
immensen Jagdtriebes wie dem des Schlittenhundes zu vergeuden. Viele
dieser Mitmenschen sind auch der Meinung, Hunde würden alle Konflikte
unter sich regeln, ein Eingreifen von Seiten des Menschen wäre nicht
erforderlich – ein Irrtum, denn gerade schlecht ausgelastete, vielfach
auch noch junge Hunde sind in ihrer Annäherung an erwachsene Artgenossen
häufig unangemessen aufdringlich, was zu entsprechenden Reaktionen führen
kann. Richtig schweißtreibend können solche Begegnungen dann werden, wenn
Menschen Hunde großer Rassen mit sich führen, die sie verbal nicht
beherrschen und denen sie körperlich nicht gewachsen sind.
Dennoch: so lästig und so nervend es auch manchmal sein kann, wir müssen
beim Ausführen unserer Hunde immer versuchen, das unangepasste, teilweise
sogar „unsoziale“ Verhalten dieser unserer Umwelt vorauszuahnen und uns
und vor allem unsere Hunde aus allen Situationen herauszuhalten, die
unsere Hunde in Schwierigkeiten bringen könnten. Niemals sollten wir
vergessen, dass auch unser Hund Zähne hat, die er im Zweifel einsetzen
könnte, und dass unter Umständen ein einziger unglücklicher Vorfall
ausreicht, um aus einem Husky einen gefährlichen Hund laut der jeweiligen
Landeshundeverordnung zu machen.
Bitte seien Sie sich darüber im klaren, dass ein Moment der
Unaufmerksamkeit dazu führen kann, dass Sie einer Strafanzeige mit
anschließendem Verfahren (auch dann unangenehm, wenn dies gegen Zahlung
einer Geldbusse eingestellt wird) entgegen sehen und einen gewaltigen
Schriftverkehr mit dem zuständigen Ordnungsamt führen müssen. Je nach
Sachbearbeiter nützt dann auch das Einschalten eines Anwaltes nichts mehr
– aufgrund Aktenlage wurde jüngst nach einem einzigen Biss (in die Wade
einer anderen Hundeführerin) ein bis dahin absolut unauffälliger Husky zum
Kampfhund eingestuft. (Wohlgemerkt: der Husky war zum Zeitpunkt des
Geschehens angeleint.) Dies selbstverständlich verbunden mit den
entsprechenden Nachteilen: absoluter Leinenzwang, ständiger Maulkorbzwang
außerhalb des eigenen Grundstücks, x-facher Satz der Hundesteuer, eine
vielfach verteuerte Prämie zur Hundehaftpflicht und einiges mehr.
Diese interessante Seite einem Freund senden
zurück
|