Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im August 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Nuka – die letzte scheue Hündin aus dem Eurasier-Rudel vom Febr. 2008

Nuka

hat ein neues Zuhause gefunden. Ja, was wäre ein Leben ohne Hund? Einsam! Es fehlen die treuen Augen, das Begrüßen, verbunden mit der unbändigen Freude, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Tausend Kleinigkeiten, die nur ein vierbeiniger Kamerad geben kann. Das alles waren Gründe dafür, dass man sich auf die Suche nach einem neuen vierbeinigen Lebensgefährten gemacht hat.
Und wieder war es ein kleiner Hundemann, der sein Leben lassen musste, um Nuka ein neues und wunderschönes Zuhause zu geben.

„Hallo Balu,
ich kenne dich nicht und weiß nur, dass du vor ein paar Wochen über die Regenbogenbrücke gegangen bist, du warst hier auf Erden ein Wolfsspitz-Rüde und die große Liebe deiner Menschen. Deshalb waren sie wahnsinnig traurig darüber, da sie nur 4 Jahre mit dir leben durften. Und sie fragten sich, ob sie nochmals ihr Herz für einen neuen vierbeinigen Freund öffnen können. Auf der Suche, und das mit gemischten Gefühlen, sind sie auf mich, Nuka (bei den Inuit heißt Nuk(k)a „kleine Schwester“), gestoßen. Zwischen meinen Pflegeeltern und meiner neuen Familie entstand ein reger E-Mail-Kontakt der mir dann auch den Weg ebnete. So viele positiven Dinge, die von Hessen in den Schwarzwald durch den Äther flogen, da gab es kaum noch eine Frage, ob es passt. Je mehr E-mails ausgetauscht wurden, umso sympathischer sind meine neuen Leute angekommen. Ein Besuch hat das dann auch bestätigt und beide Seiten waren sich einig „es sind die richtigen Menschen, es ist für mich der richtige Platz“……dann fuhren tags drauf meine Pflegeeltern mit mir auch gleich nach Hessen, vorbereitet war für mich schon alles. Ich glaube, sie sind auch meinem Charme erlegen.Nuka im neuen Zuhause
Meine Pflegeeltern haben mich insgesamt 8 Stunden im neuen Zuhause begleitet – alles durchgesprochen, durchexerziert und mich verbal und mit Anleitungen so abgesichert, dass eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Nach 4 Monaten in der Pflegestelle war ich so aufgebaut und stabilisiert, dass ich als lebensfrohe und liebenswerte Hündin den Umzug sicher überstehe.
Das habe ich auch- fühle mich hier wahnsinnig wohl und bin „angekommen“. Meine Pflegemenschen haben mir mit auf den Weg gegeben, dass meine neuen Menschen sehr emotional und einfühlsam sind und besonders mein Frauchen als (besondere) Tierpflegerin auch schon mit etwas „wilderen“ Geschöpfen gut umgehen kann. Und was ganz wichtig ist: sie haben keinerlei Erwartungshaltung, freuen sich über jede kleine, neue Regung, jeden Fortschritt, den ich zeige und geben mir alle Zeit der Welt, um bald NOCH offener zu werden. Und ich bin auf dem besten Weg dazu.
Die Rute trage ich schon wieder öfters nach oben, fressen kann ich auch in Gesellschaft der Menschen und „er“schnüffle die neue Heimat, als wenn es nie was anderes für mich gegeben hätte.
Dass du mir nun auch noch einen Platz im Herzen meiner neuen Menschen freigegeben hast, dafür danke ich dir Balu – denn es war nach einer Schilderung über deine liebenswerten Art nicht leicht, einen solchen Platz zu erobern. Du bist einfach ein bisschen zur Seite gerückt und hast mich einziehen lassen – vergessen bist du noch lange nicht, du darfst in mir weiterleben. Und das macht es mir viel leichter.
Es ist schön, dass es dich gegeben hat und dadurch ein neues und interessantes Leben auf mich zukommt – es ist schön, dass es meine neuen Menschen gibt.“
– Nuka -Nuka unterwegs

Es war nicht einfach, die letzte Eurasierin zu begleiten, die sich in der Station dem Menschen gegenüber nicht geöffnet und sich nur an ihre Kumpels im Rudel gehalten hat. Einige Wochen Aufenthalt in einer Pflegestelle (DANKE Diana und Andy), dann der Umzug in den Schwarzwald zur weiteren Resozialisierung gaben ihr jedoch schnell die Möglichkeit, sich neu zu orientieren. Sie wurde mit wenig Sicherheitsbereichen, jedoch viel Abwechslung und Training gehändelt und wir konnten Nuka am 23.08.2009, in üblicher Begleitung der kleinen Therapiehunde, guten Gewissens ins neue Zuhause bringen. Nun hat sie Menschen, die alle Empfehlungen nicht nur angenommen haben, sondern auch umsetzen. Das hat es uns leichter gemacht, auch innerlich diesen für uns absolut tollen und hoch intelligenten Hund loszulassen.
Da, wo wir aufgehört haben, wird mit dem Aufbau-Training vorsichtig weitergemacht und das mit vollem Einsatz und Erfolg. Die Rückmeldungen sind positiv, jedoch ohne zu viel Euphorie – es wird trotzdem noch ein weiter Weg sein.
Nuka trägt bereits die Rute wieder oben, frisst im Beisein ihrer Menschen und auch das Laufen im neuen Gebiet scheint ihr nicht viel auszumachen.
Es wäre wirklich schade gewesen, wenn man diese einmalige Chance nicht genutzt hätte, obwohl keine Erfahrung mit scheuen Hunden vorhanden war, dafür hat Nuka nun Menschen, die mit viel Liebe und Geduld an die Sache herangehen. Ein ganz herzliches DANKESCHÖN.

Nuka


 

Mit der Abgabe in den Tierschutz geht jeder Hund auf seine Weise um und glücklicherweise reagieren nur wenige so extrem wie Maya, eine bald dreijährige Husky-Hündin, sonst könnte man in der Station die Gehege- und Gruppenhaltung nämlich vergessen und müsste Hochsicherheits-Einzelzwinger bauen.Maya

Obwohl mit einem Rüden zusammenlebend und gemeinsam mit diesem wegen Zeitmangels abgegeben, ging bei Maya in der Station in Sachen Zusammenleben mit einem anderen Vierbeiner gar nichts mehr. Dennoch konnte ihr, die schließlich dauerhaft alleine über ein Gehege herrschte und jedem Hund von drüben schon die Annäherung an den Zaun verwehren wollte, keiner wirklich böse sein. Dazu war sie einfach zu charmant, zu liebenswert im Umgang mit den Menschen und mit der von ihr entwickelten und geradezu perfektionierten Technik, sich an den Zweibeinern hochzuziehen und wie ein Zwerghund schließlich auf dem Arm zu hocken, landete sie bei den meisten auch gleich direkt in den Herzen.

Ähnlich eingeschlagen scheint sie bei ihrer heutigen Besitzerin zu haben, denn als diese Maya im Internet entdeckte und nach kurzer Anfrage feststellte, dass das Mädel noch zu haben war, betrieb sie mit äußerster Zielstrebigkeit die von ihr angestrebte Vermittlung von Maya. Sicher mit dazu beigetragen hat auch der Umstand, dass sie noch ein paar Tage zu Hause sein würde und sich ganz dem Neuzugang widmen könnte.

Oft ist man als Vermittler ja ein bisschen skeptisch, wenn Interessenten noch recht jung sind und wird mitunter mehr als nur ein bisschen positiv überrascht, vor allem, wenn wie hier die ganze restliche Familie mitzieht. Einige mails und Gespräche förderten Huskyerfahrung, ein als älterer Rüde aufgenommener war in der Familie vor einiger Zeit verstorben, und das für die Hundehaltung nötige Verantwortungsbewusstsein zu Tage, denn schon um diesen Husky hatte sich die junge Interessentin eigenverantwortlich gekümmert. Recht schnell trennten also lediglich noch die im Tierschutz übliche Vorkontrolle und 400 km Entfernung, für die Auto und Fahrer gefunden werden mussten, die Interessentin von Maya.

Maya und das neue FrauchenWo ein Wille, da ein Weg, ja sogar mitten in der Hochsaison Pensionszimmer in Stationsnähe und so lernten sich Maya und ihre potentielle neue Besitzerin nur wenige Tage nach der Anfrage in der Station kennen. Wo Wirbelsturm auf Wirbelsturm trifft, herrscht oft eine ungeheure Harmonie, kaum gesehen, brach schon regelrechter „Schmuse-Alarm“ aus, die beiden hatten sich offensichtlich gesucht und gefunden. Den mitgekommenen Vater und die Schwester schienen die zwei für eine Weile fast ein wenig zu vergessen, aber dann brach man gemeinsam zu einer ausgiebigen Gassi-Runde auf. Nach der stand noch viel fester fest, dass Maya die Richtige war und während diese sich in der Station eine Erholungspause gönnte, wurde flugs eine Schleppleine im nahen Fachgeschäft erworben und der Pensionsinhaber davon überzeugt, dass er auch Maya für eine Nacht beherbergen wollte.

Schließlich wieder zurück an die Station, wo gleich die neue und noch ungewohnte Schleppleine ausprobiert wurde, was Maya umgehend zu einer weiteren Kostprobe ihres Temperamentes veranlasste. Was das neue Frauchen ins Wanken, aber nicht zu Fall brachte und sie dazu bewegte, Maya, die sich zwischenzeitlich schon voller Erwartung ins Familienauto gesetzt hatte, wieder herauszubeordern und mit ihr zur Pension zu laufen, ganz nach dem Motto „der brävste Husky ist der müde“.

Alle miteinander sind am nächsten Tag gut zu Hause angekommen und wie manch anderer Vermittlungshund, über dessen Schwächen man lang und intensiv mit den Interessenten gesprochen hat, verwandelte sich auch Maya mit dem Auszug aus der Station auf wundersame Weise:

„Maya hat sich total verändert, seit sie bei uns ist.Maya hat ihr Glück gefunden
Sie beißt definitiv KEINE Hunde und sie spielt mit ihnen oder hat Angst.
Wenn sie mit Hunden spielt, endet das meist im totalen Chaos, weil ich hab sie ja an der Leine und sie wird dann immer ganz wild und dann verheddert sich alles und alles mit allem. Der Hund und der andere Hundebesitzer, alles total eingeschnürt…

Wenn Maya einen Hund nicht mag, ignoriert sie den oder wenn ihr ein Hund zu stark vorkommt, unterwirft sie sich. Vorhin sind wir an einer Hundeschule vorbeigekommen und da waren hinterm Zaun ca. 10 Hunde, die auf sie eingebellt haben, da hat Maya sich unterworfen und ich musste sie wegtragen, weil sie kein Meter mehr vorwärts wollte. Sie hatte so Angst.

Sonst geht alles gut, wir gehen täglich schwimmen im Bach und spielen Ball und machen ausgedehnte Spaziergänge. Wenn wir eine 2stunden Wanderung machen, ist sie müde und schläft erstmal oder legt sich beim Spaziergang, wenn wir fast zu hause sind, vor irgendwelche Haustüren oder Zäune wo Hunde sind, die sie mag………
Sie müssten sie mal sehen, Sie würden staunen.“

Wir staunen schon beim Lesen, denn das übertrifft natürlich alle Hoffnungen und wir freuen uns, dass Maya nun ihr kleines Glück (und ihre Verträglichkeit wieder-) gefunden hat. Ihr und ihrer Besitzerin sowie der ganzen restlichen Familie wünschen wir eine lange gemeinsame und immer so fröhlich verlaufende Zeit wie bisher.

 


 

Juri – ein weiter Weg ins Glück - von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg……

Juri stammt aus dem großen Rudel Eurasier, das Anfang des Jahres 2008 in den Tierschutz drängte und wartete im Tierheim Elmshorn auf seine Chance.

Über das Internet war eine Hundebesitzerin aus Baden-Württemberg auf Juri gestoßen und trotz der entmutigenden Aussagen über das Verhalten dieses scheuen Eurasier-Rüden, der zwar im Tierheim-Rudel mitlief, sich aber nicht berühren ließ, war das Interesse an Juri sehr groß.

Juris Interessentin setzte sich auch mit der NfP in Verbindung, denn viele Fragen waren noch offen, die wohl wichtigste war: Kann man solch einen scheuen Hund an Halsband, Leine und vor allem an ein normales Zuhause gewöhnen? Ja, man kann. Wichtig ist es jedoch, dass die Chemie zwischen Hund und neuem Besitzer stimmt, um überhaupt einen Zugang zu bekommen. Hier spielen die innere Einstellung und der Wille, diese Hunde entsprechend zu begleiten, eine große Rolle.

Die Voraussetzungen und vor allem die Einstellung keiner entsprechenden Erwartungshaltung waren vorhanden. Wir sahen dies auch so, sprachen Mut zu und waren guter Dinge, dass dieser Platz für Juri eine absolut tolle Chance wäre, der bisherige Kontakt sprach eindeutig dafür. Für den Fall einer Übernahme boten wir jede Art von Hilfestellung an.

Juri

JuriNach einigen Telefonaten mit dem Tierheim und dem Nordlicht für Notfelle, sowie einem guten Bauchgefühl, machte man sich auf den Weg gen Norden. Alle notwendigen Vorbereitungen waren getroffen, denn wenn Hund erst einmal im Gepäck ist, dann müssen im häuslichen Bereich die Gegebenheiten stimmen. Mit auf den Weg genommen hatte man, dass man die Intelligenz und das Lernvermögen dieser Tiere nicht unterschätzen darf.

Ja und dann war es am 17.07.2009 soweit, da stand man diesem majestätischen Rüden gegenüber und das war es dann. Juri sollte mit, leider war er ungesichert. Während der Rückfahrt am 18.07. lief dennoch alles problemlos, Juri nahm unterwegs sogar das ihm angebotene Wasser entgegen und man kam heil im neuen Zuhause an.

Mit einer unendlichen Geduld und mit Unterstützung der beiden anderen Hunde wird nun versucht, Juris Vertrauen zu gewinnen. Vieles klappt auch schon wunderbar, doch ohne Halsband und Geschirr ist leider kein Weiterkommen.
Das extra für ihn hergerichtete vorläufige Domizil ist für Juri Ort der Sicherheit geworden und wahrscheinlich hat er kein Verlangen, diese Sicherheit zu verlassen. Damit die Sozialisierung von Juri nicht stagniert, werden derzeit alle Vorbereitungen getroffen, Juri an Halsband und Leine zu gewöhnen. Es wird bald der Tag kommen, an dem Juri, wenn er erst einmal die Vorzüge der „neuen Welt“ kennen gelernt hat, nach draußen gehen kann und langsam seine Unsicherheit verliert. Dann hat man gewonnen – Stress ablaufen undJuri Schnüffelerlebnisse sind gerade für diese Hunde ein MUSS.

Die Hand seiner neuen Besitzerin kennt Juri und hat sich auch schon Pfote und Schnauze vorsichtig streicheln lassen. Ja – man hatte das Gefühl, dass er es sogar genießt.
Und seine neue Besitzerin hat Juris Charakter genau erkannt und so schön beschrieben:

„Juri ist für mich ein sagenhafter, wunderbarer, ganz toller Hund. Und er ist alles aber überhaupt nicht aggressiv, dominant oder so.“

Man kann so viel erreichen, hat man diese mangelhaft sozialisierten Tiere erst einmal im häuslichen Bereich und sie können anfangen „zu leben“ und sie verhalten sich auch vollkommen anders, als man es ihnen bei einer Vermittlung mit auf den Weg gibt.

Da Juri im Februar 2008 von der NfP mit den restlichen 17 Eurasiern übernommen wurde, ist uns der weitere Lebensweg von ihm nicht egal und wir geben gerne Schützenhilfe.

Wir freuen und bedanken uns ganz herzlich für den Mut und „den Sprung ins kalte Wasser“.

 


 

Eins plus Eins gleich Zwei, dazu ein Interessent, Ergebnis Gehege leer – ja was ist denn da passiert?Toya in der Station

Aus einer ersten Vermittlung war Toya, eine noch junge Siberian Husky Hündin aus wenig guten früheren Haltungsbedingungen, in die Station zurückgekommen, vermutlich war die insgesamt noch leicht zu beunruhigende Hündin mit dem Leben in einer Familie mit Kindern doch überfordert gewesen. Als Partner, der Halt und Stabilität geben kann, stellte man ihr mit der Rückkehr Nanouk an die Seite, einen 2001 geborenen und bis auf Schuss- oder Gewittersituationen sehr ausgeglichenen Rüden. Dieser hatte seinen Tierschutzaufenthalt der Tatsache zu verdanken, dass es seinen Erstbesitzern mit mehreren Kindern nicht gelungen war, unbegleitete Ausflüge von Nanouk in die Nachbarschaft zuverlässig zu unterbinden.

Erstaunlicherweise, denn oft haftet den Hunden eine fehlgeschlagene Vermittlung an wie ein „Makel“, fand sich für Toya fast umgehend mit ihrer Rückkehr eine Interessentin aus der Schweiz. Deren einstiges Fünfer-Rudel hatte sich Anfang Juni mit dem Tod der 14jährigen Moira auf ein Dreier-Rudel reduziert, nachdem nur wenige Wochen vorher der Rüde Zeno vorausgegangen war. Dem Verlust der langjährigen Lebensgefährten folgt eine Phase intensiver Trauer, in die sich zunehmend auch der Gedanke mischte, dass man eigentlich ideale Voraussetzungen für ein Tier in Not hatte und es in gewisser Weise eigentlich mit dem Tierschützer und -liebhaber in sich nicht vereinbar war, vorhandenen Platz unbesetzt zu lassen.Toya und Nanouk beim Spaziergang

Doch da waren auch die 15jährige Zini, die mehr Pflege und mehr Aufmerksamkeit benötigt als in früheren Jahren, die dreibeinige Tripode, liebevoll Pödli genannt, die zwar noch keine Probleme mit ihrer Behinderung hat, sondern flink wie der Wind mit ihren drei Beinchen rennen kann, aber vermutlich mit den Jahren Schwierigkeiten bekommen kann sowie die zehnjährige Maika, noch topfit, aber eben doch schon älter und bald alt. Dazu noch das eigene menschlichen Faible für die Senioren und Hilfsbedürftigen, aber auch der Wunsch, einmal mit einem jüngeren, gesunden Hund wieder etwas sporteln zu können – hin- und hergerissen zwischen Gefühlen und Gedanken war der Blick auf Vermittlungsseiten mal hier mal dort kurz hängen geblieben, ein erster ernsthafter Versuch versandete, weil der Hund bereits vermittelt war und schließlich, ja schließlich ging Toya online auf der Webseite der Nothilfe und …..

Ende Juli reisten die Schweizer an, zwei- wie vierbeinige und nahmen nicht nur Toya, sondern auch ihren Gehegekumpel Nanouk mit zum Spaziergang – mit Folgen, denn mit dem gesamten Damen-Team harmonierte der gesundheitlich etwas angeschlagene Rüde (ihm war vor Jahren operativ in Folge einer Vergiftung ein Teil des Darmes entfernt worden, was eine dauerhaft leicht instabile Verdauung zur Folge hatte) bestens und schloss irgendwie eine Lücke. Das nun wieder rund gewordene Bild des Rudels war so stimmig, dass mit diesem Besuch feststand, nicht nur Toya wird bald Eidgenosse, sondern auch Nanouk.Toya und Nanouk reisen in die Schweiz

Am Wochenende drauf war es dann soweit, allerdings verschob man trotz Anfahrt am Samstag die Rückfahrt absichtlich auf den Sonntag, da in der neuen Heimat anlässlich des Nationalfeiertages mit Feuerwerk zu rechnen war – ein Ereignis, das man Nanouk zum Start im neuen Heim nicht zumuten wollte. Dem Abschiedsfoto am Sonntag war ein Spaziergang vorausgegangen und die betagte Zini hatte daraufhin das Einsteigen ins Auto und dortige Ausruhen dem Posieren vorgezogen. Die Heimreise trat Toya nach etwas Zögern und entsprechender Leckerlie-Überredung in der Flugbox an, Nanouk bezog die fest im Fahrzeug installierte Box und los ging’s …

Die zwei Neu-Schweizer entpuppten sich im neuen Zuhause dann als rechte Mogelpackungen, denn wie so oft, wenn man ausdrücklich und mehrfach auf kleine „Schwächen“ hinweist, wie auf Nanouks Durchfall, der ihn in der Station ganz schön plagte oder Toyas „ich lass mal vor Schreck unter mich-Pfützchen“ –nichts, aber auch rein gar nichts machte sich in der ersten Woche davon bemerkbar….

Und das, obwohl in der neuen Umgebung an sich für Toya schon genügend Tröpfel-Potential vorhanden wäre und auch die Schweizer so ein Feuerwerk dazu nutzen, noch ein wenig „nachzuknallen“ in den Folgetagen, was Nanouk zwar zunächst sehr beunruhigte, aber das neue Frauchen als Tellingten Touch Trainerin mit ein paar gezielten Touches rasch bestens in den Griff bekam.Toya und Nanouk im neuen Heim

Aber lesen Sie selber, was für Mogelware da in der Schweiz nun als „Küchen-Terroristen“ einen Neustart gewagt hat und schauen Sie sich vor allem die Bilder von Toya an – wie verwandelt, oder? Die Sicherheit der souveränen Hunde um sie herum scheint sich mehr als günstig auf sie auszuwirken, sie wirkt deutlich unbeschwerter und offener:

“Toya und Nanook haben die Fahrt in ihr neues Heim problemlos und locker überstanden.

Hier angekommen war erst mal ein "Rekognoszieren" ihrer neuen Bleibe angesagt. Offenbar wurde sie für gut befunden und jeder der beiden fand bald "seinen" Lieblingsplatz oder sein bevorzugtes Körbchen oder Hundebett. Nanook hat sofort die neu erworbene, sündhaft teure "Sabro-anatomientlastungs-für-Senioren-Hunde-Matte" in Beschlag genommen.

Nanouk auf seinem neuen Bett

ToyaEigentlich habe ich diese extra für die alterwürdige Zini anfertigen lassen, welche dies aber kalt ließ, sie also diese Matte kalten Arsches verschmähte und sich lieber auf die altbewährten Hundebetten legte. So hat diese Investition durch Nanook doch noch ihre Berechtigung bekommen.

Toya und Nanook haben die Chip-Registrierung beim Tierarzt mit Bravour bestanden, ohne Angst und ganz locker. Der Tierarzt hatte wieder seine Freude an den Tieren.

Nanook und Toya fügen sich in unser schon vorhandenes Rudel bestens ein. Jetzt sind's 5

Alle in der Küche

Toya in der SchweizBei Toya warte ich noch immer auf einen ängstlichen, schnell zu beunruhigenden, unsicheren Hund, der hin und wieder paar Tröpfchen verliert, in die hinterste Ecke flüchtet etc. p.p... hmmm .. womöglich habt ihr mich beschissen und ihr habt mir den falschen Hund eingepackt!!!

Auf jeden Fall ist diese Toya, die ich hier habe absolut nix vom oben Beschriebenem. Lieb, zutraulich, locker im Garten rumtrabend, manchmal auch vorwitzig und frech, eine kleine, kupferfarbene Powermaschine! Lässt sich problemlos anschirren, kämmen, knuddeln (immer mit Anstand und Respekt dem Hund gegenüber natürlich), lediglich die Vorderpfoten sind etwas empfindlich genauso wie bei allen Nordländern. Punktum, der langen Rede kurzer Sinn: eine Sibirskaja, wie sie im Buche steht! Und meiner verblichenen Moira nicht unähnlich.

Und bei Nanook erwartete ich zumindest die ersten paar Tage etwas Durchfall, auch da: nichts! Bilderbuchkot! Es ist eine Freude! Nanook ist auch ganz locker, draußen sind sie ein Hansdampfteam, wie man es sich wünscht und drinnen ganz ruhig.
Was in etwa hinkommt ist, dass Nanook bei Knallerei oder Gewitter zumindest meine Nähe sucht, sich aber nach ein paar ttouches schnell beruhigt und sich hinlegt, bis jetzt aber nicht diese gefürchtete Schreckpanik zeigt.“

Das neue Rudel

Das war also die kleine Geschichte von „eins plus eins, doch Rest keins“ und für Toya und speziell Nanouk freut uns diese ungeplante Wendung sehr. Dem jetzigen Fünfer-Rudel samt Frauchen wünschen wir eine hoffentlich noch lange gemeinsame Zeit und fänden es natürlich super, wenn die „Küchen-Terroristen“ ab und an mal ein mail für die „Lange-glücklich-Seite“ schicken (lassen) würden.

 


 

LadyFür die meisten Hunde beginnt mit der Abgabe im Tierschutz eine Zeit der Perspektivlosigkeit, die alten Besitzer können sich nicht mehr kümmern und neue Bezugspersonen sind meist nicht in Sicht – warten ist angesagt.

Manchmal aber werden Abgabehunde auch schon regelrecht erwartet wie im Fall des dreiköpfigen Restrudels aus einer Sportaufgabe wegen Krankheit. Darunter zwei Hündinnen mittleren Alters, im Vorfeld als unkomplizierte, fröhliche und lebenslustige Damen beschrieben, ideale Voraussetzungen also, um das Interesse eines um seine langjährige Gefährtin trauernden Rüden zu wecken und die Herzen seiner Menschen zu gewinnen.

Bereits mit ihrer Ankunft zeigten sich Lady und Yuka als mindestens der Beschreibung entsprechend und begeisterten mit jeder Stunde Anwesenheit mehr, einfach tolle Hunde, denen man anmerkte, dass sie ihr Leben lang gut behandelt wurden.

Schon am nächsten Wochenende reiste Anouk mit seinen Menschen an und schnell zeigte sich, dass die bereits im Vorfeld favorisierte siebenjährige Lady auch in Natura bestens zu den Dreien passte. Was manch anderen Interessenten vielleicht eher abgeschreckt hätte, die Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit von Lady, war genau das, was Anouks Menschen als langjährige Liebhaber der Rasse wie viele andere auch so faszinierend finden. Mit diesem ausgeprägten Willen scheint Lady schon geboren zu sein, denn sie entzog sich schon ganz jung dem Ansinnen, sie möge im Gespann mitarbeiten und lief als einzige von fast einem Dutzend Hunden frei neben dem Team her.Lady und Yuka

Eigentlich wäre mit dem Besuch schon alles klar gewesen, doch tierärztlicher Check und Gegenbesuch bei Anouk standen noch an, die Zweibeiner nahmen’s geduldig hin, sie hatten gefunden, was sie gesucht hatten und nun kam es auf einen Tag rum oder num nicht an.

Lady fand mit ihrem Umzug ein kleines Paradies für Huskys vor, Menschen mit viel Zeit, einem liebevoll gestalteten (und ausbruchssicher eingezäunten) Gelände mit Teich und regelrechten „Ausguckhügeln“, die zum Liegen und Beobachten der Umgebung einladen. Im Freien Hundehütten, die nicht nur mehr als großzügig, sondern auch komfortabel und geschützt sind, dazu ein permanent freier Zugang zum Haus- und Lebensbereich der Zweibeiner – Hund kann alles, muss aber (fast) nichts, sozusagen Lady und ihren Bedürfnissen auf den Leib geschneidert. Dazu natürlich Spaziergänge, Beschäftigung, Streicheleinheiten – alles inklusive, aber nicht aufgedrängt oder gar aufgezwungen.

 

Lady und Yuka

Wir freuen uns sehr für Lady, dass sie so rasch ein richtig tolles Zuhause beziehen durfte und hoffen, dass das nun mehr wieder vollständige Quartett eine recht lange und glückliche Zeit miteinander genießen kann.

 


 

Nakaj - Lieben bedeutet auch loslassen können

Nakaj

Naka versteht sich mit jedemDa sitzt ein hässlicher und ängstlicher Shiba-Rüde in einem Tierheim – so wurde Nakaj beschrieben. Natürlich haben wir ihn sofort übernommen und in eine private Pflegestelle gegeben. Entpuppt hat sich der hässliche und ängstliche Rüde jedoch als ein Sonnenschein. Nakaj zog ein und war fortan ein fröhlicher, liebenswerter, verschmuster kleiner Schlawiner. Nicht nur die Hündinnen in der Pflegestelle, auch der Gastrüde oder Besucherhunde hat er freundlich angenommen. Nakaj war einfach da und nicht mehr weg zu denken. Mit seinem Charme hat er kompromisslos alle Herzen erobert, hat sein Spielzeug gebracht, geschmust und gespielt, als wäre das Leben Freude pur.

Nakaj am Spielen

Herzlich willkommen NakajEr kann nichts Schlechtes bei seinen Vorbesitzern erlebt haben außer, dass sie ihn nicht mehr haben wollten und ins Tierheim abschoben. Verstehen können wir es heute noch nicht. Dieser unkomplizierte Hundemann war einfach nur perfekt und zwar so, wie man sich einen vierbeinigen Kameraden als Begleiter vorstellt. Umso schwerer wurde es, als die Zeit des Abschiednehmens kam. Die Vorkontrolle war gemacht, der Platz als super beschrieben, die vorhandene Hündin Baika, aus einer Zucht, etwas ängstlich, sollte einen stabilen Partner an die Seite bekommen. Den hat Baika nun – Nakaj ist nicht nur stabil, er ist auch souverän und kann super gut die ihm gesetzten Zeichen wahrnehmen und verhält sich entsprechend.

Der Tag des Umzugs kam – Nakaj wurde ins Auto verfrachtet und los ging die Fahrt. Ob es wohl die richtige Entscheidung war? Ja, sie war es. Wir sind mit zwei weinenden Augen abgefahren und mit einem weinenden und lachenden wieder nach Hause gekommen. Nakaj hat sich sofort bei den neuen Menschen wohl gefühlt, das Haus inspiziert, die große Terrasse vereinnahmt und seine fröhlichen Runden gedreht „fang mich – ich will mit dir spielen“……es war aber gut so, dass die bisherigen Freundinnen von Nakaj mit gefahren sind – umso einfacher gestaltet sich die Eingewöhnung. Noch schnell einen schönen Spaziergang gemacht, jeder in sein Auto, so dass der Abschied leichter fällt.Nakaj im neuen Heim

Und positiv ist die Rückmeldung. Sein neues Frauchen (aber auch das Herrchen) wurden sofort vereinnahmt, man schleimt sich ein, spielt und läuft super an der Leine die Runden mit. Bei so viel Liebe, die Nakaj nun auch wieder entgegen gebracht wird, da kann er schnell die Zeit davor vergessen – ein neues und ausgefülltes Leben hat für ihn begonnen.

Nakaj mit seinen neuen Menschen

Wir wünschen dir alles Glück der Welt – kleiner Hundemann – du hast uns so viel mit deiner Lebensfreude gegeben. Es war eine wunderbare Zeit mit dir, die wir nicht missen möchten.

 


 

VidoqVidoq war nicht der erste Elsässer, dessen Vermittler wir mit der Vorstellung auf der Nothilfe-Webseite bei den Bemühungen um einen Platz bei Rasse-Liebhabern unterstützten, aber wohl einer der „felligsten“, ein Langhaar-Malamute vom Feinsten. Dazu, soweit unter TH-Bedingungen einschätzbar, auch umgänglich und führig – nach Malamuten-Maßstäben versteht sich.

Dennoch musste der vierjährige Rüde fast fünf Monate darauf warten, das Tierheim wieder zu verlassen. Am ersten August-Wochenende fuhren Interessenten den weiten Weg von Österreich ins Elsass um Vidoq kennen zulernen. Schon auf dem Spaziergang zeigte sich, hier passten nicht nur die Voraussetzungen, sondern auch die Chemie und so machte sich Vidoq nach Erledigung der Formalitäten auf gen Österreich, wo er bester Stimmung und trotz langer Fahrt recht unternehmungslustig ankam. Das neue Zuhause wurde gründlich inspiziert und wohl für gut befunden, die Rückmeldungen der neuen Besitzer sind bislang durchweg positiv.