Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
Nur selten landet man mit einer Internetvorstellung einen derartigen Volltreffer wie bei fast achtjährigen Hündin Naboo. Diese war durchNaboo Trennung in den Tierschutz gelangt und kam als bis dahin wohlbehütet aufgewachsenes Rudel- und Familienmitglied nur schlecht mit der Veränderung zu Recht.

Ihren daraus resultierenden dringenden „Umzugswunsch“ in eine häusliche Umgebung hatte man am Ende des beschreibenden Textes bekanntgegeben, aber nicht damit gerechnet, dass dieser fast umgehend Gehör finden würde.

Und wer sich an den Text zufällig erinnert, der entsinnt sich vielleicht, dass die Vermittler schon geargwöhnt hatten, dass die insgesamt verunsicherte Naboo im Falle der Vergesellschaftung versuchen würde, ein „alles meins, meins und noch mal meins“ durchzusetzen. Um hier wirklich auf Nummer Sicher zu gehen und die Vermittlung an sich auf möglichst solide Füße zu stellen, band man daher die Trainerin Silvia Klüppelberg bereits im Vorfeld (also noch vor dem Einzug ins neue Heim) ins Geschehen mit ein.

Ein guter Gedanke, wie Sie gleich selber lesen werden, denn Naboo folgte in ihrem Verhalten tatsächlich dem Vermittlungstext (hatten wir da etwa versehentlich eine Regieanweisung geschrieben?):

„Herzlich Willkommen, kleine Prinzessin!

Manchmal hat man richtig Glück im Leben-Du Naboo, Du bist so ein Glück!

Als ich am 07.Januar 2010 Corinna die traurige Nachricht vom Tode unseres Apollos geben musste und mit ihr noch ein wenig mehr redete, sagte ich ihr auch, dass ich so schnell wie möglich wieder einen Freund für Cappo haben möchte . Aber es war nicht nur wichtig für Cappo - nein, natürlich auch für uns, ganz besonders aber für mich….Naboo

Corinna erzählte von Dir - und meine Neugierde war geweckt!

Am nächsten Tag kamen mein Mann und ich zu Dir - Deine Augen strahlten uns an und Dein Kokettieren hatte Wirkung!!!!! Ja - sie ist es! Wir haben uns sofort in Dich verliebt!

Hui, der erste Spaziergang mit Dir - wow ,hattest Du Power!!!!!! Nicole war glücklicherweise dabei, denn Du bist eine wirkliche Prinzessin! Cappo kriegte ziemlich schnell gezeigt, dass Du das Sagen haben möchtest. Natürlich wurdest Du zurechtgewiesen…so richtig wahrgenommen hast du es nicht-eigentlich gar nicht…

Auch die nächsten zwei Spaziergänge mit Dir waren recht spannend - Cappo hielt sich im Hintergrund und so klappte es ganz toll. Ein Besuch von Nicole und Dir sollte uns zeigen, dass Cappo überhaupt nichts dagegen hat, Dich in „sein“ Haus zu lassen!

Zu Deiner und Cappos Sicherheit durften wir auch zu Silvia - ein herzliches Danke schön an dieser Stelle an sie- Ihr wurdet beide genau unter die Lupe genommen und Silvia hat uns viele Zeichen und Tricks von Dir erklärt! Diese Hilfe ist Gold wert! Da von ihr dann das „OK“ kam, dass wir es mit Dir „wagen“ könnten, machten wir mit Corinna und Nicole den Termin ab, wann Du bei uns „einziehen“ solltest.Naboo

Am 12. Januar war es soweit!

Du bist in Deine Transportbox gesprungen und auf dem kurzen Weg nach Hause hast Du nur einmal versucht, durch ein gaaanz trauriges Heulen, auf Dich aufmerksam zu machen.

Kaum waren wir angekommen, hüpftest Du freudig aus Deiner Box und liefst an der Seite von Stefan schnell zum Haus!

Dort wurde erstmal alles ausgiebig beschnüffelt - wir zeigten Dir Deine Näpfe und Deine Transportbox wurde von Cappo erkundet!

Wir überwachten Euch mit Argusaugen - Du bist ja doch sehr, sehr eifersüchtig! Warum müssen Leckereien und Streicheleinheiten geteilt werden? So was Blödes!

So manches Mal brauchst Du ein kräftiges „Nein“!

Deine Unsicherheit und somit das unglaublich starke Ziehen an der Leine wurde schon innerhalb der ersten zehn Tage merklich weniger - nur andere Hunde möchtest Du auf Deinen Spaziergängen nicht unbedingt in deiner Nähe haben - auch das wird kommen - Cappo schnüffelt ja auch schon Nase an Nase mit Dir die spannenden Stellen ab!!!!!!!!!!Naboo und Cappo

Du süße „Ziege“ gibst uns jeden Tag neue, interessante Aufgaben - wir möchten Dich nicht mehr missen!!!!!!!!!

Wir freuen uns auf die Zeit, die vor uns liegt - nochmals: „WILLKOMMEN NABOO!!!“

Wir bedanken uns ganz herzlich für diese Vermittlung, in die man sich bereits vor dem eigentlichen Umzug ein wenig mehr hinein knien musste als bei manch anderem Hund und freuen uns für Naboo, dass sie so schnell dem Nordlicht wieder den Rücken kehren durfte. Der neuen Familie wünschen wir mit dem temperamentvollen Pärchen Cappo und Naboo noch viel Freude und viele spannende gemeinsame Unternehmungen und Abenteuer.

 

 


 

Benji

Benji

Benji ist angekommenAls der charaktervolle Shiba-Rüde zur Vermittlung gemeldet wurde, war es einem ganz warm ums Herz. Eine kleine Persönlichkeit, die man nicht jedem anvertrauen kann. Keine leichte Sache, denn die Besitzer hatten nie an eine Abgabe gedacht und bei den Telefongesprächen schlugen alle Emotionen hoch. Doch manchmal verändert sich ein Leben, eine Situation und man ist gezwungen, sich auch von seinem vierbeinigen Kameraden zu trennen. Es sollten besondere Menschen sein – ein besonderer Platz und überhaupt…! Und wir waren guter Dinge, dass wir „den besonderen Platz“ auch finden würden. Direkt sollte Benji umziehen und nicht erst in der Auffangstation landen. Das war Bedingung.

Lange hat es dafür mit der Vermittlung gebraucht, aber es war gut so. Denn nun ist genau das geschehen, was man sich auch für Benji gewünscht hat. Husky-erfahrene Menschen suchten für ihren Husky-Rüden, der nicht gerne alleine bleibt, einen Kumpel. Ab und zu muss Mensch auch mal was erledigen, wo Hund nicht mitkommen kann. Rüde zu Rüde? Ob das wohl gut geht? Wir wollten den Versuch wagen, denn es war DIE Chance für Benji.

So fuhr man am 06.12.2009 los, um Benji zu besuchen. Und die Zusammenführung der beiden hübschen Rüden klappte auf Anhieb, man sah sich und es harmonierte. Lange überlegen musste man daher nicht. Die eine Seite war bereit, Benji in ein liebevolles Zuhause mitzugeben, die andere Seite hatte bereits Urlaub für die Eingewöhnung festgelegt. Und so ging Benji gleich mit seinen neuen Menschen mit.Benji und Juma

Anfänglich hatte Juma im häuslichen Bereich den Beleidigten gespielt, doch Benji hat es nicht berührt. Er kam zur Türe rein und es war für ihn, als wenn er hier geboren wäre. Einige Tage brauchte es, bis Juma sich daran gewöhnt hatte, dass er nun nicht mehr Einzelkind ist und teilen muss. Aber schon geraume Zeit später waren die beiden Rüden draußen wie drinnen ein Herz und eine Seele. Und heute kann sie nichts mehr trennen.

Bei unserem Besuch 6 Wochen später konnten wir zwei liebenswerte Hunde vorfinden und waren hellauf begeistert.

Natürlich war Juma sehr zutraulich, Benji erst skeptisch und hat uns verbellt. Doch nach einiger Zeit legte auch er sich hin und schlief zufrieden ein. Nach einem gemeinsamen Spaziergang – Shibas können ja rassistisch sein – bei dem sich Benji und die mitgebrachten Shiba-Mädels gut arrangierten und man sich verstand, fuhren wir zufrieden wieder nach Hause. Natürlich mit dem Wissen, dass wir uns um Benji keine Sorgen zu machen brauchen, er ist so richtig „angekommen“.

Benji

Danke, liebe Familie H. für die Gastfreundschaft und dass Sie Benji so herzlich aufgenommen haben.

 


 

TorokAls Torok im Sommer des vergangen Jahres neuneinhalbjährig in der Station abgegeben werden musste, weil es seinem Frauchen nach Trennung nicht gelungen war, finanziell und zeitlich Hunde und Kind zu „wuppen“, blickte er bereits auf ein ausgefülltes und abwechslungsreiches Leben zurück.

Seine ersten Jahre hatte Torok im Sport verbracht, recht schnell zeigte sich aber, dass ihm zur Spitzenklasse doch einiges fehlte, er wurde dann in eine Familie mit bereits vorhandener Hündin abgegeben. Obwohl dort von den Lebensumständen her alles ganz anders war als er es bislang gewohnt gewesen war, fasste der Rüde dort schnell Fuß und wurde auf seine Art zu Frauchens ganz besonderem Sonnenschein.

Denn dort, wo manch Nordischer gerne anstrengend und der Spaziergang zum Kraftakt werden kann, blieb Torok ganz relaxt, nur sehr verhalten zeigte er Jagdtrieb und konnte selbst Katzen ohne Mühe passieren.

In der Station fand man schnell alles bestätigt, was Torok mit auf den Weg gegeben worden war, im Handumdrehen hatte er sich eingelebt und erfreute sich größter Beliebtheit als Spazierbegleiter. Wäre er jünger gewesen, es hätte bestimmt Anfragen gehagelt für diesen überaus anpassungsfähigen und unkomplizierten Nordischen, so aber musste er warten bis das Jahr fast vorbei war.Torok und Zita beim Spaziergang

Dann aber kam sie, die vielversprechende Anfrage für ihn, einmal mehr aus der Schweiz. Dort war im Herbst eine Husky-Hündin verstorben und sowohl Halter wie auch die vierbeinige Gefährtin waren nun wieder bereit für einen neuen vierbeinigen Kameraden. Da die noch vorhandene Hundedame insgesamt eher ein wenig unsicher und dadurch fremden Hunden gegenüber mitunter eigen reagiert, war man bei der Beschreibung von Torok hängen geblieben, der lange Jahre neben einer allzeit eigenwilligen Hundedame verbracht hatte. Ferner passte er vom Alter perfekt zu der neunjährigen Schäferhündin, einziger „Pferdefuß“, dem Haushalt gehören noch zwei Samtpfoten an.

Diese allerdings spielten zunächst weniger eine Rolle, schon mehr als eine Handvoll nicht wirklich katzenverträgliche ausgewachsene Hunde hatten die zugehörigen Besitzer an Miezen gewöhnt und hatten daher eine Vorstellung, was ihnen da mit Torok vielleicht blühen konnte. Wichtiger war ihnen, ob die Schäferhündin mit ihrer „virtuellen“ Wahl einverstanden sein könnte, es folgte ein Besuch in der Station.

Das Kennenlernen der beiden war mehr ein Abstecken erster Grenzen, nicht ganz lautlos, aber insgesamt freundlich-gestimmt klärten die beiden lebenserfahrenen Hunde zu Beginn eines Spaziergangs, was zu klären war – dann ging man miteinander friedlich des Weges.Torok und Zita

Jetzt galt es noch, das genaue Verhalten von Torok bei Katzenkontakt zu ergründen, am besten unter simulierten „Realitäts-Bedingungen“, also innerhalb einer Wohnung. Also Gelegenheit, Ort und Zeit vereinbart und mit Torok einen Besuch gewagt in einem garantiert gut katzenfrequentierten Haushalt. Zunächst recht friedlich, im Verlauf aber doch mit stetig steigendem Interesse musterte Torok die hundeerfahrenen Samtpfoten, die ihm gegenüber keinerlei Scheu zeigten.

Unmöglich schien es also nicht, ihn an Katzen zu gewöhnen, aber seine steigende Erregung hatte dann doch gezeigt, dass auch bei ihm Vorsicht angezeigt war. Seinen Interessenten gab man das Ergebnis so weiter, auch die Befürchtung, dass sich daher die Eingewöhnung etwas ziehen könne.

Die Familie beriet sich daraufhin erneut, traute sich das aber nach wie vor zu und sah für sich auch kein Problem damit, wenn der friedfertige Umgang von Hund und Katz ein wenig auf sich warten lassen würde, Trennungsmöglichkeiten waren vorhanden – man ging ja wie geschildert nicht das erste Mal an so etwas heran.

Mitte Januar war es dann soweit, erneut fuhr man aus der Schweiz in den Schwarzwald und machte einen weiteren Spaziergang mit Torok und der eigenen Hündin, diesmal noch um eine Beißwurst erschwert. Denn diese trägt die Hündin gar zu gerne, allerdings nur sie – etwas, das zu akzeptieren Torok nicht schwer fiel.Torok und die Katze

Die Heimfahrt trat man mit ein paar Kilos mehr an als man gekommen war, in der Box auf dem Rücksitz reiste Torok in die neue Heimat, Hündin und Beißwurst residierten in separater Box im Heck.

Über die erste bebilderte Rückmeldung ein paar Tage später staunte man ja nicht schlecht, denn es war schon erstaunlich, wie viel Katzentoleranz da bei Torok bereits herausgearbeitet worden war::

„Torok hat sich bis jetzt super eingefügt, sogar mit den Katzen hat er schon Kontakt aufgenommen. Nach ein paar Stunden bereits kehrte Ruhe ein, so dass weder die Katzen noch die Hunde sich gegenseitig störten.

Eine der Katzen, Meira, war sogar fast zu mutig und ist auf Torok zugegangen. Er hat sie beschnuppert, sobald sie aber zu aufdringlich wurde, hat er sich abgewendet. Auch die schüchterne Joya bewegt sich schon frei in seiner Anwesenheit. Er hat nicht einmal versucht nach den Katzen zu schnappen oder sie zu jagen. Er ist sehr zurückhaltend und freundlich.

Das Integrieren eines neuen Hundes war selten so schnell möglich. Dies da Torok selber sehr ruhig ist und auch die Katzen sich immer ruhig verhalten und nicht durch das Haus rennen. Wir sind selbstverständlich immer dabei und überwachen die Situation. Wenn keiner von uns im jeweiligen Zimmer ist, trennen wir sie noch.Torok und Zita

Auch Zita, die Schäferhündin, hat Torok voll akzeptiert. Einzig zwei Plätze von Zita - der eine hinter dem Sessel von Herrchen, der andere vor der Küche wenn das Futter zubereitet wird - werden von Zita mit einem bestimmten Knurren verteidigt, was Torok dann akzeptiert. Beim spazieren verhalten sich die beiden, als wären sie schon seit Jahren zusammen.

Torok ist sehr anhänglich, er läuft im Haus immer mit. Nachts schläft er bei uns im Zimmer in seinem eigenen Bett und scheint damit sehr zufrieden zu sein. Wir freuen uns sehr, ihn bei uns zu haben und er würde uns nach so kurzer Zeit bereits fehlen. Er ist ein Goldschatz.“

Torok


 

Die beiden 2002 geborenen Huskys Benny und Shakira, die durch die Trennung ihrer Menschen ein neues Zuhause brauchten, sind dank der breit gefächerten Bemühungen ihrer ehemaligen Besitzerin untergekommen. Wir freuen uns, dass den beiden so ein Zwischenaufenthalt in einer der Stationen erspart blieb und hoffen, dass die Geschwister nun den Platz fürs Leben gefunden haben.

Benny und Shakira