Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

 

 

 

Tonja geb. zw. 1995-1998

Freundin, Lehrerin, Partnerin
hat uns verlassen

† 25.11.2011

Du hast so gekämpft. Warst so tapfer.
Angekommen bist Du 2003 als schwerkrankes Bündel „Angst“. Seither in Dauerpflege. Zäh und mutig hast Du Dir über die Jahre den Platz als Chefin hier erarbeitet. Weder Hundeschule noch Trainer waren dazu nötig - einzig Liebe, Verständnis und Geduld. Dabei hast Du sichtlich nie vergessen, wie man sich fühlt, wenn man verzweifelt und hilflos ist. Dickköpfig hast Du die ehemalige Seelenqual nicht abgestreift, sondern sie in ein großes Herz, in Toleranz und Akzeptanz umgewandelt. Viele Nottiere durften davon profitieren. Du hast sie in Deinem Revier willkommen geheißen und so manche aus Furcht geborene Anmache großzügig ins Leere laufen lassen. Wohl wissend, dass Nachsicht, garniert mit fast unsichtbaren Regeln, den Weg in die meisten leidenden Seelen öffnet. Ob bei Vier- oder Zweibeinern. Erstaunt haben wir Dir dabei zugesehen, haben von Dir gelernt.
Nach 4 teils gravierenden körperlichen Einbrüchen seit 2010, aus denen Du Dich jedes Mal verbissen herauswandest, zärtlich begleitet von Deiner Mädels-Gang, mochtest Du nun nicht mehr.
Willensstarke Kämpferin, die Du warst, hast Du das Ende Deines Weges aktiv angenommen. Du hast Deine übliche, lautstarke Abwehr gegen Deinen Tierarzt eingestellt und Dich tief in Dich zurückgezogen. So entschlossen, wie Du gelebt hast, hast Du auch selbst bestimmt, Deinen letzten Weg eingeschlagen. Uns blieb nur, Dir diesen Weg zu erleichtern.
Voller Liebe und Trauer haben wir Abschied nehmen müssen.
Deine Größe und Dein Charme -
sie sind für immer in unseren Herzen.

Tonja

Danke, dass du es zugelassen hast, dass wir mit dir leben durften.

Deine Pflegeeltern,
die 4beinigen Freundinnen Jenny und Ronja
sowie die Samtpfötchen

Ein besonderer DANK geht an Herrn Dr. Hüttig und sein Team von der Kleintierklinik Hüttig in Reutlingen für die jahrelange, fürsorgliche und liebevolle Betreuung von Tonja

 


 

                     Berly geb. ca. 1995 21.09.2011

Sie stammte aus einer Beschlagnahmung aufgrund schlechter Haltung. Ihr Leben hatte sich wohl hauptsächlich im Zwinger abgespielt, eine hundegerechte Versorgung war dabei leider Fehlanzeige.
So kam sie im Oktober 2005 in die Obhut des ansässigen Tierheims. Dort zeigte sie sich jedermann freundlich-zurückhaltend und sozialverträglich, doch es nutzte ihr nichts, da der Landstrich in sich aufgrund der Infrastruktur nicht das gelobte Vermittlungsland war und eine 10jährige Hündin egal wie freundlich, keinerlei Chance hatte.
Berlys Pfleger wussten das. Um der Hündin dennoch alle Chancen zu geben, kontaktierten sie uns nach einigen Wochen mit der Bitte, die Hündin zu übernehmen und im strukturstärkeren Gegenden ein schönes Zuhause zu suchen, zumal wir als Vermittler vor allem nordischer Hunde ja wesentlich mehr Interessenten ansprachen als sie selbst.
Wir fanden das sehr schön, wie da Menschen im Sinne des Tieres agierten, denn es war klar ersichtlich, hier wollte ein Verein nicht ein schwervermittelbares Tier loswerden, sondern diesem verantwortungsbewusst eine bessere Plattform bieten.

Also zog Berly bei uns ein, freudig erwartet, denn gerade die alten, die mit einem ganz engen Vermittlungsfenster liegen uns ja besonders am Herzen.
Und wieder einmal bewahrheitete sich das Augenmerk gerade auf diese Hunde. Denn was hier im Dezember 2005 ankam, das war derart eindrucksvoll, dass es schwer zu beschreiben ist. Schon der allererste Blick aus den zweifarbigen Augen, der uns traf, zeigte die Würde dieser wunderschönen Hundedame. Sie war einfach nur ein großer Schatz und unglaublich liebenswert. Ihre leichte Distanzierheit, von uns liebevoll „charaktervolle Zurückhaltung“ genannt, gab Berly zusätzlich eine ganz besondere Faszination.
Wenige Wochen später ließen wir diesen Schatz, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, in ein ganz wunderbares Zuhause ziehen. Über 5 Jahre, für Berlys Menschen viel zu kurz, für Berly jedoch über 5 Jahre im Himmel auf Erden, hat die Maus dort hofiert. Mit fast 16 Jahren hat Berly ihre Familie nun verlassen. Sie ging, wie sie leben durfte: eng umschlungen, gehalten und getragen von der großen Liebe ihrer Menschen. Wir trauern mit Ihnen und sagen DANKE für alles, das Sie und Bruno für Berly getan haben.

Hier die Nachricht von Berlys Eltern:

Berly

Liebes Team von der Nothilfe

am 21.9.11 hat uns unsere Huskyhündin Berly im Alter von 16 Jahren für immer verlassen. Wir sind sehr traurig und vermissen unsere Kleine so sehr. Berly wurde im Februar 06 als 10jährige Hündin zu uns ins Hessenland gebracht. Damals war unser 13jähriger Rüde Bruno aus einer ehemals 7-köpfigen Huskyfamilie übriggeblieben und trauerte sehr. Wir wurden auf Ihre Nothilfe aufmerksam und nach einem Telefongespräch war ganz schnell für uns klar, dass wir Berly ein neues Zuhause schenken wollten. Wir werden diesen kalten Wintersamstag nie vergessen. Der Transporter kam, wir standen mit Bruno vor der Wagentür und als dann Berly aus der Box heraus steig, waren wir fasziniert von dieser wunderschönen Hundedame. Bruno, der sonst etwas Schwierigkeiten mit anderen Hunden hatte, ging mit wedelndem Schwanz auf sie zu und die beiden verschwanden in unserem großen Grundstück und spielten den ganzen Nachmittag miteinander, so als würden sie sich schon seit immer kennen. Für uns, einschließlich der NfP, war ganz klar, Berly passt wunderbar zu uns. Uns Menschen gegenüber war sie etwas distanziert, aber unter Brunos Führung gewöhnte sie sich ganz schnell daran, durch die Hundeklappe ins Haus zu kommen und fand es bald auch ganz gemütlich in unserem Bett. Autofahren war sie wahrscheinlich nicht gewöhnt, aber auch da begriff sie ganz schnell, dass man auch woanders wunderbar Gassi gehen konnte. Wir konnten immer wieder nur staunen, wie sie nach und nach das Vertrauen zu uns aufbaute so dass bürsten, Zecken entfernen und andere „Körperpflege“ ohne Probleme möglich waren. Unser Berly hat uns mit ihrer etwas distanzierten, aber doch so anhänglichen Art fasziniert. Oft kam sie einfach von der Seite an uns heran und schubste uns mit der Nase, dann wollte sie ihre Schmuseeinheiten. Es gäbe so viel Großartiges zu berichten und es schmerzt, daran zu denken.
Bruno ist dann vor drei Jahren 16jährig von uns gegangen. Inzwischen hatten wir aber noch eine kleine spanische Pflegehündin während der Woche bei uns aufgenommen, so dass Berly dann nicht alleine war.
Seit Jahren entwickelte sie immer wieder Hauttumore, die aber nicht bösartig waren und verschwanden, dann aber an einer anderen Stelle wieder auftraten. Wir und unsere Tierärztin denken, dass Berly dadurch nicht beeinträchtigt war. Trotz ihres hohen Alters wollte sie bis in die letzten Tage immer nochmals wenigstens eine kleine Runde gehen und nachschnüffeln, ob es irgendetwas Neues in der Hundewelt gibt.
Seit Ende des letzten Jahres hatten sich Tumoren an den Zitzen gebildet, das Risiko einer Operation war wegen des hohen Alters zu groß. In der letzten Woche hat sie dann doch sehr schnell abgebaut, nur noch wenig gefressen, viel geschlafen. Ab Dienstag fiel ihr das Hinlegen sehr schwer und am Mittwoch konnte sie sich dann gar nicht mehr hinlegen und war völlig erschöpft, so dass wir unsere Tierärztin, eine Freundin von uns, die uns in den letzten Wochen immer mit Rat zur Seite stand, rufen mussten und so ist Berly in unserem Beisein zu ihrem Kumpel Bruno „gelaufen“.
Wir sind so froh, dass wir Berly über die für uns so kurzen Jahre bei uns haben durften, sie war so einzigartig!
Danke, dass Sie uns Berly vermittelt haben.

 

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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05.12.11