+Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Februar 2011 ein neues Zuhause gefunden haben

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Holly hat rettenden Hafen gefunden

Es schien fast, als wenn Holly in Seenot geraten wäre. Sie trieb auf dem offenen Meer der Unsicherheit. Und die Menschen um sie herum waren Meeresungeheuer, die ihr für ihren Geschmack deutlich zu nahe kamen.
Dabei ist die 3-jährige Siberian Husky-Hündin liebevoll aufgewachsen. Sie ist von Liebe regelrecht überschüttet worden. Und obwohl Liebe oder eher Zuneigung von Hunden so sicher zum Atmen gebraucht wird, wie wir das von uns Menschen selber kennen, ist es dennoch nicht alles, was man, oder Hund, braucht. Und das hat Holly mit ihrer verängstigten Art auch deutlich zum Ausdruck gebracht. Doch was hat ihr gefehlt? – Eine feste Struktur und eine feste Rolle innerhalb dieses Rahmens.
Gerade bei Rudeltieren, wie Hunde es im Kern alle sind, wirkt das Wissen über die eigene, feste Position innerhalb der Gruppe sehr stressmindernd.

HollyDass die Vierbeiner im engen Zusammenleben mit Menschen die fantastische Fähigkeit entwickelt haben, auch Zweibeiner als Rudelführer anzuerkennen, macht sie zu so hervorragenden Gefährten. Aber obwohl Holly innerhalb des vorhandenen tierischen Rudels gut zu Recht gekommen ist, hat sie keine richtige Sicherheit erfahren. Ihr Frauchen hat immer auch die Empfindungen ihrer Schützlinge berücksichtigt oder sich dadurch lenken lassen. Das ist eine gute, wenn auch falsche Intention.
Dabei sprechen wir nicht davon, dass man seinen tierischen Gefährten keinen Respekt zukommen lassen soll oder dass man sein Leben nicht hundegerecht einrichten sollte. Aber man muss das Zepter deutlich in der Hand haben. Und Holly hat stets nach diesem Zepter Ausschau gehalten, es aber leider nie sichten können. Stattdessen hat sie die Unsicherheit ihrer Familie aufgenommen. Und die Ängste. Und damit ist sie zu uns in die Station gekommen. Ängstlich. Voller Angst, trifft es besser. „Wo bin ich hier? Wer ist das? Ah, Hilfe, der kommt auf mich zu! Was will der denn von mir? Ich stehe hier ganz ruhig und rege mich nicht, dann passiert bestimmt nichts. Ah, ah, der fasst mich an!“ Obwohl wir Holly natürlich nicht so menschliche Gedanken andichten wollen, drückte ihre Körperhaltung aber genau diese Empfindungen aus:
Eine Husky-Hündin, von Natur aus eine eigentlich sehr eindrucksvolle und selbstbewusst-souveräne Rasse, klemmt den Schwanz unterwürfig ein und wird zu einer Litfaßsäule, starr vor lauter Schreck. In ihre Hütte kriecht sie nicht – es scheint, als wenn sie stets alles im Blick haben muss, um in keine Falle zu geraten.

Nur langsam, sehr langsam gab es das erste zarte Durchdringen zu dieser Hündin. Vertrauenstraining in der Hundeschule, Training durch vertraute Gesichter in der Station und beim Spazierengehen. An dieser Stelle schon mal großen Dank an Inge und Alice, die sich dieses Falles angenommen hatten. Soweit das überhaupt machbar war. Denn für uns stand von vorneherein fest, dass dieser Hündin im Stationsumfeld nur sehr begrenzt geholfen werden konnte. Denn obwohl die ersten, kleinen Erfolge in punkto Selbstbewusstsein aufgetreten sind (die nur anfangs durchgehend eingeklemmte Rute richtete sich nach einigen hundert Metern beim Spazierengehen auf und verkündete das erste Flüstern von „hey, schaut mal, hier komm ich!“), nahm Holly bei der Annäherung an die Station wieder ihre verängstigte Körperhaltung ein. Bei dieser Hündin war viel emotionales Feingefühl mit einer sehr individuellen und zeitintensiven Betreuung von Nöten und uns war bewusst: Allein schaffen wir das nicht.Holly
Und als wenn der Himmel selbst diese Gedanken gehört hätte, noch bevor wir unser dringendes Vermittlungsgesuch online setzen konnten, schickte er Familie G. vorbei. Das Ehepaar war eigentlich mit dem Interesse für andere Kandidaten angereist, doch als der Mann Holly erblickte, war’s um ihn geschehen: „Das ist mein Hund“, kam spontan aus ihm hervor. Und unterstützt durch das Gefühl seiner Frau haben die beiden genau das bestätigt. Holly klebte von Anfang an förmlich an ihrer neuen Familie.

Unglaublich.
Die Hündin, die kurz zuvor noch zu einer Litfaßsäule erstarrt ist, sobald man sie auch nur näher angeschaut hat, hat spontan ihr Vertrauen verschenkt. Und vollzog eine fast schon unheimliche, aber natürlich höchst erfreuliche, Wendung. Schon als die Familie G. Holly an der Leine zum Auto führte, war aus dieser Hündin eine Andere geworden. Ein letzter, fast trotzig anmutender Blick zurück zur Station, und „schwupps“ saß sie hoch erhobenen Hauptes im Kofferraum. Es schien fast so, als wenn die plötzlich eingetroffene Zukunftsaussicht Holly ein neues Lebensgefühl vermittelte, welches sich sofort seinen Weg nach draußen suchte.
Und dass dieses neue Lebensgefühl auch bei Hollys neuer Familie eingetroffen ist, lesen Sie in dem hinreißenden Gedicht, das wir als erstes Feedback bekommen haben:

Sie bekommen über Holly einen Bericht,
in Form von einem Gedicht
Denn das Gedicht ist dieser Hund,
dass macht die Sache rund.
Unsere Aica fehlte uns sehr,
ein neuer Hausgenosse musste her.
Wir haben uns viele Hunde angesehen,
als wir Holly sahen, war’s um uns geschehen.
Eine kurze Überlegung: „Kriegen wir es hin?!“
Sie gibt unserem Leben wieder einen Sinn.
Hollys Reise ging erst einmal von Süd nach Nord,
von dort holten wir sie, zu uns nach Hause fort.
In der ersten Nacht wollte sie in unser Bett,
das fanden wir gar nicht nett.
Holly hat schnell kapiert
und ihre Schlafstatt akzeptiert.
Das Geschirr anziehen, ging gleich wunderbar,
denn dann geht’s Gassi: „Na, klar.“
Fremden Menschen gegenüber ist sie noch immer scheu,
es ist ja auch noch so vieles für sie neu.
Sie ist noch jung und sehr klug, wird vieles begreifen
und sicher zu einer tollen Hundedame reifen.
Wir gewöhnen uns aneinander jeden Tag mehr.
Diesen Sonnenschein geben wir nicht wieder her.
Ein Sahnehäubchen noch am Schluss,
Holly meldet sich, wenn sie mal muss.
Wir haben keine Fragen und können nicht klagen
SIE machen einen tollen Job, wollten wir mal sagen.
Für heute gibt es nichts mehr zu erzählen,
wir werden Ihnen bald etwas mailen.

Holly

Wir sind unbeschreiblich froh, dass diese glückliche Fügung eingetreten ist. Und übermitteln unsere herzlichsten Wünsche für Holly, ihr Selbstbewusstsein und ihre Rolle als neues geliebtes Familienmitglied.
An Familie G. viele Dankesbekundungen für das emotionale Feingefühl und den Mut, sich auf das Abenteuer „Holly“ einzulassen und der rettende Hafen für sie zu sein.

 


 

Ende gut, alles gut
Max‘ verjüngende Reise von einem Leben an der Kette zu einer liebevollen Familie

Max

Max hat den ersten und überwiegenden Teil seines Lebens an der Kette gelebt. Seine Welt bestand nur aus dem Umfeld, das er mit dem Radius eben dieser Kette ablaufen konnte. Keine Erkundigungsausflüge, kein Feld, das verführerisch nach Mäusen in Erdlöchern duftet, kein weghuschender Hase im Gebüsch, kein Spiel mit anderen Hunden, ja nicht einmal das Lesen der „Hundezeitung“ an der Straßenseite war Max vergönnt. Absolut keine Abwechslung erhellte Max‘ Leben. Bis Tierschützer auf dieses traurige Hundeschicksal aufmerksam wurden.Max Umgehend wurde die Suche nach einem Gnadenbrotplatz für diesen inzwischen alt gewordenen Hund gestartet. Auf allen bekannten Vermittlungsplattformen wurde dieser Hund vorgestellt und so beteiligte sich auch die Nothilfe an der Suche. Und tatsächlich meldete sich nach einer Weile eine Frau, die schon mehrere Hunde in ihrer Obhut hatte und es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die letzten Hundejahre noch so schön wie irgend möglich zu gestalten. Überglücklich organisierte die NfP das Überbringen des Hundes. An dieser Stelle ist freundlicherweise eine andere Tierschutzorganisation eingesprungen, der Alternative Wolf-und Bärenpark Worbis. Der Leiter Herr L. lud Max also ein und brachte ihn zu seiner neuen Bleibe. Aber ohne die Rechnung mit Max zu machen. Der zeigte nämlich prompt, was in ihm steckt und sprang über den Zaun. Von wegen 15 Jahre alter Hund! Nachdem die Kette nun endlich weg war, erblühten Max‘ Sinne zu neuem Leben. Diese eigentlich ja sehr erfreuliche Nachricht schuf aber schnell ein neues Problem: Was Max brauchte, war sicher kein Gnadenbrotplatz, sondern Herausforderung. Die gute Frau, die ihre Hilfe angeboten hatte, gab auch direkt zu bedenken, dass sie nicht angemessen für diesen aufgeweckten Hund sorgen könne. Also was tun?
Bis eine Antwort auf diese Frage gefunden war, brachte Herr L. Max im Bärenpark unter. Dort kümmerten sich die Tierpflegerinnen liebevoll und ausdauernd um den recht ungehobelten Überraschungsgast. Aber es war allen Beteiligten klar, dass diese Lösung nur eine vorübergehende war. Um Max’ Vermittlungschancen stand es sowieso nicht optimal, ohne intensives Training und eine entsprechende Betreuung würde es nicht einfacher werden. Also zog Max in die Nordlicht-Station. Und Andreas nahm sich dieses Hundes an. MaxAls Bezugsperson, als Freund, aber auch als Trainer bemühte sich Andreas geduldig darum, das Beste aus Max’ bislang gänzlich vernachlässigtem Potential herauszuholen. Und ihn mit eben dieser Geduld und Verlässlichkeit zu zähmen. Denn normale soziale Umgangsformen hat Max ja nie kennengelernt. Da konnte eine Kuschelaufforderung schon mal in einem Schnappen enden. Natürlich nicht die besten Voraussetzungen für eine schnelle Vermittlung. Und mit der Zeit begann Max tatsächlich in die Kategorie „Sorgenkind“ zu fallen.

Umso erfreuter waren wir über den Anruf der Familie W., die uns durch frühere Vermittlungen schon bekannt war. Erneut war es Andreas’ flexible Einsatzbereitschaft, die ein schnelles Handeln möglich machte. Ohne lange zu zögern packte er seinen Schützling ein und machte sich auf den langen Weg in den Frankfurter Raum, um seine Hilfe bei der Eingliederung in die Familie anzubieten. Und Max bei diesem aufregenden Schritt zur Seite zu stehen.
Und es klappte wundervoll! Nach einem Kennenlern-Nachmittag fuhr Andreas schon guter Dinge in seine Unterkunft, die ihm netterweise von Max’ neuer Familie bezahlt wurde. Aber er blieb in ständiger Bereitschaft, zwischen seinem vierbeinigen Freund und Familie W. zu vermitteln, falls Max in alte Gewohnheiten verfallen sollte. Doch der alarmierende Anruf blieb aus. Und als Andreas am nächsten Morgen zu der Familie fuhr, fand er im Garten eine harmonische Szene von spielenden Kindern vor, Max mittendrin.Max
Und da war klar: Max ist angekommen. Der bislang eher ungehobelte Mischlings-Rüde stellt sich nach weiteren Berichten hoch sensibel auf die unterschiedlichen Familienmitglieder ein. So passt er beispielsweise die Laufgeschwindigkeit seinem jeweiligen Spaziergänger an, anstatt wie wild an der Leine zu ziehen. Er strahlt einfach nur Zufriedenheit ob seines neuen Umfeldes aus und scheint sich redlich zu bemühen, alles richtig zu machen.

Und die Tatsache, nun endlich einen hundegerechten, festen Platz in einer Familie zu haben, bei der es einen großen Garten zum Toben gibt und viele Erkundungsspaziergänge machen zu können, haben zusammen mit einer großen Portion Liebe wie eine Verjüngungskur gewirkt! Sogar Max‘ ehemals grauen „Barthaare“ glänzen wieder in neuer Farbe!
Wir freuen uns über alle Maßen, dass Max, der sein Leben lang nicht viel Schönes erfahren hat, ein solches Familienglück zuteil wird. Einen herzlichen Dank an Familie W., dass sie diesen Versuch gewagt hat! Ebenfalls einen tierisch großen Dank an Andreas, der durch seinen Einsatz Max‘ Vermittlung in vielen Dingen erst möglich gemacht hat. Ein solches Engagement im Sinne der Tiere ist wahrlich nicht leicht zu finden und Menschen wie Andreas machen unsere Station erst zu dem, was sie ist.
Abschließend wünschen wir Max und seiner neuen Familie viele erfüllte Stunden und jede Menge Spaß zusammen.

Ihr Nordlicht-Team

 


 

Akima – Verstärkung für die „Küchenterroristen“

„Wo ist der Haken bei Akima?“ Das war die Frage ihrer Interessenten, die es nicht fassen konnten, dass ein laut Beschreibung eigentlich unkomplizierter Hund schon fast ein Jahr lang auf ein neues Zuhause wartete.

Tja, was ist der Haken? Wir wissen es selbst nicht. Sicher, Akima ist ein Mischling und diese tun sich in der Vermittlung häufiger mal schwer. Aber das allein kann es nicht sein, denn Anfragen kamen durchaus für sie. Doch entweder hat es nicht richtig „gepasst“ oder die Interessenten haben nach einer Weile einfach nichts mehr von sich hören lassen und auf Nachfragen nicht reagiert. Das ist übrigens ziemlich ärgerlich, denn wir reißen mit Sicherheit niemandem den Kopf ab, wenn er sich gegen einer unserer Hunde entscheidet, aber für uns ist es einfach eine Erleichterung, wenn wir wissen, woran wir sind.Akima

Über Akima konnten wir und die private Pflegestelle, in der sie die letzten zwei Monate ihrer Wartezeit verbrachte, jedenfalls nichts Schlechtes sagen. Aufgefallen ist an ihr lediglich, dass das Husky-Blut dominiert und die kleine Dame gerne richtige Zugarbeit verrichten würde. Damit fühlen sich viele Familien auf Dauer überfordert. – Nicht so aber Akimas aktuellsten Interessenten. Die haben bewusst nach einem Hund mit Spaß am Ziehen gesucht.

Bereits im August 2009 durften dort zwei Nothilfe-Schützlinge einziehen: Toya und Nanook, die sich beide von ehemaligen Sorgenkindern zu begeisterten Sportlern entwickelt haben. Außerdem sind sie ambitionierte „Küchenterroristen“, die stets ein wachsames Auge darauf haben, ob einem unvorsichtigen Zweibeiner mal etwas Leckeres herunterfällt. Toya und Nanook komplettierten damals das Hunderudel, das bereits aus zwei tschechischen Wolfshündinnen und einer dreibeinigen spanischen Alaskan-Husky-Hündin bestand. Einige Zeit später reduzierte sich das Rudel mit dem Tod der ältesten Hündin zum Quartett.

Es reifte der Wunsch, dem Sportler-Duo Toya und Nanook noch eine Gefährtin dazu zu gesellen. Und nachdem Akima noch die „Größen-Hürde“ zum Einspannen (sie hat das Minimum von 50cm Stockmaß um 2cm übertroffen) erfüllt hatte, war sie die perfekte Kandidatin. Beim Kennenlernen war schnell klar, dass es harmoniert und die ehemalige rumänische Straßenhündin ihr Zuhause in der Schweiz bekommen soll. Auch Akimas gelegentliches „Schnorcheln“ beim Probespaziergang und die Sorge, ob sie genug Luft bekommt und überhaupt für den Sport geeignet ist, tat der Begeisterung bald keinen Abbruch mehr. Zur Not würde sie eben nicht das Sportler-Team erweitern, sondern zusammen mit der 12-jährigen Tschechin Maika und der Spanierin Tripode ein etwas ruhigeres Leben führen.

AkimaDoch die Rückmeldungen beweisen, dass Akima sich keinesfalls als Invalide empfindet und sich tierisch freut, dass sie kilometerlang mitlaufen darf. Und Atemprobleme gab es bisher auch keine. Sie fühlt sich voll und ganz den Sportlern zugehörig und teilt auch deren Hobby des „Küchenterrorismus“. Folgende E-Mail erreichte uns zwei Tage nach Akimas Umzug:

"Bis jetzt klappt es ganz gut... Akima ist nicht das arme, "verschnupfte" Ding, an welches man sofort denkt, wenn man in dieses liebe Gesichtchen mit den Kulleraugen schaut! Sie ist wieder eine "Mogelpackung".

Sehr selbstbewusst, isst gerne, trinkt gerne (sehr gut für eine künftige Rennsemmel). Hat schon sämtliche Bettchen ausprobiert und tut so, als ob sie schon immer hier gewesen wäre (war sie ja irgendwie auch, denn ich habe sie ja schon immer auf der HP gesehen und in Gedanken bei mir gehabt, nur wie gesagt... die Größe ließ mich etwas zweifeln...). Sie ist aber eine ganz liebe und anschmiegsame... mit Tripode geht es super, die sprechen irgendwie die gleiche Sprache, auch die ganze Körpersprache ist dieselbe, so, als könnte man meinen, sie seien verwandt... Alaskan halt.

AkimaSie hat schon öfters versucht, Toya anzuspielen, was Toya auch freut und mitmacht (brave Toya, sie ist sooo souverän geworden, geht auf Pöbelein gar nicht ein und lässt sich nicht mobben, obwohl sie sich selber zu Anfang immer bei Maika als Türsteher "du kummst hier ned rein" aufgespielt hatte – ich bin so stolz auf sie!). Nur manchmal hat Akima das Gefühl, sie muss den Dominanzbolzen raushängen lassen und hat schon versucht aufzureiten... Um Knatsch zu vermeiden, hab ich sie abgepflückt und es unterbunden... Toya wurde genug gehackt und gemobbt früher!

Vor Maika und Nuggi hat sie etwas Respekt gehabt bzw. etwas gegrummelt und auch schon "Scheinabbisse" gezeigt, hat Tripode auch zu Anfang. Denke, das liegt an der Masse der größeren Hunde... Ein Machtwort vom "Oberbären", sprich meinereiner ;-) hat die Situation aber bis jetzt immer schlichten können. Ich bin auch der Ansicht, wenn die innerartliche Kommunikation nur einigermaßen spielt und nicht grad ein totaler Assi ins Rudel kommt, sollte es auch spielen. Jeder Hund hat das Recht, seinen Standpunkt klarzumachen... nur anpöbeln oder mobben wird bei mir rigoros und kompromisslos im Keim erstickt! Noch binden wir Akima bei der Fütterung an... Das ist wohl der neuralgische Punkt – es deutet ganz auf ein "Straßenhund"-Verhalten hin. Tripode war ja im Wald alleine mit dem Bruder auf sich gestellt und hat sich am Anfang auch so gezeigt. Nachts kommt Akima mit Maika, Tripode und mir ins Obergeschoss und schläft da in einem der 3 Bettchen im Schlafzimmer.Küchenterroristen

Ansonsten spaziert sie schön mit, halt noch aufgeregt und hin und her schnüffelnd, aber das ergibt sich bestimmt mit der Zeit. Am Morgen die 20 km, abends ca. 6 km und es zeigt sich, dass sie eine sehr gute Kondition (zumindest bei diesem Tempo) hat, vergleichsweise zu Hunden, welche sonst aus Tierheimen kommen. :-) Gestern war sie mit beim Training, aber nur guggen, weil die Strecke sehr anspruchsvoll war (für mich, nicht den Hund, da ich ja heuer wieder das 1. Mal seit fast 1 Jahr aufs Fahrrad steige und da viele Höhendifferenzen sind). Das "Schnorcheln" zeigt sie seltsamerweise nur immer zu Anfang – vielleicht ist es ja wirklich nur die Aufregung oder ich tippe evtl. auf ein zu langes Gaumensegel (?) – man wird sehen. Morgen steht eine flachere Trainingsstrecke auf dem Programm, da habe ich vor, sie mal locker an den Springer zu nehmen und zu schauen, was sie macht, wenn sie die andren laufen sieht... Geschirre muss ich auch noch kaufen, irgendwie passen alle, die ich habe, nicht so richtig. Sie bekommt zum Spazieren ein Zero DC, das sollte die Schnorchlerei etwas abstellen, und für die schnellen Sprints später ein spezielles Manmat für Wheeler."

Mittlerweile ist das Heranführen ans Schlitten- bzw. Wagenziehen schon weiter gediehen. Am Fahrrad ist Akima bereits gelaufen und lernt jetzt, die Kommandos (einigermaßen) sicher zu befolgen. Sie macht sich gut, oder wie ihr Frauchen so schön sagt: „Auf jeden Fall hat der kleine Furzer ganz schön Power...“Akima

Die Feuerprobe mit dem Alleinebleiben hat Akima auch schon bestanden. Na ja, ganz allein war sie ja nicht, ihre vierbeinigen Kumpels war auch noch da. Aber trotzdem waren die Besitzer überrascht, wie brav Akima nach kurzer Zeit im neuen Zuhause schon ist: „Entgegen meiner Bedenken haben sich die Wauzis alle vorbildlich benommen während unserer Abwesenheit! Bzw. die anderen waren nicht das Problem, aber ich war mir nicht sicher über Akima... sie hat nichts kaputtgemacht, keinen massakriert und auch keine Futtersäcke aufgerissen!!!! Liebes, kleines "Kimeli".

So darf es ruhig weitergehen. Wir freuen uns, dass die „hakenlose“ Akima jetzt endlich eigene Menschen hat, die ihr Potential schätzen. Vielen Dank an die neuen Zweibeiner und auch an die Pflegefamilie D., die unsere ehemalige Straßenhündin Akima auf ein Leben im Haus und in der Familie vorbereitet hat, obwohl es am Anfang nicht immer so einfach war, diesen kleinen Irrwisch ins bereits bestehende Rudel zu integrieren. Aber manche Menschen haben einfach ein besonderes Händchen und lassen sich nicht so schnell ins Boxhorn jagen. Und ob Pflege oder ein fester Platz, man muss ein bisschen Geduld mitbringen, denn jeder Hund muss eine neue Situation erst einmal verarbeiten.

 


 

Kedi - jetzt hat er doch nochmals Glück gehabt......Kedy

und es ist kein vorgezogener Aprilscherz. Kedi darf bei seinen Menschen bleiben. Ja, der charaktervolle Hundemann hat es wohl mit seiner Dominanz ein wenig übertrieben, so dass Mensch keinen Ausweg mehr sah, ihn wieder in die Vermittlung zu geben. Es wird wohl immer so sein, dass man nie wirklich Genaues über die Vorgeschichte erfährt. So hatten die neuen Menschen von Kedi alle Pfötchen voll zu tun, um ihn in die richtige Spur zu lenken. Und womit macht man das am Besten?

Es gab einfach keine Aussicht für ein kompetentes Zuhause, also hat man Hilfe in Anspruch genommen und Kedi wurde kurzerhand "therapiert" - da er ja ein sehr intelligenter Rüde ist, hat er diese Hilfe auch angenommen. Wahrscheinlich hat er gespürt, dass Schicht im Schacht ist mit lustig und hat sich mächtig am Riemen gerissen. Nun schlägt er nicht mehr über die Stränge und hat gelernt, dass es doch für beide Teile besser ist, wenn man sich arrangiert.

Kedi hat gewonnen......er darf bleiben und ist somit kein Notfall mehr. Drücken wir die Daumen, dass er nun weiß, wo es in Zukunft lang geht und dass er seinen Menschen nur noch Freude bereitet. Wir bedanken uns für das Durchhaltevermögen der Zweibeiner - wir bedanken uns bei Chow-in-Not für die Schützenhilfe, die mal wieder geleistet wurde.