Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im August 2011 ein neues Zuhause gefunden haben

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Alana der Senkrechtstarter

Hatten wir gehofft mit dem Transport der Chowhündin Alana aus einem belgischen Tierheim in den hohen Norden wäre schon das größte Problem bewältigt gewesen, so war dies reines Wunschdenken. Denn die rote Hündin, gerade mal 2 Jahre alt, von einem Züchter entsorgt, der so viele Tiere hatte, dass er nun ans ''Ausmisten“ ging, diese Chow-Hündin war extrem ängstlich. Bei dem Versuch sie in eine Transportbox zu bekommen, wehrte sie sich verzweifelt und hinterließ am Arm des Pflegers ihren Zahnabdruck.

AlanaAuf der Pflegestelle nahe Hamburg angekommen, verkroch sie sich sofort in den hintersten Winkel und auch freundliches Zureden half nichts. Alana hatte nicht nur Angst, für sie waren die fremden Menschen, das Haus mit all seinen Geräuschen, eine vollkommen neue Welt. Und wäre da nicht der Boxerrüde Bruno gewesen, der ihr auf sanfte Art zeigte, wie schön doch das Leben sein kann, hätte Alanas Ausflug in diese neue Welt zur Katastrophe werden können.

Denn mit Bruno konnte man so herrlich herumtoben, Stress abbauen und endlich auch das Hundeleben genießen. Auch auf den Spaziergängen war es gut, einen souveränen Mann an der Seite zu haben, der erst gar keine Ängste aufkommen ließ. Auch wenn sich Alana nicht entschließen konnte, ihre Hinterlassenschaften unterwegs zu entsorgen, nein, sie wartete bis man wieder im Haus war. Zum Glück gab es da dann eine Pflegemutter, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge täglich mehrmals den Putzlappen schwang.

Auch die nötige Kastration wg. einer Gebärmuttervereiterung konnte die Pflegemutter nicht entmutigen. Wie sie in den langen Wochen mit Alana mit unendlicher Geduld, Nachsicht und Mühe diese Hündin aufbaute, das war nicht nur beispielhaft, das war vor allem ein Kraftakt, den ihr so schnell keiner nachmacht. Und wir wollen U. an dieser Stelle nochmals herzlich danken für Alanas Pflege und Aufnahme.

Als sich nach einigen Wochen bei uns eine an Alana interessierte Familie meldete, war ich anfangs skeptisch. Konnte man einen so ängstlichen Hund, ein noch so verstörtes Hundekind schon vermitteln? Aber wie so oft hatten wir Glück. Denn die Interessenten wohnten in der Nähe der Pflegestelle, machten sich die Mühe, Alana immer wieder zu besuchen und waren sicher: Die soll es sein, die möchten wir gerne aufnehmen.

AlanaEin Termin wurde ausgemacht und der Tag des Umzugs festgelegt. Und je näher der Tag X. rückte, desto nervöser wurde die Pflegemutter. Würde denn alles gut gehen? Käme Alana dort überhaupt zurecht? Wie würde sie die Trennung von Bruno dem Boxer verkraften? Kurz, die Sorgen nahmen kein Ende.

Und Alana? Die zeigte mal wieder, welche Fähigkeiten in einem Hund stecken. Denn als Alana von ihrer neuen Familie sehnsüchtig erwartet, im Haus ankam, wirkte sie recht locker. Schon nach wenigen Minuten folgte sie dem Hausherrn in den Garten, neugierig, was der denn da zu buddeln hat. Ging ohne Probleme hinein ins Haus, fraß das lecker im Napf Liegende, tat so, als ob es nie irgendwelche Ängste oder Probleme gegeben hätte.
Wir hatten der Familie eine Zweiwochenfrist gegeben um endgültig zu entscheiden, ob Alana bleiben darf oder vielleicht wieder zurück muss. Und nach Ablauf dieser Zeit hören wir nur freundliche Worte, nur Lobendes über unsere Chowhündin. Die Familie ist glücklich mit Alana, und Alana scheint Menschen gefunden zu haben, die auf sie eingehen, die genau die richtigen für dieses Hundekind sind.

Wir wünschen Alana und der Familie von Herzen alles Gute

Ihre Rotraut Ueding von „Chow in Not“

 


 

Lara und die schwierige Umstellung vom Einzel- zum Zweithund

Laika

Laras altes Leben war nicht gerade ein besonders glückliches. Angeschafft als Prestigeobjekt, fristete sie nach Erkalten der ersten Begeisterung bald ein Dasein im Zwinger und mit wenig menschlicher Aufmerksamkeit. Als ihr Herrchen verstarb und niemand aus der Familie mit Lara etwas anzufangen wusste, schalteten sich Tierfreunde ein, die den Kontakt zu uns herstellten. Lara zog kurz darauf in unsere Auffangstation „Nordlicht für Notfelle“ ein.

Laika und ArcoIhr Stationsaufenthalt war nur kurz. Noch bevor sie überhaupt auf der Homepage vorgestellt wurde, meldete sich eine Interessentin, deren Herz beim Anblick von Laras Fotos gleich höher schlug. Sie suchte eine neue Gefährtin für ihren Rüden Arco, nachdem dessen Freundin und Lehrmeisterin Zora verstorben war. Nun litt Arco darunter, dass er allein war und Mensch und Tier wünschten sich dringend wieder Familienzuwachs.

Die Entscheidung für Lara war schnell getroffen. Die Fahrt nach Schleswig-Holstein musste aber noch ein paar Tage warten, bis alles Organisatorische erledigt war und der Urlaub zum Eingewöhnen vor der Tür stand. In der Zwischenzeit wurde Lara noch kastriert, so dass dieses Prozedere die neu zu knüpfenden Bande im künftigen Zuhause nicht belasten würde.

Pünktlich zu Urlaubsbeginn standen Arco und sein Frauchen dann vor den Toren des „Nordlichts“, um Bekanntschaft mit Lara zu schließen. Lara glänzte schon in der Station mit ihrem „einnehmenden Wesen“ und um ihre früheren Defizite auszugleichen, lautete ihr Lebensmotto offensichtlich: „Menschen meins, Futter meins, alles meins!“ Trotzdem verlief die Begegnung mit Arco positiv und anderntags durfte die kurzerhand auf den Namen „Laika“ umbenannte Husky-Dame die Reise in ihr neues Zuhause antreten.

Laikas AnkunftDaheim wollte Laika dann gleich mal ihren Anspruch auf die Alphaposition klarmachen. Da hatte sie aber die Rechnung ohne den ansonsten gutmütigen Arco gemacht. Als sie diesem nämlich ein bisschen zu viel auf der Nase herumgetanzt war, drehte der schwupp-di-wupp den Spieß um und stutzte dem frechen Neuzugang erst einmal die Flügel. In den folgenden Tagen rauften sich die Vierbeiner buchstäblich zusammen. Frauchen behielt dabei die Nerven, griff regulierend ein und gab sich alle Mühe, das Zusammenleben in ruhigere Bahnen zu lenken. Dennoch war es kein einfaches Unterfangen, die bisherige „Einzelkämpferin“ Laika zu integrieren. Aber sie hat es geschafft – mit tatkräftiger Unterstützung durch Arco!

Nachdem Laika so langsam, aber sicher akzeptiert hatte, dass sie sich nicht ALLES erlauben kann und auch mal teilen muss, zeigte sich Arco dann auch wieder von seiner Gentleman-Seite und die zusammengewürfelte Gemeinschaft wird von Tag zu Tag harmonischer. Das glückliche Frauchen beschreibt es so:

Hallo liebe Nothilfer,

… das Engelchen erhält langsam die Oberhand! Ja, in wenigen Tagen viel Neues von Laika. In der letzten Woche war an 1, 2 Abenden noch ein bissel das Teufelchen unterwegs. Mit gestellter Rute wurde Arco sogar beim Pinkeln beobachtet! Aber so langsam wird Laika entspannter und lernt eine Menge! Z.B. an Arcos Kopf springen – auch wenn es Spielen ist – findet er EXTREM blöd. Oft legt sie sich in seine Nähe. Wobei... so ganz vertraut er ihr noch nicht. Na ja, aber es wird besser und mein Mädel ist ja eine Schlaue und hat wohl gemerkt, dass sie es ruhiger angehen lassen muss.Laika

Wie versprochen gingen wir diese Woche zum Impfen. Da keine lange Krankengeschichte mehr hintendran war, wechselte ich zu einem Tierarzt im Nachbarort. Zu meinem Erstaunen entpuppte sich die Tierarztpraxis als kleine Tierklinik (war im Internet nicht so ersichtlich). Nun, ein bissel aufgeregt waren wir dann beide wohl. Mein sonst so taffes Mädel trippelte etwas zögerlich mit mir zur Anmeldung. Beim Wiegen war sie aber ganz cool und setzte sich sogar ganz ruhig und geduldig auf das Ding. Sie ist ein Huskyfloh von 16,9 kg. Na ja, neben Arco mit seinen knapp 30 kg mutiert fast jeder zum Floh. Die Tierärztin verstand es ganz toll, mit Laika umzugehen. Auf dem Boden im Sitz hörte sie sie ab und untersuchte grob Augen und Kopf. Auf näheres Ins-Maul-Schauen und Ohren-Gucken verzichteten wir vorerst, damit das Mädchen den Besuch als positiv empfand. Dann kraulte ich das Köpfchen, die Tierärztin den Körper und schwups war die Impfung schon drin. Laika hatte gar nichts bemerkt. Mei war ich stolz!!!!

Draußen läuft sie sehr gut (halt Huskylike) an der Leine. Sie und Arco durchwühlen derzeit auf den abgeernteten Feldern die Heuhaufen auf Mäuse. Ich werde bei der Stadt demnächst eine Hundesteuerbefreiung beantragen. Ich habe Nutztiere!!! Die beiden Pelznasen gehören derzeit zu den wichtigsten Beutegreifer hier im Ort. Täglich werden bis zu 8 Mäuse unschädlich gemacht! Rechnet man das hoch, so sind die Landwirte uns schwer zu Dank verpflichtet! Im Übrigen sieht es auch wunderschön aus, wenn der große Arco wie ein Frachtschiff durch das Heu pflügt und Laika wie ein Floh daneben hüpft.

Laika und ArcoLaika hat auch einen neuen Freund. Jahrelang fristete er ein mehr oder weniger eingestaubtes Leben am Treppengeländer, bis ihn Laika entdeckte. Gestatten: PINGU! Liebevoll wird er mit den Zähnchen massiert, erhält ein Peeling im Gartenboden und wird dann durch kräftiges Schütteln davon befreit. Pingu hält als guter Kumpel dies alles klaglos aus und darf dafür nachts bei Laika nächtigen. Da er keine Glasaugen und Schnickschnack hat, darf sie ihn behalten. Es ist schon witzig, ihr beim Spielen zuzuschauen! Wie ein Welpe!

Im Garten hat Laika übrigens eine Kommunikationsecke! Hier beobachtet sie die Nachbarn, die Katzen und was sich da sonst noch so tut. Ganz besonders gern hat sie, wenn das Nachbarspaar an die Ecke kommt : Ja Laikachen, na, du bist ja eine so Guuute! Da kullert sie mit den Augen und setzt ihren ganzen Charme ein. Die Hortensie habe ich weggesetzt. Auf Dauer kann keine Pflanze mit einem Huskypo auf dem Kopf überleben. Nun ist dort auch schön gepflastert. Alles für Laika! Beachtlich ist dabei ihre überaus elegante Sitzhaltung!

Heute Morgen gab es einen dieser magischen Momente! Arco lag in der Hütte, Laika ruhte auf der Wiese, als im Nachbargarten die Katzen sich Bewegung verschafften. Wie so oft stürmten meine beiden Pelznasen an den Zaun. Laika in ihre Ecke und Arco an sein Zaunstück. Nachdem der Katzenalarm beendet war, trabte Arco vor seine Hütte und machte es sich im Schatten gemütlich. Auch ich zog mich wieder in die Küche zurück. Als ich nach ein paar Minuten wieder rausguckte, traute ich meinen Augen kaum! Arco und Laika lagen Po an Po. Rasch holte ich die Kamera und schoss so schnell es ging ein paar Schnappschüsse. Aber was dann geschah, ließ mich den Atem anhalten! Beide Hunde schlossen die Augen und fielen mehr und mehr in einen entspannten Schlummer!! Nur wer schon einmal 2 Persönlichkeiten vergesellschaftet hat, kann vermutlich nachvollziehen, wie sehr mich der Moment berührte und freute. Ganz leise wurstelte ich in der Küche weiter, um dieses Idyll nicht zu stören.Laika

Was ebenfalls noch zu erwähnen wäre, dass Laika sich optisch zu einer kleinen Schönheit entwickelt (was mit etwas mehr Kooperation beim Bürsten noch verbessert werden könnte) und dass sie eine große Schmuserin ist. Wenn ich in der Gartentür sitze, dann rollt sie sich ab und an ganz klein neben mir zusammen und drückt sich dabei ganz doll an mich. Oft schiebt sie die Schnauze mir in die Hand oder aufs Bein. Ich kann gar nicht beschreiben, wie mir dabei das Herz aufgeht!

Also, ihr seht, es wird immer ein kleines Stückchen besser und Laika macht sich auf in ihr neues Leben!

Ganz liebe Grüße
Laika& Arco und A. Sch.

Respekt vor so viel klaglosem Durchhaltevermögen! Wir sind sicher, dass es gar nicht mehr lange dauern wird, bis Lara und Arco wie Pech und Schwefel zusammenhalten und für diese Aussicht lohnt sich selbst die größte Mühe. Wir wünschen dem jetzt schon bewährten Trio noch viele gesunde und glückliche Jahre miteinander und freuen uns schon auf die nächsten Berichte.

 


 

Duke wurde zu „Amarok“ und darf sich jetzt voll ausleben

Amarok

AmarokÜberforderung. Das war einmal mehr der Grund, warum ein junger Husky-Rüde sein Zuhause verlor. Duke hatte jedoch Glück und wurde von einer tollen Hundetrainerin unter die Fittiche genommen, die ihn gemeinsam mit ihren eigenen sechs (nichtnordischen) Hunden sanft und dennoch konsequent auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitete. Auf Dauer war diese Gemeinschaft allerdings nicht gedacht und wie vermutet stellte sich im Laufe der Zeit tatsächlich heraus, dass Duke mehr Ansprüche stellte als die anderen Rudelmitglieder. Er wurde nicht aufmüpfig oder sonstwie schwierig, aber die Trainerin erkannte, dass er gerne sein Zugpotential ausleben würde und in den Händen eines ambitionierten Husky-Freundes wohl glücklicher wäre.

So kam Duke zu uns in die Vermittlung und bezog Posten im „Nordlicht für Notfelle“, der Auffangstation in Schleswig-Holstein. Dort präsentierte sich der blauäugige Rüde genau als der Traumhund, der uns schon im Vorfeld beschrieben worden war. Und wir hatten auch auf Anhieb eine Interessentin im Kopf, die bereits vielen NfP-Hunden ein liebevolles Zuhause gegeben hatte und noch einen Kandidaten suchte, um ihre sportliche Meute „komplett“ zu machen.

Ohne zu zögern kam die Zusage für den dreijährigen Duke und die weite Anreise von der Schweiz nach Norddeutschland wurde geplant. Natürlich mit dem gesamten siebenköpfigen Rudel, denn es musste ja getestet werden, ob Duke dazu passt. Es war ein fröhliches Wiedersehen in der Station, denn die muntere Truppe war schon von früheren Vermittlungen wohlbekannt.

Wie immer hat das Frauchen mit sicherem Gespür für ihre Vierbeiner und den Neuling die Zusammenführung grandios gemeistert und von Anfang an fügte sich Duke harmonisch ins Rudel ein. Es lief also alles wie am Schnürchen und so bestand gar kein Zweifel daran, dass ab sofort Duke seine Kumpels bei ihren sportlichen Aktivitäten begleiten und gemeinsam mit ihnen das Anwesen des Frauchens bevölkern und ihr Leben bereichern würde. Allerdings unter anderem Namen: Aus Duke wurde „Amarok“. Und Amarok ließ uns zwischenzeitlich auch schon wissen, wie es ihm ergangen ist:Das neue Rudel

Hallo,

nun bin ich schon seit etlichen Wochen in der Schweiz und komme einfach nicht dazu, euch zu schreiben.

Aber nun soll`s sein. Also zum Anfang sei gejault, dass eure Station mir schon sehr Eindruck gemacht hat, und dass man dort einfach toll nach uns armen, frauchenlosen Fellnasen schaut, damit wir schnell unser endgültiges, auf unseren Pelz zugeschnittenes Zuhause bekommen.

Sieben neue Kumpels hab ich hier, stellt euch vor: sieben! Und da bin ich nicht etwa das fünfte Rad am Wagen, nein, neben den Leader soll ich ins Gespann, sagt Frauchen immer, es wolle das probieren, es müsse ja jetzt einfach einen Jüngeren nachziehen.

…ziehen --- ja, dieses Wort versteh ich, aber alles andere, was das wohl bedeuten soll? Was meint ihr, könnte ich da endlich…, ach das wäre ja sooo schön, das wollte ich ja schon immer, soll das jetzt hier wirklich wahr werden, mit all meinen Kumpels zusammen?

AmarokEingelebt habe ich mich ja schnell, das steckte ich toller Kerl ja im Handumdrehen weg. Auf den neuen Namen hörte ich schon am dritten Tag, ist ja klar, wenn man mich kennt und weiß, was der Name bedeutet: Wolf in der Inuit-Sprache. Jaa, der verpflichtet, der Name. Und ich tue was ich kann, echt. Mir muss Frauchen die Dinge höchstens zweimal sagen, na ja, ab und an muss ich ja schließlich meine Gene schon durchblicken lassen.

Ja, Frauchen ist total begeistert von mir. Manchmal höre ich dann, wie es zu einem Kumpel so etwas sagt wie: Also bitte, das macht ja der Neue sogar schon besser. Und dann bin ich natürlich mächtig stolz…

Die Nachbarsfrau hat mich auch schon positiv kennen gelernt. Nicht beim Betrachten, nein, das wäre ja nichts Neues. Sondern meine tiefe, wohl tönende, tragende Stimme beim Heulen hat ihr verraten, dass da ein Neuer, eben ein Wolf, in der Gegend sein muss. Aber als sie mich dann sah, na dann kam das Übliche, das kennen wir ja nun schon zur Genüge („aach ist der schön“).

Meine Kumpels sind durchweg toll. Jeder mit seinen Macken, versteht sich. Aber die hab ich ja auch. Das Heulen meint ihr? – Nein, das ist keine Macke, das ist ja sooo schön und es gibt so viele Gelegenheiten dazu. Und die Menschen hier hören es gerne, wenn wir unser achtstimmiges Lied singen, es tönt ja einfach auch so schaurig schöööööuuuuun….durch den klaren jungen Morgen…Rudelruhe

Aber zurück zu den Macken, da muss ich aber nun Frauchen fragen, weil mir selbst echt keine in den Sinn kommen…

Tja also --- wenn andere mich beim Liegen ein klein bisschen berühren, da könnte ich dann manchmal schon etwas unschön meckern, sagt es. --- Nöö, das habe ich bis jetzt noch gar nicht bemerkt. Na ja und das andere, das weiß ich selber, das mit dem „Weinen“. Aber ist das denn eine Macke? Nein, das ist dann nur Ausdruck meiner Traurigkeit über etwas. Aber ehrlich, ich hab mich da schon schwer gebessert. Wenn Frauchen arbeiten geht z. B. da mach ich dann keinen Mucks!

Und das mit dem Jagen: nun, das ist ja auch keine Macke, da sind wir eher wieder bei den Genen, den uralten, die durch meine Adern jagen. Fast alle meine Kumpels dürfen zwischendurch mal von der Leine, aber ich nicht. Auch auf dem Balkon sein darf ich noch nicht allein, weil da entlang der Straße dauernd so ein Gebimmel, Gewusel und Geblöke ist, das mir eben so aufregende „Gen-Schauer“ durchs Blut jagt. Ach ja, das hat Frauchen schnell bemerkt, „zum Glück“ sagt es. Na ja, mich hat da keiner gefragt, denn ich wäre definitiv anderer Meinung!

AmarokAber hört, etwas muss ich von euch noch wissen: verratet mir doch was das heißt, ich sei „Frauchens Schatten“. Das sagt es nämlich so oft und schaut mich dann dabei so lieb lächelnd an. Kann ja dann nichts Ungutes sein, oder? Weil – es ist schon mein allergrößter Wunsch, ihr zu gefallen. Da tue ich alles dafür, das könnt ihr mir glauben.

Oft haben wir auch Besuch von anderen Menschen mit ihren nordischen Kumpels. Den schwarzen Snow, den Freund von Yukon, habe ich schon kennen gelernt. Oder Shadow, ein quirliger, jähriger Jungspund. Da geht dann die Post ab in dem Freilauf, das kann ich euch sagen. Da jagen wir quer durch den Weiher, durch das Bambuswäldchen und über die Hütten, rund um die Tanne und unter den Wohnwagen…Und das kleine Husky-Mädel, zu dem Frauchen nur Zwergli sagt, treibt uns alle an und kann es einfach nicht sein lassen, uns Männer immer und immer wieder anzubaggern --- ist das ein Gaudi…

Und dann ist da noch meine Rudelchefin, die sich doch glatt in mich verliebt hat, stellt euch vor! Die lässt mich schon in ihren Iglu, wo ich dann mit ihr zusammen herum albere… Schwer verliebt ist sie in mich, ich darf alles bei ihr, was andere nie dürften. Und was sie mir immer schmeichelt und schleckt und sich vor mir auf dem Boden kugelt… Tja ich bin halt schon ein Prachtbursche!Fuetterungszeit

Hier ist es einfach toll, und dass das auch grad klar ist: hier bleib ich!! – sagt Amarok.

Und damit ist offensichtlich auch das Frauchen einverstanden, denn sie bekräftigt Amaroks Worte noch:

Meine Lieben,

mir bleibt da nur anzufügen, dass es so ist und der liebe Bengel vollkommen recht hat. Er ist es, der uns allen gefehlt hat! Wir geben ihn nie wieder her.

Mit ganz lieben Grüßen von Sonja und
Snow, Borea, Chenook, Polar, Amarok, Ice, Rainey (alias Zwergli) und Yukon

Das erste Einspannen hat Amarok auch schon super gemeistert. Aber noch nicht am Schlitten mit der großen Meute, sondern erstmal gemeinsam mit Leader Snow am Fahrrad. Da ging die Post ganz schön ab! Das Frauchen musste vollkommen konzentriert sein und stark bremsen, weil die beiden Jungs so begeistert loslegten. Fürs Fotografieren blieb da beim besten Willen keine Zeit mehr – kaum war das Gespann gestartet, schon war es weg.

Amarok

Ein bisschen Training ist noch vonnöten, bis Amarok mit an Schlitten oder Wagen darf, sonst gibt's Muskelkater. Aber die Vorzeichen sind bestens, er verfügt über den nötigen Laufwillen und eine Menge Kraft und alle sind ganz happy, dass Amarok nun mit zur Familie gehört. Wir bedanken uns ganz herzlich, dass einmal mehr einer unserer Schützlinge sein Glück und seiner Erfüllung bei Sonja gefunden hat.

 


 

Hoppla – jetzt komm ich........Shiba-Inu-Hündin CHICA

Chica

Ihren richtigen Einstand in die menschliche Gesellschaft „feierte“ die Shiba-Inu-Welpe Chica, geb. 09.2010, als Geschenk unterm Tannenbaum, als Kinderspielzeug oder auch -beschäftigung. Dieser Missbrauch von Welpen ist aufs höchste Maß zu verurteilen. Zumal sich der überwiegende Teil dieser Weihnachtspräsente über kurz oder lang in Notsituationen wiederfindet. Je nachdem, wie lange es dauert, bis man nicht mehr „herzig“ ist oder wie schnell man den ersten, welpengemäßen Blödsinn anstellt und Ansprüche entwickelt.

So auch Chica. Kaum der Nachweihnachtszeit entwachsen, war sie schon lästig und landete endlich im Mai 2011 im Tierschutztopf. Abgefangen wurde der junge Hund Gott-sei-Dank von einer lieben Tierfreundin mitsamt ihrem Shiba-Rüden, von der bekannt ist, dass sie sich um verwaiste und um Abgabe-Shibas kümmert.
Da Chica noch sehr jung und darum flexibel und unbedarft war, durfte sie von dort aus direkt in die Shiba-Pflegestelle zu anderen Hunden und Katzen einziehen.
Ganz vorsichtig, mit dem den Shibas eigenen schräg-fragenden Blick und auf leisen Pfötchen schlich sie sich ein – um dann wie ein warmer Frühlingssturm über uns hereinzubrechen.

Chica und JennyIhr erster Kontakt war, wie es oft ist, wenn ein neues Tier hier Einzug hält, unsere ehemalige Straßenhündin Jenny. Jenny nimmt intuitiv eine Art „Therapieaufgabe“ wahr und wurde wieder einmal vom Neuzugang sofort als Vertraute, als Ersatzmama eingeordnet. Weil die Neuen instinktiv fühlen, dass man sich an Jenny anlehnen und hingeben kann. Jenny führt, wo es möglich ist, beruhigt wo es nötig ist - und bestärkt, wenn es an der Zeit ist.
Das war auch so mit der hier in Dauerpflege lebenden Shiba-Hündin Tonja , die aus furchtbaren Zuständen herausgeholt wurde und nur durch eine komplizierte und risikoreiche Not-OP gerettet werden konnte.
Nur über Jenny, die Tonja „adoptierte“ und ihr permanent Rückhalt und Sicherheit signalisierte, konnte die schwer traumatisierte Tonja damals aufgefangen werden. Das gleiche gilt für die seelisch stark beeinträchtigte Shiba-Hündin Ronja, die ebenfalls in Jenny emotionalen Halt fand und bis heute findet. Aber auch Katzen akzeptieren die mentale Zuversicht Jennys und suchen Kontakt zu ihr. So finden sie über Jennys emotionale Stabilität und klare Ruhe, die sie sowohl im Umgang mit Tieren, aber auch mit Menschen ausstrahlt, den Mut, erste Menschenkontakte zuzulassen und später selbst zu suchen. Bestens bewährt hat sich dieser Ansatz bei der menschenscheuen Katze Mucki, die wegen klirrender Kälte und fehlender warmer Unterkunft nicht mehr sicher am Futterplatz belassen werden konnte. Diesen und vielen anderen Hilfesuchenden war und ist Jenny geduldige Lehrerin wie auch genügsame Trösterin.

Chica und TiboChica zog also ein und war ab da nicht mehr zu übersehen. Eng schloss sie sich an Jenny an und forderte all die hundliche Zuwendung ein, die es nachzuholen galt. Unsere Jenny wies sie nie in die Schranken, sondern gab, was die Kleine forderte.
Chica war dann auch bald immer die Erste, immer ganz vorne dran, immerfort guter Laune, ansteckend und übersprudelnd. Ein so liebes Wesen, dass man einfach nicht verstehen kann, wie Menschen so etwas Liebes und Wunderbares leichten Herzens „entsorgen“ können....................eine echte Bereicherung für die Pflegestelle, jetzt für die neuen Menschen.

Wie ein reiner, klarer Gebirgsbach war sie. Fröhlich gluckernd mit den Fischen spielend, aber auch zufrieden, alleine Steine zu umspülen. Übersetzt heißt dieses Bild: Sie brachte Leben in die Runde, konnte sich aber auch still mit sich selbst beschäftigen – sie war es ja gewohnt aus ihrem vorherigen Leben. Eine besonders feine Hündin, die keinerlei Probleme machte. Musste man mal länger außer Haus, spielte sie mit den Katzen, fühlte sich im Hunderudel Shiba-wohl und genoss einfach das Leben in der Pflegestelle. Die kleine Hundedame hatte sich alsbald fest etabliert und es schien kaum vorstellbar, sie wieder gehen zu lassen.
Eine Interessentin, uns bekannt und perfekt für Chica, fiel wegen längerer Krankheit aus. In der Folge erinnerten wir uns an eine liebe Familie mit Shiba-Rüde. Fragen kann man ja, es wäre eine tolle Lösung. Gesagt, getan, und als Antwort kam, man wage den Versuch gerne.
Also fuhr man mitsamt Chica und Rudel im Schlepptau ins Badische, um zu sehen, wie Rüde Chica finden würde.Chica, Ronja, Jenny und Tibo

Das war vielleicht ein Hallo. Alle Hunde durften im wunderschönen und super eingezäunten Garten frei toben, das allgemeine Gewusel war zuerst mal friedliches Chaos. Tibo, der hauseigene Rüde, bezog sich direkt mit ein. Ohne Knurren, ohne Einschränkung tolerierte er den fremden Haufen und überließ der, wie ein Flummi herumhüpfenden Chica, seine Bälle.
Auch beim nachfolgenden längeren Spaziergang kamen Tibo und Chica sich harmonisch näher. Insgeheim waren wir uns schon da im Klaren, wenn eine Zusage zur Pflege von Menschenseite folgen würde, dann wäre dies Chicas „Jackpot“. Ihr Leben würde sich kaum verändern, da der Umgang mit den Tieren dem in der Shiba-Plegestelle sehr ähnelt und es dank Tibo (Shiba eben…!)auch an Toleranz nicht mangelt.

Wie es sich abzeichnete, so kam es dann letztendlich auch. Aus dem Pflegeplatz wurde ein Zuhause. Nein, Chica mag man bestimmt nicht mehr hergeben. Wunderbar sozial sei sie, offen, unkompliziert, und sie begegne jedermann, jeder“tier“ einfach nur freundlich. Auch dem mit im Haus lebenden Kater Jonas. Chica fackelte auch hier nicht lange, bot wie üblich offenherzig ihre Freundschaft an – und erwartete, dass dies gefälligst auch angenommen wurde. Typisch Chica. Mag alles und jeden und käme im Traum nicht auf die Idee, dass ihr Gegenüber anders denken könnte. Denn ihr Wesen ist einfach Sonnenschein. Wolken haben keinen Platz in ihr.Chica hat Spass

Chica hat sich binnen kurzer Zeit völlig zum festen Familienbestandteil hochgearbeitet.
Und Tibo? Der bleibt die Nummer EINS und hat schnell verstanden, dass so eine Freundin an der Seite eine super Sache ist. Für ihn als Einzelkind eine große Umstellung, doch er meisterte sie mit Bravour.
Euch, Karin, Karl-Heinz und Tibo, herzlichen DANK dafür, daß ihr Chica so kompromisslos aufgenommen habt.

Chica