Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Dezember 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Porthos

PorthosDer etwa dreijährige Sky war über eine befreundete Tierschutzorganisation von der portugiesischen Insel Madeira zu uns in die Vermittlung gekommen, diese hatten ihn als Fundhund aufgenommen. Im Schwarzwald präsentierte er sich als mit Artgenossen verträglicher Rüde, der den Kontakt zu den Betreuern suchte, aber auch einige Schwachstellen zeigte.

Vergleichsweise rasch fand Sky Interessenten – und verblieb doch lange als „vorvermittelt“ gekennzeichnet auf der Webseite, ihn in ein geregeltes Leben zu integrieren erwies sich als anspruchsvolles Unterfangen.

Nein, er machte es seinen neuen Menschen nicht leicht, aber die reelle Chance, es zu schaffen und sich peu a peu einzugliedern, wollten sie ihm geben und auch nicht vorzeitig wieder nehmen. Mit der Geduld und Zuversicht, die auf der langjährigen Erfahrung mit Nordischen und dem Wissen um ihre Verhaltensweisen basiert, ging man die anfänglichen Schwierigkeiten an und arbeitete sich zielorientiert Stück um Stück voran.

Ein gutes Stück des Weges ist man zwischenzeitlich gekommen und dank der stimmigen Voraussetzungen sind wir guter Dinge, dass Sky (jetzt trägt er den Namen „Porthos“) weiterhin jede Unterstützung erhält, um mit seinen neuen vierbeinigen Kumpeln auf eine Ebene zu kommen.Porthos

 

 

 

 

Wir freuen uns, dass dieser anfangs ungestüme und wilde Hundemann mit seinem unbekannten Vorleben und seinen dort gemachten Erfahrungen so liebevoll im „hoheitlichen Zuhause“ aufgenommen wurde und alles dafür getan wird, dass Sky mit dem neuen Leben zu Recht kommt. Und wir bedanken uns für die nicht gescheute Mühe sowie die Zeit und die Energie, die für die Eingliederung dieses Findlings aufgewandt wurde.

 

 

 

 

 

 

 


 

Es ist schon einige Wochen her, da erhielt man die Nachricht, dass ein älterer Husky-Rüde dringend untergebracht werden müsse, im bisherigen Zuhause könne er nicht länger bleiben, weil er durchgehend heule im Gehege.

Das klang nun ziemlich abstrus und wenig nachvollziehbar, dass sich dahinter eigentlich das Bestreben verbarg, das vermeintlich „Richtige“ zu tun, begann man erst zu ahnen, als man mit der Besitzerin sprach. Eine Ahnung, die sich auch beim persönlichen Besuch vor Ort bestätigte, wo man auf eine Familie traf, die sich mitnichten der Verantwortung einer früher getroffenen und aus heutiger Sicht falschen Entscheidung entledigen wollte, sondern alles daran setzte, für den Rüden Vanjack das Beste zu tun.

Mehr als ein Jahrzehnt war es her, dass die Familie einen Hund anschaffen wollte, irgendwie kam man in Kontakt mit einer Zuchtstätte und hatte – ohne dass man über die Rasse irgendwie besonders aufgeklärt worden war – bald Vanjack und eine Gefährtin im Haus. Doch das Zusammenleben gestaltete sich anders als gedacht und so holte man sich erneut Rat – dort, wo man meinte, fachkundigen zu erhalten.

Heraus kam dabei, dass ein Husky ein Hund zum Draußenleben sei und eben sportlich gefördert werden müsse. Die Familie baute also ein Gehege und Vanjack siedelte samt Gefährtin dorthin über. Die folgenden Jahre über wurden die Hunde gut versorgt, gehörten auf ihre Weise mit zur Familie und wurden ausreichend und abwechslungsreich bewegt, im Haus lebte mittlerweile ein Hund anderer Rasse.

Als Vanjacks Gefährtin starb, änderte sich für diesen die Situation, alleine im Gehege begann er zu heulen, nicht ab und an mal, sondern ausdauernd und lautstark. Eine neue Gefährtin wollte ihm die Familie nicht zur Seite stellen, da diese Art von Hundehaltung ja nicht die war, die sie sich wünschten, was aber dann zwangsläufig die Abgabe von Vanjack bedeuten würde. Und das möglichst schnell, denn das Heulen verärgerte bereits die Nachbarschaft.Vanjack

Wie tief die einst erhalten Ratschläge verinnerlicht waren, zeigte sich schon im ersten Gespräch, als man vorschlug, den mittlerweile fast dreizehnjährigen Vanjack fürs erste ins Haus zu holen um in Ruhe nach einem geeigneten Zuhause suchen zu können. Der Gedanke erschien der Familie zunächst abwegig, widersprach ja auch allem, was man jahrelang geglaubt hatte – drauf eingelassen hat man sich dennoch und wurde von Vanjack aufs Angenehmste dafür überrascht. Der war nämlich nicht nur „still“, sondern fügte sich in den turbulenten Alltag mit den vier Kindern problemlos ein, auch den im Haus lebenden Jagdhund akzeptierte er ohne weiteres.

Am latenten Abgabewunsch hielt man dennoch fest, denn es war schwierig, im Alltag allen gerecht zu werden, zumal auch das Herrchen berufsbedingt nur am Wochenende zu Hause sein konnte und die Bedürfnisse des noch agilen und lauflustigen Vanjack nicht wirklich mit denen des schwer kranken Jagdhundes harmonierten. Die Suche nach einem Zuhause lief also weiter und es war ein weiteres Mal der „Vermittlungsrenner“ Damon, der irgendwie dafür verantwortlich zeichnet, dass sich für Vanjack ein Türchen auftat.

Nein, so wirklich viel gemeinsam haben die beiden nicht miteinander, der noch nicht mal zweijährige schwarz-weiße Damon und der cremfarbene Senior Vanjack, sieht man mal von der Tatsache ab, dass manche Interessenten für alles offen sind und sich (fast) alles vorstellen können. Denn da kam eine mail, in der es unter anderem hieß „Ganz verguckt haben wir uns natürlich in Damon auf ihrer site und wenn er noch zu vermitteln ist, würden wir den gerne aufnehmen.Aileen, Vanjacks neue Gefährtin
Gerne nehmen wir aber auch einen älteren Husky auf, dem es in seinem Leben nicht sehr gut gegangen ist.“ Und da Damon zu jenem Zeitpunkt eben schon nicht mehr zu haben war, schlug man der Familie Vanjack vor, zumal im Haushalt auch noch eine fünfzehnjährige Hündin namens Aileen lebte, die um den Verlust ihrer langjährigen vierbeinigen Weggefährten Niki und Nanuk trauerte, letzterer erst kürzlich im Alter von 19 (!!) Jahren verstorben.

Man ließ die Familie einige Zeit umgehen mit dem Gedanken, auch wir wissen, dass es vor dem Hintergrund eines noch frischen Verlusts nicht eben einfach ist, sich bewusst für einen älteren Gefährten zu entscheiden. Als man erneut miteinander sprach, war recht schnell sicher, das könnte sie sein, die Chance für Vanjack, die Familie war bereit, eine Zusage zu geben. Da man Vanjack zu dem Zeitpunkt noch nicht persönlich kennengelernt hatte, ein Besuch bei ihm aber unmittelbar bevorstand, verblieb man miteinander so, dass man beim Besuch gemachte Fotos und weitere Infos anschließend per mail weitergebe und eine entsprechende Antwort abwarte.

„Welcome Vanjack“ – so kurz und bündig kann eine Zusage sein und beinhaltet doch alles, was man sich in einem solchen Fall wünscht, nämlich die Gewissheit, dass der, der da willkommen geheißen wird, so angenommen wird wie er ist.

Den eigentlichen Umzug einige Zeit später hat man dennoch mit viel Spannung erwartet, rein persönlich war man ja tief beeindruckt gewesen von dem souveränen, aber sehr zurückhaltenden Huskymann, der die Dinge gern beobachtend erst eine Weile verfolgt und sich dann zunehmend selber ins Geschehen einbindet - auf eine ganz unaufdringliche, selbstverständliche Art.

Vanjack kommt "nach Hause"Still und leise, aber ohne jede Ängstlichkeit, ist Vanjack im neuen Heim eingezogen, auf seine Weise präsent, als (noch) stiller Beobachter, der sich strategisch entsprechend günstige Plätze gesucht hat, unter der Eckbank zum Beispiel. Mit jedem Tag mehr bindet er sich ein in das Geschehen um ihn herum, in kleinen Schritten, er passt und fügt sich sozusagen ein ohne das Bestehende irgendwie zu erschüttern, fast gleicht es einem Hinschmelzen.

Mit diesem für einen Husky eher ungewöhnlichen Verhalten geht seine neue Familie entspannt um:

„Vanjack macht sich. Vorhin hat er sich zum ersten Mal mitten ins Wohnzimmer gelegt und tatsächlich etwas geschlafen (sich also nicht in seine Höhle unter der Eckbank verzogen). Es wird schon.

Wir sind täglich ca. 3 Stunden mit ihm unterwegs (gestern war mein Mann fast 3 Stunden mit dem Fahrrad mit ihm weg - er läuft problemlos wie am Schnürchen und denkt nicht mal daran eine Pause einzulegen).

Er kommt auch schon morgens an die Tür, wenn es fortgeht und bekommt sein Ausgehgeschirr an. Im Haus ist er natürlich ohne Geschirr und Halsband unterwegs, was ihm auch gefällt.Vanjack fasst nur langsam Vertrauen

Fressen tut er gut und hat sich auch problemlos auf das für ihn wohl andere Fressen umgestellt.

Aileen hat sich auch an ihn gewöhnt und fährt nicht mehr hoch, wenn er an ihr vorbeiflitzt (sie ist das Tempo nicht mehr gewöhnt mit der er sich bewegt - Nanuk und Niki waren viel bequemer).

Sie sind jetzt auch im Haus immer zu zweit unterwegs - könnte ja sein einer verpasst was.

Was er halt noch immer macht, ist, dass wenn man sich zu ihm umdreht und ihn streicheln will, er sofort unter der Eckbank verschwindet. Dort aber unterm Tischtuch vorschielt und wenn man sich wieder wegdreht, kommt er ganz langsam wieder vor und steht dann zack wieder hinter einem - bekommen wir auch noch hin.

Er bleibt auf jeden Fall hier und wir werden an seinem Vertrauen zu uns arbeiten.“

Bleibt uns noch der Dank an alle Beteiligten, die sich um das Wohl des älteren Hundemannes sorgten und ihn stützten, als mit dem Verlust der langjährigen Lebensgefährtin seine kleine Hundewelt ins Wanken geraten war. Und wir hoffen natürlich, dass Vanjack und seiner neuen Familie noch viele glückliche Monate und Jahre miteinander vergönnt sind.

 


 

Zu den schönen Seiten des Tierschutzes gehört die Erfahrung, dass sich manchmal Türen öffnen, wo auf den ersten Blick gar keine zu sein schienen und so ein Hundeleben dadurch eine ganz unerwartete Wendung erfährt.Grace

Mitunter leistet das Internet hierzu einen erheblichen Beitrag, die Vorstellung der Hunde auf der vereinseigenen Webseite und in sogenannten Vermittlungsdatenbanken sorgt dafür, dass die Beschreibung und Bilder der einzelnen Vierbeiner einer deutlich größeren Interessentenzahl zugänglich sind als noch vor zehn oder gar zwanzig Jahren.

Manch einer findet so seinen Traumhund und fündig wird auch mancher, der eigentlich gar nicht suchte. Letzteres verschaffte Hündin Grace, die gemeinsam mit sechs weiteren Huskys in den Tierschutz gelangt war, das „Abreiseticket“ aus der Station im Schwarzwald.

Eine ganze Familie erinnerte sich lebhaft der jungen Grace, wusste von kleinen Begebenheiten aus ihrer frühesten Jugend zu erzählen und zeigte sich tief betroffen davon, dass sie nun gerade vierjährig aus einer Auffangstation heraus nach einem neuen Anfang suchte. Ganz deutlich wurde, dass man Grace diese Erfahrung erspart hätte, hätte man denn von ihrer Notlage gewusst und dass man mehr als nur gerne bereit war, sich ihrer anzunehmen, die Möglichkeiten dafür hatte man.

Und so ging es, angesichts der nicht unwesentlichen Entfernung zur Station im Schwarzwald, eigentlich ganz schnell, dass Grace als erste ihres Rudels die Station verließ, an der Seite von Menschen, in deren Herzen sie seit langem einen Platz hat.
Wir freuen uns sehr für Grace und hoffen, dass die anderen Rudelmitglieder sich ebenfalls bald aufmachen können in eine hoffnungsvolle Zukunft.

 


 

Felix – Trennungsopfer – konnte vor der Aufnahme in die Auffangstation „abgefangen“ und direkt in ein neues Zuhause vermittelt werden. Allen Beteiligten, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben: Übergabe – Vermittlung – ein herzliches DANKESCHÖN – mal wieder ein Zeichen, dass es bei guter Kooperation und Absprache nur positiv ausgehen kann.

Felix und Osa im neuen Heim

FelixVon Felix, dem schwarzen Chowrüden, hören wir nur Gutes. Brav und artig hat er den Transport in sein neues Zuhause überstanden und endlich angekommen, wurde er dort gleich von einem freundlichen und gut erzogenen Chow empfangen. Wieder einmal zeigte sich, wie wichtig es ist, in den ersten Stunden ein paar Dinge zu beherzigen:

Nicht nur, dass man ihm nach Trennung und Übergabe an fremde Menschen gleich einen gemeinsamen Spaziergang bot, nein, das erste Kennenlernen mit dem fremden Artgenossen fand auf neutralem Gebiet statt. Dass dann auch getrennt gefüttert wurde, Leckerchen und Streicheleinheiten nur an beide Hunde gleichzeitig verteilt wurden, war für die neuen Hundeeltern normal.

Die erste Nacht schlief dann der Hausherr auch im Wohnzimmer, damit Felix nicht alleine sein muss. Und prompt meldete er sich um 2 Uhr morgens wg. eines dringenden Geschäfts. Aber auch das wurde bei 10° Minus erledigt.

Schon nach einer Woche kann man sehen, dass die beiden Rüden wunderbar miteinander auskommen. Sie toben und spielen miteinander im Garten, lassen sich gemeinsam kraulen - und Felix genießt es sichtlich.Osa

Er ist angekommen, er fühlt sich wohl und seine Menschen tun alles, um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern.

Osa, die kleine Hündin, konnten wir noch in letzter Stunde auf einer mehr und mehr verschneiten Autobahn zu ihrem neuen Wirkungskreis bringen.

Auch hier wartete schon ein Chowmixrüde, der sie gleich fröhlich zum Spiel aufforderte. Osa und Whoody scheinen das Traumpaar des Jahres zu sein, denn bei diesen beiden war es wohl Liebe auf den ersten Blick.

Dass sich für die kesse Biene Menschen gefunden haben, die ihrem Tatendrang gerecht werden, ist ein Glücksfall.

Wir von Chow in Not wünschen beiden Chows und ihren Menschen ein fröhliches Weihnachtsfest und freuen uns, helfen zu können.

Ihre Rotraut Ueding

 

 

 

 


 

Bei ihrem ursprünglichen Besitzer hatten die Brüder Yukon und Taiga nicht eben das Zuhause gefunden, was man Huskys eigentlich wünscht und so war es vielleicht ganz gut, dass der Halter schließlich in staatliche Obhut genommen wurde und es versäumte, sich vorher um die Zukunft der insgesamt vier Hunde zu kümmern. Denn nun konnte der Amtsveterinär tätig werden und den unversorgten Tieren den Weg in eine bessere Zukunft ebnen.Taiga

Yukon und Taiga wurden beide als Pflegehunde von einem Huskybesitzer aufgefangen, der sich nicht nur darum kümmerte, dass sie gesundheitlich wieder in Form kamen, sondern auch Wissenslücken schließen konnten. Sein Haus war das erste, was die siebenjährigen Hunde je bewohnten und dort lernten sie, was ein Leben als vollwertiges Familienmitglied so bieten kann.

Unter der liebevollen Fürsorge blühten die beiden auf, jeder auf seine Weise, denn trotz der Tatsache, dass sie Geschwister waren und auch noch den gleichen Werdegang hatten, bewiesen sie doch recht unterschiedliche Charaktere. Beide sehr liebenswert, sehr offen und freundlich - es verwundert eigentlich nicht, dass ihnen in ihrem Umfeld die Herzen nur so zu flogen.

Yukon

 

 

 

Für ihre Pflegeeltern sicher tragisch war der überraschende Verlust der bei ihnen lebenden Hündin, dieser allerdings ermöglichte es, einem der Brüder, die mittlerweile bestens eingewöhnt waren, ein festes Zuhause für immer zu geben. Die Wahl fiel auf Taiga, der, was für einen Zweithund nicht unwichtig ist, ein wenig leichter lenk- und beeinflussbar ist wie Yukon.

Aber auch Yukon ist nicht länger „obdachlos“, denn er fand ganz in der Nähe ein gutes und artgerechtes Zuhause. Für die beiden Husky-Brüder eine ganz tolle Lösung, denn so reißt die jahrelange Verbindung nicht einfach ab, sondern kann in anderer Form weiterbestehen.

 


 

Manchmal ist es nicht ein einzelner Wendepunkt im Leben, der schließlich dafür sorgt, dass alles anders verläuft als angedacht, sondern die Verkettung mehrer entscheidender Ereignisse, deren Summe dann alles „aus den Fugen“ geraten lässt.

Die erste einschneidende Veränderung in Max Leben nach einem Tierschutzaufenthalt in 2004 war der Tod seiner vierbeinigen Lebensgefährtin im vergangen Jahr, fortan musste er als Einzelhund zu recht kommen. Dann trennten sich seine damaligen Besitzer, gemeinsam mit Frauchen zog er in eine Wohnung und wurde dort dann damit konfrontiert, dass Hundefutter verdient werden will und Menschen dafür in der Regel außer Haus müssen (ohne Hund). Max, der bis dahin kaum einmal alleine bleiben musste, war damit offenbar überfordert, was die Nachbarn zu hören bekamen – Zeit, ihn irgendwie behutsamer an das Thema heranzuführen gab es unter den Umständen jedoch nicht. Es blieb nur die erneute Abgabe in den Tierschutz.

Mit dieser weiteren Veränderung ging der mittlerweile siebenjährige Max auf seine Weise um, erst heulte er sich die Seele aus dem Leib, dann schien er sich abzufinden und schaffte es doch nicht wirklich – der Weg vom Sofa rein in kalte, feuchte Herbsttage in einem Gehege ist ein weiter. Man spürte Max die Verzweiflung an, wann immer er konnte, klammerte er sich an die Menschen, die in seine Nähe kamen, Personal, Gassigänger, Besucher – einer, der hoffte, es würde ihn jemand mitnehmen, egal wer und wohin, aber Hauptsache weg hier…

Normalerweise haben Husky-Schäfer-Mischlinge, vor allem wenn sie „dunkel“ sind, einen schweren Stand auf einer Vermittlungsseite, auf der sie gegen meist reinrassige Nordische „antreten“ müssen. Und Rüden im mittleren Alter sind bei keinem Tierschutzverein ein „Vermittlungsrenner“, die Chancen für Max bald wieder dorthin zurückkehren zu können, wo er herkam, nämlich eine ganz normale Familie, standen also denkbar schlecht.

Das sah auch die nette Dame von der Norddeutschen Rundschau so, die regelmäßig dafür sorgt, dass einer der Vermittlungshunde aus dem Nordlicht dort vorgestellt wird. Jeden dieser Hunde besucht sie selbst um ihn bestmöglichst zu beschreiben – für Max brachte ihr Besuch die von ihm ungeduldig herbeigesehnte Wendung.

MaxMax Anzeige berührte eine Hundebesitzerin sehr, in deren Haushalt bereits einen Husky-Schäferhund-Rüden lebte, genau so dunkel wie Max, nur langhaariger und kräftiger. Ein mittlerweile älterer Hundeherr, der mitunter einen kürzeren gemächlichen Gang einer längeren Unternehmung mit Frauchen oder Herrchen vorzieht, was diese durchaus verstehen können, nichtsdestoweniger aber sehr bedauerten.

Das potentielle Herrchen war zwar gerade noch beruflich abwesend, aber man hatte gelegentlich schon das Thema „Zweithund“ angesprochen, bislang jedoch noch keinen entdeckt, bei dem der berühmte Funke übersprang – etwas, das sich mit dem kleinen Zeitungsartikel über Max schlagartig geändert hatte. Das Frauchen ist es vom Beruf her gewöhnt, dass sie Entscheidungen treffen und zupacken muss, daher griff sie zum Telefon und vereinbarte flugs einen Kennenlerntermin für Max. Und den nicht irgendwann, sondern quasi umgehend, direkt vom Arbeiten führte sie der Weg ins Nordlicht, wo es dann quasi Funken schlug – auf Anhieb gegenseitige Sympathie.

Günstigerweise standen da auch gleich zwei Wochen Urlaub an mit Ende der Woche, das zugehörige Herrchen, das die eine Hälfte des Monats da, die andere auswärts ist, würde am nächsten Tag zurückkehren – die Planung wurde konkret, vorbehaltlich der Tatsache natürlich, dass die Chemiefrage der männlichen Mitbewohner des Haushalts ebenso eindeutig war wie die des potentiellen neuen Frauchens.Senor "Easy" und Max

Den nächsten Tag und den vereinbarten Besuch des Ehepaars im Nordlicht erwartete man mit großer Spannung und vielen Hoffnungen, sollten sich diese bewahrheiten, würde man anschließend gemeinsam in Richtung neuem Zuhause starten. Das zukünftige Herrchen dürfte wohl nicht minder gespannt gewesen sein, wer das Herz seiner Angetrauten so im Sturm erobert hatte. Eine Frage, die sich beim Zusammentreffen mit Max schnell beantwortete, denn da war das eigene Herz genauso schnell verloren. Und auch Max gesellte sich gleich zu den beiden, so als wollte er seine Meinung kundtun, gemeinsam fuhr man also dem potentiellen neuen Heim entgegen. Dem Kennenlernen der beiden Hunde sah man dabei entspannt entgegen, sich miteinander zu arrangieren traute man Max als sozialem Rüden und dem vorhandenen sehr souveränen Senior (fast) unbesehen zu.

Vor Ort fand man alles vor wie beschrieben, Senior „Easy“ machte seinem Namen gleich alle Ehre und gab Max von Anfang an ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit. Und Max seinerzeit fuhr förmlich alle Saugnäpfe aus und dockte mit jeder Minute länger ein wenig mehr in dieser Umgebung an, wie ein kleiner Schwamm saugte er Aufmerksamkeit, Zuwendung und jeden noch so kleinen Kontakt in sich auf – wäre er des Schreibens mächtig, er hätte vermutlich ein riesiges Schild gepinselt mit „hier bleib ich!!!“ und hochgehalten.

Max ist zuhauseEin wenig skeptisch war man vor allem von Vermittlerseite schon, wie es sich denn nach dem Urlaub weiterentwickeln würde, denn Max ganztägig die Pfote zu halten würde auch hier nicht möglich sein. Seine nun beschlossen neuen Besitzer waren da optimistischer, aber die leben ja auch schon lange Jahre mit ihrem Easy zusammen und wissen um dessen souveräne Ausstrahlung, der sich offensichtlich auch ein Max nicht entziehen kann:

„Es hat vom ersten Tag an keine Probleme gegeben. Mit dem Senior "Easy", ebenso ein Husky - Schäferhundmix versteht er sich blendend. Senior " Easy " vermittelt Max Ruhe und zeigt ihm, dass Max keine Verlustangst mehr haben muss, wenn die Herrchen mal nicht im Hause sind. Man merkt Max schon deutlich an, dass er bis jetzt kein schönes Hundeleben gehabt hat und wir freuen uns alle sehr, dass Max sich sofort als Teammitglied verstanden und gut aufgehoben gefühlt hat.

Max ist ein aufgeschlossenes, cleveres Kerlchen und freut sich immer, wenn gespielt oder gelernt wird. Im nächsten Jahr gehen wir mit Max zur Hundeschule um seinen ausgeprägten Lerntrieb zu fördern.

Wir können nur sagen: das Bild von Max in der Rundschau gesehen und es war " Liebe auf den ersten Blick "Wir haben Max dann im Nordlicht für Notfelle besucht und auch Max wollte sofort mit in sein neues Heim.“

Es war wohl eine der schnellsten Vermittlungen gemessen an der Zeit von Kontaktaufnahme bis Übernahme und dennoch hatte man niemals das Gefühl, etwas geschehe unüberlegt oder übereilt. Im Gegenteil, es schien eher, als wäre gefunden worden, was verloren gewesen war – wir freuen uns riesig für Max, der sich wie das letzte fehlende Puzzleteil in die für ihn angebotene Umgebung einfügte. Ganz lieben Dank an die Norddeutsche Rundschau, die das angestoßen hat und Max neue Familie mit ihrem Easy, die ihn so liebevoll bei sich aufgenommen haben.

 


 

Der jungen Jacky klebte das Pech für lange Zeit irgendwie an den Pfoten, angefangen hatte alles damit, dass die im September 2008 geborene Hündin ihrer (damals noch husky-ahnungslosen) Besitzerin als Geschenk angedient wurde. Aus was für einer Quelle lässt sich nur erahnen, denn so zögerlich wie Jacky auf fremde Menschen zugeht, kann ihre frühe Sozialisierungsphase nicht die beste gewesen sein.

Die Beschenkte versuchte nach Kräften, sich den Anforderungen dieses speziellen Präsents zu stellen, musste aber mit den Monaten einsehen, dass es für sie in ihrer Situation einfach nicht zu schaffen war. Vor allem Jackys Schwierigkeiten mit dem Alleinebleiben sorgten für zunehmend Ärger mit der Nachbarschaft, die Anschaffung eines zweiten Hundes hatte daran nichts geändert, sondern die Probleme nur verdoppelt, denn nun heulten zwei. Die Situation war schließlich so verfahren, dass nur die Abgabe der Hunde blieb.

Obwohl noch sehr jung, hatte Jacky in der Vermittlung einen schweren Stand, denn als Alaskan Husky war sie auf ihre Art ein „Exot“, den viele Interessenten bereits per Mausklick aussortierten – das Internet hat neben Vorteilen auch ganz klare Nachteile, da es manchem Hund die Chance nimmt, sich „persönlich“ vorstellen zu können.Jacky

Die Monate vergingen, es wurde Herbst und auch dieser neigte sich bereits dem Ende entgegen, als mit dem Rüden Damon ein wahrer Interessentenansturm losgetreten wurde. Darunter einige, die nur Damon wollten, aber auch solche, die relativ offen für andere Hunde waren, denn Damon konnte leider nur einmal vergeben werden. So auch ein Ehepaar, bei dem er Huskyerfahrung mitbrachte, sie allerdings bislang Kleinhunde-Besitzerin gewesen war, ihr Chihuahua Cäsar war vor einiger Zeit trotz aller ärztlichen Bemühungen viel zu jung einer schweren Erkrankung erlegen.

Den Besuch Mitte November ging man unverbindlich an, nach dem Rundgang durch die Station kristallisierten sich zwei mögliche Kandidatinnen heraus, Jacky und Sinja. Mit ersterer, die im Gehege dem potentiellen Herrchen wie gehabt kläffend ausgewichen war, brach man auch zu einem Spaziergang auf, wo sie sich deutlich aufgeschlossener zeigte. Dennoch war am Ende des Besuches Sinja des möglichen Herrchens klare Favoritin, das zugehörige Frauchen tendierte ganz klar zu Jacky.

Doch entschieden werden und konnte eh zu diesem Zeitpunkt nichts, man wollte zunächst das Gespräch mit der weit entfernt lebenden Familie der Frau suchen, da es schon einen deutlichen Unterschied macht, ob man zu Besuch mit einem Chi oder einem Husky anrückt. Zudem würde man, wenn die Familie damit kein Problem hätte, ein zweites Mal mit der Hundesitterin und deren Hunden kommen, um auf jeden Fall die Strukturen, die man sich zu Lebzeiten von Cäsar geschaffen hatte, weiterhin nutzen zu können.Jacky

Gute eineinhalb Wochen später war man dann wieder da, das Ehepaar selber und die Hundesitterin mit einem wunderschönen kupferfarbenen Malamute-(Husky-Mix?)-Rüden und einer imposanten blauäugigen Husky-Labrador-Dame, deren Wesen im Vorfeld als etwas durchsetzungsfreudig beschrieben worden war. An der Verteilung der Sympathien auf Jacky und Sinja hatte sich nichts geändert und diesmal war es Sinja, die als erste „an den Start“ oder auf den Spaziergang ging. Anfänglichen Reibereien der beiden Hundedamen folgte eine Phase gegenseitiger Ignoranz, allerdings nur vorübergehend, gegen Ende des Ausflugs teilten sich die beiden Damen dann unverblümt mit, dass keine an einer weiteren Begegnung interessiert wäre. Für Sinja bedeutete das das Ende aller Chancen, aber das Schicksal hatte für sie schon vorgesorgt (wie man heute weiß).

Jacky ging die Sache auf ihre zurückhaltende Art an, dass sie keine ernsthafte Konkurrentin war oder sein würde, erfasste die dunkle, quasi alles entscheidende Hundedame mit nur wenigen Blicken, der Spaziergang verlief vollkommen reibungslos.

Das neue Frauchen freute sich und auch das Herrchen war mit dieser Entscheidung einverstanden, Jacky konnte also endlich aus der Station ausziehen, nach fast fünf Monaten Aufenthalt. Eingeladen wurde sie ins Heck des Fahrzeugs, angekommen ist sie auf dem Rücksitz thronend, der schmale Hering hatte sich unterwegs leise am Trenngitter vorbeigeschoben und sich umplatziert.Jacky

Die nächsten Tage im neuen Zuhause verliefen weitaus unkomplizierter als gedacht, das neue Herrchen wurde gleich am ersten Abend beim Heimkommen begrüßt wie ein alter, sehr lieb gewonnener Bekannter und auch ein männlicher Übernachtungsgast wurde ganz unkompliziert (und ohne Ängstlichkeiten) von Jacky gehandelt. Überhaupt zeigt sie sich in der Familiensituation wesentlich aufgeschlossener Fremden (und speziell Männern) gegenüber, einzig ein Nachbar brauchte zwei Anläufe um ihr ihre Unsicherheiten zu nehmen.

Dass Frauchen noch ein volles Jahr lang die Möglichkeit hat, zeitlich recht flexibel zu sein, sowie die Hundesitterin „in petto“ zu haben und die Sache mit dem Alleinebleiben daher ganz entspannt angehen zu können, scheint sich eins zu eins auf Jacky zu übertragen:

„Jacky geht es bestens. Sie spielt mittlerweile gerne mit einer Hundefrisbee und fängt diese sogar manchmal im Flug und bringt sie danach auch wieder zurück.

Auch mit Männern aller Art versteht sie sich besser. Die "Anfreundzeit" beträgt zwischen 30 Sek. und 5 Minuten.

Sie macht uns auf jeden Fall sehr, sehr viel Spaß und ist ein toller Begleiter egal wo man hingeht.

Gestern war sie mal 2 Stunden alleine. Wir haben auch bewusst mal hier und da was hingestellt, damit sie was klauen könnte um zu schauen, wie sie sich verhält, wenn sie alleine ist... sehr entspannt :-) es lag alles da, wo wir es hingelegt hatten.“

Jacky nun nach ihrem ersten Fehlstart so gut eingebettet zu wissen in ein funktionierendes und tragfähiges Beziehungsnetz ist beruhigend und wir sagen vielen lieben Dank für diese Vermittlung sowie die beiden netten Besuche in der Station.

 


 

Optisch wie aus einem Bilderbuch entstiegen, mit fünf Jahren weit entfernt von „alt“, aber ohne die Schwächen, die auch bei Hunden mangels ausreichender Lebenserfahrung mit Jugend einhergehen und am bisherigen Platz von Verhalten und Wesen her ein regelrechter Traumhusky, um nicht zu sagen Traumhund – da schlugen nicht nur Vermittlerherzen ein kleines Stückchen schneller……Cayenne

Eigentlich war Cayenne kaum online auch schon wieder weg, niemand hätte ernsthaft damit gerechnet, dass ausgerechnet ihr eine bis dahin nur von wenigen beachtete Mischlingshündin den schon sicher geglaubten Platz direkt vor der Nase wegschnappen würde. Aber so war es tatsächlich, am letzten Novemberwochenende zog quietschvergnügt die kleine weiße Sinja von dannen und sorgte so bei den zweiten in der Reihe der Cayenne-Interessenten für Jubel.

Am liebsten wäre man stande pedes in die Station geeilt um die Hundedame kennenzulernen, doch unglücklicherweise waren die Reihen der NfP-Aktiven dort gerade etwas ausgedünnt, die Erkältungsviren hatten ganze Arbeit geleistet. Und da es so früh dunkel wird um diese Jahreszeit, gelang es keinem der noch Standhaften, sich so zeitig von der (bezahlten) Arbeit in Richtung Ehrenamt fortzumachen, dass ein Kennenlernen im Hellen noch möglich gewesen wäre.

Samstag aber dann, gleich in der Frühe, denn das potentielle neue Frauchen musste am Nachmittag noch arbeiten, wollte es sich aber auf keinen Fall nehmen lassen, selbst bei der Abholung mit dabei zu sein. Viel gab es auch nicht zu klären außer der Chemiefrage, denn Erfahrung mit den Nordischen ist bereits reichlich vorhanden. Mehr als einer hatte dort schon den Platz fürs Leben gefunden und es scheint bestens gefallen zu haben, Rüde Arthus beispielsweise blieb bis ins 16. Lebensjahr.

Cayenne im AutoDer Moment des Kennenlernens wie immer spannend, doch noch bevor es los ging zum Spaziergang ahnte man bereits, diesmal würde wohl keiner eine Chance haben, Cayenne’s Auszug aus der Station im letzten Moment zu kippen.

Sich über das Internet ein Bild zu machen und dann der Realität gegenüberzustehen bzw. mit ihr spazieren zu gehen, sind oft zweierlei Dinge, Cayenne allerdings gelang es, den virtuellen Eindruck noch zu toppen. Zurück an der Station war der Entschluss, Cayenne sollte es sein, noch ein wenig fester als ohnehin schon, also das schriftliche erledigt und ab zum Auto. Obwohl den Angaben nach nicht wirklich eine begeisterte Autofahrerin hatte es die vierbeinige schwarz-weiße Schönheit zumindest an diesem Samstag eilig, das Fahrzeug zu besteigen, in dem ein bequemes, weiches Hundekissen lockte.

Wie es weiter ging, erzählen die neuen Besitzer selber, es stand nämlich unter anderem zu Hause noch das Kennenlernen des vorhandenen Rüden für Cayenne auf dem Programm, welcher aber im Umgang mit dem anderen Geschlecht ebenso unkompliziert ist wie Cayenne.

„….um es mal vorweg zu nehmen,… unsere Erwartungen sind vollends erfüllt und ohne zu übertreiben eher sogar weit übertroffen!!!

…nach ca. 1 Stunde Fahrt waren wir dann da. Kurze Inspektion der Gegebenheiten und des Mitbewohner’s (Scooby-Doo Ridgeback-Dobermann-Mischling) und dann raus und die Umgebung mal erkunden,….

Ich/wir habe/n reichlich Erfahrung mit "Nordischen" gesammelt,… aber so etwas von einer vorbildlichen Hündin haben wir noch nie erlebt!

Nicht nur dass Chayenne sofort einen Bezug aufgebaut hat,… nein, sie hört auf’s Wort,… und nicht erst auf das Zweite!!!

…wie ihre Vorgänger (Arthus und Daisy) nimmt sie mit Begeisterung an unseren morgend- und abendlichen Trainingseinheiten (Nordik Walking) teil und kennt bereits alle Nachbarn sowie deren Vierbeiner,… Chayenne erfreut sich dem höchsten Maß der Akzeptanz und ist eine Dame, die sich ohne Umwege und sofort in die Herzen aller einschleicht.“

Wir freuen uns natürlich mit den neuen Besitzern, dass C(h)ayenne sich ein weiteres Mal so eng zu binden scheint wie im früheren (selbst ausgesuchten) Zuhause und hoffen, dass der nun eingeschlagene Lebensweg so unkompliziert und fröhlich weiter verläuft wie er begonnen hat.

Wer gerne noch etwas mehr aus dem neuen Leben dieser Ausnahme-Huskyhündin (in dem Fall darf man es wohl sagen) erfahren möchte, der kann hier ein wenig Einblick nehmen in die Welt von C(h)ayenne, kurz Chay genannt .

Resümee nach meinen ersten Tagen in (m)einem neuen Zuhause…

Gebellt von mir, übersetzt (natürlich wuff für wuff) von meinem neuen Frauchen.

Gestattet, dass ich mich vorstelle: ich werde Chay gerufen. Das ist kürzer als mein Originalname Cheyenne, hört sich zackig an und bedeutet übersetzt soviel wie Mädchen.

5.12.2009 – Samstag - war ein aufregender Tag…

Da kamen 2-Zweibeiner, die ich noch nie gesehen oder geschnuffelt habe und nahmen mich nach einem kurzen Spaziergang mit. Ich glaube die hatten sich schon auf so einer Seite im Internet über mich informiert und waren sich total sicher, dass sie nur MICH wollten. Das 2-Beinermädchen sagte zu mir: „ich wusste als ich dein Bild sah, dass DU es bist“ und der 2-Beinerrüde meinte: “du bist ja eine Schönheit mein Mädchen“ (typisch Rüde halt)!

Nach einer mehr oder weniger langen Fahrt (incl. Pause) kamen wir an. Kleine Häuschen und viel Feld - das habe ich zuerst gesehen – und auf dem Feld, einen meiner zukünftigen „Mitbewohner“: Scooby-doo!!! Ein Ridgeback/Dobermann-Mischling (..war auch ein Heimhund)! Hab mich gar nicht beeindrucken lassen von seinem Auftauchen, war ganz cool. Wär' doch gelacht wenn ich den nicht in den Griff kriege, dachte ich (…und mittlerweile gekriegt habe).

Wir gingen erst mal laufen übers Feld und ich konnte zeigen, wie schön ich an der Leine laufe. Ohne ziehen und immer schön die 2Beiner im Auge. Darauf kommt's an!

Danach kam ich in mein neues Heim. Gemütlich, kuschelig und natürlich mit einem Garten, also bestens auf uns eingestellt, dass fiel mir sofort auf. Der Ochsenziemer den Scooby und ich nach dem Spaziergang bekamen(…abgesehen von den permanenten Streicheleinheiten und Liebesbekundungen), rundete meinen Eindruck ab – ich kann sogar TV schauen wenn ich mag. Nachmittags noch ne tolle Runde übers Feld und vor dem Schlafengehen ging es nochmal nach draußen. Besser ging's nicht dachte ich – ich täuschte mich!

Ich glotz TV

6. Dezember:

Sonntagmorgen stand ich mit Scooby (beide mit wedelnder Rute) pünktlich um 8 Uhr neben dem Bett der 2-Beiner. Da muss man ganz schön Treppen laufen, denn es ist unter dem Dach, aber es lohnt sich, weil es so gemütlich ist. Mittlerweile habe ich noch Woody kennengelernt. Ein Mäusejägermädchen. Sie ist schon älter, 14 Jahre und ich glaube sie weiß nicht wie sie mich finden soll. Also bin ich ganz ganz lieb und vorsichtig um sie nicht zu erschrecken. Das gefällt natürlich meinen 2-Beinern total ich hab's halt drauf, ich weiß…

Ne kurze Spielrunde und schon ging es wieder raus. Ich stand ganz brav vor der Tür und hatte nur mein Halsband an, genau wie Scooby, der sowieso ohne Leine läuft. Da es, dort wo ich jetzt wohne, ungefährlich ist (Feld genau um die Ecke) ließen mich die 2 probeweise auch laufen. DAS war meine Stunde! Die Auszeichnung für den tollsten, gehorsamsten und aufmerksamsten 4-Pfödler hatte ich schon nach 5 Minuten locker in der Felltasche! Ich höre nämlich auf rufen und pfeifen, bleib stehen, wenn andere 2- und/oder 4-Beiner entgegen kommen und bei 2-Rädern oder Pferden gehe ich auch ganz brav bei Fuß. Die Lobesbekundungen die ich dafür zu hören bekomme sind toll, aber was noch viel viel toller ist, ist das Rennen übers Feld wenn keiner in der Nähe ist, oder das trinken im Bach der bei uns entlang läuft… Ein echtes Paradies für Wauzies!

Cayenne beim Spaziergang

Die anderen Hunde in meiner Nachbarschaft sind ebenso toll wie die Menschen. Alle haben mich so lieb aufgenommen, dass ich es noch gar nicht richtig glauben kann.

7. Dezember

Nach der 2ten Nacht, war ich heute mit dem 2-Beinermädchen, dem 2-Beinerrüden und Scooby schon früher laufen. Da war es noch ein bisschen dunkel und nebelig. Aber Scooby und ich haben so Leuchti`s um den Hals, damit wir gesehen werden. Das ist wie ne eigene Taschenlampe und ich glaub wir sehen von weitem aus wie Ufos. Nachmittags (Frauchen hat Montags frei) sind wir Fahrrad gefahren. Das hat auch viel Spaß gemacht, da ich viel schneller bin als Scooby…

Abends ist es immer total gemütlich. Draußen nass und kalt und drinnen ein kleines Feuer in so 'nem Ofen. Scooby liegt da gerne davor (klar, ist ja auch ein „Nackthund“ im Gegensatz zu mir Fellpfote). Ich glaube diesen Platz lass ich ihm auch alleine, da er schon alle anderen Plätze mit mir teilen muss.

Meine eigenen Näpfe habe ich natürlich auch, obwohl Scooby und ich uns gerne gegenseitig was stibitzen.

Zum schlafen schleichen wir uns auf leisen Pfoten unters Dach, da liegt Scooby neben Frauchens Seite auf dem Boden und ich neben Herrchens Seite. Die Mäusejägerin hat ihren Korb in der anderen Ecke – wir sind schon ne richtige Patchworkfamilie.

Gute Nacht ihr 2-Beiner, gute Nacht Scooby, gute Nacht Woody... Schlaft gut – sagt mal, schnarch ich eigentlich???

8. Dezember

Tag 4 beginnt wie die anderen Tage, nur noch ne halbe Stunde früher. Spielen, anziehen und auf geht’s.

Scooby und ich mögen uns mittlerweile schon sehr und spielen auch miteinander auf dem Feld – aber natürlich nur solange ich Lust dazu habe, ich will ja zeigen wer bei uns das Fell an hat...

Tja Leute, was soll ich jetzt noch bellen???

Ich glaube ich habe es toll getroffen, Alle lieben mich, was will ich mehr?

Ich habe nicht nur ein Zuhause – ich habe endlich MEIN Zuhause gefunden!!!

Wauwau bis zum nächsten Bericht aus meinem Leben,

eure Chay

Cayenne


 

Im Zusammenhang mit den Schlittenhunden hält sich manches, was längst widerlegt („sind nicht erziehbar“) oder niemals verifiziert wurde, das Gerücht vom Husky-Virus beispielsweise. Dabei soll es sich um eine durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Nordischen Hunden übertragene Infektion handeln, die unbehandelt dazu führt, dass die menschlichen Träger des Virus früher oder später mindestens einen Nordischen ihr Eigen nennen. Je nach Schwere der Infektion soll parallel dazu die Anzahl der Hunde ansteigen – ein Gerücht wie gesagt oder etwa doch nicht?

Da gab es ein Ehepaar mit bereits erwachsenem Sohn, die mit Hunden nie viele Berührungspunkte hatten bis zu dem Tag, als der Nachwuchs sich einen Husky-Border-Collie-Mischling anschaffte. Das Leben mit Hund gestaltete sich netter als gedacht und so bedauerten die Eheleute aufrichtig, dass mit dem Wegzug des Sohnes auch der Hund nicht mehr da war, obwohl dieser kräftemäßig der Ehefrau doch einiges abverlangt hatte.

Sinja mit ihren neuen ManschenEs blieb bei dem Bedauern, bis sich nun mit einem neuen Lebensabschnitt, dem Ende der Berufstätigkeit neue Möglichkeiten eröffneten, ganz von selber war er da, der Gedanke einen eigenen Hund zu haben. Und ebenso selbstverständlich war der Wunsch nach einem Nordischen, im Internet begann man sich auf den Vermittlungsseiten umzusehen und nach einer passenden Begleiterin zu suchen, denn weiblich sollte Hund auf jeden Fall sein.

Der Gedanke „das könnte sie sein“ tauchte auf als Cayenne, eine fünfjährige schwarz-weiße Hündin, auf der Webseite vorgestellt wurde, man beschloss sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen. Daraus ergab sich dann ein Treffen in der Station im Schwarzwald Ende November, klare Favoritin weiterhin Cayenne, weit abgeschlagene Ersatzkandidatin Sinja, die kleine weiße, ursprünglich aus Rumänien stammende Husky-Mischlingshündin.

Ein konkretes Ziel (Kennen lernen und danach erster Spaziergang mit Cayenne) hatte man also für den Besuch vor Augen, wollte aber zunächst einen Rundgang durch die Station machen und all die vielen Hunde, deren Geschichten und Gesichter man bislang nur vom Bildschirm kannte, persönlich kennenlernen. Im Gehege von Cayenne verweilte man kaum länger als zum Durchgehen nötig war, denn hierhin würde man ja am Ende zurückkehren – dachte man zumindest.

Schon ein Gehege weiter sollten sich allerdings alle Pläne ändern, denn dort traf man auf Sinja, die in der Vergangenheit schon mehrfach mit großem Einsatz, aber leider immer erfolglos versucht hatte, Interessenten auf sich umzulenken. Dem Optimismus der jungen Hündin hat das jedoch keinen Abbruch getan, sie versuchte es unerschütterlich weiter. Und so war sie auch dieses Mal gleich zur Stelle kaum dass man das Gehege betreten hatte und setzte sich (unaufgefordert und nicht „erlernt“) artig vor der Interessentin hin. Es folgte ein langer und intensiver Blickkontakt der beiden, was da ausgetauscht wurde, wissen wir nicht, kennen nur das Ergebnis: man wollte zunächst mit Sinja spazieren gehen.

Gesagt getan, damit gleich noch einer Bewegung hat, kam auch Basko mit, der nun seinerseits versuchte, den Ehemann für sich zu gewinnen – doch keine Chance, Sinja und das potentielle neue Frauchen verstanden sich unterwegs blendend, so als wäre da eine kleine unsichtbare Verbindung bereits vorhanden. Sinja zeigte sich durchgängig von ihrer besten Seite, darauf, dass sie auch anders kann, hat man mehrfach hingewiesen (nein, die Hunde will man nicht „madig“ machen, nur dafür sorgen, dass später zu Hause nicht unliebsame Überraschungen erlebt werden).

Im Büro sprach man anschließend lange und ausführlich über Sinja, über in der Station gezeigte Verhaltensmuster (z.B. manchmal mit Artgenossen eine rechte Zicke), über ihre Vorgeschichte (soweit bekannt) und den Gesundheitszustand bei Ankunft und aktuell. Auch die Episode von ihrer Ankunft, als sie ruck-zuck auf dem Schreibtisch im Büro stand, erwähnte man noch einmal und dass man es daher nicht ausschließen könne, dass das Mädel auch bei den Eheleuten zu hause erst einmal über Tisch und Bänke gehen würde.Sinja im Auto

Aber was ist all das gegen die tiefe Überzeugung, dass Sinja die Richtige sei? Nichts und so war bald beschlossene Sache, dass auf der Rückfahrt eine weiße Hundedame mit von der Partie sein würde. Die allerdings musste man (wie so manchen anderen vorher) ihrem Glück entgegen tragen, denn dass Autos eine Möglichkeit sind, auf direktem Weg in einen tollen neuen Abschnitt des eigenen Hundelebens zu starten, hat Sinja mangels praktischer Lebenserfahrung noch nicht mitbekommen und bremste ratlos an der Autotür. Also ein letztes Mal Hand an legen, Hund ins Auto lupfen und „gute Fahrt“ wünschen …..

Angekommen ist man gut und ohne Zwischenfälle, Sinja mag zwar keine geübte Mitfahrerin sein, aber eine brave und unauffällige. Den ersten Berichten nach scheint eh bislang nur die „Sonnenschein-Sinja“ ausgestiegen zu sein, sie geht nicht über Tische oder sonstige Möbel, stellt auch sonst nichts an und ist auf Spaziergängen freundlich zu anderen Hunden – Überraschungen diese Art sind uns die liebsten. Dazu frisst sie mit bestem Appetit und hat ihre Menschen schon am Tag nach ihrer Ankunft mit einer „ich krieg jetzt meine spinnerten 5 Minuten“-Einlage davon in Kenntnis gesetzt, dass alles super, super toll ist und sie sich rundum wohlfühlt.

Darüber freuen wir uns mit den neuen Besitzern von Sinja und wünschen den dreien, dass das Zusammenleben über viele lange Jahre so fröhlich und harmonisch bleiben werde.