+Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im März 2011 ein neues Zuhause gefunden haben

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Laika – Katzenfreundin schleicht sich in Menschenherzen

Mit 10 Jahren hatte die genügsame Husky-Hündin Laika ihr Zuhause verloren. Man könnte auch sagen: Laika wurde aus ihrem bisherigen Heim erlöst. Viel Gutes hat man ihr nämlich dort (zumindest in den letzten Jahren) nicht angedeihen lassen. So genoss Laika dann auch ihren Aufenthalt bei einer jungen Frau, die der Vierbeinerin eine vorübergehende Bleibe bot. Doch auf Dauer konnte Laika dort nicht bleiben und so machten wir uns auf die Suche nach einem festen Zuhause.Laika

Relativ schnell waren Interessenten gefunden, die bereits etliche Jahre zuvor aus der Auffangstation Süd eine Hündin übernommen hatten. Zwischenzeitlich war die Gefährtin verstorben und das Paar war wieder offen für eine neue Begleiterin. Da auch noch Katzen im Haushalt leben, galt es allerdings, eine mit Samtpfoten verträgliche Kandidatin zu finden und obwohl eigentlich der Wunsch nach einer jüngeren Hündin bestanden hatte, kam zum damaligen Zeitpunkt nur Laika in Frage. Kaum hatten die Tierfreunde Fotos von ihr gesehen, waren sämtliche Bedenken wegen des Alters hinweggefegt. Somit brauchte Laika auch nicht den „Umweg“ über die Vorstellung auf der Homepage gehen.

Dennoch vergingen einige Wochen, bis Laikas Umzug über die Bühne gehen konnte, denn die große Entfernung zwischen Pflege- und Endplatz erwies sich als hinderlich. Als dann endlich Laikas Reise organisiert war, brannten die neuen Besitzer schon regelrecht auf sie. Und sie wurden nicht enttäuscht – schon als die (zugegebenermaßen etwas moppelige) Husky-Dame aus dem Auto stieg, war es um die Zweibeiner geschehen.

Dieser erste Eindruck wurde von den späteren enthusiastischen Rückmeldungen noch bekräftigt. Laika war genau DER passende Hund für die Familie. Sie fügte sich nahtlos ein und bereichert seither das Leben ihrer Menschen enorm.

Mäuseparadies im Schwabenländle

LaikaHallo Leute, hier meldet sich Laika. Ich hab's geschafft! Weiße Weihnachten und ein tolles neues Zuhause - was will man mehr?!

Ich war ja ganz schön froh, als ich hörte, dass jemand vier Wochen lang sehnlichst auf einen schon neun Jahre alten Husky wartete, denn viele Leute wollen keinen alten Hund aufnehmen. Eva und Alfred hatten ihren zwölfjährigen Malamute Nicky erst im Mai verloren. Doch schon zwei Monate später besuchten sie die Auffangstation in Horb, um Näheres über mich zu erfahren. Alfred hatte vorgehabt, erst mal eine "Hundepause" einzulegen, aber Eva konnte ihn dann glücklicherweise dazu bringen, seine Meinung zu ändern. Und dann - endlich - nach vier Wochen waren sämtliche organisatorischen Hürden genommen, und ich wurde in mein neues Heim (im Raum Stuttgart) gebracht. Ich benahm mich natürlich tadellos, sowohl während der langen Fahrt nach Horb als auch während der letzten halben Stunde, als ich bei wildfremden Personen ins Auto steigen und hinten neben Alfred Platz nehmen musste. Eva hatte sich schon unnötigerweise Sorgen gemacht, dass ich womöglich nach der langen Fahrt im Auto randalieren würde, aber ich wusste mich zu benehmen. "Zu Hause" erwarteten mich zwei Katzen, die aber von mir nichts zu befürchten hatten. Und mein neues Heim hat mir gleich sehr gut gefallen, so dass Eva gleich am nächsten Tag melden konnte, dass alles bestens klappe.

Leute, ich hab wahrlich einen guten Tausch gemacht:Lieblingsplatz

1) Terrasse mit großem Garten und Rasen - ein besonders schönes schattiges Plätzchen befindet sich unter den Johannisbeeren, wo Eva erst mal für mich im Schweiße ihres Angesichts zwei Quadratmeter "Gierschverseuchten Boden" von den Blättern und den Wurzeln das Gierschs befreite und dann alles mit fünf Säcken Rindenmulch polsterte. Dort ist jetzt mein Lieblingsplatz (da lag übrigens auch meine Vorgängerin Nicky sehr gern).

2) Dann das Haus, in dem ich im Hausgang mein Nest habe (einen neuen Weidenkorb) und vor Alfreds Bett den zweiten Korb, geerbt von Nicky. Mein allerliebster Platz im Haus ist aber die Nische im Wohnzimmer gleich bei der Tür. Sie haben mir dazu eine Rückenlehne an die Wand gestellt mit praktischer "Vorderpfotenabstützfunktion".

3) Und natürlich meine neuen Menschen, die mich gleich ins Herz geschlossen haben, und zwar genau dann, als sie zum ersten Mal Fotos von mir gesehen hatten. Also man kann eigentlich nicht sagen, dass sie die "Katze im Sack" genommen hätten, denn nach den Fotos und einer eine Seite langen Beschreibung (= Lobeshymne über mich) wollten sie mich, und nur mich! Nebenbei bemerkt, ich war auch der einzige Hund, den man ihnen empfohlen hatte, denn wenn jemand Katzen zu Hause hat, ist die Auswahl natürlich etwas eingeschränkt.

Von meinem neuen Leben kann ich bisher nur Gutes berichten: Ich werde täglich mehrmals ausgeführt, ausgiebig gekrault, ständig wegen meiner schönen Gesichtszeichnung bewundert, und JEDEN Tag höre ich von Alfred und Eva, dass ich ein so lieber Hund sei, und sie könnten sich glücklich schätzen, dass sie gerade mich bekommen hätten.

LaikaDas Futter fiel bisher nicht ganz so üppig aus, denn ich musste ein paar Kilo abspecken. Bei der Übergabe hörte ich gleich Frau Wein sagen, da müssten so vier bis fünf Kilo runter. Der Tierarzt meinte auch, ich sei ganz schön moppelig. Außerdem bestand der Verdacht, dass ich - entgegen der Beschreibung - womöglich noch gar nicht kastriert sei. Und tatsächlich, nach fünf Wochen wurde ich läufig. Und da wäre es dann gut, wenn man beim Operieren nicht gerade die dickste Fettschicht durchzutrennen hätte. Also kurz und gut, zu fressen bekam ich zwar gutes Futter, aber nicht im Übermaß, so dass ich mich tatsächlich schon von 27,3 kg auf mein Traumgewicht (23,5 kg) runtergehungert habe, was man von Eva leider noch nicht behaupten kann.

Eva und Alfred sind ganz begeistert, wie "pflegeleicht" ich sei. Ich kann, ohne dass sie sich Sorgen machen müssten, allein zu Hause bleiben (wobei ich das Glück habe, dass Alfred nicht mehr arbeiten muss, so dass vormittags Alfred und ab Nachmittag beide zu Hause sind), ich stehle keine unbewachten Vesper, Kuchen oder dergleichen, lauere nicht am Fernsehsessel auf Essensbrocken und beachte strikt das Küchenverbot. Ich öffne nicht selbstständig die Türen und lasse sie dann offen (was besonders im Winter lästig sein kann - d.h. dass Eva dann jedes Mal aufstehen und die Tür schließen müsste). Wenn Besuch kommt, wird niemand, der schwarz gekleidet ist, mit hellen Hundehaaren beglückt, sondern ich bleibe gleich artig und gesittet in meinem Korb liegen, danach bin ich dann auf meinem Lieblingsplatz im Wohnzimmer. Ich besuche auch gern Eva in ihrem Arbeitszimmer im ersten Stock, wenn sie mich ruft.

MäusejagdEin Hobby jedoch habe ich, das manchmal für die Menschen entwas unappetitlich ist - ich bin eine leidenschaftliche Mäusejägerin! In den ersten neunzehn Tagen hatte ich stattliche zehn Mäuse gefangen. Manche Hunde lassen sie dann liegen, ich jedoch fresse die Mäuse auch. An einem Tag schaffte ich sogar einmal den Rekord von FÜNF Stück, zwei bei Alfreds und drei bei Evas Spaziergang. Ihr wurde fast schlecht vor Entsetzen. Aber beim Graben bin ich dann in meinem Element, sozusagen in Ekstase. Ich höre nichts mehr, keine Befehle, keine Lockrufe, alles aussichtslos, während die Erdkrumen mir nur so um die Ohren fliegen! Und danach hat sich auch immer mein Aussehen stark verändert – eine braune Schnauze und braune Vorderpfoten, Erdklumpen zwischen den Zehen und - bei Schnee - das ganze Gesicht voller Schnee. Diese Graberei nach Mäusen ist eigentlich Evas einzige Beschwerde, die sie wegen mir vorzubringen hat. Ich gehorche dann einfach nicht mehr richtig.

Ich grabe einfach für mein Leben gern nach Mäusen, manchmal reiße ich regelrecht die Grasbüschel raus (bis Eva den Fuß auf das Loch stellt, falls sie es sieht!), aber offensichtlich hat sich meine Gefährlichkeit bei den Mäusen herumgesprochen, denn die Fangquote hat sich inzwischen drastisch verringert.

LaokaAbschließend will ich noch mal wiederholen, was ich ständig höre: Alfred und Eva sind so zufrieden mit mir, ständig höre ich Wortfetzen wie "...liebe Laika...", "...lieber Hund...", ich hörte auch schon einmal "....Sechser im Lotto....". Und sie wollen mich nie mehr hergeben.

Also Leute, ich mach jetzt Schluss. Euch allen wünsche ich schöne Spaziergänge mit euren Hunden. Und den Polarhunde-Leuten wünsche ich ein neues Grundstück für ihre Station und bedanke mich natürlich noch einmal für ihre wertvolle Arbeit, die sie seit Jahren leisten und dafür, dass sie Alfred und Eva für mich ausgesucht und mich die lange Strecke bis nach Horb runterchauffiert haben.

Eure LAIKA

Wir freuen uns, dass Familie H. ihrem Herzen gefolgt ist, sich von Laikas Alter nicht hat abschrecken lassen und ihr ein neues Zuhause geschenkt hat. Allen Zwei- und Vierbeinern wünschen wir noch viele schöne gemeinsame Jahre bei guter Gesundheit.