Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juli 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
Mit Lady kam eine gebürtige Amerikanerin in die Vermittlung, was man zugegeben nicht alle Tage hat und auch von ihrer Rasse her war sie eine echte Besonderheit, zwar hier in Deutschland mangels Anerkennung durch den FCI schlicht ein Mischling, in ihrer Heimat aber eine reinrassige American Escimo Hündin.Lady

Man grübelt ja im Vorfeld bei solchen Hunden oft, ob und wie man sie im Netz präsentiert, da ein solcher Vierbeiner mitunter scharenweise Interessenten anzieht, denen es vorrangig um optische Merkmale geht, weniger um den Hund an sich als Persönlichkeit.

Lady selber waren derartige Überlegungen mit Sicherheit fremd, eine Strategie, wie man am besten zu einem neuen Zuhause kommt, hatte sie aber anscheinend längst. Kaum in der Station eingezogen, startete sie eine Charme-Offensive, die ihresgleichen sucht, gleich reihenweise und in Serie verzauberte sie Personal, Gassigänger und Besucher.

Nicht ohne Wirkung - selbst so manch gestandener und eigentlich gegen sämtliche Offensiven immune Stammspaziergänger ertappte sich später beim heimlichen Zählen der Häupter seiner Lieben und der Frage, ob sich da nicht noch guten Gewissens eins weiter zählen ließe. Auch Überzeugungen, denen lange und gründliche Überlegungen vorausgegangen waren, untergrub sie heimlich - frisch, fröhlich, unkompliziert höhlte sie bestens fundierte Argumente aus und brachte ins Wanken, was eigentlich bombenstabil verankert schien.Lady

Es kam also wie es kommen musste oder wie Lady es ihren neuen Zweibeinern kurz in die Tasten diktierte:

“ Hallo ich bin Lady und zähle zu den Glücksfellen, aber meine Familie auch.
Eigentlich wollte mein Frauchen keinen Hund mehr und so kam sie regelmäßig in die Polarstation, um welche auszuführen. Eines Tages wurde auch ich dort abgegeben und sie ging auch mit mir Gassi. Dabei hat sie sich in mich verliebt und da konnte ich nach drei Wochen Aufenthalt die Station wieder verlassen, juhuuuuuu....."

 

 

 

 


 

Alles was man bis zu ihrer Ankunft in der Station über Husky-Malamute-Dame Ronja wusste, Familienhund, weitestgehend verträglich, erzogen, sprach eigentlich dafür, dass sie keinen langen Aufenthalt im Tierschutz haben würde. Mit dem Ausfüllen des Abgabevertrages ergab sich dann unerwartet noch ein richtiges Trumpf-As für die Vermittlung, denn Ronja hatte im bisherigen Zuhause einträchtig mit einer Samtpfote gelebt – dass das für einen Nordischen eher außergewöhnlich ist, war den bisherigen Besitzern so gar nicht bewusst gewesen. Netterweise schickten sie noch am selben Tag entsprechende „Beweis-Fotos“ und die Erlaubnis, diese zu verwenden.Ronja

Und tatsächlich: kaum war Ronja als Vermittlungshund auf der Internetseite zu finden, hatte sie auch schon die ersten Interessenten. Ein Paar, beide in der Pflege tätig, hatte vor längerer Zeit schon seinen Rüden verloren, einen Husky-Mischling, der von seinen Nordischen Vorfahren nicht nur den Jagdtrieb geerbt hatte. Seine Besitzer hatten ihn und sein Wesen geliebt und etwas gebraucht, den Verlust zu verschmerzen, doch nun schien es beiden an der Zeit, dass erneut ein bellender Vierbeiner einzöge, am liebsten wieder einer mit Nordischen Anteilen. Strikte Voraussetzung dafür aber war, dass die anderen, zwar ebenfalls vierbeinigen aber maunzenden Mitbewohner von dem Neuzugang möglichst wenig gefährdet würden und genau da konnte Ronja ihr Trumpf-As zücken.

Mitte Juli besuchten die beiden Ronja dann in der Station, beschäftigten sich eine ziemliche Weile mit ihr im Gehege und brachen anschließend – weil sich’s grad anbot – gemeinsam mit einer Ehrenamtlichen zu einer Spazierrunde auf. Und weil ein Hund für zwei Leute bedeutet, dass einer eigentlich die Hände frei hat, ging man dann mit insgesamt dreien los, das potentielle neue Frauchen mit Ronja, ihr Partner mit Shiro und eben Aykon mit seiner Lieblingsgassigängerin.Ronja

Nach längerer Zeit mal wieder überhaupt mit Hund unterwegs und dann auch gleich noch in der Gruppe durch Wald und Flur zu streifen, hat den beiden sichtlich Spaß gemacht und so zogen sie, als es eine Woche später ans Abholen von Ronja ging, gleich nochmals los. Diesmal, da des Weges kundig, zu viert, Gehegekumpel Felix durfte die Runde noch mit laufen, aber nur diese, denn mit seiner Katzenfreundlichkeit ist es nicht weit her.

Ronja hat die beiden, die ja nur einmal vorher da gewesen waren, übrigens gleich wieder erkannt und mit Beschlag belegt, so auf dem Dach der Hundehütte kann man sich als Vierbeiner auch bestens in Szene setzen. Und dass sie nach dem Spaziergang nicht mehr ins Gehege musste sondern mit ins Büro durfte war ihr mehr als Recht – das mit dem Tierschutz hatte sie von Anfang an nicht besonders gut gefunden und war sichtlich froh, diesen nun verlassen zu können. Dass man dafür auch noch mal Auto fahren muss (was bislang nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte) nahm sie scheinbar billigend in Kauf – ohne jedes Zögern und ohne einen Blick zurück stieg sie ein und brauste mit davon in ihr neues Leben, das für sie und ihre neuen Besitzer hoffentlich viele gemeinsame glückliche Jahre bereithält.

 


 

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

- eine Redensart, die sehr treffend auf die entscheidenden Wendepunkte in Akoda’s Leben passt.Akoda beim Kennenlernspaziergang

Seine ersten Lebensjahre hatte der etwa vierjährige Alaskan Malamute gemeinsam mit einem Hundekumpel verbracht, die beiden lebten zwar nicht im Haus, wurden aber vom zugehörigen Herrchen gut versorgt und ausreichend bewegt. Das änderte sich schlagartig, als Herrchen einen Unfall hatte und sich von diesem nicht mehr vollständig erholte, sondern eine Gehbehinderung zurück behielt. Es dauerte eine Weile, bis man realisiert hatte, dass dies ein Dauerzustand bleiben würde und es schlicht und einfach nicht mehr möglich war, so zwei selbst für ihre Rasse recht hünenhaft gewachsene Rüden zu bewegen. Schließlich stellte eine Hundefreundin aus dem Umfeld den Kontakt zur Nothilfe her und als Plätze frei waren in der Station, brachte sie Akoda und Alaska selbst in den Schwarzwald.

Nachdem sich das erste große Erstaunen der beiden gelegt und sie sich eingefunden hatten in den Stationsalltag, geriet ihre bis dahin gut funktionierende „Männer-Freundschaft“ ins Wanken, beide erlebten zwar das Gleiche, zogen aber andere Schlüsse daraus und entwickelten sich so in andere Richtungen. Der zweite Rüde, Alaska, der bis dahin so etwas wie Gefolgsmann und bei Bedarf auch Fußabtreter gewesen war, wurde selbstbewusster, was Akoda natürlich wenig gefiel – welcher Herrscher wird schon gerne von seinem Thron gestoßen?

Schließlich konnten die beiden gar nicht mehr miteinander und gingen in getrennten Gehegen ihrer Wege, was beiden auch die Chance verschaffte, sich im alltäglichen Zusammenleben mit einem weiblichen Gegenüber zu üben – man weiß ja nie, was Hund für sein weiteres Leben noch so brauchen kann. Als erster fand Alaska ein Zuhause bei Liebhabern der „Nordischen Lokomotiven“ und eigentlich hatten sich die Vermittler bei Akoda auf eine längere Suche eingestellt – aber wie gesagt, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!Akoda

Denn noch im selben Monat wie sein einstiger Gefährte zog auch Akoda aus, mehr von der Welt zu entdecken. Einem Ehepaar, dessen Malamute-Husky-Mix verstorben war, war er aufgefallen und sie konnten sich – trotz seiner teilweise stark ausgeprägten Malamute-Eigenschaften – vorstellen, ihm bei gegenseitiger Sympathie ein Heim zu geben. Das mit dem „sich mögen“ oder auch nicht, kann man nur von Angesicht zu Angesicht klären, die beiden besuchten Akoda in der Station und zogen alsbald mit ihm los auf einen Spaziergang, schließlich sollte man einen Hund nicht nur mögen, sondern ihn in möglichst allen Situationen auch halten können. Und das mit den Kräfteverhältnissen lässt sich im waldigen Bereich rund um die Station super abklären – Akoda und seine Interessenten waren lange unterwegs, denn irgendwie hatte sich der rechte Weg zurück nicht gleich gefunden. Akoda hätt’s vermutlich gewusst, aber konnte natürlich nichts dazu sagen (hätte er wohl auch nicht wollen, schließlich kriegt man so einen Ausflug mit Überlänge auch nicht alle Tage im Tierschutz) – zurückgefunden hat man schließlich doch und war sich dann absolut sicher: der kommt mit.

Da soll ich rein?Das sagte sich dann leichter, als es letzten Endes getan war, denn schon in der Station war aufgefallen, dass Akoda nicht unbedingt ein Freund von Innenräumen war, man hatte zwar so gut als möglich daran mit ihm gearbeitet, aber so ein Malamuten-Sturschädel braucht ja oft ein bisserl länger, bis er sich wirklich drauf einlassen kann.
Das mit dem Reinlocken ins Auto floppte also und so wurde das Riesenvieh kurzerhand mit blanker menschlicher Muskelkraft auf den Weg ins Glück gehievt – verpackt hat er’s gut, aber es war einem dennoch Beruhigung zu wissen, dass seine Menschen über Haus samt Gelände und Zwinger die Möglichkeit haben, ihn ohne jeden Erfolgsdruck an „drinnen“ zu gewöhnen:

„Nach der Abfahrt war Akoda anfangs sehr aufgeregt und es hat ihm im Auto nicht so richtig behagt.

Nach Auffahrt auf die Autobahn wurde er dann aber ruhiger und begann sich hinzusetzten. Circa ab Sindelfingen hat er sich dann auch gelegt. Heftige Erschütterungen haben ihn aber immer wieder aufgeschreckt. Sicherlich kam in ihm auch die Erinnerung an die Anhängerfahrt zur Station wieder in Erinnerung. Ab Heilbronn war er dann aber doch schon recht ruhig geworden und atmete gleichmäßig. Die letzten 20 min vor Ankunft wurde er aber wieder unruhiger. Wir glaubten erst, dass Akoda sein "Geschäft" machen müsse, aber er hat die 3,5 Stunden durchgehalten.Akoda im neuen Heim

Zuhause angekommen hat er erst einmal alles inspiziert und beschnuppert. Sein Zutrauen zu meiner Frau und mir ist doch recht groß, worüber wir sehr froh sind. Der Zwinger, wie auch alle Türen, behagen ihm nicht. Nach anfänglichem einstündigen Weh ab Mitternacht hat er sich nach unserem Zuspruch dann doch beruhigt. Einmal gegen 3.00h wurde noch mal nach uns gerufen und 5.20h heut morgen rief er zum Wecken. Ich bin dann aufgestanden und wir haben gleich eine Runde gedreht. Gestern Abend und heut Morgen hat Akoda auch gefressen. Wir denken, dass er sich doch recht schnell bei uns einleben wird, noch dazu wo er sich den ganzen Tag frei auf dem Grundstück bewegen kann. In unseren großen "Zwinger" (Wohnhaus) will er vorerst noch nicht mit rein, aber auch das wird sich ändern. Letztendlich müssen wir sagen, dass nach gerade mal 24h doch schon eine gute Zugänglichkeit zu Akoda zu erkennen ist.“

Akda bleibt lieber draussen

Ein herzliches Dankeschön an Akodas Besitzer, die weder weite Fahrt noch manche durch die Lebensgeschichte vorhandene Unzulänglichkeit bei Akoda schrecken konnten und wünschen den Dreien, dass die weitere Entwicklung so verläuft wie angedacht und erhofft.

Akoda

 


 

FritzFür den zwölfjährigen Fritz, der nach dem Tod seines Frauchens fürs erste bei seiner Tierärztin in der Praxis untergekommen war, gingen über uns und auf direktem Weg gleich mehrere Angebote für einen Altersruhesitz ein.
Und weil wer bei seiner Tierärztin Obdach findet, dieser auch besonders am Herzen liegt, wurden die Plätze der Entfernung nach „ins Visier“ genommen – Hintergrund der verständliche Wunsch, Fritz weiteren Lebensweg ein wenig mitverfolgen zu können.

Gleich der erste und ziemlich nahe gelegene Platz erwies sich als Volltreffer für einen Senioren-Husky. An der Seite einer schon vorhandenen Hündin wird Fritz seinen Lebensabend genießen und vielleicht von der vierbeinigen Dame auch zusätzlich ein wenig zu Bewegung motiviert werden – er sollte ja irgendwie noch das derzeitige leichte Missverhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht in den Griff bekommen.

Für Fritz freuen wir uns riesig und vor allem auch darüber, dass es nach wie vor Menschen gibt, die speziell die alten, in Not geratenen Hunde mit tatkräftig helfender Hand unterstützen und ihnen wenn möglich ein Heim anbieten – wohl wissend, dass die gemeinsame Zeit miteinander eine begrenzte ist.

 

 

 


 

Kaum war er da, der erst halbjährige weiß-graue Snow, da war er auch schon wieder weg – ein echter Blitzstart ins neue Leben für einen, der nicht nur das Alleine bleiben noch nicht gelernt hat.Yukon

Sein neues Frauchen sah nämlich nicht die Schwächen, sondern die schon vorhandenen oder sich abzeichnenden Stärken des Jungrüden, Power, Kraft und neben Verträglichkeit auch ein gesunder Respekt älteren Hunden gegenüber. Und das machte ihn zur Ideal-Besetzung für den noch freien Platz in ihrem kleinen Team der Sport-Familienhunde – wobei dem Frauchen durchaus bewusst war und ist, dass der Jungspund neben Toben und später sportlicher Betätigung mit den vierbeinigen Kumpels auch noch Erziehung und weitere Umwelterfahrungen braucht, um wirklich umfassend für ein langes Hundeleben gerüstet zu sein. Eine Verantwortung, die trotz Mehrhundehaltung ernst genommen wird, vorteilhaft hier natürlich, dass ein vierbeiniger Begleiter auch am Arbeitsplatz gern gesehen wird.

Einen „Snow“ sah Frauchen aber nicht in ihm, passt ja auch nicht wirklich zu einem grau-weiß-schwarzem und so wurde Yukon draus, nun auch nicht mehr Deutscher, sondern Eidgenosse:

„da bin ich nun also seit ein paar Tagen in der Schweiz und - hab es huskyglatt!

YukonMeine Kumpels sind durchs Band weg lieb zu mir, na ja, hab mich auch ganz ordentlich unterwürfig gezeigt, jedenfalls den vier älteren. Wir toben und springen den ganzen Tag herum, baden im Weiher mach ich fürs Leben gerne, noch schöner ist es in dem Weiher herumzuplanschen, den Frauchen eingezäunt hat. Der Polar spielt sooo toll mit mir herum, dabei knurrt er dauernd vor sich hin, wie eine alte Maschine, aber er meint es lieb und je toller es wird, je mehr knurrt er.

Yukon am Teich

plantschen im TeichAm Abend bin ich jeweils soo kaputt, dass ich die ganze Nacht durchpenne ohne einen Mucks zu machen. Frauchen freut sich über alles an mir, bin ja auch ein obersüüüüsser Mocke, wie es immer sagt. Und ihr ist es sehr wichtig, dass in der Nacht Ruhe ist, hat sie mir am ersten Abend gesagt; kein Problem das kann ich ja gut.

Gestern durfte ich mit ihr an eine Sitzung ins Geschäft und da hab ich mich natürlich sofort unter den Tisch gelegt und dort mäuschenstill zugehört. Dann haben alle so Freude an mir gehabt und mich geknuddelt und gelobt, ahh hat das gut getan.

Beim Fressen hab ich allerdings noch etwas Bedenken, wenn da sechs andere um mich herum sind. Aber Frauchen hat das bemerkt und damit ich nicht knurren muss, gibt es mir in der Box zu fressen. Da kann ich es in Ruhe angehen wie ich es mir gewohnt bin, und die andern lassen mich zufrieden.

Und immer spricht Frauchen vom Fahrrad und vom Schlitten. Was das wohl ist? Muss ja was tolles sein haben mir die jungen Kumpels gesagt.

Die ganze Meute

Also ich kann euch nur sagen: mir gefällt es hier sehr und ich bleibe!
Ich melde mich dann wieder, denn jetzt geht es ab in den wunderbar interessanten Garten...

Euer Yukon“


 

AlaskaAlaska war als Junghund gemeinsam mit einem etwa gleichaltrigen Malamute-Rüden zu seinem ersten Besitzer gekommen. Die beiden lebten zwar nicht mit völligem Familienanschluss, hatten jedoch ausreichend Bewegung und durch die Wohnsituation am Rande eines Reiterhofs auch viele Kontakte mit Artgenossen. Im Laufe der Jahre kristallisierte sich der andere Malamute-Rüde als der Führende, um nicht zu sagen Herrschende heraus. Eine gravierende Veränderung erfuhr das Leben der beiden durch einen Sturz ihres Herrchens mit daraus resultierender Gehbehinderung. Was früher als Schlaf- und Rückzugsort zwar nicht unbedingt komfortabel, aber grad noch akzeptabel war, wurde nun ihr überwiegender Aufenthaltsort, so oft als möglich, aber doch zu selten kam ein Familienmitglied vorbei, um die beiden zu bewegen. Als sich mit den Wochen zeigte, dass die gesundheitliche Situation des Besitzers sich nicht so verbessern würde, dass er sich wie früher um die beiden noch jungen Rüden kümmern konnte, blieb nur die Abgabe.

Mit dem Um- und Einzug in die Station zerbrach bald die zu Lasten von Alaska gehende Lebensgemeinschaft mit dem anderen Malamute-Rüden. Die speziell ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit und die Zuwendung der Spaziergänger und Betreuer, die es nicht zuließen, dass Alaska weiterhin nur zurückgedrängt und abgeschottet wurde, ließen so etwas wie ein kleines bisschen Selbstvertrauen bei ihm aufkeimen. Eine Entwicklung, die der andere Rüde völlig zu Recht als bedrohlich für seine (Herrscher-)Position empfand und nicht zu tolerieren bereit war – nach einer ernsthaften Rauferei gingen die beiden schließlich getrennter Wege.Alaska

Alaska führte dieser Weg überraschend schnell in ein eigenes Zuhause, zu Liebhabern der Nordischen Rasse, die im Vorfeld gleich mehrfach zu Besuch in die Station gekommen waren. Mit ihrer Erfahrung stehen sie nun dem hünenhaften Rüden bei den ersten gängelfreien und somit eigenverantwortlichen Schritten zur Seite. Es sind vorsichtige, fast noch tastende Schritte, die dieser rund einen Zentner wiegende Hund in die Welt unternimmt, aber dank der ihm zu teil werdenden Unterstützung erfolgreiche, das Kapitel Stubenreinheit ist bis zum „Wuff“ (=bitte mal rauslassen) bearbeitet.

“Nachdem wir bei strömenden Regen Alaska abgeholt haben (ich war nass bis auf die Haut (jedenfalls die Hose), Alaska gar keine Lust hatte Auto zu fahren und in die Hundebox geschoben werden musste (Dank getrocknetem Pansen war es dann doch möglich) hatten wir eine gute und sehr heiße Woche miteinander.

Alaska

AlaskaDie Sorge mit der Stubenreinheit können wir beiseite schieben. Wir waren immer wieder mit ihm draußen (konnten deswegen auch keine mails schreiben) und haben ihn gelobt für seine Geschäfte. Er ist jetzt "stubenrein" und heute morgen hat er sich sogar von selbst gemeldet und mit einem kurzen "Wuff" Bescheid gegeben.

Alaska wird immer mehr zum Hund und getraut sich immer mehr die Gegend abzuschnuppern, in den See geht er täglich baden, allerdings nur bis zum Bauch. Er macht dann ganz langsame Schritte.

Wir freuen uns sehr dass Alaska da ist. Meine Männer bauen jetzt den Zaun (die Lieferung hatte sich verzögert) und ab nächster Woche haben wir Ferien und noch mehr Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen.

Wenn es dann hoffentlich wieder kühler wird, werden wir mit Alaska Autofahren üben, denn er soll mit mir dann mit zur Arbeit kommen.“

Die nächsten Lernschritte haben seine Menschen also bereits ins Auge gefasst, geduldig wird geübt, geübt und nochmals geübt und kein Gedanke daran verschwendet, dass derzeit eigentlich alle verfügbare Zeit in einen Vierbeiner investiert wird. Für dieses nicht selbstverständliche Engagement bedanken wir uns herzlich und hoffen, dass die Früchte der derzeit angelegten „Saat“ in vielen glücklichen gemeinsamen Jahren genossen werden können.

 

 

 


 

 

Nemo und FrauchenDer Weg in ein artgerechtes und ausgefülltes Husky-Leben begann für Nemo mit einer langen Reise, denn er hatte auf Portugals Insel Madeira das Licht der Welt erblickt. Um ihn, der irgendwann als Fundhund aufgegriffen wurde, kümmerte sich zunächst eine Tierschutzorganisation, die ihre Hauptaufgabe vor allem in der Hilfe und Veränderung vor Ort sieht. Um Madeira allerdings „husky-gerecht“ zu bekommen, müsste sich vor allem das moderate Klima verändern, dass selbst an kältesten Tagen kaum die Temperaturen erreicht, bei der man an ein Zugtraining mit Nordischen denken könnte. Und da Tierschützer zwar einiges bewirken können, aber nicht derart großes, liegt die Zukunft der Nordischen aus Madeira weiterhin fern ihres Heimatlandes.

Nemo mit Herrchen

Nemo im BüroNemo erreichte Deutschland spät am Abend, ein Umstand, der zunächst als eher unglücklich empfunden wurde, da man ihm – in der Station herrschte längst Nachtruhe – deswegen noch eine weitere Übernachtung und entsprechende fremde Umgebung zu muten musste. Rückblickend erwies sich dies aber als eine Art Fügung, denn während dieses kurzen Aufenthaltes erfuhr man über ihn vieles, was für seine Vermittlung hilfreich sein konnte und es letzten Endes auch war.

Recht rasch fanden sich für Nemo Interessenten, kein Wunder eigentlich, denn etwas schlechteres, als dass er Fressbares klaut, wenn er die Möglichkeit dazu hat, konnte man ihm nicht nachsagen. Mit den Erfahrungen aus dem Übernachtungs-Gastspiel traute man ihm auch ohne weiteres zu, dass er sein neues Frauchen zur Arbeit begleiten und in der dortigen, nicht ganz ländlichen Umgebung auch bestehen können würde. Denn dies war die einzige wirklich zwingende Anforderung an den neuen vierbeinigen Begleiter, auf alles andere konnte man sich einrichten.

Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und viel zum „einrichten“ gab es nicht, Nemo fügte sich einfach perfekt in seine neuen Lebensumstände ein und ist bereits jetzt nicht mehr wegzudenken:

„Anbei schicke ich Ihnen Fotos von unserem neuen Familienmitglied Nemo.

Er zeigt sich als ein sehr guter Familien und Schmuse Hund.Nemo und die Kuscheltiere

Er ist sehr fit und sehr verspielt, (spielt mit allem, was er finden kann, vor allem Kuscheltiere sind seine Leidenschaft).

Im täglichen Umgang bei mir am Arbeitsplatz hat er sich auch sehr schnell eingelebt und freut sich genau so wie wir über die Mittagspausen, weil er weiß das er da wieder raus darf und in der Stadt umeinander schnuppern kann.

Da ich morgens immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit ihm Gassi gehe, hat er dort auch schon Freunde gefunden und ist super verträglich gegenüber anderen Hunden.

Wir sind wirklich glücklich mit ihm und er zeigt auch uns, dass er ein sehr dankbarer Hund ist.“

 

 

 


 

In den Rassebeschreibungen der Nordischen, zumindest bei Husky und Malamute, findet sich meist ein mehr oder minder deutlicher Hinweis auf das Lauf- und Zugbedürfnis der Hunde, weniger oft steht da, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt.Maruscha

Eine solche Ausnahme war im Mai in die Vermittlung gekommen, eine klein gewachsene, bei ihrer Ankunft auch noch ziemlich pummelige Malamuten-Dame namens Maruscha. Schnell war klar, dass diese Hündin mit geschätztem Geburtsdatum 2003 auch mit schmelzenden Pfunden keine „Rennsemmel“ werden würde – gemütlich, recht verträglich und am liebsten fern aller hektischen Umtriebe präsentierte sich die Dame in der Station, eine, die schon mal lieber für sich blieb um ein Schläfchen abzuhalten statt sich am Geplänkel der vierbeinigen Mitbewohner zu beteiligen. Spaziergänge fand sie natürlich so toll wie alle anderen auch, allerdings unter der Maßgabe „bitte nicht hetzen“ und „nicht zu viel Sportlichkeit erwarten“, Maruscha gehört zu den wenigen Nordischen, für die ein quer über dem Weg liegender Baumstamm ein echtes Hindernis darstellen kann.

Andere Eigenschaften des Malamuten fanden sich hingegen recht ausgeprägt bei Maruscha, mitunter stur, oft eigenwillig und mit sehr klaren Vorstellungen behaftet, was sie wollte oder nicht wollte. Zu dem nicht Gewollten gehörte auf jeden Fall der Aufenthalt im Tierschutz, zu viele Umtriebe und für sie zu wenig menschliche Nähe, auch wenn sie gerne darüber bestimmt, wie viel und was sie wann zulässt. Und so wurde Maruscha mit den Wochen nicht wie die meisten umgänglicher, sondern eher knurriger, nicht im wörtlichen Sinne, sondern hinsichtlich der Grundstimmung. Die rutschte zusehends in Richtung Keller, was den Umgang mit ihr an manchen Tagen echt ein wenig schwierig machte, denn an denen konnte man ihr eigentlich – egal was man tat oder nicht tat – nichts recht machen.

Normalerweise dauert es ja, bis so ein besonderer Topf sein Deckelchen findet, aber da war Maruscha das Glück richtig hold. Einige Wochen vor Maruschas Ankunft war eine ältere Husky-Hündin namens Laika von ihrem Besitzer auf ihrem letzten Weg begleitet worden und hatte eine riesige Lücke hinterlassen. Trotz mehr oder minder regelmäßig gesittertem Hund der Tochter kam sich das Herrchen irgendwie verloren vor, still war es in Haus und Garten an vielen Tagen und auf Dauer einfach nicht vorstellbar. Also das Internet bemüht und Vermittlungsseiten aufgesucht – es folgte die erste, wenn auch nur virtuelle Begegnung mit Maruscha, die nachhaltigen Eindruck hinterließ.Endlich im AutoDennoch ging man offen an den vereinbarten Stationsbesuch heran, konnte sich durchaus auch einen anderen Begleiter vorstellen als jene als Favoritin ausgemachte Hündin, allerdings zu alt sollte der Vierbeiner auch nicht sein, ein oft geäußerter und verständlicher Wunsch, wenn man eben erst einen Kameraden verloren hat. Zum Spaziergang geladen wurden schließlich nach einander Maruscha, Basko, Nanouk und Felix und hinterher stand fest: mit Maruscha und dem neuen Herrchen hatten sich zwei gesucht und gefunden, das harmonierte von Anfang an. Auch zur Abwesenheitsvertretung von Herrchen im Fall des Falles, seinem Sohn, der gefahren war, weil das neue Herrchen selbst kein Auto hat, fand Maruscha gleich Zugang, so dass einer gemeinsamen Abreise nichts mehr im Wege stand.

Na ja, fast, denn da war ja noch die Sache mit dem Einsteigen ins Auto, die Maruscha vor die allerletzte sportliche Herausforderung ihrer Stationszeit stellte. Wo ein Wille ist, ist meist auch ein Weg, die Vorderpfoten bekam sie alleine hoch gehievt, das Hinterteil durfte dann ein freundlicher Stationsmitarbeiter hinterher tragen, Maruscha eben wie sie leibt und lebt. Ihr und Ihrem Herrchen wünschen wir eine hoffentlich noch lange gemeinsame Zeit miteinander und dass ihr Umgang miteinander immer so harmonisch sein werde wie beim ersten Kennenlernen.


 

„Das ist doch wie verhext!“ könnte sich ein Ehepaar im Vorfeld des ausgemachten Stationsbesuches gedacht haben. Denn irgendwie schien alles schief zu laufen, das Auto vermeldete kurz vorher „mit mir nicht“, so dass ein Leihwagen organisiert werden musste, am Reisetag morgens vertrat sich das Frauchen so heftig den Fuß, dass es nur noch humpelnd vorwärts ging und auch das Wetter war nicht unbedingt reisetauglich, die unterwegs durchquerten Regengebiete so stark, dass teilweise Stillstand herrschte.

Doch abhalten konnte das alles die Familie nicht, dazu waren dem Entschluss zu viele Wochen des Überlegens und des Verarbeiten des Verlustes von Hündin Cheyenne vorausgegangen, die nach langen und glücklichen gemeinsamen Jahren hoch betagt verstorben war. Im ersten Schmerz hatte man noch gedacht „nun aber kein Hund mehr“, doch mit den Monaten hatte sich gezeigt, dass für langjährige Hundebesitzer eine gehörige Portion Wahrheit in dem Satz von Heinz Rühmann „Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht.“ liegt. Und da beide vom Husky-Virus wollständig infiziert sind, war der weitere Weg klar „Einmal Husky, immer Husky!".Leon mit seinen neuen Menschen

In die Station kam man sehr offen, ein insgesamt vielleicht etwas ruhigerer Vertreter sollte es sein und nicht zu alt, denn zu schnell wollte man nicht wieder Abschied nehmen müssen. Den Weg durch die einzelnen Gehege nahm man trotz des verletzten Fußes auf sich, nahm sich Zeit für die Hunde und lies die Beschreibungen und Erzählungen zu den einzelnen Vierbeinern auf sich einwirken. Eine erste Liebelei erwies sich so schnell als Strohfeuer, denn das passte nicht wirklich zu dem, was man erhoffte und erwartete für ein unbeschwertes Miteinander im Alltag. Wobei man nicht nach dem perfekten Hund suchte, sondern nach einem, mit dem man eine gemeinsame Basis haben würde, von der aus sich in die gewünschte Richtung arbeiten ließe.

So war es denn auch nebensächlich, dass diese Basis sich bei Leon, dem eher klein gewachsenen Husky mit dem Schuss ?, fand. Und der ist ja, wenn man seine Stärken betrachtet, wirklich auch ein klasse Hund, fröhlich, sportlich, aber nicht wirklich zugstark oder -willig und seinen Bezugspersonen sehr zugewandt, so sehr, dass er beim Spazierengehen in der Regel (also kein Wild im Näschen) auf Zuruf geradezu begeistert kommt und Beschäftigungsangebote nur zu gerne annimmt. Was dann auch gleich den Gedanken an Hundeschule vor des potentiellen Frauchens Auge aufsteigen ließ, denn da kann man ja mit viel Spaß ganz unterschiedliche Dinge miteinander ausprobieren und sich daraus das letzten Endes für beide Passende aussuchen. Nicht nur in der Hinsicht ein guter Gedanke, denn an Leons Schwäche, zumindest an der einen bislang bekannten, seiner mitunter vorhandenen Stinkstiefeligkeit anderen Hunden gegenüber, könnte man da auch weiterarbeiten. Denn unverträglich ist er ja nicht, in den Wochen und Monaten seines Stationsaufenthaltes lebte er doch mit so einigen anderen Hunden zusammen, wobei es merkwürdigerweise mit dem ebenfalls nicht unbedingt smarten Shiro noch am besten geklappt hatte.Leon und das humpelnde Frauchen

Da alles andere stimmig und der junge Rüde für das neue Frauchen selbst humpelnd gut führbar war, ging schließlich auch für Leon die Stationstür ein letztes Mal auf. So endete der Tag, der für die Menschen mit so vielen Widrigkeiten begonnen hatte, nicht nur für sie, sondern auch für Leon glücklich. Ihnen und Leon wünschen wir, dass sie nicht nur miteinander glücklich sind und für ein hoffentlich langes Hundeleben bleiben, sondern dass es im Laufe der Zeit auch gelingt, die schon erwachsenen Kinder wie bisher in das Miteinander mit einzubeziehen. Denn diesen wurde die Liebe zum Hund, wenn auch nicht zum Nordischen, weitergegeben und es wäre schön, wenn die Familientreffen wie bisher auch mit allen Hunden stattfinden können.