°Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.°
Nordische, die im Juni 2012 ein neues Zuhause gefunden haben

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Domino – quietschvergnügt ins neue Leben

Domino

DominoIn seinem „ersten Leben“ war Domino Sportler und lebte mit seiner Hundefamilie bei einem Musher, wo er mit Begeisterung den Schlitten zog. In seinem „zweiten Leben“, nach Ende der aktiven Rennlaufbahn, fand er sich plötzlich als Zwingerhund wieder, dem aus Zeitmangel immer spärlicher Auslauf gewährt wurde. Als die Situation immer schwieriger wurde, kam unser Verein ins Spiel, der Domino & Co. in die Vermittlung nahm.

Lange sah es so aus, als ob sich niemand für den auffälligen Pinto-Rüden interessieren würde. Lag es wirklich an der außergewöhnlichen Fellzeichnung? Oder am zweistelligen Alter des im September 2000 geborenen Domino? Oder daran, dass er das Leben im Haus erst kennenlernen musste? – Wir wissen es nicht. Aber im Nachhinein ist das auch nicht mehr wichtig, denn Domino ist in seinem „dritten Leben“ angekommen: dem Leben als vollwertiges Familienmitglied!

Ein junges Paar hatte sich um den Jahreswechsel 2011/12 nach ihm erkundigt, nachdem der Vorgänger-Rüde verstorben war. Das Alter und die Vorgeschichte als Zwingerinsasse schreckten sie nicht ab, die aparte Färbung war sogar ein Pluspunkt. Aber das Wichtigste: Dominos Beschreibung passte einfach zu ihren Vorstellungen. Und dass er „rudelerprobt“ ist, war auch gerne gesehen, denn es stand noch eine weitere Kandidatin aus einem örtlichen Tierheim zur Debatte. Diese Hündin, Sia, zog dann wirklich auch am Jahreswechsel im neuen Zuhause ein.

DominoDomino folgte Ende Januar. Zunächst als Pflegehund, denn es musste ja auch getestet werden, ob er sich in der neuen Situation wohl fühlen und im Alltag einfügen würde. Das mit dem Wohlfühlen funktionierte auf Anhieb. Die Sache mit dem Anpassen erforderte ein bisschen mehr Zeit. Und irgendwie kam es anders als gedacht – nicht Domino passte sich den Menschen an, sondern diese sich ihm und Sia. Na also, geht doch!

Irgendwann war dann auch klar, dass die Zweibeiner keines ihrer Pelzgesichter mehr missen wollten und so wurden Nägel mit Köpfen gemacht und Domino komplettiert nun offiziell das Quartett. Seine Dosenöffner könnten ganze Bücher über ihn und das gemeinsame Leben schreiben, doch das würde unseren Rahmen sprengen. Wir wollen aber gerne ein paar Auszüge dieser netten Erzählungen mit Ihnen teilen:

Wir haben beide Fellnasen fest in unser Herz geschlossen. Natürlich, man muss immer bedenken, es sind waschechte Huskys, kleine Dickköpfe und Schlumpis. Für ihr Leben gerne stellen sie Unsinn an, aber nach Aufräumen ist ihnen ja gar nicht im Sinne. Viel Mühe und Arbeit hatten wir in den vergangen Wochen, denn immer wieder zeigen die beiden neue Vorlieben, mit denen man sich dann entweder abfinden muss, oder seine Wohnverhältnisse denen anpasst. So sind nun auch endlich unsere Gartenzäune so fertig gestellt, dass sie einem ordentlichen Hundesprung standhalten. Beide haben nun schnell akzeptiert, dass sie es freilaufend im Garten doch recht schön haben, und alle Ausbüchsversuche lassen nach. Auch die Schafe nebenan haben sich so langsam an ihre neuen Nachbarn gewöhnt. Oft liegt Sia zwar stundenlang am Zaun und beobachtet sie, schläft dabei irgendwann aber auch gelangweilt ein. Und Domino, bei ihm machen wir uns da gar keine Sorgen, ihn sehen wir öfters sogar in Gedanken bei denen mitten unter ihnen Gras fressen, irgendwie fragt man sich manchmal tatsächlich, ob Domino überhaupt weiß, was er eigentlich ist, oder ob wir Menschen ihn vielleicht einfach falsch sehen, vielleicht ist er ja eher eine kurzgewachsene Kuh... – seine Flecken deuten ja schon mal daraufhin.

DominoJetzt wo der Sommer hereingebrochen ist, genießen die beiden auch gerne mal den kühlen Laminat-Boden im Hause. Wenn der Ventilator erst einmal eingeschaltet ist, bekommt man Klein-Domino nicht mehr vom Fleck weg.

Auch wenn sie eigentlich wissen, sich zu benehmen, muss man eben doch auch immer mal mit Rückschlägen rechnen, vor allem, wenn sie alleine sind. Anfänglich blieben sie im Hause, wenn wir auf Arbeit waren, wo sie sich dann an manchen Tagen so richtig ausgetobt hatten in Sachen Leckerchen suchen... – und sie auch meistens gefunden haben. So überrollten uns manchmal zwei volle Fellkugeln die auf einmal sehr bewegungsträge waren, aber sehr, sehr glücklich wirkten. Auch hier mussten wir also lernen, die beiden auszutricksen, denn es gelingt ihnen nicht nur, schwere Futterschubladen zu öffnen, nein, auch Schraubverschlüsse von Flaschen, für die wir manchmal Werkzeug brauchen, sind für sie ein Klacks. In Sachen Unsinn sind beide ein eingespieltes Team geworden. Wenn wir uns heute so unsere Möbel anschauen, muss man doch schon darüber schmunzeln. Dass sich beide gerne über das Kaminholz hermachen ist ja süß, aber müssen sie uns wirklich auch die Türknöpfe an den Wäscheschränken klauen? Irgendwann haben wir uns dann aber auch dran gewöhnt, dass eben nicht mehr alles perfekt ist. Man erkennt, dass hier zwei Hunde leben, und all die kleinen Fehler im Hause haben nun wieder ihre ganz eigene Geschichte, und es gibt immer was zu erzählen.

DominoWorauf wir uns schon besonders dieses Jahr freuen, wenn unser großer Apfelbaum seine Massen an Äpfeln abwirft... – denn Klein-Domino liebt Äpfel über alles!! Und wir möchten wirklich sagen, er liebt diese mehr als alles andere, was je auf den Tisch kommen könnte. Unsere "kleine Quietsch-Kugel" wird er ja schon von Anfang an genannt, doch wenn er einen Apfel gegessen hat, ist er wie ein kleines Kind – so richtig quietschvergnügt.

Letztendlich sind wir überglücklich, mit den beiden wieder eine richtige Familie zu sein. Natürlich war es von Anfang an auch ein Abenteuer: zwei Hunde aus vollkommen unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlicher Vergangenheit. Der eine war Rennsportler sein Leben lang und durfte von heut auf morgen nicht mehr, die andere war scheinbar zu jung und wild und wurde daher einfach in der Großstadt ausgesetzt. Beide kamen aus dem Tierschutz mit unterschiedlichen Ängsten und Eigenarten zu uns, welche wir doch mit viel Geduld, aber auch Konsequenz in den Griff bekommen haben. Natürlich, perfekt ist irgendwo keiner, aber perfekt zu uns passen sie genau.

Wir sind sehr gespannt, wie sich die beiden in den nächsten Monaten so entwickeln werden, heute blicken wir dem auf jeden Fall mit einem Lächeln entgegen.

Domino

Mit diesem Worte sagen wir und auch Klein-Domino *Bis bald, und danke für alles*

 


 

Navajo – vorbei mit dem „Boomerang“-Dasein
Navajo

Er hatte wirklich das Pech an den Pfoten kleben: Navajo, der Malamute-Samojeden-Mix, der nach dem unerwarteten Tod seines Herrchens plötzlich heimatlos war. Über Monate sah es so aus, als würde er nie zur Ruhe kommen. Fast wie ein Boomerang kam er immer wieder zurück.Navajo

Zunächst bot ihm die Ex-Frau des verstorbenen Besitzers Asyl, doch weil Navajo sich nicht mit seinem dort lebenden Bruder vertrug, war das keine Dauerlösung. Also kam Navajo zu uns in die Vermittlung und wir brachten ihn nach einem kurzen Zwischenaufenthalt bei einer Helferin in seine Pflegestelle, wo er im günstigsten Fall auch ein festes Zuhause hätte erhalten sollen. Doch es gab Probleme mit der vorhandenen Hündin und wegen Navajos ausgeprägter Abneigung gegen das Autofahren. Er musste eine neue Bleibe finden.

Nächste Station war eine Familie, die ihn adoptieren wollte. Doch nach wenigen Tagen stellte sich heraus, dass die Frau allergisch reagierte. Wieder ein Rückschlag für Navajo. Aber zum Glück stand schon eine liebevolle private Pflegestelle bereit. Dort erwies sich unser „Boomerang“ jedoch als sehr Männer-bezogen, so dass das Pflegefrauchen schweren Herzens entschied, Navajo abermals ziehen zu lassen.

Und jetzt endlich hat unser Navajo ein festes Heim gefunden. Einen idealen Platz zum Bleiben. Mit einem Besitzer, dem er sich ganz eng anschließen kann. Dafür ohne Auto, was ebenfalls ganz nach Navajos Geschmack ist.

Was den „Geschmack“ angeht, warteten noch einige Verführungen auf Navajo. Solche, denen er lernen musste zu widerstehen. Rund ums Haus gibt es nämlich noch ein paar Schafe und freilaufende Hühner. Eigentlich ein richtiges Fest für einen Nordischen, doch zum Glück ist sein Jagdtrieb nicht übermäßig ausgeprägt und Herrchen hatte die Sache schnell im Griff.

NavajoIn den ersten Tagen nach dem Umzug wusste Navajo nicht so recht, warum sich nun abermals alles verändert und seine Welt auf den Kopf gestellt hatte. Er reagierte mit abwartender Skepsis. Aber nachdem er registrierte, dass es hier viel zu entdecken und erleben gab, war die Zurückhaltung rasch überwunden. Und binnen kurzer Frist präsentierte er sich wieder als der liebenswerte Kasper, als unsere Ehrenamtlichen ihn kennengelernt hatten: Navajo forderte sein neues Herrchen zum Spielen auf, „attackierte“ ihn, sprang herum und wälzte sich genießerisch.

Wir freuen uns sehr, dass unser Sorgenkind nun einen Menschen gefunden hat, der voll und ganz hinter ihm steht. Die beiden sind ein super Gespann und keiner möchte den anderen mehr missen. Navajo hat den Glauben an eine „feste Weltordnung“ zurück bekommen und das gegenseitige Vertrauen und die Vertrautheit wachsen stetig.

Wir wünschen Zwei- und Vierbeiner eine lange und weiterhin harmonische Gemeinschaft – das haben beide verdient! Unser Dank geht an Herrn B., der sich bewusst für einen nicht mehr ganz blutjungen Begleiter entschieden hat, um diesem noch eine schöne zweite Lebenshälfte zu bieten. Das wissen nicht nur wir, sondern vor allem Navajo zu schätzen.

Navajo

 


 

Kim oder die Mutation einer 9jährigen Gehegehündin zur bayrischen Nessi

Kim bescherte uns nicht nur einen schlaflosen Moment. Sondern derer mehrere.

KimVon uns übernommen als Teil des letzten Pärchens, das von einem ehemals 18köpfigen Rudel übrig war und das jetzt, wo Frauchen sowohl beruflich als auch finanziell auch für die letzten beiden, Kim und Jerry, nicht mehr genug Kapazität hatte, nochmals ein neues Heim suchen musste. Ursprünglich stammt Kim von Lanzarote und blieb bei Frauchen, die damals Flugpate war, hängen, weil die einführenden „Tierschützer“ sie einfach nicht mehr abholten.

Wie dem auch sei: 9jährig,nur bedingt stubenrein, da meist in Außenhaltung lebend, gesundheitlich an Augen und Zähne etwas angeschlagen, im Haus sich verteidigend Menschen gegenüber zeigend,was Ressourcenverhalten anbelangt– dafür schnell ernsthafte Interessenten zu finden, ist schwer. Das Argument „kastriert und durchgeimpft“ hilft da auch nicht viel. Wir wie auch die dankensweise unkompliziert eingesprungene Pflegestelle sorgten uns.

Doch es sollte wieder mal alles anders kommen. Während Kumpel Jerry fast umgehend eine tolle Dauerpflegestelle fand, schien sich für Kim niemand zu interessieren. Bis, ja bis sich auf einmal Menschen meldeten, die von den Infos zu Kim so gar nicht abgeschreckt waren. Im Gegenteil. Auch das die spärlichen Infos dem Hund in seiner Gesamtheit sicher nicht gerecht wurden und ihnen niemand sagen konnte, was sie wirklich erwarten würde, war kein Hinderungsgrund. Die Wahl war gefallen und man wollte sich gut überlegt darauf einlassen, die Wundertüte Kim zu ergründen und mit ihr umgehen zu lernen.

KimAnmerken konnten wir noch, daß sich die Hündin in der Pflegestelle durchaus lernwillig zeigte, scheinbar freundlich auf andere Hunde oder auch Pferde reagierte und im Umgang im Freien durchaus angenehm war.

Wissend, daß keiner die Entwicklung des Tieres nach dem Umzug voraussehen konnte, boten wir unsere Unterstützung an, falls ein Trainer nötig wäre.
Und dann zog Kim um. Schnell zeigte sich, daß unsere knappen Infos durchaus Berechtigung hatten. Kim versuchte im Haus umgehend, durch Knurren und Schnappen Futter oder Liegeplätze zu sichern. Reagiert wurde daraufhin mit Handfütterung und, als Lösungsansatz des gesamten Problemverhaltens, mit klaren Regeln, die sie zu befolgen hatte. Ohne wenn und aber. Denn obwohl sie draussen, wie angekündigt , zuerst wunderbar war, zeigte Ihr Verhalten im Haus, wie später dann auch draussen ihre sich langsam zeigenden Reaktionen auf andere Hunde, daß sie vor allem eines war: enorm unsicher. Denn das scheinbare gute Auskommen mit andern Hunden hatte da ein Ende, wo sie sich bedrängt fühlte, nicht ausweichen konnte. Wie eben auch im Haus.
Klare Regeln jedoch und gelassenes Entgegenkommen zeigen in kleinen Schritten Wirkung: angespanntes Liegen auf Plätzen, die Kontrolle zuliessen, wandelt sich langsam zu Entspannung an Stellen, wo man eben nicht sofort alles mitbekommt. Aus Hundesicht ein deutlicher Vertrauensanstieg.
KimEin geknurrtes „fass mich nicht an“ tendiert langsam zu „ist eigentlich gar nicht so übel“.
Hundebegegnungen sind durch Übung nicht mehr so verunsichernd und sie sucht nun den Kontakt, wenn auch noch zeitlich eng eingegrenzt.

Kim stellte sich als wahre Wasserratte heraus. Geschickterweise gibt es in der Nähe einen sogenannten Hundesee, wo sie nun regelmäßig sowohl ihrer Leidenschaft beglückt nachgehen kann, durch die kühlen Fluten zu pflügen, als auch dort weitere gute Erfahrungen mit anderen Hunden erleben darf.
All das, wachsendes Vertrauen, liebevolle Führung, positive, sie nicht erdrückende Erfahrungen, werden Kim helfen, aus sich herauszukommen und sich zu finden.
Möglich ist das einzig, weil hier Menschen einem Hund eine echte Chance gaben, ungeachtet des Alters oder Verhaltensweisen, die von Anfang an suggerierten, daß es kein Spaziergang werden wird.
Wir freuen uns darum sehr, mitteilen zu dürfen, daß Kim, das Futtermonster, wie Frauchen sie liebevoll nennt, im schönen Bayern ihren Mittelpunkt gefunden hat. Herzlich bedanken möchten wir uns bei Familie R. für das vorurteilsfreie Ja zu Kim. Für den Mut , sie zu nehmen, wie sie eben ist und für den Willen, an und mit ihr zu arbeiten, um am Ende ein harmonisches Dreigestirn bilden zu können.
Bedanken möchten wir uns nochmals herzlich bei der Pflegestelle, die Kim & Jerry im Januar 2012 so schnell aufgenommen hat.

Wir freuen uns sehr.

 

 

 


 

 Chancen kommen, wie so oft, auch für Shiba’s unverhofft…

Kentaro

KentaroKentaro war der Pflegestelle schon sehr ans Herz gewachsen. Der kleine Kerl zeigte sich in allen Situationen nur von seiner allerbesten Seite. Es gab keine Probleme mit dem Alleinebleiben, mit Menschen und Kindern und das Zusammenleben im Haus war auch tadellos. Nach einiger Zeit hat Kentaro sich sogar beim Tierarzt vorbildlich benommen, denn leider hatte er sich durch seine Leidenschaft zum Wasser bei doch zu niedrigen Temperaturen eine Blasenentzündung zugezogen. Beim Tierarztbesuch wurde auch eine Vereiterung am Eckzahn festgestellt, so dass hierfür auch ein OP-Termin gemacht wurde. Kentaro hatte alles gut überstanden und die Pflegestelle war mächtig stolz auf ihn.

Es meldeten sich Interessenten, in dessen Lebensumstände Kentaro sehr gut zu passen schien, aber so einfach war die Vermittlung dann doch nicht.

Frau V. war nicht so wirklich überzeugt, dass sie einen Hund haben müsse, der viele Jahre Verantwortung bedeuten würde. Außerdem noch einen Shiba, der im Fellwechsel nun wirklich deutliche Spuren hinterlässt. Herr V. war jedoch von Shiba’s mehr als angetan und er hatte für sich entschieden, es sollte, wenn denn ein Hund, zwingend ein Shiba-Inu einziehen. Kein Welpe, nein, die Arbeit wollte er nicht mehr haben. Ein Hund im besten Alter – und als er auf die HP der NfP stieß, fand er genau den Hund, den er sich vorgestellt hatte. Shiba-Inu, 8 Jahre alt und auch noch in rot. Aber wie sag ich es meiner Frau?

KentaroEs fanden etliche Gespräche mit uns und auch mit der Pflegestelle statt, denn Frau V. konnte sich wirklich nicht entscheiden. Heute „Ja“ und morgen „Nein“…

Nach einigen Tagen mit großem Hin und Her konnten wir uns einigen, dass die Eheleute einfach einmal etwas mehr als 400 km fahren, um den netten Kentaro kennen zu lernen. Es hatte uns alle sehr gefreut, dass die Interessenten sich das aufgebürdet haben, denn für einen Hund vom Tierschutz ist eine größere Entfernung oft schon ein Ausschlusskriterium. Man reiste also an und lernte Kentaro kennen. Kentaro benahm sich, als wären ihm die Interessenten schon sehr lange bekannt. Aber auch nach ein paar Stunden, war sich Frau V. noch immer nicht schlüssig – die Augen des Herrn V. leuchteten bereits, als er Kentaro auf der Pflegestelle das erste Mal sah.

Einen solch schwierigen Fall hatten wir bei unseren Vermittlungen noch nicht. Wir nahmen an, dass die Unsicherheit von Frau V. dazu führen würde, dass man sich gegen einen Hund entscheidet. Aber es gab ja eine weitere Übernachtung in NRW und man rief morgens wieder in der Pflegestelle an, ob man noch einmal mit Kentaro einen Spaziergang machen dürfe.

KentaroDie Ruhe der Nacht und dieser Spaziergang haben wohl alle Zweifel schwinden lassen. Kentaro präsentierte sich auf dem Spaziergang natürlich wieder vorbildlich und als Außenstehender hätte man angenommen, dieser Hund habe schon immer zu diesen Menschen gehört.

Kentaro durfte also mit in sein neues Zuhause fahren – wieder mehr als 400 km. Man machte eine Pause auf einem Rasthof und ging gemeinsam mit Kentaro in ein Restaurant. Wie das beim Mitführen eines Shiba’s immer ist, wurden die Eheleute mehrfach auf diesen tollen Hund angesprochen. Der Stolz und das vorbildliche Benehmen des kleinen Kerls, ließen nun auch den allerletzten Zweifel schwinden……. (siehe Foto – das ist wirklich die Frau, die sich über ca. 2 Wochen sehr unschlüssig war)

So kam es nun, dass Kentaro in seinem neuen Zuhause lebt. Er fühlt sich wahnsinnig wohl und im Garten hilft er gerne bei der Arbeit, indem er die Kartoffeln ausgräbt. Wie soll er auch wissen, dass im Moment erst die Erdbeerzeit ansteht? Auf der Dachterrasse genießt er die Sonne und er hat auch schon einen kleinen Pool bekommen, den er gerne und ausgiebig nutzt.

Es freut uns alle sehr, dass Kentaro ein wirklich tolles Zuhause gefunden hat und die Menschen, trotz anfänglicher Unsicherheit, maßlos glücklich mit ihm sind.Kentaro

Sehr traurig ist die Pflegestelle – man hätte Kentaro auch gerne behalten, denn es wäre der ideale Anfänger Shiba gewesen. Auch im Kurzurlaub an der See lief alles prima. Wir müssen noch erwähnen, dass Herr van E. und Frau G. vorher nie einen Hund hatten. Sie mochten beide ihren Kentaro sehr, aber leider hat es die berufliche Entwicklung nicht zugelassen ihn fest zu übernehmen und somit musste man Baby „Taro“ gehen lassen.

Es ist schon sehr interessant, dass auch solche „Anfängerhunde“ beim Tierschutz landen, obwohl die meisten Shiba-Besitzer davon träumen, solch einen umgänglichen Rüden zu besitzen.

Wir danken Frau G. und Herrn van E. ganz herzlich für die vorbildliche Betreuung mit einem sehr positiven Ergebnis. Es freut uns ebenso, dass Kentaro nun endlich dort angekommen ist, wo er für immer bleiben darf…….. auch wenn es die bisher längste Entscheidung seit Bestehen des Vereins war.

Aber wie sagt man? „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…..“