Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im September 2008 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Kora mit einem Teil ihres neuen RudelsKora stammte aus einer Familie mit mehreren Kindern und obwohl man sich mit Hilfe eines kompetenten Hundetrainers dahinter geklemmt hatte, dass dies einmal eine gut sozialisierte, überall gern gesehene Hundedame würde, war irgendwas aus dem Ruder gelaufen. Denn im Prinzip machte Kora was sie wollte und wenn sie das nicht bekam, wurde lautstark herumgemault wie das Kleinkind im Einkaufswagen an der Kasse, dem die gewünschte Süßigkeit verwehrt wurde. In ihrem Frust zeigte Kora auch zunehmend Verhaltensweisen, bei denen keiner sagen konnte, wohin diese sich noch ausbilden würden – eine junge Hündin auf der Suche nach Grenzen und das hartnäckig. Dass man ihr diese nicht immer so schnell und präzise aufzeigen konnte in dieser Familiensituation, denn auch Kinder fordern zu Recht eine gewisse Aufmerksamkeit, war den Erwachsenen bald klar und schweren Herzens entschloss man sich, Kora abzugeben.

Kora ging damit erst einmal gar nicht einig, wie ein schwer pubertierender Teenager war sie auf Ablehnungskurs, wollte sich nicht einlassen, ja nicht mal wahrnehmen, was da um sie herum vorging – sie stellte sich einfach hin und schrie. Und zwar konsequent – zum einen, weil es die ihr vertrauteste Verhaltensweise war und zum anderen, weil sie damit in der Vergangenheit wohl einige Erfolge verbuchen konnte.

Was auch immer Kora an Reaktionen auf ihre Lautstärke gewöhnt war, es blieb aus, non-verbal nur mittels Körpersprache signalisierte man ihr, dass man dieses Verhalten nicht toleriere. Unterstützung kam dabei von dem älteren, erfahrenen Rüden, den man genau deswegen dazu „verdonnert“ hatte, sich der jungen DameKora anzunehmen. Und auch in den nächsten Tagen lernte Kora, dass laut werden zu nichts anderem führt als zu einem Abbruch aller geplanten Aktivitäten – nicht dass es ihr schwer gefallen wäre, das zu erkennen, nein, das hatte sie gleich raus, nur das mit dem Sich-Erinnern und der Umsetzung war ja soooo schwer.
Nach und nach wurde aus der kleinen lauten Egomanin das, was sich ihre frühere Familie gewünscht hatte: eine ausgeglichene und zufriedene Hündin, die mit ihren vierbeinigen Mitbewohnern auskommt und je nach Alter spielt und die sich an gegebene Strukturen halten kann, diese akzeptiert.

Kora lernt weiterhin schnell und will beschäftigt werden. Und damit ist sie bei ihren jetzigen Menschen, die just for fun Aktivitäten an Fahrrad und Schlitten unternehmen am richtigen Platz. Das vorhandene kleine Rudel hat ordentlich Teamgeist, etwas, das Kora sichtlich gut tut, man arbeitet nicht gegen etwas, sondern miteinander für etwas.

Das ganze Rudel

Ein Riesen-Danke an Koras neue Menschen, die weit gefahren sind, um das neue Rudelmitglied aufzunehmen.

 


 

Jacky (vorne) und AylaWie hieß es doch im Vermittlungstext des Rüden Jacky „Natürlich ist elf Jahre nicht das Alter für einen Hund, das Interessenten Schlange stehen lässt, aber Jacky würde ja schon ein einziger ernsthafter reichen.“ ?
Es dauerte wirklich eine Weile, aber schließlich meldete sich ein Ehepaar. In ihrem Haushalt lebte schon recht lange eine Hündin, die für sich alleine zunehmend ein wenig bequem wurde, im Zusammensein mit anderen Vierbeinern jedoch deutlich lebhafter wirkte. Aus diesen Beobachtungen war der Gedanke an einen zweiten Hund entstanden und die Wahl nach langem Überlegen auf Jacky gefallen.

Soweit so gut, aber nun wurde es knifflig, denn der Blick auf die Karte zeigte, dass rund 500 km zwischen Jacky und Hündin Ayla lagen, für einen Hund der von Autofahren so wenig hält wie Jacky eine immense Stecke. Doch Jackys Noch-Besitzerin wusste Rat, denn sie wusste aus Erfahrung, dass Nachtfahrten relativ entspannend verlaufen. Sie selber würde sich mit Jacky auf den Weg zum Rendevouz mit Ayla machen und sollte es nicht harmonieren mit den beiden Vierbeinern, Jacky auch wieder mit nach Hause nehmen. Denn man wollte ihn nicht loswerden, sondern glücklich sehen und in guten Händen wissen.

Gesagt getan, noch in dunkler Nacht fuhr also das Auto los in Richtung Norden, wie erwartet verschlief Jacky die Fahrt, einzig kurz vor der Ankunft am Morgen kämpfte er kurz und erfolglos einmal gegen seine Übelkeit.Ayla und Jacky

Die Zusammenführung mit Hündin Ayla verlief unspektakulär, zwei ältere Hunde, die sich souverän miteinander bekannt machten. Auch im häuslichen Bereich zeigten sich beide ausgeglichen, schnell fand sogar Jacky ein Plätzchen zum Ausruhen – seinem Bleiben stand also nichts im Wege und ohne ihn fuhr das Auto retour in Richtung Süden.

Ganz so harmonisch ging es allerdings nicht weiter, denn Jacky fiel es dann auf, dass Ayla ja ein Mädel ist und er wurde ganz schön penetrant, was Ayla bald gehörig nervte. Als sie ihm die Meinung geigte, reagierte er beleidigt und goschte zurück – keine wirklich große Auseinandersetzung, aber zwei ältere Hunde mit ihren jeweils eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten.

Jetzt waren die zugehörigen Menschen gefragt, die beiden ein wenig anzuleiten und gewisse grundsätzliche Dinge vorzugeben, mangels eigener Erfahrungswerte ließ man sich raten und setzte anschließend um – erfolgreich, denn mit jedem Tag werden die Situationen, in denen es zwischen Ayla und Jacky Unstimmigkeiten gibt, weniger. Jeder der beiden Hunde für sich hat eine gefestigte Persönlichkeit, die es gegenseitig zu respektieren gilt. Und natürlich sollen so viele wie möglich der kleinen „Individualitäten“ in den Alltag der etwas größer gewordenen Familie integriert werden – eine Aufgabe, die die neuen Menschen an- und übernommen haben.

Vermittlungen wie diese würden wir uns für öfter wünschen, gerade für die alten Hunde. Denn hier wurde und wird von allen Beteiligten mit großer Sensibilität darauf eingegangen, dass die Älteren zwar noch über die Flexibilität und Aufgeschlossenheit verfügen, um mit neuen Situationen umzugehen, aber ihr ganz eigenes, individuelles Tempo dabei haben.

Jacky und Ayla

Und für dieses „Fingerspitzengefühl“ bedanken wir uns hier herzlich bei allen Involvierten.


 

Ehemals als Dijego von aktion tier - menschen für tiere e.V. teneriffa uns ans Herz gelegt, konnten wir den kleinen Rüden zu uns nach Deutschland kommen lassen.
Ein Pflegeplatz war ihm sicher, dass er die Richtung geändert hat, um irgendwo fest einzuziehen, das war so nicht geplant. Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei Steffi - so blieb dem kleinen Hundemann ein neuerliches Umgewöhnen erspart.



Chico"Meine neuen Menschen sagen immer, ich mache sie sprachlos - also muss ich wohl selber schreiben, warum ich das Glücksfell des Jahres bin.

Hineingeboren in ein spanisches Tierheim bin ich mit vier Monaten dem Ruf nach Norden gefolgt und bin per Lufttaxi nach Deutschland umgezogen.
Teneriffa war ganz schön anders als dieses München, in dem ich da die erste Nacht verbracht habe! Aber da sollte ich ja auch nicht bleiben, sondern am nächsten Tag zu einem Pflegeplatz (was auch immer das ist, aber Pflege klang erst einmal gut!) nach Baden-Württemberg umziehen.

Der nächste Tag hat aber erst einmal in einem Büro angefangen, weil meine Taxifahrerin da vormittags noch was erledigen musste. (Menschen müssen immer irgendwas erledigen. Verstehe das wer kann.) Ich hab also geduldig gewartet und dabei toll ausgesehen: alle Menschen lagen mit buchstäblich zu Füßen, haben mein flauschiges Fell gekrault und geseufzt wie schön es doch wäre, wenn ich bei ihnen einziehen würde. Mitgenommen hat mich aber keiner, also hab ich weiter gewartet.

Endlich war's soweit, meine Fahrerin hat Anstalten gemacht, mit mir das Büro zu verlassen. Da hat das Telefon noch mal geläutet und nach kurzem Zögern ist die Frau doch tatsächlich noch mal ans Telefon gegangen. Irgendwie arbeitet sie in diesem Büro als Datenbankfriseurin und der Mensch, der da anrief, hatte ein Problem mit dieser Datenbank. (Menschen sammeln ALLES. Auch Daten. Wisst ihr warum?)

Chico

Und da erzählt sie doch glatt von mir! Alles hat sie ausgeplaudert, alles!
Mein Alter, wie hübsch ich bin, welch einmaligen Charakter ich habe, wie unkompliziert ich bin. Offenbar hatten diese beiden Menschen sich schon öfters über Hunde unterhalten und nachdem ich in so leuchtenden Farben vorgestellt wurde, hat sich mein Fahrtziel plötzlich geändert. Statt eines Pflegeplatzes sollte ich jetzt vielleicht gleich eigene Menschen in Bayern bekommen, Menschen nur für mich! Ich war ganz schön aufgeregt, und nach kurzer Zeit, viel kürzer als mit dem Luft-Taxi, war ich dort, wo ich jetzt nie wieder weg will!
Chicos Garten
Ich bewohne ein wunderschönes Haus mit einem riesigen wilden Garten. Es gibt da noch Momo, die Katze, die ich wahnsinnig gerne mal probieren würde, darf ich aber nicht. Es gibt Eichhörnchen, die auf dem riesigen Walnussbaum Nüsse sammeln und denen ich sehr gerne behilflich wäre (sie bräuchten dann auch nicht weiter Vorräte anlegen!), die sich aber partout nicht helfen lassen wollen. Und es gibt Schafe, seltene Steinschafe, von denen es in Bayern nur noch rund 200 gibt, wovon in diesem Garten zwölf leben. Nachdem die sowieso
schon so wenig sind, lass ich die in Ruhe, auch wenn sie manchmal wirklich lecker riechen!

Und das Wichtigste: ich hab hier drei wunderbare Menschen, die ich täglich neu und immer wieder zu begeistern weiß, die mit mir tolle Spaziergänge und Wanderungen machen, die wissen, wie man einen Hund richtig krault, denen man nicht erklären muss, wie man eine Dose öffnet und die meine Freundlichkeit, meinen feinen Charakter und nicht zuletzt meine Schönheit täglich aufs Neue bewundern.

Chico

Ich hab mir überlegt: hier bleib ich jetzt - und zwar für immer.
Hasta luego! Euer Chico"
 


 

Monja siedelt um nach Bayern

Schon längere Zeit warteten die neuen Menschen von Monja, dass sie vermittlungsfähig ist. Nachdem Nelson aus der Geschäftsstelle ausgezogen war, nahm daher Monja seinen Platz ein. Ein kleines bisschen vorbereitet worden war sie in der Station und das machte ihr den Einzug in den häuslichen Bereich doch einfacher.
Monja
Am schwierigsten schien für sie anfangs das Autofahren, da speichelte sie und spuckte schon mal, was sich aber von Tag zu Tag mehr verloren hat. Das ständige Training „Autofahren“ wurde zur Routine und Monja lief schon bald ohne Stress zum Auto und stieg selbständig ein, man musste ihr keine Hilfe mehr geben.

Die täglichen Spaziergänge in immer neuen Gebieten waren anfänglich schon ein wenig mit Reizüberflutung verbunden, doch die Gelassenheit der vierbeinigen Freunde wirkte ausgleichend auf Monja und so gestalteten sich die Ausflüge immer mehr wie etwas alltägliches. Monja nahm also den Tagesablauf und das damit verbundene Training gut an und stabilisierte sich jeden Tag mehr. Geschirrchen anziehen – Leine anknipsen, Treppen laufen – alles schien so, als gehöre es schon lange zu ihrem Leben.

Dann kam der Tag, an dem ihre neuen Menschen sie abholen wollten. Unsicher blieb sie auf Distanz und beobachtete doch aus der sicheren Entfernung, was sich abspielte. Ein gemeinsamer Spaziergang zeigte, dass sie auch gut bei ihrem neuen Herrchen an der Leine ging. Als der Abschied kam, stieg sie auch FAST alleine in das ihr noch fremde Auto und nahm ihren Platz ein.Monja

Die erste Rückmeldung war mehr als positiv. Das Kennenlernen mit der bereits vorhandenen Hündin Boni war ohne Komplikationen verlaufen, ja, man war sich sogar sympathisch. Die Nacht verlief ruhig und auch der erste gemeinsame Spaziergang am nächsten Tag verlief positiv.

 

Wir können nur hoffen und wünschen uns, dass Monja schnell Fuß fasst und ihren neuen Menschen genauso viel Freude macht wie in der Pflegestelle. Und wir sind fest davon überzeugt: der weite Weg hat sich gelohnt.

 

 

 

 


 

Samurai wurde vom Tierschutzverein Elmshorn e.V. in einen guten und kompetenten Platz vermittelt.
Samurai
 


 

"Herzensbrecher" Hardy hat seinen Platz gefunden
Hardy

Hardy mit seiner StammgassigeherinNicht nur ein bildhübscher Rüde, sondern auch ein Charmeur, wie er im Buche steht, das war unser Hardy. Verwöhnen ließ er sich von allen Seiten, er bot sich geradezu an. Unsere Gassigeherin Bärbel war ihm, nach dem Abschied von Anori, auch sehr zugeneigt. Er hat es einem sehr einfach gemacht, ihn zu mögen.

Ein bisschen war er der Star in der Station und trotz seines "Fundhund-Daseins" auch ein richtiger Anfängerhund.

So hat es sich dann schnell entschieden, dass er seinen Platz an der Seite seines neuen Herrchens fand, denn die beiden passen wirklich gut zueinander.

Nach dem gegenseitigen Beschnuppern, Kennen lernen und einem langen und ausgedehnten Spaziergang da war es entschieden, dass Hardy mitfahren durfte. Und wir sind der Meinung, dass es so passt, wie es besser nicht passen könnte. Nun ist er in der Nähe vom Chiemsee eingezogen und freut sich, gemeinsam mit seinem Herrchen die neue Umgebung zu erkunden, gemeinsame Radtouren zu machen und endlich wieder eine feste Mensch-Tier-Beziehung eingehen zu können.
Hardy mit seinem neuen HerrchenHardy


 

Tom, der alte Malamute-Rüde mit dem großen Bedürfnis nach mehr Ruhe als in einer Familie mit (lebhaften) Kindern, konnte von seiner Tierärztin auf ein beschauliches Senioren-Platzerl vermittelt werden.

Tom