°Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.°
Nordische, die im August 2012 ein neues Zuhause gefunden haben

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Wenn aus einem „dicken Yasper“ ein (fast) lammfrommes „Teufelchen“ wird…

dann maßen wir uns an zu sagen: „Die Entscheidung hätte besser nicht sein können“.

Yasper

Es kamen für Yasper viele Anfragen und nach einer Anfrage von Interessenten, die selbst einen ehemals nicht ganz unkomplizierten Shiba-Rüden besaßen, zog Yasper im April in sein, aus unserer Sicht, neues Zuhause. Leider kam bereits nach 2-3 Tagen die Rückmeldung, dass Yasper aggressiv sei und sein neues Herrchen gebissen haben soll. Wir baten um ein wenig Zeit, um für Yasper nach einer Unterbringungsmöglichkeit zu suchen, denn er wurde von NRW bis nach Bayern gebracht und ihn „mal eben“ wieder in sein altes Zuhause zu bringen, war nicht umsetzbar. Man sagte diese Zeit zu, aber nach 3 Tagen kam die Meldung „Entweder, oder!!“. YasperDie frühere Trainerin der Familie hatte per Telefon bestätigt, dass es sich bei Yasper um einen rüdenunverträglichen Hund handele, der dringend ausziehen müsse. Man warf der NfP vor, dass Yasper vor der Vermittlung nicht von einem Fachmann eingeschätzt wurde…. uns stellte sich die Frage, warum hatte man die eigene Trainerin nicht eingeschaltet, die ja bereits den vorhandenen Rüden „gerichtet“ hatte. Wir finden es immer wieder beschämend, dass Menschen von Tierschutzvereinen fordern und fordern, aber selbst nicht bereit sind, auch nur einen Cent für ein Tier auszugeben, für das man ja ein ganzes Leben die Verantwortung übernehmen wollte. Ganz nach dem Motto „Billig, will ich“.

Da die gesetzte Frist lief, mussten wir somit ganz schnell handeln und Dank unserer zuverlässigen Notfall-Pflegestelle, wurde Yasper vor Schlimmerem bewahrt und zog in dieselbe. Wir möchten an dieser Stelle anführen, dass Yasper zwar den Chef spielen wollte, aber zu keiner Zeit in irgendeiner Form als aggressiv aufgefallen ist. Somit hätte auch ein Hundeflüsterer nicht mehr bewirken können als die Pflegestelle – die Pflegestelle arbeitet jedoch kostenlos und im Fall Yasper mehr als erfolgreich.

Da auch beim Tierschutz nur Menschen tätig sind, saß der Schock natürlich tief, dass Yasper nach so kurzer Zeit die rote Karte erhalten hat. Jeder Interessent wurde dadurch mehr als skeptisch beäugt. Am Tag X kam der Anruf von Frau P., die gerne mehr über Yasper erfahren wollte. Bei ihr lebte bereits ein Shiba-Rüde und noch dazu ein unkastrierter.

Oh weh, das klappt nie…………..was aber tun? Ohne ein Kennenlernen gleich blocken? Voreingenommen sein, weil einmal die Chemie nicht stimmte? Keiner von den Mitarbeitern der NfP hatte Yasper in seinem Kurz-Zuhause live erlebt, keiner konnte sich ein Bild machen, wie sein Verhalten wirklich zu werten war. Wir alle wussten aber, wie sich der kleine Kerl in der Pflegestelle benahm und wie sehr er seinem Pflegepapa wegen seines Charmes ans Herz gewachsen war.

YasperDie Köpfe rauchten, aber schnell war klar, es muss auch für uns anvertraute Hunde immer eine 2.Chance geben. Was nutzte uns für den „dicken Yasper“ eine Einzelhaltung ohne Shiba-Erfahrung – gab diese uns die Sicherheit, dass alles klappen würde? NEIN, die gab es nicht.
Warum also nicht nach dem Kennenlernen entscheiden, ob man einem Zuhause auf Probe zustimmt. Was hätte wir verlieren können? Nichts, Yasper hätte die Chance zu gewinnen, nämlich endlich den 1. Preis in seinem Leben, den Preis der da heißt „Ein Zuhause für immer“…

Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie die Zeilen der neuen Besitzer…………… Yasper hat nämlich gewonnen, nicht nur ein mehr als kompetentes Zuhause für immer, nein, er hat auch die Herzen von Menschen gewonnen, die ihn vorbehaltlos lieben, auch mit seinen Ecken und Kanten, die er immer haben wird.

Wir wünschen ihm zusammen mit seinen zwei- und vierbeinigen Gefährten ein wundervolles Hundeleben – vergessen werden alle wir diesen nett-aggressiven Shiba-Rüden nie.

Die Geschichte der neuen Besitzerin:

„Yaspers Geschichte hatte mich damals wie ein Schlag getroffen und auf eine mir nicht erklärliche Weise berührt – ich hatte mich unheimlich in ihn verliebt und habe mir im Kopf zurecht gerückt, wie er in unsere Familie passen könnte. Doch noch ehe ich mit meiner Freundin durchsprechen konnte, ob wir schon bereit für einen zweiten Hund waren (unseren roten Shiba-Rüden Yoma hatten wir schließlich erst seit Dezember 2011, ebenfalls aus zweiter Hand) und ob wir ihn mit Yoma vergesellschaften könnten - und könnten wir Yasper auch alles bieten, insbesondere Führung und Training - da war er dann auch schon vermittelt. Natürlich, er ist ja ein charmantes Kerlchen. Einerseits habe ich mich für ihn gefreut, andererseits war ich doch ein wenig traurig, schließlich war da diese unerklärliche Anziehungskraft.

Erst einige Monate später habe ich ihn durch Zufall wieder entdeckt. Auf einem Forum wurde geschrieben, dass Yasper leider zurück in die Vermittlung kam, nachdem er sich mit dem anderen Shiba-Rüden im Haushalt nicht verstanden hatte. Sofort ergriff ich die Chance, auf eine Anfrage: Yasper endlich sein Zuhause zu geben, da wir ja ein paar Monate zuvor bereits besprochen hatten, dass wir ihn aufnehmen könnten – auch Freunde haben uns Mut zugesprochen, dass wir ihn bestimmt die Behandlung zuteil werden lassen können, die er braucht.

Yasper und FriendsEs machte uns ein wenig Sorgen, dass wir im Endeffekt die gleiche Konstellation hatten, wie unsere „Vorgänger“. Weniger weil ich befürchtete, dass Yasper mit Yoma nicht warm würde, sondern weil die Nothilfe diesen Fall schon hatte. Ich schätzte unsere Chance also als gering ein, hoffte aber dennoch. Am Telefon erfuhr ich dann, dass Yasper in einer Pflegestelle in Bayern sei, da er ja nach Bayern vermittelt worden war. Sehr passend, wir wohnen schließlich im fränkischen Fürth, im Hinterkopf hatte ich sofort, ihn zumindest besuchen zu können.

Wie ich schon geahnt hatte, verhielt man sich etwas zurückhaltend, doch konnte ich dann in einem zweiten, ebenfalls längeren Telefonat einige Bedenken zerstreuen; beispielsweise hatte mir meine sehr jugendlich klingende Stimme fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. In der Tat klinge ich für fast 28 Jahre äußerst jung. Allerdings hatte man auch in der Pflegestelle ein paar Vorbehalte, gerechtfertigte, versteht sich. Da war schließlich unser Rüde Yoma und die Angst, der kleine Rabauke könnte irgendwann als Wanderpokal enden.

Dennoch kam es nach einigen Gesprächen übers Telefon zu einem Treffen in Fast-Bayern, trotzdem gut erreichbar für Leute wie uns, die über kein Auto verfügen (wollen).
Wir sind Vielfahrer im Zug, auch Yoma ist es gewöhnt, doch waren wir für die verhältnismäßig kurze Bahnfahrt sehr angespannt. Es war kaum zu erwarten, endlich diesen Hund mit der unglaublichen Ausstrahlung zu sehen!

Was soll ich noch sagen? Natürlich hat Yaspers Charme gnadenlos zugeschlagen und natürlich wollten wir ihn nach wie vor unbedingt. Am liebsten hätten wir ihn sofort eingepackt. Und zwischen Yasper und Yoma verlief es auch gar nicht so schlecht, zumindest außerhalb der Wohnung. Das war für uns aber weder überraschend noch abschreckend, immerhin wollte Yasper sein Zuhause nicht teilen. Er hat zwar versucht Yoma zu vertreiben, aber zu keinem Zeitpunkt hat er ihn dabei verletzt, das war für mich zumindest ein Zeichen, dass es möglich ist.
Scheinbar sah es die Pflegestelle ähnlich, auch mussten wir einen nicht allzu schlechten Eindruck hinterlassen haben. Wir einigten uns letztendlich, Yasper für eine Eingewöhnungsphase von höchstens sechs Wochen bei uns aufzunehmen, über einen Pflegevertrag mit der Nothilfe.

YasperDes einen Leid ist des anderen Freud – oder wie heißt es? Yasper ist ein Herzensbrecher, deswegen fiel es der Pflegestelle nicht leicht, ihn bei uns zu lassen, obwohl wir uns ja extrem über seine Ankunft freuten. Auch das nährte unseren Ehrgeiz, ihm das bestmögliche Zuhause zu bieten, sodass am Ende alle Beteiligten glücklich werden konnten. Man kann nicht behaupten, dass die nächsten Wochen völlig reibungslos verliefen, Yasper (der für sein neues Leben auch einen neuen Namen bekommen sollte. Ab sofort heißt er „Akuma“, japanisch für „Teufel“. Das ist weniger, weil wir ihn für einen halten, sondern eher aufgrund meiner Affinität für Geister und dunkle Wesen, Yoma heißt schließlich „Dämon“) hatte natürlich einige Ängste und Unsicherheiten, doch war er nicht aggressiv. Er neigt(e) zu maßregelnden Handlungen wie Schnappen nach Menschen, wenn man nicht das tat, was er für richtig hielt; z.B. forderte er sein Futter rigoros ein.
Auf der anderen Seite fiel schon in den ersten Tagen auf, dass er für einen Shiba durchaus folgsam sein kann – und zwar dann, wenn er den Menschen, der ihn führen soll, respektiert. Wir stellten ein paar Umgangsregeln mit ihm auf, die konsequent einzuhalten waren, die Hunde wurden stundenweise aneinander gewöhnt, mit dem Ergebnis, dass sie die Tage gemeinsam im Wohnzimmer verbringen können, auch wenn man den Raum einmal verlassen muss. Es ist nicht so, als gäbe es keinerlei Raufereien oder Auseinandersetzungen, doch fühlen sich beide Shiba-Herren zusammengehörig. Das zeigt sich auch gern, wenn sie sich gegen fremde Hunde verbünden oder wenn sie doch einmal zusammen liegen.
Ach ja, fremde Hunde. In der Tat verhält sich Akuma an der kurzen Leine wie ein Flegel. Er verbellt, er knurrt, er bleckt die Zähne. Wobei ich mich frage, wieso der Hund von einigen Leuten als aggressiv abgetan wurde. Solchen Hunde begegnen wir tagtäglich, ohne, dass auch nur irgendwer diese Tiere als aggressiv bezeichnen würde, allenfalls als ungezogen.
Wir haben das Glück, dass einige unserer Gassi-Bekanntschaften schon auf Akuma vorbereitet waren und überaus verständnisvoll auf den Rebell reagierten. Vor allem auch deren Hunde. Doch siehe da: an der Zwanzig-Meter-Schleppleine verhielt sich Akuma relativ normal, wenn man sein Gebell ignoriert. Bis heute, das kann ich vorwegnehmen, versteht er sich eigentlich mit allen Hunden, Alter und Geschlecht spielen keine Rolle, soweit gut. Wenn Yoma und Akuma miteinander spielen sieht es zwar so aus, als würden sie sich umbringen, aber das sind wir gewöhnt. Yoma spielt mit seinem besten Freund, einem Akita-Rüden nicht sanfter. Akuma unterscheidet auf ähnliche Weise. Mit dem agilen Shetland Sheepdog balgt er, mit der temperamentvollen Französischen Bulldogge spielt er lebhaft, mit zerbrechlichen Chihuahuas ist er sogar vorsichtig.Yasper
Aber auch uns gegenüber hat er sich schon am ersten Tag sehr wohlgesonnen verhalten, er begrüßte uns mit freudigen Schwanzwedeln nach dem Aufstehen, freute sich über Zuwendung und Lob (dies ganz besonders), machte motiviert beim Clickertraining mit. Insgesamt muss ich sagen, dass genau das etwas ist, was ich bisher nicht von japanischen Rassen kannte. Diese extreme Motivation etwas zu lernen und gefordert zu werden. Akuma ist selten nicht dazu bereit. Natürlich zeigt er hier und da seinen Starrsinn, er ist durchaus ein ganzer Shiba-Kerl, doch wenn ich ihn mit Yoma vergleiche, der lieber seinen eigenen Dingen nachgeht, anstatt sich von mir locken zu lassen, ist Akuma eindeutig der „bessere Schüler“. Er ist unheimlich intelligent und lernt daher besonders schnell, vorteilhaft war das natürlich für unser Zusammenleben. Außerdem haben wir geschlossen den Eindruck, dass er durch die Liebe, aber auch die konsequente Einhaltung der Regeln endlich loslassen kann und nicht mehr das Bedürfnis hat zu führen. Er kann sich entspannen, was natürlich seiner niedrigen Reizschwelle zugute kommt.
Es ist nicht so, dass da keine Macken mehr wären, das braucht noch mehr Zeit, aber in all diesen Wochen hat sich herauskristallisiert, dass viel Talent und Liebenswürdigkeit in ihm stecken, auch andere Hunde bemerken dies zunehmend. Akuma macht sich allmählich Freunde, auch wenn er an der kurzen Leine immer mal wieder den Haudegen durchscheinen lässt. Momentan raufen Akuma und Yoma vermehrt um die „Vorherrschaft“, auf der anderen Seite möchte Akuma ohne Yoma nicht einmal Gassi gehen. Sonst voller Energie, schmiegt er sich ohne Yoma an mich oder trottet etwas lustlos neben mir her, wenn er sich nicht nach ihm umschaut.

Besonders gefreut haben wir uns, dass sich Akuma nach dieser Zeit so gut eingelebt hat, dass er scheinbar nicht mehr gehen will. Und das muss er auch nicht. Wir möchten ihn jedenfalls nicht mehr missen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die dies möglich gemacht haben. Das geht in verschiedenste Richtungen, ob nun die Pflegestelle, die Nothilfe und ihre Mitarbeiter oder auch unsere Freunde, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

 


 

Husky-Hütehund-Mix “Lucky” hat seine Herde gefunden…

Lucky

LuckyWir waren recht ratlos, als vor einigen Monaten die Meldung kam, dass ein Husky-Australian-Shepherd-Mix sein Zuhause verlieren würde. Wir nahmen an, dass es Probleme geben würde, für einen Hütehund im Huskypelz die richtigen Menschen zu finden. Wer unsere Website besucht, der sucht eigentlich nach dem speziellen Charakter der Nordischen.

Es dauerte jedoch nicht sehr lange, dass ein Paar aus NRW nach dem Tod des alten Hütehund-Mixes (er wurde 20 Jahre), wieder einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause geben wollte und sich ganz bewusst gegen die Anschaffung eines Welpen entschieden hatte. Sie fanden „Lucky“ auf unserer Seite und wir können mit Freude sagen, dass es da schon fast sicher war, dass „Lucky“ bald umziehen würde. Die beiden scheuten auch nicht die weite Strecke „Lucky“ in seinem alten Zuhause zu besuchen und wenn der besagte Funke überspringen würde, könnte „Lucky“ nach einer Übernachtung gemeinsam mit den beiden den Heimweg antreten.

Der Funke sprang über und bereits auf der Heimfahrt fühlten sich Menschen und Hund verbunden – das sind Vermittlungen, die auch uns immer wieder zeigen, dass man auch mit einem Second-Hand-Hund einen richtigen Glücksgriff machen kann. Wir möchten es nicht hervorheben, aber das passiert bei uns doch öfters als man denkt…

LuckyLesen Sie selbst, die Zeilen von Frau Nadine Sch. und Herrn Frank H.:

Be happy, I’m Lucky…… Wo fangen wir an? Also:

“Lucky“ ist ein Traumhund. Er hat eine Leinenführung, für man eine glatte 1++ vergeben muss. Er apportiert jede Menge verschiedener Gegenstände und kann sie unterscheiden (es kommen immer neue hinzu), er kann jede menge Tricks.

„Lucky“ fühlt sich seit dem ersten Tag zu Hause, als er unseren Garten betrat markierte er ihn ringsum und legte sich dann völlig ausgeglichen zu uns auf die Terrasse. Zweimal versuchte „Lucky“ die Hündin „Peppy“, die den Eltern gehört und im Haus wohnt, zu hüten. Nach unserem unmissverständlichen Hinweis, dass das Verhalten unerwünscht ist, erkannte auch „Lucky“ dass sie kein Schaf ist und sie sind Freunde geworden.

Auch mit anderen Hunden klappt es immer besser, wichtig ist nur drauf zu achten, dass die Besitzer mit ihren Hunden nicht in eine anderen Richtung gehen als wir, sonst kommt manchmal der Hütetrieb des Aussies bei ihm durch, aber wir arbeiten noch daran.

„Lucky“ möchte uns alles recht machen und als er doch einmal seinen Husky-Sturkopf zeigen wollte, wurde sehr energisch das Kommando gerufen. Da kam er doch tatsächlich 10-15m rückwärts!! gelaufen und das im Spurt (das war dann wohl doch eher der Aussie) und setzte sich neben mich, schaute mich an und wartete auf neue Kommandos. Für uns wurde die Zeit mal eben um 2Min. zurückgedreht, so sah das zumindest aus.Lucky mit Freunden

Ach ja, einen besten Freund hat er auch, den Husky (Roony) von unserem Nachbarn.
Als wir die beiden das erste Mal zusammen geführt haben, gingen wir extra auf eine Hunde- Auslaufwiese (neutraler Boden) damit sie sich beschnuppern konnten.
Das war ein Spaß, das passte wie die Faust aufs Auge, man glaubt nicht, wie schön es sein kann wenn zwei Huskys sich blind verstehen und richtig ausgelassen Toben.
Wie gut sie sich verstanden haben hat sich erst richtig gezeigt, als ein Dobermann hinzukam und beide, einer von vorne einer von hinten, den Dobermann auf eine sehr friedliche Art der Überlegenheit gezeigt haben, das er sich doch unterwerfen solle, bevor er mitspielen durfte.
Nun genießen es beide wenn „Lucky“ zu „Roony“ in den Garten darf, oder wenn sie beide Fahrrad fahren dürfen (das hört sich an als ob 10 Hundeschlitten losfahren) und beide geben richtig „Gas“, keiner gönnt dem anderen die Führung.

Er ist uns schon so sehr ans Herz gewachsen, das man es nicht beschreiben kann.

Lucky und Familie

Einen besonderen Dank möchten wir „Lucky’s“ früheren „Übergangsbesitzern“ aussprechen, da sie sich sehr gut um ihn gekümmert haben, sonst wäre er nicht so, wie er jetzt ist und wir versprechen, dass er jetzt für immer in sehr guten Händen angekommen ist. Danke, dass wir nach der weiten Strecke von ca. 650km mit offenen Armen empfangen und alle Informationen über „Lucky’s“ Charakter erhalten haben.

Herzlichen Dank auch an die Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt, für die gute Betreuung während der Vermittlung…

 


 

Akilah hat das Pech von den Pfoten geschüttelt

Akilah

Ein ganz ordentliches Hin und Her hatte der aus Belgien stammende Akilah schon hinter sich, bis wir überhaupt von seiner Existenz erfuhren. Die Besitzerin seiner Mutter, wo er keine zwei Jahre zuvor auch geboren wurde, wandte sich verzweifelt an uns. Sie hatte ihn zurück bekommen, weil die Familie mit seiner sportlichen Energie überfordert war. Und sie hatte auch schon selbst Vermittlungsversuche unternommen, aber zwei Mal nach kürzester Zeit Schiffbruch erlitten. Es waren einfach nicht die passenden Menschen zu finden. Das Pech klebte ihm sprichwörtlich an den Pfoten.Akilah

Notgedrungen nahm sie Akilah also selbst wieder auf, aber zwischen ihm und dem vorhandenen Rüden gab es mächtig Zoff, so dass die Situation oberdringlich wurde. In ein belgisches Tierheim wollte sie Akilah nicht stecken, weil sie wusste, dass er dort nach einigen Wochen Wartezeit eingeschläfert worden wäre.

Wir hatten Akilah deshalb als Notfall auf die Homepage gesetzt. Die ersten paar Tage tat sich gar nichts und wir waren schon am Verzweifeln. Doch dann erreichte uns ein geradezu erlösender Anruf. Ein junges Paar mit nichtnordischer Hündin hatte kurz zuvor den geliebten Husky-Rüden durch eine schwere Krankheit verloren und suchte nun dringend wieder einen neuen Gefährten. Die Wahl war auf Akilah gefallen - er sollte es sein und kein anderer!

Dank eines Vereinsmitglieds, das ohne zu zögern den routinemäßigen Hausbesuch übernahm und mit Hilfe der Vorbesitzerin, die uns Akilah dann gleich am nächsten Tag entgegen brachte, ging es plötzlich ganz schnell. Alles klappte wie am Schnürchen. Und Akilah durfte sein künftiges Heim beziehen, wo er schon sehnlichst erwartet wurde.

Seinen neuen Lebensabschnitt sollte auch ein neuer Name zieren. Ab sofort wurde er „Spike“ gerufen und hat sich daran auch schon nach wenigen Tagen gewöhnt. Überhaupt hat er sich ganz wunderbar ins Familienleben eingefunden. Genau so verliebt, wie seine Menschen von Anfang an in ihn waren, scheint er auch in sie zu sein. Und mit seiner vierbeinigen Gefährtin versteht er sich absolut blendend, obwohl wir im Vorfeld etwas skeptisch waren, wie sie ihn wohl aufnehmen würde, denn sie hat schon schlechte Erfahrungen gemacht und ist in neuen Situationen sehr unsicher. Mit Spike aber klappte es auf Anhieb – es ist fast, als würde sie in ihm den verlorenen „Bruder“ sehen.

AkilahSpike ist eine Bereicherung für die Familie und nicht mehr weg zu denken. Er ist auf Schritt und Tritt dabei, was ihm natürlich besonders gut gefällt, denn mit dem Alleinbleiben hat er es nicht so. In dieser Beziehung passt er übrigens hervorragend zu seiner hündischen Mitbewohnerin, denn diese will partout nicht ohne ihre Menschen sein und so waren die Zweibeiner eh schon auf „Rundum-Betreuung“ eingerichtet.

Ach ja, einen neuerlichen Umzug hat Spike auch schon hinter sich. Aber diesmal nicht alleine, sondern mit der ganzen Familie. Adoptiert wurde er nämlich in einer Zeit, als Herrchen gerade dabei war, die neue Wohnung bezugsfertig zu renovieren. Das ist nun geschafft – ein bisschen später zwar als ursprünglich geplant, aber das nahm Familie Z. gerne in Kauf, bedeutete es doch, dass sie ihre Zeit nicht nur auf der Baustelle, sondern auch auf Streifzügen mit den Pelzgesichtern verbrachte. Und die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit der Hunde ist ihnen allemal mehr wert als ein pünktlicher Einzugstermin.

Im Nachhinein betrachtet war es eine glückliche Fügung, dass Akilah/Spike nicht nur im nahezu letzten Moment vermittelt werden konnte, sondern auch noch in ein Zuhause, welches wie auf ihn zugeschnitten ist. Sein Temperament ist dort genauso willkommen wie seine Schmusekünste und wir wünschen Zwei- und Vierbeinern für die nächsten Jahre weiterhin viel Freude mit- und aneinander.

 

 

 

 


 

Sheila aus dem Morgenland

Sheila

SheilaDie Mail über Sheila gehörte zu den vielen Anfragen, die uns ständig erreichen und in denen wir gebeten werden, diesen oder jenen Hund aufzunehmen. Leider sind unsere Kapazitäten jedoch begrenzt und dies gilt umso mehr in den letzten Monaten, in denen wir noch auf die Eröffnung der neuen Auffangstation warten müssen und ausschließlich auf private Pflegestellen angewiesen sind. Wir müssen also so gut wie möglich abschätzen, ob ein neuer Vermittlungskandidat auch in den jeweiligen Pflege-Haushalt passt, denn Alternativen für die Unterbringung haben wir meistens nicht.

Sheila hatte Glück. Für sie fanden wir sehr rasch eine Pflegefamilie, die bereits einen Malamute-Husky-Mix-Rüden von uns adoptiert hat. Also wurde alles vorbereitet für Sheilas Ausreise aus der Türkei. Gelebt hatte sie dort bei einem Mann, der sie gegen einen „besseren“ Hund, einen Rüden, ersetzen wollte. Sheila wäre einfach ausgesetzt worden, hätte nicht eine tierliebe dort lebende Deutsche eingegriffen und die langhaarige Hündin sozusagen „auf eigene Faust“ vorübergehend bei sich aufgenommen. Die tierärztliche Versorgung hat sie auch noch abgedeckt, aber auf Dauer behalten konnte sie Sheila nicht und hat sich darum an uns gewandt.

So landete Sheila also sprichwörtlich Anfang Mai in Deutschland und zog in die Pflegestelle ein. Sie machte es Rüde Denjo in den ersten Tagen nicht gerade leicht mit ihrer Zickerei, aber noch vor Ablauf einer Woche hatten die beiden sich zusammengerauft und verstanden sich sehr gut. Von dieser Warte aus hätte also alles in bester Ordnung sein können, doch leider ergab sich ein anderes Problem: Sheila war nicht stubenrein. Auch nach Wochen noch nicht. Es wurde zwar etwas besser, doch richtig zuverlässig war sie einfach nicht.

In der Zeit dieser nervlichen Zerreißprobe erreichte uns die Anfrage eines Husky-Besitzers, dessen Rüde nach dem Tod der Gefährtin extrem trauerte und der kaum mehr etwas fressen wollte. Auch Herr H. war uns bereits bekannt, da sowohl Nurruk als auch die verstorbene Ronja beide von der NfP stammten. Die Entscheidung für Sheila war schnell gefallen und der Termin für ihren Umzug wurde vereinbart.

SheilaAls Sheila und ihre Chauffeurin schließlich im neuen Heim ankamen, ging es zunächst auf zu einem gemeinsamen Spaziergang. Dass Sheilas Kondition nicht die allerbeste ist (wobei ihr Übergewicht auch nicht gerade förderlich ist), war nicht zu leugnen. Dabei hatte sie in der Pflegestelle bereits an Ausdauer gewonnen...

Die Zusammenführung mit Nurruk war unkompliziert und nach der Gassirunde durfte Sheila gleich den Garten erkunden. Prima fand sie den. Sogar so klasse, dass sie nicht mal Anstalten machte, über den Zaun zu springen, obwohl dieser nicht unbedingt der „Husky-Norm“ entspricht.

Das Haus betrat Sheila eher zögernd. Doch als sie erst mal drinnen war, inspizierte sie alles neugierig – und sehr selbstbewusst. Als Lieblingsplatz erkor sie gleich die Eingangstür, von wo sie wunderbar kontrollieren konnte, ob Nurruk jetzt ins Haus rein oder raus wollte. Und eine Spur ihrer wohlbekannten Zickigkeit kehrte zurück, denn allzu gerne hätte sie ihrem neuen Gefährten gleich ihren Willen aufgezwängt. Am ersten Tag ließ dieser sie auch noch gewähren, doch zwischenzeitlich hat er Sheila deutlich gemacht, dass sie sich nicht alles erlauben kann. Nun ist das Leben für ihn auch wieder entspannter.

Sheila und NurrukAbgesehen von den kleinen Reibereien mit Nurruk hat Sheila sich als das liebenswerte „Schmusemonster“ präsentiert, als die wir sie beschrieben haben. Kein Wunder, dass sie schnell zur neuen „Attraktion“ in der Nachbarschaft avanciert ist und ihr Herrchen seine Wahl nicht bereut hat. Auch seine Freundin samt eigenen zwei Rüden kann Sheilas Wuschelfell kaum widerstehen.

In Sachen Stubenreinheit gibt es übrigens sehr Erfreuliches zu berichten: Sheila hat nur ein einziges Mal ins Haus gemacht und danach sehr schnell kapiert, dass sie ihre Geschäfte in dringenden Fällen doch lieber im Garten erledigen sollte. Sie ist eben doch ein schlaues Mädchen.

Wir danken Herrn H., dass er sich so unverdrossen auf das „Wagnis“ Sheila eingelassen hat und sind begeistert, dass alles so gut läuft. Wir wünschen weiterhin alles Gute!

 

Sheila und Nurruk

 


Kaiko hat seinen Platz für immer gefunden…

Das Gefühl versteht, was der Verstand nicht begreift...(Johannes Bonaventura)

Kaiko

Und wieder sind ein paar Monate ins Land gezogen.
KaikoMonate, die Kaiko an unserem Tagesablauf nach festen Strukturen teilnimmt. Strukturen, auf die er sich verlässt und die ihm helfen, seinen Stress niedrig zu halten. Kaiko ist weiterhin extrem autistisch veranlagt. Jede Schnecke die seinen ihm vertrauten Weg um das Haus herum kreuzt, verwirrt oder erschreckt ihn. Auf einem Foto schaut Kaiko auch sehr überrascht, er hat eine Ameise entdeckt…
Dinge, wie neue Blumenkübel erwecken seine Neugier wie bei einer Katze...
Apropos Katze, hier nehmen wir uns ab und an eine Katzenbox zur Hilfe, wenn Kaiko einmal nicht sein Reich verlassen möchte. Wir stellen die Box in einen Nebenraum und sprechen mit der vermeintlichen Katze. Zu 99% siegt bei Kaiko die Neugierde und er untersucht aufgeregt die Box. Danach ist er auch bereit, seine 4 Wände zu verlassen.

Alles in allem jedoch führt Kaiko mittlerweile ein Leben wie die anderen Hunde auch. Spaziergänge zu festen Zeiten, Kontakte zu anderen Hunden und zu Menschen und hier und da der Versuch einem Häschen einen Schreck einzujagen. Sein territoriales Verhalten hat sich ein wenig gebessert. Es ist aber leider so, dass Kaiko auch mehr und mehr den Weg zum Garten und einen Teil des Gartens zu seinem Eigentum erklärt hat. Hier kann es passieren, er hat es uns auch gezeigt, dass er die Fußspitze angreift und dabei auch nachsetzt. Wir sind nun dazu übergegangen, ein solches Verhalten sofort zu tadeln. Das mit dem „sofort“ klappt nicht immer, denn er beißt so unvermittelt und blitzschnell zu, dass es nicht immer zeitig abzuwehren ist. Es ist auch ein wenig kompliziert, mit einem Hund an der Leine, die locker durchhängen sollte und „bewaffnet“ mit Wasserspritze oder anderen Dingen, entspannt, aber in Bereitschaft einzugreifen, zu laufen. Erschwerend ist auch, dass Kaiko 50 x ohne jegliche Attacken vor oder neben einem läuft, um dann, wie von einem Blitz getroffen, auf den Fuß zuschnellt.Kaiko

Wir sind sicher, dass dieses Verhalten auch mit dem Morbus Cushing zusammenhängt. Wir haben gelesen, dass die Schwankungen des Cortisols zu (Auszug): „Lernschwäche, Passivität, Schlafstörungen, Futteraggressivität, soziale Unterwürfigkeit, oft gekoppelt mit Angst- und Selbstschutzaggression führen kann. Depressionen und Orientierungslosigkeit können auch die Folge der Hormonstörung sein“.
Es ist immer noch deutlich, dass Kaiko mittags viel schlechter drauf und manches Mal sehr abwesend ist. Wir alle wissen auch nicht, welche Nebenwirkungen ihm die tägliche Tablette bereitet.

Wir sind auch sicher, dass Kaiko’s Verhalten sich draußen vielleicht noch ein wenig bessern wird. In Räumen wird er wohl ein Leben lang sehr aufmerksam zu beobachten sein. Alles in allem können wir mit seinem Verhalten umgehen und uns darauf einstellen. Wir sehen es nach nochmaligen Überlegungen und Ignorierung unserer Anfragen bei kompetenten Hundepsychologen als sinnvoll an, Kaiko keinem Hundepsychologen vorzustellen. Zum einen scheint Kaiko nicht interessant für diese Leute zu sein, obwohl die Beratung nicht kostenlos ist und von uns getragen würde. Vielleicht erkennen die „Fachleute“ schon an der Beschreibung seines bisherigen Lebens, dass es nicht sehr viel Erfolg bringen würde, sich dem kleinen Kerl anzunehmen, da ja auch Informationen aus seinem Leben für zu viele Jahre einfach fehlen. Zum anderen möchten wir das mühsam erarbeitete, winzigkleine Vertrauensverhältnis nicht durch provozierte Stresssituationen ins Wanken bringen.

Auch wenn Kaiko’s Verhalten uns und seinen Beobachtern sicherlich immer noch nach dem „Warum?“ fragen lässt, so denken wir, dass wir einfach mit dieser Frage so weiterleben wie bisher. Für uns ist es wichtig, dass Kaiko noch sehr lange trotz des nicht ganz harmlosen Medikamentes gesund bleibt und dass er weiterhin die Zeit in „seinem“ Rudel genießt. Dass er in manchen Momenten glaubt, die Chef’s angehen zu müssen, heißt für uns auch, ständig daran zu denken, dass man bei Kaiko immer eine Spur Achtsamkeit walten lässt.

KaikoWenn sich diese Zeilen für viele sicherlich nicht als sehr positiv und fortschrittlich lesen, wissen wir, dass Kaiko Riesenfortschritte gemacht hat. Nur wer Kaiko in „allen Situationen“ erlebt, kann sich ein klares Bild verschaffen. Personen, die wir bei Spaziergängen treffen und die von seinem Verhalten Zuhause erfahren, schauen uns auch immer ganz ungläubig an. Kaum ein Mensch kann nachvollziehen, dass dieser nette, und Mensch und Artgenossen gegenüber sehr aufgeschlossene Hund, dieses zweite Gesicht trägt. Für ihn ist das wahrscheinlich alles ziemlich normal, denn Kaiko plant schließlich sein Verhalten nicht. Wir stellen aber fest, dass, wenn er zugepackt hat, das für ihn Stress ist und er sich anschließend für ein paar Stunden unter seinen Tisch legt.
Wir können ihm auch nie böse sein, denn man erkennt, dass er einfach nicht aus seinem Pelz heraus kann, so sehr er sich das auch zu wünschen scheint…

Kaiko ist draußen ein sehr leinenführiger Hund geworden. Läuft er an der Schleppleine ist das immer ein wenig nervig. Jeder noch so kleine Grasbüschel, der ihm Widerstand bietet, lässt ihn zu Stein erstarren und abwarten. Bekommt man das nicht sofort mit, muss man öfter zurück laufen und ihn aus seiner „Gefangenschaft“ befreien. Bei unseren großen Runden sind wir immer mitten in der Natur unterwegs und Kaiko liebt es, sich im Gras zu wälzen und ihm ist dabei immer ziemlich egal, ob vorher Gänse, Schafe, Füchse oder andere Tiere sich dort aufgehalten haben und vor allem, ob das Wetter es überhaupt zulässt, sich in Matsche zu rollen.

Kaiko und FreundeKaiko’s glückliche Welt scheint die in der Natur zu sein, die ihn alles um sich herum vergessen lässt. Selbst der kräftigste Regenschauer erschüttert ihn nicht. Er ist mächtig stolz, mit unseren Hunden an seiner Seite Spaziergänge zu machen und er orientiert sich sehr an dem Verhalten der beiden Rudelmitglieder. Er fühlt sich auf den Spaziergängen auch zu keiner Zeit durch uns bedrängt – es sei denn, wir würden versuchen, mit einem Tuch seinen Pelz zu trocknen. Lassen wir ihn doch einfach diese für ihn so wunderbare Welt genießen und wir stellen uns Zuhause auf den dann zum „Kotzbrocken“ verwandelten Shiba ein.

Das Team der NfP freut sich für Kaiko und bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei den Pflegemenschen dafür, dass der kleine Hundemann einen festen Dauer-Pflegeplatz gefunden hat. Es ist bewundernswert, wie man mit allen Höhen und Tiefen umzugehen weiß und unser Vertrauen in diese Menschen wurde nicht enttäuscht.
Auch ein Danke an die Paten, die Kaiko bis heute die Treue halten.

 

 

Du willst bei Fachgenossen gelten?
Das ist verlorne Liebesmüh,
was Dir missglückt, verzeihen sie selten;
Was Dir gelingt, verzeihen sie nie!.........
Oskar Blumenthal

 


 

Keine Chance dem Aberglauben – Blackfoot und Freitag, der Dreizehnte

BlackfootSo manchem abergläubischen Zeitgenossen würde es wahrscheinlich davor grausen, an einem Freitag, dem Dreizehnten ein bedeutendes Ereignis zu begehen. Doch zum Glück sind nicht nur Tiere, sondern auch viele Menschen vor derlei Befürchtungen gefeit und so konnte Blackfoots Umzug Mitte Juli reibungslos vonstatten gehen.

Ein bisschen Organisation war natürlich trotzdem nötig und die Reise führte den knapp 13-jährigen Rüden in einer Fahrkette über einige Hundert Kilometer Wegstrecke. So richtig konnte er nicht zuordnen, was ihm da gerade widerfuhr, und unbedingt geheuer war es ihm offensichtlich auch nicht. Aber er blieb freundlich und eben etwas abwartend – wie es sich für einen lebenserfahrenen Husky gehört.

Nach staubedingter Verzögerung wurde Blackfoot schließlich von seinem neuen Frauchen in Empfang genommen. Freudestrahlend, denn in natura erwies sich der Rüde als noch netter als anhand der Beschreibung gedacht. Mit Leckerlis konnte man ihn zwar nicht bestechen, aber zum Gassigehen musste man ihn nicht überreden. So durfte er sich ein wenig die Pfoten vertreten, bevor die letzte Reiseetappe in Angriff genommen wurde.

Im neuen Zuhause machte Blackfoot, der ab sofort „Jacko“ gerufen wird, erst mal Bekanntschaft mit den dort lebenden Miezen. Die Begrüßung ließ etwas zu wünschen übrig – seitens der Samtpfoten. Die sind zwar eigentlich an die Wohngemeinschaft mit Hund gewöhnt, aber es ist schon eine Weile her, dass Jackos Vorgängerin verstarb. Also mussten sich auch die drei Stubentiger erst mal wieder mit der hündischen Gesellschaft anfreunden. Inzwischen haben sie den neuen Gefährten auch akzeptiert und alle Beteiligten kommen gut miteinander zurecht.Blackfoot

Die ganze Aufregung hatte Jacko ein bisschen den Appetit verschlagen und in den ersten Tagen nahm er fast nichts zu sich. Mittlerweile frisst er wenigstens ein Mal am Tag, wenn auch nicht viel, aber wir kennen das ja von unseren Nordischen, dass sie teilweise sehr mäkelig sind. Und dass Schweineohren, Kekse und sonstige Naschereien besser munden als das schnöde Hundefutter, das hat Jacko schnell begriffen.

Über Jackos Fitness ist seine Zweibeinerin immer noch erstaunt. Immerhin hat Jacko Ende Juli seinen 13. Geburtstag gefeiert, aber das sieht man ihm wirklich nicht an. Liebend gerne durchstreift er die Wälder und Felder der Umgebung und selbst wenn die Runden mal etwas anstrengender sind, hat sein Puls nach kurzer Ruhephase rasch wieder ein normales Level erreicht. Eine gewisse Grundkondition ist ihm also offensichtlich aus seinem sportlichen Vorleben geblieben.

Eine weitere faszinierende Eigenschaft hat Jackos Frauchen beim Gassigehen entdeckt: er kommt auf Kommando zurück aus dem Unterholz – und zwar erstens genau auf dem Weg, auf dem er hinein gegangen ist, was netterweise Knoten in der Leine verhindert, und zweitens tut er das rückwärts. Jawohl, Sie haben richtig gelesen: rückwärts. Ohne Umdrehen. Wirklich beeindruckend.

BlackfootWas Jacko von früher dagegen nicht zu kennen scheint, ist ein souveränes Verhalten im Straßenverkehr. Insbesondere wenn die Autos von hinten anbrausen, ist ihm das offensichtlich unangenehm. Aber auch an „die Zivilisation“ hat er sich in den vergangenen Wochen bereits besser gewöhnt. Er lernt ja ziemlich rasch und fügt sich in den Alltag seiner Halterin problemlos ein. In der Wohnung ist er unauffällig. Sein Lieblingsplatz ist das Schlafzimmer, wo er richtig entspannt liegt und den Schlaf der Gerechten schläft. Ansonsten ist er eine begeisterter Schmuser, genießt die Fellpflege, ist der einen oder anderen Spieleinlage nicht abgeneigt, hat mit vielen Hündinnen aus der Gegend schon Freundschaft geschlossen und wickelt nahezu jeden um die Pfoten, der ihn kennen lernt. Um es kurz zu sagen: Jacko ist der perfekte Hund für sein Frauchen.

Mal wieder der Beweis dafür, dass auch ältere Vierbeiner sich umstellen und ihren Menschen noch viel Freude bereiten können. Man muss ihnen nur die Chance dazu geben – nicht nur am Freitag, dem Dreizehnten...

Wir wünschen Frau E. weiterhin alles Gute mit und für Jacko und die samtpfötigen Mitbewohner und sagen herzlich DANKE, dass unser Oldie so liebevoll aufgenommen wurde und einen sicheren Altersruhesitz gefunden hat. Ebenfalls ein großes Dankeschön an die Tierfreunde, mit deren Hilfe wir die Fahrkette so schnell und reibungslos organisieren konnten.

 

 

 


 

Sora, die kleine Charmeurin

Sora

SoraNicht überall wird das Leben wertgeschätzt. Sora und ihre Schwester Eskia mussten das am eigenen Leibe erfahren. Zusammen mit zwei weiteren Geschwistern wurden sie in Rumänien in einem Pappkarton einfach ausgesetzt. Überlebt haben nur Sora und Eskia. Tierschützer haben sie mit zu sich genommen und versorgt. Doch als sie aus dem Gröbsten heraus waren, ging es darum, ein richtiges Zuhause für die netten Kleinen zu finden.

Hier hat sich der „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ (bmt) eingeschaltet und Sora samt Schwester nach Deutschland gebracht. Da die beiden unverkennbar nordisches Blut in ihren Adern haben, wurden wir um Unterstützung bei der Vermittlung gebeten und konnten die zwei zum Glück in einer kompetenten privaten Pflegestelle unterbringen.

Für Sora gab es rasch Interessenten, die neben einer Katze auch bereits einen Kuvasz-Rüden beherbergen. Er würde bei der Wahl der neuen Partnerin ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Doch bei der Begegnung mit Sora war ganz schnell klar, dass er keine Einwände hatte. Sora selber war da etwas zurückhaltender – so ein großer Kerl, ob der wohl nur Gutes im Schilde führte?! Sie war durchaus eingeschüchtert. Aber zu Unrecht, denn ihr künftiger Kumpel hatte gar nicht vor, sie zu mobben.

Selbst daheim im häuslichen Umfeld teilte er den Platz ohne Gemurre mit Sora und diese lernte es bald zu schätzen, einen so umgänglichen und dennoch imposanten „Bodyguard“ zu haben. Ihre Schüchternheit hat sie dann auch recht schnell abgelegt und genießt nun ihr neues Leben im Kreise einer netten Familie. Auch mit der Samtpfote klappt es hervorragend, was wir sicherlich auch mit der Pflegestelle zu verdanken haben, wo Sora mit dieser „fremden Spezies“ erste Bekanntschaft schloss.

Dass die Freude über den hündischen Neuzugang auf beiden Seiten ist, zeigen nicht nur die schönen Fotos von zuhause, sondern auch die Mail ihres Frauchens:

Hallo liebes Team,

Soraich möchte Ihnen gerne einmal mitteilen, wie es Sora so geht. Sie hat sich hier bei uns ganz toll eingelebt und macht auch, was die Erziehung angeht, super Fortschritte. Sie hört schon sehr gut, wenn man sie ruft und darf deshalb auf manchen Feldwegen sogar schon ohne Leine laufen. Ab und an muss allerdings noch das eine oder andere dran glauben, aber das wird auch immer besser. Wir denken, dass wir uns mit Sora für den richtigen Zweithund entschieden haben, und wir ihr ein schönes liebevolles Zuhause geben können.

Liebe Grüße
Birgit F.

Ja, dass die junge Sora auch noch ein paar Welpen-Allüren mitbringt, war bereits bei der Übernahme bekannt. Doch darüber waren sich die Zweibeiner im Klaren und es war für sie auch ganz selbstverständlich, dass das einfach zum Erwachsenwerden dazu gehört. Außerdem wickelt Sora mit ihrer Charme-Offensive sowieso jeden um die Pfote und man kann ihr selbst bei kleinen Malheuren nicht böse sein. Wenn sie einen mit ihren himmelblauen Augen anschaut, schmilzt man einfach dahin...

Wichtiger als die zweifellos hübsche Optik der rötlich-beigen Fellkugel ist aber Familie F. und uns, dass Sora einfach ins Team passt und das Rudel perfekt ergänzt. Welch eine Freude, dass es das Schicksal nach Soras etwas missglücktem Start ins Leben nun so gut mit ihr gemeint hat. Wir wünschen der ganzen Familie noch viele spannende, erlebnisreiche und harmonische Jahre zusammen.Sora