Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im April 2011 ein neues Zuhause gefunden haben

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Basko – der lange Weg zum Happy-End

Basko

BaskoJa, er hat einen langen Weg hinter sich, unser Basko. Sowohl im geografischen Sinne als auch im gesundheitlichen. Basko stammt nämlich aus Kroatien und zog im Mai 2009 in unsere Schwarzwälder Auffangstation ein. Schon am ersten Tag hat er uns Ehrenamtliche mit seiner Ausstrahlung fasziniert, wenn auch das Äußere noch etwas zu wünschen übrig ließ mit dem gelblich-schmutzigen Fell und seinem kaum erträglichen Gestank. In dem kroatischen Tierheim, aus dem er kam, herrschen ärmliche Verhältnisse und die Insassen haben wenig Platz – anscheinend so wenig, dass sie teilweise regelrecht im eigenen Dreck liegen müssen. So waren unsere Tierschutz-Kollegen sehr froh, dass Basko in Deutschland eine neue Chance erhalten sollte.

Wir hätten damit gerechnet, dass der prächtige Malamute-Mix-Rüde (mit inzwischen blitzsauberem Fell) innerhalb kurzer Zeit vermittelt sein würde, doch aus unerklärlichen Gründen fanden die Interessenten nicht so recht Interesse an ihm. Und so zog Monat um Monat ins Land, bis Basko plötzlich zum regelrechten Sorgenkind mutierte, als er sich im Dezember 2009 einen Kreuzbandriss zuzog. Wir suchten Paten und Spender und ließen ihn operieren, aber alle Bemühungen um einen privaten Pflegeplatz zum Auskurieren waren umsonst.Basko

Erst Wochen später meldeten sich nach einem Update auf unserer Homepage plötzlich mehrere potentielle Pflegestellen. Wir suchten Familie S. aus, wo Basko am meisten Ruhe haben würde und die Übernahme schnellstmöglich erfolgen konnte. Bei einem ersten Kennenlernen in der Auffangstation war die Privathündin Zita mit von der Partie, die nach dem Tod ihres langjährigen Kameraden wieder Gesellschaft bekommen sollte. Obwohl die Dame teilweise recht zickig gegenüber Artgenossen reagiert, verlief der gemeinsame Spaziergang vielversprechend und so wurde Basko wenige Tage später, Ende März 2010, abgeholt.

Statt Ruhe erwarteten ihn und seine Pflegefamilie aber erst mal heftige Turbulenzen. Zita war der Meinung, dass dieser daher gelaufene (oder besser gesagt: daher gehinkte) Jüngling nichts in ihrem Zuhause zu suchen hatte. Es begann eine Art Privatkrieg zwischen ihr und dem überrumpelten Basko, der von den Zweibeinern äußerste Konsequenz verlangte. Mit viel Geduld und Durchhaltevermögen schaffte Familie S. es jedoch, die Fronten zu befrieden und zunächst einen „Waffenstillstand“ zu erringen, der sich im Laufe der Zeit zu gegenseitiger Akzeptanz und dann sogar zu einer richtigen Freundschaft entwickelte.

BaskoEigentlich hätte das schon Baskos Happy-End sein sollen, aber plötzlich geriet noch mal alles ins Schwanken, als sich unser Schützling einen zweiten Kreuzbandriss zuzog – diesmal am anderen Bein. Abermals mussten wir tief in die Tasche greifen, um ihn operieren zu lassen und auch in diesem Fall konnte Basko auf einige treue Freunde zählen, die uns finanziell unterstützten und ihm so die bestmögliche Behandlung ermöglichten. Diese zweite Operation erfolgte in zwei Anläufen, denn beim ersten Termin war es Hochsommer und Basko musste nach Kreislaufproblemen wieder aus der Narkose geholt werden. Einige Tage später waren die Temperaturen dann etwas gesunken und es klappte auch mit dem Eingriff. Diese OP hat er dann in der Obhut seiner Pflegefamilie weit besser weggesteckt als die erste zu Stations-Zeiten und nach einigen Wochen atmeten wir erst mal auf, dass alles so gut verlaufen war.

Doch Basko wäre nicht Basko, wenn alles glatt gegangen wäre. Der geduldige Rüde entwickelte sich zum Dauerpatienten, der im Laufe des Jahres 2010 auch noch an beiden Augen operiert werden musste, weil man dort einen Katarakt (besser bekannt als „Grauer Star“) festgestellt hatte. Manch eine Pflegestelle hätte wohl das Handtuch geschmissen, denn die vielen Tierarztbesuche und Operationen bedeuteten ja jedes Mal auch, extra Urlaub zu nehmen und die Nachbehandlungen gewissenhaft durchzuführen. Doch Familie S. hielt unerschütterlich zu ihrem Pflegling und nahm alle Anstrengungen auf sich, um Basko optimal zu versorgen.Basko

Und je länger Basko da war, desto lieber hatten ihn seine Zweibeiner natürlich auch. Selbst Zita hängt mittlerweile richtig an ihm und mag es gar nicht, wenn er (der deutlich Jüngere) ohne sie zu größeren Gassi-Runden aufbricht. Dabei hat sie Anfang 2011 die Rollen mit Basko getauscht, denn nun ist sie diejenige mit Handicap und musste sich einer Bandscheiben-OP unterziehen. Doch sie ist langsam aber sicher auf dem Weg der Besserung und wird sicherlich bald wieder gemeinsam mit Basko die Gegend erkunden. Und zwar mit ihm als „gleichrangigem“ Gefährten, denn was in den Herzen der Pflegeeltern schon lange der Fall war, ist nun auch formal so: Basko gehört fest zur Familie!

Wir sind sehr froh über dieses Happy-End und wollen allen Beteiligten (Paten, Spendern und natürlich Familie S.) nochmals herzlich für die Treue und das Durchhaltevermögen danken, durch das aus dem Dauerpatienten Basko wieder ein glücklicher und unbeschwerter Hund wurde. Wir drücken die Daumen, dass dieses eingeschworene Quartett noch eine lange, harmonische und vor allem gesunde Zeit miteinander verbringen darf.

Basko im neuen Heim

 


 

Tibo, der kleine Herzensbrecher mit dem großen Ego

TiboTibo ist eine Ausnahme. Nicht nur, weil er es als Welpe auf unsere Homepage „geschafft“ hat, obwohl wir diesen Schritt gerade bei den Jüngsten unserer Schützlinge nur selten tun. Nein, Tibo ist auch deshalb eine Ausnahme, weil er zwei sehr charaktervolle Rassen in sich vereint: Den Akita Inu und den Australian Cattle Dog.

Wir haben Tibo übernommen, als er etwa 10 Wochen alt war. Auf den ersten Blick ein possierlicher Welpe, der geradezu zum Knuddeln einlud. Doch auf den zweiten Blick ein aufgeweckter, lernbegieriger und schon sehr selbstbewusster kleiner Kerl, der gefordert und gefördert werden wollte.

Sein und unser großes Glück war, dass er bis zur Vermittlung in einer privaten Pflegestelle leben durfte, die sich all den Herausforderungen stellte, die mit Tibo auf sie zukamen. Und das waren nicht wenige. Besonders viel Erziehung hatte Tibo nämlich bis dato nicht genossen und so bestanden die ersten Lektionen darin, dass „Mensch“ buchstäblich die Hand auf dem Futter hatte. Tibo hatte nämlich gedacht, er könne die Kinder seines Pflegefrauchens anknurren und seinen Napf mit den Zähnen verteidigen. Doch da wurde sofort gegengesteuert, getreu dem Motto: „Wehret den Anfängen.“ Künftig wurde der kleine Hundemann nur noch von Hand gefüttert, damit er registrierte, wer da am längeren Hebel sitzt und dass es sich auszahlt, wenn man brav ist und nicht rummotzt.Tibo

Auch an anderer Stelle zeigte sich Tibos Dominanz. So wehrte er sich beispielsweise, wenn man ihn vom Boden hob oder ihm die Hand auf den Rücken legte – in seinen Augen beides Provokationen, die seinen Rang und sein Ego anfochten. Doch auch hier übte seine Gastmutter konsequent und geduldig mit ihm, so dass Tibo diese Dinge bald akzeptierte (zumindest von Vertrauenspersonen).

Tibo wurden zahlreiche Sozialkontakte ermöglicht, sowohl zu Artgenossen als auch zu Menschen. Er genoss es, wenn er gestreichelt wurde und hatte auch keine Scheu, Fremden zu begegnen. Andere Hunde fand er eh von Anfang an klasse. Dies Husky-Mix-Hündin von der Pflegestelle zeigte ihm zwar schon manches Mal, wenn er sie mit seinem jugendlichen Übermut nervte, aber an Tibo perlte gelegentliches Gekeife einfach ab. Zu viel gab es in der spannenden weiten Welt zu entdecken, um sich von der „großen Schwester“ bremsen zu lassen!

Entdeckt hat Tibo wirklich viel, aber eines seiner liebsten Hobbys wurde das Man-Trailing. Eigentlich hätte er nur als Begleithund dabei sein sollen, aber ganz schnell erkannte die Trainerin, dass Tibo eine außergewöhnliche Begabung für diese Fährtenarbeit hat. Es geht dabei darum, eine ganz bestimmte Person zu suchen. Profis unter den Man-Trailing-Hunden können die Spur kilometerweit und stundenlang durchs Gelände oder auch quer durch Städte hindurch verfolgen. Doch jeder fängt mal klein an und so bekam Tibo zunächst leichtere Aufgaben, damit er Erfolgserlebnisse hatte und nicht den Spaß an der Sache verlor. Diese Kopfarbeit war für ihn überaus wichtig, denn Tibo strotzte geradezu vor Eifer und Lernwille, was man mit bloßem Bewegungsangebot nicht hätte befriedigen können.

TiboNichtsdestotrotz ist die Vermittlung eines solchen Welpen eine besondere Herausforderung, denn es gilt, Menschen zu finden, die sich nicht von der niedlichen Optik täuschen lassen, sondern ganz genau wissen, dass aus diesem Baby ein großer Kerl werden wird. Und um dessen Potential in die richtigen Bahnen zu lenken, ist von Anfang an viel Arbeit angesagt – für Mensch und Tier. Dass Tibo die ersten Lektionen bei einer kompetenten privaten Pflegestelle machen durfte, war natürlich Gold wert, denn so konnte jedes Fehlverhalten sofort korrigiert werden und der aufgeweckte Rüde gewöhnte sich manche unerwünschten Eigenschaften gar nicht erst an. Hätte er die Wartezeit bis zur Vermittlung in einer Auffangstation verbracht, hätte man gar nicht die nötige Zeit gehabt, um einen so anspruchsvollen Hund adäquat zu erziehen.

Einige Anfragen für Tibo konnten wir von vorneherein aussortieren, weil die nötigen Grundbedingungen nicht erfüllt waren. Dann aber wurden wir hellhörig, als sich eine Familie aus der Schweiz meldete, die bereits Akita-Erfahrung vorweisen konnte. Der frühere Gefährte war aufgrund einer schweren Erkrankung leider recht früh gestorben. Nach einigen Jahren war nun der Moment gekommen, wo die Interessenten wieder offen waren für einen neuen Vierbeiner. Auch die mehrstündige Anfahrt schreckte die Familie nicht ab. Unser Schweizer Mitglied Frau Langer und ihr Mann machten es wie schon so oft durch ihr kurzfristiges Einspringen möglich, dass der obligatorische Hausbesuch noch rechtzeitig über die Bühne ging – und das, obwohl die enorme Strecke auch für sie einen Tageseinsatz bedeutete.Tibo

Anfang April war es dann soweit, dass Tibo und seine neuen Menschen zusammen trafen. Der Funke sprang sofort über und nicht nur die Interessenten hatten ein gutes Gefühl, sondern auch Tibos Pflegemama, seine Man-Trailing-Trainerin und die Vermittlerin. Der ganze Tag stand im Zeichen des kleinen Hundemannes und die Familie bekam auch Einblicke in Tibos Man-Trailing-Qualitäten. Die Zweibeiner ließen sich schnell von der Begeisterung für diese Arbeit anstecken und absolvierten mit Tibo die ersten Suchen.

Am nächsten Morgen hieß es für Tibos Pflegefamilie Abschied nehmen. Die Fahrt verlief problemlos. Daheim erwarteten Tibo dann viele neue Eindrücke und die betagte Familienkatze. Der Neuzugang begrüßte den Stubentiger ziemlich stürmisch und schnupperte sein künftiges Zuhause aus. Am liebsten hätte Tibo gleich alles „besetzt“ und wollte sofort den Chef raushängen lassen. Doch damit hatte seine neue Familie gerechnet und wies ihn gleich in die Schranken. Aber weil kleine Hunde ja genau wie kleine Kinder auch trotzig sein können, setzte der „entmachtete“ Tibo zum Schluss noch ein Häufchen ins Haus. Die Nacht verbrachte er dann aber wieder ruhig und brav.

Tibo mit neuer FamilieTibo hat sich inzwischen recht gut eingelebt und ist nicht mehr wegzudenken. Er kann eine Weile alleine bleiben, fährt gut mit im Auto, lässt sich anfassen und spielt mit Begeisterung. Nach wie vor hat er viele Hundebekanntschaften und kann so nicht nur ausgelassen herumtoben, sondern auch sein gutes Sozialverhalten weiter festigen. Erziehung ist natürlich auch noch angesagt, aber das ist eine Aufgabe, die beiden Seiten Spaß macht. Und so gehen wir davon aus, dass Tibo sich auch in seiner neuen Familie weiterhin positiv entwickeln wird und die Vorarbeit der Pflegestelle auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Letzten Endes sind es immer die Besitzer, die ihrem Vierbeiner den „letzten Schliff“ verleihen müssen, denn nur sie können ermessen, was im gemeinsamen Zusammenleben wichtig ist und was nicht – wir können und wollen keine „maßgeschneiderten“ Hunde liefern, sondern nur den Grundstock zu einem harmonischen Miteinander legen, denn wäre es anders, dann könnten unsere Schützlinge sicherlich dem Erwartungsdruck der Adoptanten nicht gerecht werden.

Wir sind davon überzeugt, dass Tibo genau das Zuhause gefunden hat, das er braucht und wo er sich wohl fühlt. Herzlichen Dank an alle, die ihn auf dem Weg dahin begleitet und an seinem Schicksal Anteil genommen haben. Tibo hatte wirklich alle Unterstützung, die man sich nur vorstellen kann und so wird aus ihm mit Sicherheit ein prächtiger, selbstbewusster und seiner Familie treu ergebener Rüde werden – eben einer mit dem „gewissen Etwas“.

 


 

Honey – und die Hoffnung, dass ihr Weg ins Glück ihrer ehemaligen Familie ein wenig Zuversicht schenkt

Honey ist gerade mal ein Jahr alt. Sie hatte eine Familie. Und hätte sie ihr Leben lang gehabt – wenn Herrchen nicht so überaus tragisch in eine Situation gekommen wäre, die ihn fast sein Leben gekostet hätte. Alles hat sich für ihn und natürlich die Familie verändert. „Alles“, das hieß leider und unwiderruflich auch Honey. Sehr schweren Herzens hat man sich darum entscheiden müssen, den noch so jungen, bildhübschen und altersgemäß quirligen Hund in Hände zu geben, wo man genug Zeit und Kenntnisse für ihn hat. Es gab auch einen festen Platz für sie, so dass sie eigentlich versorgt gewesen wäre. Eine Interessentin, die seit über einem halben Jahr auf genau so einen Hund wie Honey wartete, so dass wir davon ausgingen, die nette Hündin nahtlos vermitteln zu können. Doch leider klappte das nicht, weil der vorhandene alte Rüde gesundheitlich angeschlagen war und einem Energiebündel wie ihr nicht gewachsen gewesen wäre. Nun war guter Rat teuer, denn wir mussten schleunigst eine andere Lösung für Honey finden.Honey

Wir haben also mehr oder weniger ein Mitglied als Pflegestelle überrumpelt, doch Gott sei dank erklärte sich die Familie bereit, Honey ganz kurzfristig und unbürokratisch mit offenen Armen aufzunehmen. Wie wir alle wissen, ist ansonsten gerade bei privaten „Verzweiflungs-Vermittlungen“ so jungen, aparten und fortpflanzungsfähigen Hündinnen allzu oft ein ganz gewisser Weg vorbestimmt, sollten sie in ein falsches Umfeld gelangen. Das aber wollten Honeys Besitzer unter keinen Umständen. Unser Dank gilt hier sowohl dem ehemaligen Frauchen als auch Familie H., die sich Honeys quasi über Nacht annahm.

Honey hatte einen guten Übergangsplatz, und wir stellten sie umgehend in die Vermittlung. Es war abzusehen, dass es gerade ihr an Interessenten nicht mangeln würde. Ihr Steckbrief lautet sinngemäß wie folgt: junge wilde Hummel mit ansprechender Erscheinung, kinder- und katzenlieb, sozialverträglich, an Haushalt und Familienleben gewöhnt, interessiert an In- wie Outdooraktivitäten jeglicher Art, noch etwas unerzogen und ungestüm, aber lernbegierig, nur das Alleinebleiben fällt noch sehr schwer, sucht liebe- und schwungvolle Adoptanten im Grünen, gerne mit einem vierbeinigen jungen Wilden, denen genau diese Packung noch fehlt zu ihrem Glück.

HoneyDieses Glück, sprich Honey, war wie erwartet der Wunschtraum mehrerer Menschen. Und so hatten wir die gar nicht einfache Aufgabe, diesen trotz allem doch unsicheren Sonnenschein von Hund richtig zu platzieren. Doch niemand wusste, wie schnell eine Vermittlung wirklich vonstatten gehen könnte. Und da Honeys Pflegestelle sie nur bis zum 21. April würde behalten können, machten wir uns auch schon frühzeitig Gedanken, was aus ihr werden sollte, wenn sie bis dahin noch kein eigenes Zuhause gefunden hätte. Eine Lösung des Dilemmas zeichnete sich ab, als wir das Angebot einer Familie erhielten, einen zusätzlichen Pflegehund aufzunehmen. Dort leistete bereits ein Pflege-Chow unseres Vereins dem Husky-Rüden und den vorhandenen Katzen Gesellschaft.

Die Anfragen wegen Honey überfluteten uns regelrecht. Neben uns gut bekannten wie unbekannten Interessenten, die einen bis mehrere Hunde ihr eigen nennen, einige davon auch bereits von der NfP, meldete sich auch die potentielle Ersatz-Pflegestelle und teilte uns mit, dass bei Honey der Funke übergesprungen sei und die Familie die Hündin nicht nochmals in Pflege, sondern fest übernehmen würde.

Für Katzenhalter ist es ganz ohne Frage per se sehr schwierig, einen Nordischen zu finden, der wissentlich katzenkompatibel ist, da diese Verträglichkeit aufgrund des vielmals sehr deutlich ausgeprägten Jagdtriebs des nordischen Vierbeiners meist so gar nicht gegeben ist.

Hier aber war sie gegeben. Dazu kam, dass einer der Interessenten, der in der engeren Auswahl stand, Honey erst im Mai hätte aufnehmen können - Honey aber wie bereits erwähnt ihre Pflegestelle bis zum 21. April verlassen musste, weil die Pflegeeltern den Urlaub schon vor ihrer Ankunft gebucht hatten und es für sie so kurzfristig keine Möglichkeit gab, einen weiteren Hund mit auf die Reise zu nehmen.Honey

Ein anderer Interessent, ebenfalls in der engen Wahl, wurde wieder aus dieser herausgenommen, weil es uns aufgrund eines Kommunikationsfehlers nicht klar war, wann er Honey übernehmen könnte, wir ihr aber aufgrund des Stichtages 21. April nicht zumuten wollten, nochmals in eine neue Pflegestelle statt an einen Endplatz zu wechseln. Beide Interessenten bitten wir um Verständnis für unser Handeln, für unser Anliegen, Honey nicht nur gut zu vermitteln, sondern dies auch so zu tun, dass wir ihr nicht nochmals eine Übergangslösung zumuten mussten. Sie hatte schon den Wechsel von ihrem Zuhause in unsere Pflegestelle mit anfänglicher Unsicherheit und Überdrehtheit quittiert, deutliche Anzeichen dafür, dass sie zwar an sich unbeschwert, aber eben doch sensibel genug war, das Herausnehmen aus ihrem gewohnten Umfeld nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Dem jungen Tier wollten wir diese Erfahrung ein weiteres Mal auf jeden Fall ersparen, sofern wir eine gute Alternative hätten. Und die hatten wir nun mal. Wir verstehen die Enttäuschung der vielen Interessenten. Doch die Wahl fiel nicht rein wegen des Zeitlimits auf die jetzige Familie, sondern wegen des Zusammenspiels von Vertrauen, entsprechender Haltung und schneller Übernahme. Eine Vergabe von Honey rein terminabhängig wäre für uns absolut nicht in Frage gekommen.

Honey hat SpassDie Entscheidung fiel also für die Familie, die eigentlich „nur“ Honeys zweiter Pflegeplatz hätte werden sollen. Derzeit lebt dort wie gesagt eine Chow-Hündin von uns in Pflege, die liebevoll umsorgt wird. Daneben gibt es für Honey einen nicht viel älteren Huskyrüden als Kumpel, der mit ihrer quirligen Umtriebigkeit keine Probleme haben würde. Die Katzen haben wir schon erwähnt, auch hier würde Honey nur Altbekanntes erwarten. Dazu ein großes Grundstück und Menscheneltern, die viel zu Hause aber auch mit den Hunden viel unternehmen.

Der Wunsch nach einem weiteren nordischen Familienmitglied wurde von dieser Familie nicht unüberlegt oder übereilt gefasst. Er resultierte vielmehr neben der Liebe zu diesen Tieren auch daher, dass man erst vor Kurzem den 14-jährigen Altrüden gehen lassen musste, wie auch in den beiden Jahren zuvor zwei weitere Hunde, die ebenfalls ein sehr hohes Alter erreichten. Honey erwartete also das, was sie auch schon gewohnt war. Eine Familie, in diesem Fall erfahren und uns vertraut, samt einer für sie überschaubaren Anzahl Spielgefährten, die sie über den neuerlichen Umzug hinwegtrösten, aber nicht übermäßig stressen würden. Eine Konstellation also, in der sie sich schnell wiederfinden könnte. Und genauso kam es dann auch. Honey fügte sich problemlos ein, tobt mit dem ja ebenfalls altersgemäß vitalen Rüden, der sich über ihre Power freut, im riesigen Garten, und auch mit der Pflegehündin gibt es keine Unstimmigkeiten.

Wir bedanken uns bei Familie W. für die liebevolle Aufnahme und wünschen Ihnen und Ihren Rabauken nur das Beste.

 


 

Maya – von der Misere ins Paradies

MayaHusky-Hündin Maya hat schon einiges hinter sich. Ursprünglich stammte sie aus Italien, lebte dann bei einer kinderreichen Familie in der Schweiz, wo die Besitzer nicht genug Zeit für sie hatten, wurde deshalb an eine junge Frau abgegeben, die aber wiederum eines Tages feststellte, dass Maya nicht in ihr Leben passte und daraufhin die Gefährtin bei einem Landwirt „unterstellte“, der die Hündin letztlich in einen Schuppen sperrte. Dort saß sie nun also, mitten in der Misere.

Glücklicherweise wurden Tierfreunde auf sie aufmerksam und leiteten die Wende ein. Mayas Schicksal kam einem Mitglied unseres Vereins zu Ohren, die sich einschaltete und den Kontakt zu uns herstellte. Bei eben diesem Mitglied fand Maya dann sogar eine vorübergehende Pflegestelle. Dort wurde sie als erste „Amtshandlung“ einem Bad unterzogen, denn Maya hatte in dem Schuppen offensichtlich in ihren eigenen Exkrementen liegen müssen und stank entsetzlich.

Maya musste sich in ihrem neuen Leben erst einmal zurechtfinden. Ruhelos durchwanderte sie am ersten Tag den Garten und das Haus und inspizierte das Revier der beiden hier wohnenden Rüden. Sie stellte sogar gewisse „Besitzansprüche“ an den Wassernapf, geriet hierbei aber bei dem Pflegefrauchen an die Falsche – in diesem Haushalt haben ganz eindeutig die Zweibeiner das Zepter in der Hand und Maya hat das nach einigen Versuchen auch akzeptiert. Auch an die Rüden gewöhnte sie sich allmählich. Zum Glück sind diese souverän gegenüber Artgenossen und nahmen Mayas gelegentliche Sticheleien gelassen. Auch die Menschen geboten Maya immer wieder Einhalt, so dass sich das Zusammenleben zwischen den drei Schlittenhunden immer mehr entspannte. Allerdings war Maya durchaus ein gewisses Potential anzumerken, das uns vermuten ließ, sie würde in einem endgültigen Zuhause ebenfalls die Rangordnung unter ihresgleichen in Frage stellen.Maya

Die Vorstellung auf unserer Homepage brachte anfangs keinerlei Resonanz und wir befürchteten schon, dass die etwas untersetzte Maya bei den Interessenten „durchs Raster“ fallen würde. Aber dann tat sich doch etwas. Genauer gesagt erreichten uns kurz hintereinander zwei Anfragen. Mal wieder standen wir vor der Qual der Wahl, denn beides waren sehr sympathische und zuverlässige Familien. Den Ausschlag gab schließlich Mayas Sozialverhalten. Da sie in der Pflegestelle gegenüber den Rüden teilweise etwas aufmüpfig war, bei Menschen aber eine sehr verschmuste und anhängliche Hündin, entschieden wir uns letztlich für den Platz ohne tierische Konkurrenz – wohl aber mit Husky-Erfahrung, denn es hatten zeitweise bis zu vier Nordische dort gelebt, doch mittlerweile waren sie alle alters- oder krankheitshalber verstorben. Die andere Familie, die bereits einen dominanten Rüden beherbergte, war sehr einsichtig und wollte Mayas Wohl nicht im Wege stehen.

Plötzlich ging dann alles ganz schnell. Am Freitag fand der Hausbesuch statt und am nächsten Tag sollte bereits die Übergabe erfolgen. Dank der Flexibilität von Pflege- und zukünftiger Familie waren Zeit- und Treffpunkt schnell vereinbart und Maya trat ihre Reise von der Schweiz ins Saarland an.

MayaDie erste Begegnung zwischen Maya und ihren künftigen Dosenöffnern verlief angenehm positiv. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass sie erst mal ein bisschen „fremdeln“ würde, aber weit gefehlt. Ein kurzes Schnuppern, dann war für Maya klar: die Leute sind okay, von denen lass ich mich gern streicheln. Nachdem die leidigen Formalitäten erledigt waren und das frischgebackene Frauchen vom Spaziergang mit der neuen Gefährtin zurück kam, konnte die Fahrt ins Zuhause fortgesetzt werden.

Maya stieg anstandslos in das fremde Auto und verhielt sich auch unterwegs tadellos. Daheim nahm sie gleich Haus und Garten in Beschlag und umgarnte ihre Zweibeiner im Hand- oder besser gesagt Pfotenumdrehen. Besser hätte es sich Maya nicht wünschen können: Besitzer mit viel Zeit, beste Husky-Wohnlage, mehr als genug Bewegung, unterwegs nette Hundekontakte mit Gleichgesinnten, daheim gaaanz viele Schmuseeinheiten und absolute Familienanbindung. Einfach paradiesisch.

Wir danken ganz besonders Mayas Pflegestelle, die sich als wahrer Segen für die Hündin erwiesen hat. Wäre sie nämlich nicht innerhalb weniger Stunden eingesprungen, als Maya aus dem Bauernhof-Schuppen befreit wurde, dann wäre die Vierbeinerin womöglich vom Regen in die Traufe gekommen, denn wir selbst hatten keine Aufnahmekapazität. So aber verbrachte Maya die Wartezeit bis zur Vermittlung bestens umsorgt und startete gut gerüstet in eine glückliche Zukunft.

Maya


 

Eddy hat passende Menschen gefunden und er mag sie schon jetzt sehr:

Eddy

Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere.Eddy
Aber allzu oft blicken wir so lange voller Bedauern auf die verschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, gar nicht erst bemerken………

Es fiel der Pflegefamilie und Pensionsbetreiberin Eva Schulte unbeschreiblich schwer Eddy gehen zu lassen. Aber sie wissen, dass er ein tolles Zuhause gefunden hat und er mag schon jetzt seine neuen Menschen sehr. Auch mit der vorhandenen Hündin versteht er sich - die beiden sehen aus wie Mutter und Sohn.
Wir danken Fam. H./M. für Eddy's Begleitung in den letzten Wochen und ihre Bereitschaft, ihm auch ein neues Zuhause geben zu wollen. Sie haben verzichtet, weil sie glauben, dass Eddy "seine Menschen" gefunden hat und es das Beste für ihn ist. Wir sind aber sicher, dass sie in Eddy's Leben die größte Bereicherung gewesen wären, die er hätte erfahren können. Wir sind aber auch dankbar, dass sie uns eine Entscheidung abgenommen haben und ihn trotzdem nicht haben fallen lassen, wenn es im neuen Zuhause doch nicht klappen sollte.
Eddy's neue Besitzer, Fam. G., hatten ihn mehrfach tagsüber zusammen mit ihrer Harzer-Fuchs-Hündin "Gipsy" besucht. Das war für alle Seiten von sehr großem Vorteil, da man sich gegenseitig ein wenig kennen lernen konnte. Vor allem Gipsy musste sich mit Eddy verstehen, um ihn überhaupt in IHREM Zuhause zu akzeptieren, in dem sie schon 7 Jahre lebt. Anfangs hat sie ihm deutlich gezeigt, wer Chef ist. Da Eddy aber ein sehr unterwürfiger Hund ist, klappt es wunderbar.Eddy
Eddy's Geschichte zeigt ganz deutlich, dass man nicht "mal eben so" einen Hund vermitteln kann. Bei den Massen die im Netz und anderen Medien angeboten werden, ließ uns manches Mal zweifeln, überhaupt ein passendes Zuhause für ihn zu finden. Wenn Welpen zum Preis von 100,00 € angeboten werden, natürlich im Alter von 6 Wochen, ungeimpft usw., warum soll sich jemand für einen vierjährigen Hund interessieren, der noch dazu nicht ganz einfach ist?

Man hat uns aber eines Besseren belehrt, als sich zunächst Fam. H./M. für Eddy interessierte und ihn sogar zum Geburtstag bedacht hat. Bedingt durch die Entfernung, ca. 500 km, war es nicht möglich, dass Eddy "mal eben" die dort lebenden Katzen und Hunde kennen lernen konnte und man so wissen würde, ob "alles passt". Als sich Fam. G. aus Essen meldete, hat man sofort zu Gunsten Eddy's entschieden, erst dort zu schauen, ob alles zusammenpasst.
Bei Frau G. verhielt Eddy sich beim ersten Treffen so, als wäre sie seine frühere Besitzerin. Sie konnte in knubbeln und kraulen, ohne dass er einen Mucks sagte. Aus menschlicher Sicht würde man sagen: "Gesucht und Gefunden" - obwohl wir zu 100% wissen, dass Eddy's Leben in Süddeutschland nicht besser hätte sein können.Eddy
Tja, so endet zunächst Eddy's Geschichte in der privaten Hundepension von Frau Eva Schulte, die ihren Dauergast auch sehr vermisst. Wir danken an dieser Stelle Frau Eva Schulte ( www.Hundeschule-in-Essen.de ) nochmals ganz herzlich. Ohne sie hätte Eddy nicht von einem Tierheim (Nähe der poln. Grenze) übernommen werden können.

Es soll zunächst einige Zeit vergehen, bis die Pflegefamilie Eddy besuchen wird, denn er muss sich nun auch erst erneut einleben und wir alle wünschen ihm, dass er nun ein Hundeleben lang sein Zuhause behalten darf.

 

 

 

 

 


 

Käpt`n Balu und seine tollkühne Crew!

Balu

Balu Wir freuen uns riesig, dass unsere spaßhafte Anspielung auf die Disney-Serie nun mit einem Ausrufezeichen versehen werden kann, anstatt das Fragezeichen des Vermittlungstexts zu tragen.

Balu hat seine Crew nämlich gefunden. Und die besteht aus vielen neuen Freunden eines (Husky-) Rudels, sowie den Anführern Gabi und Jürgen.

Die beiden haben schon beim ersten Kennenlernen mit dem spritzigen Balu geliebäugelt, aber zu dem gegebenen Zeitpunkt war für ein sanftes Zusammenführen der Gruppe mit Balu schlichtweg einfach nicht genug Zeit: Die ganze Crew war nämlich auf dem Weg nach Schweden und sie wollten die Nachtfähre noch erwischen.

Aber glücklicherweise ist die lebhafte Familie auf dem Rückweg wieder bei uns vorbeigekommen. Total entspannt und noch mit dem frischen Wind aus Schweden behaftet. Wir haben dann gemeinsam einen wunderschönen Abend verbracht und wurden mit Erzählungen und Fotos in das traumhafte skandinavische Land entführt.
Das Rudel ist eine gemischte Gruppe und es sind schon einige Hunde dabei, die etwas älter sind und die ersten gesundheitlichen Probleme aufweisen. Dementsprechend sind auch die Schlittenfahrten abgelaufen: Nach einigen Minuten hat mitunter einer der Vierbeiner beschlossen, erst mal ein wenig zu schnuppern, bevor es weitergehen konnte. Aber das war auch vollkommen in Ordnung, denn es galt keine Wettbewerbe zu gewinnen, sondern sich gemeinsam zu entspannen und die Sachen zu unternehmen, die allen Spaß machen.Balu mit neuem Rudel
Sunny ist aber eine Hündin des Rudels, die mit ihren zwei Jahren noch viel Energie hat. Und für diese aufgeweckte Hündin, die übrigens auch eine Übernahme aus der Nothilfe ist, galt es auf Dauer einen Spielgefährten zu finden, der es mit ihrer Power aufnehmen kann.
Und da kommt Balu ins Spiel.

Und so haben alle gemeinsam auf ihrer Rückfahrt eine Nacht in der Station verbracht und am nächsten Morgen konnten wir uns gut ausgeruht an das Vergesellschaftungsprojekt machen. Mit Erfolg! Die Zusammenführung hat prima geklappt und Balu durfte mit seiner neuen Familie nach Hause fahren.

Dort hat er sich auch schon super eingelebt, wie uns die Familie schreibt. Er sei ein richtiger „Schmusebär“ (also ist die Verbindung zu Walt Disney’s Balu doch nicht allzu weit hergeholt) und liege mit seiner neuen Freundin und Spielgefährtin Sunny schon in einer Box.
Da haben sich wohl zwei gefunden.

Wir freuen uns riesig für alle Beteiligten: Für Balu, der eine erfahrene und aufregende neue Familie bzw. ein neues Rudel gefunden hat, für Sunny, die sich nun einem Spiel-Gleichgesinnten gegenüber sieht, für die anderen Hunde, die deswegen sicherlich mehr Ruhe haben und für Gabi und Jürgen, dass sich ihre Intuition als die richtige erwiesen hat.

Wir sehen schon mit großer Freude dem nächsten Besuch entgegen, der spätestens stattfinden soll, wenn es wieder nach Schweden geht. Bis dahin wünschen wir allen zusammen aus Herzen eine wunderschöne Zeit.