Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Dezember 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

Lesen Sie auch
Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

Tuka - vom Moppelchen zur sportlichen Begleiterin

Tuka

Die blauäugige Tuka bezog gemeinsam mit ihrer Tochter Duma im August 2010 unsere Schwarzwälder Auffangstation. Das nette Hundepärchen stammte von Madeira, aber da dort das Tierheim meist überfüllt ist und Schlittenhunde außer im Welpenalter wenig Aussichten auf eine Vermittlung haben, wollten wir den beiden in Deutschland einen Neustart ermöglichen.
Auch bei uns fragen zwar die meisten Interessenten nach möglichst jungen Vierbeinern, aber dennoch gibt es auch immer wieder Menschen, die sich bewusst einen nicht mehr ganz so jungen, aber dennoch agilen Kameraden auswählen. Auf solche Hundefreunde hofften wir auch für Tuka, die mit ihren geschätzten 7 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Ganz im Gegenteil: Nach den ersten etwas chaotischen Spaziergängen rund um die Station, bei denen die Hauptaufgabe der Gassigeherin darin bestand, das Leinenwirrwarr von Tuka und Duma wieder zu lösen, waren die späteren Touren sehr angenehm. Besonders Tuka baute rasch eine gute Kondition auf und erstaunte uns immer wieder mit ihrem Durchhaltevermögen - mit ihr hätte man stundenlang durch die Gegend streifen können. Vom anfänglichen Moppelchen wandelte sie sich folgerichtig zum schlanken Blickfang.
Nun galt es, eine passende Familie für die freundliche Husky-Hündin zu finden, und zwar eine, die ihrem Bewegungsdrang auch gerecht wird. Und wieder einmal war es der Tod eines geliebten Vierbeiners, der einen Platz eröffnete für einen unserer Vermittlungskandidaten. Die verstorbene Laska war vor einigen Jahren als 9-Jährige von der NfP übernommen worden und hatte ihre Menschen mit dem Husky-Virus infiziert. Nach den positiven Erfahrungen mit Laska war die Familie, bestehend aus den Eltern und der erwachsenen Tochter, gerne bereit, abermals eine Gefährtin im ähnlichen Alter zu adoptieren. Tuka schien der Beschreibung nach die perfekte Kandidatin zu sein.

Tuka


Beim ersten Kennenlernen reichten Tuka wenige Sekunden, um die Zweibeiner um die Pfote zu wickeln und klar zu machen, dass es gar keine andere Wahl geben KONNTE. Das Gassigehen machte richtig Spaß und die im Biathlon aktive Tochter malte sich von Stund' an aus, wie Tuka sie beim Training begleiten würde. Die Entscheidung war gefallen: Tuka würde umziehen. Aber nicht direkt, denn es standen noch Termine an, die man erst hinter sich bringen wollte, um sich danach besser um das neue Familienmitglied und dessen Eingewöhnung kümmern zu können.
Am Abend vor der Vermittlung dann ein kleiner Schock, der den ganzen Zeitplan ins Wanken brachte: Tuka hatte plötzlich Fieber und keinen Appetit (sehr ungewöhnlich für sie!). Wir brachten sie schleunigst zum Tierarzt. Irgendwie hatte sich das Pelzgesicht einen Infekt zugezogen. Sie wurde behandelt und mit den Interessenten Kriegsrat gehalten, da der Tierarzt meinte, dass ein Platzwechsel einen erneuten Fieberschub auslösen könnte. Letztlich wurde vereinbart, dass Mutter und Tochter anderntags auf jeden Fall in die Station kommen würden und dann vor Ort entscheiden wollten, ob sie es wagen, Tuka gleich mitzunehmen.

Tuka



Am nächsten Morgen war Tuka von ihrem Unwohlsein gar nichts mehr anzumerken. Vergnügt begrüßte sie auch ihre neuen Menschen - und die waren sich rasch einig, dass Tuka mit heim durfte.
Einen gesundheitlichen Rückfall gab es nicht mehr. Wahrscheinlich tat es Tuka gut, als Familienmittelpunkt umsorgt zu werden und es gab auch so viel Neues zu erkunden, da hat ein anständiger Schlittenhund dann auch keine Zeit für Krankheiten. Ganz problemlos hat Tuka sich eingelebt und auch das erste Alleinbleiben souverän gemeistert. Die Felder und Wiesen der Umgebung samt der Feldhasen haben es ihr sehr angetan und auch den Garten und ihren Schlafplatz mag sie gerne. Den zeitweise verlorenen Appetit hat Tuka umgehend wiedergefunden und freut sich natürlich über jedes Schmankerl, das sie zusätzlich abstauben kann.

Wir freuen uns, dass Tuka bei Familie W. einziehen durfte, denn hier wissen wir sie in bester Obhut, so dass es ihr weder an Zuneigung noch an sportlicher Betätigung fehlen wird. Es wartet ein rundum perfektes Husky-Leben auf Tuka.

 


 

 

Zuri erwacht aus ihrer Melancholie

Zuri

Was an der Malamute-Hündin Zuri in der Auffangstation zuerst auffiel, war ihr melancholischer Gesichtsausdruck. Sie wirkte immer irgendwie traurig. Vielleicht hängt das mit ihrer Herkunft zusammen, denn Zuri tauchte gemeinsam mit einer Gefährtin im benachbarten Landkreis als Fundhund auf. Woher sie stammt und was sie bisher erlebt hat, wissen wir nicht. Natürlich hatten wir nach der Aufnahme der beiden Malamute-Damen im Juni 2010 nach dem Besitzer gesucht, doch alle Ansätze blieben erfolglos. Nach einer Weile mussten wir wohl oder übel davon ausgehen, dass Zuri und Kayla wohl ausgesetzt worden waren, zumal auch weder Mikrochip noch Tätowierung vorhanden waren.

Zuri

Anfangs waren die beiden imposanten Hündinnen eher ängstlich und zurückhaltend. Besonders Zuri wollte sich nicht gleich anfassen lassen. Aber im Laufe der Tage und Wochen wuchs das Vertrauen in die bekannten Personen und beide Findlinge offenbarten ihre liebevolle und verschmuste Seite. Auch gesundheitlich wurden die zwei stabiler und das bei der Ankunft noch ausgeprägte Erbrechen und der starke Durchfall verschwanden fast vollständig.
Bei Besuchern lösten Zuri und Kayla staunendes Entzücken aus - so groß und so lieb. Aber wirkliche Interessenten gab es kaum, zumal auch die Unsicherheit wegen der Fund-Situation und dem in letzter Sekunde möglichen Auftauchen des ursprünglichen Besitzers auf Adoptionswillige abschreckend wirkte. Eine wirklich blöde Lage, in die diese netten Hündinnen manövriert worden waren. Hätte der Besitzer sie los werden wollen und sich ganz regulär an uns gewandt, dann wären die Chancen der Mädels besser gewesen.
Doch Verzagen gilt nicht. Und für Zuri tat sich im Herbst 2010 dann doch etwas. Eine Interessentin hatte sich für eine unserer Husky-Hündinnen gemeldet, doch im ersten Telefonat stellte sich dann heraus, dass bereits ein Rüde vorhanden war und dies für die Wunschhündin nicht ideal wäre. Dennoch wurde ein Termin in der Auffangstation vereinbart und wir präsentierten die sonstigen Vermittlungs-Kandidatinnen.

Zuri + Silver

Zuri fiel der begeisterten Hundefreundin gleich ins Auge. Und nachdem sie sich auf dem Probespaziergang absolut vorbildlich verhalten hatte, stand für die Interessentin fest: Zuri sollte Silvers neue Gefährtin sein!
Der Umzug ging leider nicht so schnell über die Bühne, da es eine geraume Zeit dauerte, bis der Vermieter wieder von seiner Geschäftsreise zurück war und die Einverständniserklärung zur Hundehaltung erteilte. In der Zwischenzeit war Frau B. regelmäßig zu Gast in der Station und besuchte Zuri zum Gassigehen und Schmusen. Auch der temperamentvolle Husky-Rüde Silver knüpfte in diesen Wochen engeren Kontakt zu Zuri.
Irgendwann aber waren die Formalitäten erledigt und Zuri durfte in ihrem neuen Zuhause einziehen - zunächst als Pflegehund, da die gesetzliche Wartefrist für Fundtiere noch abgewartet werden musste. Mit Bangen fieberte Frau B. dem 9. Dezember entgegen, dem Tag, an dem das halbe Jahr rum war und Zuri endlich fest zu ihr gehören würde und sie niemand mehr zurückfordern könnte. - Der Wunsch erfüllte sich.
Die erste Zeit im gemeinsamen Heim war für Silver sehr lehrreich. Bisher war er immer Hahn im Korb gewesen, doch plötzlich war da eine stattliche Dame, die ihm körperlich absolut überlegen war und "die Hosen anhatte". Silver war schwer verliebt in seine neue Freundin und wollte am liebsten den ganzen Tag mir ihr herumtoben und spielen. Zuri jedoch genoss nach dem stressigen Stationsaufenthalt die Ruhe und Geborgenheit ihrer neuen Familie und bot dem jungen Kameraden des Öfteren Einhalt.

Im Laufe der Tage und Wochen mauserten sich Zuri und Silver jedoch zu einem klasse Team und besetzen nun gemeinsam das heimische Sofa, wo sie huldvoll Frauchens Streicheleinheiten entgegen nehmen. Draußen beim Gassigehen dagegen sind beide voll in ihrem Element, vor allem, seit der Winter Einzug gehalten hat. Zuri wirkt nicht mehr so melancholisch und der quirlige Silver profitiert von der Ruhe und Souveränität, die die Malamutin ausstrahlt. Und dass Frau B. mit ihren zwei Schätzen überglücklich ist, brauchen wir hier wohl nicht mehr extra zu erwähnen, oder?!

Wir wünschen der Patchwork-Familie alles Gute und drücken fest die Daumen, dass sie diese neu gefundene Harmonie noch viele Jahre genießen dürfen.

 


 

Kayla - von der ungewissen Vergangenheit in die Geborgenheit einer Familie

Kayla

09.06.2010: Zwei große Schlittenhündinnen werden im Landkreis Sulz a.N. gefunden. Sind sie entlaufen? Wurden sie gestohlen und dem Dieb zu "heiß"? Oder wurden sie ausgesetzt? Vermisst jemand die beiden Hübschen? Wo sind die Besitzer??
All das sind Fragen, auf die wir bis heute keine Antwort haben. Wir können nur vermuten und es spricht einiges dafür, dass jemand sich auf schändliche Weise dieser beiden Malamute-Hündinnen entledigt hat. Jedenfalls waren weder Mikrochip noch Tätowierung vorhanden und auch auf diverse Aufrufe über die örtlichen Medien und breit gestreute E-Mail-Verteiler hatte unsere Suche keinen Erfolg.
Wer tut so etwas? Weiß derjenige überhaupt, wie schwer er es den Tieren und auch uns macht? Dass die Hündinnen für ein halbes Jahr nicht vermittelt werden durften, um die gesetzliche Wartefrist einzuhalten? Oder waren die Pelzgesichter ausgesetzt worden, weil sie gesundheitliche Probleme hatten und die Dunklere zudem noch eine verkrüppelte Kralle an der Hinterpfote, die ihr offensichtlich Schmerzen verursachte? - Naja, glücklicherweise wandelte sich für Kayla und Zuri, wie wir die beiden nannten, alles zum Guten. Fast zeitgleich nämlich fanden sie beide nette Familien und durften die Auffangstation wieder verlassen.
Kayla, die schwarze Hündin, stand bei ihren Interessenten eigentlich gar nicht auf dem Plan. Die Familie hatte sich nämlich im Vorfeld ausdrücklich nach einem Rüden erkundigt. Doch schon beim Betreten der Station stahl die kesse Kayla dem Familienvater sein Herz - zunächst noch völlig unbemerkt. Die erste Gassirunde fand also mit einem sehr zugstarken Rüden statt. Aber bereits unterwegs war klar, dass dieser Bursche mit seiner immensen Kraft nicht recht zur Familie passte. Das war die Chance für das Familienoberhaupt, um Kayla ins Gespräch zu bringen - und richtig, hier stimmte auch beim potentiellen Frauchen und den Töchtern auf Anhieb die Chemie.

Kayla

Bevor Kayla aber ihr neues Zuhause erobern durfte, musste sie erst noch ihre Pfoten-OP auskurieren. Da sie anhaltende Probleme mit ihrer verkrüppelten Kralle hatte, mussten wir diese auf ärztliches Anraten amputieren lassen. Bei dem Eingriff stellte sich auch heraus, dass der Knochen schon ziemlich angegriffen und es höchste Zeit war, die Zehe zu entfernen. Die Heilung verlief zu unser aller Erleichterung recht gut und die Wartezeit wurde Kayla mit regelmäßigen Besuchen der künftigen Besitzer verkürzt. Als endlich der Termin fürs Abholen kam, warteten die drei Töchter daheim ungeduldig auf die Ankunft des neuen Familienmitglieds. Alle freuten sich schon riesig auf Kayla und hatten sämtliche Vorbereitungen getroffen. Die Vierbeinerin befand ihr Heim auch gleich für ideal und fühlte sich auf Anhieb so wohl, dass sie offenbar Angst hatte, wieder in die Station zurück zu müssen - sie wollte vorsichtshalber nicht mal mehr die Wohnung verlassen. Die Familie hat das aber bestens gemeistert, wie folgende enthusiastische Rückmeldung des Frauchens beweist:

Kayla

Kayla ist super!!! Aber der Reihe nach:
Auf der Fahrt nach Hause musste sie sich übergeben. Deshalb ließen wir sie bei einem kurzen Spaziergang frische Luft schnuppern bevor in die Wohnung zu den Kindern gingen. Die Treppen meisterte die Süße hervorragend, die Kids wurden stürmisch begrüßt, danach die einzelnen Zimmer begutachtet. Im Wohnzimmer legte sie sich zwischen Sofa und Sessel (ab jetzt ihr Platz) auf die Füße meines Mannes und machte, nachdem sie noch zwei Kuscheltiere von meinen Töchtern bekam, ein Nickerchen.
Bei tollem Wetter machten wir unseren ersten längeren Spaziergang. Zuerst hatten wir aber das Problem, dass Kayla sich ihr Geschirr nicht anlegen lassen wollte. Mit viel Überredungskunst gelang es uns doch noch. Aber nun wollte sie die Wohnung nicht verlassen und legte sich auf ihren Platz im Wohnzimmer. Alles Zurufen half nicht. Mein Mann holte sie dann mit der Leine und endlich konnten wir gehen. Einmal draußen gab es dann keine Probleme mehr. Kayla lief super toll an der Schleppleine und zog überhaupt nicht.

Kayla

Ganz begeistert waren mein Mann und ich, als wir uns zum Essen an den Tisch setzten: Kayla schaute kurz, was wir taten und legte sich dann neben dem Tisch auf den Boden. Kein Betteln, nichts!!
Zum Abendspaziergang klappte das Geschirr anlegen etwas besser und wir drehten bei Vollmond eine Runde. Danach gab es eine kurze Diskussion zwischen der Süßen und meinem Mann, Kayla war der Meinung, im Bett hätte es genug Platz für sie. Die beiden einigten sich darauf, dass wir im Bett und Kayla vor dem Bett am Fußende auf ihrer Decke schlafen.
Kayla tobt mit meinem Mann im Bett, lässt sich von uns allen ohne Murren oder Davonlaufen mit Wonne bürsten und frisst den Kindern, vor vollem Futternapf, aus den Händen. So viel zu: Sie lässt sich nicht gerne bürsten und sie ist futterneidisch.
Den Schutzschuh trägt Kayla noch bei Nacht und beim Gassigehen. Ansonsten ist sie so abgelenkt vom Spielen, Ausruhen und Schlafen, dass nicht mehr an der Pfote geleckt wird. Sollte sie es doch einmal versuchen, gehorcht sie auf ein "Nein, Kayla!" und hört auf.
Heute morgen war sie ein bisschen verunsichert, als zuerst mein Mann und danach die Kinder aus dem Haus zur Arbeit und in die Schule gingen. Als sie merkte, dass ich noch hier war, legte sie sich auf ihre Decke und gut war es. Ich konnte mich meiner Hausarbeit widmen - solange Kayla mich hört, ist alles in Ordnung, sie muss mir nicht auf Schritt und Tritt folgen. Das Handtuch, mit welchem ich sie nach dem Spaziergang (heute fiel der erste Schnee) abtrocknen wollte, wurde kurzerhand zum Seil umfunktioniert und wir hatten viel Spaß damit.
Kayla ist sehr ruhig, genießt viele Streicheleinheiten, spielt ab und an und ruht bzw. schläft sehr viel.
Wir haben alle viel Spaß und Freude an unserer neuen Mitbewohnerin und sind uns in einem einig:
Wir geben Kayla nicht mehr her!!!


Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Ein schönes Happy-End für unsere "entsorgte" Malamutin, dafür hat sich das Warten gelohnt!

 


 

 

Ronin hat seinen Altersruhesitz gefunden

RoninDer Samojeden-Rüde Ronin hat im Alter von 11 Jahren noch mal eine große Reise unternommen: Gemeinsam mit seiner Gefährtin Chucha kam er Mitte Oktober 2010 von der spanischen Insel Teneriffa nach Deutschland. Mitten in der Nacht trafen die Neuzugänge in der Schwarzwälder Station ein, doch trotzdem nahmen die beiden alles ganz gelassen, erkundeten erst mal ihre neue Umgebung und fraßen dann mit Appetit das angebotene Futter.
Diese innere Ruhe und Ausgeglichenheit zeigten Ronin und Chucha auch in den folgenden Wochen und eroberten damit natürlich gleich die Herzen der Gassigeher. Das waren aber nicht die ersten Herzen, die unsere zwei Spanier gebrochen haben, denn bereits auf Teneriffa verliebte sich eine nette Dame aus Berlin in die beiden. Hätte diese Dame nicht selbst schon zwei Hunde gehabt, dann hätten Ronin und Chucha sofort bei ihr einziehen dürfen. Leider ging das aber nicht, doch weil diese Frau so sehr an den beiden hing, hat sie eine Patenschaft für sie übernommen, so dass zumindest das Finanzielle während des Stationsaufenthaltes gesichert war. Dafür noch einmal unseren herzlichen Dank, denn gerade bei Vierbeinern aus dem Ausland fallen ja mehr Kosten an, da wir solche Kandidaten immer auf landestypische Krankheiten untersuchen lassen. Ronins Ergebnis war glücklicherweise ohne krankhaften Befund.

RoninSorgen machten wir uns aber dennoch, denn wir fürchteten, dass Ronin sich im zweistelligen Alter schwer tun würde mit der Vermittlung. Doch wir wurden Lügen gestraft...

Ronin blieb nicht lange unentdeckt, nachdem er online gegangen war. Ein nettes Rentner-Paar mit langjähriger Samojeden-Erfahrung wurde auf unseren Hübschen aufmerksam. Beim Telefonat mit Ronins Betreuerin war dann schnell für beide Seiten klar, dass unser Senior dort ein gutes Plätzchen finden würde. Und vierbeinige Gesellschaft, denn Hündin Jenni (ein Mix aus Samojede und Appenzeller) gehört auch noch mit zur Familie. Ronin wäre sozusagen sogar das "Küken", denn Jenni ist bereits 13 Jahre alt.
Da die Schwarzwälder Station zum Jahresende 2010 wegen Kündigung des Pachtverhältnisses geschlossen werden musste, traten einige Bewohner den Umzug ins Nordlicht an. Das war die beste Gelegenheit, um auch Ronin noch mit ins Auto zu packen und ihn mit einem kleinen Schlenker im neuen Zuhause abzuliefern. - Gesagt, getan.

Ronin
Bei erstem leichtem Schneefall kam Ronin in seinem künftigen Heim an. Nach einem kurzen Spaziergang mit Jenni durfte Ronin dann das Haus inspizieren. Die Küche hatte es ihm gleich angetan, denn dort fand er das übriggelassene Futter seiner neuen Gefährtin. Diese hatte sich im Wohnbereich schon gemütlich hingelegt und ließ Ronin gewähren. Nachdem der größte Hunger gestillt war, schaute sich der Neuankömmling auch im Rest des Hauses um und erklomm sogleich die steile Treppe zum ersten Stock - problemlos, obwohl er ja auch nicht mehr der Jüngste ist.
Jenni beobachtete ihn mit Argusaugen und wenn er mal zu nahe kam, machte sie ihm gleich deutlich, dass sie hier die älteren Rechte und er nichts zu melden hat. Ronin nahm das jedoch gelassen, ließ Jenni einfach in Ruhe und störte sich nicht weiter an ihren Zurechtweisungen. Er hat wohl instinktiv gespürt, dass die alte Dame Schmerzen im hinteren Wirbelsäulenbereich hat und ihn deshalb auf Abstand hielt. Und er hat dies ohne Weiteres akzeptiert.

Mit einem guten Gefühl machten sich unsere Ehrenamtlichen auf die Weiterreise. Wenige Tage später erreichte uns dann per Mail folgender Bericht des stolzen Herrchens:
Ronin

Ronin hat sich sehr gut bei uns eingeführt, sämtliche Plätzchen, wo Jenni liegt, sind für ihn tabu, das heißt, dass er sie nicht streitig macht. Meine Frau hat ihm hinter dem Fachwerk in der Ecke eine Federdecke hingelegt, die ihm auch sehr gut gefällt. Er legt sich immer zum Schlafen darauf, oder auch manchmal auf den Flur, aber da nicht so sehr lange, denn er muss genaue Kontrolle haben, wo wir sind und was wir tun. Er hilft auch meiner Frau beim Kochen, legt sich in die Küche und passt auf, ob auch alles richtig gemacht wird. Der hintere Teil unserer Wohnstube ist nun von meiner Frau zum "Herrenzimmer" gekürt worden, da wir beide hier den Mittagsschlaf abhalten. Am Mittwoch hatten wir ca. 10 cm Schnee bekommen, und da hat er sich aufgeführt wie ein 2-Jähriger - man glaubte, dies wäre der erste Schnee in seinem Leben.

Jenni

Hört sich ja bestens an. Und am Schnee dürfte es in der nächsten Zeit auch nicht mangeln... Wir danken der humorvollen und sympathischen Familie G., dass sie unseren Oldie so herzlich aufgenommen hat und drücken die Daumen, dass die neu gegründete "Senioren-WG" noch viele Jahre bei guter Gesundheit genießen darf.



 


 

Chucha, der ein glücklicher Zufall zu Hilfe kam

Chucha

Chucha stammt von Teneriffa und landete dort im aktion tier-Tierheim, hatte aber in Spanien kaum Chancen auf eine Vermittlung und durfte darum Mitte Oktober 2010 gemeinsam mit ihrem Gefährten Ronin nach Deutschland kommen. Schon einige Wochen zuvor waren sie uns von der Tierheimleiterin als überaus nette und unkomplizierte Vierbeiner beschrieben worden und diese Einschätzung erwies sich tatsächlich als zutreffend und bekräftigte unsere gute und im Tierschutz leider nicht immer selbstverständliche Zusammenarbeit ein weiteres Mal.
Dank einer sehr lieben Patentante, die Chucha und Ronin bereits in Teneriffa kennen gelernt hatte und auch weiterhin um das Wohlergehen ihrer Lieblinge besorgt war, war die finanzielle Versorgung unserer Neuzugänge gesichert.

Chucha





Bei Chucha ergab der obligatorische Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten leider einen erhöhten Ehrlichiose-Wert, so dass sie sich einer Tabletten- und Spritzenkur unterziehen musste. Chucha ließ es tapfer über sich ergehen. Überhaupt ist sie ein Hund, der aus jeder Situation das Beste macht und immer gut gelaunt ist. In der Auffangstation war sie absolut problemlos - eine beliebte Begleiterin auf Spaziergängen (wobei es den aufgescheuchten Mäusen wohl lieber gewesen wäre, Chucha hätte daheim bleiben müssen), verträglich mit Artgenossen und im Stationsalltag einfach nur brav.
Allerdings fiel Chucha mit ihrer unbekannten Rassen-Zusammensetzung bei den meisten Interessenten "durchs Raster". Der Großteil der Schlittenhunde-Fans wünscht sich eben einen Husky. Wir wurden schon etwas kribbelig, weil Ende 2010 die Stationsschließung drohte und kein Zuhause für Chucha in Sicht war... - doch dann kam unserer aparten Spanierin ein glücklicher Zufall zu Hilfe.

Chucha
Eine von Chuchas regelmäßigen Gassigeherinnen (selbst Besitzerin einer Nothilfe-Hündin namens "Mady") brachte ihre Freundin und deren Mann zum Spaziergang mit. Natürlich waren Chucha und Ronin an diesem Tag mit von der Partie. Und schon während dieser Gassirunde verliebten sich die beiden Gäste unsterblich in Chucha. Eigentlich war gar keine Rede davon gewesen, einen Hund anschaffen zu wollen, aber da hatte es einfach "klick" gemacht und schon geisterte Chucha durch die Köpfe ihrer neu gewonnenen zweibeinigen Freunde.
Doch bevor der Umzug stattfinden konnte, musste Chucha noch eine große Hürde meistern. Im künftigen Zuhause lebt nämlich bereits ein Kaninchen, das einen großen Teil des Tages frei im Wohnzimmer herumhüpfen darf. Diesen Nager müsste Chucha natürlich akzeptieren - nicht unbedingt während des Freilaufs, aber doch zumindest im Käfig (denn allzu sehr wollen wir das Schicksal ja nicht herausfordern). Also packten Chuchas Betreuerin und die Gassigeherin, die den Stein ins Rollen gebracht hatte, den Wunschhund ins Auto und machten einen Probebesuch bei ihren Interessenten.

Chucha


Das Kaninchen blieb ungeschoren. Chucha schnupperte am Käfig, das Kaninchen schaute ohne jegliche Angst dieses große hellbraune Etwas an... - und die Sache war geritzt. Chucha kümmerte sich gar nicht mehr um den Käfig samt Inhalt, sondern legte sich gemütlich mitten ins Wohnzimmer, als wäre sie nie woanders gewesen. Man konnte es sogar wagen, ihr die Leine abzuknipsen und sie machte trotzdem keinerlei Anstalten, dem Kaninchen zu Leibe zu rücken. Ein toller Erfolg. Und die Eintrittskarte in ein neues Leben.
Wenige Wochen später, nachdem Chuchas Behandlung abgeschlossen war, wurde sie dann von ihren neuen Besitzern freudestrahlend abgeholt. Dass der Entschluss zur Adoption zwar ein rasch gefasster, aber keineswegs ein unüberlegter war und es kein "böses Erwachen" gab, beweist die folgende Rückmeldung:


Chucha



Wir haben die Chucha nun 4 Wochen und sind mit ihr sehr zufrieden. Sie hat sich auch gut eingelebt und ist auch in der Nachbarschaft sehr beliebt durch ihre ruhige Art (man hört sie ja nie bellen). Den Hasen lässt sie nach wie vor in Ruhe, aber die auf den Feldern werden gejagt.
Beim Gassigehen ist ihr jede Schneehöhe recht und sie kann sich darin ja auch austoben.
Heiligabend war Rita mit Mady hier und die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß.
Kurzum: Chucha macht uns sehr viel Freude.

Genau so haben wir uns das gewünscht und sind sehr glücklich, dass Chucha es so gut getroffen hat. Sie ist aus ihrer neuen Familie nicht mehr wegzudenken - und hat auch gar nicht mehr vor, hier je wieder auszuziehen. Obwohl Chucha davor wohl ihr Leben lang mit Ronin zusammen war, merkt man ihr von Trennungsschmerz überhaupt nichts an. Ihr ist die menschliche Zuwendung weitaus wichtiger als ein vierbeiniger Kumpel.

Wir möchten uns noch einmal bei Chuchas Patentante für die großartige Unterstützung und die Anteilnahme aus dem fernen Berlin bedanken. Ebenso bei Rita, die das Zusammentreffen von Chucha und ihren neuen Menschen überhaupt erst ermöglicht hat und nicht zuletzt natürlich bei Familie P. selbst, dass sie ihrem Herzen gefolgt sind und unserem Sonnenschein ein so tolles Zuhause geschenkt haben.