Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juni 2008 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Damon – ein Allergie-Opfer

DamonKaum wurde er angeschafft, wanderte der junge Damon schon wieder zu seinem Züchter zurück. Diesem muss man hoch anrechnen, dass er den bereits ausgewachsenen Rüden anstandslos zurückgenommen hat. Doch integrieren ins Rudel ließ er sich nicht mehr. Da saß der Bursche nun alleine im Haus und heulte sich die Seele aus dem Leib, umgeben von den Katzen, mit denen er gut Freund war. So konnte es aber nicht weitergehen, denn Mann hat ja noch eine Arbeit, der er nachkommen muss und Hund, alleine im Haus gelassen, war großartig im Umdekorieren.

So wurde die Nothilfe in Freudenstadt angerufen und Damon kam in die Auffangstation. Da hat er sich zuerst ein bisserl schwer getan, doch nach einigen Tagen war es schön für ihn, mit den Kumpels zu toben und auch ab und zu zu raufen. Einige Interessenten waren für ihn da, konstante Gassigeher – aber trotzdem hat es noch einige Zeit gedauert, bis Damon „seine Menschen“ gefunden hatte.

Wieder mal war es der Verlust eines geliebten Kameraden, der eine nette und Malamute-geprägte Familie in die Auffangstation führte.Damon auf dem Weg in ein neues Leben Der vorher stattgefundene Besuch verlief mehr als positiv, alles perfekt für einen Nordischen. So fiel es uns nicht schwer, der Familie die Frage zu beantworten, ob Damon umziehen darf. Gerne, denn langsam wurde es Zeit, dass Damon in die richtigen Hände kommt. Noch ist er gut händelbar, obwohl sein Malamute-Dickschädel schon ganz ordentlich ausgestattet ist. Seine liebe, offene und menschenfreundliche Art macht es einem jedoch leicht, ihn ins Herz zu schließen.

So ist Damon dann umgezogen und wir sind uns sicher, dass es nicht nur die richtigen Menschen für diesen Hund, sondern auch der richtige Hund für die neuen Menschen ist. Bei so viel Einfühlungsvermögen und Verständnis kann man gut loslassen und Damon hat im wahrsten Sinn des Wortes „den Himmel auf Erden“.
Damon


 

Akela hat seinen Platz endlich gefunden –

Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis unser großer, bald erwachsener Hundemann mit den Kipp-Öhrchen nun endlich die richtigen Menschen gefunden hat. Und es war bei ihm – wie sollte es anders sein – für sein neues Frauchen die „Liebe auf den ersten Blick“. Doch die neue Heimat würde in Berlin sein und wie sollte Akela dahin gelangen? Eine Fahrkette bilden – das möchte man einem Tier nicht gerne antun – laufend in ein anderes Auto umsteigen.

AkelaSo dauerte es dann ein wenig bis zum Tag X – man machte bei den Eltern in Heidelberg einen Besuch und nahm diesen zum Anlass, einen weiteren Besuch bei Akela in der Auffangstation zu machen. Die Überraschung war riesig – Akela fand sofort einen Zugang und damit war es beschlossene Sache. „Mein Frauchen – ich ziehe um…..“ Aber nicht gleich, eine Woche sollte es noch dauern, bis man soweit alles geklärt hat und die Rückfahrt nach Berlin antreten konnte. Und das geschah dann auch, wie man lesen kann:
 

"Gestern sind wir nun mit dem Prachtburschen endlich in Berlin angekommen, er lag 6 Stunden auf meinem Schoß und hat geschlafen. Er ist schnurstracks hier die Treppe hoch ( bei meinen Eltern war das noch ein Problem, er wollte weder rauf noch runter ), hat gefressen und sich mit aller Selbstverständlichkeit in sein Körbchen gelegt und die Nacht durchgeschlafen.

Sein neues Revier hat er auch schon erkundet, er läuft ja schon schön und hört einigermaßen, Jogger und Radfahrer interessieren ihn gar nicht, also relativ entspanntes Spazierengehen. Nur heute morgen hat im Park ausgerechnet eines der wenigen Kaninchen unseren Weg gekreuzt, da hatte ich einen ganz schönen Kampf mit dem Schlingel....

In der Wohnung ist er auch super brav, nur alles Essbare und Schuhe muß ich in Sicherheit bringen.

Ich bin wirklich froh, dass Akela jetzt bei mir ist."

Akela

Und wir sind froh, dass Akela nun endlich wieder feste Bezugspersonen hat und bedanken uns für die vielen für Akela zurückgelegten Kilometer.
 


 

Irma

IrmaIRMA – wir haben diese liebenswerte Hundedame von Tierschützern übernommen, die sie leider nicht selbst unterbringen konnten. Was wir jedoch nicht wussten war, dass Irma bereits Mamatumore am Gesäuge hatte und dringend operiert werden musste. Es tat uns sehr leid, diese liebe Hündin gleich so gestresst zu wissen, aber hier war wirklich Gefahr im Verzug.
Wir freuen uns aber sehr, dass Irma sehr schnell eine ganz tolle und sehr sensible Familie gefunden hat, die mit Sicherheit alles für ihren neuen, vierbeinigen Kameraden tut. Vorbereitet hat man sich schon lange auf ein neues Familienmitglied und den Kontakt hat man auch schon vorher aufgenommen. So war es dann schön zu sehen, dass sich Irma freudig und auch anlehnungsbedürftig mit ihren neuen Menschen auf den Heimweg gemacht hat. Nun kann sie sich erst einmal von der OP im häuslichen Bereich erholen. Und was ganz wichtig ist, sie ist sofort „angekommen“ – ohne eine große Eingewöhnung.


Ganz lieben Dank an Familie W. und wir wünschen uns, dass Sie noch eine recht lange und schöne Zeit mit ihrem neuen Familienzuwachs verbringen dürfen.
 


 

Laika kam gemeinsam mit ihren langjährigen Lebensgefährten Charly und Enuk in die Vermittlung, drei ältere Hunde, von denen Laika die älteste war. Sie war es in all den Jahren gewesen, die in diesem kleinen Rudel den Ton angab, auf ihre Souveränität hatten sich "Kindskopf" Charly und der eher stille Enuk stets verlassen können. Gerne hätte man diese Hunde, die so viel gemeinsam erlebt hatten bis hin zur Trennung ihrer Menschen und der erneuten Abgabe im Tierschutz, beieinander gelassen, doch realistisch gesehen: wer nimmt schon drei deutlich angegraute Hunde?
Auch der Versuch, wenigstens Charly und Laika beieinander zu lassen wozu man gezielt die Vorstellung bei "herrchen gesucht" nutzte, scheiterte. Aber es fanden sich für den großen Lausbuben Charly, der vor laufender Kamera das Sofa gleich zum Klettern benutzt hatte, passende Menschen. Zwar zögerte man hier solange als möglich mit der endgültigen Trennung (Enuk saß längst schon in einem neuen Zuhause), doch am Ende half alles Hoffen nichts mehr: gemeinsam war nicht möglich und so zog auch Charly aus ein neues Zuhause zu
erkunden.

Zurück blieb Laika, die nun alles verloren hatte, ihr Heim, ihre Menschen und ihre vierbeinigen Kumpel - sie reagierte wie man es befürchtet hatte: sie litt und schrie ihren Schmerz jedem hinterher, der sie nach ein paar aufmunternden Worten wieder ihrem Kummer überließ.
Obwohl sonst Notfall-Hündinnen über die Webseite meist rasch Hilfe erfahren, tat sich für Laika weiterhin nichts, vielleicht auch weil sie mit ihrer halbseitigen Gesichtslähmung, die schon seit Welpenbeinen bestand und sie nicht beeinträchtigt, den einen oder anderen zögern ließ.

Doch eines Tages kam ein Fax im Nordlicht an - Absendeland Schweden, was doch einiges Erstaunen hervorrief. In dieses mischte sich  rasch Freude, denn die ausführlichen Zeilen hatten eigentlich nur einen Grund: Laika und wenn sie die Einreisebestimmungen erfüllen könne, dann biete man ihr einen liebevollen Altersruhesitz. Der rasch hergestellte direkte Kontakt war ebenfalls nur positiv und weil das Glück Laika nun endlich wohlgesonnen war, befanden sich die zu Ayla und Parys gehörenden Zweibeiner Axel und Kerstin gerade im Endspurt mit ihren Schweden-Urlaubsplanungen. Kurzerhand wurde das Unternehmen "Vorkontrolle in Schweden" noch mit einbezogen und schon bald konnte sich Laikas potentielles Herrchen an die konkrete Planung machen.

Alle Unkosten, die im Vorfeld der Schweden-Einreise (Titer-Bestimmung) anfielen, wurden übernommen und schließlich war alles soweit zusammen, dass gereist werden durfte. Das ließ man sich in Schweden nicht zweimal sagen und stand schnellstmöglich an der Tür zum Nordlicht um die neue vierbeinige Lebenspartnerin abzuholen.
Was in der Tüte wohl drin ist?Ohne eine Ahnung von all dem Aufwand im Hintergrund zu haben, fand Laika diesen Menschen gleich ganz sympathisch, ein Eindruck, der sich nach einigen Happen getrocknetem Rentierfleisch noch festigte.

Das riecht fein

Und hätte man sie gefragt, die Laika, ob sie das Land dieser Köstlichkeiten näher kennen lernen wolle, sie hätte bestimmt ja gesagt ...


mmhhDa Laika's Herrchen in Schweden einen eigenen Fahrradladen besitzt, hatte er quasi im Vorbeigehen noch erkannt, dass die Bremsen von unserem Stationsfahrrad völlig runter waren.

Neue Bremsen für das Stationsfahrrad


Ersatzteile waren an Bord und so wurde das Vehikel schnell wieder auf Vordermann gebracht. Laika gesellte sich dazu, als hätte sie schon immer Herrchen bei der Arbeit zugesehen.

Laikas neues HerrchenDann wurde alles startklar für die große Reise gemacht. Laika setzte sich ins Auto, als wollte sie sagen, jetzt kann es losgehen !!!!!!!
Der Motor startete und Laika rollte sich zufrieden ein. Doch als der Wagen anfuhr, blickte sie noch einmal zu uns zurück, als wollte sie sagen "danke für die Zeit bei euch, aber nun habe auch ich es endlich geschafft und kann meinen zweiten Lebensabschnitt in Ruhe genießen."

Laika



Miteinander ist man gut in Schweden angekommen, hat sich viel Zeit genommen unterwegs für Pausen und die Nacht gemeinsam im Auto verschlafen - uns bleibt nur, ein herzliches Danke zu sagen für all die Mühe, die hier für einen älteren Hund auf sich genommen wurde und wir wünschen den beiden, dass Laika nun nicht nur alt, sondern steinalt wird und beide noch viele gemeinsame und glückliche Tage vor sich haben.


 

MERLIN – ein Serbe lebt nun im schönen Ludwigsburg

Merlins erster Kontakt

Geschafft hat er es, unser Merlin. Eine liebenswerte Schmusebacke, verträglich mit allem und jedem, immer nur fröhlich, offen und einfach „nett“. Sein einziges Manko war, dass keiner etwas über sein Vorleben, seine Vergangenheit sagen konnte, denn er war eines Tages als Fundhund in einem serbischen Tierheim gelandet.
Eine ganze Weile hat dieser absolut problemlose Rüde in der Station gewohnt bis eine Anfrage für einen Husky kam, der in eine ganz bestimmte Familie passen musste. Wichtig auch, dass er mit der bereits vorhandenen, etwas älteren Schäferhündin, die zudem noch HD hat, passen musste. Nach dem gemeinsamen Spaziergang mit den Kids und Hündin Kira war es klar, Merlin darf, nein er sollte gleich mit auf die Reise gehen. Ein solches Sahnehäubchen lässt man nicht zurück.

Merlins neue Familie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns total, dass Merlin sich gleich so in die Herzen der Menschen, vor allem der kleinen Erdenbürger, eingeschleimt hat. Bei ihm sind wir fast 100%ig sicher, dass es die richtige Entscheidung war und er auch im häuslichen Bereich schnell „Pfote fasst“.
 


 

Kisho, ein hübscher schwarz-weißer Husky-Rüde, war Anfang des Jahres zusammen mit seinem Bruder in die Vermittlung gekommen, damals noch nicht einmal jährig und auf Grund der bisherigen Haltung noch „vollkommen grün hinter den Ohren“.
Manche der fehlenden Erfahrungen ließen sich bereits in der Station „nacharbeiten“, doch dass für potentielle neue Besitzer noch Betätigungsfeld genug übrig war, das schien abzuschrecken, denn es tat sich weder für ihn noch für seinen Bruder etwas.

KishoDass Kisho nun sein Platzerl hat, das verdankt er einer Reihe von Ereignissen, das erste war sein Inserat in einer großen Vermittlungsdatenbank, die für gewöhnlich eher für ältere Semester von uns genutzt wird. Und just da suchte seine neue Familie wenig später nach einem neuen Begleiter und landete bei Kisho’s Brüderchen, dem bedächtigeren der beiden.

Vorkontrolle, Terminvereinbarung und auf Grund der Entfernung Übernachtungsbuchung – wo ein Wille, da ein Weg, mit Volldampf strebte man gen Norden, wollte den Auserkorenen persönlich kennen lernen. Doch der zeigte sich verschreckt, denn da waren lebhafte, kleine Zweibeiner, die nicht erst warten wollten, bis er, der Nachdenkliche, sich das von allen Seiten betrachtet hatte. Kisho’s Stunde war gekommen, denn was man ihm mitunter schon fast ein wenig vorgeworfen hatte „erst machen, dann denken“, das war nun ein Vorteil, der ihn mitten hineinwarf ins nicht immer ganz ruhige Familienleben.

Und als Kisho zum Überlegen kam, da reagierte er nicht ängstlich wie mitunter, sondern fand alles ausgesprochen toll – „hier ist was los, hier pass ich hin“. Und spontan wie er nun mal ist, der Kisho, wäre für ihn da schon alles klar gewesen – man hätte abfahren können, natürlich mit ihm.

Die zugehörigen Zweibeiner waren da besonnener, das Wochenende hatte man sich Zeit genommen und die wollte man auch nutzen, denn schließlich ist das Aufnehmen eines neuen vierbeinigen Kameraden eine Entscheidung, die für Jahre getroffen wird.Kisho

Am Ende aller Überlegungen und Abwägungen war es dann doch Kisho, der freudig mit ins Auto kletterte, nicht mal richtig „tschüß“ sagte er, schließlich warteten endlich neue Abenteuer nach dem nun vergleichsweise langweilig gewordenen Stationsalltag.

Unbedarft und offen für alles hat er, der bislang nur draußen gelebt hat, sich das Haus der Mehr-Generationen-Familie erschlossen, fast umgehend einen Liegeplatz für sich gefunden und sich auch ansonsten problemlos eingefügt, wie die mit den Bildern erhaltenen Zeilen zeigen:

„Kisho hat sich bei uns sehr gut eingelebt und ist der Liebling der Familie geworden. Er wird von allen verwöhnt und lässt sich dies natürlich gerne gefallen. Nachts schläft er immer auf seinem Plätzchen, das er sich ausgeschaut hat und begrüßt uns morgens früh schon Schwanz wedelnd.
Mein Papa ist froh, dass er nun endlich wieder jemanden hat, der ihn auf seinen ausgedehnten Spaziergängen begleitet und wir, die arbeiten, sind froh, dass wir nach der Arbeit wieder freundlich von jemanden an der Haustüre begrüßt werden.
Ich glaube für uns war das die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Ich werde Sie natürlich weiter auf dem laufenden halten wie sich Kisho so entwickelt.“

Wir bedanken uns bei der Familie für die weite Anfahrt und die Offenheit den Hunden gegenüber und wünschen viele gemeinsame glückliche Jahre mit dem Lausbub Kisho.

Kisho mit seiner neuen Familie

 


 

RockyAls Rocky im Jahr 2007 zum zweiten Mal in die Vermittlung kam, war es bitter, denn eigentlich dachte man, diesen in den ersten vier Jahren seines Lebens recht erziehungs- und führungslos aufgewachsenen Rüden in kompetenten Händen. Doch wie so oft hatten sich im Alltag mit der Zeit kleine Nachlässigkeiten eingeschlichen, die Rocky seinem Weltbild entsprechend auslegte und mehr und mehr die Rolle desjenigen übernahm, der im Familienrudel für Struktur und Ordnung sorgte. Wie die meisten Vierbeiner konnte er dieser Rolle nicht gerecht werden, unangenehme Zwischenfälle mehrten sich und bei den ersten Familienmitgliedern schlich sich eine leise Angst ein, was die Situation noch schwieriger machte und Rocky schließlich in die Auffangstation zurück führte.

Einen weiten Weg ist Rocky seither gegangen, um nun in einer neuen Familie nochmals eine Chance zu bekommen. Und diese hat es sich mit einer Entscheidung nicht leicht gemacht. Zuerst ist man nur zu einem Infogespräch gekommen, dann wurden die Besuche fortgeführt, man ist mit verschiedenen Hunden Gassi gegangen – zuverlässig und konsequent – stets bereit, alles Neue und vor allem das Erlernte in die Tat umzusetzen.

RockySolche Menschen, die es sich selbst nicht leicht machen, jedoch das gesteckte Ziel erreichen möchten, hat man gerne als Interessenten. Und die Entscheidung für Rocky ist gewachsen, trotz seiner Verhaltensweisen. Und um mit diesen besser umgehen zu können, hat man kurzerhand den Rat befolgt und sich für einen Workshop in der Hundeschule Kern angemeldet. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und „learning bei doing“ ist immer noch der beste Weg. Und zu weit, nein, da ist der Weg nach Emmendingen nicht, wenn man kompetente Hilfe erwarten kann, um auch noch den „Auserkorenen“ in eine neue Bahn zu lenken. Ein bisschen hat es gedauert bis zur festen Übernahme, da waren die Wochenendurlaube für Rocky von der Station eine mehr als große Hilfe. So ist er nicht ins Ungewisse umgezogen, sondern hatte einen tollen Weg von seinen neuen Menschen bereitet bekommen. Und wenn diese weiterhin so verantwortungsbewusst mit dem an und für sich tollen Rüden umgehen, dann dürfte nichts mehr schief laufen.

Wir wünschen Menschen und Hund eine recht lange und schöne Freundschaft und bedanken uns für die hartnäckige Bemühung, den richtigen Kameraden an die Seite zu bekommen. Wir drücken die Daumen !

Rocky
 


 

Eigentlich war es ein trauriger Anlass, aus dem heraus Bjelka ein neues Zuhause fand. Die geliebte Huskyhündin ihrer neuen Familie war Anfang März gestorben und der Abschied sollte nun endlich an die Nothilfe für Polarhunde e.V., von der diese 2003 übernommen worden war, gemeldet werden.

Dabei konnte man nicht umhin, auch einen Blick auf die zur Vermittlung anstehenden Hunde zu werfen. Infiziert vom Huskyvirus wurde der Wunsch, einem anderen vierbeinigen Gefährten eine zweite Chance zu bieten, immer größer. Und letztendlich lief es darauf hinaus, dass ein Besuch in der Auffangstation in Horb vereinbart wurde.

Dort wartete eine Schar munterer Vermittlungskandidaten. Nur die scheue Bjelka versteckte sich, noch bevor man sie richtig zu Gesicht bekam. Die geduldigen Versuche, über Leckerlis einen Kontakt aufzubauen, waren schließlich doch erfolgreich. Und nach einem ersten gemeinsamen Spaziergang war die Entscheidung gefallen. 300 km später zog sie in ihr neues Zuhause ein.
Meggie
Dort hat sie sich ihre Rückzugsplätze gleich gesucht – hinter dem Sofa unter der Gardine oder unter dem Schreibtisch scheint es besonders sicher zu sein. Wenn da nur nicht die große Huskyneugierde wäre, die sie bewegt, doch immer wieder mal hervorzuschauen oder verstohlen an ihrem „neuen Rudel“ vorbei zu streichen, vorsichtig Kontakt aufzunehmen aber immer den Rückzugsweg im Auge zu behalten. Noch sehr schüchtern und ängstlich versucht sie ihr neues Umfeld und das Leben außerhalb eines Verschlages zu entdecken, so merkwürdige Dinge wie Autos zu akzeptieren und auch einmal mutig einen freien Platz zu überqueren, auf dem es keine schützende Deckung gibt. Und an ihren neuen Namen „Meggie“ soll sie sich ganz nebenbei auch noch gewöhnen.

Ihre neue Familie hat sie schon sehr ins Herz geschlossen und versucht ihr die Kontaktaufnahme mit Leckereien zu „versüßen“, sie an die schönen Seiten von Streicheleinheiten heran zu führen und ihr trotzdem die Zeit und Ruhe zu lassen, um ihre neue Welt zu erkunden und daran hoffentlich auch bald Freude zu finden.


 


 

Jakko oder wer sagte hier was von "ausziehen"?

JakkoNein, davon wollte er eigentlich nichts hören, der Jakko, denn ihm gefiel es in seinem Rudel samt zugehöriger Familie ausgesprochen gut. Ganz in Richtung Pubertät steuernd wollte er natürlich nur die Vorteile dieser Beziehung haben, beste Versorgung, jede Menge Spaß mit den Kumpels - dass Beziehung ein "Geben und Nehmen " ist und es von Hund nett wäre, sich ab und an unterwegs des einen oder anderen eigentlich geläufigen Kommandos zu besinnen und sich nicht mit den eben erwachenden "Bärenkräften" sinnlos in die Leine zu stürzen war Jakko absolut nicht eingängig. Und so waren Spaziergänge mit ihm meist ein Kräftemessen, denn zierlich ist der Bube wahrlich nicht und wird auch noch weiter wachsen.

Sein Frauchen, das meist gehen muss mit den Hunden, hatte lange mit ihm und sich gerungen und den Jüngling der Gefahren wegen, die dieses körperliche Ungleichgewicht von Mensch und Hund beinhaltet, schließlich in die Vermittlung gegeben. Es fand sich auch rasch ein Interessent, durchaus huskyerfahren, doch Jakko benahm sich derart daneben, dass eine Eingliederung dort scheiterte, vor allem daran, dass er sich der vorhandenen Hündin gegenüber als Gigolo in Hochpotenz erwies, ihr sabbernd und triefend keine ruhige Minute gönnte. Merkwürdigerweise wurde das auch nicht mit den Tagen besser, sondern nur noch schlimmer - manchmal könnte man meinen, Hunde können doch "wenn-dann"-Strukturen durchdenken.
Jakko
Und weil er in seiner Ursprungsfamilie ein großes Loch hinterlassen hatte und ständig die Frage über allem schwebte "Hatte man das Richtige getan?", wurde Jakkos Scheitern fast mit Erleichterung vernommen - ja gerne wollte man ihn wiederhaben, man würde sich dann aber auf jeden Fall durchbeissen bis hin zum souveränen Rüden.

Wieder im Zuhause angekommen, nahm Jakko seinen alten Platz ein, ein Jungspund noch vor der Pubertät und ohne jede Ambition, in Hündinnen mehr als potentielle Spielpartner zu sehen.
Und so wünschen wir der Familie samt Jakko ein gutes Gelingen und möglichst wenig Schatten auf langen, glücklichen Jahren miteinander.