Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im April 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

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Gesucht: Urlaubsdomizil – gefunden: Josy

Josy mit Akira in der Station

JosyEigentlich ging es ja gar nicht um einen Hund, als Josys jetziges Frauchen im Internet surfte. Vielmehr war die Familie auf der Suche nach einem Urlaubsdomizil im Schwarzwald. Mehr oder weniger durch Zufall landete sie schließlich auf der Homepage der Nothilfe für Polarhunde e.V. und entdeckte dort Josy. Die Kinder wollten ja schon immer einen Hund, doch bisher bereitete die vierköpfige Kinderschar genug Arbeit, so dass ohnehin keine Zeit für einen tierischen Gefährten geblieben wäre und die Mutter auch gar keinen Gedanken daran verschwendete. Aber bei Josys Anblick war plötzlich alles anders – Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Einem Husky hätte man nicht gerecht werden können, aber so ein nettes Bärchen wie Josy, bei der außer Chow-Chow wohl auch eine gehörige Portion Neufundländer unter dem schwarzen Pelz steckt, würde gerade recht in die Familie passen. Also schnell Kontakt mit der NfP aufgenommen und dann... – erst mal Enttäuschung. Denn Josy stand schon im Vermittlungsgespräch und ihr Umzug war bereits terminiert.

Aber eine unerwartete Wendung eröffnete dann wieder alle Möglichkeiten. Bei der aus Rumänien stammenden Josy wurde beim Reiseprofil nämlich ein grenzwertiger Babesien-Titer festgestellt, woraufhin die ursprünglichen Interessenten absagten. Doch für Josy war das kein Beinbruch, denn kurz darauf gehörte sie schon wieder zu den Nothilfe-Schützlingen mit den meisten Anfragen und natürlich war darunter auch die besagte Frau, der dieser Traumhund einfach nicht aus dem Kopf ging.

Auch die Vermittler waren schnell davon überzeugt, dass eben diese Familie die ideale für Josy sei und so durfte der kleine Sonnenschein die Schwarzwälder Station Mitte April verlassen und mit ihren „Chauffeuren“ (an dieser Stelle vielen Dank an unsere langjährigen Mitglieder und treuen Helfer aus NRW, die allzeit einsatzbereit sind) den Weg ins neue Zuhause antreten. Daheim fieberten schon alle Josys Ankunft entgegen.Josy

Der Einzug verlief ohne Probleme, die Begeisterung der Zweibeiner war groß und auch Josy genoss die zahlreichen Streicheleinheiten. Dass sich plötzlich so viele Menschen um sie scharten, war Josy kein bisschen unangenehm. Stolz spazierte sie mit ihrem Kauknochen durch die Wohnung und erkundete ihr neues Umfeld.

So unkompliziert wie Josy sich in die Familie einfügte, verlief auch ihr Einstieg ins „Arbeitsleben“ - das Frauchen ist nämlich viel unterwegs, kann sie aber gut mitnehmen und da Josy gerne Auto fährt, ist das für beide Seiten ideal.

JosyJosy

In den folgenden Tagen lernte Josy auch langsam die Spazierwege in der Gegend kennen. Teilweise begegnete sie anderen Hunden, die jedoch alle kleiner waren als sie. Wenn die anderen Vierbeiner fröhlich um Josy rum hüpften und sie dann auf das Spielangebot einstieg und ihrerseits zu toben anfing, dann wurde es den potentiellen Spielkameraden aber schnell zu unheimlich und sie suchten das Weite. Josy guckte in die Röhre. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend und früher oder später wird bestimmt ein netter Artgenosse auftauchen, der robust genug für Josys überschwängliche Annäherungsversuche ist. Bis ein passender Vierbeiner gefunden ist, sind natürlich noch ausschließlich die menschlichen Familienmitglieder für Josys „Bespaßung“ zuständig und so rennen Kinder und Hund um die Wette.

Doch auch der Ernst des Lebens wird Josy bald einholen, denn ihr steht noch der Besuch einer Hundeschule bevor, um sich die nötigen Grundkenntnisse für ein harmonisches Familienleben anzueignen.

Ach ja, der geplante Schwarzwaldurlaub, mit dem die ganze Lawine ins Rollen kam, wurde übrigens mittlerweile gebucht – natürlich mit vierbeiniger Begleitung!

Josy hat wahrlich einen Volltreffer gelandet und wir wünschen ihr und ihren Dosenöffnern noch viele glückliche gemeinsame Jahre.

 

 

 


 

Aller guten Dinge sind drei... - Merlin, Siri und Fee

Als uns der Hilferuf befreundeter Tierschützer erreichte, zögerten wir nicht lange. Dort war ein ganzer Transporter verschiedenster Rassewelpen von Amts wegen eingewiesen worden, weil die Händler nicht die nötigen Dokumente und Impfungen für die Welpen nachweisen konnten. Unter den gestrandeten Hundekindern waren auch drei Samojeden, die wir in unsere Obhut übernahmen.

Wie üblich scheut man sich, Welpen im Internet zu präsentieren – wie in diesem Fall schien es auch unpraktisch, da die Samojeden-Welpen bereits mit genügend Interessenten in der Warteschleife bei uns eingezogen sind, denn das Tierheim als erste Anlaufstelle hatte eine Anzeige aufgegeben, woraufhin bei uns die Telefone kaum mehr still standen. Ganz so schnell ging es mit der Vermittlung jedoch nicht, da die Rasselbande auch ungebetene Gäste in Form von Kokzidien und Giardien (Darmparasiten) mitgebracht hatte. Also musste zuerst eine mehrwöchige Behandlung durchlaufen werden, bevor der Tierarzt grünes Licht zum Umzug gab.

In der Zwischenzeit hielten Merlin, Siri und Fee das Personal ganz schön auf Trab. Wegen der Ansteckungsgefahr mussten sie von den anderen Bewohnern separiert werden und wegen ihrem teilweise heftigen Durchfall war täglich mehrfach Putzen angesagt. So ging das also eine ganze Weile und von Tag zu Tag waren die Wirbelwinde schwerer zu bändigen, da sie natürlich die große weite Welt erkunden wollten. Als der „Startschuss“ zur Abholung fiel, waren nicht nur die sehnsüchtig wartenden Interessenten froh, sondern auch wir. Unter Stationsbedingungen können wir solchen Welpen einfach nicht all das bieten und beibringen, was in einem Privathaushalt möglich ist.Shinok mit seinem neuen Kumpel

Shinok auf der Heimreise

 

Rüde Merlin war der erste, der die Station hinter sich lassen durfte. Und passend zum Start ins neue Leben erhielt er auch einen neuen Namen: Shinok. Er mischt nun seine neue Familie samt dem schon etwas gesetzteren Eurasier-Kumpel auf. Eingefügt hat sich Shinok sehr schnell und innerhalb kürzester Zeit war er nicht mehr wegzudenken und fühlt sich pudelwohl. Einzig ein letzter Rest der hartnäckigen Giardien lasten ihm noch als ungeliebtes Anhängsel an, aber seine Zweibeiner und die behandelnde Tierärztin sind zuversichtlich, dass sie auch das bald in den Griff bekommen. Jedenfalls tun die Darmparasiten der Liebe seiner Menschen keinen Abbruch und wir wünschen Shinok in und mit seiner neuen Familie ein wunderbares, erfülltes und geborgenes Leben.

Nach Merlins/Shinoks Auszug mussten seine beiden Schwestern Siri und Fee auch nur noch wenige Tage warten, bis sie am Ostermontag die Reise in ihr neues Zuhause antreten durften.Siri wird abgeholt

Siri, in die sich ihr Frauchen schon anhand der ersten Erzählungen unserer Tierschutzkollegen aus Bayern total verliebt hatte, hielt auch in natura das, was man sich von ihr erhofft hatte – einfach ein Hund, dem man nicht widerstehen kann. Nachdem die nötigen Formalitäten erledigt waren und noch ein paar Abschiedsfotos geknipst, ging es auf schnellstem Wege heim. Dort wartete auch auf Siri schon eine große Hundeschulter zum Anlehnen. Und Siri muss wohl eine leichte Vorahnung dessen bekommen haben, was einmal aus ihr selbst werden wird – nämlich ein prächtiger großer Samojede. Dass sie auf dem besten Wege dahin ist bescheinigt ihr auch die Tierärztin, die sie als „außergewöhnlich schön“ tituliert hat. Aber für ihre Familie ist die Optik nur zweitrangig, denn in erster Linie kommt es auf den Charakter an und dass Mensch und Hund gut harmonieren, woran wir nicht erst seit den positiven Rückmeldungen keine Zweifel haben. Siri hat nun genau das schöne und liebevolle Zuhause gefunden, das sie verdient hat und wir freuen uns mit ihr.

 

 

Fee in ihrem GartenMit etwas Verspätung nahmen dann auch Fees Stau-geplagte Zweibeiner ihr jüngstes Familienmitglied in Empfang. Einer der beiden hündischen Hausgenossen war zur Abholung mitgekommen und die sonst so freche Fee war angesichts seiner Größe erst mal etwas verschüchtert. Das hat sich aber im häuslichen Umfeld schnell gelegt und nun geht Fee mit den beiden „Riesen“ an ihrer Seite sehr gelassen um. Sie hat sich auch umgehend das Sofa erobert - ein bisschen größer schummeln wird ja wohl erlaubt sein, wenn man sich gegen Malamuten behaupten muss, oder?!?

Fee auf dem Sofa

Fees neue Menschen sind absolut selig mit ihr und sie wickelt mit ihrem Engelsgesicht natürlich jeden um die kleine Pfote. Fee genießt die Aufmerksamkeit in vollen Zügen und dankt ihren Besitzern für deren kompetente Pflege mit schneller Auffassungsgabe und einem ganzen Hundeherz voller Liebe.