Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juni 2010 ein neues Zuhause gefunden haben

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Funke im Wald - oder die geglückte Vermittlung einer kecken jungen Dame

Nein, der Funke, der im Wald bei Hannover übergesprungen ist, ist kein gefährlicher Feuer- Funke gewesen. Vielmehr handelt es sich hierbei um den Beginn einer neuen Freundschaft zwischen Mensch und Hund:

Viele Telefonate sind dem Treffen vorausgegangen, an dem sich Laika ihren neuer Familie präsentieren durfte.
Solch ein reger Austausch ist für beide Seiten stets von Vorteil, denn nur durch ausführliche Beschreibung und Charakterisierung unserer Schützlinge kann ein authentisches Bild der Hunde geschaffen werden. Und eventuelle falsche Vorstellungen können sich gar nicht erst entwickeln.

So wussten Carolin und Dominik auch genau was für eine neugierige, kecke und teilweise recht lautstarke Malamute- Hündin sie erwartet.
Doch all diese, teilweise nicht einfachen, Charaktereigenschaften machen in der Summe genau die Hündin aus, die die Beiden in den Bann gezogen hat. Mit dem Ergebnis: Laika durfte einziehen!

Und was sie dort alles schon erlebt hat! Lesen Sie selbst:

Hallo!

LaikaLaika hat die Heimfahrt trotz der Länge und der Temperaturen gut überstanden und hat sich in den letzten Tagen wunderbar eingelebt.
Sie hat ihre Nase überall, will alles mitbekommen und verzichtet trotz der tropischen Temperaturen der letzten Tage nicht auf ihren Anspruch aufs Spielen und Rennen.
Absoluter Favorit ist alles was Geräusche macht, wenn man drauf beißt. Ihr Quietscheball ist somit überall dabei!

Auch haben wir festgestellt, dass sie eine kleine Wasserratte ist und sich gerne mal im Fischfang versucht - bisher mit mäßigem Erfolg.
Das Alleine-sein im Zwinger müssen wir noch üben, da sie lautstark zum Ausdruck bringt, was sie davon hält. Im Haus dagegen kann sie auch über längere Zeit alleine bleiben und nutzt dies für ihre absolute Lieblingsbeschäftigung: SCHLAFEN!
Womit in Zukunft also feststeht, dass sie wohl eher das Haus bewachen wird, als den Hof.

An der Kondition der jungen Dame arbeiten wir gerade, allerdings ist das Wetter dabei nicht sehr hilfreich. Erst in den späten Abendstunden sind die Lauf-Einheiten überhaupt möglich - für Mensch und Tier!Laika mit ihrem neuen Freund

Insgesamt hat sie sich als sehr gelehrig gezeigt, hört auf die Grundkommandos, lässt sich gut leiten und würde für Essen einfach alles tun.

Laika im Training

Wir hätten nicht für möglich gehalten, dass sie sich in so kurzer Zeit schon so an uns orientiert, ohne uns jedoch andauernd an den Fersen zu hängen.Laika

Am zweiten Tag in ihrer neuen Heimat hat sie ihren neuen Spielgefährten kennengelernt - einen gleichaltrigen Ridgeback-Rüden.
Die beiden tobten sogleich freudig durch die Reithalle und standen sich in nichts nach. Und wenn der Herr dann doch zu aufdringlich wurde, hat Laika ihm auch mal die Grenzen aufgezeigt.
Den Pferden gegenüber zeigt sie keine Angst, legt sich teilweise wenige Zentimeter von den Hufen hin und wundert sich, warum Frauchen dann doch ein bisschen in Stress gerät.
Dass Pferde nicht angebellt werden müssen, wenn sie galoppieren, lernt sie bestimmt auch noch.

Alles in allem sind wir froh, dass wir Laika bei uns haben und wollen sie selbst nach der kurzen Zeit nicht mehr missen!

Viele Grüße aus dem Badischen,
Dominik und Caroline

 

 


 

Rusty oder wenn die Gegenwart bedeutet, endlich Angekommen zu sein

Rusty hat uns in letzter Zeit Einiges zu denken gegeben. Sein Verhalten wollte nicht so Recht zu den Gründen passen, die für seine Abgabe nach vielen Jahren angegeben wurden. Er präsentierte sich selbstbewusst aber unauffällig, offen aber nicht anhänglich und als Mentor für die „grünschnäbelige“ und recht vorlaute Laika, dessen Verhalten in kurzer Zeit maßgeblich positiv beeinflussen könnte.

Und genau diese Verträglichkeit war es schließlich auch, die zu seiner erfolgreichen Vermittlung geführt hat.
Seine neue Familie war nicht zielgerichtet nur aufgrund eines Hundes in die Station gekommen: Einige unserer Pfleglinge haben ihr Interesse geweckt und kamen für sie als Zweithund in Frage.

Während seine Mitstreiter sich jedoch durch ihr Machogehabe disqualifizierten, schlabberte Rusty zum Zeichen seiner Umgänglichkeit mit seiner potentiell künftigen vierbeinigen Mitbewohnerin einträchtig aus einem Napf.

Nach einem schönen Kennenlern -Nachmittag nahm sich Rustys neue Familie aber noch die klassische Nacht, um die Entscheidung zu überschlafen.

Doch die Zeit arbeitete für den 10 jährigen Husky-Rüden. Am nächsten Tag durfte er samt seiner neuen Freundin Yuma in sein neues zu Hause aufbrechen.
Lesen Sie selbst, wie es Rusty dort gefällt:

Hallo Ihr Lieben aus dem Nordlicht!

Rusty

Habe euch bei meiner Abreise ja regelmäßige News versprochen. Also deshalb heute die erste Mail!

Mir geht es gut, so gut. Bin gut angekommen und fühle mich richtig wohl.
Habe am ersten Morgen glaube ich die Kerstin ziemlich geschockt, als ich am Morgen in der ersten Etage aufgetaucht bin. Ich kann halt Türen öffnen und Treppen steigen!
Habe ein schickes neues Zuhause. Auf den Fotos seht ihr, wie ich das Wohnzimmer inspiziere.

Rusty inspiziert das Wohnzimmer

Yumas schmutzige FüsseEs gibt auch viel Auslauf. Da es an den ersten Tagen sehr viel geregnet hat, sehen wir beide auch richtig gut aus. Oder? Meine neue Freundin Yuma hat "schwarze Stiefel" an. Seit Freitag laufe ich auch am Fahrrad. Das macht riesigen Spaß, denn da geht richtig die Post ab. Die Kerstin staunt nicht schlecht, dass ich so gut und ausdauernd laufen kann.

Am Samstag habe ich den neuen Tierarzt kennengelernt. War aber nur zum Kennenlernen. Gott sei Dank. Das scheint ein ganz netter Kerl zu sein. Mal schauen, ob dass so bleibt.

Gestern hat uns Frau Steinmann besucht. Die hat uns so lustige Suchspiele gezeigt. War toll! Das haben wir heute gleich mit der Kerstin ausprobiert.

Wenn jetzt die Yuma noch ein wenig mehr auftaut, dann kann das hier der Huskyhimmel auf Erden werden.

Rusty und Yuma

So dass waren für eine Woche doch ziemlich viele News. Bis zum nächsten Newsletter.

Euer Rusty und seine neue Freundin Yuma

 


 

A-Bervik musste länger suchen als man erwarten hätte dürfen. Vorgestellt auf einigen Seiten im www wollte es dem Malamuten nicht so recht gelingen ein neues Zuhause zu finden.

Malamute A-Bervik

Getreu dem alten Sprichwort: "Was länge währt, ..." hat es nun doch hingehauen. A-Bervik konnte in sein neues, hoffentlich endgültiges Heim umziehen. Das er nun glücklich ist sehen Sie ja selbst.

Malamute A-Bervik


 

(WHI-)SKY, der „alte Schwede“...

Die Hälfte seines Namens hat unser Senior „Whisky“ eingebüßt, aber dafür hat er ein Vielfaches an Lebensqualität gewonnen. Ziemlich irritiert war er damals bei seinem Einzug in die Station, als er sich plötzlich im Tierschutz wiederfand. Davor hatte er lange Jahre wohlbehütet als Familienhund gelebt, bevor er mit 12 ½ Jahren wegen eines Umzugs sein Zuhause verlor. Eine schwere Situation für Whisky. Doch dann hat er eine phantastische Chance erhalten und als „Sky“ ist er nun stolzer Hahn im Korb und erkundet zusammen mit seinen beiden Hundefreundinnen die neue Heimat Schweden.Flott unterwegs der Whisky

Schon in der Auffangstation war Sky von der ersten Begegnung mit seinem neuen Herrchen entzückt, denn er wusste das mitgebrachte Rentierfleisch als Leckerbissen wohl zu schätzen. Dass nach diesem Gaumenschmaus auch noch Schmuseeinheiten und ein Spaziergang angesagt waren, gefiel ihm umso besser.

Trotz seines Alters ist Sky noch ziemlich fit, was er unterwegs auch demonstrierte: die Leine hing kaum einmal durch. So viel Elan hatte sein künftiger Besitzer gar nicht erwartet und freute sich sehr, dass Sky seine Hoffnungen sogar übertraf. Noch dazu spielte während des Spaziergangs sogar das Wetter einigermaßen mit und dank einer Regenpause an diesem doch eher nassen Tag blieben Zwei- und Vierbeiner trocken.

Kurz bevor es auf die große Reise ging, wurde Sky noch etwas schick gemacht. Mit wenigen Bürstenstrichen holte seine Vermittlerin etliches an losem Fell aus seinem dicken Pelz – Skys Begeisterung hielt sich dabei in Grenzen.Ein paar Haare bleiben in Deutschland

 

Die Fahrt zum Flughafen empfand er da schon wieder als angenehmer und auch die am Terminal herrschende Hektik konnte ihn nicht aus der Ruhe bringen. Gelassen ließ er sich bewundern („Guck mal, ein Husky! Der ist ja hübsch.“) und wartete geduldig, bis nach einigem bürokratischen Hin und Her endlich die Buchung bestätigt war und er in seiner Flugbox Platz nehmen durfte – ohne zu zögern oder zurück zu blicken.

Am Flugplatz

Mit Zwischenstopp ging es nach Stockholm, wo Sky und sein frischgebackener Besitzer mit Verspätung und somit kurz vor 3 Uhr nachts ankamen. Daheim warteten schon Malamute-Hündin Sheila und die blinde Husky-Hündin Pizi auf den Neuzugang. Nach kurzer Begrüßung und einem ersten Beschnüffeln kehrte schnell Ruhe ein. Auf Anhieb verstanden sich die Vierbeiner und Shila und Pizzi nahmen Sky freundlich in ihrer Mitte auf.

Sheila. Pizi und Whisky - jetzt Sky

Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv: Sky hat sich ausgesprochen schnell eingelebt und erweist sich als sehr anhänglicher Geselle. Es war wohl für beide Seiten ein Glückstreffer. Wir sind sicher, dass Sky seinem Herrchen noch viel Freude machen wird und wünschen dem Quartett eine lange und glückliche Zeit miteinander.

 


 

Yukiko – unverhofft kommt oft

Wer hätte das gedacht, dass die freche Yukiko so schnell ein neues Zuhause finden würde...?! Sie machte uns in der Station anfangs nicht unbedingt das Leben leicht mit ihrem unbändigen Freiheitsdrang – nicht einmal geschlossene Fenster waren für sie ein Hindernis, denn innerhalb kürzester Zeit hatte sie sich selbst beigebracht, diese zu öffnen. Immer beseelt von dem Vorsatz, ganz nah bei den Menschen sein zu dürfen, entwickelte Yukiko sich zu einer wahren Ausbrecherkönigin, die keinesfalls allein im Gehege eingesperrt sein wollte.Yukiko und Akena

Ihr Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden war ziemlich gewöhnungsbedürftig. Zur Begrüßung wurde grundsätzlich erst mal auf „dicke Hose“ gemacht, was eine Vergesellschaftung in der Station unmöglich machte, denn die potentiellen Gefährten waren allesamt nicht so souverän, um diese anfänglichen Attacken wegzustecken.

Als dann die Interessenten-Anfrage eines jungen Paares mit bereits vier Hunden kam, mischte sich denn auch eine gewisse Skepsis in die Vorfreude. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt und so wurde ein Termin zum Kennenlernen vereinbart.

Der erste gemeinsame Spaziergang gestaltete sich wie immer: Yukiko ließ etliche Male ihre blitzblanken Zähne sehen, ungeachtet dessen, dass sie bei einer wirklichen Auseinandersetzung einer erheblichen Überzahl gegenübergestanden wäre. Doch von so etwas lässt sich eine Yukiko ja nicht beirren.

Zusammenführung in der StationZurück in der Station allerdings folgte eine schrittweise Zusammenführung im Gehege, bei der Yukiko erstmals ihr etwas vorlautes Mundwerk im Zaum hielt. Wir waren baff. Nur wenige Male mussten wir mit dem Wassereimer einschreiten, wenn sich doch gewisse Spannungen anbahnten. Meist reichte aber auch hierbei ein Plätschern im Wasser und wenige Spritzer, um Yukiko wieder zur Besinnung zu bringen. Seitens der jungen Hündin Inouk gab es sogar erste Spielaufforderungen, auf die Yukiko einstieg. Alles in allem also ein sehr erfolgversprechender Anfang.

Und dass dieser erste Eindruck sich bewahrheitet hat, zeigt auch die folgende Rückmeldung, mit der klar war, dass Yukiko bleiben darf. Nach Akena und Twix ist sie somit schon der dritte Nothilfe-Hund, der bei dieser Familie ein erstklassiges Zuhause gefunden hat:

Guten Tag,

so, nun haben wir die Yukiko schon ein paar Tage. Sie hat sich schon super eingelebt und hergeben tun wir sie ganz bestimmt nicht wieder. Mit ihrer Art ist sie einfach nur ein Sonnenschein.. Schon am ersten Tag hüpfte sie aufs Bett und leckte uns wach...Yukikos neues Rudel

Sie ist einfach super und wir sind froh dass wir den Schritt, ein fünftes Rudelmitglied aufzunehmen, gemacht haben. Inouk und Stone können nicht aufhören mit ihr zu spielen, was meistens schon früh morgens beginnt. Akena und Yukiko sind noch nicht ganz sicher, was genau sie von einander halten sollen, haben sie aber auch schon beim Spielen erwischt. Twix ist wie immer einfach nur da und meldet sich dann schon mal zu Wort, wenn er was will oder ihm etwas nicht passt... alles in allem sind wir wirklich sehr überrascht und froh, dass es so gut geht. Beim Spaziergang in Horb hat es ja zuerst nicht den Anschein gemacht, als ob es klappen könnte, aber dann kam es rapide besser. Yukiko ist sehr anhänglich und neugierig und läuft einem auf Schritt und Tritt hinterher. Was nicht nur wir, sonder auch die Hunde zu spüren bekommen, sozusagen läuft sie einfach allen hinterher... - man (Yukiko) will ja nichts verpassen...

Yukiko liebt Wasser

Unseren Wassertest hat sie mit Bravour bestanden. Eine kleine Wasserratte ist sie ja schon... - kennt nichts und springt einfach mal ins Wasser und dreht ein paar Runden um Alex. Schon bald fangen wir nämlich mit dem Schwimmtraining an, dies wird ihr aber sicher gefallen.

Wir melden uns in ca. 2 Wochen wieder, um weitere Fortschritte zu berichten - da wird sicher so einiges zusammen kommen wie Hundeschule, Freilauf im Gehege, Training...

Liebe Grüße aus der Schweiz
Nicole, Alex und die 5 Hunde...

Wir möchten uns sehr herzlich bedanken für die Bereitschaft, sich auf Yukiko einzulassen und das nötige Einfühlungsvermögen, um dieses Rudel zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Besser hätten es Yukiko und ihre neuen Kumpel nicht treffen können!