Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Februar 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 

Lesan

Lesan und InkaViel hatte Lesan mit seinen gut vier Jahren bereits erlebt und gut weg gesteckt, als Welpe ausgesetzt, dann gut zweijährig ein Wechsel der Bezugspersonen und damit verbunden die Umstellung vom Draußen- zum Familienhund. Nicht mehr klar kam er dann mit dem Verlust seines Herrchens, Lesan zeigte mit einmal Verlassensängste – eine schwierige Situation für das Frauchen, das Arbeiten muss. Da die Schwierigkeiten trotz aller Bemühungen nicht in den Griff zu kriegen waren, blieb letzten Endes nur die Abgabe von Lesan, ein bitterer Schritt und der Abschiedsschmerz war groß, auf beiden Seiten.

Glücklicherweise war da sofort ein Vertrauensverhältnis zwischen Lesan und dem Vereinsmitglied, das Lesan zu seiner neuen Familie brachte, wodurch der Einstieg erheblich erleichtert wurde. Dort angekommen fand man mit Hündin Inka und ihrer Familie erstmal auf neutralem Gebiet zusammen und ging gemeinsam die erste "Schnuffelrunde". Das Zusammentreffen war problemlos, Lesans Verhalten vorbildlich.

Inka und Lesan

Auch im Haus verlief alles ganz entspannt. Lesan wird sich in seinem neuen Zuhause vermutlich zum Feinschmecker entwickeln, da dort für die Hunde gekocht wird (Hündin Inka verträgt kein Hundefutter). Über Mangel an Bewegung kann sich Lesan auch nicht beklagen, die neue Familie ist sehr sportlich und nutzt die freie Zeit für Ausflüge und Wanderungen mit den Pelzgesichtern.

Wir wünschen Lesan in seinem neuen Zuhause alles Gute.

 

 

 

 

 


 

CandyIrgendwann hatte es in Candys Leben einmal glückliche Zeiten gegeben, doch das war lange her, ihren Alltag bestimmten zuletzt Gleichgültigkeit und Ignoranz. Denn es gehörte schon einiges dazu, den schlechten körperlichen Zustand der mittlerweile elfjährigen zu übersehen, ausgemergelt und mit kahlen Stellen wurde sie schließlich gemeinsam mit einer jüngeren Hündin vom Amtsveterinär aus der verdreckten Wohnung geborgen, die ihr Zuhause war.

Kaum in der Station angekommen, musste Candy auch schon dem Tierarzt als Notfall vorgestellt werden, hohes Fieber und ihre Apathie ließen Böses ahnen – zu Recht, mit Antibiotika konnte die Gebärmutterentzündung gerade noch rechtzeitig abgefangen werden. Die Liste der „Nebenbefunde“ war lang, reichte von A wie Allergie gegen Flohbisse bis Z wie Zahnstein – stumme Zeugen jahrelanger Vernachlässigung jedweder Gesundheitsfürsorge.

Doch das alles ist Vergangenheit – Candy hat für ihren letzten Lebensabschnitt Menschen gefunden, denen sie wirklich wichtig ist und die sie umsorgen und umhegen, wenn es nötig sein sollte. Denn mittlerweile ist unter ihren Händen aus dem resignierten alten Hund, der gepäppelt werden musste, ein agiles, lebenslustiges Persönchen geworden, das mit seinen Zweibeinern in regem „Dialog“ steht und diese unterwegs ganz schön ins Schwitzen bringen kann:

„Candy hat sich bei uns total gut eingelebt!

Als sie zu uns kam, war Candy noch etwas zurückhaltend, nun ist sie aufgewacht, hat etwas zugenommen und genießt ihr neues Zuhause.Candy

Wir haben eine schöne Terrasse mit Vorgarten, wo sie auch nach draußen kann, wenn sie es möchte. Aber wenn wir Jacke und Schuhe anziehen, ist sie außer Rand und Band. Wenn wir nun draußen sind und schon ein paar Meter zurückgelegt haben, dann will sie laufen, wehe es bleibt jemand zwischendrin stehen, dann antwortet Candy mit lautem Wau- Wau, das soll heißen „los weitergehen“!! Da ist sie in ihrem Element. Rumschnuppern und dann wieder schnelles weites laufen macht ihr viel Freude.

Wenn ich mit ihr unterwegs bin, komme ich manchmal ganz schön ins Schnaufen, da sie für ihr Alter von 11 Jahren immer noch Top- Fit und unermüdlich ist. Wenn sie aber dann merkt, dass der Heimweg angebrochen ist, dann legt sie noch einen Zahn zu und kurz vor Zuhause fängt sie dann an zu ziehen, als ob man ihr drei Schlitten hinten angebunden hätte!

Candy ist in Top- Form ohne jeden Zweifel. Kaum zu Haus, muss der Wassernapf sein Leben lassen und dann mal hier und da ein Leckerli, oder auch mal ein Schweineohr, Candy´s Lieblingsleckerli, dann ist die Welt in Ordnung.“

CandyWir bedanken uns ganz herzlich bei Candys Familie, die sich bei ihrem Besuch in der Station von ihrem Herzen hat leiten lassen bei der Entscheidung für Candy und es nicht bereut hat. Eigentlich hatte es nach dem eben erst erlebten Verlust des geliebten vierbeinigen Begleiters ein jüngerer Hund werden sollen, doch Candy sehen und fühlen „das ist sie“ war dann eines.

Candy

 


 

Dürfen wir vorstellen: Chiara und Gucci, die wohl bislang kleinsten Nothilfler!
Chiara und Gucci

Wie die zu einer Nothilfe für Polarhunde e.V. kamen ist eine längere Geschichte von „wenn wer wen kennt … bis man eben schließlich in der Geschäftsstelle rauskommt“, abgeben werden mussten die beiden, weil sich kein Ausbildungsplatz in der Nähe fand und die junge Besitzerin sich die Fremde, den Einstieg ins Arbeitsleben und die Hunde auf einmal nicht zutraute, was ja auch vernünftig ist.Chiara, Gucci und Jenny

Chiara und Gucci zogen also in der Geschäftsstelle ein, anfangs ein wenig lautstark und den Katzen nachstellend, Gucci die ersten Tage auch das kleine „Krokodil“ gebend – man hatte erst einmal zu tun mit den beiden. Aber dann waren sie doch recht gut zu haben, nett mit den älteren Damen Jenny und Tonja und fröhliche Spielpartner für Pflege-Shibahündin Ronja. Doch alle und alles waren abgeschrieben, wenn die beiden eines ganz bestimmten Ehrenamtlichen habhaft werden konnten, dem wären sie ja am liebsten ins Hosenbein gekrabbelt und hätten sich dort häuslich eingerichtet.
Ronja, Gucci und Chiara
Auch wenn sie nicht viel Platz brauchten, Bedürfnisse hatten und haben die beiden wie „große“ Hunde. Daher brauchte es nun Menschen, die nicht Winzlinge zum Rumschleppen in ihnen sahen, sondern kleine selbstbewusste Hundepersönlichkeiten, die beschäftigt, ausgelastet und art- bzw. hundegerecht gehalten werden wollen.

Eine Weile musste man schon suchen, denn der eine oder andere Anruf war dann doch nicht der Richtige (aber das hatten die Chihuahua-Rassehilfen schon vorausgesagt) und gerne hätte man beide miteinander untergebracht, gar zu herzig und liebevoll gingen die beiden miteinander um. Es hat wie so oft nicht sollen sein und so zogen die beiden kurz nacheinander in beste Zuhause um.

Gucci
 

 

Gucci, der eigentlich sonst eher zunächst reservierte, verguckte sich auf Anhieb in sein neues Frauchen, ein Probe-Nachmittag mit anschließender Nacht reichte um ihn „zu entflammen“. Beim Abholen zwei Tage später, die neuen Besitzer hatten noch unaufschiebbares zu erledigen gehabt, stürzte er voll Begeisterung und mit Freudentönen auf das neue Frauchen zu – so begeistert, dass er nicht einmal mehr willens war, sich von seiner Pflegestelle „anständig“ zu verabschieden, die wurde grad mal unwillig weggewäfft. Ach Gucci, kleiner Verräter…..
 

 

 

 


Chiara
Chiara zog mehr ladylike um, ihr neues Herrchen hat viel Hundeerfahrung, neu ist für ihn nur die geringe Größe. Das neue Frauchen ein temperamentvolles und unternehmungslustiges, passend zu Chiara, die in ihrer ungestümen Jugendlichkeit schon mal „vom Hafer gestochen werden kann“. Viel Zeit hat man hier für sie, kann sie in eigentlich alle Lebensbereiche integrieren, beste Voraussetzungen also für ein glückliches und ausgefülltes Hundeleben.

Chiara und Gucci sowie ihren Familien wünschen wir eine lange und glückliche Zeit miteinander, in der man hoffentlich das eine oder andere Mal voneinander hört, allzu weit weg sind sie ja nicht gezogen, die beiden kleinsten Nothilfler….

 

 

 


 

Wotan, der ältere Malamute mit der möglicherweise zur Erblindung führenden Augenerkrankung, konnte über das Tierheim Beuern Menschen finden, die ohne „wenn und aber“ JA zu ihm sagten. Denn sie boten ihm nicht nur einen Pflegeplatz sondern einen Endplatz – was für ein schönes Happy-End für diesen Senior, der aus schlechter Haltung ins Tierheim kam.

Wotan
 


 

Shary

Shary

Anfang Januar wurde Shary mit noch nicht mal 10 Wochen von ihren Vorbesitzern abgegeben, weil die beiden älteren Hunde sie nicht akzeptieren wollten und es immer wieder Vorfälle gab, denen sie sich nicht gewachsen fühlten. Nachdem dann sogar eine Bronchoskopie wegen eines verschluckten Futterbrockens nötig geworden war, entschloss man sich schließlich Shary in unsere Obhut zu geben und ihr somit den Weg in ein neues schönes Zuhause zu eröffnen.

Shary konnte, dank der spontanen Zusage der Familie von Soma, in einer privaten Pflegestelle einziehen und vergaß dort an der Seite des unbeschwerten und gut sozialisierten weißen Schäferhund-Rüden rasch die in den Vortagen erfahrene Ablehnung durch die beiden Althunde ihrer Vorbesitzer.

Schwieriger das mit dem endgültigen Unterbringen, denn Welpen setzt man nicht besonders gerne ins Netz und hofft daher auf andere Alternativen (die sich meist auch finden lassen). So auch in diesem Fall, denn da war eine nette und kompetente Familie, die sich auch einen so jungen Husky zutraute.Shary

Die Eingliederung von Shary in die mehrköpfige Familie gestaltete sich in der Praxis dann etwas anders als in der Theorie angedacht und leichte Zweifel stellten sich ein. Alle miteinander fuhr man daher zur Hundeschule Kern, wo die aufziehenden Schwierigkeiten rasch ihre Erklärung und somit Lösung fanden.

Shary ist heute nicht mehr weg zu denken aus ihrem Menschenrudel, ein kleines, aber absolut vollwertiges Familienmitglied und jeder in der Familie ist sicher, dass sie genau die richtige Entscheidung war und ist.

Wir wünschen der (noch) Kleinen und ihrer neuen Familie ganz viel Freude aneinander und viele gemeinsame Jahre.

Shary mit ihren neuen Menschen
 


 

Man muss schon Hundebesitzer (oder junge Eltern) sein, um ganz unbefangen und mitunter sogar voll Stolz ausgiebige Unterhaltungen über „Ausscheidungsprodukte“ zu führen, am besten natürlich mit Gleichgesinnten, der Rest der Welt hält einen eh für ein wenig ………
Ben und Aimy
Wer schon einmal einen Hund mit länger anhaltenden Verdauungsproblemen, speziell Durchfallattacken hatte, der weiß, welche Bedeutung so einem „Häufchen“ bei kommen kann – zugegeben neu ist uns auch gewesen, dass so ein Hauferl im eigenen Hof bei Pflegeeltern die endgültige Entscheidung „der bleibt“ auslösen kann.

Dass Ben, von seinen erste Besitzern abgegeben, weil sie einem heranwachsenden Nordischen weder zeitlich noch vom Naturell her gerecht werden konnten, sich längst in die Herzen seiner Pflegeeltern gestohlen hatte, war ein offenes Geheimnis. Denn Sätze wie dieser fielen „das große "Eselchen" macht wirklich Freude und die zwei großes Vergnügen“ oder „Er ist ein ganz liebenswerter, verschmuster, aufmerksamer, tolpatschiger Lulatsch, der sich ganz schön in unser Leben gewanzt hat.“

Und weil eigentlich langsam alles klar war, nur noch nicht ausgesprochen, verpackten Ben’s nun nicht mehr Pflegeeltern ihr „Ja“ auch in eine mit Augenzwinkern geschriebene mail, Ben's Schalk scheint die ganze Familie in gute Laune zu versetzen:

„Aber dann haben wir noch eine schlechte und eine gute Nachricht für Sie:

Erst einmal die schlechte:

Ben zerlegt die Wohnungseinrichtung, frißt die Couch, macht in die Wohnung, 1a-Abrißunternehmer, Innenarchitekt.......

Jetzt kommt die gute Nachricht:

aber nicht bei uns!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bis heute ist hier nichts kaputt gegangen (klopf, klopf, klopf auf Holz)“

Ben und Aimy
Tock, tock, auch wir klopfen einmal mit, die Liste der Schandtaten im früheren Zuhause war ja nicht eben kurz. Vielleicht ist es auch die Anwesenheit von Aimy, in deren Erziehung die Familie viel Liebe, Zeit und Konsequenz gesteckt hat, die manches einfacher macht mit Ben:

„Durch die regelmäßigen und ausgiebigen Spaziergänge, durch viele Sozialkontakte und das Spielen mit unserer Zaubermaus Aimy ist der Bub auch ausreichend ausgelastet. …..

Von Aimy hat er gelernt, wie man auf Baumstämmen balanciert, dass man, wenn man tief genug gräbt, vielleicht Australien sehen kann und dass zwei Hunde beim Spaziergehen viel mehr Spaß haben als nur einer, dass man als Husky Eis aus Pfützen frisst, wenn man unterwegs Durst hat und er hat eine gewaltige Sprungkraft. Und Nachlauf mit Richtungswechsel um die Autos im Hof ist ein sehr beliebtes Spiel.

Wenn es Aimy zuviel wird, beendet die "Große" das Spielen und wenn der "Youngster" das gerade nicht versteht oder einsieht, liegt er schneller auf dem Rücken als man Rumpelstilzchen sagen kann.
Aimy und Ben
Nur abends bei den letzten Leckerlies wird es etwas stressig (da wird Aimy zur Zicke), aber das bekommen wir auch noch in den Griff, schließlich frisst man 3 Stunden vorher völlig stressfrei nebeneinander oder schlabbert nach dem Spazierengehen gleichzeitig aus einer Wasserschüssel...........“


Dann die eingangs schon erwähnte Stelle mit der Hinterlassenschaft,
“ Auch der Durchfall wird besser, heute lag sogar die erste "Wurst" im Hof. Ich glaube, er hat wirklich nur einen nervösen Magen, er reagiert bei vielem noch sehr unsicher, …. „
und der Entschluss:

„Abends hat jetzt jeder von uns einen Hund vor dem Sessel liegen. Selbst wenn wir ihn nicht behalten wollten, könnten wir ihn, glauben wir, nicht mehr weggeben, da würden wir ihn in ein ganz tiefes Loch schubsen. Er macht einen so zufriedenen Eindruck, ist offen für alles, auch wenn es nichts vom Tisch gibt und betteln bei uns nie zum Erfolg führt. Dafür gibt es von 5 Menschen reichlich Streicheleinheiten.

Wir wollen damit sagen, dass Ben ein neues Zuhause gefunden hat.“Ben und Aimy


Wir freuen uns riesig für Ben, denn dass man in dieser Familie auch dann geliebt alt werden kann, wenn man Ecken und Kanten mit- oder hervorbringt, war einst schon Tashiro’s Glück.
Ben und Aimy

 

Gretel hat neue Herzen erobertGretel

Gretel durfte am Valentinstag die Station verlassen und in ihr neues Heim umziehen. Es wartete aber weder Hänsel auf sie, noch eine böse Hexe, sondern ganz nette Leute, die Gretel als Gefährtin für ihre trauernde Husky-Dame mit ins "Hexenhäuschen" genommen haben.

Der verstorbene Vierbeiner hatte eine schmerzliche Lücke hinterlassen, doch die Besitzer entschieden sich trotz ihrer Trauer dafür, einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu geben. Mehrere potentielle Kandidaten wurden angeschaut und beim Gassigehen "getestet", doch Gretel entschied das Rennen ganz souverän für sich. Kein Wunder - ist sie doch eine ganz charmante kleine Hundelady, die auch beim Spaziergang gut zu händeln ist, so dass sie ihr frischgebackenes Frauchen unterwegs wohl kaum "aus den Angeln heben" wird.

Wir wünschen unserem kleinen Sonnenschein und seiner neuen Familie alles Gute und noch viele gemeinsame Jahre in Harmonie und Glück.

 

 

 

 


 

Saski - kaum da und schon wieder wegSaski

Einsam und leer war es geworden nach dem Tod der geliebten Hündin Jessi. Nach einer längeren Trauerphase entschlossen sich ihre Menschen, wieder einen neuen vierbeinigen Kameraden aufzunehmen. Nach über 30 Jahren Leben mit Hunden war das eigentlich eine logische Konsequenz, denn so ganz "ohne" sind Hundenarren ja auch nicht glücklich.

Es wurde ein Termin in der Schwarzwälder Auffangstation vereinbart und die potentiellen Kandidaten wurden in Augenschein genommen. Die Entscheidung fiel letztlich auf Saski, die somit nur zwei Wochen auf ihre Vermittlung warten musste. Nun darf sie ihr sportliches Herrchen auf seinen Touren begleiten. Welch eine schöne Wendung im Leben unserer Saski, die bei den Erstbesitzern zusammen mit einer weiteren Hündin auf sehr begrenztem Raum mit nur rund 2 m² gehalten wurde. Nun ist es vorbei mit der Enge und sie kann die Welt entdecken und erobern. Und außerdem darf sie endlich die endlosen Streicheleinheiten einfordern, die ihr nach eigenem Empfinden gebühren.

Saski

Wir wünschen unserer hübschen Saski und ihren Zweibeinern noch viele schöne Jahre, in denen unser ehemaliger Schützling alles nachholen kann, was sie bisher vermissen musste.
 


 

GismoDer 1998 geborene Gismo musste sich nach einem neuen Domizil umsehen, weil sich die Arbeitszeiten seines bisherigen Besitzers so verändert hatten, dass eine dem Hund gerecht werdende Haltung einfach nicht mehr möglich war – man kann es sich in der heutigen Zeit ja wahrlich nicht mehr aussuchen.

Eigentlich hatte man gedacht, dass Gismo ein wenig länger suchen müsse, da er eine chronische Schilddrüsenerkrankung mitbrachte, die natürlich auch fixe zusätzliche Kosten mit sich bringt. Aber nein, fast umgehend mit dem Onlinegang auf der Webseite fand er Interessenten, die förmlich auf einen wie ihn gewartet hatten, nämlich einen freundlichen, noch agilen, aber nicht nach großen sportlichen Leistungen strebenden Nordischen.

Für seinen bisherigen Besitzer kam die Trennung fast zu schnell, der Weg ins Nordlicht wie der nach Canossa, schwer war das Herz und bitter der Abschied – nein, Gismo war nicht lästig geworden, sondern Opfer der Umstände geworden, gegen die man nicht angehen konnte.

Den kurzen Aufenthalt im Nordlicht fand Gismo, Spaziergänge einmal ausgenommen, ausgesprochen blöd und teilte dies auch lautstark jedem mit, den er im Vorbei- oder Durchlaufen verwischen konnte. Wie konnte man ihn, der es gewohnt war, seinen Bezugspersonen zu folgen, wenn er dazu Lust hatte, nur hier auf begrenztem Raum „dingfest“ machen?

Als seine neuen Menschen kamen und Gismo durch die Art der Begrüßung und im Bewusstsein des vollen Interesses aller merkte, da geht nun was, wurde folgerichtig losgejodelt was die Husky-Kehle hergab – wohl der Schlachtruf „lasst uns hier verschwinden“. Er musste sich noch etwas gedulden, bis dieses und jenes besprochen war, sein Vorbesitzer hatte alles mitgegeben, auch Medikamente und deren Dosierung, das musste ja alles übergeben werden.Gismo

Dann (endlich in Gismos Augen) war es soweit, Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt:

"Die Heimfahrt hat ihm nichts ausgemacht, allerdings findet er den Kofferraum nicht so toll ….

Gismo´s erster Weg führte in die Küche, als wüsste er genau, wo seine Näpfe mit Futter und Wasser auf ihn warten. Er trank einen Schluck und erkundete dann seinen neuen Wirkungskreis.

Ziemlich schnell legte er sich dann unter den Tisch und machte es sich gemütlich, doch lang hielt es ihn nicht dort. Er legte sich mal da und mal dort ab und suchte für sich den besten Platz - nur den für Gismo vorgesehenen Platz hat er noch nicht in Anspruch genommen.

Die Nacht verbrachte er im Wohnzimmer bei meiner Mutter, immer achtsam was sie macht. Jedes mal wenn Mama aufwachte, schaute er sie an und wenn sie nicht aufstand, blieb auch er liegen. Als sie dann aber gegen 6 Uhr aufstand, war auch Gismo fit.

Sie schnappte die Leine, der erste Weg führte in den Garten, dort entwässerte er sich und stürmte wieder rein. Doch das sollte es nicht gewesen sein, er stellte sich vor die Haustür und machte sich bemerkbar: er wollte einen richtigen Spaziergang, den er dann auch bekam und Gismo hat sich super angestellt.

Gismo

Danach war es dann Vater seine Aufgabe mit Gismo zu gehen. Dieser Spaziergang dauerte 1 1/2 Stunden und schien beiden viel Freude bereitet zu haben.
Seinen Platz hat er nun doch unterm Tisch in der Nähe meiner Eltern gefunden.
Sobald sie sich die Jacke anziehen, ist er da und hofft, dass er mit zum Spazieren gehen darf.

Gismo

GismoEr ist ein Dickkopf, wenn er was nicht möchte, dann versucht er dies auch durchzusetzen, dann ist gefragt, wer den längeren Atem hat.
Ein Beispiel dafür ist, dass er nicht in den Kofferraum möchte, das klappt nur mit hängen und würgen. Doch sobald die Tür aufgeht und er hat die Chance, hinten auf die Rückbank zu sitzen, kann man gar nicht so schnell gucken, wie er dann im Auto hockt.

Gismo ist absolut liebenswert, sucht Zuneigung und holt sich seine Streicheleinheiten, er hat auch nicht einmal gejammert. Ab und an schaut er zwar noch etwas suchend, aber er muss sich ja auch erst an die neue Situation gewöhnen.“

Gismo

Gerade für die älteren Hunde freut es uns immer sehr, wenn sie so liebevoll von einem Heim ins nächste begleitet werden von bisherigen und neuen Bezugspersonen und nicht in ein „Loch“ fallen. Wir bedanken uns daher herzlich bei den hier Beteiligten und hoffen, dass noch viele glückliche Jahre miteinander im neuen Zuhause verbracht werden können.


 

Kleine Nervensäge wird Schweizer Staatsbürger

Alana, früher Mia animiert

Zum Glück gibt es immer wieder Menschen, die nach dem Tod ihres geliebten Vierbeiners den Platz in ihrem Herzen einem Tier aus dem Tierheim schenken.

Deshalb und auch weil sie bereits mit Katzen lebte, denn solche sind im neuen Heim vorhanden und sollten durch den Neuzugang nicht mehr als nötig gefährdet werden, durfte Mia jetzt in die Schweiz ziehen. Ihre neuen Menschen hatten schon immer Hunde aus dem Tierschutz und kennen sich von daher auch mit "kleinen Katastrophen" aus, ein Hund muss also nicht bereits beim Einzug perfekt sein. Und das ist bei Mia durchaus gegeben, denn viel Gelegenheit, die Welt zu sehen, Erfahrungen zu sammeln oder überhaupt etwas zu lernen, hatte Mia in ihrem Vorleben nicht, sonst hätte der Amtsveterinär sie nicht dort weggeholt.

Beim Abholen in der Station zeigte sich Mia auch gleich von ihrer besten Seite, mal kurz dem neuen Frauchen auf den Schoss springen um gekrault zu werden, ebenso zackig wieder runter um rasch den Mülleimer umzuschmeißen und dann ganz glücklich mit dem Kopf voller Kaffe Pulver wieder anzutraben..., aber sie durfte trotzdem mit, denn Mia kann man ja einfach nicht böse sein. Zumindest derzeit nicht, denn Nicht-Wissen ist bei Hunden eindeutig auf menschliche Versäumnisse zurückzuführen.Alana beim Spielen

Nicht ganz unerwartet zog Mia, die nun Alana heißt, mit Pauken und Trompeten im neuen Heim ein, allerdings nicht, ohne fast umgehend vom bereits vorhandenen Rüden souverän und vor allem nachhaltig in ihre Schranken verwiesen zu werden:

"Wir haben sie am ersten Abend mit unserm Bolero bei einem Spatziergang zusammen geführt, da hat es eine kleine Rauferei gegeben und Alana hat sich untergeordnet, seither läuft es sehr gut, sie spielen miteinander und hetzen zusammen im Garten herum, auch mit den Katzen gibt es keine Probleme. Das Zusammen-Leben ist als ob es nie was anderes gegeben hätte, eine richtig tolle Tierfamilie."

Dass wir Alana (Mia) mit ihrem noch etwas leicht verschobenen Weltbild, in dessen Zentrum sich der kleine Wirbelwind sieht, in kompetenten Händen wissen und somit die Chancen gut stehen, dass das nun der Realität entsprechend behutsam zurechtgerückt wird, freut uns sehr.

Alana

Und gespannt warten wir natürlich auf weitere Neuigkeiten von unserem Schlawinchen.

Alana
 


 

Sven – vom Pechvogel zum Glückspilz

Sven mit seinem großen Glücknun ja, Sie haben natürlich Recht, Sven ist genau genommen weder das eine noch das andere sondern ein Husky (schließlich vermitteln wir mehrheitlich Nordische Hunde), aber diese beiden Bezeichnungen passen so schön zu Svens Leben voller Gegensätze.

Lange Jahre saß Sven in einem italienischen Tierheim, verwahrt in Einzelhaft zwischen Betonwänden – man fragt sich manchmal, wie die Hunde das tagein, tagaus über eine so lange Zeit aushalten…. Und hätte sich nicht eine Schweizer Tierfreundin seiner angenommen, Sven säße heute noch zwischen seinen Betonwänden…

So aber kam er im schon gereiften Alter nach Deutschland, bezog eine Pflegestelle und setzte behutsam Pfote um Pfote zurück ins Leben – freundlich, interessiert, aber gesundheitlich nicht der stabilste, wen wundert`s bei der Vorgeschichte? Hier ein ganz herzliches Dankeschön an die Pflegestelle, die Sven in all den Wochen so super begleitet und aufgebaut hat.

Sven im GlückNach einigen Wochen Wartens hatte Sven dann zum ersten Mal in seinem Leben Glück, nicht nur ein bisschen, sondern so richtig – so was wie den berühmten 6er im Lotto für Hunde quasi. Denn er fand Interessenten, die nicht nur bereit waren, mit ihrer Hündin hunderte von Kilometern zu fahren um ihn kennen zu lernen und die beiden Vierbeiner einander vorzustellen, sondern in diesen Menschen auch solche, die ihn gesundheitlich so nehmen wollten wie er war und ist – nicht ganz perfekt.

Dass Sven dann im Nachtesten einen grenzwertigen Leishmaniose-Titer hinlegte, konnte diese Interessenten nicht schrecken, mit dieser Materie waren sie hinreichend vertraut, schon einmal hatten sie einem Hund aus südlichen Ländern eine Chance gegeben und es nicht bereut.

Der große Tag kam für Sven und am Ende, ja da saß Sven mit im Auto und startete in ein neues Leben als Aiko, an der Seite von Malamutin Toma, die wie er ein ganz klein wenig zu klein geraten ist, wenn man da nach Rassestandards und anderem geht. Eingezogen ist Aiko im neuen Heim allerdings wie ein ganz Großer – ein ganz großer Markierer, der nicht mal vor Tomas Körbchen Halt machte.

Auch da bissen sich seine neuen Menschen durch, es wurde gewischt, gewischt und noch mal gewischt – der Weg zum gemeinsamen Glück kann ganz schön feucht beginnen….. Ihre Nerven und ihre Zuversicht haben sie sich dabei lächelnd bewahrt, es würde werden, mit Geduld, woher sollte er es auch wissen?
Sven
Und es wurde gut – Aiko (vorher Sven) lebte sich ein und wurde dicht, kommt mit Hündin Toma gut aus und macht seinen Menschen mittlerweile viel Freude. Wir wünschen den Vieren, dass es noch lange Jahre so glücklich weitergehen werde und bedanken uns herzlich – für alles, im Namen von Aiko.
 

Anouk

AnoukAuch Anouk legte einen kleinen Fehlstart ins Leben hin, erst landete sie als Junghündin im Tierschutz, weil man sich das mit dem Husky wohl anders vorgestellt hatte, dann fand sie ein Heim und wurde nach der ersten Läufigkeit schon wieder im Tierschutz abgestellt. Allerdings nicht alleine, sondern „mit Inhalt“, manchmal da weiß man gar nicht, was in den Köpfen mancher Leut vorgeht.

In der Station im Schwarzwald zog Anouk ihre Welpen vollends groß und diese wurden vermittelt, Anouk blieb und fand langsam zurück in das unbeschwerte Leben einer jungen Hündin, wie es eigentlich sein sollte. Von ihrem Wesen her einfach ein Sonnenschein, dem man nichts, aber auch wirklich nichts schlechtes nachsagen konnte, in ihrem Vermittlungstext hieß es daher auch „sollte sie sich eigentlich mit einem Quentchen Verständnis und Geduld nahezu überall eingliedern lassen“.

Ein Jogger und Marathon-Läufer auf der Suche nach einer passenden Trainingsbegleitung bot Anouk dann die Chance, sich bei ihm und seiner Familie einzugliedern. Für die ersten Tage nahm man sich Urlaub und Anouk zog um, ohne größeres Aufhebens zog sie ein und war da, freundlich, nett, umgänglich. Nicht einmal die vorhandene Katze konnte daran etwas ändern, überraschend schnell und ohne Schwierigkeiten arrangierten sich die beiden, etwas das man in der Unkompliziertheit gar nicht zu hoffen gewagt hätte.

Anouk und der StubentigerMit der Rückkehr zum Alltag, irgendwer muss ja auch die Brötchen und das Hundefutter verdienen, die nächste kleine Feuerprobe für Anouk, würde sie mit dem regelmäßigen Alleinesein zurechtkommen? Gedanken scheinen sich um so etwas nur die Zweibeiner zu machen, Anouk geht mit allem so selbstverständlich um, als habe sie nie etwas anderes getan – man kann mitunter nur Staunen über die Vierbeiner und die in ihnen schlummernden Fähigkeiten.
Anouk
Dass Anouk sich auf ihre liebe Art mittlerweile tief und fest in die Herzen der neuen Familie gegraben hat, versteht sich von selber, fast scheint es, als wäre sie schon immer da gewesen. Bleiben wird sie aber – soweit man das überhaupt je sagen kann – für ihre restlichen Lebensjahre und das sind hoffentlich noch einige, schließlich ist Anouk gerade mal Jahrgang 2007.

Ein herzliches Dankeschön an Anouks Familie, die sie so liebevoll und umsichtig eingewöhnt hat.


 
Akena - ErstkontaktDie gut zweijährige Akena war im Rahmen eines Umzugs in die Vermittlung gekommen, leider hatten ihre Erstbesitzer keinen Vermieter gefunden, der ihr ganzes kleines Rudel toleriert hätte. Ein wenig ein „Hascherl“ war sie zunächst, ein wenig zögerlich in der Kontaktaufnahme und doch eine, der man die Motivation anmerkte, etwas gemeinsam mit den Zweibeinern tun zu wollen.

Mit einem Schweizer Paar kamen dann für Akena die Richtigen und sie brachten auch einen Rüden mit, der Akena Gefährte im neuen Heim sein konnte, schließlich hatte sie ihr gesamtes bisheriges Leben immer in Gesellschaft anderer Hunde verbracht.

Schon beim Anblick des Rüden Stone und seinem Verhalten konnte einem so richtig warm ums Herz werden. Obwohl Nordischer Hund und von seinen Rassen her wahrlich nicht der einfachste (Tschechoslowakischer-Wolfshund-Husky-Mix) bestens erzogen und mit einer Anbindung an seine Menschen, die erahnen ließ, wie viel Arbeit da dahinter steckt. Die zugehörigen Zweibeiner sportlich und voller Tatendrang, alle miteinander fanden gleich einen „Draht“ zu Akena und so freute man sich aufrichtig, dass am Ende des Besuches feststand, sie würde die „Vierte im Bunde“ werden. Denn nun wissen wir diese Hündin an einem Platz, wo ihr reichhaltiges Potential gefördert und genutzt wird, trotz mancher noch vorhandenerAkena Unsicherheit und Zögerlichkeit:
Akena
“ Akena ist ein super Hund und mit unserem Stone passt alles super. Er hat ihr sogar seinen Schlafplatz überlassen und liegt neben ihr auf seiner neuen Decke.Stone, Akenas neuer Kumpel


Gestern haben sie zusammen auf einer Wiese gespielt. Sind ein gutes Team/Paar...
Was uns aufgefallen ist, dass sie nicht wie gesagt ängstlich gegenüber Männern ist, sondern allgemein gegenüber Leuten, die sie nicht kennt und Autos.
Aber wir üben und gehen jeden Tag in den Wald, an den See und kurz durch unser kleines Stedtli damit sie sich daran gewöhnt. Sie sucht dann die Nähe von Stone und er genießt das auch.“

Mit neuen Fotos kamen einige Tage später dann noch diese Zeilen:
Akena und Stone beim Sport
"Wir sind mit unserer Entscheidung immer noch sehr zufrieden. Alles funktioniert bestens. Können es uns gar nicht mehr vorstellenAkena und Stone
ohne Akena.. Sie ist manchmal ein wenig zickig, aber Stone macht das ganz gut. So langsam kommen sich die beiden näher und liegen nicht mehr immer mit 2m Abstand nebeneinander..."

Stone und Akena

Akena und Stone