P R E S S E M I T T
E I L U N G
aktion tier – menschen für tiere e.V.,
Deutschlands große Tier- und Artenschutzorganisation
Kastrieren
bevor die Babys kommen
Berlin/München, 02.02.2012. Die Tage werden länger. Der Zyklus der Katze setzt
wieder ein. Die ersten Kätzinnen sind schon rollig.
„Jetzt wird es höchste Zeit, die Katzen und Kater, die letztes Jahr geboren wurden
und ins Freie dürfen, zu kastrieren“, erinnert die Tierärztin von aktion tier e.V.
Dr. Tina Hölscher. Unterbleibt der Eingriff, lässt der Nachwuchs nicht lange auf
sich warten. Unkastrierte Tiere finden sich beim Freigang früher oder später immer
und paaren sich. Bei einer Tragzeit von etwa 2 Monaten kommen im Frühjahr dann die
ersten Babys.
„Tierhalter sollten gewissenhaft dafür sorgen, dass kein Nachwuchs heranwächst.
Die Lage in den Tierheimen in Deutschland ist katastrophal. Sie platzen aus allen
Nähten“, ermahnt die Tierärztin. Viele Tierheime haben schon einen Aufnahmestopp
verhängt. Sie weigern sich schlicht, Katzen aufzunehmen, weil sie die Tiere nicht
mehr artgerecht unterbringen können.
Nur wenige Städte in Deutschland haben bisher eine Kastrationspflicht verhängt. In
den übrigen Kommunen wird diese Entscheidung leider bisher dem Bürger überlassen.
Wer Tiere liebt, muss jedoch nicht lange überlegen. „Jedes selbst nachgezüchtete
Tier nimmt einer armen Kreatur auf der Straße oder aus dem Tierheim einen Platz
weg“, so Frau Dr. Hölscher. Tierliebhaber, die dafür sorgen, dass kein Nachwuchs
kommt, verhindern weiteres Tierelend.
aktion
tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten
Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung
durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz
aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet
werden kann.
Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34
www.aktiontier.org
info@aktiontier-pressestelle.org
TASSO-Newsletter
Todesfalle Kippfenster
So schützen Sie Ihre Katze
Immer wieder gibt es Katzen, die in einem gekippten Fenster hängenbleiben und
sich nicht aus eigener Kraft befreien können. Und immer wieder scheint dieses
wichtige Thema bei manchen Katzenbesitzern in Vergessenheit zu geraten.
Zwischenfälle mit in Kippfenstern eingeklemmten Katzen kommen inzwischen leider so
häufig vor, dass man dafür bereits einen Namen hat: das Kippfenster-Syndrom.
Die von ihren Instinkten gesteuerte Katze wird ein gekipptes Fenster nicht als
Hindernis sehen, wenn der Reiz, nach draußen zu gelangen, nur groß genug ist. Wenn
sie dann hängen bleibt, bewirken die verzweifelten Befreiungsversuche nur, dass
die Situation für das arme Tier immer schlimmer wird. Zu der Panik, die die Katze
erlebt, kommen Quetschungen der inneren Organe, im schlimmsten Fall
Rückenmarksverletzungen mit irreversiblen Lähmungen der Beine und ein
lebensbedrohlicher Schock. Sollte die Katze sogar mit dem Kopf hängen bleiben,
droht die Strangulation. Viele Katzen machen sich in einer Notsituation auch nicht
bemerkbar, so dass sie oft stundenlang nicht entdeckt werden, während sie
qualvolle Schmerzen erleiden oder mit dem Tod ringen.
Daher der dringende Rat an alle Katzenfreunde: Fenster schließen, wenn man die
Katze allein zu Hause lässt. Freigänger sollten nur durch eine Katzenklappe ins
Freie gelangen können. Manchem hilft ein kleines Hinweisschild als Erinnerung an
der Wohnungstür, die Fenster zu schließen. Ist es doch einmal passiert, befreien
Sie Ihre Katze ganz vorsichtig aus dem Fenster. Schmerzbedingt könnte sie sich
durch Beißen und Kratzen wehren wollen. Bringen Sie das verletzte Tier unbedingt
sofort zum Tierarzt und nehmen Sie die Situation nicht auf die leichte Schulter.
Auch wenn Sie keine äußeren Verletzungen sehen, heißt das nicht, dass die Katze
nicht behandlungsbedürftig ist. Allein der Schock könnte ein Organversagen
auslösen. Lassen Sie die Katze wenn möglich in der vorgefundenen Körperposition
und bewegen Sie sie so wenig wie möglich. Decken zur Stabilisierung des Körpers
auf dem Weg zum Tierarzt können einer Verschlechterung von Brüchen vorbeugen.
© Copyright TASSO e.V.
Katzenhilfe bei der Nothilfe
für Polarhunde e.V., Freudenstadt
Katzen begleiten uns seit vielen tausend
Jahren. Sie wurden geliebt, verehrt, aber auch genutzt. Ein Grossteil unserer
Entwicklung und Besiedelung hängt eng mit Katzen zusammen.
Heute
hat sich das Bild gewandelt. Aus „genutzt“ wurde benutzt. Natürlich gibt es auch
heute noch viele Menschen, die ihre Katze/n verantwortungsvoll versorgen, sie als
Haustier oder Familienmitglied schätzen und vom schwer greifbaren Wesen und der
Apartheid der Tiere Fasziniert sind.
Es ist jedoch nicht mehr zu übersehen,
dass das Bild der Katze im Allgemeinen zu einem Zerrbild geworden ist.
Katzen werden einerseits züchterisch aufs Ärgste Missbraucht, weil sie im
Gegensatz zu Hunden, Exoten oder Grosstieren auch mit kleinem Geldbeutel und
deutlich weniger Aufwand vermeintlich tiergerecht gehalten werden können. Aus
völlig ungeeigneten 2-Zimmer-Wohnungen heraus werden sie mittels Portraitfotos auf
rosa Samt und dem Hinweis auf diverse Zuchtschauplatzierungen an Menschen
verhökert, die ihrerseits nach dem „Besonderen“ suchen : dem Tier mit extrem viel
Fell, oder gar keinem, dem Tire mit plattem Gesicht ohne Nase – die züchterischen
Fehlbildungen sind für diese Menschen kein Makel, keine
Gesundheitsbeeinträchtigung, sondern der „exotische Touch“.
Andererseits
sind Katzen in unserer Gesellschaft zu einem wertlosen, unbeachteten Objekt
verkommen, sobald sie dem niedlichen Kittenalter entwachsen sind. Man stellt ihnen
dann allerhöchstens ein Futterschälchen raus, oder eine Schüssel ungeeignete
Milch. Doch der Verantwortung zur art- und tiergerechten Versorgung, zur
Kennzeichnung, medizinischen Betreuung etc entzieht man sich mit fadenscheinigen
Begründungen.
„Katzen müssen rauskönnen, die ernähren sich selbst“ heißt es. Auch wenn man
direkt an einer vielspurigen Straße wohnt. Und obwohl Katzen in unserer heutigen
Infrastruktur nicht mehr die Selbstversorger sein können, die sie einmal waren.
„Meine Katze ist nicht schuld am Katzenelend“ heißt es, weil der eigene
unkastrierte Kater ja keinen Nachwuchs mit nach Hause bringt. Weil man die Würfe,
die er produziert, einfach nicht zur Kenntnis nimmt. Man verschließt einfach die
Augen davor, dass man als Halter eines unkastrierten Freigängers, einer
Freigängerin direkt ursächlich beteiligt ist am Katzenelend.
Tausende und Abertausende Katzen verhungern, werden durch Bejagung
verschiedenster Art getötet, werden überfahren, oder verenden auf elendige Art und
Weise schon als Kitten oder Jungtiere an Mangel und Krankheit. Aufgrund der
Populationsexplosion geht den Tieren der Raum aus, der Infektionsdruck steigt. Das
Ergebnis sind Heerscharen dahinsiechender Katzen.
Dieses Elend wird jedoch von den meisten Menschen nicht wahrgenommen. Die Tiere
leben vielfach zwar unter unseren Augen, aber außerhalb unseres Gesichtsfeldes.
Sowohl ihre Geburt als auch ihr Sterben bleibt von vielen unbemerkt. Alleine die
übervollen Tierheime, die an den steigenden Kosten verzweifeln, sowie die nicht
enden wollende Arbeit all derer, die sich um diese Ausgegrenzten kümmern, belegen
die Tatsachen.
Heute möchte ich Ihnen gerne ein wenig aus dem Alltag derer
erzählen, die sich dem Leben und Leiden von Katzen und der Linderung desselben
verschrieben haben.
Einem Leben und Leiden, welches sich direkt unter unsere aller Augen täglich
tausendfach abspielt und wofür ich Sie am Ende meines Berichts direkt um Ihre
persönliche Unterstützung bitten möchte.
Bauernhofkatzen-Kastrationsaktion I
Anfang diesen Jahren wurden wir fast
gleichzeitig von 2 Landwirten angesprochen. Beide waren am gleichen Punkt
angekommen: sie wollten der bislang unkontrollierten Vermehrung ihrer Hofkatzen
Einhalt gebieten.
Dies ist nicht die Regel, wie Sie alle sicher wissen, und umso mehr sahen wir uns
in der Pflicht, den Menschen beizustehen.
Der eine, nennen wir ihn Herrn A., hatte bereits bei seinem örtlichen TSV um Hilfe
ersucht, jedoch ohne Erfolg. Auch eine von ihm angesprochene Katzenhilfe konnte
aufgrund zu großer Entfernung nur absagen. Über seinen Veterinär wurde er dann an
uns weitergereicht.
Trotz Vollauslastung fackelten wir nicht lange, denn wir sind mehr als dankbar für
jeden Katzenhalter, der von sich aus aktiv nach einer Lösung seines Problems
sucht, das, weiterhin ungelöst, Tierleid um Tierleid nach sich ziehen würde.
Und so wurde das Fahrzeug mit allem beladen, was man für eine Katzenfang- und
Kastrationsaktion benötigt, und ab ging es zum Hof von Herrn A.
Gemeldet hatte er uns 12 Tiere, alle natürlich unkastriert und mehr oder minder
bar jeder medizinischen Betreuung. Aber die Familie hatte uns jegliche
Unterstützung beim Einfangen zugesagt. Dies und die Einsicht, dass Schluss sein
muss mit dem viel zu großen, unterversorgten zeugungsfähigen Bestand, ist mehr,
als wir normalerweise erfahren.
Vor Ort fanden wir dann das leider übliche
Bild vor. Katzen, wohin man schaute. Alle Alters- und Farbvarianten waren
vertreten, von rappeldürren, sehr scheuen Tieren in sichtlich nicht gutem Zustand
bis zu einigen wenigen zahmen Exemplaren, die dadurch auch in besserer Verfassung
waren, da die Bauersleute sie hatten anfassen können. Eine dieser zahmen Katzen
trug den Namen Peter und folgte dem Hausherrn wie ein Schatten. Eine
Riesendiskrepanz, dieser Hauskater einerseits, und die halbwilden, angefledderten
Artgenossen draußen auf dem Hofgelände andererseits.
Wie
viel Nachwuchs in den letzten Jahren angefallen war, wusste keiner. Doch da
Jungkatzen bereits ab dem 4. Lebensmonat geschlechtsreif sind und bis zu 3x
jährlich werfen, im Schnitt 4-5 Junge, ist eine Rechnung hier leicht aufzumachen.
Ein einziges Katzenpaar kann, rein statistisch, in 5 Jahren über 10000 Nachkommen
haben.
Auf unsere Frage nach dem Nachwuchs und wie mit ihm verfahren wurde,
erhielten wir die uns nur zu bekannte und im ländlichen Raum eben immer noch
weitverbreitete Antwort: „wo mer se kriegt hend, hend mer se hegmacht“.
Dies bedeutet: Katzenwelpen, die man zu fassen bekam, wurden auf die übliche Art
und Weise dezimiert, im Klartext: erschlagen oder ertränkt. Die diesem Tod
entkommenen Welpen wanderten ab oder erlagen wahrscheinlich Krankheiten,
Abschüssen oder dem Tod auf der Strasse.
Im Erstgespräch fragte uns Herr A., ob man nicht so um die Hälfte der Katzen
besser gleich einschläfern lassen sollte, weil er sich nun doch vor den Kosten
scheute, die er auf sich zukommen sah. Diplomatisch, aber unnachgiebig versuchten
wir daraufhin, ihn an seiner Ehre und seiner Verantwortung zu packen. Denn niemand
sonst als er war schließlich verantwortlich für den Katzenbestand auf seinem Hof.
Schlussendlich stellte sich Herr A. den Tatsachen und entschied, wie ein guter
Tierhalter entscheiden soll: Für seine Tiere. Mit allen Konsequenzen.
Darüber waren wir sehr erleichtert. Denn nur, wenn die Halter mitarbeiten, ist der
Stresspegel für die Tiere einzuschränken, und nur dann haben wir die Chance,
ordentlich und zeitnah, also tier- und tierschutzgerecht, zu arbeiten.
Hilfe
war hier also angebracht, schnell und umgehend. Wir verteilten die mitgebrachten
Katzenlebendfallen strategisch günstig an den Plätzen, an denen die Bauersleute
gefüttert hatten und bestückten sie mit Lockfutter.
Vom 07. bis 13. Februar konnten so insgesamt 22 Katzen dingfest gemacht werden. 12
weibliche Tiere und 10 Kater. Da wir ursprünglich von 12 Katzen ausgegangen waren,
erforderte diese Anzahl nun eine vermehrte Logistik, von den höheren Kosten
hinsichtlich Benzin, Tierarztkosten oder dem Zeitaufwand gar nicht zu reden.
Täglich kontrollierten die Bauersleute die Fallen und informierten uns
telefonisch, wenn Tiere eingefangen waren. Für uns hieß das dann, alles stehen und
liegen lassen, Bauernhof anvisieren und die gefangenen Tiere so schnell als
möglich abholen, um den Stress der Fangaktion nicht unnötig auszudehnen. Dann auf
direktem Weg zum vorab kontaktierten Tierarzt, wo man sich jeden Tieres annahm.
7 Tage lang ging das so. Hin zum Hof, volle Fallen einpacken, durch leere
ersetzen, weiter zum Tierarzt, dort dann mehrere Stunden warten, bis ein Tier nach
dem anderen überreicht wurde, danach nach Hause, die frischoperierten
unterbringen, füttern, versorgen – und quasi noch mit dem Dosenöffner oder dem
Wischlappen in der Hand wieder hin zum Hof, wo eine neue Runde eingeläutet wurde.
Tag und Nacht wurde eins. Der Ablauf wurde nur noch bestimmt vom Versorgen der
schon operierten und dem nächsten Telefonklingeln. Nicht nur körperlich verlangt
einem so etwas alles ab.
Die Tiere , die wir schon in unserer Obhut hatten, zeigten trotz des nicht
unerheblichen Stresses des ungewohnten Eingesperrtseins ihr Wohlbehagen in der
neuen Rumdumversorgung durch begeistertes, unablässiges Maunzen nach neuem Futter,
aber auch dadurch, dass sie alle schon nach wenigen Tagen begannen, die
bereitgestellten Katzenklos zu nutzen. Für uns war das eine nicht unerhebliche
Erleichterung, hatten wir doch in den Tagen zuvor Waschmaschine und Trockner eine
24-Stunden-Laufzeit verordnen müssen und uns verzweifelt gefragt, welchen
Mitstreiter wir noch nicht um ältere Handtücher oder Lappen angebettelt hatten.
Nachdem die letzte der 22 Katzen in der Pflegestation angekommen war, stand auch
schon wieder die Aufgabe an, die Tiere, welche die Rekonvaleszenz nach der
Operation schon hinter sich hatten, wieder zurück auf ihren Hof zu bringen. Das
Freilassen ist immer ein schöner Moment. Einige Tiere hatten schon während des
Aufenthalts bei uns je nach Charakter mehr oder weniger Körperkontakt gesucht.
Diese nun wieder zu entlassen, fällt immer ein wenig schwer. Aller Aufwand jedoch
ist vergessen, wenn man zusieht, wie sie mit hochgestellten Schwänzen sichtlich
glücklich ihr Terrain wieder einnehmen. Die ein oder andere Katze bedankt sich für
die geleistete Fürsorge, zumindest erwecken sie manchmal den Eindruck, indem sie
noch einen Moment stehen bleibt, einem leicht um die Beine streicht und erst dann
den Kameraden folgt.
Nach so einer Kastrationsaktion gibt es keinen Grund, die Tiere nicht im alten
Zuhause zu belassen, wenn man sie dort füttert und weitere Grundversorgung in
Zukunft gewährleistet ist. Ansonsten wird das freie Revier binnen kürzester Zeit
von streunenden Zuwanderern besetzt, und man muss wieder da beginnen, wo man eben
erst aufgehört hat.
Mit dem Zurückbringen der letzten Katze erlaubten wir uns alle ein tiefes
Durchatmen. Wir waren mehr als froh, dass wir kein Tier durch Stress oder sonstige
Komplikationen verloren hatten. Glücklich aber macht uns die Gewissheit, dass
diese 22 Katzen ein lebenswertes Dasein vor sich haben. Aus dem unsäglichen
Kreislauf all des Elends entfernt können sie nun als fester Bestand im gewohnten
Umfeld verbleiben. Zusammen mit einer Packung Pralinen als Dankeschön hat man uns
versprochen, sich in Zukunft gut um sie zu kümmern. Wir glauben Herrn A. dieses
Versprechen und sahen ihm zum Abschied hoffnungsvoll hinterher, als er, mit Kater
Peter an seiner Seite, sich zum Holzspalten Richtung Wald aufmachte.
Bauerhofkatzen – Kastrationsaktion II
Fast
parallel, nur wenige Tage nach der Aktion bei Herrn A. rief uns Landwirt B. an.
Auch hier bestand das gleiche Problem – auf dem Hof tummelten sich Kater und
Katzen. Alle unkastriert, man wurde der ganzen Sache nicht mehr Herr und hatte
sich gott-sei-dank entschieden, um Hilfe zu bitten.
Etwas kleinlaut riefen wir unseren Tierarzt an mit der Bitte, ob er uns für eine
neue Fangaktion gewogen sei. Wir mussten uns ja versichern, dass wieder alles so
reibungslos verlaufen würde mit dem kurzfristigen Annehmen der Eingefangenen.
Wir erhielten grünes Licht und starteten zu einem Besuch bei Hof II, erneut mit
vollgepacktem Auto.
Zwischen 9 und 11 Katzen kündigte man uns an, den
Nachwuchs habe man meist recht gut vermitteln können. In diesem Zuge teilte man
uns auch mit, sollten trächtige Tiere darunter sein, möchte man diese nicht
kastriert haben. Eine Diskussion hierüber entfiel dann allerdings, da zum Glück
noch keine der Kätzinnen tragend war.
Der Gesundheitszustand war bei der ersten Inaugenscheinnahme bei einigen Tieren
auffällig. So wunderten wir uns auch nicht, als gleich die ersten fünf Katzen
verschnupft und in keinem guten Zustand waren. Statt sie umgehend zur Kastration
zu fahren, mussten wir sie erst einmal unterbringen und aufpäppeln. So wurden sie,
wie auch die Katzen von Hof I, erst einmal gegen Parasiten behandelt, und dann
aufgrund der sichtlichen Erkrankung nach Rücksprache mit dem Tierarzt mit
Medikamenten versehen.
Wieder pendelten wir zwischen Hof und Pflegestation, wieder bestanden die Tage aus
putzen, waschen und versorgen. Jeder Katzenliebhaber wünscht sich immer wieder
auch mehr Zeit, um denen, die sich sichtlich fürchten, den Scheuen, durch Zuspruch
ein wenig die Angst vor all diesem Unbekannten zu nehmen – dies ist aber leider
nur bedingt möglich. Mit viel Ruhe und bedachter Bewegung versucht man den Tieren
darum Sicherheit zu vermitteln. Mehr ist einfach nicht drin.
Erst als die Tiere körperlich so weit wiederhergestellt waren, dass sie den
Eingriff schadlos würden überstehen können, konnten wir sie kastrieren lassen.
Danach erfolgte die ca. 1-wöchige Nachversorgung inklusive der andauernden
medikamentösen Behandlung. Dann die Rückführung auf den Hof. Bei dieser
Gelegenheit brachten wir auch einen Posten Katzenfutter mit.
Bei beiden
Familien möchten wir uns bedanken, dass Hilfe sowohl gesucht als auch angenommen
wurde. Ist dies nicht der Fall, können wir Ehrenamtlichen trotz allen Wollens den
Tieren nicht helfen, solange unserer Bitte, behördlich die so dringend nötige
Kastrationsverordnung flächendeckend zu erlassen, nicht nachgekommen wird.
Beide Familien haben uns gute Arbeit bescheinigt. Wir hoffen von Herzen, dass
diese Mundpropaganda hilft, das Katzenleid im ländlichen Bereich weiter zu
verringern.
Obwohl uns Familie B. freiwillig eine kleine Spende angedeihen ließ, konnten wir
diese beiden Aktionen nur durchführen, weil eine sehr liebe Spenderin uns mit
Zuwendungen in 4stelliger Höhe bedachte. Ohne dieser aus tiefstem Herzen kommenden
Hilfe – vielen vielen Dank, wir haben dafür keine Worte, die ausreichen - hätten
wir nicht alle 33 Tiere so umfassend versorgen können. Da viele Tierheime
inzwischen zwangsweise einen Katzenaufnahmestopp erlassen haben, wegen Überfüllung
und schrumpfender finanzieller Mittel, stehen diese 33 stellvertretend für die
vielen tausend Katzen, die in Deutschland weiterhin unversorgt Leiden und Elend
ausgesetzt sind. Unter unseren Augen. In unseren Gärten, Scheunen und Strassen.
Nur wenige haben das Glück, das unsere 33 hier hatten. Die Mehrzahl der von
Freigängern produzierten Nachkommenschaft lebt ohne menschliche Fürsorge. Im Falle
von Verletzung und Krankheiten, die fast epidemisch unter den Tieren grassieren,
sind sie ganz auf sich alleine gestellt. Jämmerlich verhungern und verenden sie in
großer Zahl.
Bitte unterstützen Sie diejenigen, die diese Katzenflut
eindämmen helfen. Denken Sie an Ihr Tierheim vor Ort. Unterstützen sie solche
Kastrationsaktionen. Vor allem aber: sprechen Sie ihre zuständigen
Verantwortlichen, persönlich wie schriftlich, auf die Problematik an. Gerne auch
in Form eines Leserbriefes.
Fragen Sie, warum so viele Städte und Kommunen das sogenannte „Paderborner Modell“
nicht umsetzen.
Das Paderborner Modell:
Ziel ist Prävention. Vorsorge statt teurer Überschminkerei der Folgen.
Katzenhalter sollen rechtlich verpflichtet werden, ihre freilaufenden,
vermehrungsfähigen Tiere zu kastrieren und zu kennzeichnen. Eine „Freigängerkatze“
hat immer einen Besitzer. Im Gegensatz zum halterlosen Streuner, der lediglich ein
Nachkomme des Freigängers ist. Dieser Besitzer ist für seine Katze genauso
verantwortlich wie ein Hundehalter für seinen Hund, oder ein Pferdehalter für sein
Pferd. Nur wenn die Freigänger zuverlässig an der Vermehrung gehindert werden, ist
das Katzenelend zu stoppen.
Die rechtliche Verpflichtung der Besitzer dazu ist der einzige Weg. Nur so könnten
die überfüllten Tierschutzeinrichtungen, die mit immer geringeren finanziellen
Mitteln immer mehr Tiere versorgen sollen, entlastet werden. Und nur so ist auch
eine dauerhafte Einsparung von Steuergeldern möglich.
Paderborn, als Namensgeber, hat 2008 eine solche Verordnung erlassen, weitere
folgten, zB. Delmenhorst, Leverkusen, Bünde, Düsseldorf, Salzgitter, um nur einige
beispielhaft zu nennen. Weitere Städte haben den dementsprechenden Antrag dazu
eingereicht.
Doch immer noch ist mit einer flächendeckenden Vorsorge nicht zu rechnen. Solange
die Verantwortung von den Ministerien über die Länder bis hin zu den Gemeinden
hin- und hergeschoben wird, bleibt es leider beim Vorstoß einiger wenigen Mutiger
und Vorausschauender.
Ohne länderübergreifende Verordnung haben Tierschützer wie engagierte Veterinäre
auch zukünftig keine rechtliche Handhabe, die Katzenhalter in die Pflicht zu
nehmen. Sie werden weiterhin auf den guten Willen einzelner Halter angewiesen
sein, und müssen weiterhin auf Einzelaktionen hoffen, bei denen Tierschutz oder
Sponsoren aus dem Tierbereich und Tierärzte gemeinsam Fangaktionen durchführen
oder Halter mittels reduzierter Kastrationskosten versuchen zu motivieren. Des
Problems langfristige Lösung ist das jedoch nicht.
Überdies gleichen viele
solcher Einzelaktionen einem Gang übers Minenfeld. Tierärzte, die sich daran
beteiligen und nicht die vollen Kosten erheben, oder gar umsonst ihre Arbeit
anbieten, werden von oben herab dafür gemaßregelt. Es hagelt Repressalien, die zur
Folge haben, dass die Tierärzte ihre normalen Sätze berechnen müssen, was die Zahl
der Kastrationen stark vermindert.
Währenddessen erlassen einzelne Städteverwaltungen unfassbarerweise Verordnungen,
in denen Bürgern, die freilebende oder streunende Katzen füttern, mitgeteilt wird,
dass dieser „Tatbestand“ mit einem Ordnungsgeld bis 5000.- Euro geahndet wird. Das
hat uns wirklich sprachlos gemacht.
Auf der einen Seite also die, die dem Elend tierschutzkonform ein Ende bereiten
wollen, auf der anderen Seite Bürokraten, die sinnvollen Tierschutz unterbinden
oder gar abstrafen wollen. Denn das Füttern oder Anfüttern von Katzen ist
Tierschutz. Es rettet die Tiere vorm Hungertod, ist probates Mittel zur
Medikamentengabe, dadurch Schutz vor Schmerz und Siechtum und nicht zuletzt
Vorraussetzung für das Einfangen und dauerhafte Eindämmen der Population.
Wir bitten Sie: übersehen Sie nicht dieses Leid. Sprechen sie die Thematik an.
Helfen sie mit. Unterstützen sie die Einführung des Paderborner Modells, für das
sich alle Tierschutzorganisationen, auch aktion tier – menschen für Tiere e.v.,
vehement einsetzen.
Ende 2010 haben sowohl Bündnis 90/die Grünen als auch
die SPD im Bundestag Anträge zur Thematik eingereicht.
Noch im gleichen Jahr wurde dies abwegig beschieden.
Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP verwahrte sich entschieden dagegen,
für das Problem Katzenschwemme zuständig zu sein. Dieses Problem müsse „vor Ort“
gelöst werden.
Dies ist Unsinn in sich, da „vor Ort“ Tierschutz bzw. Ehrenamtliche heißt und
diese schon lange an ihren personellen und finanziellen Grenzen angekommen sind
bzw. diese weit überschritten haben, wie der Bundesregierung bekannt ist, auch
wenn sie hier scheinbar an partieller Amnesie zu leiden scheint.
Helfen würde hier nur die dringend benötigte gesetzliche Verpflichtung zur
Kastration an die Tierhalter, wie die Bundesregierung auch einräumt.
Das Einräumen alleine jedoch bringt uns kein Stück weiter. Nur der Erlass einer
dementsprechenden Verordnung – die jedoch nach wie vor auf sich warten lässt.
(nachzulesen unter
www.bundestag.de/presse/hib/2010_12/2010_396/04.html )
Gesucht wird dringend ein Zuhause für einen lieben,
schwarzen Kater Felix.
Felix
wurde kurz vor Weihnachten letzten Jahres bei Eiseskälte gefunden. Das
zuständige Tierheim verweigerte die Aufnahme und so landetet der arme Kerl
bei der Katzennothilfe. Felix wurde kastriert und es wurde ein Leukose-
und FIV-Test gemacht. Dabei kam leider heraus, dass Felix FIV positiv ist
!!.Nach einigen Wochen kam heraus, wer der Besitzer von Felix ist. Dieser
aber wollte den Kater jetzt nicht mehr zurück haben !

Gesucht wird nun ein neues Zuhause für Felix !!. Zurzeit ist er bei
einer Dame allein in einem Zimmer unter gebracht. Aber die Dame hat nicht
so viel Zeit für Felix und so ist er sehr allein. Wer bietet dem
Schmuse-Kater ein Zuhause ? Die Krankheit macht sich nicht bemerkbar - es
war einfach ein Routinetest mit einem unschönen Ergebnis. Felix soll 8
Jahre alt und andere Katzen und auch Hund gewöhnt sein. Er kann problemlos
als reiner Wohnungskater gehalten werden.
Nicht nur, weil die Abtlg. Katzenhilfe der
Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt froh ist, wenn sie Hilfe von
außen erhält, auch wir möchten gerne anderen Samtpfoten helfen, die
wirklich sonst vergessen werden. Zögern Sie bitte nicht und helfen Sie –
auch wenn es mit einer Patenschaft ist.
Das Schicksal von Charly hat auch uns nicht unberührt gelassen – auch
unsere eigenen Tiere könnten schnell mal alleine dastehen und wären auf
Hilfe angewiesen.
Charly - es hat nicht sollen sein.
Charly wollte nicht mehr umziehen und hat sein Köpfchen für immer umgelegt.
Es ist schön, dass er in der Pflegestelle noch einige Zeit ein schönes Zuhause hatte
und man ihn dort nicht vergessen wird.
Abteilung Katzenhilfe der NfP
Hätten wir es nicht selbst erlebt, wir würden es nicht glauben.
Im März 2004 sollten wir eine Katzen-Kastrationsaktion übernehmen, die uns
ziemlich unter die Haut ging. In einem Teilort von Freudenstadt ist eine Frau
schwer Krebs krank geworden, dass sie nochmals nach Hause kommt, wurde nahezu
ausgeschlossen.
Damals wurden von der NfP 14 Katzen eingesammelt, beim Tierarzt kastriert und
entsprechend versorgt, in Pflegestellen gegeben, bzw. fest vermittelt. Eine Katze
kam nach einem Jahr aus der Vermittlung zurück, sie ist als Patenkatze „Pia“ bei
der NfP geblieben. Als scheu und nicht zu integrieren wurde sie beschrieben,
jetzt, nach 4 Jahren ist sie eine liebenswerte und anhängliche Porzellankatze.
Menschen können bekanntlich zäh sein oder haben einfach einen besonderen
Schutzengel.
Fünf
Jahre später, im Februar 2009 erhielt die NfP einen erneuten Anruf. Es war wieder
der Mann der damals krebskranken Frau am Telefon. Er beschwerte sich heftig, dass
seine Frau das Füttern der Miezen wieder angefangen hätte und ca. 5-6 Katzen vorm
Haus sitzen. Gefackelt haben wir nicht lange, sondern fuhren auf dem direkten Weg
zum Wohnort der Leute. Wir haben dann auf diesem Wege gleich erfahren, dass die
Frau ihr Krebsleiden gut überstanden hat. Zwischenzeitlich 81 Jahre alt, hätte sie
ein kaputtes Herz, sei wieder im Krankenhaus und nun stünde er erneut mit einer
Anzahl Katzen alleine da. Fakt war, dass der Mann die Katzen unbedingt los haben
wollte. Einfach aufnehmen, das war undenkbar, denn eine Vermittlung scheuer Katzen
gestaltet sich nicht so einfach und der Platz, sie über längere Zeit hier zu
behalten, wäre viel zu beengt und für alle Beteiligten untragbar gewesen. Schnell
nahm man mit einem Vereins-Mitglied aus dem badischen Raum, das schon öfters Hilfe
angeboten hatte, Kontakt auf und stellte sicher, dass die Miezen nach der
Kastration in einem Katzendorf unterkommen dürfen. Ein Stein fiel uns vom Herzen.
Diese 5-6 Katzen waren schnell eingefangen, ja, so dachten wir. Aber es ging
einfach weiter, aus den 5-6 Katzen wurde die stolze Zahl von 13 Tieren. Da alle
ähnlich gemustert waren, hatte der Mann keinen Überblick und schleppte eine um die
andere, weitere Samtpfote hier an. Uns war ganz schlecht bei dem Gedanken, was nun
aus dieser großen Anzahl Katzen auch werden sollte. Es war fragwürdig, ob sie alle
im Katzendorf Platz finden würden. Meist sind solche Möglichkeiten total
ausgeschöpft, da es immer und überall sowieso genügend Katzenprobleme gibt. Wir
hatten aber großes Glück, die Zusage kam für alle eingesammelten Tiere und dadurch
innerlich befreiter, versorgten wir gerne über eine geraume Zeit die kleine
Katzenschar (einige waren in einem gesundheitlich sehr schlechten Zustand).
Für uns war es wichtig, alles so schnell als möglich über die Bühne zu bringen, da
es draußen nicht nur bitterkalt war, sondern es auch noch ständig schneite und
Eisregen gab. Unterschlupf hatten die Miezen nur im Holz und mit diesem Wissen
ging man mit der ganzen Aktion recht zügig um.
Freigänger-Katzen den Stress, der mit einer Gefangenschaft einhergeht anzutun, das
ist nun wirklich nicht im Sinne der Tiere.
Wir waren selbst erstaunt, wie schnell die Einfangaktion vonstatten ging, die
Miezen fühlten sich in ihrer neuen Unterkunft recht wohl, fraßen Unmengen an
Futter (die Entsorgung an ebenso Unmengen von Katzenstreu darf hier am Rande auch
erwähnt werden) und schliefen viel. Sie hatten wohl ein großes Nachholbedürfnis
und mussten neue Energie tanken.
Dann kam der Tag der Abholung. Ein hilfsbereites Mitglied unseres Vereins,
das sich einzigartig (auch für die Unterbringung im Katzendorf) eingesetzt hatte,
erledigte auch den Transport. So konnten die Miezen in das Katzendorf einziehen
und je nach dem Grad der Zutraulichkeit im Laufe der Zeit teilweise sogar
vermittelt werden.
Ein herzliches Dankeschön ging an alle Beteiligten, vor allem an die
Tierschutzorganisation im Badischen. Es war eine ganz tolle Zusammenarbeit, die
man sich normalerweise immer wünscht und viel zu selten erlebt.
Als die kranke Frau vom Krankenhaus wieder zurück war, machten wir einen Besuch
bei ihr. Wir baten sie, sollte mal wieder eine Katze auftauchen, dass sie sich
umgehend meldet und nicht wieder wahllos das Füttern anfängt. Man kann nur hoffen,
dass sie ihr gemachtes Versprechen auch einhält.
Einen bitteren Beigeschmack hatte der Besuch dann aber trotzdem. Während des
Gesprächs erzählte sie von einem großen und charaktervollen Kater, der sich über
längere Zeit ums Haus herum einquartiert hatte. Auf die Frage, wo er sei, erfuhren
wir etwas, das wir lieber nicht gewusst hätten. Da die alte Dame der ganzen
Katzen-Situation in ihrem Wohnort nicht Herr geworden ist und auch der hauseigene
Hund sich ständig wie wild gebärdete, wenn er den Kater sah, lockte man diesen in
die Garage. Kurzerhand wurde der Hund dazugelassen, der dann das arme Tier in eine
Ecke trieb, so dass man mit Hilfe dieses Hundes den Kater zur Strecke bringen
konnte. Die Zweibeiner hatten ihn dann schlichtweg „erschlagen“. Da man sich schon
an verschiedene Stellen gewandt hätte und nie Hilfe bekam, sah man keine andere
Möglichkeit, als sich so des Tieres zu entledigen.
Wir waren mehr als sprachlos und brachten die hochkommende Wut kaum in den
Griff. Es ist uns schleierhaft, dass die Leute, mit dem Wissen, dass die NfP
jederzeit Hilfe angeboten hatte, so handeln. Es bleibt zu hoffen, dass sich eine
solch entsetzliche Tat nicht wiederholt. Auch wenn man es NUR hört, geht man in
Gedanken laufend mit dem Schrecklichen um. Und man möchte auch gar nicht MEHR
wissen, was sich an anderen Stellen alles ereignet. Zu viel hat man immer noch
direkt vor der Haustüre an Aufklärungsarbeit zu leisten, um sich über die
Geschehnisse in anderen Ländern zu beschweren.
Sind Sie trotz der Liebe zu den Nordischen auch Fan von den Samtpfötchen?
Vielleicht haben Sie Lust, uns diesbezüglich zu unterstützen. Wir unterhalten
einige Stellen, an denn verwilderte Katzen gefüttert und versorgt werden. Gerade
in der kälteren Jahreszeit entsteht ein enormer Futterbedarf. Für Spenden, egal in
welcher Form, sind wir immer offen und freuen uns.
Die Kontonummer ist die der NfP – diese finden Sie auf der
Homepage und mit
einem Eintrag auf dem Überweisungsträger:
Verwendungszweck Katzenhilfe – sind Sie schon voll dabei.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
Katzen sind wahrlich undurchschaubar – Fundkater „Findus“
das
hat sich wieder einmal bewahrheitet.
Es begann an einem ganz normalen Sonntagabend. Endlich ein wenig
verschnaufen? Aber nicht doch. Mit Tieren ist es wie mit Kindern. Immer
wenn man gerade die Füße hochlegen will, wird eine neue Runde
eingeläutet.
In diesem Fall durch das Läuten des Telefons. Am anderen Ende eine
Dame. Die Info: An einer Kreuzung mitten im Wald, mehrere Kilometer
außerhalb, da, wo eine offene Schutzhütte stehe, sehe sie seit Tagen
beim Vorbeifahren, morgens und abends, immer die gleiche Katze. Da das
Tier recht rot sei, habe sie zuerst gedacht, es sei ein Fuchs. Aber
inzwischen habe sie diesen Eindruck revidieren können. Man habe
rumgefragt, aber niemand vermisse so ein Tier, sie sei jedoch von einem
unserer Mitglieder an uns verwiesen worden.
Wir fragten, ob jemand versucht habe, das Tier anzufüttern. Denn das ist
die erste, die wichtigste Maßnahme. Antwort: Nein. „Dann aber pronto“
dachten wir. Denn es bestand die Möglichkeit, dass die Katze also seit
Tagen nichts, oder viel zu wenig, zu fressen gefunden hatte. Wir baten,
uns die Stelle umgehend zu zeigen.
Gemeinsam dort angekommen, stellten wir Futter auf. Von einem Katzentier
war leider nichts zu sehen, warten und auch rufen blieben erfolglos.
Enttäuscht zogen wir ab.
Anfüttern
ist das Eine. Einfangen das Andere. Zumal an einem Ort, der wirklich
sehr untypisch ist, um von einer Katze als Dauerunterkunft ausgesucht zu
werden.
Wir setzten uns also mit dem zuständigen Forstbeamten in Verbindung und
erhielten die Erlaubnis zum Aufstellen einer Falle. Als wir diese
positionieren wollten, erblickten wir – sie ahnen es – eine Katze, auf
die die Beschreibung passte. Sie bewegte sich längs der Strasse, weiter
von der Hütte weg, mitten durch den Wald in Richtung des nächsten
Dorfes.
Da wir davon ausgingen, dass das Tierchen entweder endlich nach Hause
lief oder weiter zog, wurde die Aktion abgeblasen.
Doch am nächsten Morgen die Info: „Katze wieder an der Schutzhütte“.
Also auf zu Anlauf Nr. 2.
Falle stellen, anketten, damit sie keiner klaut und sichern. Die Dame
erbot sich, alle 2 Stunden zu kontrollieren und einen etwaigen Fang zu
uns zu bringen. 2 x löste die Falle aus, jedoch ohne Erfolg. Erst beim
3. Mal, gegen 23.00 Uhr, klappte es. Was uns dann gebracht wurde, war
ein überraschend zugewandter, roter Kater, der uns freundlich begrüßte,
reihum unser Interieur markierte und dann im Wechsel fraß und schlief.
Dazwischen erging er sich in vehementen Schmusebekundungen. So einer hat
mit reinem Streuner nichts zu tun. So einer hat, oder hatte bis vor
kurzem zumindest ein Zuhause und sicher kein schlechtes.
Darum wurden flugs Flyer erstellt (die Zeit muss man sich einfach dafür
nehmen) und verteilt, und auch in den umliegenden Tierheimen
nachgefragt.
In einem war eine Suchmeldung nach eben einem roten Kater eingegangen
und wir wurden gebeten, das Tier zur Identifikation vorbeizubringen.
Katzen sind aber bekanntlich meist nicht gut aufs Autofahren zu sprechen
und so baten wir um die Kontaktdaten. Wir übersandten dem Herrn ein
Katerfoto, worauf umgehend die Meldung kam: „Das ist meiner“.
Als der Herr dann bei uns eintraf, ließ das Katerverhalten nur einen
Schluss zu. Nämlich, dass sich hier zwei, die zusammengehörten,
wiedergefunden hatten. Wir waren natürlich neugierig, wie lange Kater
denn schon unterwegs gewesen war, zumal sein gewählter
Reviermittelpunkt, nämlich die Waldhütte, für einen Hauskater schon eine
seltsame Wahl war.
Ganze 10 Tage war Kater von zu Hause fort gewesen. Zwischen daheim und
der Hütte lagen sage und schreibe 11 Kilometer, und warum das Tier sich
dort festgesetzt hatte – niemand weiß. Als er bei uns eintraf, hatte er
einen Bärenhunger und war gestresst, darum die Schlafattacken. Warum er
nicht einfach nach Hause lief, was ihn mitten im Wald an diesem für ihn
unwirtlichen Ort festhielt – wir werden es nie erfahren.
Bevor
die zwei gemeinsam den Heimweg antraten, wurde das Katerherrchen
nachdrücklich gebeten, bitte umgehend sowohl das Chippen als auch eine
weitere OP durchführen zu lassen. Bei der ursprünglichen Kastration
wurde nur ein Hoden gefunden, während sich der zweite wahrscheinlich im
Bauchraum befindet und somit den Drang zu weiterem Suchen nach einer
geeigneten Katzendame auslöst. Wir wünschen uns, dass das Entsprechende
veranlasst wird, um weitere Suchaktionen zu vermeiden.
Denn jeder unkastrierte, oder nicht ordnungsgemäß kastrierte Freigänger
ist Bestandteil des unglaublichen Katzenelends. Und jedes ungechippte
Tier hat nur verminderte Chancen, Herrchen oder Frauchen wiederzufinden,
was unnötiges Leid, oft auf beiden Seiten, nach sich zieht.
Mit diesem Versprechen entließen wir die beiden Herren. Wir hoffen, dass
Herrchen sich daran hält, insbesondere deshalb, weil sein Hausgenosse
eine durchaus seltsame Affinität zu unpassenden Örtlichkeiten hegt.
Ein bisschen war uns weh ums Herz, denn Findus, wie der Schönling heißt,
hat uns mit seinem Kater-Charme doch unglaublich schnell um seine Pfoten
gewickelt.
Katzen sind wahrlich undurchschaubar.................
Malic - Geschichte eines charakterstarken Katers

Hoppla, jetzt komm ich…….
Wann und wo ich geboren wurde, das wird nie jemand von euch Menschen erfahren. Ich wurde nach Menschenmanier ohne Skrupel einfach ausgesetzt und als man mich fand, ging es mir verdammt dreckig, man kann sagen, ich war einfach nur ein Häuflein Katze, das noch einen Hauch Leben in sich trug.
Ich hockte also im Gebüsch und meine vereiterten Ohren schmerzten höllisch, durch meine Nase bekam ich fast keine Luft mehr, denn auch die saß ganz fest zu und meine Augen tränten so stark, dass ich nicht wirklich meine Umwelt wahrnahm.
Ich weiß nicht mehr, wann ich mich hierhin verkrochen hatte und weiß auch nicht, warum meine Menschen, bei denen ich mich doch immer gut benommen hatte, mich einfach hierher gebracht haben und ganz schnell mit dem Auto davon rasten. Tja, das ist wohl das, was Menschen unter Dank verstehen, wenn man ihnen die Mäuse und Ratten vom Hals hält und sie jeden Tag freundlich begrüßt.
Also, ihr könnt sicher sein, ICH HABE NIEMANDEM ETWAS GETAN!
Ich saß wohl schon ganz lange hier in meinem Versteck, denn ich hatte es vorgezogen, mich erstmal zu verkrümeln, denn ich wusste ja nicht, was man noch so mit mir vorhatte. Irgendwann hatte ich aber einen solchen Hunger, dass ich allen Mut zusammen nahm und mich direkt vor den Busch setzte. Ich blieb einfach ganz stillen hier sitzen und wartete. Schemenhaft erkannte ich, dass ganz viele Menschen mich anschauten, aber niemand blieb stehen. Sie mussten doch an meinen Augen erkennen, wie schlecht es mir ging. Warum wollte niemand helfen? Ich dachte, ich würde hier sterben müssen, als plötzlich eine Stimme sagte: "Wer bist du denn? Mein Gott, deine Augen sehen ja fürchterlich aus!" Ich erkannte eine Frau, die sich vor mir hin gehockt hatte. Ich spürte, dass zwei warme Hände sich um meinen Körper legten und sie mich vorsichtig auf den Arm nahm. Ich kann euch sagen, das war vielleicht ein Gefühl.
Sie drückte mich an ihre Brust und ich spürte durch den Mantel ihre Wärme. Sie nahm mich mit und später waren wir in ihrem Zuhause angekommen.
In diesem Zuhause wohnten noch ein Mann und ein Kind und sogar zwei doofe Hunde und ganz supi war, hier wohnten sogar zwei von meiner Spezies.
Die Frau hat mir Futter und Wasser gegeben und dann wurde ich ganz fix in eine Kiste gepackt. Ich dachte sofort: "Oh Gott, die bringen mich jetzt wieder zum Gebüsch, weil ich vielleicht nicht schön genug bin: Während der Fahrt konnte ich nichts sehen und nachdem man angehalten hatte, wurde ich irgendwohin getragen. Man machte die Kiste auf und da stand ein Mensch vor mir, der ein weißes Gewand trug. Ich dachte ich bin im Himmel, was aber nicht sein konnte, denn die Frau stand ja auch vor mir. Dieser Engel in Weiß setzte mich auf einen kalten Tisch und hielt mir einen Schlauch an die Brust, das andere Ende steckte in seinen Ohren. Mir war jetzt alles egal, sollen sie doch machen was sie wollen. Ich hörte, dass der Engel was von Katzenschnupfen erzählte und dass ich viel zu dünn sei. Wie bitte, soll ich dick sein, wenn die Menschen mir kein Futter geben und ich das alles selbst besorgen musste? Außerdem saß ich ganz ohne Futter lange in meinem Versteck und meine Schmerzen ließen nicht zu, dass ich auch noch auf die Jagd gehe. Also ihr Engel solltet mal mit uns tauschen, dann wüsstet ihr, wie hart ein Tierleben sein kann.
Dann bekam ich noch eine dicke Spritze in den Pelz, die verdammt brannte und der Frau, die mich mitgenommen hatte, drückte der Engel noch irgendwas in die Hand. Ich habe verstanden, dass ich diese Tabletten noch eine ganze Weile bekommen soll.
Man packte mich wieder ein und wir fuhren wieder mit dem Auto. Ich war sehr glücklich, dass ich, als man mich aus der Kiste nahm, wieder in dem Zuhause war, in das mich die Frau mitgenommen hatte. So vergingen die Tage und es ging mir dank der guten Pflege und der vielen Streicheleinheiten von Tag zu Tag besser, obwohl ich noch mehrere Male bei diesem Engel antreten musste.

Mit den beiden Hunden (sie nannten sie Huskys) freundete ich mich recht schnell an, obwohl ich sie ganz am Anfang doof fand. Wer aber wirklich doof war, waren die beiden Miezen hier. Ich mochte sie nicht und dachte mir, wenn ich sie ganz viel ärgere, verschwinden die vielleicht in ein anderes Zuhause und ich habe endlich ein Zuhause für mich allein.
Ich bin also bei jeder Gelegenheit über die beiden hergefallen und habe sie ordentlich verdroschen - die waren nämlich nicht so mutig wie ich. Endlich hatte ich es auch geschafft, dass sie sich nicht mehr ins Haus oder überhaupt in die Nähe des Hauses wagten.
Mich wunderte, dass meine neuen Leute ziemlich sauer auf mich waren. Ok, die feine Art war das von mir zwar nicht, aber es wusste ja auch niemand, warum ich das tat.
Irgendwann bekam ich richtig Ärger. So wurde ich jedes Mal, wenn alle das Haus verlassen haben, in ein separates Zimmer gesperrt, damit die zwei Katzen, wieder ihren Platz einnehmen konnten. Dann war aber ich ziemlich sauer, wenn ich mal wieder raus konnte und dafür bekamen es Nachbars Katzen halt zu spüren.
Da ich durch mein unschönes Verhalten die ganze Familie in Aufruhr versetzte, suchte man verzweifelt nach einem neuen Zuhause für mich, wo es keine anderen Katzen geben sollte. Man liebte mich zwar sehr, da ich zu den Menschen richtig nett und gaaaaanz schmusig war - aber, die anderen 2 ollen Miezen waren halt eher da als ich.
Es fand sich niemand, der mich nehmen konnte und ich habe blöderweise weiterhin die beiden Miezen ordentlich verhauen. Eine hatte dann (war nicht meine Absicht) eine dicke Macke im Pelz und musste auch zum Engel.
Ich glaube, ich bin da doch etwas zu weit gegangen, denn in ihrer Not rief man meine Pflegemama ihren Vater an und bat ihn, ob er mich nicht mal eine Zeit bei sich in Pflege aufnehmen könnte, bis man ein neues Zuhause für mich gefunden hat. Dort war ein Kumpel seit einiger Zeit verstorben und normalerweise wollte man kein Tier mehr übernehmen, da der Verlust immer so schwer sei. Zudem ist man oft mit dem Wohnmobil unterwegs. Nach langem Betteln zeigte er dann doch ein Herz für mich und willigte ein, mich für einige Zeit aufzunehmen.
Weil ich zu dem Zeitpunkt noch immer den Schnupfen hatte und auch noch mal zum Arzt musste, wegen der anderen Sachen, war ich in der ersten Zeit in meinem neuen Zuhause sehr zurückhaltend. Die Dame des Hauses versorgte mich hervorragend mit allen Leckereien und meinen Schuss Sahne bekam ich auch. So schnell wickelt man einen Zweibeiner um die Pfote - heute ist sie mein Lieblingsdiener.
Dank der guten Versorgung meiner Pflegemama und der Nachbehandlung meines jetzigen Personals, bin ich heute ein gesunder schöner Kater. Aber das seht ihr ja auf dem Foto, dass es mir blendend geht.

Seit ich nun bei den Beiden der alleinige Pascha bin; fühle ich mich katerwohl, weil mein Personal alles tut, damit es mir gut geht. Aber in der Nachbarschaft gibt es auch einige von meiner Sorte und denen wollte ich auch gleich zeigen, wem der Bezirk gehört. Da bin ich aber an die Falschen geraten, denn die haben mir so eine Tracht verpasst, dass ich mich nun zurückhalte und lieber Zuhause bleibe.
Nun kam der Tag wo meine Leute wieder verreisen wollten und ich das erste Mal in diesem Wohnmobil Einzug hielt. Man hatte mir ein Brustgeschirr angezogen, mit einer Leine dran. Mein Personal hatte wohl Angst, ich könnte verloren gehen, aber das hatte ich nicht vor, denn wer will schon auf ein so wundervolles Leben verzichten? Zwischenzeitlich habe ich mich so eingeschleimt, dass die 2beiner ohne mich nicht mehr sein können.
Auf der Fahrt habe ich nur geschlafen, natürlich bei Mutti im Bett. Am Ziel angekommen, habe ich mir in Ruhe die Umgebung angesehen, da es an so einem Wohnmobil soooooo viele Fenster gibt und andere Menschen konnten von außen zuschauen, was ich innen drin so treibe.
Einen Nachteil hatte die ganze Sache, ich durfte nicht ins Freie, aber das hat mich nicht sehr gestört, da ich keine Lust hatte, mir draußen vielleicht wieder Prügel einzuhandeln. Zudem hatte ich in meinem Wohnmobil alles, was so ein Katerherz begehrt, gutes Essen, eine schöne Toilette, Schlafplätze, so viel ich wollte, und zwei Diener die mir jeden, na ja, fast jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben.
Und so fahre ich mit meinen Leuten sehr oft in Urlaub, sogar nach Spanien und Italien nehmen mich meine Zwei mit. Ist das nicht toll?
Die Moral von der Geschichte:
Glaubt ganz fest daran, dass es immer Menschen gibt, die dir, auch wenn es dir noch so dreckig geht, einem wieder auf die Pfötchen helfen und dann manchmal sogar noch ein neues Zuhause daraus wird.
Ups, fast hätte ich vergessen, mich bei der Nothilfe für Polarhunde, Abteilung Katzenhilfe, zu bedanken. So gut erzogen bin ich schon, dass ich weiß, dass sich so was gehört. Ohne deren finanzielle Hilfe wäre ich nicht so schnell wieder fit gewesen und kann heute sagen, dass ich fast wieder völlig gesund bin.
Hoffentlich haben ganz viele Tiere so ein Glück wie ich; das würde ich mir wünschen ……….
euer Malic
Scheue, herrenlose Katze Mucki – Update Juni 2010

Grade mal 7 Monate ist es her, dass die scheue Katze Mucki in der
Pflegestelle eingezogen ist. Der lange, strenge und anhaltende Winter ließ
es nicht zu, dass man Mucki, nachdem sie ihre beiden Kinder abgenabelt
hatte, wieder an die Futterstelle bringt, dort gab es auch keinen
Unterschlupf für sie. Also entschied die Pflegestelle, die scheue Katze
erst mal zu behalten, bis die Witterungsverhältnisse einen Freigang
zulassen. Dann sollte Mucki selbst entscheiden, ob sie an ihren alten
Futterplatz, ca. 300 mtr. entfernt von der Pflegstelle, zurückgehen
möchte.
In den letzten Märztagen war es dann soweit. Vorsichtig tastete sich
Mucki an die Katzenklappe, schlüpfte hindurch und für war für einige
Minuten verschwunden. Kurz darauf schon düste sie schnell durch die
geöffnete Terrassentüre wieder ins Haus. Am nächsten Tag dasselbe Spiel,
nur mit dem Unterschied, dass sie noch den Garten erkundete. Nach diesen
zwei Erlebnistagen vergingen gute 2 Wochen, bis sich Mucki wieder den Weg
nach draußen suchte. Dieses Wechselspiel bahnte sich durch den ganzen
April und noch bis zur Hälfte vom Mai. Ja, irgendwie schien das Eis dann
gebrochen zu sein. Nicht nur, dass Mucki anfing, über ihre Hundefreundin
Jenny den Kontakt zu der Menschenhand zu suchen, sie ging mit einer
Selbstverständlichkeit durch die Katzenklappe rein und wieder raus –
täglich mehrere Male mit einer unheimlichen Sicherheit; dass es jemals
etwas anderes für sie gegeben hat, das schien undenkbar.
Und in der Zwischenzeit muss nicht mehr nur die Hundefreundin Jenny für
die Schmuseeinheiten herhalten, Mucki sucht direkt den Kontakt zu den
Zweibeinern, drückt sich an die Beine, legt ihr Köpfchen in die Hand,
wälzt und aalt sich vor dem Mensch so am Boden, dass man nicht umhin
kommt, sie zu knuddeln. Und was zeigt einem mehr als Vertrauen, wenn ein
Tier das Bäuchlein hinstreckt? Noch nie hat Mucki gebissen oder ihre
Krallen ausgefahren, sie verhält sich, als wäre es das
Selbstverständlichste von der Welt, dass man bei Aufforderung auch
beschmust wird.
Es hat ganze 6 Monate gedauert, bis Mucki sich das Vertrauen erarbeitet
hat. Gerne hat man sie an der Pflegestelle einfach so belassen – man
wusste, irgendwann sucht sie den Kontakt ganz von alleine.
Und wenn ihre Hundefreundin Jenny nicht greifbar ist, dann müssen die
anderen Hunde herhalten. Eine anfängliche Unsicherheit, dem Pflegehund
Joshi gegenüber, verblasste sehr rasch als sie merkte, dass der doch
einfach nur spielen will. Man drückt sich an seine Beine, läuft unter ihm
durch, was bei seiner Größe auch ganz einfach geht und findet es nur noch
toll, dass man eine Oase des Friedens gefunden hat.
Auch
ihren Rückzugsort und Schlafplatz sucht Mucki nicht mehr oft auf, sondern
legt sich in direkter Nähe da hin, wo Mensch sich aufhält. Sie nimmt ihr
neues Zuhause dankbar an und fühlt sich wohl.
Egal ob sie sich im Garten, auf der Terrasse oder in der Wohnung aufhält,
sie zeigt sich meist sehr gelassen. Ist sie in der Nähe und man ruft ihren
Namen, dann erscheint sie kurze Zeit darauf und lässt einen wissen, dass
sie noch da ist.
Weiterhin ist Mucki trotzdem darauf bedacht, ständig den Kontakt zu
ihrer Hundefreundin zu halten, die ihr wohl am meisten Sicherheit gibt.
Und Jenny ist ein dankbares Opfer, durch ihre soziale Art hat es noch nie
mit einem Tier, egal welcher Art, mit ihr Probleme gegeben. Nur manchmal
schaut sie Mensch Hilfe suchend an, wenn die Aufdringlichkeit von Mucki zu
lange und ausdauernd ist. Und trotzdem nimmt sie es gelassen hin.
Schwer fällt es einem Katzenkenner nicht, den Unterschied von einer
scheuen zu einer verwilderten Hauskatze festzustellen – Katzen wie Mucki
gehören zu denen, die sich geöffnet haben, weil sie irgendwann einmal auch
die Sonnenseite des Katzenlebens kennen gelernt haben. Warum sie
vielleicht abgeschoben wurde und sich dann alleine weiterhin durchs Leben
kämpfen musste, das hat sie niemandem erzählt. Aber ihr Vertrauen und ihre
liebe Art sprechen Bände. Natürlich darf Mucki fest in der Pflegestelle
bleiben, denn es gibt wenig Menschen, die die entsprechende Zeit und
Geduld aufbringen, die eine scheue Samtpfote zum Einleben braucht.

Es ist schön, dass es Mucki gibt, sie ist eine zauberhafte Katze.
Felix
– wer hätte es gedacht, dass sich für Felix doch eine Tür auftut? Er
durfte vom Fabrikgelände direkt in ein neues Zuhause umziehen. Gemeinsam
mit Samtpfötchen in Not „Franken“ sind wir glücklich darüber, dass es der
10jährige Kater geschafft hat. Er wurde nicht nur von seinen Bürodamen
gefüttert, nein, sie haben auch dafür gesorgt, dass er nicht übrig bleibt,
als die letzte der Damen in die wohlverdiente Rente gegangen ist. Nun ist
auch er in Rente und kann sich nach allen Regeln der Kunst verwöhnen
lassen.
Lilly auf dem Weg ins Glück……
Nicht
nur um das leibliche Wohl, auch um die sonstigen Belange hat sich eine
engagierte Tierschützerin gekümmert und alles Erdenkliche über einen
langen Zeitraum versucht, für die herrenlose und verschmuste Katze Lilly
einen Platz zu finden. Der Weg ins Tierheim sollte ihr auf jeden Fall
erspart bleiben. Der hartnäckige Winter hat jedoch mächtig zugeschlagen,
Lilly hatte keine Möglichkeit irgendwo Unterschlupf zu finden. Schnell
organisierte man weitere Aufrufe übers Internet und schon stand Lilly im
Verteiler.
Nur mal eine E-Mail schreiben wollte man und sich erkundigen. Doch
daraus wurde dann doch mehr. Lilly, eine Katze in Deutschland ist in
großer Not – da sollten sich doch schnell viele Menschen melden. Falsch
gedacht, es war ein Schuss ins Leere.
So setzten wir von der Nothilfe für Polarhunde e.V. in Freudenstadt uns
mit der Betreuerin von Lilly in Verbindung und boten Hilfe an. Zwei kleine
Katerchen sollten vermittelt werden, warum nicht auch Lilly in die
Zeitungsanzeige mit aufnehmen? Und so kam der berühmte Zufall zur Hilfe.
Da die kleinen Kater-Blitze sehr schnell und auch noch in der näheren
Umgebung gemeinsam ein tolles Zuhause gefunden hatten, entschieden die
nächsten Interessenten sich für die Kätzin Lilly. Einem Kontrollbesuch
stand nichts im Wege und da dieser super ausgefallen ist, machte sich
Lilly auf den Weg in den Schwarzwald. Ihre Betreuerin brachte Lilly selbst
vorbei und es bleibt nur zu hoffen, dass die kleine Miezen-Madame schnell
Pfote fasst und sich im neuen Zuhause gut einlebt. Hilfestellung hat sie
jede Menge von ihren neuen Menschen, man freut sich ungemein auf die
kleine Kätzin, der wir alles Gute wünschen. Sie hat es verdient, endlich
im Warmen zu sein, Liebe und viel Streicheleinheiten zu bekommen. Und wenn
man Lilly kennen lernen durfte, dann weiß man, dass die neuen Menschen
einen besonderen Schatz bekommen.

Micky und Mira – zwei entzückende Katzenkinder haben vor Weihnachten ein
schönes Zuhause gesucht. Und der Wunsch ging tatsächlich in Erfüllung. Gemeinsam
konnten die beiden Kätzchen umziehen. Über eine Tierarztpraxis im Stuttgarter Raum
wurden liebe Menschen auf die beiden aufmerksam. Eine Platzbesichtigung hat
ergeben, dass es wohl kein schöneres Zuhause geben könnte, so dass die diese
beiden Schätze umziehen konnten und nun nach allen Regeln der Kunst verwöhnt
werden. Aber die Liebe, die die beiden Kleinen erhalten, kommt mannigfach zurück.
Micky und Mira haben sich unheimlich schnell eingewöhnt, toben durch die Wohnung,
spielen, raufen und verlangen jede Menge Streicheleinheiten, die sie auch
erhalten. Und dabei schnurren sie gemeinsam um die Wette.
Nachdem die beiden abgeholt wurden, hatte die Katzenmama Mucki für ein paar Tage
Trauer getragen. Immer wieder hat sie laut und anhaltend geweint und nach ihren
Kindern gerufen und gesucht. Uns hat es ziemlich das Herz berührt und obwohl die 2
doch drei Monate mit ihrer Mama zusammen waren, entstand da eine ganz feste
Bindung. Die zwei Kleinen hatten es lockerer gesehen und sich schnell eingewöhnt.
Die scheue Mucki hat aber nun das Glück, dass sie an der Pflegestelle bleiben darf
(wir würden uns über Pateneltern sehr freuen). Sie ist schon nicht mehr so scheu
und kann sich in der Wohnung frei bewegen. Von den anderen Katzen wird sie
akzeptiert, kleine Ausrutscher sind gestattet.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich auch scheue Katzen, wenn man sie
einfach gewähren lässt, eingewöhnen und Vertrauen fassen. Wir reden mit Mucki,
aber wir bedrängen sie in keiner Weise. Und wir gehen bei ihr davon aus, dass sie
früher einmal, in ihrer Jugendzeit, ein Zuhause hatte, denn sie verhält sich total
souverän in der Wohnung und überhaupt nicht panisch. Im Frühjahr darf Mucki dann
frei gehen. Sollte sie den kurzen Weg zu ihrem früheren Aufenthaltsort ansteuern
und dort bleiben wollen, werden wir sie mit Sicherheit nicht zum Hierbleiben
zwingen.

Dann war es schön, sie für diese Zeit begleiten zu dürfen. Jede Katze ist eine
Persönlichkeit, mit der zu leben es sich lohnt.
Kater: T H Y S O N
Es ist immer dasselbe: die Tierheime sind voll, aber
eine Freundin aus dem Tierschutz hatte einen Kater aufgenommen, aus Mitleid und
konnte ihn selbst nicht behalten. Nun tauchte die Frage auf: wohin damit? Naja, es
hat sich immer mal eine Möglichkeit ergeben, ein gehandicaptes Tier unterzukriegen
und so auch in Falle „Thyson“. So gaben wir von der NfP grünes Licht – „er durfte
auf die Reise“.
Und hier sind es wieder die Menschen, die spontan Hilfe anbieten, die sowieso
immer und überall helfen. Also hatte Thyson eine tolle Chance, die er auch nützte,
nicht erst auf dem Umweg über die NfP, sondern direkt in sein neues Zuhause.
Abteilung Katzenhilfe
Wenn Tiere einen Demut lehren....
Die Vorgeschichte ist immer die gleiche. Katze sucht Katzenparadies.
Ich hatte die Anfrage - und ich hatte just zu dem Zeitpunkt so ein Paradies zur
Hand.
Waldrandlage, großes Grundstück, kein Verkehr, und erfahrene Katzenhalter in einem
seit kurzem wieder katzenlosen Haushalt.
Die Entscheidung fiel, und wir erwarteten im Spätherbst 2008 einen Kartäuserkater,
erwachsen, der aus wie immer recht fadenscheinigen Gründen unbedingt weg muss.
Per Fahrkette kam das Tierchen bei mir an - ein kurzer Blick in die Transportbox
zeigte mir nur etwas Grosses, Dunkles mit riesigen Augen. Zur Stressreduzierung
nahm ich ihn gar nicht erst heraus, sondern fuhr die restlichen 3 km zu den neuen
Haltern, langjährige Freunde von mir.
Dort war alles für ihn hergerichtet, Kind und der vorhandene 17jährige Rüde
nochmals ermahnt worden - und ich wurde schon freudig erwartet.
Das Haus war gegen einen zu schnellen Freigang gesichert - und das neue Frauchen
öffnete die Box. Was dann da recht würdevoll und gar nicht verunsichert entstieg,
zog tiefstes Schweigen nach sich.
Ein Riesenvieh von Kater. Knapp 7 kg. Ursprünglich wohl pechschwarz, was aber
anhand der völligen Ungepflegtheit im Moment eher nach rostbraunem Flokati aussah.
Mit einem Riesenschädel, ziemlich verklebten kugelrunden Augen und einem
Gesichtchen, welches einen sofort an Axel Schulz nach seiner letzten bösen
Niederlage denken ließ. Ein reiner Perserkater sieht gut geformt dagegen aus.
Wir sahen uns perplex an und dachten unisono: Was in Gottes Namen ist das?
Das neue Herrchen sprach es etwas geschockt aus: ein richtiger Mike Thyson.
Und fortan war das der Rufname: Thyson.

Einen Kaffee später, Thyson erkundete derweil mit dem Kind im Gefolge alle
Nischen und nahm auch gleich das stille Örtchen an, bot ich an, den Kater wieder
mit zu nehmen. Denn Tierschutz heißt nicht zwangsläufig, den Leuten etwas völlig
anderes als das avisierte aufs Auge zu drücken.
Doch ich hatte mich in meinen Freunden nicht getäuscht. “Thyson darf natürlich
bleiben, und echte Schönheit kommt eh von innen, “hieß es, “und den will sowieso
keiner, so wie der aussieht“.
Womit sie sicher recht hatten.
Die nächsten Tage waren gefüllt mit Tierarztterminen, deren Begleichung ich aus
einem nicht abzustellenden Schuldgefühl heraus übernahm, und Pflege. Neben den
verklebten Augen und entzündeten Ohren, einem Infekt und Fieber musste auch sein
Äußeres auf Vordermann gebracht werden.
Eine große Hürde war auch sein persergleiches, jedoch noch verformteres
Mäulchen. Er konnte nicht normal fressen, das Futter fiel ihm immer aus dem Maul.
Hier musste erst mal eine Futtermischung gefunden werden, die es ihm leichter
machte.
All diese Hürden sind inzwischen überwunden, bis auf die Augen, die werden ihm ein
Leben lang etwas Probleme bereiten. Thyson ist eine Seele von Tier. Und irgendwie
hat er mehr von einem Hund als von einer Katze. Nach der Eingewöhnung ist er heute
Freigänger, bleibt aber nach wie vor im Garten und lässt sich rufen wie ein Hund.
Er liebt alles und jeden. Mit Hund und Kind kommt er bestens aus, Muttern bringt
er zur Verzweiflung, weil er sie mit Herrchen im Chor nachts vor Feinden bewacht,
so dass sie nun 2 aus dem Bett werfen muss statt bisher einen. Und einen Kollegen
hat er auch angeschleppt - nämlich den ebenfalls schwarzen Kater der
Hausvorbesitzerin, der nach deren Tod von dem nächsten Hof adoptiert wurde.
Aber Herr im Haus über Zwei - und Vierbeiner ist Thyson. Und er ist Herr über die
Besucher.
Über die Tiere im Garten, die er streng beobachtet - jagen tut sie sein Kumpel,
denn diese Tätigkeit ist unter Thysons Würde, und auch über Besucher. Vor allem
über Besucher mit Hund. Nicht, dass er was gegen Hunde hätte - aber Unerzogene
werden schnell eines Besseren belehrt. Wie die junge Jagdhündin, die mit ihrem
Menschen zum Kaffeetrinken kam.
Junghunde-like linste sie auf den Hinterbeinen stehend über die Küchentheke, von
der aus Thyson bei Besuchen, malerisch neben, oder auch mal in der Obstschale,
sich in Szene zu setzen weiß, alles kontrolliert.
Sie
also Kopf und Vorderpfoten auf dieser Theke, und er setzte sich, absolut in
Zeitlupe, auf die Hinterbacken auf, hob, ebenfalls in Zeitlupe, die Vordertatze,
immer bemüht, ihr genug Zeit zu lassen, sich anständig auf den Boden zu setzen,
wohin ein junger Hund seiner Meinung nach gehört. Als sie weiterhin jedwede
Erziehung vermissen ließ, schwenkte er seine Tatze langsam in Richtung
Hundegesicht und erklärte ihr mittels sanfter Backpfeife, ohne Krallen, wie junge
Hunde sich zu benehmen haben.
Das ist Thyson.
Der Thyson, dessen Impfpass bis heute nicht eingetroffen ist, den man nicht
haben wollte, den man verwahrlosen und Schmerzen leiden ließ. Weil er, als
schlägergesichtiger Mischling, wohl ein Überbleibsel aus einer privaten Vermehrung
und unverkäuflich war.
Der Thyson, der bei Fuß geht, sanft zu allen ist, voller Charakterstärke und
Würde. Eine Bereicherung im Leben seiner neuen Familie. Und der uns alle wieder
etwas Demut lehrte, weil er trotz seines Äußeren von innen heraus strahlt. Und uns
daran erinnert hat, hinter den Schein zu sehen. Denn dort sind, gerade im
Tierschutz, oft Diamanten zu finden. Auch wenn sie von außen gesehen ziemlich
blind daherkommen.
Copyright beim Verfasser (dem Vorstand bekannt)