Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
Im Sommer 2008 war ein Bruder-Paar in die Vermittlung gekommen und obwohl es an den beiden dreijährigen nichts, aber auch wirklich nichts auszusetzen gab, saßen die beiden Schönen über Monate „fest“. Einzige Erklärung hierfür vielleicht, dass keiner derjenige sein wollte, der die beiden endgültig trennt……

Rund ein halbes Jahr verging so, doch dann waren endlich Interessenten da, die vor Ort entscheiden wollten, welcher der beiden optisch fast identischen Brüder auf dem Heimweg mit dabei sein sollte.

Gismos neue Familie

Leicht hat man sich die Entscheidung nicht gemacht, man ging mit Gismo, man ging mit Grizzly, diskutierte das Gesehene und ging nochmals spazieren, erst mit dem einen, dann mit dem anderen. Den Ausschlag gab letzten Endes eine Winzigkeit, nämlich die Tatsache, dass Gismo ein klein wenig taffer rüber kam wie sein Bruder Grizzly. Bei dem regte sich nämlich eher der „Beschützer-Instinkt“ der Interessenten und ließ sie zweifeln, ob sie da mit der nötigen Souveränität ans Thema „Alleinebleiben“ rangehen konnten – Hunde registrieren ja mitunter kleinste Gefühlsregungen.Gismo

Gismo, seines Zeichens in der Station öfter mal stinkstiefeliger Großkotz, der seinen Bruder mit Vorliebe an den Rand des Geschehens stellte, fiel irgendwie auf dem Weg ins neue Heim ziemlich in sich zusammen. Es ist ja auch eine gewaltige Veränderung, wenn man als Hund zum allerersten Mal keinen Artgenossen an der Seite hat, auf den man sich beziehen kann.

Doch die Verunsicherung war nicht von langer Dauer, wie Gismo selber feststellt:

„Ich habe mich mittlerweile sehr gut eingelebt. Nach kleinen Anzeichen von Heimweh, in Form von zögerlichem Wasserlassen und Appetitlosigkeit, bin ich nun total aufgeblüht.

Die Umstellung von Gehege zu Wohnung macht mir nicht wirklich etwas aus. Da ich jeden Tag ein paar Stunden unterwegs bin, bin ich zu Hause die Ruhe selbst. Mit ein wenig anfänglichem Gejaule bleibe ich auch mal ein Stündchen alleine. Mein Lieblingsplatz ist allerdings Herrchens Auto, hier gehört mir der Kofferraum ganz alleine - der Ausblick dort ist einfach super.

Stellt euch vor: Die Woche stand Herrchen plötzlich mit einem fahrbereiten grünen Roller vor mir. Den zieh ich mit Leidenschaft gerne durch unseren Park.

Euer Gismo“


Wir freuen uns sehr, dass Gismo sich so gut in seine neue Familie eingepasst hat und wünschen den Dreien noch eine lange und glückliche Zeit miteinander.
 


 

ANIMA
Anima
Mal wieder war ein liebes Husky-Mädel über die Regenbogenbrücke gegangen und hatte eine große Lücke hinterlassen.

Eigentlich wollte man die Trauer noch ausleben, doch die Leere war zu erdrückend. Da ja bereits Husky-Erfahrung vorlag, musste man beim Vorgespräch nicht lange miteinander über die Eigenschaften der Rasse sprechen, sondern konnte sich über die nordischen Lieblinge an sich und die Bewohner der Station im besonderen unterhalten.

Der anschließende Besuch in der Auffangstation unterlegte die Beschreibungen dann mit Bildern und man merkte während des Besuchs, dass man bereit war für einen neuen vierbeinigen Kameraden. Die Wahl fiel auf Anima – die kleine und pfiffige Husky-Hündin, die noch gar nicht so lange in der Station auf neue Menschen wartete. Einmal Kontakt aufnehmen, Gassi gehen und schon war es geschehen – es hat einfach von beiden Seiten gefunkt. Nun darf Anima den Hunde-Platz im Haus einnehmen, die Lücke füllen, aber vergessen ist das andere Hundemädel nicht – in den Herzen lebt es weiter.

Wichtig ist, dass beide Seiten glücklich sind, Anima mit ihren neuen Menschen und umgekehrt und das können wir nur bestätigen. Ein DANKE für die liebevolle Aufnahme von Anima.
 


 
Wer hätte das gedacht, dass Tjumai, nach nicht einmal vier Wochen in Deutschland, so schnell wieder auf die Reise geht?
Tjumai mit einem Teil seines neuen Rudels
Tjumai kam Ende Dezember zusammen mit Anima von Madeira zu uns und genauso unkompliziert wie er kam, ging er auch wieder!
Seine neuen Menschen hatten nicht gerade sehr viel Glück gehabt zum Jahreswechsel, denn innerhalb von 48 Stunden verloren sie beide Hunde. Nach etwas Trauerzeit merkte man schließlich recht schnell, dass etwas fehlte - man wollte einem neuen Hund eine Chance auf ein schönes, sportliches und menschenreiches (7 Personen) Leben geben.

Also vereinbarte man einen Termin, um sich in der Station umzuschauen und eventuell den richtigen Hund zu finden. Sie hatten die Wahl – Hunde standen mehr als genug zur Auswahl, doch welcher war DER Richtige?? Man nahm Tjumai auf einen Spaziergang mit. Seine gelassene, ausgeglichene Art war es wohl, was letzten Endes die Entscheidung fallen ließ. Trotzdem fuhr man erst mal ohne Hund zurück, um im Kreise der Familie nochmal die Eindrücke der verschiedenen Hunde wirken zu lassen, schließlich ist das eine wohl zu überlegende Entscheidung und sollte gut durchdacht sein. Nicht ganz 24 Stunden später sagte man Bescheid, dass es Tjumai werden sollte, der als neues Familienmitglied schnellstmöglich einziehen dürfe. Eine Woche später war es dann soweit und Tjumai wurde von einem Teil seiner neuen Familie in der Station abgeholt.

Wir freuen uns, dass er zu Husky-erfahrenen Menschen gekommen ist und wünschen ihm viele schöne Jahre im Kreise seiner neuen Familie, als vollwertiges Familienmitglied.

 

 

Mitunter kommen Rudel in die Vermittlung, bei denen einem beim Beobachten der Hunde der eine oder andere auffällt, der so gänzlich in der falschen Lebenssituation zu sein scheint, dass sich die Gedanken unwillkürlich öfter mit diesem einen Hund und seiner potentiellen Zukunft beschäftigen.

Mit der siebenjährigen Smilla hatte solch ein Hund in der Station Einzug gehalten, eine angenehme und unauffällige Hündin. Eine die sich schon fast zwanghaft in den Hintergrund des Geschehens sortierte und erst nach Zuwendung nachsuchte, wenn alle anderen ihre Bedürfnisse längst befriedigt hatten.
Smilla im Glück
Für sie sollte es unbedingt ein besonderes Zuhause werden, bei Menschen, die sie wahrnehmen würden, nicht nur heute, sondern auch im Alltag der nächsten Jahre, nicht still und leise sollte sie am Rande des Lebens ihrer neuen Menschen einen Platz für sich beanspruchen, sondern von diesen bewusst, aber ohne wirkliche Forderungen, voll miteinbezogen werden.

In der Schweiz fand man schließlich eine solche Familie, sehr sensibel schon im Vorfeld für die Befindlichkeiten von Smilla und von angenehmer, ruhiger Art. Viele, sehr harmonische und stimmige Gespräche führte man vorab, fand das auf seine Weise anrührende Wesen von Smilla von Anfang auf gleiche Art empfunden und bereits geschätzt.

Das persönliche Kennenlernen Mensch-Hund von Beginn an stimmig, spürbar eine gewisse Vertrautheit, die man gar nicht erwartet hätte. Smilla ging ohne zu Zögern mit ihren Menschen mit, nicht nur auf einen Spaziergang sondern auch später auf die Heimreise, ohne jedes Befremden sprang sie in das ihr noch fremde Auto.

Obwohl aus Draußenhaltung kommend hatte Smilla mit dem Ein- bzw. Umgewöhnen keinerlei Schwierigkeiten, sie war zu Hause angekommen. Die Annehmlichkeiten des Haushund-Lebens genießt sie in vollen Zügen, hatte sie je woanders zum Kraulen und Schmusen gelegen als auf einem Sofa? Vielleicht in einem Bett, denn dieses wärmt Smilla abends schon mal vor, wenn sie merkt, dass ihre Menschen allmählich den Tag ausklingen lassen. Und morgens wird Schichtwechsel gemacht, Frauchen steht auf und Smilla schläft noch eine gemütliche Runde statt Frauchen im nun schon mal warmen Bett weiter.

Ja, wie ein kleiner Satellit hat sie an ihrem neuen Frauchen festgemacht, wo die eine, ist die andere nicht weit. Auch ihrem Herrchen ist sie sehr zugetan, doch zwischen Frauchen und ihr da besteht eine ganz besondere Verbindung, von beiden Seiten aus.

Wir bedanken uns herzlich bei Smillas Besitzern für diese harmonische Vermittlung und wünschen Ihnen allen noch eine lange, glückliche Zeit miteinander.

 

Kurz vor den Weihnachtstagen 2008 kam die Meldung, dass zwei ältere Hündinnen ab zu geben seien, der Besitzer in einer Notlage, Altai bei der Abholungbald ohne Unterbringungsmöglichkeit für die Hunde. Man bat um Daten und Bilder und schluckte, als die Infos kamen, die eine der Hündinnen bereits 14 Jahre alt, dagegen erschien einem die achtjährige wie ein Jungspund.

Man stellte die beiden als Notfall auf der Webseite vor, zwei weitere alte Hunde neben anderen, die Stationen beide gut gefüllt, darunter auch die ältere Hündin Candy, die ein Amtsveterinär aus richtig schlechten Verhältnissen geholt hatte. Für sie gingen dann gleich zwei Pflegeplatzangebote ein und ohne große Erwartungen sprach man Altay, die 14jährige, fast taube Hündin an, wohlwissend die Lebenserwartung einer Elfjährigen unterscheidet sich deutlich von der einer 14 jährigen.

Doch die Menschen erwiesen sich als solche, die ihren Wunsch einem älteren Hund zu helfen, wirklich ernsthaft gemeint und gut durchdacht hatten, es kam nach ein wenig weiterem Überlegen ein eindeutiges „Ja“ zu Altay.

Und Altay, die Hündin, die all die vielen Jahre ihres Lebens immer nur draußen gelebt hatte, erwies sich nicht nur als so gesund und munter wie beschrieben, sie ging auch ganz offen in die für sie neue Situation und sorgte bislang nur für positive Überraschungen:Altay auf der Heimreise

„Altay fühlt sich schon wie zu Hause. Nachdem Bagel und Altay die Platzfrage im Auto geklärt hatten, haben beide die Fahrt verschlafen. Zu Hause angekommen hat sie erst mal das Haus einer gründlichen Kontrolle unterzogen, herausgefunden, wo es Wasser und natürlich Futter gibt und wo man am besten schlafen kann. Bagel hat ihr seinen Sessel überlassen und anscheinend hat ihr das sehr gefallen.

Fernseher kennt Altay wohl nicht, denn die Tiere, die über den Bildschirm flimmerten, fand sie doch sehr interessant.


Die erste große Gassirunde startete voller Elan auf dem verschneiten Feld im Spiel mit dem neuen Kumpel, was uns Menschen, um Knoten in den Leinen zu vermeiden, mittoben ließ. Neue Freunde haben wir auch getroffen, die lassen Altay aber kalt, solange Bagel nicht zu viel Interesse zeigt, dann wird doch mal schnell hallo-gesagt.

Als es Zeit zum Schlafen war, nach einer kurzen „Pullerrunde“ im Garten, hat sich Altay erst das (von Bagel nicht genutzte, aber in Altayguter Absicht angeschaffte) Körbchen im Flur als Schlafplatz gesucht. Als dann aber alle im Schlafzimmer verschwunden sind, fühlte sie sich wohl etwas alleine und wechselte auf eine Decke beim „Rudel“.

 

Hier hat sie durchgeschlafen und im Traum Schlittenrennen gewonnen, im Gegensatz zum Frauchen, das immer mal gucken musste, ob alles ok ist.

Altay

Daneben gegangen ist bis jetzt nichts, sie weiß, dass die Toilette draußen ist.“

Ganz, ganz lieben Dank an Altay’s neue Menschen und an Bagel, der den „Zuwachs“ ebenso herzlich aufgenommen hat wie seine Besitzer und wir hoffen, dass Sie vier noch viele gemeinsame und glückliche Stunden erleben können.

 


 

Linda und ShivaEin Sprichwort besagt „Wahre Freunde erkennt man in der Not“ und Freunde hatte der Besitzer der beiden älteren Hündinnen Shiva und Linda wahrlich.

Diese Freunde fingen Shiva und Linda nach dem Tod ihres Besitzers auf, gaben ihnen Notunterkünfte und bemühten sich sehr, die beiden dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend gemeinsam unterzubringen.

Leider ist die Realität im Tierschutz eine harte, Doppelpacks tun sich unendlich schwer und so war auch die Resonanz auf die Vermittlungsanzeigen bei den rassespezifischen Nothilfen von Linda und Shiva nicht besonders gut. Einzeln ja, da wären sie unterzubringen gewesen, doch gemeinsam sah es nicht gut aus.

Und noch einmal bewies dann einer der Freunde, dass ihm das Wort Freundschaft all das bedeutet, was seit Jahrhunderten Dichter hineinlegen, das zu dem anderen stehen, in jeder Situation. Für Linda und Shiva bedeutet es ein „Ja“ zu diesem Doppelpack, nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen….

Für die beiden unkomplizierten, liebenswerten Hündinnen freut uns dieser Ausgang sehr und wir bedanken uns beim Freundeskreis des Verstorbenen – es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die wirkliche und aufrichtige Freunde sind, auch über den Tod hinaus.

 


 


 

Pépe hat seinen Heimathafen gefunden – dort, wo er schon seit Jahren ankert, an der Seite seiner Menschen.
Pépe
Spät hatten diese ihn im Herbst zur Abgabe gemeldet, ihn, den Rüden, der Kinder nach schlechten Erfahrungen nicht sonderlich prickeln findet – spät deshalb, weil der eigene Nachwuchs schon auf der Welt war und dem Krabbelalter beängstigend nahe.

Als Husky-Mix von eher unspektakulärer Optik tat sich Pépe trotz einer beeindruckenden Liste an Qualitäten in der Vermittlung schwer oder anders formuliert: die Wochen vergingen und nichts tat sich in Sachen Interessent. Und ihn in eine der Stationen zu geben, kam für seine Besitzer nicht in Frage.

Kleine Kinder lassen sich von so etwas in ihrer Entwicklung nicht aufhalten und bald war das Krabbelalter nicht mehr nahe, sondern da. Nein, Pépe mutierte nicht über Nacht zum Kinderfreund, aber er ist seinen Menschen so verbunden, dass er sehr wohl weiß, dass dieses kleine Wesen für seine Bezugspersonen eine ganz besondere Bedeutung hat. Und dies reicht Pépe, um den kleinen Krabbler zu akzeptieren – für seine Menschen, die ihren Pépe eigentlich gar nie nicht hergeben wollten, eine überraschende und vor allem freudige Wendung. Und so bleibt Pépe wo er ist, glücklich und geliebt wie in den Jahren vorher, worüber wir uns aufrichtig mitfreuen.