+Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar 2013 ein neues Zuhause gefunden haben

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Huta matha ne ha – der Malamute-Rüde mit dem indianischen Namen

Huta matha ne ha

Huta matha ne haWer einen so schönen Namen hat und auch noch eine solche Ausstrahlung, dem gehört auch ein tolles Zuhause.
Viele Menschen hat das Schicksal der beiden älteren Malamute-Rüden tief berührt und es gab auch einige ernste Anfragen. Doch bevor alles abgeklärt werden konnte, mussten die beiden Jungs erst einmal in eine Pflegestelle umziehen. Yukon hat es relativ schnell geschafft, bei seinen Menschen anzukommen, während es bei Huta ein wenig länger gedauert hat. So zog Huta zuerst in eine Pflegestelle (zuerst mit der Option der Festübernahme) ein, die ihn dann aber nur behalten hätte, wenn er nicht doch noch ein festes Zuhause findet.

Huta, geb. 04.11.2002, der lange Jahre unter der Fuchtel seiner Mutter stand, ist ein besonders einfacher und liebenswerter Malamute-Rüde. Eigentlich ein Anfänger Malamute. Das hat es dann auch so „einfach“ gemacht, ihn an eine junge Familie zu vermitteln, bei der schon lange der Wunsch nach einem Alaskan Malamute bestand. Wie so oft gibt es auch hier das Problem, dass zwei Samtpfötchen vorhanden sind, mit denen sich so ein nordischer Bär verstehen muss.
Und das kann der Huta, da er die ganzen Jahre bei seinem Ex-Herrchen mit solchen Vierbeinern gelebt hat. Gerne haben seine damaligen schnurrenden Freunde sich bei Huta ins Fell gekuschelt, also schien es uns auch durchaus möglich, ihn mit neuen Katzen zu vergesellschaften.
Wir wollten jedoch auf Nummer sicher gehen und gaben Huta zuerst als Pflegehund weiter.

Schnell wurde von lieben Freunden des Vereins in der Schweiz ein Besuch gemacht und grünes Licht für die Übergabe von Huta gegeben. Für diese Übergabe trafen sich der vorherige Pflegepapa und die neuen Menschen in Freudenstadt.
So, wie es aussah, hat Huta sich auch schnell eingelebt. Wie sollte es auch anders möglich sein, wenn man in eine traumhafte Gegend in der Schweiz umzieht, wo es Berge, viele Wiesen und freies Gelände gibt? Da, wo Hund mit Mensch stundenlang unterwegs sein kann? Die Option der Festübernahme sollte so lange offen bleiben, bis man wirklich sicher war, dass sich Huta gut eingewöhnen kann und vor allem wohlfühlt.
Huta matha ne haEine nicht enden wollende Unruhe hatte Huta in sich und es war schwer einzuschätzen, was die Ursache war. Beiden Rüden, Yukon wie Huta, ist es anfangs sehr schwer gefallen, sich fallen zu lassen. Zu sehr waren sie schon vom Leben mit dem ehemaligen Besitzer geprägt, dass eine Umplatzierung nicht einfach war. Anfangs gab es deshalb einige Probleme.
So zog es Huta in den ersten Tagen vor, nach einem Spaziergang direkt vor der Haustüre mal schnell aus dem Halsband zu schlüpfen, um nochmals einen kleinen Ausflug zu machen. Schon nach einigen Stunden wurde er aufgegriffen und ins Tierheim gebracht, wo ihn seine Pflegemenschen wieder in Empfang nehmen konnten.

Dieses Erlebnis war für Huta so einschneidend, dass er, wieder zurück, plötzlich so richtig DAHEIM angekommen ist. Ganz schnell wurde entschieden, „Huta wird fest übernommen“ – Huta bleibt. Unter normalen Umständen gibt man einen solchen Traumhund auch nicht mehr her. Und endlich ist er Hahn im Korb und hat keine hündische Konkurrenz mehr zu befürchten. Er hat sich zum großen Schmuser entwickelt und bleibt auch während der Abwesenheit seiner Menschen, wenn sie zwischendrin zum Geldverdienen mal weg sein müssen, kommentarlos alleine.
Huta genießt nicht nur seinen großen Garten, sondern jetzt auch den Schnee und fühlt sich so richtig wohl. Lange Ausflüge mit ihm sind so richtig stresslos, er macht keinen Ärger und ist super leinenführig. Ein Malamute-Rüde, nach dem man sich alle Finger leckt.
Seine charismatische Ausstrahlung trägt dazu bei, dass seine Menschen unterwegs immer wieder auf diesen tollen Rüden angesprochen werden.

Huta matha ne ha

Auch wir, von der NfP, hatten unser Herz ein bisschen an diesen Rüden verloren – aber wir wissen ihn gut aufgehoben und es besteht ein netter Kontakt zu den neuen Menschen. Was wollen wir mehr? Bleibt nur noch der Wunsch offen, dass die beiden Malamute-Bären, Yukon und Huta noch ein langes und schönes Leben im jeweiligen neuen Zuhause haben dürfen.

Huta matha ne ha

 


 

Amy und ihr Traumplatz

AmyDas war wieder mal Bestimmung. Die kleine Amy, geb. 17.09.2012, jetzt mal knappe 4 Monate alt, suchte dringend ein neues Zuhause. Kaum eingezogen bei ihren neuen Menschen, zeigte sich eine lebensbedrohende Allergie bei ihrem Herrchen. Und der – ja, der musste ausziehen, denn so schnell findet man keinen tollen und vor allem auch kompetenten neuen Platz. Denn dieser neue und 3. Platz sollte „für immer“ sein. Zwei Umzüge hatte die kleine Maus schon hinter sich.
Das Mail-Postfach war hoffnungslos überfüllt, die Anrufer reichten anscheinend ständig den Hörer weiter, alle wollten der kleinen Hündin ein neues Zuhause geben.
Die Entscheidung fiel uns verdammt schwer. Doch dann kam uns der Zufall zu Hilfe. Ein Anruf für unsere Alicia, die ältere Hündin auf der Homepage löste das Problem. Uns bekannte Menschen suchten für ihren Rüden wieder eine Husky-Hündin. Scheyna, die sie vor Jahren von uns übernommen hatten, sie war gestorben. Und Frauchen und Hundekumpel sehnten sich jetzt wieder nach einem Husky, die Trauer um die verstorbene Scheyna war zu groß.
Aber es sollte wieder eine ältere und vor allem mit Katzen verträgliche Hündin sein. Damit konnten wir aber derzeit nicht dienen und verwiesen auf die kleine Amy. „Oh, die ist bei mir nicht sichtbar“, bekamen wir zur Antwort. Und nachdem auf „aktualisieren“ gedrückt wurde und die Kleine dann doch erschien, da war die Entscheidung schon getroffen. Ja, die könnte es auch sein, Erfahrungen mit Welpenaufzucht fürs Tierheim hatte man genügend gesammelt und für die Katzen sicher die bessere Lösung. Uns fiel eine Zentnerlast vom Herzen, denn schon am nächsten Tag sollte die Übergabe stattfinden, auch die 4 ½ Stunden Fahrzeit seien kein Problem. Und Haus mit Garten wäre jetzt auch vorhanden und eigen. Was wollten wir mehr.
Schnell haben wir mit den ehemaligen Besitzern Kontakt aufgenommen und diese erklärten sich auch umgehend bereit, die Kleine selbst nach Freudenstadt zu bringen.

Ja, niedlich sag sie aus auf den Fotos, doch in Wirklichkeit war sie nicht nur mit ihrem netten Aussehen, sondern auch mit ihrer charmanten, liebenswerten und schon so wohlerzogenen Art absolut der Knaller. Kein Wunder, dass so viele Menschen schon auf ihr Foto flogen.
Dann kam die Zusammenführung mit Drago. Ja, der Drago……er ist ein Dogo Canario (Perro de Presa Canario) – eine Seele von einem Rüden, so wünscht man sich alle Hunde. Keine Kasperei, kein Gehopse, überhaupt kein Gedöns – Drago ist ein absolut souveräner Hund. Man hat bei ihm das Gefühl, dass man so etwas nur einmal im Leben trifft und das alles ohne Hundeschule – ein großes Kompliment.
Problemlos und ohne Theater hat er die kleine Amy sofort angenommen, obwohl diese ohrenbetäubend bei seinem Anblick geschrien hat. Doch schnell merkte die kleine Amy, dass Drago sie weder bedrängt noch belästigt. Er hat sie still und gentleman-like einfach angenommen. Und schon nach einer kleinen Gassirunde war Amy nicht mehr von seiner Seite zu kriegen. Kein Wunder bei dem ausgeglichenen und ruhigen Frauchen – bei diesem großen und ausgeglichenen Drago – einen bessern Platz hätten wir uns nicht wünschen können und ehemalige Besitzer und wir haben Amy mit einem erleichterten Aufatmen ziehen lassen.Amy
Zusammen mit Drago im Kofferraum war es auch eine entspannte Heimfahrt, die immerhin auch wieder 4,5 Stunden zurück ging. Amy hat weder geweint, noch gejammert, sie lag bei Drago, ihrem großen Beschützer und hat die Fahrt wunderbar überstanden.

Zuhause angekommen, war die Kleine natürlich erst noch aufgedreht, hatte mit dem Beschnüffeln der Katzen zu tun und es gab dann aber eine ruhige Nacht, in der keiner auch nur annähernd rebelliert hat. Gemeinsam mit Drago flitzt Amy nun durch den Schnee und orientiert sich ausnahmslos an ihm. Doch bei Zuruf vom neuen Frauchen kommt sie angedüst und setzt sich artig vor sie hin. Sie lernt sehr schnell und schaut sich viel vom Großen ab.
Wir wissen schon heute, dass wir uns um Amy keine Gedanken mehr machen müssen, sie ist in besten Händen.
Es hat uns sehr gefreut, dass die ehemaligen Besitzer so sehr kooperativ waren und Amy nicht einfach weggegeben, sondern über uns nach einem neuen Zuhause für die kleine Hundedame gesucht haben. Zwischenzeitlich durfte das ehemalige Herrchen Zuhause wieder einziehen und wir wünschen ihm alles Gute.
Alles in allem war es dann eben doch Bestimmung, dass Frau S. gerade zum richtigen Zeitpunkt auf unserer Seite unterwegs war, um nach einem neuen Kameraden für ihren Drago zu suchen. Ein Danke an alle Beteiligten, dass für Amy eine so gute Lösung gefunden werden konnte.

 

Amy


 

Yukon – seine Majestät lässt grüßen

Yukon

YukonDas Übernehmen der Verantwortung für die beiden Alaskan-Malamute-Rüden Yukon und seinen Kumpel Huta matha ne ha hat uns ganz schön ins Schwitzen gebracht. Innerhalb einer kurzen Zeit sollten wir neue Plätze – vielleicht auch nur Pflegestellen – finden. Es hatte sich so gut wie nichts getan und der 15.12. rückte immer näher.
Doch wie es manchmal so ist, da tut sich lange gar nix und auf einmal „tun sich zwei große Türchen auf“ – für Yukon, wie auch für Huta. Da fiel uns aber ein großer Stein vom Herzen.
Pünktlich am 15.12.2012 fuhren sich der Besitzer und zwei Ehrenamtliche entgegen. Natürlich ließ es sich der Besitzer nicht nehmen, einen Teil der Strecke zu fahren – er wollte nie seine beiden vierbeinigen Kameraden abschieben, sondern sie gut untergebracht wissen. Und da er bei einer Orga für nord. Hunde schon einmal eine Ablehnung der Übernahme bekam, obwohl diese sich wesentlich näher an seinem Wohnort befand, als wir, die wir im Süden von Deutschland unseren Sitz haben, wollte er seine Tiere nicht einfach „abholen“ lassen.

Man merkte bei jedem Telefongespräch, wie schwer es für den Besitzer war, dass die Tiere nicht mehr bei ihm bleiben konnten. Selbst uns als Übernehmer wurde das Herz schwer, denn es ist unbestritten, es gibt einfach Schicksale, da leidet man mit – nicht nur mit den Hunden, sondern auch mit den/oder dem Menschen, die aus der Not heraus zur Abgabe gezwungen sind.
Yukons Beschreibung fiel natürlich nicht so prickelnd aus und wir dachten schon, das wird ein schwieriger Fall. Aber auch schwierige Fälle können manchmal gelöst werden.

YukonNach der traurigen Übergabe, ziemlich weit entfernt von uns, in den neuen Bundesländern, ging die Fahrt zuerst in die Pflegestelle von Yukon. Da es dort plötzlich eine gesundheitlich unvorhergesehene schlechte Situation gab, die überhaupt das Halten von Hunden unmöglich machte, zog Yukon schnell bei einer jungen Malamute-Hündin ein, die ihm bei der ersten Begegnung auch gleich flott ums Maul ging. Auweia, was tut das so einem älteren Malamute-Herrn gut, wenn so ein feiner junger und zudem noch weiblicher Hüpfer plötzlich um einen herumscharwenzelt. Man konnte es zuerst gar nicht glauben, dass der Brummbär das alles so als selbstverständlich hinnimmt. Da gab es keine große Überlegung und beide stiegen voller Erwartung gemeinsam ins Auto und ab ging die Fahrt ins neue Zuhause.
Schnell war auch klar, dass seine Majestät die Führung übernommen hat. Und die nette Hündin hat es sogar akzeptiert – wie heißt es so schön? „Das Weib sei dem Manne untertan“.
Nein, natürlich lassen es die neuen Menschen nicht zu, dass Yukon die Oberhand gewinnt, man behandelt beide Malamute-Mützen gleich und es ist ein friedliches Miteinander geworden.
Und nicht nur die Hunde untereinander, auch der bereits vorhandene Kater sah dem neuen Familienmitglied relaxt entgegen und Yukon tat so, als kennt man sich doch schon lange.
Die Begeisterung über den neuen Hundemann ist sehr groß, zeigt er doch wenig der zuvor beschriebenen Verhaltensweisen und auch die Begegnungen draußen mit anderen Hunden verläuft stressfrei.
Wir können es fast nicht glauben, dass alles so reibungslos vonstatten geht – wir hatten schon die größten Befürchtungen, dass es ziemliche Probleme mit Yukon geben könnte. Zu sehr hing er auch an seinem früheren Herrchen – die Vermutung lag also nahe, dass nicht nur Herrchen unter der Trennung leidet, sondern auch der geliebte Vierbeiner.Yukon

Doch das Leben geht weiter. Yukon zieht es vor, sich vorrangig in der Wohnung aufzuhalten.
Ein paar gesundheitliche Auffälligkeiten müssen noch abgeklärt werden, aber es steht schon jetzt fest: Yukon BLEIBT – Yukon ist ein Traumhund – Yukon ist nicht mehr weg zu denken.

Und weil Familie H. Malamute-erfahren ist und genau weiß, auf was sie sich eingelassen hat, lehnen wir uns erleichtert zurück, denn wir wissen unser Sorgenfell mehr als gut aufgehoben. Yukon weiß genau, hier gibt es eine klare und stabile Familie, die auch klare Regeln für die Hunde aufstellt. Die Rahmenbedingungen für die Hunde sind einfach stimmig.
Und die Regeln stimmen nicht nur im häuslichen Bereich, sondern auch draußen auf den Spaziergängen. Genau das ist es, was Yukon früher hatte und was ihm die Umstellung in ein neues Zuhause so einfach werden ließ. Und das zeigt er seinen neuen Menschen mit seiner Anhänglichkeit. Auch so ein majestätischer Malamute-Rüde kann ein großer Schmusebär sein. Naja, die Fotos sprechen sowieso für sich.

Yukon

Wir sind nicht nur zufrieden mit dieser ganzen Konstellation, sondern mehr als glücklich, dass es solche Menschen gibt, die ein bedingungsloses JA zu einem alten Malamute-Rüden aus dem Tierschutz gesagt haben. Aus einem Sorgenfell ist ein absolutes Glücksfell geworden.

Und wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass Yukon noch viele Jahre in dieser harmonischen Gemeinschaft leben – und viel mit-„er“leben darf.

Yukon

 


 

Chiko - Eine lange Reise mit festem Ziel…

Chiko

Der am 13.03.2011 geborene Husky-Rüde „Chiko“ hatte schon einige Stationen hinter sich, als er von jungen Leuten „gerettet“ wurde. Der letzte Besitzer hatte einen Kiosk und der junge Rüde musste tagtäglich dort angebunden seine Zeit absitzen. Die beiden „Retter“ hatten wirklich in bester Absicht gehandelt, aber leider, wie so oft, ihr Handeln nicht vorausschauend überlegt.Chiko Es ergab sich, dass „Chiko“ schon nach ein paar Monaten dringend wieder ein neues Zuhause brauchte, da beide Retter plötzlich ganztägig arbeiten mussten und überhaupt keine Zeit mehr für „Chiko“ hatten. Sie wandten sich an uns und baten um schnellstmögliche Hilfe, da der Rüde nun schon seit einiger Zeit jeden Tag viele Stunden alleine Zuhause ausharren musste – was er aber nie gelernt hatte. „Chiko“ sollte nun endlich einmal großes Glück in seinem Leben haben, denn auf der Interessentenliste der NfP stand auch ein junger Mann, der zum einen erst einmal einige Wochen Urlaub hatte und zum anderen nach der Anschaffung eines Nordischen in jedem Fall einen Hundesitter engagieren wollte. Er scheute auch nicht, viele Kilometer zu fahren, um „Chiko“ kennen zu lernen. Nach anfänglichen, kleineren Problemen, lag alles im grünen Bereich, was man seiner Berichterstattung entnehmen kann:

„Als ich Chiko das erste Mal traf, bzw. ihn abholte, schnupperte er kurz nach mir und ignorierte mich dann. Chiko war auch zu diesem Zeitpunkt äußerst "hyperaktiv". Als ich dann Chiko an der Leine hielt wunderte ich mich erst einmal, wie kraftvoll doch ein Husky sein kann, er zog überaus stark und reagierte überhaupt nicht auf irgendwelche Worte. Es stellte sich mir die Frage, wie so ein sehr eigenständiger junger Rüde, der noch erzogen werden muss, wohl zu Hause sein mag..?
Bevor es also aus NRW in die neue Heimat nach Hessen ging, waren wir ca. 3 Stunden miteinander unterwegs. Auch da bestimmte nur er die Richtung, zog überall hin, markierte alle paar Meter sein Revier. Wir begegneten natürlich auch anderen Hundehaltern mit Vierbeinern, die Chiko mit einem nicht gerade freundlichen Blick fixierte und auf sie zu rennen wollte. Ich war der Meinung er will nur spielen, doch dann machte sich sein Knurren immer mehr bemerkbar, also müssen wir auch daran arbeiten. Sein Jagdtrieb wurde schnell deutlich, denn es gibt hier jede Menge Hasen und Enten in der Umgebung. Nach diesen 3 Stunden wusste ich also, dass solche Spaziergänge viel Geduld und Kraft erfordern.Chiko

Nun war der erste gemeinsame Spaziergang vorbei und es wurde mir auch gleich klar, ein Husky-Besitzer sollte sich doch sehr festes, aber auch sportlicheres Schuhwerk anziehen und nicht über Schmutz klagen.
Dann sollte Chiko ins Auto einsteigen, um nach Hause zu fahren, doch er machte überhaupt keine Anstalten, in den Kofferraum zu springen. Vergeblich versuchte ich, ihn mit einem Leckerli anzulocken, aber auch das zeigte keine Wirkung. Es blieb mir nichts anderes übrig, als ihn in den Kofferraum reinzuheben, dann konnten wir losfahren.
Die Fahrt verlief ruhig, man merkte Chikos Anwesenheit überhaupt nicht. Auch nach über 2 Stunden Fahrt ruhte er völlig in sich, worüber ich sehr erfreut war.

Zu Hause angekommen, beschnupperte er alles sehr neugierig in seinem neuen Revier. Sein Hundebett hatte ich bereits an einer Stelle vorbereitet- Tage zuvor ging ich jedoch noch davon aus, dass er sich eine andere Stelle aussuchen wird, doch da irrte ich mich, Chiko akzeptierte von Stund an sein neues Hundebett und das war auch gleich sein Platz.
Völlig unerwartet war für mich, dass Chiko zu Hause überaus anhänglich und sehr ruhig ist, er verfolgt mich auf Schritt und Tritt.
ChikoSetze ich mich auf die Couch, legt er sich auf sein Hundebett, bewege ich mich, bemerkt er das sofort, öffnet eines seiner Augen, um zu sehen was ich mache und steht dann auf. Sobald ich mich in der Wohnung bewege, ist er sofort parat. Das machte mir natürlich ein wenig Sorgen, da er ja zwischendurch auch mal kurz alleine bleiben muss. Er stellte sich mir dann auch mit der Zeit immer öfter in den Weg, zunächst ging ich immer um ihn herum bis ich merkte, dass dieses Verhalten falsch ist. Gezielt beanspruchte ich also meine Richtung und forderte ihn auf, mir Platz zu machen, mittlerweile geht er mir aus dem Weg, ohne dass ich was sage und ich kann problemlos vorbei, wenn es erforderlich ist.
Ich konnte zu Hause sehr viel mit ihm trainieren, das nutzte ich natürlich aus, da er mich im häuslichen Bereich überhaupt nicht ignoriert, was draußen durch seinen eigenwilligen Charakter wieder sehr schwierig ist.

Je mehr ich jedoch zu Hause mit ihm trainiere, desto besser klappt es, wenn wir draußen sind. Anfangs stellte er sich immer vor die Tür, wenn ich mir Schuhe und Jacke anzog, Leine dran, Tür auf und Chiko war natürlich der erste der draußen war, auch das bekamen wir ganz schnell in den Griff. Er wartet mittlerweile einige Meter von der Türe entfernt und macht "Sitz", bis ich draußen bin und "komm" rufe, das haben wir übrigens nur an einem Tag etwa 2-3 Minuten trainiert, seitdem ist es ein Vorgang, der von alleine klappt.
Einige Wochen sind nun vergangen, wir waren bereits beim Tierarzt, alles hat wunderbar geklappt, naja gut, bis auf das Wartezimmer... Dort wollte er unbedingt mit einer kleinen Hündin spielen, die aber ihren Freiraum wollte.

ChikoMit dem Fressen war es auch so eine Sache, das wollte er partout nicht.
Anfangs wollte er nichts fressen, denn Dosenfutter gab es hier im neuen zu Hause nicht, das hat sich aber auch kurze Zeit später gelegt und den Umstieg auf sein neues Trockenfutter hat er prima akzeptiert, hin und wieder gibt es sogar selbstgekochte Gerichte, das frisst er leidenschaftlich gerne.
Auch das Alleine-bleiben klappt nun recht gut. Ich war mittlerweile eine ganze Stunde von zu Hause weg, der Fernseher lief, die Lampe war an, also ein gewohnter Zustand. Als ich dann nach Hause kam lag Chiko sehr überraschend nicht vor der Türe, sondern sehr brav auf seinem Hundebett.
Meine Nachbarn haben auch nichts gehört, in den ersten Tagen hatte Chiko nämlich laut geheult und den Flur verwüstet, als ich nur 30 Minuten außer Haus war.

Chiko lernt sehr schnell und passt sich wunderbar den neuen Lebensbedingungen an. Er springt über Hindernisse und sogar von ganz alleine in den Kofferraum vom Auto. Aber es gibt noch viel zu lernen, denn das Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden konnten wir in dieser kurzen Zeit bei mir noch nicht verändern.

Als begeisterter Radfahrer wollte ich natürlich auch irgendwann mit Chiko gemeinsam diese Sportart ausführen, um ihn entsprechend auslasten zu können, also fingen wir damit auch an. Als Chiko am ersten Trainingstag sein Geschirr angezogen hatte mit 5 Meter Leine und Rückdämpfer (ich mit Bauchgurt) wollte er dann nicht neben mir laufen, sondern vor mir, also durfte er ziehen. Wir wurden schnell und immer schneller, bei 20 km/h bremste ich ihn zwischendurch, da es für den ersten Trainingstag schon recht gut gelaufen ist. Es lief auch sonst alles einwandfrei, nur an Kreuzungen entschied er sich, vom Weg nach rechts ins Feld zu wechseln und anzuhalten, was für mich eine Vollbremsung hieß. Dank großer Vorsicht und Achtsamkeit ist zum Glück nichts passiert.Chiko
Vier Kilometer lief Chiko vorm Rad, danach war er deutlich ausgelastet und lief im Wolfstrab neben mir her. Sinnvollerweise werde ich ab jetzt auf ein sogenanntes "Dog-Scooter" umzusteigen. Mit so einem Powerpaket ist das Radfahren nicht ganz ungefährlich.

Zunächst bin ich jedoch mehr mit Chiko zum Wandern und Joggen unterwegs, um ihm auch die Richtungen zu erklären. Die Kommandos beherrscht er zwar noch nicht perfekt, es wird jedoch ständig besser. Nach langen Wanderungen, die nicht unter 15-20 km lang sind, möchte Chiko auch nicht mehr Rennen und er zieht dann kaum noch an der Leine, obwohl er keinen erschöpften Eindruck macht. Die Auslastung findet er natürlich spannend.

Was ich selbst noch lernen muss ist, dass ein Hund sehr viel Zuneigung, Zeit und Geduld benötigt. Das bedeutet für mich als Alleinlebender ein perfektes Zeitmanagement und es braucht einen geregelten Tagesablauf, der dem Hund und auch mir gerecht wird.

Ich werde, wie wahrscheinlich jeder andere Husky-Besitzer von vielen Leuten auf der Straße angesprochen, meist bewundern die Leute den Hund und ich muss die Leute immer darauf aufmerksam machen, auf fremde Hunde nicht einfach so zuzugehen und sie zu streicheln. Ich selbst kenne Chiko erst seit kurzer Zeit und kann es noch nicht einschätzen, wie er in bestimmten Situationen reagieren wird. Bisher begrüßt er jedoch alle Menschen sehr freundlich, erfahrene Hundebesitzer spielen auch bereits mit ihm, alles läuft bislang problemlos ab.
Meine Familie und meine Freunde haben Chiko sehr herzlich aufgenommen, jeder ist positiv überrascht, wie anständig sich Chiko zu Hause verhält und welche Energie er dann draußen an den Tag legt.Chiko
Bevor Chiko bei mir eingezogen ist, hatte mir ein Teil meiner Familie, und auch meine Freunde, davon abgeraten, mir einen Hund zu holen, mittlerweile sind alle begeistert und die Meinungen haben sich geändert, seit sie Chiko persönlich kennen gelernt haben. Es fragt auch keiner mehr zuerst, wie es mir geht, sondern die Fragen beziehen sich immer mehr darauf, wie es Chiko geht, was er macht, usw... Aber auch das kennen wahrscheinlich viele Hundebesitzer..

Ich selber könnte mir nie wieder ein Leben ohne einen Husky vorstellen, ganz im Gegenteil, am liebsten hätte ich noch eine Husky-Hündin, aber das ist erst eine Überlegung und ein Wunsch für die fernere Zukunft.
Nun möchte ich mich nochmals sehr herzlich bei der "Nothilfe für Polarhunde e.V." für die Vermittlung bedanken und vor allem für diesen tollen Hund.“

Wir wünschen Herrchen und Hund eine wunderbare gemeinsame Zeit als tolles Team und bedanken uns herzlich, für die ganz kurzfristige Übernahme von „Chiko“. So blieb ihm eine Zwischenplatzierung erspart und er konnte sofort wieder direkten Anschluss an einen Zweibeiner finden.

Das Team der NfP e.V., Freudenstadt

Chiko