Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im September 2009 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
HoneyDie einjährige Honey war in den Tierschutz gekommen, weil ihr noch junger Besitzer zwar beste Vorsätze für die Hundehaltung und mit dem Besuch einer Hundeschule auch gute Ansätze gehabt hatte, im Alltag aber schließlich an der Umsetzung der dauerhaften Verantwortungsübernahme scheiterte. Hundebesitzer ist man eben 365 Tage im Jahr und in Schaltjahren noch einen mehr, bei gutem Wetter ebenso wie bei Wind, Regen oder in sommerlicher Hitze und auch dann, wenn einen berufliche oder private Verpflichtungen in unvorhergesehenem Ausmaß beanspruchen.

Mit Verantwortung und Verpflichtung hatten sich die Besitzer des Rüden Said im Vorfeld seiner Anschaffung hinlänglich auseinandergesetzt, mit dem Wesen des Nordischen allerdings weniger, als Husky (nicht als Hund) stolperte Said quasi ungeplant in ihr Leben. Was andere schon mal zum Scheitern bringt, nämlich all die kleinen und den Alltag nicht immer unbedingt vereinfachenden Besonderheiten der Nordischen, rief bei ihnen erste Anzeichen des Husky-Virus hervor.

Rund zweieinhalb Jahre später war er dann nicht mehr weg zuschieben, der Wunsch nach einem zweiten Nordischen, ein erster Besuch in der Station im Schwarzwald folgte. Mit vielen Eindrücken und zwei klaren Favoriten in Kopf und Herz fuhr man nach Hause, das Gesehene und Gehörte überdenken.Honey und Said

Beim erneuten Besuch in der Station einige Wochen später kristallisierte sich schließlich ein ganz anderer Hund als eigentlich zunächst gedacht als Quartett-Kandidatin heraus, die junge Honey. Denn sie passte sowohl in die heutige wie auch in die für die Zukunft geplante Lebenssituation hinein.

Beim Kennenlernen von Said und Honey zeigte sich wieder einmal, dass ein Stationsaufenthalt gerade für die Hunde, denen es zunächst (meist mangels Gelegenheit zu Kontakt- und Spielmöglichkeiten im früheren Heim) etwas an sozialer Kompetenz mit Artgenossen fehlt, bereichernd sein kann – Honey hatte viel dazu gelernt in den letzten Wochen und kam mit Said auf Anhieb zu Recht.

Honey ging also mit auf die Heimreise und hat sich schon bestens eingelebt, sogar ihre Erinnerung an die einstigen Hundeschulbesuche und das Gelernte wieder entdeckt. Das Angebot, darauf aufzubauen, werden die neuen Besitzer Honey auf jeden Fall machen (Said ist ein bekennender Agility-Fan), ob sie es annimmt, steht ihr aber frei.

“ jetzt ist Honey schon fast einige Tage bei uns und es wird Zeit euch zu sagen, dass alles bisher wirklich gut klappt.

Said und Honey beim SpielAm ersten Tag war bei unserem Rüden noch eine leichte Irritation zu merken, dass er nicht weiterhin unser ein und alles ist. Bei Honey ließ die Begeisterung ihm gegenüber vor allem dann rapide nach, wenn es ums Füttern ging...
Diese beiden kleinen Startschwierigkeiten haben dann aber Tag für Tag nachgelassen und schon jetzt merkt man nichts mehr davon.

Die beiden spielen viel miteinander, wobei Said viel Rücksicht auf sie und ihre doch deutlich kleinere Körpergröße und -masse nimmt (von wegen grober, stürmischerer Tollpatsch, wie wir das vom Spiel mit anderen Hunden kennen) und auch Honey kann ganz schön wild und stürmisch werden.

Überhaupt genießt unserer "Großer" ihre Anwesenheit sichtlich- zu zweit ist es einfach unterhaltsamer und auch Mauselöcher kann man zu zweit besser untersuchen...
Auch ein erster kurzer Versuch am Fahrrad mit beiden, hat gut geklappt und Honey hat Said fast die ganze Arbeit abgenommen (klein aber oho). Das werden wir auf jeden Fall ausbauen.

Said und Honey am RadDer erste gemeinsame Spaziergang mit einem befreundeten Hund und das anschließende Spiel im Garten lief super. Honey war zu Beginn etwas zickig gegenüber der anderen Hündin, konnte dann aber nicht genug mit ihr spielen und die andere Hündin hatte kein Problem mit dem "Angiften" zu Beginn, sondern spielte fleißig mit.

Beim Gassi gehen, sind wir positiv überrascht, dass Honey beim Rufen ihres Namens eigentlich immer sofort aufschaut und freudig weiter mit läuft, sogar wenn ihre Nase gerade in einem Mauseloch etc. steckt (das kennen wir von Said so nicht- die Maus ist oftmals interessanter als wir!)

Wir haben das Gefühl, dass Honey seit sie die Wohnung betreten hat, altbekanntes wieder erkannt hat und dies auch sehr genießt. Sie hat sich auch schon eine Decke neben der Couch als ihr Platz auserkoren, wo sie sich gern ausgiebig am Bauch kraulen lässt.

Sobald es wieder neues zu berichten gibt, melden wir uns wieder, bis dahin
Vielen Dank für einen tollen und lieben Husky!“

Fröhliche SpielstundeAuch wir sagen Danke für die konstruktiven Gespräche im Vorfeld, die Offenheit für die verschiedenen Stationsbewohner und die überlegt getroffene Wahl und freuen uns, wenn zukünftig der eine oder andere Bericht von Honey und Saids Leben bzw. dessen Highlights für die „Post von schon lange glücklich vermittelten Hunde“ eingeht.

Honey und Said

 


 

Mina

Mina und NanoukIrgendwie schien Mina so ein bisschen das Pech an den Pfoten zu kleben, erst hatte sie lange von Spanien aus erfolglos nach einem Zuhause suchen lassen und war schließlich von den ursprünglich für sie verantwortlichen Tierschützerin in die Station im Schwarzwald gegeben worden. Aber auch hier tat sich in Sachen Vermittlung zunächst nichts, bis Mina eher zufällig Interessenten beim Besuch vor Ort für sich gewinnen konnte. Eine Chance, die sie dann leider nicht zu nutzen wusste, im häuslichen Bereich angekommen, führte sich Mina bald auf wie die sprichwörtliche „Axt im Walde“. Mina musste also zurück in die Station und hatte dort das Glück, erneut einen Malamuten als Wohngemeinschafts-Partner zu bekommen, denn irgendwie schien sie für die „Nordischen Lokomotiven“ ein Faible zu haben, vermutlich auch, weil diese ihr und ihrem Temperament gewachsen waren.

Als Interessenten mit einem Malamute-Rüden nach dem Verlust ihrer Hündin Brandy nach einem Zweithund Ausschau hielten, war Mina vorzuschlagen daher ein nahe liegender Gedanke. Dieser stieß auf offene Ohren, denn beim Betrachten der einzelnen Hündinnen im Internet war sie bereits aufgefallen.

Der Eindruck vom ersten gemeinsamen Spaziergang von Nanouk und Mina war allerdings ernüchternd, erst Knurren hier und Knurren da, dann gewolltes und sehr deutlich gezeigtes Ignorieren – nach dem Beginn einer tragfähigen Freundschaft sah das wahrlich nicht aus. Die Interessenten fanden es schade, wir auch und daher versuchten wir es anders, kurzerhand wurde ein Gehege frei geräumt und Nanouk und Mina für ein zweites „Date“ zur Verfügung gestellt.Mina und Nanouk

Warum auch immer, ging es nun besser, schließlich sogar ausgesprochen gut, auch wenn Nanouk keinen Zweifel daran ließ, dass es an seiner Seite keine Mina-Herrschaft geben würde, ein Malamute mit echten Führungsqualitäten eben. Mina, die bis dahin noch jeden unter ihre Fuchtel bekommen hatte, lenkte fürs Erste ein, sie hoffte wohl insgeheim, Nanouks Autorität im Laufe der Zeit irgendwie zu untergraben.

So verließ Mina die Station also ein zweites Mal, der Heimweg verlief problemlos und auch in den häuslichen Bereich gliederte sie sich rasch ein. Dort allerdings wartete die eine oder andere Überraschung auf Mina, ganz gezielt versuchten die neuen Besitzer, bei Mina das Verhalten abzurufen, das beim ersten Mal zum Scheitern der Vermittlung geführt hatte. Doch Minas Sammel- und Horteleidenschaft scheint irgendwie abhanden gekommen zu sein, egal was man (absichtlich) verlockend rumliegen lässt, es bleibt an Ort und Stelle.

Vielleicht liegt das an Nanouks Anwesenheit, der weiterhin das „Sagen“ inne hat, obwohl Mina mit schönster Regelmäßigkeit bei ihm anfragt, ob die Regeln nach wie vor die selben sind. In der Beziehung ist Nanouk allerdings nicht minder hartnäckig wie Mina, ruhig und besonnen macht er ihr ein ums andere Mal klar, dass an ihm kein Weg vorbeiführt und das ist wohl auch gut so, denn Mina präsentiert sich im Alltag nur von ihrer Schoko-Seite.

Mina und Nanouk holen ihre Streicheleinhaieten

Wir freuen uns sehr, dass Mina in Nanouk und seiner Familie endlich diejenigen gefunden hat, die es verstehen, das Beste aus ihr herauszuarbeiten und hoffen, dass alle miteinander noch viele gemeinsame fröhliche Jahre miteinander verbringen können.


 

Farina

Einst in der Hoffnung auf bessere Vermittlungsmöglichkeiten vom Tierheim Bamberg aus einem kleineren Tierheim übernommen, wartete die etwa 1995 geborene Malamute-Hündin Farina lange Wochen, Monate und Jahre auf ihre Chance. Jetzt aber hat sie es geschafft und kann ihren Lebensabend in einer Familie verbringen und all die damit verbundenen Annehmlichkeiten genießen, die man im Tierschutz selbst unter besten Bedingungen eben nur ansatzweise hinbekommt.
Wir freuen uns mit dem TH Bamberg für Farina und hoffen, dass ihr noch möglichst viel Zeit bleibt, um ihr kleines Glück auszukosten.

 


 

VilaDie Station im Schwarzwald hatte Vila, die aus Kroatien kommend in die Vermittlung gelangt war, ganz schön umgetrieben. Frisch, fröhlich und voller Tatendrang hatte sie sich mit allem beschäftigt, was in ihre Reichweite kam, was den Dingen nicht immer gut tat – ihr gram zu sein schaffte aber keiner lange, zu deutlich war zu sehen, wie unterfordert diese vorwiegend Nordische Hündin war.

Einige Wochen musste Vila warten, bis Menschen kamen, die sich weder von der unbekannten Vorgeschichte noch der mangelnden Erziehung oder der reichlich vorhandenen Energie schrecken ließen, sondern vor allem das große Potential der jungen Hündin sahen, das bislang ungenutzt war.

Was manchen wie ein Abenteuer anmuten mag, war hier Herausforderung und bereits die erste Rückmeldung zeigt, Vilas jetzige Besitzer lagen mit ihrer Einschätzung genau richtig:

„Vila ist jetzt fast 5 Tage bei uns und eins ist klar, uns drei wird so schnell nichts trennen!
Wir haben die Bedeutung von "Vila" nachgesehen. Im Kroatischen heißt es "Fee" oder "Elfe" und dies ist wahrlich ein passender Name wie wir finden!

Gegen jede Erwartung hat Vila bisher nicht unser Haus komplett auseinander genommen. Ganz im Gegenteil, im Haus bleibt sie entspannt und fühlt sich sichtlich wohl. Wir geben auch unser bestes, sie mit ausgiebigen Spaziergängen auszulasten. Seid zwei Tagen hat sie den Garten für sich erobert und genießt es im Schatten auf der Wiese zu liegen oder alles neugierig zu beschnuppern.Vila
Wir sind uns mittlerweile ganz sicher, dass unser "Husky" einen ganz gehörigen Schuss Schäferhund beinhaltet, da sich Vila besonders lernwillig zeigt und in der kurzen Zeit schon einige Kommandos gelernt hat. Aber ihren Dickkopf hat sie selbstverständlich nicht ganz aufgegeben.

Vila geht neugierig und freundlich auf alles Neue zu und lässt sich auch von Rückschlägen nicht einschüchtern. Seid sie am Montag im Auto eine schlimme Übelkeit "überwältigt" hat, zeigte sie sich nicht mehr ganz so begeistert vom Fahren. Aber dank positiver Verstärkung  sieht es so aus, als ob sie wieder auf einem guten Weg ist.

Alles in allem war es ein sehr guter Anfang und wir sind optimistisch, dass wir die nächsten Herausforderungen (u.a. alleine bleiben & Tierarzt) gut meistern werden.“

Vila

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Vila freuen wir uns, dass sie gemeinsam mit ihren neuen Besitzern bereits ein erstes gemeinsames Fundament geschaffen hat und hoffen, dass sich darauf noch vieles aufbauen lässt. Und wer weiß – vielleicht findet ja das eine oder andere von dem, was nun folgt, später einmal Eingang in die Lange-schon-Glücklich-Seite?

 


 

Jetzt durfte Delta auch ein Glücksfell werden!Delta

Viel zu lang hat es gedauert, bis auch die hübsche und durchaus etwas eigensinnige (was ihre Freunde betrifft) Delta ein neues zuhause finden konnte.

Campino, vor 7 Jahren einjährig von der Nothilfe vermittelt und selbst ein Problemhund ist nun ihr neuer Fellgeselle, nachdem er sich in großer Trauer von seiner Mentorin Benita verabschieden musste. Sie die leider viel zu früh mit 9 Jahren von ihm ging, war ihm Leithund, Vorbild und Leuchtturm in all den Jahren. Umso wichtiger war es, dass er schnellstmöglich eine neue Bezugshündin an seine Seite bekommt.

Delta und Campino

Diese sollte souverän, etwa gleichaltrig, sportlich und zugänglich sein. Dies alles glauben wir in der 9-jährigen Delta gefunden zu haben, die sich in kürzester Zeit an ihr neues Zuhause nach 1 Jahr Tierschutz gewöhnt hat - gerade so als würde sie schon immer hier leben. Und der man ihr Alter nun gar nicht ansieht.

Sie und Campino tolerieren sich, erste zaghafte Ansätze für gemeinsames Spiel sind sichtbar. Leider ist er noch ziemlich gehemmt und zurückhaltend, ist sein schmerzlicher Verlust doch erst 4 Wochen her.

Campino und Delta

Wir sind froh, wieder eine quirlige Hundedame im Haus zu haben, die sich Menschen gegenüber nur von der Schokoladenseite zeigt. Campino wird noch etwas Gewöhnungszeit an die schlanke Neue benötigen, die zudem noch größer ist als er. (Ist für Männer wohl ab und zu ein Problem) Aber wir sind guter Hoffnung, dass die beiden zusammenwachsen werden. Davon vielleicht später mehr...

 


 

Oumiak

Oumiak und HawkOumiak, ein im Februar 1998 geborener Husky-Rüde, der in einem elsässischen Tierheim zur Vermittlung stand, fand bei einer sehr netten und huskyerfahrenen Familie am Bodensee ein Zuhause. Dort war die Stelle des vierbeinigen „Rudelbosses“ vakant – eine Aufgabe, der Oumiak der Beschreibung nach mehr als gewachsen schien. Dass ihr Bauchgefühl sie nicht getäuscht hatte, zeigte Oumiak seiner neuen Besitzerin von der ersten Minute an, souverän ging er die Begegnung mit dem bereits vorhandenen Rüden und allen Familienmitgliedern an. Hawk, der bereits in der Familie lebende Rüde, zeigte sich mit Frauchens Auswahl ebenfalls einig, ihm fehlte der selbstsichere Kumpel im Alltag auch am meisten.

Oumiak und Hawk

Wir freuen uns gemeinsam mit den zuständigen Vermittlern sehr für Oumiak und wünschen dem nun wieder kompletten Familienverband eine lange und immer so harmonische Zeit miteinander wie am Tag des Kennenlernens.


 

Kajo kommt – und wir sind komplett

Kajo, ehemals Shandor

Deshalb holten wir uns nach August 2006 (Akim/silber), August 2007 (Shira/schwarz), Dezember 2008 (Yukon/braun) nun unsere Nummero quattro, denn der Huskyvirus hat nun endgültig zugeschlagen.

Denn ein Husky allein ist einsam,
Zwei sind kein Rudel,
Drei ist eine ungerade Zahl,
und Vier ist „simply the best!“
Die Viererbande

 

 

Wir sind überglücklich mit unseren vier Hunden, - Entschuldigung: HUSKIES natürlich, sie sind unsere Familienmitglieder, unser emotionaler Ausgleich, unsere Fitnessgeräte, unsere Schmusebären und –bärin und natürlich unsere Grenzenaufzeiger (im Bezug auf Fitness und Hundeerziehung – kann man bei diesen Augen „Nein“ sagen – nicht immer!!!)

Wir lieben alle vier heiß und innig und sind der Nothilfe und vor allem Gert Müller sehr dankbar für Ihr Engagement für diese tolle Rasse. Herzlichen Dank!!!

 

 

 

Beim JoggenUnd jetzt ein paar Fotos:

 

 

 

Beim Joggen im Moos, eigentlich laufen wir ja immer 2:2, das Silber-Team (Akim & ich) und das Mixed (schwarz/braun- Shira & Yukon), aber einer musste ja das Foto für Euch machen.

 

 

 

 

Auf dem Hundespielplatz, da kann ich rennen wie ein Blitz:
Kajo auf der Hundewiese

Im Auto nach dem Joggen, hier gibt es ja so viele tolle Strecken.
Die Meute im Auto

Ich bei der Gartenarbeit, denn einer muss ja aufpassen, dass der Wind den Abfallsack nicht weg weht!!!
Kajo im Sack

Hier bin ich beim Fische zählen, eigentlich will ich sie ja fangen, aber das finden meine Menschen nicht so toll. Ich hab ja eh erst einen erwischt, und der war nun wirklich ganz klein!!!

Kajo zählt Fische

 


 

Es gibt nur wenige Bereiche des Lebens, in denen sich so häufig wie in der Tiervermittlung zwei an sich traurige oder schicksalhafte Ereignisse zu einem neuen Glück verbinden, ähnlich der Mathematik, bei der das Malnehmen zweier negativer Zahlen ein positives Ergebnis ergibt.

Die Hunde in den Stationen haben alle auf die eine oder andere Weise ihr „Päckchen“ zu tragen, jeder sein ganz eigenes, es gibt viele Gründe, die den Tierschutz zur vorübergehenden Zuflucht für einen Vierbeiner werden lassen. Auch manche der Interessenten bringen ihr Packerl mit, nicht selten ist es der Verlust eines geliebten Kameraden, der den Weg bereitet für das Glück eines anderen.

In der zweiten August-Hälfte kam eine Interessentin in die Station, deren noch recht junger Rüde einige Zeit vorher völlig überraschend krankheitsbedingt verstorben war. Dauerhaft ohne Hund zu leben, ist zwar möglich, aber für jemanden, der bereits seit Grundschultagen daran gewöhnt ist, dass der Tagesablauf auf die Bedürfnisse eines vierbeinigen Begleiters ausgerichtet ist, nicht unbedingt erstrebenswert.Felix

Viel Zeit brachte die Dame an diesem Tag mit, denn ihre einzige Vorgabe war, dass es wieder ein Nordischer sein sollte, vor Jahren mehr zufällig an die Rasse geraten, war daraus längst Passion geworden – „einmal Husky immer Husky“ wie es so schön heißt. Auch wenn am Ende nur einer der Glückliche sein konnte, genossen die Stationshunde die ihnen jeweils zuteil werdende Aufmerksamkeit, nette Besucher sind stets eine gern angenommene Abwechslung.

Der berühmte „Funke“ sprang dann bei dem neunjährigen Felix über, den seine Jagdleidenschaft in Nachbars Gärten in den Tierschutz gebracht hatte. Trotz aller Freude für Felix musste man riskieren, den Funken noch vor Ort gleich wieder zu ersticken und gab zu bedenken, dass Felix mit kleinen Hunden nicht kann und damit sehr verantwortungsvoll umgegangen werden sollte. Welche schwierigen Situation daraus im Alltag angesichts freilaufender (und nicht hörender) „der-tut-Nixe“ entstehen können, brauchten wir nicht näher ausführen, hier unterhielt man sich auf einer reichhaltigen gemeinsamen Erfahrungsbasis.

Am Ende des Tages strahlten dann zwei für die Abschiedsfotos, Felix und sein neues Frauchen, gesucht und gefunden eben. Ab sofort ist Felix nun wie Frauchen Pendler zwischen Deutschland und Holland, hat nicht nur ein, sondern gleich zwei Zuhause, was ihm aber vermutlich nicht weiter wichtig sein wird. Hauptsache mit dabei und wieder eine ganz eigene Bezugsperson, statt Stations-Alltag endlich wieder Familien- und Haushund-Dasein – Felix ist, wie die ersten Rückmeldungen zeigen, nun nicht nur dem Namen nach der „Glückliche“ sondern auf ganzer Linie. Unser Dank geht an seine neue Besitzerin, die ihm und seinen Eigenheiten so bereitwillig ihr Herz und Heim geöffnet hat und wir wünschen den beiden, dass sie noch eine recht lange und harmonische Zeit miteinander verbringen können.

 


 

Am Samstag war es nach zwei vorangehenden Besuchen, langem Warten und gründlicher Vorbereitung in Haus und Garten endlich soweit: wir konnten Marvan aus der Nothilfe abholen.

Marvans Familie bei einem der Besuche

Wir waren auf das Schlimmste vorbereitet: einen Hund, der seinen Namen konsequent ignoriert, noch nie im Haus gelebt hat, keineMarvan der Herzensb recher Menschenfamilie kennt und andere unvorhersehbare Katastrophen. Der Urlaub war beantragt, die Renovierungsfirma rausgesucht. Aber Marvan hat in seiner dickfelligen und zurückhaltenden Art gleich die Herzen aller Familienmitglieder, Nachbarn und auch der Nachbarshunde erobert. Also Urlaub gestrichen, das Haus muss noch nicht renoviert werden und den Garten müssen wir - leider - doch selber umgraben. Und dabei überrascht er uns täglich auf's Neue mit seinen freundlichen und angenehmen Eigenarten.

Stubenrein von Anfang an, die eigenen Kaninchen mit einem tiefen "Nein" ignorierend ab dem 1. Tag, auf seinen Namen hörend am 2. Tag, vor dem Rad gespannt mit "links" und "rechts" ( ein Überbleibsel seines Vorleben's) stramm unterwegs am 3. Tag, stundenlanges Bürsten und Kämmen mit eindeutiger Aufforderung, nie wieder aufzuhören seit heute, dem immerhin erst 4. Tag mit unserem neuen Rudelmitglied. Nur die Jagd auf die vielen Tausend Mäuse und Kaninchen in unserem großen Wald konnten wir ihm bis jetzt noch nicht ausreden; wir arbeiten dran!

Dabei waren die vielen teuren Sicherheitsvorkehrungen in der Vorbereitungsphase völlig unnötig, aber wer weiß das schon im Vorfeld. Wir brauchen kein Treppengitter, keine Schlafbox, eigentlich auch nicht den extra gesetzten 2-Meter Zaun. Wir brauchen allerdings auch nicht mehr unsere Computer, den Fernseher, die Tageszeitung, die Gartenliege (...Aufzählung unendlich erweiterbar...) denn die vier bis fünf Ausflüge am Tag schaffen nicht nur den Hund, sondern auch uns. Danach gönnt er sich ausgiebige Schlafstunden, bei denen er noch nicht mal aus der Ruhe zu bringen ist, wenn wir mal ( zu Trainingszwecken) das Haus allesamt verlassen. Und wenn wir dann wiederkommen, wartet er artig an der Tür ohne Anstalten, gleich raus zu preschen.

Marvan mit FamilieEr wird zunehmend ruhiger und hat auch schon seinen Doc kennen gelernt. Kleine Kläffer und riesige Bernersennenhunde ignoriert er lieber, unser Auto leider auch.

Wir drei sind uns aber jetzt schon einig, dass wir einen richtigen Goldjungen - und noch dazu einen so Hübschen - in unsere Familie bekommen haben.