Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juli 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

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Sunny macht ihrem Namen alle Ehre

Dass Sie noch nichts von Sunny gehört haben, macht nichts. Konnten Sie auch gar nicht, denn dieser Sonnenschein war weg, bevor er richtig da war.

SunnyNichtsdestotrotz wollen wir Ihnen aber ihre Geschichte gar nicht vorenthalten, denn sie handelt von nachhaltigem Engagement im Tierschutz und hat ein schönes Ende.

Dabei war Sunnys Start ins Leben nicht unbedingt der Beste: Aus dem Ausland geholt, wohnte sie zunächst im 13. Stock eines Hochhauses. Eine Frau, die sich um die Kinder der Familie kümmerte, machte sich zunehmend Gedanken um diese quirlige Husky-Dame. Wobei Husky-Mädchen noch passender ist, denn zu diesem Zeitpunkt war Sunny noch kein Jahr alt.
Dass die Umstände nicht passend für einen Hund sind, der dazu noch ein Nordischer mit besonderen Ansprüchen ist, war einfach zu offensichtlich.
Und so setzte die gute Frau sich beständig für Sunny ein und sprach das Thema immer und immer wieder an.

Dieser Einsatz bewirkte letztendlich, dass die Familie sich bereit erklärt hat, Sunny in die Hände der Erzieherin abzugeben.
Diese nahm ihren Schützling mit nach Hause, denn Sunny hatte ihr Herz im Sturm erobert.
Da aber in diesem Heim andere Hunde vorhanden waren, musste die Frau sich eingestehen, dass es über kurz oder lang doch Komplikationen geben könnte. Und dass auch sie, für einen sehr jungen und noch ungeschliffenen Husky, nicht die passenden Lebensumstände bieten kann.

Schweren Herzens setzte sich Sunnys Retterin dann also mit der Nordlicht-Station in Verbindung und der Umzug folgte prompt.

Sunny war über die Vielzahl an Veränderungen in so kurzer Zeit dann wohl doch etwas aus dem Konzept gebracht, und hat sich schon „eingepieschert“, wenn man nur das Wort an sie gerichtet hat.Sunny

Bevor wir uns aber ernsthaft Gedanken machen konnten, ob in der ersten wichtigen Prägungsphase irgendetwas gravierend schief gelaufen ist, ist Sunny aufgetaut.

Es hat keine drei Tage gedauert, da hat der kleine Sonnenschein ein wahnsinniges Selbstbewusstsein entwickelt und ist fröhlich zwischen den anderen Hunden herumgewuselt. Das gab natürlich Anlass zur Freude im gesamten Team. Aber als wir dann merkten, dass Sunny nicht nur sehr selbstbewusst, sondern auch sehr keck und frech ist, haben wir uns dann doch für eine bewährte Maßnahme entscheiden:
Die Vergesellschaftung mit Rusty.

Der ältere Husky-Herr, der inzwischen auch glücklich vermittelt ist, hat sich schon so manch übermütigem Jungspund angenommen und auf seine ganz eigene Art und Weise die Rolle des Mentors übernommen.

Soweit zu unserem Plan. Aber wie hat es John Lennon mal so schön ausgedrückt: Leben ist das was passiert, während du dabei bist, eifrig Pläne zu machen.

So hat sich das Blatt bei Sunny und Rusty relativ schnell gewendet und der etwas verdatterte Rusty musste sich von der jungen Dame auf der Nase rumtanzen lassen.
Natürlich kann so einem kleinen Sonnenschein keiner wirklich etwas übelnehmen. Aber irgendwie beschlich uns das Gefühl, auch Sunny hat das gewusst und es hinter dem Schutz ihres jugendlichen Charmes ganz schön auf die Spitze getrieben.Sunny in der hundeschule

Das Einzige, was sie sich wirklich von Rusty abgeschaut oder eher abgehört hat, war sein Jaulen, bei dem man sein Seniorenalter durchaus schon ein wenig heraushören konnte.
Schon komisch, wenn ein Husky in Sunnys zartem Alter versucht, dieses zu imitieren.

So haben wir das übermütige Husky-Mädchen also mit in unsere bewährte Hundeschule genommen, damit sie in einer Junghundgruppe ein wenig Schliff in Bezug auf ihr Sozialverhalten bekommt.
Auch hier zeigt sie ihre bekannte Taktik: Anfangs gab sie sich betont schüchtern und dann sauste sie während des freien Spiels wie ein Wirbelwind los, und hängte dabei sogar fast noch zwei Galgo-Windhunde ab.

Ihr ganzes Verhalten führte auch dazu, dass Sunny teilweise eine Extra-Portion Aufmerksamkeit und besondere Übungen bekam, da sie sich trotz ihres Alters schon ganz schön viel Eigenwilligkeit herausnahm.

Aber wie schon angemerkt: Wie kann man einer knapp einjährigen, wunderschönen und freundlichen, aufgeweckten und intelligenten Husky-Hündin je böse sein?
Kann man nicht!Sunny im neuen Rudel
Vor allem, weil sie uns durch ihr selbständiges Spiel, ihre Toberei und ihre Experimentierfreude in der Station schlichtweg verzaubert hat.
Es scheint, als wenn sie sich selbst Aufgaben stellte (z.B. was passiert, wenn ich einen Stock in verschiedenen Positionen an den Rand des Wasserbeckens lege?) und dann alles drangesetzt hat, um eine befriedigende Lösung zu finden.
So probierte sie aus, wiederholt dies und jenes, und nachdem sie ein zufriedenstellendes Ergebnis gefunden hatte, suchte sie sich die nächste Aufgabe.
Zauberhaft.

Was allerdings nicht ganz so zauberhaft war, waren Sunnys Jaul-Einheiten. Denn nachdem zunächst Rusty als Vorbild diente, nahm sie später Joshi als Orientierungshilfe.
Joshi, der inzwischen festes Mitglied einer lieben Familie ist, hat in seiner Anfangszeit regelrecht die ganze Station zusammengeschrien.
Nicht gerade das beste Vorbild für eine junge Dame wie Sunny.
Das Ergebnis war, dass man die Klänge, die da aus tiefster Kehle kommen, einfach nur noch als Lärmbelästigung bezeichnen kann.

Aber auch dieser Umstand hat uns nicht von der Meinung weggeführt, dass Sunny ihrem Namen alle Ehre macht.

Sunny mit Rudel und Herrchen und FrauchenUnd das findet auch Herr P. Wir arbeiten schon seit geraumer Zeit mit diesem sympathischen Hundekenner zusammen. Er unterstützt uns vor allem bei Hausbesuchen, bei denen er durch sein Wissen und seine Erfahrung mit (Nordischen) Hunden wertvolle Einschätzungen macht.

Herr P. hat schon eine ganze Rasselbande, aber beschlossen sein Rudel wieder zu erweitern. Und ist dabei auf Sunny gestoßen.
Und auch hier hat es nicht lange gedauert, bis Sunny dieses Zweibeiner-Herz erobert hatte.

Wie uns Herr P. geschrieben hat, und sie ja auch an den Bildern sehen, hat sie sich wunderbar ins Rudel eingegliedert und läuft mit wie eine der „Großen“.
Sie ist über den Auslauf und das Radfahren einfach nur begeistert und zeigt ihre Zufriedenheit auch ganz offen.

Nur von ihren Gesanges-Eskapaden hat sie noch nicht ganz abgelassen. Und übt zuweilen auch gerne in den frühen Morgenstunden, ganz zu der Freude ihrer neuen Familie.

Aber wir sind sicher, das bekommt Herr P. auch noch in den Griff.

Denn der würde Sunny auch gar nicht wieder hergeben und bestätigt: Sunny ist ein wahrer Sonnenschein!

Sunny im Glück

 


 

Glückliche Fügung des Schicksals : Aus Shayla wird Aiyana

Auch wenn man keinen besonderen Glauben an Schicksal hegt, kann man im Angesicht manch glücklicher Fügungen nur erstaunt mit dem Kopf schütteln.Aiyana und Spike
Oder besser noch, lächeln.

Zeitgleich zu der Anfrage einer jungen Familie ist die Meldung der Abgabe zweier Hunde bei uns eingetroffen.
Und während diese Tatsache nun bei uns noch nichts allzu Ungewöhnliches ist, ahnen Sie schon, dass es bei einer zufälligen Überschneidung glücklicherweise nicht bleiben sollte.

Und wir können sogar noch einen oben drauf setzen: Am Abend vor dem ersten Treffen rief uns ein Mitglied des SSVN e.V. an und erzählte uns enthusiastisch von dem neuen Pärchen, dass seit einiger Zeit aktiv dabei ist.
Dreimal dürfen Sie raten, von wem die Rede war.

So kam die junge Familie mit ihrem Husky-Rüden in unserer Nordlicht- Station vorbei, um sich die hiesige Schar anzuschauen. Und gerade bei Shayla, dem gerade eingetroffenen Neuzugang, funkte es sofort.

Auch mit unserem Team hat sich während einiger Tassen Kaffee im gemütlichen Beisammensein schnell ein offener und freundschaftlicher Umgang entwickelt und alle Beteiligten schauten freudig dem nächsten Treffen entgegen.

Aiyana und SpikeDas ließ auch gar nicht lange auf sich warten, diesmal wurde Sohn Tristan mitgebracht, sodass mit allen Familienmitgliedern „getestet“ wurde, ob ein zukünftiges Zusammenleben große Erfolgsaussichten birgt.

Diese Begegnung lief ebenfalls sehr erfreulich aber halt: Nicht ALLE Mitglieder der Familie haben Shayla kennen gelernt, bevor Sie eingezogen ist: Strolchi, ein Jack- Roussel- Mixterrier, ahnte noch nichts von seiner neuen Mitbewohnerin.

Doch lesen Sie selbst, wie diese Geschichte ausgegangen ist. Oder wie sie gerade anfängt:

Hallo Corinna und Nicole,
wie versprochen schicken wir euch heute den ersten „Newsletter“.
Das Wichtigste zuerst: Die kleine „Shayla“, die vor einer Woche bei uns einzog, heißt nun „Aiyana“. Unserem Huskyrüden Spike war sie ja bereits im Nordlicht schon zweimal begegnet und beide verstanden sich prächtig.
Bei uns blieb lediglich die Unsicherheit, wie unser 15jähriger Jack-Roussel-Mixterrier Strolchi auf den geplanten Neuzugang reagieren würde, zeigt er sich doch sonst eher unverträglich mit anderen Vierbeinern.
Bei der Zusammenführung der drei Hunde bei uns zu Hause, erwies sich zum Glück unsere Sorge als unbegründet. Unser „Opa“ zeigte lediglich großes Interesse an Aiyana und bis zum heutigen Tag kommen die zwei super miteinander aus.Aiyana, Spike und "Opa"

Nun ist schon eine ruhige (aufgrund der extrem hohen Temperaturen) Woche vorbei und Aiyana hat sich gut bei uns eingelebt. Im Haus zeigt sie sich sehr anhänglich und verschmust, im Freien eher unabhängig und unglaublich neugierig.
Gestern Abend zeigte sie Spike, dass die große, weite Ostsee gar nicht so gefährlich ist, wie er immer denkt (Spike geht nur bis zum Bauch freiwillig ins Wasser).
Spike schaute ungläubig zu, wie Aiyana nach kurzer Eingewöhnungszeit in die erfrischende Ostsee hüpfte und immer wieder ihre Bahnen schwamm, wobei sie jedoch sorgsam darauf achtete, dass sich entweder Frauchen oder Herrchen in „rettender“ Nähe befanden.
Vielen Dank an euch für die viele Zeit, die wir im Nordlicht verbringen durften, für all die Mühen und Unterstützung.
Wir sehen uns gewiss bald wieder… und der nächste „Newsletter“ von Aiyana folgt bald!

Liebe Grüße,
Sascha, Tina und Tristan mit Strolchi, Spike und Aiyana

Aiyana und Spike

Wir freuen uns herzlich für Shayla, Entschuldigung, Aiyana, dass Sie eine so liebe und tolle Familie gefunden hat und freuen uns auf weitere Berichte und natürlich auch Besuche!
 


 

Joshi und (s)eine unglaubliche Geschichte mit der neuen Familie

Joshi ist ein Prachtkerl. Trotz mieser Behandlung in seinem vorherigen Umfeld, hat dieser hübsche Husky- Rüde (geb. ca. 2007) stets seinen unverwüstlichen ruhigen Charakter behalten und keine generelle Wut auf Menschen entwickelt.

Wer allerdings auch ein starkes Nervenkostüm bewiesen hat, war das Team der Nordlicht-Station kurz nach Joshi`s Ankunft.
Denn der gerade noch gelobte Vierbeiner hat am Anfang regelrecht geschrien.

JoshiAnstatt Joshi langsam und behutsam an das Allein-Bleiben zu gewöhnen, wurde er in seiner vorherigen Familie einfach in ein Zimmer gesperrt und allein gelassen. Diese Methode hat natürlich nicht dazu geführt, dass er eine ruhige Gelassenheit entwickelt hat, wenn er alleine gelassen wurde. Zusammen mit den unvertrauten Eindrücken der neuen Umgebung in der Station, war das einfach zuviel für unseren Schützling.
Seinen Unmut hat Joshi lautstark geäußert- Tag und Nacht.
Hilfe kam in Gestalt der Hundetrainerin Silvia Knüppelberg, die zusammen mit dem Team vor Ort ein sanftes Unterbrechungssignal ersonnen hat. Die wohltuende Wirkung ließ nicht lange auf sich warten und überhaupt ist Joshi- vielleicht das erste Mal in seinem Leben- langsam zur Ruhe gekommen und hat gelernt, sich auch richtig zu entspannen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung, darf die Herkunft nicht vergessen werden und es muss immer wieder mit Rückfällen gerechnet werden. Und gemäß der Philosophie unseres Vereins werden keine unerfreulichen Details weggelassen und keine Verhaltensweisen geschönt- vor allem dann nicht, wenn es um Kandidaten für ein neues zu Hause unserer Schützlinge geht.
So wurde auch Familie H. ausführlich „unterrichtet“. Denn Liebe auf den ersten Blick ist ein klasse Phänomen, dass schon so manchen Vierbeiner überraschend schnell ein neues zu Hause beschert hat, doch natürlich möchten wir auch beide Seiten vor übermäßigem, und rein „bauchgesteuertem“ Enthusiasmus schützen.

Familie H. hat uns schnell bewiesen, dass Enthusiasmus, nur weil er schnell und intensiv entstanden ist, auch durchaus von einem unglaublichen Durchhaltevermögen untermalt sein kann. Gerade Frau H. schien durch nichts in der Welt von ihrem Vorhaben abzubringen zu sein, Joshi zu besuchen und ihn schnellstmöglich mit nach Hause zu nehmen.Joshi

Und kein Geringerer als das Unternehmen der Deutschen Bahn hat die erste, schier unüberwindbare Hürde aufgestellt.

Die Anreise aus Saarbrücken in die Station dauert in der Regel zwischen acht und neun Stunden. Familie H. brauchte knapp 24, um ihr Ziel zu erreichen. Aufgrund eines falschen Tickets, wurden sie gezwungen ihre Fahrt zu unterbrechen. Da es schon später Abend war, blieb dem Paar nichts anderes übrig, als sich eine Pension zu suchen und die Reise am nächsten Tag fortzuführen.

Etwas abgeschlagen aber mit ungetrübter Vorfreude sind die Beiden dann endlich in der Station angekommen und konnten Bekanntschaft mit Joshi machen.
Das Treffen lief gut, war allerdings sehr kurz, da die lange Rückfahrt wieder angetreten werden musste.

Für Frau H. hat sich ihr Bauchgefühl bestätigt aber gemäß der Erfahrung des Teams vor Ort wollte man die Bedenkzeit von 2 Wochen auch gerne noch abwarten. So konnte man zumindest einigermaßen sicher gehen, dass diese wichtige und verantwortungsträchtige Entscheidung auch mit Bedacht gefällt wurde.

Fehlanzeige.
Frau H. hat es nicht ausgehalten und wollte Joshi nun endlich nach Hause holen.

Gesagt getan, soviel Engagement und Tatkraft können und wollen wir gar nichts entgegensetzen.
Es war natürlich klar, dass man Joshi nicht die Tourtour im Zug zumuten kann. Da das familieneigene Auto aber nicht das ganze Wochenende zur Verfügung stand, beschloss die junge Familie sich ein Auto zu mieten.Joshi

Auch hier schien Hermes, der griechische Gott der Reisenden, kein wohlwollendes Auge auf diese entschlossenen Tierfreunde zu werfen.
Etliche Staus und Verzögerungen führten zu einer 13 Stunden langen Autofahrt. Und zu einer unplanmäßigen Verlängerung der Mietdauer.

Deswegen brachten die erschöpften aber glücklichen neuen Hundebesitzer erneut wenig Zeit mit. Diese wurde zum Abschließen des Vertrages als auch zum Verzehr der größtmöglichen Menge Kaffee genutzt.
Und noch während das Team des Nordlichtes sich den Schlaf aus den Augen reibt und immer noch über diesen Überfall-Ähnlichen Eifer der Familie H. staunt, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt, erfahren Sie den nächsten „Hammer“:

Joshi hat überraschenderweise einen Mitbewohner, der vorher noch nicht erwähnt wurde:
Einen Chihuahua !
Dieser sollte eigentlich zur Oma kommen. In letzter Minute sei aber was dazwischen gekommen.

Nach diesem ganzen Aufwand, der unverrückbaren Entschlossenheit und der Tatsache, dass man nach den geschilderten Aktionen wirklich davon ausgehen kann, dass die Anschaffung von Joshi zum einen sehr wohl bedacht als auch gewollt ist, hat man die Drei ziehen lassen.

Allerdings mit einem mulmigen Gefühl und der unguten Vermutung, dass der Chihuahua als kleines Jagdobjekt keine Sekunde erfreut sein wird, über seinen neuen vierbeinigen Kollegen.

Und was denken Sie, ist passiert?

Entgegen aller Erfahrung sind die Beiden Freunde geworden. Sie haben richtig gelesen:
F-R-E-U-N-D-E !

JoshiEin Chihuahua und ein sowieso nicht ganz einfacher Husky- Rüde. Unglaublich.

Wir haben uns durch einen befreundeten Hundekenner über die tatsächliche häusliche Situation informiert.
Herr P. hatte die Familie schon im Vorfeld besucht, und sich einen Eindruck von der künftigen Umgebung und der (Lebens-) Einstellung gemacht, die Joshi erwartet. Da Sie den Verlauf der Geschichte ja nun schon ein wenig kennen, können Sie sich ja schon denken, dass die Bewertung gut ausgefallen ist.
Aber gerade in diesem besonderen Fall, war es für uns natürlich selbstverständlich, das neue Familienglück einmal mit eigenen Augen anzuschauen. Beziehungsweise durch die Augen von Herrn P., der uns durch seine Erfahrung einen wichtigen Einblick geben kann.
Und Herr P bestätigt die Eindrücke der Familie, alles ist in bester Ordnung. Joshi fühlt sich wohl und Familie H. ist glücklich und zufrieden. Gesamt-Urteil: Daumen hoch.

Das ist eine Geschichte, die erzählt werden muss. Und da solche Geschichten nicht einfach so enden dürfen. Was ist die Moral?
Mit wahrer Tierliebe und einem sonnigen, ausgeglichenen Gemüt kann man Berge versetzen.

Wir freuen uns wahrhaftig, dass Joshi so ein Glück gehabt hat und wir wünschen der gewachsenen Familie von Herzen alles Gute und viele schöne gemeinsame Stunden.

Das immer noch staunende Nordlicht Team

 


 

Ayuna! – Ja. Nein. Oder doch?

Ayuna bei der Abreise

Mit den Elterntieren und einigen Geschwistern war Ayuna Ende 2009 als gut einjährige Hündin in die Schwarzwälder Auffangstation gekommen. Der Vorbesitzer musste sich aus finanziellen Gründen von seinen zahlreichen Huskys trennen. Viel kennen gelernt hatten vor allem die jüngeren Hunde anscheinend nicht, denn in fremden Situationen und bei unbekannten Personen reagierten sie meist erst mal recht zurückhaltend.

Ayunas neues RudelEine von Ayunas Schwestern war bereits in ein kleines Rudel sportlich geführter Huskys vermittelt worden und hatte dort schnell Fuß gefasst. So freuten wir uns auch über den Interessenten für Ayuna, der ebenfalls eine lauffreudige Hündin zur Verstärkung seines Teams suchte. Nach der erfolgreichen Absolvierung des obligatorischen Hausbesuchs wurde ein Termin in der Station in Horb vereinbart.

In ihrer gewohnten Umgebung und beim Gassigehen präsentierte Ayuna sich als weitestgehend unkompliziert und so stand auch schnell fest, dass die weiße Hündin an diesem Tag tatsächlich umziehen sollte. Ihre sechs künftigen Kumpel waren daheim geblieben, denn bei der Hitze wollte der Besitzer ihnen keine so lange Fahrt zumuten. Doch da Ayuna ja nichts anderes als das Leben im Rudel kannte, sollte die Eingewöhnung in die neue Gruppe auch zu bewältigen sein.

Den Reiseantritt hat Ayuna dann noch etwas verzögert. Sie verstand überhaupt nicht, warum ihre Brüder nach der Gassi-Runde ins vertraute Gehege zurückgebracht wurden und sie mit einem Mann mitgehen sollte, den sie noch kaum kannte. Also Bremse rein, hinlegen und abwarten... Retourkutsche des Zweibeiners: Ayuna auf den Arm genommen und ins Auto getragen. – Da saß sie nun also auf dem Rücksitz, etwas verdutzt zwar, aber brav.Rudelruhe

Daheim verlief die Begegnung mit den anderen Huskys tadellos. Der Rüde als unangefochtener „Herrscher im Ring“ hat Ayuna gleich akzeptiert und auch die Alpha-Hündin hatte an dem schüchternen Neuzugang nichts auszusetzen. Die restlichen Gefährtinnen sind ohnehin unproblematisch und so gehörte Ayuna innerhalb kürzester Zeit zum Rudel. Wohlgemerkt zum tierischen Rudel, denn dass sie ab jetzt so eng mit Menschen zusammenleben sollte, war unserer „Kleinen“ nicht ganz geheuer.

Rund zwei Wochen nach Ayunas Übernahme erreichte uns die Nachricht, dass sie sich immer noch nicht anfassen lasse und bei gemeinsamen Aktivitäten das ganze Rudel durcheinander bringe. Es wurden Tipps gegeben, weitere Versuche gestartet und dem Sorgenkind noch mehr Zeit eingeräumt. Letztlich durfte sie sogar übers verlängerte Wochenende mit zum Wandern fahren, wo man sich besonders intensiv um sie kümmern konnte, um ihre Ängste vor menschlicher Berührung abzubauen. Aber nichts half.

Schweren Herzens wurde der Entschluss gefasst, Ayuna zurück in die Station zu bringen. Einzig der Termin musste noch abgestimmt werden. AyunaBerufstätigkeit und sonstige Termine auf beiden Seiten mussten berücksichtigt werden und so wurde ein Sonntag im Juni festgelegt. Am Tag davor dann ein Anruf von Ayunas Noch-Herrchen, dass das Auto kaputt gegangen sei und er nicht kommen könne. Nächster Termin: Freitagnachmittag. Doch im Laufe der Woche folgte dann erneut eine Verschiebung, da er keinen Urlaub bekam und auch keinen Ersatz-Fahrer auftreiben konnte. Also sollte Ayuna zwei Tage später, am Sonntag, zurück kommen. Eine halbe Stunde vor dem Termin klingelte das Telefon erneut: Ayuna kommt nicht wieder, sie bleibt!

Wie es dazu kam? Nun, das Mädel hatte scheinbar einfach viel länger zum Auftauen gebraucht als wir alle gedacht hatten. Am Tag vor ihrer drohenden Rückkehr sprang Ayuna doch noch über ihren Schatten und näherte sich aus eigenen Stücken ihrem Besitzer. Endlich! Und zum Glück war das auch kein einmaliger „Ausrutscher“, sondern der Beginn einer harmonischen Beziehung zwischen Hund und Mensch. Weitere Rückmeldungen bestätigen, dass Ayuna immer selbstbewusster wird und nun auch bei den Ausflügen im Rudel kein Durcheinander mehr verursacht. Welch wundervolle Wende! Und welch ein Glück, dass Ayunas Zurückbringen sich durch etliche Widrigkeiten so lange verzögert hat, bis sie sich selbst zum Bleiben entschied.

Herzlichen Dank an Herrn M. und seine Eltern für das lange Durchhalten bei diesem Wechselbad der Gefühle. Manch anderer hätte wohl schon früher die Flinte ins Korn geworfen und so nie das Glück erfahren, wenn ein verschlossener Hund sich dann doch den Menschen öffnet. Jetzt steht einer langen und stressfreien gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege und wir wünschen Zwei- und Vierbeinern alles Gute.

Ayuna ist angekommen


 

Shiro – der steinige Weg ins Glück

 Shiro

 Shiro ist auch bestechlichAufgrund des langen Winters und der damit einhergehenden schlechten Straßenverhältnisse zögerte sich dieses aber noch einige Zeit hinaus. Eine unerwartet langwierige Baustelle im künftigen Zuhause schaffte zusätzliche Schwierigkeiten.

Irgendwann aber war es soweit, dass Hund und Menschen sich das erste Mal begegneten. Shiro zeigte sich von seiner Schokoladenseite – bestimmt hatte er „den Braten gerochen“ und wollte sich diese Chance auf eine eigene Familie nicht entgehen lassen. Das Gassigehen klappte hervorragend, wenngleich er auch seine Kraft im unbändigen Vorwärtsdrang demonstrierte. Aber damit rechnet ein Husky-Kenner ja schließlich...

Auf den tatsächlichen Umzug musste Shiro dann noch mal eine Weile warten, aber letztlich wurden Nägel mit Köpfen gemacht und nach etlichen Ratschlägen und Instruktionen „unseres“ Hundetrainers Thomas Kern (www.hundeschule-kern.de) durfte Shiro die Heimreise antreten. Während das künftige Herrchen daheim auf den Neuzugang wartete, rüsteten sich die frischgebackene Besitzerin und ihr Sohn für die Heimfahrt – bestens vorbereitet und mit einer langen Liste von Warnungen und Empfehlungen ausgestattet.

Shiros AbreiseTheorie und Praxis sind aber zweierlei. Während das Einsteigen ins Auto und die Heimfahrt noch unkompliziert verliefen, gab es erwartungsgemäß bei Shiros Eingewöhnung durchaus Schwierigkeiten. Das mit dem Alleinebleiben wollte er nicht so recht einsehen. Er zerfledderte beispielsweise eine Markise, die ihm eigentlich Schatten spenden sollte. Und intelligent, wie er nun mal ist, nutzte Shiro auch die Gelegenheit, sich selbst die Gehegetür zu öffnen und sein Frauchen zu suchen – zum Glück war sie nicht weit weg und konnte ihn rasch wieder unter Kontrolle bringen.

Shiro und die Markise

ShiroWeniger glimpflich ging es für einen Mann aus, der sich Shiro in dessen eigenem Revier unbedacht näherte und kurz darauf die Zähne des imposanten Rüden zu spüren bekam. Doch trotz dieses Schocks stand es nie zur Debatte, Shiro wieder zurück zu bringen. Die Entscheidung für ihn, mit all seinen Fehlern und Problemen, ist nicht leichtfertig gefällt worden. Nun heißt es, sich mehr und mehr aneinander zu gewöhnen, verschiedene Situationen einschätzen zu lernen, Vertrauen bei Shiro aufzubauen und mit viel Konsequenz und Geduld den neuen Gefährten in die richtige Richtung zu lenken. Die Hundeschule Uschi Loth (www.teamwaerts.com) ist hierbei eine große Hilfe, denn selbst die durch die beiden verstorbenen Husky-Hündinnen erworbene Erfahrung und unsere langen Vorgespräche konnte die Familie natürlich nicht umfassend auf ein Leben mit einem Problemhund wie Shiro vorbereiten.

Doch Shiros Fortschritte machen Mut. Nachdem er anfangs Stress-Symptome zeigt, wirkt er jetzt zunehmend entspannter und genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Menschen in vollen Zügen. Endlich bekommt er genügend Auslauf und viele Streicheleinheiten, so wie es sich ein junger Hund eben wünscht. Aber es werden ihm bei Bedarf auch die Grenzen aufgezeigt. Ja, anstrengend kann das Leben mit Shiro durchaus sein und etliche Bekannte seiner neuen Besitzer können es nicht nachvollziehen, dass sich die Familie mit so einem schwierigen Hund belastet, aber dennoch: Es lohnt sich! Und so sind wir sicher, dass Shiro und seine Menschen zwar einen steinigen Weg miteinander gehen (müssen), aber die ersten Etappen sind gemeistert und der Weg weist Richtung Glück.

Herzlichen Dank an Familie Sch., dass Sie sich auf das „Wagnis Shiro“ eingelassen haben und so unerschütterlich zu unserem Sorgenkind stehen!