Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Oktober 2011 ein neues Zuhause gefunden haben

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YUKI oder – der weite Weg vom Norden in den Schwarzwald, hat sich gelohnt

Yuki

YukiWieder einmal erreichte uns die Bitte, für einen Shiba-Inu-Rüden ein neues Heim zu suchen. Yuki hieß der kleine Mann diesmal.
Es sei nicht eilig, man „wolle ihn ja nicht loswerden“, ganz im Gegenteil, aber es müsste „passen“. Denn zuhause passe es leider nicht mehr mit den kleinen Kindern. Für den halbstarken, bewegungseifrigen und durchsetzungswilligen Rüden sehe man in der Abgabe den hundegerechteren Weg, statt ihn zuhause permanent maßregeln oder gar einschränken zu müssen. So schwer das auch falle.
Für Yuki war diese Entscheidung die Richtige. Denn aus einem, wenn auch aus Um- oder Vorsicht fehl gehaltenen Shiba wird ganz schnell ein brummiges, misstrauisches und schwer kontrollierbares Etwas, das blitzschnell reagiert und dann erst recht zum Risikohund wird, für den kundige Plätze extrem rar sind.
Die Trennung von Yuki fiel also mehr als schwer, die Telefonate gestalteten sich teils tränenreich – was wir gut verstehen konnten.

Da Shibas „anders“ sind, anders reagieren, und viel zu intelligent sind, um sie jedermann in die Hände zu geben, war Feingefühl sowohl in Richtung trauernde Halter als auch in Richtung neue Familie gefragt. Denn man darf nie vergessen, dass der Shiba asiatischer Herkunft ist und verstanden werden muss. Seine große Ausgabe, der Akita-Inu, macht das sehr deutlich. Shibas sollte man darum nicht verkennen, nur weil sie quasi die Miniausgabe darstellen. Nichtsdestotrotz stehen sie den Großen in nichts nach. Sie sind eigenständig, sehr willensstark und bei falschem Verständnis oft nicht einschätzbar.

Zeitweise haben wir Interessenten in der Warteschleife, weil unter unseren Hunden kein passender für sie dabei ist. Darum hatten wir auch sofort eine bestimmte Familie im Auge, die großes Interesse an einem Shiba bekundet hatte.Yuki
Bedingung für Yukis Abgabe war ja, nicht zu kleinen Kindern – was im angedachten neuen Zuhause der Fall wäre. Vorgefallen war noch nichts, aber die Weichen dafür schienen gestellt.
Ansonsten hatte man uns einen typischen Shiba altersgerechter Entwicklung beschrieben.

Ein bisschen Bauchweh ist immer dabei, wenn man einen bereits geprägten Shiba vermitteln muss – aber viel liegt auch an der Aufklärung und Wegbereitung.
Und den Weg dafür hat unser Sorgenkind „Niko“ geebnet, der in der Nachbarschaft von Yukis Interessenten lebt. Denn die Zusammentreffen mit ihm haben nicht nur den Wunsch nach einem Shiba gefördert. Man hat auch am „lebenden Objekt“ gesehen und erfahren, wie kreativ, hintergründig und beobachtend, aber auch wie „bombig“ so ein Kollege drauf ist, wenn er alle Register zieht.

Wie schon beim Update von Niko
(www.polarhunde-nothilfe.com/Pflegestellen/niko_update.htm) ganz unten auf der Seite vermerkt, war es fast eine abgemachte Sache: Hund JA, aber NUR ein Shiba sollte es sein.
Hier müssen wir als Vermittler stark vorarbeiten. Trotz Aufklärung müssen wir nochmals konkret darauf eingehen, wie eigen die Shibas sein können. Denn sie bestechen trotz guter Vorsätze allzu schnell mit ihrem Aussehen, ihrer Art, sich dem Menschen zu zeigen. Die Größe und „Knuffigkeit“ tut ihr übriges, den kleinen Hund zu verkennen, es zu versäumen, die Grenzen rechtzeitig und klar abzustecken.Yuki

Wir müssen es einfach lobend erwähnen: Bei seinen Vorbesitzern hat Yuki eine ganz tolle Erziehung genossen, von denen die neuen Besitzer profitieren. Es ist ihnen durchaus bewusst, wie sie uns anerkennend mitteilen.

Der Umzug verlief reibungslos FAST so, als sei Yuki schon immer dort gewesen. Es hat zwar ein paar Wochen gedauert, bis er sich richtig hat fallen lassen. Doch nun ist er angekommen, verteidigt wesenstypisch sein Revier und versucht gewitzt rauszuklamüsern, wie weit er gehen kann.

Und als wir uns gestern zum gemeinsamen Spaziergang trafen, erhielten wir folgendes Feedback:

„Den Gedanken, dass ein Hund ganz gut in unsere Familie passen könnte, hatten wir schon seit längerem. Nur über die Rasse konnten wir uns nicht einigen.
Bis wir eines Tages den Shiba-Rüden Niko aus unserem Nachbarort trafen.

Wir haben uns sofort in diesen Hund verliebt und es stand schnell fest:
Wenn Hund, dann sollte es ein Shiba sein.

Und dann kam urplötzlich das Angebot, den 3jährigen Yuki bei uns aufzunehmen. Heute wissen wir, es musste so kommen. Also stürzten wir uns in das Abenteuer „Yuki“ und wir haben es keine Sekunde bereut.Yuki
Trotz anfänglicher Bedenken wegen mangelnder Hundeerfahrung hat es uns Yuki sehr leicht gemacht. Er ist ein liebenswerter und fröhlicher Hund, den jeder sofort ins Herz schließt. Die Spaziergänge mit ihm sind sehr turbulent, da es kein Mauseloch gibt, in welches er nicht seine Schnauze steckt! Und wenn uns eine Katze über den Weg läuft, ist er kaum zu bremsen. Er genießt es aber auch, Suchspiele zu machen, oder einfach auf dem Sofa zu liegen und natürlich am liebsten zwischen der ganzen Familie.
Sogar das Bürsten bereitet ihm Freude – nur Regenwetter mag er nicht so sehr. Da zieht es ihn immer schnell wieder nach Hause, wo er es sich gerne vor dem warmen Kaminofen bequem macht. Voller Freude probiert er kleine Kunststücke mit den Kindern aus, die natürlich mit seinen heißgeliebten Leckerlis belohnt werden.
Yuki ist wirklich ein ganz toller Familienhund und bereichert unser Leben ungemein.“

Yuki kam als fertiger, mental manifestierter Hund ins neue Heim. Wo man ihm mit dem nötigen Respekt begegnete, aber auch mit der nötigen Toleranz, bis er sich eingelebt hatte. Die Integration ist dadurch super gelungen.

Yuki fühlt sich wohl. Er liebt wilde Spiele, schmust ohne Ende, ist nur freundlich und offen zu seinen Menschen. Und sein bester Freund, der kleine Niko……..auweia – wenn man sich trifft, dann geht der Punk ab. Zwei schlitzohrige Rabauken, die die ganze Welt „ihr eigen“ nennen wollen.
Seine neuen Menschen wissen, was für einen Schatz sie erhalten haben.

Yuki mit seiner neuen Familie

Ein DANKE geht an die Vorbesitzer, die Yuki so eine gute und reelle Chance gegeben haben, sich in ein neues Leben einzufinden und ein DANKE geht an die neuen Menschen, die ihn mit offenen Armen und kompromisslos in Empfang genommen haben.

 


 

Nachricht von Sam

Glücklicherweise handelt es sich im Gegensatz zu dem Spielfilm mit eben diesem Titel nicht um einen Geist, der uns gute Neuigkeiten bringt, sondern um die ganz reale Geschichte des liebenswerten Malamuten Sam, der nun ein schönes Heim gefunden hat.Sam

Rufen wir uns seine Geschichte noch mal kurz ins Gedächtnis:

Sam ist im Juni 2011 zusammen mit Jack ins Nordlicht eingezogen. Abgegeben wurden sie, nachdem der Sohn der Familie mit einer solch schweren Allergie zu kämpfen hatte, dass selbst wenige ins Haus geschleppte Haare der zwei im Außengehege lebenden Rüden ihm Probleme bereiteten.

Das bisherige Zusammenleben hatte Sam und Jack nicht wirklich zusammengeschweißt. Es war eher so, dass die bereits im alten Zuhause gelegentlich aufgetretenen Diskrepanzen nach ihrem Umzug in die Auffangstation noch deutlicher wurden. Es war also relativ schnell klar, dass wir sie in getrennten Gehegen unterbringen mussten. Von dieser Entscheidung haben dann sowohl Sam als auch Jack profitiert: Beide sind aufgeblüht und konnten ihren Charakter nun ungehemmt entfalten. Es war wundervoll zu sehen, was für ein lebenslustiger Kerl unter dem anfänglich recht scheuen und ängstlichen Sam hervorkam.

Es zeigte sich, dass Sam einen wahren Schalk im Nacken hat und jede Menge Spieltrieb besitzt. Und wenn seine neue Mitbewohnerin Maja gerade keine Lust zum Toben hatte, na dann machte er es halt alleine!

Und auch sein Verhalten gegenüber den Zweibeinern wandelte sich schnell, nachdem er einmal Vertrauen gefasst hatte. Das anfängliche Gegrummel beim Anziehen des Geschirrs machte bald einer großen Freude auf den herannahenden Spaziergang Platz. So zeigte uns Sam, dass bei ihm keineswegs irgendeine Boshaftigkeit, sondern eher Unsicherheit hinter der anfänglich warnenden Körper- und Lautsprache stand.

SamUmso glücklicher waren wir, dass wir nun eine Familie gefunden haben, die die Qualitäten dieses hübschen Malamuten auf den ersten Blick erkannt hat. Und die bereit ist, Sams übriggebliebenen Unsicherheiten mit viel liebevoller Geduld zu begegnen. Doch lesen Sie selbst, wie sich Sam bei seinem neuen Rudel in einer für ihn noch nie da gewesenen häuslichen Umgebung eingelebt hat:

Liebes Nothilfe für Polarhunde-Team,

jetzt sind drei Wochen vergangen, seit Sam bei uns ist und jeden Tag aufs Neue ist es eine wahre Freude, ihn bei uns zu haben.

Aber der Reihe nach! Die Autofahrt vom hohen Norden ins neue Zuhause nach Bayern war lang, aber verlief ohne Probleme. Generell ist Sam kein begeisterter, aber sehr geduldiger Autofahrer. Sobald die Kofferraumklappe zugeht, legt er sich hin und schaut erst wieder nach dem Rechten, sobald der Motor abgestellt wurde. So sind wir nach zwei Pausen spät abends zu Hause angekommen.

Hier wurden wir vom Rest der Familie schon sehnsüchtig erwartet. Mit seiner unvoreingenommenen Art hat Sam auch beim Rest der Familie die Herzen im Sturm erobert. Anschließend wurde das neue Zuhause einer ausgiebigen Inspektion unterzogen. Wobei er sich lediglich auf das Erdgeschoss beschränkte. Nach einem nächtlichen Spaziergang war es dann Zeit, gute Nacht zu sagen. Sam, sich seiner Sache und Situation noch nicht ganz sicher, wählte erst einmal einen Ort, an dem er seine ungestörte Ruhe hat: hinter dem Sofa.

Sam hat SpassDie nächsten Tage vergingen wie im Flug und Sams Selbstvertrauen wuchs und auch seine Neugier, wo denn nun die ganzen Treppen und Türen hinführen. So dauerte es nicht lange und er machte sich mit jedem Winkel im Haus vertraut. Bei dieser Erkundung fand er natürlich auch die Hundeklappe, die sein Herz zum Höherschlagen bringt und er somit Chef über seinen eigenen Aufenthaltsort ist.

Anfänglich hatte Sam mit nahezu jedem Geräusch zu kämpfen. So kam es, dass er sich bei für uns normalen Geräuschen, wie z.B. Rollläden oder Geschirrspüler etc. sicherheitshalber erst mal wieder hinter das Sofa verzog. So passierte es natürlich auch beim Gassi gehen. Straßenverkehr - wenn auch nicht viel hier auf dem Land - kannte er wohl überhaupt nicht und wir waren mehr als einmal froh, dass wir zum Gassi gehen das Geschirr nutzen.

Mittlerweile ist unser Sam schon sehr routiniert und zur Ruhe gekommen. Er bleibt ohne Probleme ein paar Stunden am Tag allein und wehe dem, der als erstes nach Hause kommt. Der wird erst mal "niedergeknuddelt" und ausgiebig begrüßt. Auch hat er sich an unseren Tagesablauf gewöhnt und weiß schon ziemlich genau, wenn die Turnschuhe angezogen werden, dann geht‘s ab zum Laufen!

Auch im Ort hat sich die Nachricht, dass ein neuer Sheriff (so benimmt er sich manchmal beim Gassi gehen) in der Stadt ist, schnell rumgesprochen. Er ist freundlich zu jedem, ob nun zwei oder vier Beine, weiß sich aber auch zu behaupten, falls ein Vierbeiner mal über die Stränge schlägt. Generell geht er Raufereien aber lieber aus dem Weg.

SamDen ersten größeren Ausflug (Bingen am Rhein) haben wir auch schon hinter uns gebracht. Sam war begeistert von noch mehr Natur und endlos langen Spaziergängen in den Weinbergen. Am besten hat ihm aber eine alte Kiesgrube gefallen, in der er nach Herzenslust Bauchklatscher üben konnte. Mit Anlauf in das Wasser und dann schnell zurück, um wieder von Vorne anzufangen.

Unsere gegenseitige Kommunikation klappt auch von Tag zu Tag besser. Befehle wie "Steh", "Komm her", "Sitz", "Bleib" oder "ok" stellen keine Herausforderung mehr für ihn dar und er folgt diesen auch ohne kulinarische Bestechung. Falls es dennoch mal ein Kommunikationsproblem gibt und wir Sams Meinung nach jetzt unbedingt mit ihm rausgehen sollten, da sonst ein Unglück passiert, schnappt sich dieses Schlitzohr im wahrsten Sinn des Wortes, einen Gegenstand (Handy, Uhr, etc.) und trägt ihn demonstrativ an uns vorbei in den Garten und legt ihn auf die Terrasse. Dann wissen auch die "dümmsten" Zweibeiner, dass es Zeit ist, Gassi zu gehen.

Obwohl Sam mit seinem Gewicht von 36kg sehr wuchtig wirkt, ist er doch sehr vorsichtig und zaghaft. Sein Lieblingsspielzeug ist ein Teddybär (passt auch irgendwie zu ihm) mit Quietschfunktion. Sam geht so vorsichtig mit diesem Quietschebär um, und versucht, ihn mit dem Maul zu tragen, ohne dass dieser ein Quietschen von sich gibt.

Alles in Allem: Sam ist eine Wucht und wir sind froh, wieder solch einen prima Kerl als Familienzuwachs zu haben.Sam begegnet Artgenossen

In den nächsten Tagen geht es auf große Fahrt nach Südtirol und mal schauen, wie sich unser Sammy mit dem Schnee verträgt.

Ich halte Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Beste Grüße, Peer F.

Ach, bei dieser glücklichen und sehr liebevollen Beschreibung geht einem richtig das Herz auf! Und es beweist erneut, dass die besten Freunde der Menschen sehr lernfähig sind und die Nähe zu den Zweibeinern suchen und genießen, unabhängig davon, ob sie schon immer mit Familienanschluss gelebt haben oder wie Sam aus Außenhaltung stammen. Manch einen Interessenten mag es abschrecken, einen potentiell „nicht wohnungstauglichen“ Hund aufzunehmen, doch die richtige Familie und der geduldig-liebevolle Umgang mit dem Neuzugang können solche Vorurteile meist schnell entkräften. Sam hatte das Glück, dass seine neue Familie dieses Wagnis eingegangen ist.

Und wir freuen uns von Herzen, dass es so gekommen ist und dass Zwei- und Vierbeiner sich so wundervoll aufeinander eingestimmt haben. Wir wünschen der gewachsenen Familie bei all ihren Ausflügen, aber eben auch bei ihrem spannenden Alltag viele wunderschöne gemeinsame Stunden.

 


 

L U N A hatte großes Glück

Der scharfe Grat zwischen Freud und Leid – wenn Tiervermittlungen für alle Beteiligten zum Prüfstein werden

LunaWenn man über viele Jahre dafür arbeitet, notleidenden Tieren ein neues Zuhause zu ermöglichen, erlebt man zwangsläufig viele Déjà-vu`s.
Viele Details gleichen sich, der Abgabegrund, der Aufnahmegrund – und doch ist jede Geschichte für sich auch ganz speziell.
Einige Vermittlungen stechen dennoch hervor. Weil sie vom Abgebenden, vom Vermittler, vom Aufnehmenden und nicht zuletzt vom Tier enorm viel abverlangen. Weniger was Kosten oder Aufwand anbelangt, sondern weil sie so wahnsinnig unter die Haut gehen, so viel Emotionen auslösen, so viel Mut, Stärke, Trauer und Hoffnung in sich vereinen, dass man sie niemals wird vergessen können.

Wie bei der Husky-Hündin Luna.

Die charaktervolle Dame mit dem durchdringenden Blick schaut auf ein stürmisches, für sie sicher schwankendes Leben zurück.
Sie ist einer der Hunde, der den Verlust der Bezugspersonen unglaublich schwer nimmt. Unsicher und sensibel wird dann dergestalt reagiert, dass man sich dem nächsten Menschen zwar keinesfalls‚ ver’schließt, aber sich diesem dann noch extremer‚ an’schließt. Noch mehr darauf achtet, ja nicht verlassen zu werden, nicht mal für kurze Momente. Muss dies doch einmal sein, dann versucht Luna hoch verzweifelt, irgendwie zu ihrem Menschen durchzukommen.
Luna hatte das große Glück, nach ihrem ersten Verlust Menschen zu finden, die das verstanden und alles dransetzten, sie immer um sich haben zu können. Das erfordert neben Verständnis und Liebe zum Tier vor allem auch das Zurücknehmen eigener Bedürfnisse und ist darum nicht hoch genug anzurechnen.
Die Tragödie, wenn dann auch das zusammenbricht, weil der geliebte Mensch verstirbt, ist dem Tier nicht abzunehmen.
Die Tragödie für den ebenfalls zurückbleibenden Menschen, der einerseits den Lebenspartner verlor, andererseits auch noch den Hund, das lebende Bindeglied zum Partner, abgeben muss, weil er dessen Dauerbeaufsichtigung verständlicherweise nicht nachkommen kann, ist für uns Außenstehende nur eingeschränkt nachzuempfinden.
Worte fallen schwer. Man ahnt das Leiden, ist jedoch hilflos, schluckt und schweigt.Luna
Hilfe kann man nur anbieten, indem man bei der nicht zu umgehenden Abgabe des Tieres, für das auch stundenweise Alleine-bleiben-müssen eine schlimme Quälerei wäre, helfend zur Seite steht.

Für Luna fanden sich unglaublicherweise schnell Interessenten, wo sichergestellt war, dass man sie abfangen würde können. Wo ihre Ängste respektiert und gehändelt werden würden. Ganz ohne eine von allen gefürchtete Zwischenunterbringung. Das war die positive, die freudige Seite der Sache.

Die schmerzvolle Seite, für Herrchen, Mitarbeiter der NfP und Luna, war die Übergabe.
Herrchen brachte seine Hündin selbst zu uns nach FDS, obwohl wir verstanden hätten, wenn er sich diesen schweren Gang erspart hätte.
Mit dabei hatte er all die kleinen Dinge, an die Hündin gewöhnt ist, die ihr die Schritte ins neue Leben hoffentlich etwas erleichtern würden.
Als er sein Auto entlud, war Luna derweil in einem unserer Fahrzeuge untergebracht. Während sie ihm zusah, schien sie zu spüren, was vor sich ging, und jammerte herzzerreißend vor sich hin.
Nie werden wir seine Worte dabei vergessen: „mach es mir doch bitte nicht so schwer.....“

Seriöser Tierschutz ist ein hartes Brot. Finanziell. Sozial. Emotional.
Wenn jedoch Seelenqual bei Mensch und Tier vorliegt, kommt man selbst auch ganz schön an die Grenze der eigenen Kraft. Weil einen das Leid, das sich da so leise vor einem abspielt, ganz tief drinnen packt und nicht mehr loslassen will.Luna

Umso schöner ist es , dass wir direkt anschließend vermelden können:

LUNAS nahtlose Vermittlung

Schon das Kennenlernen verlief wunderbar harmonisch. Menschen wie Hund gingen vorurteilsfrei aufeinander zu und mochten sich sofort.
Das Einsteigen in die Familienkutsche – obwohl das Wort Kutsche einem ausgewachsenen Wohnmobil nicht gerecht wird – gestaltete sich dann ebenfalls völlig problemlos.
Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, während Hund und Tochter schon mal Tuchfühlung aufnahmen.
Zuhause angekommen, entstieg dem Wohnmobil eine neugierige Luna, die ab da Schritt für Schritt vorging.
1. Sohn des Hauses becircen
2. sich umsehen
3. das von Herrchen mitgegebene Bettchen im Schlafzimmer vorfinden und sich häuslich einrichten
4. schlafen

Luna

 

 

 

 

Da Schlaf die beste Art ist, Neues zu verarbeiten, ließ man sie schlafen. Die ganze Nacht war Luna mucksmäuschenstill. Auf die freundliche morgendliche Anfrage „Luna, Gassi gehen“ reagierte sie träge mit einem Blick, der zu sagen schien: “Och nö, jetzt noch nicht, ich bin noch nicht soweit. Ich dreh mich lieber noch mal um und ihr kommt in 2 Stunden bitte noch mal wieder.“
Als die Hündin dann endlich ihre Lebensgeister wiederfand, also von sich aus signalisierte, bereit zu sein für den Sprung ins neue Leben, war es an der Zeit, die vierbeinigen Kollegen kennenzulernen, die bis dahin innerhalb vom Haus erst mal separiert gewesen waren.
2 ältere Rüden warteten auf die neue Frau im Haus und die Aktion „sanftes Zusammenführen“ konnte gestartet werden.
Der Prozess ist noch in vollem Gange, es sieht jedoch alles nach einem Happy-End aus. Während der ältere Rüde, liebevoll Bärchen genannt, stolze 15,5 Jahre alt, seine Gassirunden derzeit ohne Hundebegleitung absolviert, werden Luna und der zweite, 11jährige Rüden, Bandit, gemeinsam bewegt. Weil sie sich im Aktivitätsgrad näher stehen und erstmal zu zweit draußen das Tempo bestimmen sollen, ohne den alten Herrn unter Druck zu setzen.Luna

Gemeinsam drehen jedoch alle 3 schon ihre Runden im heimischen Garten, natürlich unter sorgfältiger Aufsicht.
An Luna werden keinerlei Ansprüche gestellt. Sie darf einfach Luna sein, sich gemütlich einleben
und nach ihrem Gusto anzeigen, wie sie sich das vorstellt mit ihren Verlustängsten.
Wie auch immer sie ihre Wünsche äußern wird – und vielleicht tragen ja die Jungs dazu bei, dass sie sich in deren Mitte sicher fühlt – man wird auf sie eingehen. Sollte sie an ihrem gewohnten Schema festhalten wollen bzw. müssen, weil sie nicht anders kann, so wird dem Rechnung getragen werden.
2 Jahre schwebte den Menschen der Wunsch nach einem weiteren Hund schon vor. Als sie Luna sahen und ihre Geschichte lasen, da wurde aus dem Wunsch ein festes Vorhaben.
Dieses Vorhaben wird jetzt von Familie R aus Bayern und natürlich von Luna gemeinsam in die Tat umgesetzt.
Wir freuen uns unglaublich über diese Konstellation und geben die Begeisterung über Luna mit den Worten der neuen Famlie wieder: „...sie ist die süßeste aller Zuckerpuppen...“

 


 

Trixi – von drauß' vom Zwinger kommt sie her...

Trixi... wir müssen sagen, das will sie nicht mehr! Die 11-jährige Trixi war früher eine richtige Sportlerin, die mit ihrer Hundefamilie begeistert im Gespann lief. Teilweise lebte sie mit bei den Besitzern in der Wohnung, doch die Umstände veränderten sich und irgendwann war es vorbei mit dem Haushund-Dasein und Trixi fand sich in Außenhaltung wieder. Auch das mit dem aktiven Sport ließ nach und das Herrchen hatte nur noch Zeit für sporadische Ausflüge mit seinen Huskys. Und auch diese Zeit war Jahre später nicht mehr gegeben, so dass wir gebeten wurden, für die zehn mittlerweile Senioren-Hunde nach neuen Familien zu suchen.

Seit Mai 2011 waren Trixi & Co. zur Vermittlung ausgeschrieben, doch kaum jemand meldete sich. Viele unserer Ermunterungen bei potentiellen Interessenten liefen ins Leere, weil erstens die meisten Bedenken hatten, einen Zwingerhund ins Haus zu holen, zweitens das Alter der Hunde (zwischen 11 und 13 Jahren) viele Leute abschreckte und drittens keiner den Anfang machen wollte, das Rudel auseinander zu reißen.

Als endlich Trixi als Erste ihre Chance bekam, war alles bestmöglich auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Sie sollte dem jungen Border-Mix-Rüden Bandit seine beiden in hohem Alter verstorbenen Husky-Kumpels ersetzen und würde sich aussuchen können, ob sie lieber drinnen oder draußen war.

Trixi geht laufenGespannt erwarteten wir das Kennenlernen der Hunde und hofften, dass nicht nur zwischen den Vierbeinern die Chemie stimmen würde, sondern auch der Funke auf die zugehörigen Menschen überspringen möge. Manchmal macht man sich ja übers Internet andere Vorstellungen von einem Tier, als wenn man es dann in natura sieht.

Trixi war schon morgens von einer ehrenamtlichen Helferin abgeholt worden, damit sie beim Spaziergang mit dem künftigen Gefährten nicht durch die Anwesenheit von Bruder und Elterntieren abgelenkt würde. Die Trennung von Murphy, Laika und Sky war gänzlich ungewohnt für Trixi und sie musste ins Auto rein gehoben werden, weil sie nicht freiwillig einsteigen wollte. Bei der Helferin zuhause wurde noch ein Zwischenstopp eingelegt und Trixi wieder aus der Autobox raus gehoben.

Die Anreise der Interessenten verzögerte sich rund zwei Stunden wegen vieler Baustellen und Staus. So blieb noch Zeit, um Trixi ein wenig zu bürsten und hübsch zu machen. An ihrem zugegeben recht strengen Geruch änderte das zwar nicht viel, aber das Fell war wenigstens schön flauschig.

Dann der große Moment. Und die Erleichterung. Trixi gefiel. Sowohl dem künftigen Frauchen und ihrer Tochter, als auch Bandit. Doch so richtig wusste Trixi mit ihrem jungen Verehrer nichts anzufangen, war sie doch über Jahre nur ihr Rudel gewohnt, das mit ihr älter geworden war. Nun hüpfte plötzlich ein energiegeladener Lausbub um sie herum, schnupperte und stubste sie an – wo sie doch einfach nur ihre Strecke laufen und ihre Ruhe haben wollte. Unerhört!Trixi und Bandit löschen gemeinsam ihren Durst

Doch im Verlauf des etwa einstündigen Spaziergangs pendelte es sich recht gut ein zwischen Trixi und Bandit. Wenn der Jungspund zu aufdringlich wurde, verwarnte sie ihn und er akzeptierte es. Ein bisschen schnuppern war aber auch erlaubt. Nach der Runde stillten die Hunde ihren Durst gemeinsam am Napf. Ohne Stress oder Gezänke. Wenn es noch eines letzten Anstoßes bedurft hätte, um sich für Trixi zu entscheiden, dann wäre es wohl dieser gewesen. Aber die Würfel waren ohnehin schon davor gefallen. Trixi hatte sich gleich mit der Tochter angefreundet, genoss aber ebenso die Streicheleinheiten der Mutter und verteilte sogar einige Bussis.

So durfte also Trixi an diesem Tag noch weiter reisen. Bis nach Österreich führte sie ihre Fahrt. Und bereits am nächsten Tag erhielten wir die erste positive Rückmeldung. Das Kennenlernen mit dem Herrn des Hauses (er hatte wegen eines Termins nicht mit zur Abholung kommen können) war entspannt, er wurde genau wie die Frauen sofort akzeptiert. Die Nacht verbrachte Trixi dann aus eigenen Stücken und mit der größten Selbstverständlichkeit im Haus. Es fiel ihr ja nicht im Traum ein, sich draußen schlafen zu legen! Jetzt, wo sie endlich wieder den so lange ersehnten Familienanschluss hatte, wollte sie ihn auch in vollen Zügen auskosten.

TrixiEine Pfütze in der ersten Nacht war das erste und bisher einzige Malheur, das Trixi sich „erlaubte“. Seither ist sie absolut stubenrein, geht begeistert mit zum Wandern, hat sich als absolute Wasserratte geoutet, die in jeden Bachlauf springt, weiß genau, wo sie wohnt und zieht immer wieder vehement nach Hause, liebt das Autofahren und steigt selbstständig ein und aus, macht teilweise bereits Spielansätze mit Bandit, hat sogar ihr Frauchen schon mit zur Arbeit begleitet und erntet überall Bewunderung und Zuneigung. – Ja, so muss ein Hundeleben aussehen. Das ist so richtig nach Trixis Geschmack.

Die Zeiten als Zwingerhund? Nun, die sind zwar noch nicht vergessen, aber doch abgehakt. Trixi mag sich nicht mal mehr draußen hinlegen, da wird höchstens auf der Veranda gesessen. Zum Liegen ist die Wohnung da, und außerdem muss ein gewissenhafter Hund nachts ja auch mal kontrollieren, ob wirklich noch alle Menschen da sind und ob es ihnen gut geht und wie bitteschön soll man das machen, wenn man selber draußen liegt und die Menschen im Haus? Sehen Sie: geht gar nicht!

Wir danken Trixis neuer Familie ganz herzlich, dass sie der netten Hündin trotz der vielen Fragezeichen, die mit ihrer Übernahme verbunden waren, ohne Erwartungshaltung ihre Türen und Herzen geöffnet hat. Solche Menschen findet man nicht oft und wir freuen uns für Trixi, dass sie einige dieser seltenen Exemplare ergattern konnte. Wir wünschen den Zwei- und Vierbeinern noch viele schöne gemeinsame Jahre und lassen uns einfach überraschen, wie Trixi sich noch weiter entwickeln wird.

Trixi im Glück


 

Samara – wir sind so dankbar, dass uns fast die Worte fehlen......
....aber nur fast.

Samara

SamaraVor wenigen Wochen nahmen wir die stark übergewichtige, 10jährige Malamutin als Notfall auf unserer Homepage auf, da ihr in Frankreich unverschuldet die Euthanasie drohte. Seit geraumer Zeit ist sie umgezogen in die Schweiz.

Anlässlich eines Besuchs bei Shiba-Freunden durfte Samara – unter Begleitschutz – „ausreisen“.
Ein bisschen viel Stress war es für das ältere Hundemädel an einem Tag, aber sie hat es letztendlich doch locker weggesteckt.

Was wir nicht zu hoffen wagten, trat ein – wieder einmal fanden sich für einen Hund in höchster Not Menschen ein, die nicht zum ersten Mal helfen.
Wo zuvor schon die Shiba-Rüden Kenzo und Jester ein behütetes, äußerst liebevolles Zuhause fanden (zu lesen unter „Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden“ auf unserer HP), durfte nun auch Samara Einzug halten.
Samara, die angeblich schon mit einem kleinen Rüden gelebt hatte, zog erst einmal zur Probe um. Da hier noch zwei, mit der jungen Bernersennerin Bimba der Tochter sogar drei Hunde ein Wörtchen mitsprechen würden. Nach 2 Wochen war klar: Samara kann bleiben. Und sie will bleiben. Zumindest wenn man ihre Markierversuche dergestalt interpretiert, mit denen sie versucht, das neue Heim in Besitz zu nehmen.Samaras neues Rudel
Noch ist nicht alles unter Dach und Fach. Noch wird Samara zum Füttern und Schlafen von den übrigen Hunden zur Sicherheit getrennt, noch brummelt sie auch mal, wenn sich die Vierbeiner alle an einer Engstelle bewegen – aber das wird sich mit der Zeit legen, meinen die neuen Eltern.
Samara, angekommen mit 45 schweren Kilo, ist zwischenzeitlich schon auf 42,5 Kilo runter. Das harmonische Zusammenführen aller Hunde und das dringend nötige Abspecken des Neuzugangs sind vorrangiges Ziel. Sie kann betteln soviel sie will – an der Erfahrung und Konsequenz von Familie Z. gibt es für sie kein Vorbeikommen. Die wendigen Shibas wie auch Jungspund Bimba tun ihr Übriges, um Samara auf Touren zu bringen. Gemeinsame Spaziergänge und reduzierte Mahlzeiten vervollständigen das derzeitige Programm.
In naher Zukunft wird sie dem Tierarzt vorgestellt werden, und auch ein Besuch beim Hundefriseur ist schon terminiert, da sie eine derartige Masse an Wolle mit sich herumschleppt, dass es stressfreier sein wird, dieses Terrain professionell zu bearbeiten, als weiterhin ohne wirkliche Aussicht auf ein Ende täglich an ihr herumzukämmen und sie zu nerven.
Samara dankt die liebevolle Zuwendung mit einer Gradlinigkeit und Unkompliziertheit, die es der neuen Familie einfach macht, sie ins Herz zu schließen.
Uns bleibt nur, wieder einmal, mehr als dankbar zuzusehen, wie erneut ein Hund, der am Abgrund seines Lebens stand, bei diesen Menschen, deren Feingeist und Herzlichkeit uns den allergrößten Respekt abnötigen, einen sicheren, behüteten Raum gefunden hat.Neues Rudel für Samara

Liebe Familie Z.: einfach nur DANKE !!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

A K I aus NRW – „Ich bin nun ein Berliner…..“

AkiViel, viel Glück hat er gehabt, der junge Shiba-Rüde Aki. Leichtfertig zur Welt gebracht, ebenso ver- und gekauft, hätte er leicht in völlig falschen Händen landen können. Nur, weil letztendlich alles Weitere glücklich ineinandergriff, sieht Akis Welt nun rosig statt düster aus.
Sein Frauchen korrigierte den Fehler der Anschaffung, indem sie den Tierschutz zu Rate zog. (damit hat sie Akis Weg in eine positive Zukunft bereitet).
Dieser bestand trotz Eile bei der Abgabe auf Geduld, weil jede Art von Hoppla-hopp-Vermittlung viel zu große Risiken in sich birgt. Es erfolgte zeitlich passend die Anfrage einer Familie, Erfahrung mit einem altershalber verlorenen nordischen Jagdhund lag vor. Das Kennenlernen von Familie und Umfeld sprach deutlich für Klein-Aki, und bei der sorgfältig entschiedenen Übergabe, die aufgrund der großen Entfernung auf halber Strecke erfolgte, was wir nur tun, wenn der Hund von uns oder Personen unseres vollsten Vertrauens zum Übergabepunkt gebracht wird, damit wie dabei sind, wenn Mensch und Tier erstmals aufeinandertreffen, zeigte sich Klein-Aki sehr angetan von den potentiellen neuen Eltern.

Die erste Rückmeldung könnte positiver nicht klingen:

„Und es begab sich zu einer Zeit, als der Sommer in Berlin sich langsam dem Ende neigte. So endete in diesen Tagen auch die lange, wunderschöne, gemeinsame Zeit des Karelischen Bärenhundes "Piru" bei seinem geliebten Herrchen und Frauchen. Stolze 15 Jahre waren Piru, Herrchen, Frauchen und die Hauskatze "Tussi" ein eingespieltes Team. Doch Piru wurde sehr, sehr müde und wollte nur noch schlafen. Der Abschied war lang und schmerzlich und die Trauer unermesslich groß.Aki
Doch Herrchen und Frauchen hatten noch so viel Liebe übrig, die sie einem Tier geben wollten. Die reichte für Tussi .... und für einen weiteren Hund. Obwohl nach Pirus Abschied erst einmal kein weiterer Hund geplant war, hielten es die beiden ohne Vierbeiner einfach nicht aus. Nach langem hin und her war ihnen klar: Ein neuer Hund - Ja!!!! Wieder ein Karlier - Nein!!! Und es kam ihnen der Gedanke, einem Hund aus dem Tierheim eine Chance zu geben.
Stundenlang, nein, tagelang suchten und suchten und suchten sie ......
Gleichzeitig spitzte sich die Situation in Essen für den kleinen Shiba-Rüden Aki zu. Sein Frauchen hat den schweren aber vernünftigen Entschluss gefasst, dem Kleinen die Chance zu geben, in ein passendes Zuhause zu ziehen.
Und so kam es, wie es nun kommen musste. Das Karelier-Herrchen aus Berlin sah die Fotos von Aki auf der Seite des NfP - es war Liebe auf den ersten Blick. Er holte das Karelier-Frauchen zu sich und zeigte ihr den Aki, mit den Worten: "Der ist es!". Und das Frauchen sagte einfach nur: "Jaaaaaa!".
Der Kontakt mit der NfP wurde hergestellt und alles ging rasend schnell! Gespräche, "Eignungsprüfung" von Herrchen und Frauchen und - schwups - stand die Verabredung: am 24.09.2011 zieht Aki nach Berlin. Gesagt, getan. Bei der Übergabe reichte schon der erste Blick und es war um die beiden Berliner endgültig geschehen.
Und auch Aki schien nicht abgeneigt zu sein, die beiden näher kennen zu lernen. Eine kleine Runde wurde gedreht und ab ging es nach Berlin.
Die Fahrt hat Aki schlafend verbracht und die erste Runde in Berlin war sehr aufregend ... aber noch viel aufregender war der erste Eindruck in der Wohnung: Wow - es gibt hier eine Katze. Zugegeben, die Begrüßung hätte herzlicher ausfallen können. Aber Katzen brauchen ihre Zeit.Aki
Und nun begann für Aki das Leben in Berlin. Am Samstagabend den ersten Nachbarhund kennen gelernt und gleich mal getobt. Dann, nach einer unruhigen Nacht (die Katze muss ja auch mal auf's Klo!) ab in den Wald. Und da gab es soooo viele neue Eindrücke. Als erstes die Begegnung mit einer Englischen Bulldogge: Aki fand sie einfach nur sehr nett und freundlich. Dann traf Aki auf einen 15 Monate alten Windhund und die Post ging ab. Aki-Herrchen hatte eine 20-Meter-Leine mitgenommen und so konnten die beiden rennen, toben, rennen, toben, rennen, toben .....! Man hätte fast den Eindruck bekommen können, der Windhund war eher müde als Aki. Und Aki hat locker das Tempo mithalten können. Herrchen, Frauchen und Aki sind noch vielen anderen Hunden begegnet und dabei stellte sich heraus: Aki ist eine "Japanische ABC-Waffe" ... Anschleichen, Beschnuppern, Catchen!
Am Montag dann viel Arbeit für Aki: morgens in den Wald, neue Klamotten kaufen, zum Kennenlernen der erste Tierarztbesuch, Frauchen hat Staub gesaugt, Aki wurde gebürstet, die Katze hat ihm eins auf die Nase gegeben (so ist das eben, wenn man die Hundenase trotz Warnung in die Katzenhöhle steckt!) und dann noch Geschirr abnehmen und anlegen üben.
Und was in seinem vorigen Zuhause noch riesige Probleme machte, lohnte aus Akis Sicht jetzt nicht mehr den Aufwand, sich aufzuregen! Warum beim Geschirr anlegen Stress machen, wenn es damit in den schönen Wald geht? Warum beim Bürsten Theater machen, wenn man dabei geknuddelt wird? Warum den Staubsauger angreifen, wenn ich doch eigentlich müde vom Spaziergang bin?Aki
Und die anfangs fürchterlich beleidigte und eigentlich nur mäßig verängstigte Katze kommt Schritt für Schritt aus ihrer Schmollecke, jeden Tag ein bisschen länger.
So kann man die Sache mit Aki, Tussi, Herrchen und Frauchen unter der Rubrik einstufen, die da lautet: GESUCHT - GEFUNDEN.

P. B.

Aki

Danke an alle Beteiligten für die reibungslose und gute Zusammenarbeit.

 


 

Max – Wer die Wahl hat, hat die Qual

MaxZunächst sah es gar nicht so aus, als würden sich die Interessenten um unseren Malamute-Husky-Mischling Max reißen. Monat um Monat verging, ohne dass sich in Sachen Vermittlung irgendetwas tat. Uns war das unerklärlich, denn von Max wussten sowohl die Vorbesitzer als auch die Pflegestelle nur Gutes zu berichten.

Aber dann platzte der Knoten. Als wäre ein Damm gebrochen, fluteten plötzlich die Anfragen nur so über uns herein. Etliche vielversprechende Interessenten waren darunter. Am schnellsten aber war Herr S., der sich ursprünglich wegen Charly erkundet hatte, dann aber wegen seiner sportlichen Ambitionen doch lieber einen etwas jüngeren Kameraden präferierte. Nun soll das mit der Schnelligkeit nicht heißen, dass wir grundsätzlich an den erstbesten Interessenten vermitteln – vielmehr orientieren wir uns daran, welcher Platz für den Vermittlungskandidaten geeignet ist. Aber in diesem Fall passte eben beides zusammen.

Im September war es dann soweit: Herr S. kam in den Schwarzwald, um Max kennen zu lernen und bei entsprechender Sympathie auch gleich mitzunehmen. Beim gemeinsamen Spaziergang geriet die Pflegestelle mal wieder ins Schwärmen ob dieses Traumhundes und für Herrn S. musste es sich wohl angehört haben, als böten wir Sauerbier feil. Sooo wunderbar wie in diesen Erzählungen kann ein Hund doch gar nicht sein...!

MaxDoch nach der Gassirunde und einigen Schmuseeinheiten, war Herr S. dann ebenfalls sehr von Max angetan. Er öffnete die Kofferraumklappe und die Vermittlerin war baff erstaunt, als Max ohne Weiteres in das fremde Auto sprang – obwohl seine Pflegefamilie und Hundefreundin Lea noch daneben standen! Oh ja, Max hatte es schon gespürt, dass etwas im Busche war. Bereits am Tag davor hatte das Pflegfrauchen unter dem bevorstehenden Abschiedsschmerz gelitten und spätestens, als dann für das Treffen mit Herrn S. seine Sachen gepackt wurden, war Max klar, dass eine Veränderung anstand.

Max nahm das alles recht gelassen. Er hatte sich seinen neuen Menschen auserkoren und war bereit, in sein endgültiges Zuhause zu ziehen. Als die Pflegefamilie nach einem tränenreichen Abschied heimwärts fuhr, erblickte sie plötzlich einen Regenbogen – ohne dass es regnete. Ein Zeichen, dass alles gut wird?! Man könnte es fast glauben.

Bereits die ersten Rückmeldungen waren sehr erfreulich. Die Heimreise war völlig problemlos und auch im Alltag zeigte sich Max von seiner besten Seite. Es war sogar vom „liebsten Hund der Welt“ die Rede. Kein Wunder, dass er auch beim Futter etwas verwöhnt wird. Er hatte bis dahin oftmals nicht leer gefressen und wir hätten uns gewünscht, er hätte 2-3 Kilogramm mehr auf den Rippen gehabt. Jetzt kauft sein Herrchen ihm leckere Bio-Wurst, die offenbar mehr nach Max' Geschmack ist als das bisherige Trockenfutter. Und ein kleines bisschen hat er schon zugenommen.

MaxMax hat auch schon neue Freunde gefunden. Die Tochter von Herrn S. ist absolut begeistert von ihm und nimmt ihn mit zum Joggen oder auf den Fußballplatz. Bälle findet Max nämlich total spannend – die auf dem Platz lässt er zwar in Ruhe, aber wahrscheinlich würde er sich schon ganz gerne mal unter die Spieler schmuggeln und ein bisschen mitmischen.

Abgesehen von seinen Hobbys leistet Max seinem Herrchen bei der Arbeit im Feriendorf Gesellschaft. Das ist natürlich das Nonplusultra für ihn, dass er so mit eingebunden wird. Er genießt die Aufmerksamkeit sichtlich. Und Aufmerksamkeit erntet er zur Genüge. Wer Max kennen lernt, der mag ihn auch, egal, ob Angestellte oder Gäste. Aber dennoch weiß Max ganz genau, wo er daheim ist. Im Büro möchte er nämlich nicht allein bleiben, da versucht er dann, die Türen zu öffnen – zuhause macht er dagegen keine solchen Anstalten.

Tja, was soll man sagen?! Max IST ein Traumhund und jedes Lob wert, wir haben nicht übertrieben. Aber wir sind auch froh, dass er zu so netten Menschen gekommen ist und nun seinen Lebensplatz gefunden hat. Wir sind überzeugt, dass er dort genau das Paradies hat, das wir ihm gewünscht haben.

Max

Herzlichen Dank an Herrn S., dass Sie unseren Großen so liebevoll aufgenommen haben!

 


 

Charly findet ein Zuhause - Eine Liebesgeschichte

Die Geschichte, in der Charly von seiner Familie gefunden wurde, gleicht Erzählungen, wie man sie eigentlich nur in Märchen findet:

CharliFrau S. reiste am Dienstagabend in Hohenlockstedt an, nachdem sie mit ihrer Siberian Husky-Hündin Lilly ganz Deutschland durchquert hatte. Eigentlich wollte die ganze Familie mitkommen, um ihr neues Mitglied kennen zu lernen und in der Gemeinschaft zu begrüßen. Doch die Tochter war krank geworden und hat sich nicht in der Lage gesehen, diese Reise anzutreten. So kam Frau S. also alleine und ging direkt zu Charlys Gehege, um schon einmal „Hallo“ zu sagen.

Die Vergesellschaftung der beiden „Oldies“ haben wir erst am nächsten Tag in Angriff genommen. So eine Reise ist natürlich auch für eine Hündin sehr anstrengend und wir wollten, dass sie ausgeruht und entspannt ihren potentiell neuen vierbeinigen Kumpel beschnuppern kann. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen kamen die beiden ausgeschlafen und sehr gespannt wieder zu uns in die Station.

Zusammen mit der Stationsleitung ging es dann auf einen gemeinsamen Spaziergang. Sofort war festzustellen, dass die beiden Hunde keinerlei Probleme miteinander hatten. Lilly zeigte Charly zwar sofort, wenn er sich zu ungestüm oder zu aufdringlich näherte, doch sie tat dies ruhig und ohne aggressive Anzeichen, lediglich durch subtile Körpersignale. Anschließend ging Frau S. noch einmal los und machte eine ordentliche Wanderung, diesmal alleine und mit beiden Hunden.

CharliTotal glücklich, wenn auch etwas kaputt, kam das Trio dann gegen Nachmittag wieder zurück. Und schon in diesem Augenblick war für die Außenstehenden eine gewisse Ausstrahlung spürbar, die von dem Gespann ausging. Charly hat diesen Abend nochmal in seinem Gehege verbracht. Doch gleich am nächsten Morgen kam Frau S. wieder und holte Charly für einen Tagesausflug nach St. Peter-Ording ab. Die Drei haben ihren gemeinsamen Kurzurlaub am Meer sichtbar genossen. Und Charly hat sich trotz seiner Arthrose hervorragend amüsiert.

Frau S. war sich ganz sicher, dass Charly ihr zweiterTraumhund ist. Wie abgesprochen, nahm sie Charly mit in die Pension, sozusagen um den letzten Test durchzuführen. Abends rief sie ihre Familie an und berichtete voller Emotionen von ihren tollen Tagen. Das führte dazu, dass Familie S. voller Vorfreude auf ihr neues Familienmitglied wartete. Doch sie mussten sich noch etwas gedulden, denn Frau S. beschloss kurzerhand, den Ausflug ans Meer gleich nochmal zu machen. Und so zogen die Drei am nächsten Morgen nochmal los und verlebten erneut einen schönen Tag zusammen, der sie in kürzester Zeit nahe zusammenbrachte. Die schon erwähnte Ausstrahlung und Harmonie dieser kleinen Familie war nach ihrer Rückkehr nun beinahe greifbar und rührte die Anwesenden fast zu Tränen. Nach der Erledigung der Formalitäten zogen die Drei dann von dannen und wir konnten Charly mit Vergnügen in seinen neuen Lebensabschnitt gehen lassen.Charli

Die restliche Familie hat es aufgrund der lebhaften und emotionalen Schilderungen nicht mehr ausgehalten und ist Frau S. mit dem Zug entgegen gereist, um ihren neuen Schützling herzlich zu begrüßen.

Die ersten Rückmeldungen zeigen: Dieser hohe Einsatz, die Liebenswürdigkeit dieser aufgeschlossenen Familie und Charlys Lebensfreude haben sich wie erwartet zu einem harmonischen Ganzen zusammengesetzt.

Charly

Uns bleibt bei dieser schönen Geschichte nicht mehr viel ergänzen, außer dass wir den beteiligten Zwei- und Vierbeinern von Herzen alles Gute und eine wunderschöne Zeit zusammen wünschen.